"Blue Prince" (männlich, gut geeignet)
"Alaska" (männlich, Eignung im Vergleich zu Blue Prince?)
"J.C. van Tol" (Zwitter; Eignung im Vergleich zu oben genannten?)
Gibt es weitere Möglichkeiten? Welche sind ggf. ebenfalls für die
Kübelbepflanzung geeignet? Wie sieht das Preisverhältnis dieser Sorten
zueinander aus? In welchem Abstand sollten die Pflanzen zueinander
stehen, bzw. kann man sagen: optimal nur direkt nebeneinander, bis x
Meter noch guter Beerenansatz, ab x Meter aussichtslos? Wie erfolgt
überhaupt die Befruchtung, durch Wind oder Insekten? Ist es
möglich/sinnvoll, z.B. eine "Blue Prince" (die ich für gut DM 20,-
angeboten gesehen habe) in eine gemischte (Wild-) Hecke zu bepflanzen
und durch Beschneidung relativ schmal zu halten? Falls ja und die
Entfernung kritisch ist, reicht es aus, dann einzelne Zweige zwecks
Befruchtung abzuschneiden und in/neben die "Golden King" zu stecken?
Falls ja, in welchem Zeitraum?
Hallo Stefan,
nachdem dazu keiner was meinte, meine halt ich was...:-)
>Zu einem einzelnen Ilex "Golden King" (also weiblich) im Kübel fehlt
>uns noch die passende "Bebeerungsmöglichkeit". In Frage kommen nach
>Studium u.a. dieser Gruppe:
>
>"Blue Prince" (männlich, gut geeignet)
>"Alaska" (männlich, Eignung im Vergleich zu Blue Prince?)
>"J.C. van Tol" (Zwitter; Eignung im Vergleich zu oben genannten?)
Um die Zwittrigkeit oder Einhäusigkeit oder Zweihäusigkeit von Ilex
schein es mehr Wirrwarr als Klarheit zu geben.
Aber vielleicht hilft dir weiter, was kürzlich Martin Endrich hierzu
schrieb:
"So gibt es bei Ilex x meservae männliche (Blue Prince(R)) und
weibliche Sorten (Blue Princess (R), Blue Angel(R)), Ilex crenata
ist einhäusig (hat allerdings nur unscheinbare schwarze Früchte),
Ilex aquifolium gibt es mit männlichen (Alaska, zur allgemeinen
Verwirrung beschreiben einige Kataloge Alaska mit scharlachroten
Früchten) und weiblichen Sorten im Handel (Atlas, I.C. van Tol,
Pyramidalis, Argenta Marginata, Silver Queeen, Golden Tool), bei
anderen fruchtenden Sorten (z.B. Pyramidalis Aurea Marginata,
Rubicaulis Aurea) fehlt eine Angabe des Geschlechtes.
Bärtels erklärt die sekundäre Zweihäusigkeit bei Ilex wie folgt:
"Durch die Verkümmerung eines Geschlechtes meistens 2häusig, selten
polygam (...) Staubblätter in den weiblichen Blüten steril und zu
Staminodien verkümmert, Fruchtknoten oberständig (...), wie die
Narbe bei den männlichen Blüten verkümmert."
Als guter Pollenspender (auch für die aquifolium-Sorten) wird Ilex x
meservae 'Blue Prince (R)' empfohlen."
> In welchem Abstand sollten die Pflanzen zueinander
>stehen, bzw. kann man sagen: optimal nur direkt nebeneinander, bis x
>Meter noch guter Beerenansatz, ab x Meter aussichtslos? Wie erfolgt
>überhaupt die Befruchtung, durch Wind oder Insekten?
Ein typischer Windbestäuber dürfte Ilex nicht sein. Insekten
diverser Art dürften hier wohl das Sagen haben. Somit ist es kaum
notwendig, sie unmittelbar nebeneinander zu pflanzen.
>Falls ja und die
>Entfernung kritisch ist, reicht es aus, dann einzelne Zweige zwecks
>Befruchtung abzuschneiden und in/neben die "Golden King" zu stecken?
>Falls ja, in welchem Zeitraum?
Da willst du dich zu sehr in die Natur einmischen. An Booten mit
Blütenstaub sollte es nicht fehlen. Eher könnte es schon an
zueinander passenden Befruchtersorten hapern.
Beste Grüße G e r h a r d
> Um die Zwittrigkeit oder Einhäusigkeit oder Zweihäusigkeit von Ilex
> schein es mehr Wirrwarr als Klarheit zu geben.
Dabei wird es wohl noch bleiben ;-)
> Aber vielleicht hilft dir weiter, was kürzlich Martin Endrich hierzu
> schrieb:
>
> "So gibt es bei Ilex x meservae männliche (Blue Prince(R)) und
> weibliche Sorten (Blue Princess (R), Blue Angel(R)), Ilex crenata
> ist einhäusig (hat allerdings nur unscheinbare schwarze Früchte),
> Ilex aquifolium gibt es mit männlichen (Alaska, zur allgemeinen
> Verwirrung beschreiben einige Kataloge Alaska mit scharlachroten
> Früchten) und weiblichen Sorten im Handel (Atlas, I.C. van Tol,
> Pyramidalis, Argenta Marginata, Silver Queeen, Golden Tool), bei
> anderen fruchtenden Sorten (z.B. Pyramidalis Aurea Marginata,
> Rubicaulis Aurea) fehlt eine Angabe des Geschlechtes.
