Hallo Susanne,
die Symptome, die du schilderst, scheinen wirklich auf einen viel zu hohen
Kalkgehalt hinzudeuten. Zuviel Kalk führt nämlich dazu, dass bestimmte
Pflanzennährstoffe im Boden festgelegt werden und so für die Pflanzen nicht mehr
zur Verfügung stehen. Es sind dies Eisen, Mangan und Magesium.
Speziell das Eisen benötigt die Pflanze aber zur Bildung von Chlorophyll. Fehlt
also Eisen, so hellen sich die Felder zwischen den Blattrippen
(Interkostalfelder) auf. Das Wachstum der Pflanzen stockt.
Als kurzfristig wirksame Hilfe empfehle ich den Einsatz eines eisenhaltigen
Düngers (Fetrilon). Es kann allerdings auch sein, dass der Boden einfach zu sehr
verdichtet ist. Damit staut das Wasser, die Wurzeln können nicht mehr atmen und
sterben ab. Da hilft dann auch kein Düngen mehr. Um das festzustellen, empfehle
ich einige Pflanzen wieder auszugraben und die Wurzeln genau zu untersuchen. Sie
sollten hell und fest sein und keinesfalls auf leichten Druck sich auflösen.
Der Kalkgehalt im Boden reduziert sich übrigens im Laufe der Zeit durch
Auswaschung (es sei denn, man verwendet regelmäßig ein sehr kalkhaltiges
Giesswasser), allerdings im wesentlichen in der vegetationsfreien Jahreszeit.
Mit den besten Gärtnergrüßen, Martin Endrich von akelei.de
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>Als kurzfristig wirksame Hilfe empfehle ich den Einsatz eines
>eisenhaltigen Düngers (Fetrilon). Es kann allerdings auch sein, dass
>der Boden einfach zu sehr verdichtet ist. Damit staut das Wasser,
>die Wurzeln können nicht mehr atmen und sterben ab. Da hilft dann
>auch kein Düngen mehr. Um das festzustellen, empfehle ich einige
>Pflanzen wieder auszugraben und die Wurzeln genau zu untersuchen.
>Sie sollten hell und fest sein und keinesfalls auf leichten Druck
>sich auflösen.
>
>
Wäre es nicht auch sinnvoll, den Boden mit schwefelsaurem Amoniak zu
düngen?
Ich bin in dieser Frage eher ein Theoretiker, aber dieser Dünger würde
auf der einen Seite den pH absenken und somit genannte Nährstoffe
aufschlileßen, auf der anderen Seite würde Kalk mit Schwefel reagieren
und "unschädlicher" Gips (Kaziumsulfat) entstehen. Oder irre ich??
fragende Grüße,
Johannes
Hallo Susanne,
>wie reagieren Pflanzen in Boden mit zuviel Kalk?
>Erklärung: neuer Garten (1 Jahr alt) mit aufgeschütteten Mutterboden,
>Bodenanalyse erstellen lassen. Rückmeldung: Bei Messskala bei Kalk von
>A-E war das Ergebnis: E
>Sonst alles ok, pH-Wert 7,2.
pH 7,2 wäre bei schwerem Boden kein sonderliches Alarmzeichen, bei
leichtem ja. Ich hab' mir da mal notiert: pH-Wert bei leichten Böden
keinesfalls über 6,5 anheben! Bei tonigen Böden für kalkliebende
Pflanzen dagegen bis 7,0 oder leicht darüber.
>Unser selbst angelegter Rasen zeigt sich jetzt recht braun (hat nichts
>mit Trockenheit zu tun, wurde genug gewässert. Nachbars Garten, der fast
>nie gewässert und auch sonst nicht gepflegt wurde, ist schön grün).
Euer Rasen ist neu? Und der des Nachbarn?
Sind beide Böden wirklich gleich?
Und, habt ihr auch gedüngt? Grün kommt üblicherweise vom Stickstoff.
>Unsere verschiedenen neuen Pflanzen (meist Ableger alter Pflanzen)
>bekamen gelbe Blätter mit braunen Flecken.
Gelbe Blätter mit braunen Flecken würde ich nicht auf
Kalküberversorgung zurückführen. Die braunen Flecken müssen doch
eine Ursache haben (Pilz, Verbrennung).
Und dann käme es noch drauf an, ob die Blätter insgesamt gelb wurden
(Stickstoffmangel?) oder ob das Vergilben zwischen den Adern begann
(Eisenmangel wg. hohem pH-Wert).
>2 Stauden (gleiche
>Mutterpflanze, verschiedener Standort) musste ich ganz entfernen.
Sowas soll schon mal vorkommen.
>Selbst unsere Gärtnerin konnte mir keine Erklärung für die Reaktion der
>Stauden geben.
Sie hat aber auch nicht auf Kalkmangel getippt?
Ich würde raten in den nächsten beiden Jahren keine kalkhaltigen
Dünger auszubringen, sondern eher sauer wirkende. Die
Stickstoffversorgung kann zB über schwefelsaueres Ammoniak erfolgen,
Kompost u Knochenmehl bringen Phosphat u Kalimagnesia ergänzt zum
Volldünger.
Dann erneut eine Bodenanalyse durchführen lassen u alles sollte im
Lot sein.
Beste Grüße G e r h a r d