wir haben ein Problem mit Scharbockskraut oder Feigwurz (Ranunculus
ficaria). Dieses Unkraut hat sich durch eine Umschichtungsmaßnahme in
unserem Garten auf Teilen der Wiese und auf verschiedenen Beeten mit
Blumen und Stauden breitgemacht. Kann man dagegen generalisierend etwas
tun (außer die einzelnen Pflanzen manuell auszustechen)? Für Tips wären
wir sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Kerstin und Uwe
hallo!
laut "feld, wald- und wiesenkochbuch" schmeckt scharbockskraut recht gut.
zitat: " die ganz jungen, angenehm würzig schmeckenden blätter können als
salat allein oder auch unter kartoffelsalat oder feldsalat gemsicht gegessen
werden. die jungen blätter, knospen und stengelspitzen kann man wie spinat
zubereiten. die in den blattachseln sitzenden brutknöllchen sowie die
wurzelknollen geben, erst in salzwasser eingeweicht oder darin weichgedämpft
und dann in essig eingelegt eine gute fleischbeilage. sie eignen sich auch
als gemüse, wenn man sie in salzwasser fast weichkocht, abseiht und dann in
butter fertig dünstet, mit mehl andickt und aufgiesst. die blütenknospen
legt man in essig ein und gebraucht sie als kapern. die pflanze wurde früher
zur bekämpfung von skorbut benutzt. " zitat ende.
ich hab es selber nicht ausprobiert, aber ich finde, es klingt recht
delikat, und vielleicht ist ja aufessen eine gute(und auch schmackhafte)
möglichkeit, der weiteren ausbreitung dieses "unkrauts" in deinem garten ein
wenig einhalt zu gebieten...
liebe grüsse
irmgard
hallo irmgard,
meines wissens (vielleicht aber auch falsch) ist Ranunculus ficaria =
Ficaria vernus mindergiftig (weiss aber nicht, wer das definiert hat).
der name scorbutskraut rührt daher, dass das kraut vitamin c enthält und
nach dem winter eines der ersten kräuter war, was die hungerleidende
bevölkerung essen konnte.
gruss
--
andreas regner
http://www.planten.de
gilt nur vor der blüte...
danach ist es minder giftig (glaube oxalsaure wars ...)
Hallo Uwe,
>wir haben ein Problem mit Scharbockskraut oder Feigwurz (Ranunculus
>ficaria). Dieses Unkraut hat sich durch eine Umschichtungsmaßnahme in
>unserem Garten auf Teilen der Wiese und auf verschiedenen Beeten mit
>Blumen und Stauden breitgemacht.
und das Zeug kann ziemlich hartnäckig sein...
>Kann man dagegen generalisierend etwas
>tun (außer die einzelnen Pflanzen manuell auszustechen)? Für Tips wären
>wir sehr dankbar.
Gründliches Ausstechen ist eine durchaus brauchbare Methode. Dabei
muss aber mit der Grabgabel ziemlich tief gelockert u dann tief mit
dem Spaten abgestochen werden, wenn man den Wurzelstock nicht ganz
herausbringt.
Schwieriger wird's, wenn das Zeugs in Sträucher oder Stauden usw.
eingewachsen ist. Dann hilft nur noch eine Roundup-Streichlösung.
Beste Grüße G e r h a r d
Round-up gegen Scharbockskraut???? Das kann doch wohl nicht
Dein Erst sein. Es handelt sich schließlich um einen
Geophyten, der im Mai-Juni einzieht. Mit einer geschickten
Bepflanzung haben andere Stauden die Fläche geschlossen. Da
sei doch mal lieber einer froh, daß der Boden im März/April
mit einem temporären Bodendecker bedeckt ist, der auch noch
intensiv blüht.
Ein Fall für Herbizide ist das nun wirklich nicht!!!
Viele Grüße,
Tjards Wendebourg
Gartenberater für CONNATUR
http://www.connatur.de
--
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NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de
Gerhard Zahn schrieb:
> Am 04 Apr 2000 21:26:32 +0200, schrieb "Tjards Wendebourg"
> <t...@pg-digitalis.de> :
>
> Hallo,
> manchmal geht es hier schon seltsam bis wunderlich zu...
