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Spinnenmilben wirksam bekämpfen

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Nexus

unread,
Oct 26, 1999, 3:00:00 AM10/26/99
to
Hallo Hobbygärtner,

ich bin mir im klaren, daß ich mit diesem Thema nicht ganz den üblichen
Inhalt dieser Newsgroup treffe, aber eine entsprechende NG habe ich leider
noch nicht gefunden.

Problem:
Bei unseren Zimmerpflanzen kann ich überall große Mengen von Spinnenmilben
feststellen --> um diese zu beseitigen habe ich schon viele handelsübliche
Insektenmittel ausprobiert. Allerdings hat leider keines eine längerfristig
erfolgreiche Wirkung gezeigt.

Kann mir jemand weiterhelfen ??

Tschau
Daniel

Ursula Dietz

unread,
Oct 27, 1999, 3:00:00 AM10/27/99
to

Nexus schrieb in Nachricht <7v4ghd$jhl$1...@fu-berlin.de>...
>Hallo Hobbygärtner,

>
>Bei unseren Zimmerpflanzen kann ich überall große Mengen von Spinnenmilben
>feststellen --> um diese zu beseitigen habe ich schon viele handelsübliche
>Insektenmittel ausprobiert. Allerdings hat leider keines eine längerfristig
>erfolgreiche Wirkung gezeigt.
>
Hi Daniel,

dieses Problem hatte ich auch mal. Allerdings sind mir fast alle Pflanzen
eingegangen. Meine Schwiegermutter schwört auf Glanzspray für Grünpflanzen.
Durch das Öl, so sagt sie haben die Viecher keine Angriffsfläche mehr. Ich
würde es ruhig mal versuchen. Viel Glück!

Gruss Ulle

irmgard neubauer

unread,
Oct 27, 1999, 3:00:00 AM10/27/99
to

Nexus <n...@schoenherr-elektronik.com> schrieb in im Newsbeitrag:
7v4ghd$jhl$1...@fu-berlin.de...
> Hallo Hobbygärtner,
>
> Problem:

> Bei unseren Zimmerpflanzen kann ich überall große Mengen von Spinnenmilben
> feststellen --> um diese zu beseitigen habe ich schon viele handelsübliche
> Insektenmittel ausprobiert. Allerdings hat leider keines eine
längerfristig
> erfolgreiche Wirkung gezeigt.
>
hallo daniel!
die spinnmilben kommen besonders gerne wenn die raumluft sehr trocken ist,
was ja während der heizperiode der fall ist. vorbeugend wirkt das tägliche
einnebeln der pflanzen (normales wasser ohne irgendwelche zusätze reicht).
direkt eingesprüht werden mögen nicht alle pflanzen, daher ist es
auch gut, einfach mit der sprühflasche durchs zimmer gehen, den raum
einnebeln und damit die zimmerfeuchtigkeit zu erhöhen - das ist auch für uns
menschen angenehm.
wenn die viecher aber schon da sind, dann ist das natürlich zuwenig.
am besten, du schneidest die betroffenen pflanzenteile _sofort_ ab; wenn
schon die ganze pflanze befallen
ist, hilft folgendes noch:
1) nimm einen kübel voll mit wasser
2) leg zwei bambusstaberln parallel zueinander quer über die kübelöffnung.
3) nimm die kranke pflanze und stell sie kopfüber hinein. das heisst, alle
grünen teile sind im wasser,
der topf samt erde bleibt heraussen - der wird auf die bambusstaberln
gestellt.
4) lass die pflanze mindestens eine halbe stunde da drin, ihr machts nichts,
und die viecher ertrinken.

ich hoffe, ich hab das verständlich erklären können, mit einer zeichnung
wärs leichter zum darstellen.:-)

wenn die pflanze zu gross für den eimer ist, stell sie unter die dusche und
brause sie lauwarm ab,
am besten mehrmals täglich. ich weiss, das ist alles etwas aufwendig, vor
allem wenn mehrere pflanzen betroffen sind, aber du musst aufpassen, dass
sich die spinnmilben nicht auf die anderen ausbreiten.
ich habs bis jetzt immer so gemacht und es hat funktioniert. am besten isses
natürlich wenns gar nicht
so weit kommt - deswegen immer brav sprühen!
der tip von ulrike mit dem blattglanzspray ist auch nicht schlecht, leider
vertragen diesen spray nicht alle pflanzen, manche reagieren da äusserst
beleidigt, es kann sein, dass du ihnen damit mehr schaden
als gutes tust.

