Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Blauregenproblem

237 views
Skip to first unread message

Bettina, Henkel

unread,
Apr 3, 2002, 2:14:02 AM4/3/02
to
Hallo
habe ein Problem mit unserem Blauregen. Eigentlich ist er eine Wucht. Er
windet sich 3 Meter auf einer Pergola entlang und blüht jedes Jahr in voller
Pracht. Aber die oberirdischen Ausläufer, die sich über den Boden
schlängeln, machen mir schwer zu schaffen. Sie sind bis zu 4 Meter lang und
daumendick. Gestern haben mein Mann und ich bestimmt 25 Stück dieser Lianen
mit dem Spaten durchtrennt. Handelt es sich hierbei um Wurzelausläufer? Und
wie kann ich das Austreiben verhindern. Habe das Gefühl, je mehr wir die mit
dem Spaten oder der Schere durchtrennen, desto mehr werden es.
Vielen Dank im Voraus
Bettina


Gerhard Zahn

unread,
Apr 3, 2002, 3:55:12 PM4/3/02
to
On Wed, 3 Apr 2002 09:14:02 +0200 "Bettina, Henkel" <famh...@gmx.de>
wrote:

Hallo Bettina,

bei veredelten Wisterien kommt es vor, dass aus der Unterlage
Wurzelschösslinge austreiben.
Es hilft aber nicht viel, sie einfach abzustechen, dadurch vermehren sie
sich wirklich....
Man muss sie bis zur Austriebsstelle freilegen u dort abschneiden.

Beste Grüße G e r h a r d

Bettina, Henkel

unread,
Apr 4, 2002, 6:14:16 AM4/4/02
to
Hallo Gerhard
vielen Dank für die Antwort. Aber wir kappen die Schößlinge an der
Austriebsstelle und es werden trotzdem immer mehr. Es tut der Blütenpracht
zwar keinen Abbruch, aber es ist schon lästig. Wenn man mal eine Zeit nicht
drauf achtet, hat man schon ganz schön mit den Dingern zu tun
einen schönen Tag noch
Bettina


Gerhard Zahn

unread,
Apr 4, 2002, 3:32:50 PM4/4/02
to
On Thu, 04 Apr 2002 07:59:59 +0200 Kathinka Diehl <kath...@rrr.de>
wrote:

Hallo Kathinka,

>> bei veredelten Wisterien kommt es vor, dass aus der Unterlage
>> Wurzelschösslinge austreiben.
>

>Hm. Ich hänge mich mal hier rein.

muss man das jetzt schon anmelden?
Ich häng mich dauernd irgendwo rein...:-)

>Ich habe letztes Jahr aus einem Samen einen Blauregenschössling gezogen.
>Heute ist er ungefähr 10 cm hoch und fängt gerade an, erste Blätter zu
>treiben. *freu*

Soweit einverstanden.
>
>Wenn ich aber jetzt was von Veredlung lese, macht es überhaupt Sinn, was
>ich da versuche?

Experimentieren macht immer irgendwie Sinn.
Man muss nur wissen was dabei rauskommen kann.

>Dass er erst später blüht als eine gekaufte, größere
>Pflanze, ist mir klar,

Dir sollte aber auch klar sein, dass er nicht nur deshalb ein bisschen
später blühen wird, weil er noch etwas klein ist. Er ist ein unbekanntes
Wesen mit unbekannten Eigenschaften u wird sich als Sämlich erlauben
Jahre später, spärlicher u unscheinbarer zu blühen, bis nie....:-(

>aber blüht er überhaupt so schön? Oder ist die
>Wahrscheinlichkeit beliebig hoch, dass ich nur wenige mickerige Blüten
>bekommen, wenn es endlich mal soweit ist?

Die Wahrscheinlichkeit fällt unter "mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit".

>Das späte Blühen wäre kein Problem für mich, ich finde, es ist immer
>etwas besonders, wenn man eine große Pflanze aus dem Samen gezogen hat.

Na ja. Pflanze den Sämling halt zum Nachbarn, damit du ihn nicht aus den
Augen verlierst u für deinen Garten leistest du dir ein erlesene
prächtige Sorte, die natürlich aufveredelt ist...:-)

G Wolmershaeuser

unread,
Apr 5, 2002, 4:36:22 AM4/5/02
to
Kathinka Diehl schrieb:
>
> Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> wrote:

> > Experimentieren macht immer irgendwie Sinn.
> > Man muss nur wissen was dabei rauskommen kann.
>

> *g* Warum eigentlich? Ist es nicht ein Experiment, weil man es *nicht*
> weiß?

Meinst Du das wirklich? Meine Spezies (Chemiker) wäre bei dieser
Einstellung vermutlich schon längst ausgestorben. Eine
Folgenabschätzung VOR Beginn eines Experiments scheint mir sehr
geboten!
Beste Grüße
G.W.
--
G. Wolmershaeuser
wolm...@chemie.uni-kl.de

Frederick Page

unread,
Apr 4, 2002, 8:28:57 PM4/4/02
to
Kathinka Diehl <kath...@rrr.de> wrote:

>Ich habe letztes Jahr aus einem Samen einen Blauregenschössling gezogen.
>Heute ist er ungefähr 10 cm hoch und fängt gerade an, erste Blätter zu
>treiben. *freu*

Hättest Du auch gern die Blüten oder reichen Dir die Blätter?

>Wenn ich aber jetzt was von Veredlung lese, macht es überhaupt Sinn,
>was ich da versuche?

Gegenfragen: würden die professionellen Gärtner die Pflanze veredeln,
wenn es auch ohne ginge? Würden sie ihr Produkt unnötigerweise teurer
als nötig machen und damit potentielle Kunden durch höhere Preise
abschrecken? Warum werden Rosen und Obstbäume veredelt? Warum werden
Engelstrompeten über Steckling (nicht Sämling!) vermehrt?

