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Meine Erfahrungen mit Palmen

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Alexander Topolanek

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Dec 7, 2002, 2:33:19 PM12/7/02
to

Nachdem ich mich jetzt seit eineinhalb Jahrem mit Palmen beschäftige, möchte
ich mal meine Erfahrungen schreiben.

Standardausreden: Ich bin kein Botaniker oder Gärtner. Wenn ich mich bei der
Klassifizierung geirrt habe, wars Pech. Sollte jemand meinen Vorschlägen
folgen, und seine Pflanzen gehen ein, tut mir das leid, aber werde ich nicht
für Ersatz sorgen, weild Der/Diejenige auf eigene Gefahr gemacht haben.

Umstellung von Erd- auf Hydrokultur geht bei Palmen nicht. Ich habe es
mehrfach probiert, die Pflanzen sind mir jedesmal eingegangen. Daher
versuche ich, bei meinen Reisen Palmensamen zu bekommen, und sähe diese
direkt in Blähton aus


Ich nehme die Früchte direkt von der Palme, heruntergefallene Früchte sind
meist von Insekten befallen. Dann entferne ich

dar Fruchtfleisch und wässere die Samen ein paar Tage. Ich habe dann ein
beheitztes Minigewächshaus, oder ein altes Aquarium

mit einer Heizmatte, in denen ich die Samen ankeime. Ich gebe die Samen
gleich in 11/12er Hydrotöpfe mit Leca drin.

Weihnachtspalme (Adonidia Merilli, Weihnachtspalme)

Palmen in Malaysia, Bali und den Philippinen, die Samen meiner Pflanzen habe
ich im März in Bali gesammelt.

Die Samen keimen sehr schnell (3-4 Wochen) mit einer hohen Keimrate, und die
Sämlinge wachsen recht schnell (3.Blatt). Die

Pflanzen stehen bei mir an Süd und Nordfenster, und scheinen direkte Sonne
sowie trockene Zimmerluft recht gut zu vertragen.

Eine meiner Lieblingspalmen. Die Sämlinge sind nach einem dreivierteljahr
etwa 30 cm groß.


Dattelpalme (Phoenix dactylifera)

Läßt sich aus Datteln leicht heranziehen. Aus dem Kern wächst erst mal eine
Senkerwurzel, aus der dann das erste Blatt kommt

. Wächst _sehr_ langsam, nach einem Jahr kommt gerade mal das zweite Blatt.


Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis)

Die Samen habe ich aus Griechenland mitgebracht, dort stehen diese Palmen an
jeder Ecke. Die Früchte sind goldgelbe Kugeln

mit etwa 1cm Durchmesser, die Samen dunkelbraun und tief eingekerbt. Keimen
sehr zuverlässig, und wachsen wie Dattelpalmen.

Die Pflanzen vertragen volle Sonne.


Caryota mitis (Fischschwanzpalme)

Die Samen habe ich aus Kuala Lumpur, dort findet man diese Palme am
Straßenrand. Wenn man das Fruchtfleisch entfernt, fangen

die Finger an zu jucken. Es dauert mehrere Wochen, bis die Samen keimen,
nach einem dreivierten Jahr sind die Jungpflanzen

etwa 20 cm groß, und es kommt das zweite Blatt. Bei mir steht C. mitis unter
einem Nordseitigen kleinen Dachfenster, die

Palme verträgt Dunkelheit und trockene Luft recht gut. Man sollte mehrere
Pflanzen zusammensetzen.


Priesterpalme (Washingonia)

Washinkoniasamen sind bei den in Baumärken erhältlichen Päckchen
"Palmenmischung" oft dabei. Meine Washingtonias wachsen recht langsam, nach
fast zwei Jahren sind sie etwa 30cm groß. Washintonias nehmen direkte Sonne
übel.


Goldfruchtpalme (Dypsis Lutescens)

Goldfruchtpalmen waren in der Hotelanlage in Bali angepflanzt, und haben
dort Samen getragen (gelblich, etwa Olivengröße und Form). Die Samen keimen
innerhalb von ein paar Wochen, nach einem dreiviertel Jahr haben meine ein
zweites Blatt und etwa 10 cm Größe. Goldfruchtpalmen vertragen im Sommer
keine direkte Sonne. Mit einer "großen" Goldfruchtpalme in Erdkultur habe
ich im Augenblick Probleme mit Wolllausbefall.


Flaschenpalme (Hyophorbe verschaftelli)

Die Samen habe ich in Bali bei einem Einkaufzentrum gesammelt, die Samen
sind hartschalig, oliveförmig mit etwa 2cm Länge. Im Blähton ist mir nur ein
einziges Korn gekeimt, alle anderen Samen habe ich dann in Sand gegeben, wo
fast alle aufgegangen sind. Meine Flaschenpalmen sind nach einem
dreivierteljahr etwa 20cm groß mit zwei bis drei Blättern, mir sind aber
einige eingegangen (verfaultes Herz, bei einer werden jetzt die Blätter
braun.


