Ich habe auf meinem Balkon eine Fuchsia (Art:???), ein kleines
Bäumchen, ca. 1.20m hoch. Beim gestrigen Sturm sind einige Äste
abgebrochen. Kann ich die als Stecklingen verwenden? Wenn ja, soll ich
sie zuerst ins Wasser stellen oder direkt in die Erde rein? Ist es
besser, die noch vorhandenen Blütenknospen zu entfernen?
Ich habe vor einigen Wochen probehalber einige kleine Zweige (ca.
10cm) in ein Glas mit Wasser gestellt; diese haben inzwischen
Wurzeln(?) gebildet, sehen allerdings eher aus wie kleine,
weiss-transparente Blätter. Kann ich die jetzt auspflanzen?
TIA, Dani
--
Wenn du glaubst, am Ende des Tunnels endlich Licht zu erblicken,
ist es meistens ein anderer Zug, der dir entgegenkommt...
http://homepage.swissonline.net/d.hofstetter/
> Ich habe auf meinem Balkon eine Fuchsia (Art:???), ein kleines
> Bäumchen, ca. 1.20m hoch. Beim gestrigen Sturm sind einige Äste
> abgebrochen. Kann ich die als Stecklingen verwenden?
Ja. Fuchsien sind sehr leicht mit Stecklingen zu vermehren.
>Wenn ja, soll ich
> sie zuerst ins Wasser stellen oder direkt in die Erde rein? Ist es
> besser, die noch vorhandenen Blütenknospen zu entfernen?
Nein, direkt in die Erde. Die Blütenknospen soltest du entfernen, um das
Wachstum zu fördern. Es werden auch in den nächsten Wochen noch
Blütenknospen an den Stecklingen erscheinen, die du entfernen solltest.
> Ich habe vor einigen Wochen probehalber einige kleine Zweige (ca.
> 10cm) in ein Glas mit Wasser gestellt; diese haben inzwischen
> Wurzeln(?) gebildet, sehen allerdings eher aus wie kleine,
> weiss-transparente Blätter. Kann ich die jetzt auspflanzen?
Wie gesagt, du hättest sie gleich in Substrat stecken können. Wenn sie noch
nicht eingegangen sind kannst du sie einpflanzen.
MfG
André
"André Heinek" <a.he...@web.de> schrieb:
[...]
>Wie gesagt, du hättest sie gleich in Substrat stecken können. Wenn sie noch
>nicht eingegangen sind kannst du sie einpflanzen.
>
Sie leben noch... :-)
Vielen Dank für die prompte Antwort. Ich werde mich gleich an die
Arbeit machen!
Gruss, Dani
>Beim gestrigen Sturm sind einige Äste
>abgebrochen. Kann ich die als Stecklingen verwenden?
Klar, aber bitte das Übliche beachten: unterhalb eines Vegetations
Punktes *sauber* abschneiden, alle Blätter abmachen, die unterirdisch
wären (verrotten nur und begünstigen Wurzel Fäulnis). Du mußt einen
Kompromiß finden: läßt Du zuviele Blätter am Steckling, verdunstet
mehr Feuchtigkeit, als durch die Schnittstelle (er hat ja noch keine
Wurzeln) aufgenommen werden kann. Läßt Du zuwenige Blätter, kann der
Steckling keine Photosynthese machen, sprich nicht wachsen/leben.
>oder direkt in die Erde rein?
Genau das. Nimm ein stark torfhaltiges Substrat, leicht feucht halten
(nicht dauernaß). Für optimale Ergebnisse kannst Du gleich noch einen
Gefrierbeutel drüber stülpen und natürlich nicht in die Sonne stellen,
aber Fuchsien mögen eh keine pralle Sonne.
>Ist es besser, die noch vorhandenen Blütenknospen zu entfernen?
Auf jeden Fall. Diese kosten zuviel Kraft, die die Pflanze dringend
zur Heilung (sprich Wurzelbildung) braucht.
>Ich habe vor einigen Wochen probehalber einige kleine Zweige (ca.
>10cm) in ein Glas mit Wasser gestellt; diese haben inzwischen
>Wurzeln(?) gebildet, sehen allerdings eher aus wie kleine,
>weiss-transparente Blätter. Kann ich die jetzt auspflanzen?
Ja. Je länger Du wartest, desto schwieriger die Umstellung: im Glas
hat die Pflanze Wasserwurzeln gebildet, die sehr fein sind und beim
Herausnehmen zusammenpappen. Beim Einsetzen in Erde kann die Pflanze
mit diesen (verklebten) Wasserwurzeln fast nichts mehr anfangen und
muß nochmals neue Wurzeln (diesmal Erdwurzeln) bilden, welche deutlich
kräftiger sind, Du kennst ja die Erdwurzeln, wenn Du mal etwas
umtopfst. Wer Hydro mag, kennt auch den Unterschied zwischen Erd- und
Wasserwurzeln.