>Dass er erst später blüht als eine gekaufte, größere Pflanze, ist mir

>klar, aber blüht er überhaupt so schön?

Mit hoher Sicherheit: nein. Selbst gekaufte Wisterias sind oft
eigenwillig und blühen erst nach vielen Jahren. Sie möchten auch gute
Drainage, sprich im nassen Lehm fühlen sie sich nicht so wohl.

>Das späte Blühen wäre kein Problem für mich, ich finde, es ist immer
>etwas besonders, wenn man eine große Pflanze aus dem Samen gezogen hat.

Eben weil die Blühwilligkeit bei bestimmten Pflanzen (Wisteria,
Brugmansia) bei Sämlingen nicht vorherzusehen, bzw. der Großteil der
Sämlinge blühfaul ist, werden diese Sorten vegetativ vermehrt
(Steckling oder Veredelung, letzteres ist zwar schlechter, garantiert
aber höhere Ausbeute an verkaufsfähigen Pflanzen).

Nur die vegetative Vermehrung garantiert die Eigenschaften der
Mutterpflanze. Wenn Du einige Hundert Sämlinge ranziehst, dann hast Du
mit Glück vielleicht einen, der schön blüht.

Also vermehre die Wisteria durch Steckling oder Absenker, ist fast
dasselbe wie aus Samen, ich hab hier einen gut 20 Jahre alten
Geldbaum, den ich damals aus einem einzigen Blatt vermehrt habe. War
eh Zufall, dieses Blatt war abgebrochen und in den Topf gefallen, als
die Bekannte es damals endlich wegwerfen wollte, waren schon kleine
Würzelchen dran und mir hat der Winzling leid getan, also hab ich ihn
eingetopft. Heute ist es ein Prachtexemplar mit riesigem, dicken
Stamm.

FFPX Frederick

--
Habe SuSE installiert, aber nach dem Booten bricht Linux mit der
Fehlermeldung "login:" ab. Was mache ich falsch?
[reinhold....@liwest.at in de.comp.os.unix.linux.misc]

Frederick Page

unread,
Apr 4, 2002, 8:43:35 PM4/4/02
to
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> wrote:

>bei veredelten Wisterien kommt es vor, dass aus der Unterlage
>Wurzelschösslinge austreiben.

Das Problem aller "veredelten" Pflanzen. Dieses Wort allein ist ein
Unding, an solchen Pflanzen ist nichts "Edles". Man schneidet einen
Zweig der Mutterpflanze ab und popelt aus den Vegetationspunkten (wo
die Blätter rauskommen) die "Augen" raus. Dann nimmt man eine einfach
über Samen zu vermehrende Wildversion der Pflanze, schneidet diese
komplett auf den Wurzelstock zurück und okuliert das Auge der
Mutterpflanze darauf.

Der gewünschte Effekt ist, daß die Wildversion zum Wirt für einen
Parasiten degradiert wird und nur als Ernährer dient. Ein weiterer
Nachteil ist: diese Okulierstelle ("Veredelungspunkt") ist immer eine
Schwachstelle, wo Frost/Pilze, etc. eindringen können. Daher müssen im
Topf gekaufte Rosen auch immer tiefer eingepflanzt werden, sodaß die
"Veredelungsstelle" einige cm unter der Erde liegt.

Zudem wehrt sich die vergewaltigte Natur, indem der "Wirt" unterhalb
der "Veredelungsstelle" nochmals austreibt. Diese Wildtriebe haben
dann die (nicht erwünschten) Eigenschaften der Wildversion, zudem kann
der Wurzelstock nicht unendlich viel ernähren, somit fehlen der
ohnehin schwächeren "Edel" Version dann Nährstoffe.

"Veredeln" ist also einfach nur Mist, aber es wird gemacht, weil man
dadurch erheblich größere Mengen verkaufsfähiger Pflanzen erzeugen
kann. Würde man Stecklinge verwenden, könnte man viel weniger "Kinder"
dieser Pflanze erzeugen.

Daher sind z.B. wurzelechte Rosen zu bevorzugen, sind dafür auch etwas
teurer. Einige überzüchtete Pflanzen können gar kein eigenes
Wurzelsystem mehr hervorbringen, daher bekommt man engl. Tee-Hybriden
nicht in wurzelechter, sondern nur vergewaltigter Version. Meine erste
Aktion bei Rosen ist daher immer: Herbstpflanzung, im Frühsommer
Stecklinge ziehen, im Herbst veredelte Mutter rausrupfen, verschenken
oder schreddern und durch die Stecklinge ersetzen.

(Ging natürlich nicht bei meinen drei engl. Tee-Hybriden, die hab ich
mir doch nicht verkniffen).

FFPX Frederick

--
Illiterate? Write for free help!

Barbara Seidl

unread,
Apr 5, 2002, 2:00:28 PM4/5/02
to
Alle drei Namen sind richtig. Auf dm Ettiket der Baumschule steht z. B.
Wisteria floribunda (wohl die lateinische Bezeichnung) und am zweiten
farbigen Ettiket steht Glyzinie rosa.
Und meines Wissens nach wird der Pflanze durch die Veredelung der Höhen-
bzw. Größenwuchs genommen. So bleibt sie "kleiner". (So wie auch bei anderen
Obstbäumen z. B.)

Barbara

Dieter Göbel

unread,
Apr 5, 2002, 2:03:18 PM4/5/02
to

"Kathinka Diehl" <kath...@rrr.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a8kun7.3...@news.schnauze-sonst-beule.de...