gute besserung wünsch ich deinen pflanzies!
liebe grüsse irmgard

Andreas Ohr

unread,
Oct 27, 1999, 3:00:00 AM10/27/99
to
Hallo,

nach unserer Erfahrung wirken die meisten handelsüblichen Mittel nur
bedingt. Wir hatten ein Spinnmilbenproblem an unseren Kakteen (2.500 Stück).
Da leider alle alternativen Mittel (siehe die anderen Antworten) hier oft
nicht praktikabel sind, müssen wir zwangsweise mit Insektenmitteln ran
gehen. Es gibt ein relativ neues Mittel names "Kiron", dass mindergiftig für
den Menschen ist. Die einmalige Anwendung in unserem Gewächshaus zeigt auch
nach mehreren Wochen keinen weiteren Befall. Vorbeugende Maßnahmen
(feuchtere Raumluft) sind natürlich trotzdem anzuraten.

Grüße
Martina & Andreas
Echinocereus Online at http://www.echinocereus.de


Nexus schrieb in Nachricht <7v4ghd$jhl$1...@fu-berlin.de>...
>Hallo Hobbygärtner,
>

>ich bin mir im klaren, daß ich mit diesem Thema nicht ganz den üblichen
>Inhalt dieser Newsgroup treffe, aber eine entsprechende NG habe ich leider
>noch nicht gefunden.
>

>Problem:
>Bei unseren Zimmerpflanzen kann ich überall große Mengen von Spinnenmilben
>feststellen --> um diese zu beseitigen habe ich schon viele handelsübliche
>Insektenmittel ausprobiert. Allerdings hat leider keines eine längerfristig
>erfolgreiche Wirkung gezeigt.
>

Ernst F.

unread,
Oct 27, 1999, 3:00:00 AM10/27/99
to

Hi Daniel

Sorge für höhere Luftfeuchtigkeit. Vermeide (Durch-)Zug und setze Raubmilben aus.
Einen Lieferant im Interner den ich kenne:

http://www.biocontrol.ch

>Problem:
>Bei unseren Zimmerpflanzen kann ich überall große Mengen von Spinnenmilben
>feststellen --> um diese zu beseitigen habe ich schon viele handelsübliche
>Insektenmittel ausprobiert. Allerdings hat leider keines eine längerfristig
>erfolgreiche Wirkung gezeigt.

PS
Besitze keine Agroaktien.
Blattglanz nur bei hartlaubigen Planzen anwenden und keine direkte Sonnenstrahlen
zulassen.

Gärtnermeister
Ernst
--
_____________________________________________________________
NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de


Thomas Friedrich

unread,
Oct 28, 1999, 3:00:00 AM10/28/99
to
Hast das schon mal jemand gemacht? Wie sind die Erfahrungen?

Thomas

Gerhard Zahn

unread,
Oct 28, 1999, 3:00:00 AM10/28/99
to
Am Wed, 27 Oct 1999 11:39:14 +0200, schrieb "Andreas Ohr"
<Andre...@de.bosch.com> :

Hallo Andreas,


>nach unserer Erfahrung wirken die meisten handelsüblichen Mittel nur
>bedingt. Wir hatten ein Spinnmilbenproblem an unseren Kakteen (2.500 Stück).
>Da leider alle alternativen Mittel (siehe die anderen Antworten) hier oft
>nicht praktikabel sind, müssen wir zwangsweise mit Insektenmitteln ran
>gehen. Es gibt ein relativ neues Mittel names "Kiron", dass mindergiftig für
>den Menschen ist. Die einmalige Anwendung in unserem Gewächshaus zeigt auch
>nach mehreren Wochen keinen weiteren Befall.

Ist da Kiron überhaupt zugelassen? Ich lese nur etwas von Hopfen,
Obst, Reben, Zierpflanzen....
Sieht mir nach Freilandanwendung aus.
Hier ging's aber um Spinnmilbenbefall bei Zimmerpflanzen.

Weitere Anmerkungen:
Gefahrensymbol = Xi = Reizend!
Zum Schutz des Naturhaushaltes Anwendung in Kulturen nur bis zu einer
maximalen Höhe,
Anwendungshäufigkeit nach Gebrauchsanleitung,
das Mittel ist giftig für Algen,
das Mittel ist giftig für Fische u Fischnährtiere,
zu Oberflächengewässer sind 50 bzw. 100 m Abstand einzuhalten.

