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Seramis: Wurzelballen?

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Thomas Rachel

unread,
Feb 3, 2012, 4:52:11 AM2/3/12
to
Hallo,

nachdem ich ein ungeahntes Interesse für Zimmerpflanzen zu verspüren
beginne und auch einige besitze, beginne ich nun, Seramis als Substrat
einzusetzen.

Was mir hier nicht ganz klar ist: der Wurzelballen, der nachher von dem
Seramis umgeben ist, enthält doch seinerseits wiederum Erde. Muß diese
denn in Folge nicht ausgeatuscht werden? Oder wäscht die sich mit der
Zeit aus? Oder versteh ich da was völlig falsch?

TIA,

Thomas

Ina Koys

unread,
Feb 3, 2012, 5:15:05 AM2/3/12
to
Es ist der Trick von Seramis, dass die Erde dranbleiben kann. Du füllst
ja nie so viel Wasser ein, dass es im Substrat steht (jedenfalls
solltest du es nicht), sondern es wird von den Kügelchen aufgesogen. Da
fault nix, falls du das befürchtest. Aber du musst wirklich aufpassen
mit der Ballenfeuchtigkeit. Man sieht das ja nicht mehr so gut. Diesen
Feuchtigkeitszeiger braucht man meiner Erfahrung nach schon.

Ina
--
Es wächst!
http://www.koys.de/Gemuese-Abenteuer/
Der Vorgarten bei Steinmetzens:
http://www.koys.de/imgs/Steinmetz.jpg

Thomas Rachel

unread,
Feb 3, 2012, 7:25:23 AM2/3/12
to
Hallo Ina,

Am 03.02.2012 11:15 schrieb Ina Koys:
> Am 03.02.2012 10:52, schrieb Thomas Rachel:
>> Hallo,
>>
>> nachdem ich ein ungeahntes Interesse für Zimmerpflanzen zu verspüren
>> beginne und auch einige besitze, beginne ich nun, Seramis als Substrat
>> einzusetzen.
>>
>> Was mir hier nicht ganz klar ist: der Wurzelballen, der nachher von dem
>> Seramis umgeben ist, enthält doch seinerseits wiederum Erde. Muß diese
>> denn in Folge nicht ausgeatuscht werden? Oder wäscht die sich mit der
>> Zeit aus? Oder versteh ich da was völlig falsch?
>
> Es ist der Trick von Seramis, dass die Erde dranbleiben kann.

Kann oder muß? Also, sollte ich möglichst alle Erde um die Wurzeln herum
dranlassen, oder möglichst viel abschütteln?

Gestern habe ich einen Geldbaum umgetopft, der aufgrund falscher Pflege
(aufgrund von Ungeduld zu oft und zu viel gegossen) all seine Wurzeln
verloren hat. Da ist kaum noch was an Erde dran. Hat er Zukunft in Seramis?

Angeblich wachsen die Wurzeln ja irgendwann in die Körnchen ein. D.h.
das reicht dann soweit?


> Du füllst ja nie so viel Wasser ein, dass es im Substrat steht (jedenfalls
> solltest du es nicht), sondern es wird von den Kügelchen aufgesogen. Da
> fault nix, falls du das befürchtest.

Ich denke hier in erster Linie an das empfohlene jährliche Umtopfen, das
ja mit Seramis entfallen soll. D.h. die Erde um die Wurzeln muß nicht
getauscht werden? Die bleibt einfach?


> Aber du musst wirklich aufpassen mit der Ballenfeuchtigkeit.
> Man sieht das ja nicht mehr so gut. Diesen Feuchtigkeitszeiger
> braucht man meiner Erfahrung nach schon.

Den verwende ich. Ich las zwar irgendwo, daß man das dem Granulat
ansehen würde, aber davon halte ich nichts - wie es innendrin aussieht,
weiß ich ja nicht. Daher lieber so nen Anzeiger und Ruhe ist.


Thomas

Ina Koys

unread,
Feb 3, 2012, 9:34:36 AM2/3/12
to
Am 03.02.2012 13:25, schrieb Thomas Rachel:
> Hallo Ina,
>
> Am 03.02.2012 11:15 schrieb Ina Koys:
>> Am 03.02.2012 10:52, schrieb Thomas Rachel:
>>> Hallo,
>>>
>>> nachdem ich ein ungeahntes Interesse für Zimmerpflanzen zu verspüren
>>> beginne und auch einige besitze, beginne ich nun, Seramis als Substrat
>>> einzusetzen.
>>>
>>> Was mir hier nicht ganz klar ist: der Wurzelballen, der nachher von dem
>>> Seramis umgeben ist, enthält doch seinerseits wiederum Erde. Muß diese
>>> denn in Folge nicht ausgeatuscht werden? Oder wäscht die sich mit der
>>> Zeit aus? Oder versteh ich da was völlig falsch?
>>
>> Es ist der Trick von Seramis, dass die Erde dranbleiben kann.
>
> Kann oder muß?