> Frederick Page <fp...@fuckmicrosoft.com> wrote:
>
> > Also vermehre die Wisteria durch Steckling oder Absenker,
>
> Wieso eigetnlich Wisteria? Ich kenne den Blauregen auch unter dem
Namen
> Glyzinie. Ist das jetzt der dritte Name oder bin ich auf dem falschen
> Dampfer?
>
Hallo Kathinka,
ich häng mich jetzt auch rein - mit gutem Recht; denn ich habe seit
Jahren zwei Exemplare an der Pergola;-)
Also das ist so: Der Blauregen heißt zu deutsch Blauregen, Wisterie oder
Glyzine, botanisch Wisteria sinensis. Dabei gibt es noch diese Arten /
Sorten: Alba(weiß), floribunda(violett), Rosea(bläulich-weiß) und
Macrobotrys(kobaltblau), wahrscheinlich noch mehr;-)
Ich weiß gar nicht, warum ihr so viele davon haben wollt, mir reichen
die beiden völlig;-)
Viele Grüße
Dieter


Dieter Göbel

unread,
Apr 5, 2002, 3:22:06 PM4/5/02
to

"Barbara Seidl" <barbar...@utanet.at> schrieb im Newsbeitrag
news:a8ks3a$40j$1...@newsreader1.netway.at...

> Alle drei Namen sind richtig. Auf dm Ettiket der Baumschule steht z.
B.
> Wisteria floribunda (wohl die lateinische Bezeichnung) und am zweiten
> farbigen Ettiket steht Glyzinie rosa.

Hallo Barbara,
das ist die japanische Schwester vom chinesischen Blauregen(Wisteria
sinensis).
Weiß jemand den Unterschied? Bei uns in der Gegend wird nur die W.
sinensis verkauft.
Jedenfalls wächst unser wie der Teufel und nach der baldigen Blüte wird
erst mal geschnitten;-)
Viele Grüße
Dieter

Thorwald Brandwein

unread,
Apr 5, 2002, 3:24:16 PM4/5/02
to
Dieter Göbel <D-Go...@T-Online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
a8ksel$99d$04$1...@news.t-online.com...

> Also das ist so: Der Blauregen heißt zu deutsch Blauregen, Wisterie oder
> Glyzine, botanisch Wisteria sinensis. Dabei gibt es noch diese Arten /
> Sorten: Alba(weiß), floribunda(violett), Rosea(bläulich-weiß) und
> Macrobotrys(kobaltblau), wahrscheinlich noch mehr;-)

Noch nicht ganz richtig...
Wisterien sind ursprünglich auf der nördlichen Halbkugel heimisch, vor
allem China ( die extrem starkwüchsige _Art_ Wistera sinensis) und Japan
(die etwas kleinwüchsigere _Art_ Wisteria floribunda [auch: W.
brachybotrys] - verschiedene Sorten auch mit längeren Blütentrauben als
Wisteria s. [div Sorten]). Also - W. floribunda ist eine Art, keine Sorte!
W. 'Macrobotrys' ist mir als Sorte der W. floribunda mit extrem langen
Blütentrauben (bis 180 cm) bekannt. Überhaupt scheint die Sortenvielfalt
der W. floribunda größer zu sein als bei den anderen Arten.
Aus Nordarmerika stammen die Arten W. frutescens und W. macrostachia. Sie
sind hierzulande kaum beschaffbar und über ihre Eignung zur
Fassadenbegrünung in unseren Breiten liegen mir keine ausreichend
verlässlichen Angaben vor.
Die Bezeichnung "Glycine", "Glyzinie" oder so ähnlich, ist eigentlich
nicht mehr gebräuchlich - genauso wie der Schlingknöterich heutzutage
nicht mehr Polygonum ... sondern Fallopia aubertii heisst.

> Ich weiß gar nicht, warum ihr so viele davon haben wollt, mir reichen
> die beiden völlig;-)

Also mir reicht _eine_ W. sinensis - allerdings habe ich etliche....

Die mir seit längstem bekannte W.s. ist übrigens aus einem 1964
ausgegrabenem Absenker entstanden und 1965 gepflanzt worden. Sie hat
letztes Jahr das Maß von 50 cm Durchmesser am Wurzelhals
überschritten.....

Grüße
Thorwald Brandwein

--
www.biotekt.de

Ulrike Pasching

unread,
Apr 5, 2002, 4:54:32 PM4/5/02
to

Frederick Page <fp...@fuckmicrosoft.com> schrieb

> Daher sind z.B. wurzelechte Rosen zu bevorzugen,
> sind dafür auch etwas teurer. Einige überzüchtete
> Pflanzen können gar kein eigenes Wurzelsystem
> mehr hervorbringen, daher bekommt man engl.
> Tee-Hybriden nicht in wurzelechter, sondern nur
> vergewaltigter Version. Meine erste Aktion bei Rosen
> ist daher immer: Herbstpflanzung, im Frühsommer
> Stecklinge ziehen, im Herbst veredelte Mutter rausrupfen,
> verschenken oder schreddern und durch die Stecklinge

>ersetzen. Hallo Frederick,

Aber wurzelechte Rosen haben ein Ausbreitungsbedürfnis wie Essigbäume.
Manche Rosen machen sich auch von der Unterlage frei, d.h. sie
entwickeln eigene Wurzeln und ersticken die Unterlage. Wenn ich z.B. die
Rose de Resht so wachsen ließe, wie sie möchte, häte sie bald meinen
Garten zugewuchert.

Blühen eigentlich deine Stecklinge genau so wie die Mutterpflanze?
Angeblich hat ja die Unterlage auch gewissen Einfluß auf die Blüten. Und
wie sieht es mit der Frosthärte aus?