Die Bewurzelung in Wasser hat nur den Vorteil, daß die Chance auf
Fäulnis gering ist. Bei z.B. Aralien (kräftige Wurzeln) verpappen die
Wasserwurzeln auch nicht miteinander, wenn in Erde getopft wird, bei
Fuchsie, Buntnessel, etc. ist das leider anders.
Fäulnis gibt es aber praktisch auch nie in reinem Torf oder
entsprechendem Torf-/Sandgemisch oder erdlosem Substrat (geriebene
Kokosschalen, Baumrinde, etc.), das hat aber den Vorteil, daß sich
gleich Erdwurzeln bilden, die zudem recht kräftig ausfallen, weil das
Substrat relativ nährstoffarm ist. Sprich man hat deutlich bessere
Ergebnisse durch solches Substrat.
Es gibt sogar spezielle Torf-Tabletten (gepreßt), die sind mit einer
Art "Strumpf" umhüllt, wenn man die 24 Std in Wasser legt, quellen sie
auf und man kann gleich den Steckling reinstecken.
Gleich vorgedüngte nährstoffreiche Blumenerde mit viel organischem
Anteil ist nicht zum Bewurzeln zu empfehlen, falls Du keine spezielle
Erde kriegst, nimmst Du besser Kakteen-Erde im Mini-Töpfchen, das
Ganze geht dann nach Anwachsen der Pflanze in normale Blumenerde.
FFPX Frederick
--
How many roads must a man travel down before he admits he is lost?
Hallo Frederick,
>Klar, aber bitte das Übliche beachten: unterhalb eines Vegetations
>Punktes *sauber* abschneiden, alle Blätter abmachen, die unterirdisch
>wären (verrotten nur und begünstigen Wurzel Fäulnis). Du mußt einen
>Kompromiß finden: läßt Du zuviele Blätter am Steckling, verdunstet
>mehr Feuchtigkeit, als durch die Schnittstelle (er hat ja noch keine
>Wurzeln) aufgenommen werden kann. Läßt Du zuwenige Blätter, kann der
>Steckling keine Photosynthese machen, sprich nicht wachsen/leben.
der Kompromiss lässt sich noch etwas toppen:
Zunächst weniger Verdunstungsfläche hat man auch dann, wenn man ein paar
Blätter mehr am Steckling lässt, die Blätter selbst aber auf ein Drittel
ihrer Fläche reduziert. Das Dritteln der Blätter kann man auch schon ein
paar Tage vor dem Schneiden der Stecklinge besorgen, so dass die
Schnittfläche schon wieder geschlossen ist.
Hat der Steckling die Anlaufschwierigkeiten überwunden, wird er aus den
zusätzlich verbliebenen Blattachselns zusätzlich neue Blätter für
zusätzliche Photosynthese treiben können.
Beste Grüße G e r h a r d
Mit (hoffentlich) grünem Daumen, Dani
--
Early worm escapes the bird.
http://homepage.swissonline.net/d.hofstetter/
>Zunächst weniger Verdunstungsfläche hat man auch dann, wenn man ein paar
>Blätter mehr am Steckling lässt, die Blätter selbst aber auf ein Drittel
>ihrer Fläche reduziert. Das Dritteln der Blätter kann man auch schon ein
>paar Tage vor dem Schneiden der Stecklinge besorgen, so dass die
>Schnittfläche schon wieder geschlossen ist.
Interessanter Ansatz, kannte ich noch nicht. Rein vom Gefühl her würde
ich ungern eine Pflanze gleich mehrfach verletzen (Blätter schneiden,
Steckling abmachen).
>Hat der Steckling die Anlaufschwierigkeiten überwunden, wird er aus den
>zusätzlich verbliebenen Blattachselns zusätzlich neue Blätter für
>zusätzliche Photosynthese treiben können.
Ist das gegenüber der anderen Methode (weniger Blätter lassen, diese
dann aber vollständig) ein Vorteil? Wenn der Steckling Wurzeln hat,
dann würde er ja normal auch beim Hochwachsen eh neue Blätter bilden.
FFPX Frederick
--
They are a perfect couple:
He is a proctologist and she is a pain in the ass.
Hallo Frederick,
>Ist das gegenüber der anderen Methode (weniger Blätter lassen, diese
>dann aber vollständig) ein Vorteil? Wenn der Steckling Wurzeln hat,
>dann würde er ja normal auch beim Hochwachsen eh neue Blätter bilden.
das wird man nicht so ohne weiteres ausloten können u mag bei
verschiedenen Pflanzen unterschiedlich sein.
Ich habe zB Phlox vermehrt u jeweils nur ein Drittel von einem Blattpaar
als Grün belassen u das dann noch unter gespannter Luft - nach Köhlein -
u siehe da, es hat geklappt.