Beides. Nur in Seramis werden die Wurzeln nicht fassen, andererseits ist
es so auch deutlich weniger Arbeit.

> Also, sollte ich möglichst alle Erde um die Wurzeln herum
> dranlassen, oder möglichst viel abschütteln?

Locker abschütteln und keine Wissenschaft draus machen :-)

> Gestern habe ich einen Geldbaum umgetopft, der aufgrund falscher Pflege
> (aufgrund von Ungeduld zu oft und zu viel gegossen) all seine Wurzeln
> verloren hat. Da ist kaum noch was an Erde dran. Hat er Zukunft in Seramis?

Die Frage ist, ob er eine Zukunft ohne Wurzeln hat. Ich kenn mich mit
speziell dem nicht praktisch aus, aber ich würde mal sagen, eher nicht.
Kommt auch auf die Größe an. Ich persönlich würde in einer Notoperation
einen Steckling von ihm machen, damit ich wenigstens ein Backup habe:

http://www.drg-faq.info/anzucht-vermehrung/stecklingsvermehrung/

Übrigens hilft Seramis nicht gegen Totgießen, möglicherweise fördert es
das sogar. Auf jeden Fall solltest du die Erdtöpfe vorläufig nicht in
Übertöpfe stellen, sondern auf Untersetzer. Da siehst du, wenn es mal
wieder zu viel war. Und zu viel ist alles, was nach ca. 30 min noch
immer im Untersetzer steht - wenn du nicht gerade Cypergras hast.

> Angeblich wachsen die Wurzeln ja irgendwann in die Körnchen ein. D.h.
> das reicht dann soweit?

Erstmal rette das Leben deines Geldbaums, dann sehen wir weiter. Nimm
ihn auf jeden Fall aus der fauligen Pampe und entferne alles, was nicht
mehr fest ist und gesund aussieht. Genauer hab ich's nicht, ich hab noch
keine Geldbaumwurzeln gesehen - jemand anders hier weiß das bestimmt
genauer. Und wie gesagt: etwas Erde muss immer bei Seramis.
>
>> Du füllst ja nie so viel Wasser ein, dass es im Substrat steht
>> (jedenfalls
>> solltest du es nicht), sondern es wird von den Kügelchen aufgesogen. Da
>> fault nix, falls du das befürchtest.
>
> Ich denke hier in erster Linie an das empfohlene jährliche Umtopfen, das
> ja mit Seramis entfallen soll. D.h. die Erde um die Wurzeln muß nicht
> getauscht werden? Die bleibt einfach?

Sonst ja auch. Was ist dir an dem Umtopfen so wichtig? Wenn die Pflanze
wächst - und ein Geldbaum kann ja ziemlich groß werden, wenn man ihn
lässt - musst du auf jeden Fall umziehen in ein größeres Gefäß, und wenn
es nur wegen der Standfestigkeit ist.

Ina,
für sich jetzt philosophierend über Ungeduld am Geld(baum)

Thomas Rachel

unread,
Feb 3, 2012, 11:28:44 AM2/3/12
to
Am 03.02.2012 15:34 schrieb Ina Koys:

>>> Es ist der Trick von Seramis, dass die Erde dranbleiben kann.
>>
>> Kann oder muß?
>
> Beides. Nur in Seramis werden die Wurzeln nicht fassen, andererseits ist
> es so auch deutlich weniger Arbeit.
>
>> Also, sollte ich möglichst alle Erde um die Wurzeln herum
>> dranlassen, oder möglichst viel abschütteln?
>
> Locker abschütteln und keine Wissenschaft draus machen :-)

Ok.


>> Gestern habe ich einen Geldbaum umgetopft, der aufgrund falscher Pflege
>> (aufgrund von Ungeduld zu oft und zu viel gegossen) all seine Wurzeln
>> verloren hat. Da ist kaum noch was an Erde dran. Hat er Zukunft in
>> Seramis?
>
> Die Frage ist, ob er eine Zukunft ohne Wurzeln hat. Ich kenn mich mit
> speziell dem nicht praktisch aus, aber ich würde mal sagen, eher nicht.

Wie ich grade auf <http://forum.planten.de/index.php?topic=38123.0>
sehe, ist der Wurzelballen normal schon noicht sehr groß und scheint nur
aus so "kleinen Fusseln" zu bestehen. D. h. die, die meiner hat, haben
m. E. gute Chancen, nochmal was zu werden.

Wenn sie jetzt weg wären, wäre es eher unwahrscheinlich, daß er dort, wo
er mal welche hatte, nochmal Wurzeln bekommt? So in der Art eines
"großen Stecklings"?