Gruß Ulli


Frederick Page

unread,
Apr 5, 2002, 3:46:19 PM4/5/02
to
Kathinka Diehl <kath...@rrr.de> wrote:

>>Also vermehre die Wisteria durch Steckling oder Absenker,

>Wieso eigetnlich Wisteria?

Genauer: Wisteria sinensis.

>Ich kenne den Blauregen auch unter dem Namen Glyzinie.

Ich auch, aber Namen ändern sich, Beispiele:

Hosta (früher Funkie)
Crocosmia (früher Montbretie)
Brugmansia (früher Datura) [Engelstrompete]
Und der frühere Coleus (Buntnessel) heißt jetzt auch anders (weiß aber
den neuen Namen nicht)

>Ist das jetzt der dritte Name oder bin ich auf dem falschen
>Dampfer?

Ich bin selbst nicht ganz sicher, aber meine, das Ding hieße offiziell
mit lateinischem Namen "Wisteria sinensis" (man möge mich korrigieren,
falls das falsch sein sollte).

Wir meinen aber dasselbe: Blauregen, Glyzinie, Wisteria.

FFPX Frederick

--
Whenever you design a better fool-proof software,
the genetic pool will always design a better fool.

Frederick Page

unread,
Apr 6, 2002, 3:09:13 PM4/6/02
to
"Ulrike Pasching" <ulrike....@aon.at> wrote:

>Aber wurzelechte Rosen haben ein Ausbreitungsbedürfnis wie Essigbäume.

Kann ich nicht sagen. Der Vorteil bei wurzelechten Rosen ist: es gibt
keine "Wildtriebe", jeglicher Austrieb ist die Original-Pflanze.

>Manche Rosen machen sich auch von der Unterlage frei, d.h. sie
>entwickeln eigene Wurzeln und ersticken die Unterlage.

Ein weiteres Argument gegen "Veredelung". Dürften allerdings nur die
wenigsten Rosen schaffen.

>Wenn ich z.B. die Rose de Resht so wachsen ließe, wie sie möchte,
>häte sie bald meinen Garten zugewuchert.

Gut, diese Sorte ist dafür auch bekannt. Viele Rosenfreunde würden
sich freuen, wenn ihre Super-Duper-Edel Rose sich so verhielte ;-)

>Blühen eigentlich deine Stecklinge genau so wie die Mutterpflanze?

Absolut. Wenn nicht besser.

>Angeblich hat ja die Unterlage auch gewissen Einfluß auf die Blüten.

Ja. Besonders bei den "edlen" Teilen, die schon gar keine eigenen
Wurzeln mehr bilden können, weil alles weg- und kaputtgezüchtet wurde.
Ich halte das mit der Unterlage für ein Märchen, die "Veredelung" wird
genau daher gemacht, weil man so mehr "Ausbeute" bekommt. Drei
Stecklinge oder 18 "veredelte" Kinder macht schon einen Unterschied.

>Und wie sieht es mit der Frosthärte aus?

Ich wohne in Aachen, da sind die Winter eh mild. Keinerlei Probleme,
obschon ich immer noch vorsichthalber Kompost im Spätherbst anhäufele.
Allerdings habe ich hauptsächlich alte Sorten (Nevada, Alba Semiplena,
etc.), die "Robusta" hat als Eltern die uralte, wilde Rugosa.

Die "Veredelungsstelle" hingegen bleibt lebenslang ein Schwachpunkt.

FFPX Frederick

--
Linux. Or do you want to pay 100 Dollars for a Beta?

Ulrike Pasching

unread,
Apr 7, 2002, 5:24:27 AM4/7/02
to

Frederick Page <fp...@fuckmicrosoft.com> schrieb

> >Blühen eigentlich deine Stecklinge genau so wie die
> >Mutterpflanze?
>
> Absolut. Wenn nicht besser.

Hallo Frederick,

obwohl ich schon jede Menge Pflanzen aus Stecklingen gezogen habe, ist
mir das bei Rosen noch nicht geglückt. Wann ist denn die beste Zeit
dafür?

Danke schon mal

Ulli


Frederick Page

unread,
Apr 7, 2002, 7:51:45 PM4/7/02
to
Kathinka Diehl <kath...@rrr.de> wrote:

>>Hosta (früher Funkie)

>Sieh mal einer guck. Ich hab davon gerade fünf Stück gekauft, aber
>als Funkien.

Im hiesigen Gartencenter laufen die auch noch als "Funkien". Was kaum
jemand weiß: es gibt ca. 800 verschiedene Arten, das hierzulande
erhältliche Sortiment beschränkt sich auf ganz wenige Arten, die
nichtmals die robustesten oder schönsten sind.

Such mal bei Google nach "hosta nigrescens" mit ihren oben bläulichen,
auf der Unterseite silbernen Blättern, straff aufrechter Wuchs (!),
ein Bild einer Hosta. Oder nach "Sum and Substance", fast alle Bilder
zeigen Menschenhände auf dem Blatt, weil keiner glauben kann, was die
für fette Blätter produziert ;-) Weitere Tips "Sun Power"
(zitronengelb!) und kann halbe Sonne ab. "Big Daddy": riesige blaue
gehämmerte Blätter, im Alter schalenförmig, werden von Vögeln als Bad
genutzt (kein Scherz). Oder (leider recht selten) "Fragrance Blu"
(ohne e am Ende), lieblich duftende (!) kleine 30 cm Hosta. Außer "Sun
Power" alle nur im Schatten.

In der Nähe von Amsterdam gibt es einen Spezialbetrieb der auch über
800 Sorten im Schaugarten hat (weiß leider den Namen nicht auswendig,
aber über die Links von Hostafreunden sollte das zu finden sein).