Von einer Anwendung in der Wohnung würde ich da heftig abraten, es sei
denn die zugehörige spezifizierte Gebrauchsanweisung besagt etwas ganz
frommes...

Beste Grüße G e r h a r d

Ernst F.

unread,
Oct 30, 1999, 3:00:00 AM10/30/99
to

Hoi kwil...@kdt.de (Konrad Wilhelm) wrote:

>Bei mir im Wintergarten hab ich dieses Frühjahr diese Killermilben
>drauf losgelassen. Die brauchen es aber sehr warm und feucht, geht in
>Wohnräumen vermutlich nicht.
>Die haben ganze Arbeit geleistet.

Killermilben kenne ich nicht. Aber es gibt Raubmilben, die fressen Spinnmilben.
Es gibt auch diverse andere "Nützlinge", die sich von "Schädlinge" ernähren. Aus
der Sicht des Schädling sind wohl die Nützlinge schädlich. ;-)

Ernst F.

Gerhard Zahn

unread,
Nov 2, 1999, 3:00:00 AM11/2/99
to
Am Sat, 30 Oct 1999 19:18:26 GMT, schrieb kwil...@kdt.de (Konrad
Wilhelm) :

Hallo Konrad u andere,
>Hatte im Wintergarten auf meinen Oleander massive Probleme.
>Hat gut geklappt.
>Man muss aber dafür sorgen, dass es den Raubmilben gut geht: warm und
>feucht. Über 22 C und über 65 % rel. Feuchte (wenn ich mich richtig
>erinnere).
hat noch jemand eine Gebrauchsanweisung für den Raubmilben-Einsatz?
Wäre sehr interessant.
Vor allem würde mich interessieren ob über 22 °C u mehr als 65 % rel.
Luftfeuchtigkeit für einen optimalen Einsatz erforderlich sind u ob es
Angaben dazu gibt, wie der mögliche Erfolg bei niedriger liegenden
Werten nachläßt.

Axel Merg

unread,
Nov 3, 1999, 3:00:00 AM11/3/99
to
On Thu, 28 Oct 1999 09:01:15 +0200, "Thomas Friedrich"
<Th_Fri...@t-online.de> wrote:

>Hast das schon mal jemand gemacht? Wie sind die Erfahrungen?

Ja, ich.

Und zwar im Gewaechshaus. Leider war der Erfolg nich so, wie ich ihn
erhofft habe. Zudem sind die Dinger recht teuer (ca. 27DM). Im
naechsten Jahr werd ich es wohl mit anderen Mitteln probieren. Ich hab
da noch von Ceraflor was auf Rapsoelbasis, was auch gegen Blattlaeuse
wirkt.
>
>Thomas

Gruss
Axel

Eva4tinto

unread,
Nov 6, 1999, 3:00:00 AM11/6/99
to
Für Erfolg oderNichtErfolg des Raubmilbeneinsatzes kommt es außer auf die
Temperatur (möglichst über 20 Grad) und Luftfeuchte (möglichst über 65 %) auch
auf das Räuber-Beute-Verhältnis drauf an. D.h. die Raubmilben sollen eingesetzt
werden, solange noch relativ wenig Spinnmilben vorhanden sind (sonst müßte man
ein Vielfaches an Raubmilben einsetzen, das wird teue)r. Optimal ist, wenn sich
ein Gleichgewicht einstellt zwischen Raubmilben und Spinnmilben, daß also von
beiden ein paar vorhanden sind, aber die Spinnmilben nie mehr überhand nehmen
können (die Tiere sind kleiner als ein Milimeter, man kriegt das also nur bei
geschultem Auge überhaupt mit, daß da noch was ist).
Wenn alle Blätter durch das Besaugen der Spinnmilben schon Aufhellungen zeigen,
ist es zu spät für einen Raubmilbeneinsatz. Man sollte seine Pflanzen
regelmäßig kontrollieren und bereits beim leichtesten SM-befall die Raubmilben
bestellen. Aber meistens merkt man es zu spät, zumindest bei einzelnen
Pflanzen. Man kann sich aber helfen, indem man mit einem nützlingsschonenden
Präparat wie Neudosan vor dem Ausbringen der Raubmilben (1 bis 2 Tage vorher)
spritzt. Dadurch werden die SM reduziert aber nicht ausgerottet (wenn man sie
mit Neudosan ausrotten will, muß man wiederholt spritzen ... ist dann aber
nicht gegen erneute Zuwanderungen gewappnet (daher ist das Ideal immer ein
paar Raubmilben und Spinnmilben im Gleichgewicht zu haben. Die Raubmilben
sterben aus, wenn gar keine Spinnmilben mehr da sind). Man sollte keine anderen
Spritzmittel nehmen, da diese meist schädliche Nachwirkungen haben, so daß die
Raubmilben auch nach 5 Wochen noch tot vom Stangerl fallen (z.B. bei
synthetischen Pyrethroiden wie Decis).
Sind die Raubmilben einmal ausgesetzt, sollte man gar nicht mehr spritzen ..
außer, wenn der Einsatz nicht geklappt haben sollte. Ich selbst habe jahrelange
Erfahrungen mit Raubmilbeneinsatz auf Gemüse- und Zierpflanzen und weiß, daß es
super klappt .. wenn man es richtig macht.