Rotstielpalme (Cyrtostachis renda)

Von der Erscheinung meine Lieblingspalme. Leider scheint die Rotstielpalme
eher schwer zu pflegen zu sein. Aus Thailand mitgebrachte Ableger sind bald
eingegangen. Die Samen verlieren auch recht schnell ihre Keimfähigkeit, aus
Deutschland bestellte Samen haben fast nicht gekeimt. Ich habe mir im Sommer
Samen aus Malaysia bestellt, die gut aufgegangen sind. Nach ein paar Monaten
sind die Keimlinge 3cm groß.


Salak (Salacca zalacca)

Die Früchte gibt es von Thailand bis Indonesien als "Schlangenfrucht" am
Markt (braun, birnenförmig, mit harter "geschuppter" Schale). Die Samen
sehen aus wie Hustenbonbons, und keimen recht schnell, die Keimlinge wachsen
auch schnell bis zum ersten Blattpaar. Leider sind mir bis jetzt alle
Exemplare vertrocknet, die Pflanze scheint sehr gerne von Spinnmilben
befallen zu werden.

Bergpalme (Chamedora elegans)

Gibts im Baumarkt/Gartencenter. Es zahlt sich aus, die kleinsten Hydrotöpfe
um ein paar Euro zu kaufen, und der Palme beim wachsen zuzusehen. Verträgt
sehr geringe Beleuchtungsstärken (steht bei mir am Dachboden am Schreibtisch
1m unter einer HQI-Lampe, bei knapp 1000 Lux, und wächst).

Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)

Die Samen habe ich im Sommer von jemanden aus Graz gekauft. Trachys scheinen
sich im Augenblick großer Beliebtheit als Kübelpflanze bei Cafe's etc zu
erfreuen, wobei diese Palmen Samen tragen. Die Früchte sind kugelig und
schwarz. Ich habe den Großteil der Samen in Aussaaterde ausgesäht, feucht
gehalten, und im Sommer vor die Südwand vom Haus aufgestellt. Die Samen
haben fast alle gekeimt. Zum Vergleich in Blähton ausgesääte Samen im
Minigewächshaus sind verfault. Meine Hanfpalmen haben nach einem halben Jahr
das zweite Blatt und ca. 10cm Größe.


Kentiapalme

Gibts im Baumarkt/Gartencenter. Es zahlt sich aus, die kleinsten Hydrotöpfe
um ein paar Euro zu kaufen, und der Palme beim wachsen zuzusehen. Verträgt
sehr geringe Beleuchtungsstärken (steht bei mir am Dachboden am Schreibtisch
1m unter einer HQI-Lampe, bei knapp 1000 Lux, und wächst).


Kokospalme (Cocos nucifera)

Gibts im Gartencenter/Möbelhäusern (In Erdkultur). Leider braucht die
Kokospalme viel Licht, Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit. Meine zeigt also
nach einem halben Jahr deutliche Verfallserscheinungen, obwohl sie direkt
neben einem Luftbefeuchter steht.


Weißstammpalme (Ravenea rivularis)

Gab's im Juli beim Hofer (österr. Aldi) in Erdkultur. Ich habe sie bis Ende
September and der Nordseite vom Haus draußen stehen gehabt, was ihr sehr gut
getan hat. Jetzt steht sie im Haus, die alten Blätter bekommen leider braune
Blattspitzen, aber die neuen Blätter, die weiter kommen, sehen phantastisch
aus. Ein Befall mit Wollläusen scheint auch überstanden zu sein, nachdem ich
Celaflor in die Erde gesteckt hab'.


um Kommentare wird gebeten!

viel Spaß
Alexander


Markus Wischerath

unread,
Dec 8, 2002, 5:51:58 PM12/8/02
to
Alexander Topolanek <at...@ocv.org> wrote:

>Washintonias nehmen direkte Sonne übel.

Das ist definitiv falsch. Ohne direkte Sonne und Freilandaufenthalt im
Sommer entwickelt sich Washingtonia nur schlecht. Die Pflanze bekommt dann
unnatuerlich lange und duenne Wedel, so dass im Extremfall die Blattstiele
unter dem Eigengewicht der Wedel abbrechen. Habe ich bei meiner ersten
Washingtonia genauso erlebt, und ein Jahr spaeter war sie mausetot.

Seitdem halte ich sie im Sommer draussen mit viel Sonne, und sie entwickeln
sich praechtig. Gilt fuer beide Sorten, die ich bisher habe (W. filifera und
W. robusta).

Gruss,
Markus

--
Markus Wischerath, Sysadmin
m...@spinfo.uni-koeln.de

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