Jetzt schonmal mein Beileid zu Deinen 5 gekaufen ;-) die sind bestimmt
grün mit weißem Rand (Eliator oder so) oder leicht gelblich gestreift.
Eigentlich kannst Du jede im Topf gekaufte Hosta direkt in 4 Stück
teilen, die Dinger sind hart und halten das locker aus. Bei der
Teilung bitte nicht die Brutalmethode (mit Spaten durchhacken),
sondern den Wurzelhals etwas freilegen, mit dem Messer nur den Hals
durchschneiden und den Ballen dann vorsichtig auseinander zupfen. Geht
mit minimalem Wurzelschaden und ist deutlich pflanzenschonender.

>>Brugmansia (früher Datura) [Engelstrompete]

>Daturen gibt es aber immer noch

Sorry, hast natürlich recht. Die Datura mit den violetten aufrechten
Blüten heißt z.B. immer noch so (weiß den genauen Namen nicht mehr).

>Gruß, Kathinka - die gerne eine hätte, die dann schön blüht

Ich hab leider keinen Platz für so ein Teil, hätte es ehrlich gesagt
auch sehr gerne, aber ich bin da eher realistisch. Wenn ich der
Pflanze nicht ihre bevorzugten Bedingungen geben kann, dann laß ich es
lieber. Ich hab keine Schattenrosen und auch keinen Schattenrasen,
weil es beide nicht gibt. Meine Hostas stehen auch nicht sonnig, ich
hab keine Palmen oder angeblich "winterharte" Bananen, keinen Baumfarn
(obschon der toll aussieht), etc.

In der Nachbarschaft steht eine arme Wisteria Richtung Nordost, ein so
erbärmliches Bild wollte ich nicht haben. Blüht nur sehr wenig und man
hört fast die Schreie der Pflanze nach Sonne und besserem Boden.

FFPX Frederick

--
I heard that the Chinese are shipping huge loads of viagra to Florida,
since they heard people there have 'problems with elections'.

Frederick Page

unread,
Apr 7, 2002, 8:26:18 PM4/7/02
to
"Ulrike Pasching" <ulrike....@aon.at> wrote:

>obwohl ich schon jede Menge Pflanzen aus Stecklingen gezogen habe,
>ist mir das bei Rosen noch nicht geglückt. Wann ist denn die beste
>Zeit dafür?

Da ist zugegeben ein Trick bei der Sache. Die Stecklinge werden erst
geschnitten, wenn das Holz ziemlich ausgereift ist: also Ende Juli bis
Anfang Oktober (kein Scherz). Die besten Chancen hat man mit folgender
Methode:

Schneide Mitte August einen Trieb von ca. 1 Meter Länge an einer
Stelle ab, die so gerade eben anfängt zu verholzen, aber noch grün
ist. Schneide an der Pflanze direkt über einem Blattpaar, den
Steckling kürzt Du gleich unterhalb des dortigen untersten
Blattpaares (ein kleines Stück dazwischen wirfst Du also weg).

Jetzt köpfst Du den Steckling (wieder direkt über einem Blattpaar),
sodaß nur noch ca. 30 bis 40 cm übrig bleiben. Richtig gelesen: Du
nimmst die oberen 60 bis 70 cm weg und legst sie erstmal beiseite,
bzw. stellst sie in Wasser.

Vom Steckling des unteren Teils brichst Du alle Stacheln ab und
entfernst bis auf die obersten zwei alle Blätter. Da dieser Teil
unterirdisch wird, würden Stacheln/Blätter nur verrotten und den
Steckling faulen lassen. Das ist zugegeben etwas Gefummel und geht
wohl nicht ohne Piekser, aber ist wirklich notwendig.

Diesen Steckling steckst Du in einen möglichst tiefen Topf mit
normaler Blumenerde (keine Anzuchterde) rein, sodaß die oberen zwei
Blätter so gerade wenige cm über der Erde sind. Es geht zwar auch mit
Anzuchterde, aber da die Rose länger im Topf bleibt, fehlt ihr einfach
durch die ungedüngte Anzuchterde das Futter.

Stecke noch zwei oder drei Trinkstrohhalme (dürfen auch aus Plastik
sein) in den Topf und stülpe einen (durchsichtigen) Gefrierbeutel o.ä.
drüber. Die Trinkhalme dienen nur als Abstandshalter, damit das
Plastik nicht direkt die Blätter berührt, durch die hohe
Luftfeuchtigkeit in der Tüte würden sie sonst evtl. faulen.

Das Plastik ca. 4 Wochen lassen, dann kann es runter. Ich hab den Topf
letztes Jahr einfach im Boden eingebuddelt und bis jetzt stehen
lassen, ist gut gegangen. Das ist zwar etwas Risiko, aber die Pflanzen
sollen nicht verweichlichen, mein Steckling ist jedenfalls hart und
wird garantiert auch den nächsten Winter überleben. ;-)

Das war die "narrensichere" Methode, die fast 100% Erfolg bietet. Den
vorhin abgeschnittenen Rest vom Meter kannst Du mit selber Methode
versuchen, aber Du wirst feststellen, daß der Erfolg hier zwar
möglich, aber deutlich unsicherer ist, das Holz muß eine gewisse Reife
haben.

Ganz Wagemutige stecken diese unteren 30 cm direkt in die Erde.
Spatenblatt komplett reindrücken, ganz vorsichtig etwas hebeln und
(vorsichtig!) rausziehen, in den Schlitz etwas groben Sand (damit
Steckling nicht in Staunässe steht) und Steckling direkt an Ort und
Stelle rein, mit Fuß einfach festtreten. Hier kommt es auf den
Zeitpunkt an: bei Schnitt im September oder Anfang Oktober ist die
Sonne nicht mehr stark und die Haube nicht unbedingt erforderlich.