Hm, ich hatte mindestens zwei Quellen gefunden, wo beschrieben wird, daß
J.C. van Tol *meistens* zwittrig ist, eine Zeitschrift und
http://www.eggert-baumschulen.de/ilic.htm
> Ein typischer Windbestäuber dürfte Ilex nicht sein. Insekten
> diverser Art dürften hier wohl das Sagen haben. Somit ist es kaum
> notwendig, sie unmittelbar nebeneinander zu pflanzen.
Das ist doch eine hilfreiche Aussage, danke.
> >Falls ja und die
> >Entfernung kritisch ist, reicht es aus, dann einzelne Zweige zwecks
> >Befruchtung abzuschneiden und in/neben die "Golden King" zu stecken?
> >Falls ja, in welchem Zeitraum?
>
> Da willst du dich zu sehr in die Natur einmischen.
Wieso würdest du das im geschilderten Besispiel als problematisch
ansehen?
> An Booten mit Blütenstaub sollte es nicht fehlen.
Also Boote habe ich in unserem Garten noch nicht gesehen; ein hübscher
Dreckfühler, äh, Vertipper ;-))) Dafür gibt's aber genügend Wildwuchs
und Blütenpflanzen, -sträucher, -bäume, daß Insekten als Boten fungieren
können ;-)
> Eher könnte es schon an zueinander passenden Befruchtersorten hapern.
Das war ja gerade meine Frage, danke für die Tipps.
Sent via Deja.com
http://www.deja.com/
Hallo Stefan,
>> >Falls ja und die
>> >Entfernung kritisch ist, reicht es aus, dann einzelne Zweige zwecks
>> >Befruchtung abzuschneiden und in/neben die "Golden King" zu stecken?
>> >Falls ja, in welchem Zeitraum?
>>
>> Da willst du dich zu sehr in die Natur einmischen.
>Wieso würdest du das im geschilderten Besispiel als problematisch
>ansehen?
problematisch wäre das nicht.
Aber halt unnötig.
nachdem du mich persönlich angesprochen hast, hier noch eine kurze Ergänzung -
ob sie mehr Licht ins Dunkel bringt wage ich zu bezweifeln!
stefan....@gmx.de (Stefan Beckmann) wrote:
>>> Um die Zwittrigkeit oder Einhäusigkeit oder Zweihäusigkeit von Ilex
>>> schein es mehr Wirrwarr als Klarheit zu geben.
>>Dabei wird es wohl noch bleiben ;-)
>>
>>> Aber vielleicht hilft dir weiter, was kürzlich Martin Endrich hierzu
>>> schrieb:
>>> Ilex aquifolium gibt es mit männlichen (Alaska, zur allgemeinen
>>> Verwirrung beschreiben einige Kataloge Alaska mit scharlachroten
>>> Früchten) und weiblichen Sorten im Handel (Atlas, I.C. van Tol,
>>Hm, ich hatte mindestens zwei Quellen gefunden, wo beschrieben wird, daß
>>J.C. van Tol *meistens* zwittrig ist, eine Zeitschrift und
>>http://www.eggert-baumschulen.de/ilic.htm
>Ich weiß jetzt nicht mehr genau, ob ich auch noch an anderer Stelle
>etwas gefunden hatte, aber in der Zeitschrift kraut&rüben 12/2000 S.44
>wird u.a. auf Ilexzwitter hingewiesen (der bei Anwesenheit einer
>weiteren, männlichen Sorte aber noch reicher fruchten würde).
>Sortennamen werden dazu nicht genannt.
Leider liegt mir der Artikel aus 'Kraut und Rüben' nicht vor. Dass keine
Sortennamen genannt wurden, spricht nicht gerade für eine genaue Recherche.
Die Literatur ist und bleibt widersprüchlich. Baumschulkataloge sind oftmals
Informationen aus zweiter Hand, als verlässliche Quelle deshalb nicht unbedingt
zu gebrauchen. Das BdB-Handbuch (Teil 1, Laubgehölze) führt 'I.C. van Tol' als
getrenntgeschlechtlich und zweihäusig. Rohloff/Bärtels (Gartenflora Band 1,
Gehölze) nennt bei 'I.C. van Tol' die weibliche Form, die sich durch eine mehr
oder weniger bedornte Belaubung auszeichnen soll, eben dies bestreitet die
Botanica. Nach Berg/Heft (Rhododendron und immergrüne Laubgehölze) handelt es
sich bei 'I.C. van Tol' um eine Sorte, die früher unter dem Namen Ilex aquifolium
var. laevigata polycarpa (=vielfrüchtig) bekannt war. Die PIPS-Datenbank (FH-
Weihenstephan) bemerkt: ‚besonders reichfruchtend, auch ohne männliche Sorte’,
was zum einen impliziert, dass es nur eine Geschlechtsform gibt und zum anderen,
dass ‚I.C. van Tol’ zwittrig sein muß – es sei denn, es würden sich auch ohne
Befruchtung Beeren bilden.
Da hilft nur die Untersuchung am lebenden Objekt – immer vorausgesetzt, dass es
sich bei der erworbenen Sorte tatsächlich um eine echte ‚J.C. van Tol’ handelt.
Viel Erfolg wünscht Martin Endrich
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