Eva :-)
http://www.hobbygarten.de

Ansgar Rahmacher

unread,
Nov 6, 1999, 3:00:00 AM11/6/99
to
> >Hast das schon mal jemand gemacht? Wie sind die Erfahrungen?

> Ja, ich.
>
> Und zwar im Gewaechshaus. Leider war der Erfolg nich so, wie ich ihn
> erhofft habe. Zudem sind die Dinger recht teuer (ca. 27DM). Im

Ich habs im Gewächshaus erfolgreich gemacht, da andere Mittel nicht
halfen. Ist aber schon ein paar Jahre her. Die Raubmilben waren auch
nicht so teuer, bei uns im Raiffeisenmarkt lagen so Scheine von
Neudorff aus, die kosteten 15 DM, wenn man die einschickt, bekommt man
irgendwann per Post eine Schachtel mit Nützlingen.

Bis dann

Ansgar
--
http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Ansgar.M.Rahmacher
Gesellschaft für fleischfressende Pflanzen http://www.gfp.org


Gerhard Zahn

unread,
Nov 6, 1999, 3:00:00 AM11/6/99
to
Am 06 Nov 1999 11:10:43 GMT, schrieb eva4...@aol.com (Eva4tinto) :

Hallo Eva,
da bringst du mich ins grübeln.....


>Man kann sich aber helfen, indem man mit einem nützlingsschonenden
>Präparat wie Neudosan vor dem Ausbringen der Raubmilben (1 bis 2 Tage vorher)
>spritzt.

wenn Kaliseife so nützlingsschonend wäre, sollte sie halt die
Spinnmilben & Co umbringen, die Raubmilben & Co aber leben lassen. Sie
dürfte aber unselektiv alle Kleinstlebewesen erledigen, die direkt
getroffen werden.


>Dadurch werden die SM reduziert aber nicht ausgerottet (wenn man sie
>mit Neudosan ausrotten will, muß man wiederholt spritzen ...

Aber eben nur deshalb, weil man sie beim ersten Mal nicht alle trifft.
Oder?


>ist dann aber
>nicht gegen erneute Zuwanderungen gewappnet (daher ist das Ideal immer ein
>paar Raubmilben und Spinnmilben im Gleichgewicht zu haben. Die Raubmilben
>sterben aus, wenn gar keine Spinnmilben mehr da sind). Man sollte keine anderen
>Spritzmittel nehmen, da diese meist schädliche Nachwirkungen haben, so daß die
>Raubmilben auch nach 5 Wochen noch tot vom Stangerl fallen (z.B. bei
>synthetischen Pyrethroiden wie Decis).

Das wäre ja fast ein Lob für die Wirkung von Decis, sollte es aber
doch wohl nicht sein....
Ich glaube nicht, dass Decis eine wesentlich längere Wirkung hat als
natürliches Pyrethrum. Beides wirkt angeblich nur Stunden, das eine
einige wenige, das andere ein paar wenige mehr u das war's dann.
Und warum sollten noch nach Wochen Raubmilben vom Stängerl kippen,
wenn die doch gar nicht an der behandelten Pflanze fressen oder
saugen, sondern nur an vorhandenen Spinnmilben....

Vermutlich sollte man aber keines dieser Mittel anwenden, solange man
mit irgendwelchen Nützlingen paktieren kann. Nach einer Spritzung
nicht selektiver Mittel ist man schließlich auf die Zuwanderung von
Raubmilben u anderen Nützlingen angewiesen, sobald sich die Schädlinge
neu angesiedelt haben.