Ich verwende hier eine durchgeschnittene Plastikflasche (Aldi-Sprudel)
und stecke die für ca. 2 Wochen drüber. Die Blätter berühren zwar das
Plastik, aber da es nur 2 Wochen sind, geht das noch.


Wichtig ist also:

a) Steckling von fast reifem Holz (also unteren Teil des Meters) und
*tief* einsetzen, fast komplett im Boden versenken.

b) Alle Blätter (bis auf zwei) und alle Stacheln entfernen.

c) Treibhausklima (Haube) für ca. 4 Wochen (bei Sommerschnitt)

Du kannst sogar noch Anfang Oktober die Dinger schneiden und gleich in
den Boden an gewünschter Stelle versenken, Du hast ca. 80% Chance, daß
sie über Winter (!) Wurzeln schlagen und im Frühjahr dann austreiben.
Da die Sonne im Herbst nicht mehr so stark ist, ist der Erfolg fast
noch besser als bei Schnitt im August (unsere heißeste Zeit). Oft geht
es gar ohne das Plastik drüber.

Da Rosen ja eh geschnitten werden, kannst Du nicht viel verlieren,
mach ruhig mal einige Experimente und wundere Dich, wie einfach man
Rosen vermehren kann und erfreue Dich an wurzelechten Teilen. Leider
kann man die Methode bei bestimmten Edel-Rosen vergessen, besonders
Teehybriden sind so nicht vermehrbar, weil die derart überzüchtet
sind, daß sie schon kein vernünftiges eigenes Wurzelsystem aufbauen
können.


Noch ein Tip: siehst Du im Blumengeschäft langstielige Rosen, kauf
einfach mal zwei oder drei, schneide unteren 10 cm ab, oben den Rest
(jaja, inkl. Blüte, die kann man ja trotzdem noch in Wasser stellen)
sodaß Du Deine 30 cm Steckling erhältst und versuch es damit. Chancen
sind immerhin ca. 40% mit Haube.

Und überleg mal: einen Rosenstrauch aus einer Schnittblume (!) ;-)
Glaubt Dir niemand ;-)

FFPX Frederick

--
Die meisten Menschen pflegen im Kindesalter vom Zeigen auf Gegenstaende
(Mausbewegung) und "ga" sagen (Mausklick) abzukommen, zugunsten eines
maechtigeren und langwierig zu erlernenden Tools (Sprache).
[Achim Linder in de.comp.os.unix.linux.misc]

Michael Wolf

unread,
Apr 8, 2002, 3:46:50 AM4/8/02
to
Frederick Page <fp...@fuckmicrosoft.com> writes:

Hallo,

> Kathinka Diehl <kath...@rrr.de> wrote:
>
> >>Hosta (früher Funkie)
>
> >Sieh mal einer guck. Ich hab davon gerade fünf Stück gekauft, aber
> >als Funkien.
>
> Im hiesigen Gartencenter laufen die auch noch als "Funkien". Was kaum

Da haben wir mal wieder den Salat! :)
Für solche Irrtümer hat der schlaue Herr Linne die binomische
Nomenklatur eingeführt. D.h., wenn ich von Hosta sieboldii rede, weiss
jeder Gärtner was ich meine, mit den deutschen Bezeichnungen ist es halt
eine Krux.

> In der Nähe von Amsterdam gibt es einen Spezialbetrieb der auch über
> 800 Sorten im Schaugarten hat (weiß leider den Namen nicht auswendig,
> aber über die Links von Hostafreunden sollte das zu finden sein).

Weiss nicht ob es der ist:
http://www.hostalibrary.org/
aber da gibts auch ne Menge Sorten.

MfG
Michael Wolf
--
http://www.la-wolf.de

Gerd Krug

unread,
Apr 6, 2002, 8:26:00 PM4/6/02
to
D-Go...@T-Online.de meinte am 05.04.02
zum Thema "Re: Blauregenproblem":

Hallo Dieter,

[Wisteria floribunda]

> das ist die japanische Schwester vom chinesischen Blauregen(Wisteria

> sinensis). Weiss jemand den Unterschied?

meines Wissens (ich koennte vorn am Haus nochmal nachschauen):
Bluehzeitpunkt + "Drehrichtung" + Farbintensitaet + Bluetentraubenform

-> Gruesse aus meinem kleinen Gartenhaeuschen, Gerd

Ulrike Pasching

unread,
Apr 8, 2002, 7:11:29 AM4/8/02
to

Frederick Page <fp...@fuckmicrosoft.com> schrieb

[Interessantes und Wichtiges über Rosenvermehrung aus Stecklingen]

Hallo Frederick,

ganz, ganz herzlichen Dank! Ich habe nämlich schon längst eine Rose im
Auge, von der ich gerne einen Steckling hätte! Auch bei Schnittrosen
habe ich es nämlich schön öfter vergeblich probiert.

Nochmals danke

Gruß Ulli

Horst Hollensteiner

unread,
Apr 8, 2002, 3:06:58 PM4/8/02
to
Hallo Frederick,

Frederick Page schrieb am 8 Apr 2002 01:51:45 +0200:

>Such mal bei Google nach "hosta nigrescens" mit ihren oben bläulichen,
>auf der Unterseite silbernen Blättern, straff aufrechter Wuchs (!),
>ein Bild einer Hosta.

Die hat leider nur einen Sommer bei mir gehalten. Die Blätter sind im
letzten Winter abgefroren und bis jetzt ist nichts, aber auch gar
nichs nachgekommen. Ich habe bisher noch keine Erfahrungen mit
Hosta`s, kommt sie noch?

Grüße aus dem südlichen Münsterland
Horst

--

FAQ de.rec.garten:
http://home.t-online.de/home/r.gutzki/

Frederick Page

unread,
Apr 8, 2002, 12:04:51 PM4/8/02
to
Michael Wolf <m...@la-wolf.de> wrote:

>>Im hiesigen Gartencenter laufen die auch noch als "Funkien".