>
> [...] Rest gesnippt, nicht aus Ignoranz, sondern wegen des Umstandes,
> daß der Text ja nachlesbar ist.
Vielen Dank für Deine Antwort, sie spricht uns gewissermaßen aus dem
Herzen. Tatsächlich haben wir nämlich beinahe nur Dinge erfahren, die uns
marginal oder gar nicht interessieren. Allerdings ist das wohl kaum
ver-"wunderlich", denn in anderen Newsgroups geht's ja kaum anders zu.
Doch wie auch immer: es war ja zum Glück nicht bloß verwunderlich, sondern
partiell auch ganz lustig. Und deshalb nicht so wild.
Die Frage - um mal zum Ausgangspunkt zurückzukehren - ist doch wohl, ob
Round-up die richtige Lösung ist oder nicht. Denn tatsächlich breitet sich
das Kraut vollkommen unkontrolliert aus (in Nachbargrundstücken hat es
schon fast alles okkupiert); und wenn man gar nichts dagegen tut, ist der
Garten damit irgendwann überflutet.
Also noch einmal die Frage: Gibt es eine Möglichkeit, der Ausbreitung des
Scharbockskrautes Herr zu werden, wenn es Rasenflächen, Beete etc.
befallen hat, ohne die chemische Keule anzuwenden, oder gibt es die nicht?
--
Hallo Kerstin und Uwe,
>Die Frage - um mal zum Ausgangspunkt zurückzukehren - ist doch wohl, ob
>Round-up die richtige Lösung ist oder nicht.
wie schon gesagt, würde ich Roundup nur bei eingewachsenen
Exemplaren anwenden (wobei es Bundesländer gibt, wo Herbizide im
Privatgarten verboten sind). Ansonsten hat das Zeugs im Garten
nichts zu suchen, bei mir zumindest.
>Denn tatsächlich breitet sich
>das Kraut vollkommen unkontrolliert aus (in Nachbargrundstücken hat es
>schon fast alles okkupiert); und wenn man gar nichts dagegen tut, ist der
>Garten damit irgendwann überflutet.
Hm. Gar nichts dagegen tun, kann sich genau so auswirken, wie ihr
befürchtet.
Also würde ich halt mal einen Versuch mit Dauerstörung anlaufen
lassen. Immer wieder ausstechen, wo immer es geht.
>Also noch einmal die Frage: Gibt es eine Möglichkeit, der Ausbreitung des
>Scharbockskrautes Herr zu werden, wenn es Rasenflächen, Beete etc.
>befallen hat, ohne die chemische Keule anzuwenden, oder gibt es die nicht?
Mit Scharbockskraut im Rasen habe ich keine Erfahrung. Wenn ihr
etwas früher mit dem Rasenmähen anfangt, sollte ihm das aber nicht
bekommen.
In Gemüsebeeten hat es keinerlei Chancen, wenn man häufig hackt. Am
besten eignet sich dafür eine Pendelhacke, ein wunderbares Gerät.
>Dein Erst sein. Es handelt sich schließlich um einen
>Geophyten, der im Mai-Juni einzieht. Mit einer geschickten
ich oute mich jetzt als wißbegierige Gartenanfängerin.
Was, bitte, sind Geophyten?
Was bedeutet das für mein Schattenbeet, auf dem ich gerade
Scharbockskraut anzusiedeln versuche, damit es einen Rasen bildet -
( der standortgerechten Bepflanzung meines Lehmbodens und der
Bodenbedeckung wegen)??
Grüße
Charlotte
Entschuldige den Fachausdruck. Pflanzen werden nach Ihren
Überdauerungsformen eingeteilt. Pflanzen der Überdauerungsorgane im
vollkommen im Boden verborgen sind heißen Geophyten (=Erd-Pflanze). Dazu
gehören alle Blumenzwiebeln und Knollen. Auch das Scharbockskraut überdauert
den Winter als Knolle(n) unter der Erdoberfläche. Zum Mai zieht es ein und
treibt erst im frühen Frühjahr wieder aus. Bodendecker ist es also nur im
März und April, dann müssen andere Stauden (Hostas, Farne, Herbstanemonen
etc.) diese Aufgabe übernehmen. Auf geeignetem Boden vermehrt sich das
Scharbockskraut sehr stark.
Viele Grüße,