> Ich selbst habe jahrelange
>Erfahrungen mit Raubmilbeneinsatz auf Gemüse- und Zierpflanzen und weiß, daß es
>super klappt .. wenn man es richtig macht.

Hm.
Dann verrate mir doch mal, ob sich Raubmilben auch von ganz alleine
ansiedeln u in ausreichender Zahl verbreiten, wenn hohe Temperaturen u
hohe Luftfeuchtigkeit u Spritzmittelfreiheit gewährleistet sind.
Oder ist man da immer darauf angewiesen, welche auszusetzen???

(Könnt ihr auch mal von was anderem palavern als von Zeugs von dem ich
keine Ahnung nicht habe.... Macht ja richtig nerrrrrrvvvvvvös....:-))

Gerhard Zahn

unread,
Nov 6, 1999, 3:00:00 AM11/6/99
to
Am 06 Nov 1999 11:10:43 GMT, schrieb eva4...@aol.com (Eva4tinto) :

Hallo Eva,

>Für Erfolg oderNichtErfolg des Raubmilbeneinsatzes kommt es außer auf die


>Temperatur (möglichst über 20 Grad) und Luftfeuchte (möglichst über 65 %) auch
>auf das Räuber-Beute-Verhältnis drauf an.

....[viel schlaues gelöscht]


> (daher ist das Ideal immer ein
>paar Raubmilben und Spinnmilben im Gleichgewicht zu haben. Die Raubmilben
>sterben aus, wenn gar keine Spinnmilben mehr da sind).

das ganze erinnert mich etwas an meine Zeit als Aquariot - jetzt nur
noch Aquarianer - als es bei der Zucht pingeliger Fische vorweg drauf
ankam, erst einmal die Wachsmotten, die Drosophilae, die Enchytraeen,
die Grindalwürmer, die Fliegenlarven usw. fürstlich zu verwöhnen,
bevor man sie den Fischen verfüttern konnte...:-)

Ich wette mal, dass bei der geschilderten Kompliziertheit u der
relativ hohen Kosten der Anwendung die Chancen einer nennenswerten
Verbreitung der Raubmilbenanwendung eher gegen Null gehen.
Das deckt sich auch mit den laufenden Meldungen zur Spinnmilbenplage,
während Erfolgsmeldungen zur Bekämpfungen mit Raubmilben eher
Mangelware sind.

Dabei könnten doch zumindest Gewächshaus u Wintergartenbesitzer zu
diesem Mittel greifen.
Es ist schon eine Plage...:-(

Gerhard Zahn

unread,
Nov 8, 1999, 3:00:00 AM11/8/99
to
Am Mon, 08 Nov 1999 11:21:39 GMT, schrieb wil...@uni-muenster.de
(Konrad Wilhelm) :

Hallo Konrad,


>>Ich wette mal, dass bei der geschilderten Kompliziertheit u der
>>relativ hohen Kosten der Anwendung die Chancen einer nennenswerten
>>Verbreitung der Raubmilbenanwendung eher gegen Null gehen.

und wenn ich dann solche Pauschalitäten wie folgende lese, schwillt
mir der Kamm!
Der Profi-Tipp für die IP im Kernobst:
"In der zweiten Junihälfte ist auch mit einer stärkeren Zunahme von
Rostmilben zu rechnen. Gegen Spinnmilben ist bei Überschreiten der
Schadensschwelle (60 bis 70 % befallene Blätter) eine Akarizidmaßnahme
z.B. mit Torque (nur für die Ausbringung mit Recyclinggeräten
zugelassen), Apollo, Ordoval oder Kiron möglich; Kiron wirkt auch
gegen Rostmilben, darf aber nur einmal pro Saison eingesetzt werden."

Der Bio-Tipp für den Hobbygärtner:
"Größere Schäden treten hauptsächlich im Gewächshaus auf. Dort ist
eine biologische Bekämpfung durch Aussetzen von Raubmilben möglich."

Damit ist klar gestellt, dass die Profis an ihrem Kernobst keine
Milben hätten, wären sie denn Hobbygärtner, oder wie ist das
gemeint???
>Wenn du was weißt, was besser wirkt und einfacher geht: lass mal
>hören!
>Seife ist es nachgewiesener Maßen nicht!
Deshalb gibt es nach Neudosan jetzt Neudosan Neu....:-)

Die einen glauben bei der Bekämpfung an Ohrwürmer, die anderen
spritzen selbst die Erdbeeren vor der Blüte mit Apollo...
Gall- oder Pockenmilben sind praktisch unerreichbar....