>Da haben wir mal wieder den Salat! :)


>Für solche Irrtümer hat der schlaue Herr Linne die binomische
>Nomenklatur eingeführt. D.h., wenn ich von Hosta sieboldii rede, weiss
>jeder Gärtner was ich meine, mit den deutschen Bezeichnungen ist es halt
>eine Krux.

Ärgerlich ist aber schon, daß auch die lateinischen Namen ständig
wechseln. Wenigstens kann man damit aber auch im Ausland Pflanzen
kaufen, denn ich hätte null Ahnung, was "Hosta" z.B. auf
niederländisch wäre. Und gerade wo ich mich an die "Montbretia"
gewöhnt hatte, heißt das Ding jetzt auf einmal "Crocosmia", wovon es
auch zig Sorten gibt, von winterharten bis hin zu südafrikanischen
(die natürlich keinen hiesigen Winter mitmachen, dafür aber schönere
und größere Blüten haben).

>Weiss nicht ob es der ist:
>http://www.hostalibrary.org/
>aber da gibts auch ne Menge Sorten.

Die haben IMHO auch nen Link zur Spezialzüchterei nahe Amsterdam. Ich
wollte da dieses Jahr auf jeden Fall mal hinfahren.

FFPX Frederick

--
VirusScan 1.0: Windows found! Remove it? (Y/N)

Frederick Page

unread,
Apr 8, 2002, 12:01:22 PM4/8/02
to
Kathinka Diehl <kath...@rrr.de> wrote:

>>Eigentlich kannst Du jede im Topf gekaufte Hosta direkt in 4 Stück

>>teilen (...)

>Hab ich gerade mal versucht, aber ich krieg sie ohne Messer nicht
>auseinander.

Das ist richtig, ich schrieb ja auch im vorigen Artikel, daß man mit
dem Messer oben am Wurzelhals trennen solle und die so erhaltenen
Stücke vorsichtig auseinander zupft.

>Und die Funkien stehen an der Nordseite des Hauses, neben den Farnen,
>wo sie nur abends Sonne bekommen.

Das ist optimal, Hostas sind wirklich recht hart und sollten jeglichen
hiesigen Winter mitmachen, auch in rauhen Gegenden. Sie sind für
US-Zone 4 deklariert und wachsen locker im hohen Kanada (die haben
andere Winter als wir).

FFPX Frederick

--
DOS = Defective Operating Simulator

Frederick Page

unread,
Apr 8, 2002, 12:32:26 PM4/8/02
to
"Ulrike Pasching" <ulrike....@aon.at> wrote:

>ganz, ganz herzlichen Dank!

Gern geschehen.

>Ich habe nämlich schon längst eine Rose im Auge, von der ich gerne
>einen Steckling hätte! Auch bei Schnittrosen habe ich es nämlich
>schön öfter vergeblich probiert.

Du weißt im Prinzip schon alle Grundregeln, Du hast mir geschrieben,
daß beim Umsetzen von Rosen wichtig ist, daß sie nicht austrocknen.
Genau daher wird der Steckling tief gesetzt. Die zwei Blätter sollte
man wie gesagt vor direkter Sonne schützen und mit Plastikbeutel und
Gummiband für Treibhausklima die ersten knapp 4 Wochen sorgen.

Das Entfernen der Stacheln und restlichen Blätter wegen Fäulnisgefahr.
Und leicht holzige Stecklinge nehmen, weil die genügend Substanz und
Kraft für den Neuaustrieb, bzw. die Wurzelbildung haben. Ist alles
eigentlich ganz logisch ;-)


Ich hab übrigens letztes Jahr Ende Oktober (!) einen Steckling einer
Rosa gallica officinalis vom Straßenrand "geborgt", in einen tiefen
Rosentopf rein, und dann in den frostfreien Keller gestellt. Ist
oberirdisch komplett ausgetrocknet (Ballen war immer feucht) und als
ich sie gestern eigentlich wegwerfen wollte, hab ich zarten
Neuaustrieb entdeckt. Also nicht so schnell aufgeben ;-)

Ich hab höchsten Respekt vor dieser Sorte, mag nicht so ansehnlich wie
Edelrosen sein, aber meine Güte, was halten die Dinger aus. Stehen am
Straßenrand auf stark verdichtetem Boden in schmalem Spalt zwischen
Bürgersteig und asphaltierter Fahrbahn. Im Sommer gießt natürlich kein
Mensch, der Boden ist knochentrocken, im Herbst fährt die Stadt mit
einer Art elektrischer Schere drüber und rasiert einfach auf 30 cm ab,
im Winter werden sie mit Streusalz vom fahrenden Verkehr
vollgespritzt. Aber sind nicht totzukriegen. Und ab und an fahren
Idioten noch mit dem Reifen halb drüber.

Das verdient wirklich ein Plätzchen bei mir ;-)

FFPX Frederick

--
Why did god create man?
Because a vibrator can't mow the lawn or mend the car.

Ulrike Pasching

unread,
Apr 8, 2002, 4:42:34 PM4/8/02
to

Frederick Page <fp...@fuckmicrosoft.com> schrieb

> Ich hab übrigens letztes Jahr Ende Oktober (!) einen
> Steckling einer Rosa gallica officinalis vom Straßenrand
> "geborgt", in einen tiefen Rosentopf rein, und dann in
> den frostfreien Keller gestellt. Ist oberirdisch komplett
> ausgetrocknet (Ballen war immer feucht) und als
> ich sie gestern eigentlich wegwerfen wollte, hab ich zarten
> Neuaustrieb entdeckt. Also nicht so schnell aufgeben ;-)

Hallo Frederick,

am meisten bewundere ich diese Rose, wenn sie im Mittelstreifen der
Autobahn wächst und blüht.