Wenn ich lese, dass im Gewächshaus Milben bis zu 10 Generationen je
Saison hervorbringen u im Freiland immerhin 6, kann das leicht mal
heftig werden.

Und wenn die Freiland-Gurken von der Roten Spinne befallen sind, dann
sind sie es halt.... Wer von uns tut dagegen schon etwas.

Früher hat man Spinnmilben mit Metasystox, Dimethoate oder Gusathion
erledigt. Das ist wohl out. Es sei denn es ginge um Nichtessbares, wie
im Kakteenhaus, aber da helfen ja Raubmilben.

Als richtiger Zeitpunkt für die Bekämpfung der Milben im Freiland
galt, wenn die Milben aus den Wintereiern geschlüpft waren u noch
keine Sommereier abgelegt hatten.

Heute bleibt neben den Raubmilben, die ja nur bei günstigen
Gewächshausbedingungen empfohlen werden können, als nächste Stufe über
der Kaliseife (Neudosan) jegliche Art von Mineral- (Para Sommer,
Promanal Neu) oder Rapsöl (Telmion). Die nützlingsschonenden Öle
werden aber bereits im Eistadium angewendet, das Leben in den Eiern
praktisch erstickt. Geht prima im Hobbyobstbau, weil da zunächst
Wintereier vorliegen, auf die man sich stürzen kann. Im Treibhaus u
Wintergarten sind immer Milben u Eier nebeneinander vorhanden. Es muss
also (außer mit dem systemischen Metasystox) mehrmals bekämpft, sprich
geölt werden.

Aber: Da muss man die ellenlange Gebrauchsanleitung studieren um
festzustellen, ob die betroffene Pflanze, falls diese schon Blattgrün
hat, das Öl auch verträgt. Sonst fallen die Spinnmilben samt den
Blättern runter u dabei könnten sie sich ja was tun...:-)

Wenn Öle nicht vertragen werden, muss man halt auf eines der anderen
nützlingsschonenden Mittel (Apollo, Torque) zurückgreifen.

Ruediger Storm

unread,
Nov 9, 1999, 3:00:00 AM11/9/99
to
Also früher hatte ich auch Probleme die rote Spinne unter kontrolle zu
bekommen. Meistens habe ich die mit
einer Pflanze aus dem Freiland oder neu gekauft eingeschleppt. Nachdem
ich auch einige Pflanzen weggeworfen
oder durch Spritzschäden verloren habe, bin ich auf Vertimec (INN:
Abamectin, Wirkstoffname) umgestiegen. Sehr gute
Resultate ! Nicht giftig und selektiv gegen Spinnenmilben, Thripse,
Weiße Fliege d.h. auch die Nützlinge werden geschützt. (Sofern man
welche hat -in der Wohnung .) Das wichtigste ist allerdings das die
Spinnenmilben keine Resistenz gegen Vertimec entwickeln, natürlich bei
sachgerechter Anwendung. Allerdings ist das ein Profi-Mittel und wird
nur in größeren
Packungen (250 ml) verkauft. Es ist auch wirklich teuer ( ca. 200 DM).
Allerdings braucht man sehr wenig (0.25 ml/ L).
Für mich hat sich die Sache mit den Spinnenmilben erledigt.

Es gibt auch eine Alternative für Leute mit guten Kontakten nach USA
oder in die Niederlande. Das Mittel heißt Pentac (INN : Dienochlor) und
ist relativ günstig und hat die selben günstigen Eigenschaften, ist
allerdings soweit ich weiß in Deutschland nicht Zugelassen
(Organochlorverbindung, wird evtl. in der Umwelt nur lagsam abgebaut und
wird soweit ich weiß hauptsächlich an Zierpflanzen (NL) und im Obstbau
(Zitrus, USA) eingesetzt.)

Rüdiger


Axel Merg

unread,
Nov 11, 1999, 3:00:00 AM11/11/99
to
>halfen. Ist aber schon ein paar Jahre her. Die Raubmilben waren auch
>nicht so teuer, bei uns im Raiffeisenmarkt lagen so Scheine von
>Neudorff aus, die kosteten 15 DM, wenn man die einschickt, bekommt man
>irgendwann per Post eine Schachtel mit Nützlingen.

Das sind genau die gleichen, die ich benutzt habe, leider habe ich
einen erheblich hoeheren Preis gezahlt :-(
>
>Bis dann
>
>Ansgar

Gruss
Axel

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