Gruß und nochmals Dank
Ulli


Astrid Schleicher

unread,
Apr 9, 2002, 12:21:46 AM4/9/02
to
Horst Hollensteiner schrieb:

>>Such mal bei Google nach "hosta nigrescens" [...]


>
>Die hat leider nur einen Sommer bei mir gehalten. Die Blätter sind im
>letzten Winter abgefroren und bis jetzt ist nichts, aber auch gar
>nichs nachgekommen. Ich habe bisher noch keine Erfahrungen mit
>Hosta`s, kommt sie noch?

Wird wohl. Ich habe letztes Jahr eine Goldrandfunkie an die kalte
schattige Nordseite gepflanzt, die zeigt sich auch noch nicht, ich
finde nicht einmal mehr die genaue Pflanzstelle. Eine ältere, die wohl
füher unter Tannen gepflanzt wurde und jetzt recht sonnig steht, zeigt
gerade die ersten Triebspitzen.

Liebe Grüße
Astrid

Frederick Page

unread,
Apr 8, 2002, 7:14:52 PM4/8/02
to
Horst Hollensteiner <horst.hol...@planet-interkom.de> wrote:

[Hosta nigrescens]

>Die hat leider nur einen Sommer bei mir gehalten. Die Blätter sind im
>letzten Winter abgefroren

Das ist normal, die Blätter sterben/frieren ab, es überwintern nur die
Rhizome im Boden.

>und bis jetzt ist nichts, aber auch gar nichs nachgekommen.

Also hier stecken die Hostas die Köpfe wieder raus. Ich weiß nicht wo
Du wohnst, hier in Aachen war es die letzten Wochen recht mild und nur
gelegentlich ganz leichte Nachtfröste.

>Ich habe bisher noch keine Erfahrungen mit Hosta`s, kommt sie noch?

Hostas sind ziemlich hart und wachsen noch in deutlich rauheren Lagen
als Germany. In extrem nassen Lehmboden können sie aber schonmal
wegfaulen, sie mögen gerne gute Drainage.

FFPX Frederick

--
Constipated people don't give a crap.

Horst Hollensteiner

unread,
Apr 11, 2002, 1:07:07 PM4/11/02
to
Hallo Frederick,

Frederick Page schrieb am 9 Apr 2002 01:14:52 +0200:

>Also hier stecken die Hostas die Köpfe wieder raus. Ich weiß nicht wo
>Du wohnst,

steht bei mir in der Grußformel ;-)

>hier in Aachen war es die letzten Wochen recht mild und nur
>gelegentlich ganz leichte Nachtfröste.

mit den Frösten sieht es hier auf dem platten Land etwas anders aus,
in den letzten 2 Wochen bis -6 Grad C, in den letzten Tagen bis -3,5
Grad.


>
>>Ich habe bisher noch keine Erfahrungen mit Hosta`s, kommt sie noch?
>
>Hostas sind ziemlich hart und wachsen noch in deutlich rauheren Lagen
>als Germany. In extrem nassen Lehmboden können sie aber schonmal
>wegfaulen, sie mögen gerne gute Drainage.

Dann dürften sie sich bei unseren Sandböden ja wohlfühlen.

Frederick Page

unread,
Apr 11, 2002, 7:34:25 PM4/11/02
to
Horst Hollensteiner <horst.hol...@planet-interkom.de> wrote:

>>hier in Aachen war es die letzten Wochen recht mild und nur
>>gelegentlich ganz leichte Nachtfröste.

>mit den Frösten sieht es hier auf dem platten Land etwas anders aus,
>in den letzten 2 Wochen bis -6 Grad C, in den letzten Tagen bis -3,5
>Grad.

Auweia, hier sind es tagsüber ca. 15 Grad, nachts um die 2 bis 4
(plus). Da wundert mich nicht, daß Deine Hostas noch schlafen. Da Du
sie immer noch wegwerfen kannst, würde ich noch ca. 4 Wochen warten,
dann sollte sich da was regen.

>Dann dürften sie sich bei unseren Sandböden ja wohlfühlen.

Da habe ich keine Bedenken, Geduld ist eine Grundtugend des Gärtners ;-)

FFPX Frederick

--
Why do men love computers?
No matter what mood they're in, they can still get a floppy in.

Annette Riech

unread,
Apr 12, 2002, 2:10:29 PM4/12/02
to
On 8 Apr 2002 18:32:26 +0200, Frederick Page <fp...@fuckmicrosoft.com>
wrote:

>"Ulrike Pasching" <ulrike....@aon.at> wrote:
>
>>ganz, ganz herzlichen Dank!
>
>Gern geschehen.
>
>>Ich habe nämlich schon längst eine Rose im Auge, von der ich gerne
>>einen Steckling hätte! Auch bei Schnittrosen habe ich es nämlich
>>schön öfter vergeblich probiert.
>
>Du weißt im Prinzip schon alle Grundregeln, Du hast mir geschrieben,
>daß beim Umsetzen von Rosen wichtig ist, daß sie nicht austrocknen.
>Genau daher wird der Steckling tief gesetzt. Die zwei Blätter sollte
>man wie gesagt vor direkter Sonne schützen und mit Plastikbeutel und
>Gummiband für Treibhausklima die ersten knapp 4 Wochen sorgen.

Empfehlung: große Gurkengläser nehmen, und man sollte alles, was man
als Rose im Garten haben will, weil man es schön findet, also
Geburtstagssträuße z. B. nicht wegwerfen, sondern immer versuchen, als
Steckling zu kultivieren, klappt öfter, als man denkt! Viel Glück
wünscht Annette
>

0 new messages