> Kommt auch auf die Größe an. Ich persönlich würde in einer Notoperation
> einen Steckling von ihm machen, damit ich wenigstens ein Backup habe:
>
> http://www.drg-faq.info/anzucht-vermehrung/stecklingsvermehrung/

Das habe ich bereits getan, einmal in einem ganz kleinen Topf mit Erde
(Durchmesser ca. 4-5 cm), des weiteren ein Steckling in Wasser, was, wie
grad sehe, eher zum Scheitern verurteilt zu sein scheint... Vielleicht
setze ich noch ein paar an; hab noch ein paar Töpfe rumstehen.

Auch wenn der "große" nochmal kommt, ist es ja ganz nett, zusätzlich
noch ein paar Ableger zu haben...


> Übrigens hilft Seramis nicht gegen Totgießen, möglicherweise fördert es
> das sogar.

Naja, der Gießanzeiger, verbunden mit der 1/4-Topfvolumen-Regel wird
mich hoffentlich vor weiterem Übereifer bremsen.


> Auf jeden Fall solltest du die Erdtöpfe vorläufig nicht in
> Übertöpfe stellen, sondern auf Untersetzer. Da siehst du, wenn es mal
> wieder zu viel war. Und zu viel ist alles, was nach ca. 30 min noch
> immer im Untersetzer steht - wenn du nicht gerade Cypergras hast.

Ja, das habe ich mittlerweile eingesehen und halte mich auch zurück.

Zwischendurch hab ich auch mal mit automatischern
Bewässerungsgeschichten rumexperimentiert - sowohl diese Kugeln zum
Überkopf-in-die-Erde-stecken als auch die Tonkegel mit Schlauch dran.
Bei beiden hatte ich aber das Geföhl, daß die Erde zu feucht wurde.
Daher jetzt wieder manuell...


> Erstmal rette das Leben deines Geldbaums, dann sehen wir weiter. Nimm
> ihn auf jeden Fall aus der fauligen Pampe und entferne alles, was nicht
> mehr fest ist und gesund aussieht.

Das hab ich ja schon; er steht jetzt ja, wie gesagt, in Seramis.

Bislang ohne Erde, das werde ich heute abend nochmal ändern - und schau
mir dann auch grad die Wurzeln nochmal an.


> Genauer hab ich's nicht, ich hab noch keine Geldbaumwurzeln gesehen -
> jemand anders hier weiß das bestimmt genauer. Und wie gesagt: etwas Erde
> muss immer bei Seramis.

Gut zu wissen - d.h. nochmal raus und in Erde neu anwachsen lassen und
irgendwann viel später erst wieder in Seramis...


>> Ich denke hier in erster Linie an das empfohlene jährliche Umtopfen, das
>> ja mit Seramis entfallen soll. D.h. die Erde um die Wurzeln muß nicht
>> getauscht werden? Die bleibt einfach?
>
> Sonst ja auch. Was ist dir an dem Umtopfen so wichtig? Wenn die Pflanze
> wächst - und ein Geldbaum kann ja ziemlich groß werden, wenn man ihn
> lässt - musst du auf jeden Fall umziehen in ein größeres Gefäß, und wenn
> es nur wegen der Standfestigkeit ist.

So wichtig ist es mir nicht, ich dachte nur, daß das dann ziemlich
unvollständig ist, wenn eben nicht alles entfernt wird. Aber Du hast
recht, das ist beim Umtopfen in Erde ja auch nicht der Fall.

Mit gefällt diese Seramis-Geschichte einfach und ich würde gerne ein
wenig damit rumprobieren, ob es wirklich so toll ist, wie gelegentlich
behauptet wird.


> Ina,
> für sich jetzt philosophierend über Ungeduld am Geld(baum)

Das Abstruse ist ja, daß die Pflanze vier Jahre lang in einer wenig
genutzten Wohnung rumstand (alle paar Wochen mal dort gewesen und selbst
da nicht regelmäßig gegossen). Da hat sie ziemlich klaglos überlebt. Das
viele Gießen hingegen mochte sie gar nicht... ich werde sie wohl auch in
Zukunft dann eher trocken halten...


Thomas

Ina Koys

unread,
Feb 3, 2012, 12:26:38 PM2/3/12
to
Am 03.02.2012 17:28, schrieb Thomas Rachel:

>> Die Frage ist, ob er eine Zukunft ohne Wurzeln hat. Ich kenn mich mit
>> speziell dem nicht praktisch aus, aber ich würde mal sagen, eher nicht.
>
> Wie ich grade auf <http://forum.planten.de/index.php?topic=38123.0>
> sehe, ist der Wurzelballen normal schon noicht sehr groß und scheint nur
> aus so "kleinen Fusseln" zu bestehen.

Also wenn ich mir das oberste Bild ansehe, dann würde ich so eine Krücke
nicht als Maßstab nehmen wollen. Für die Art der Wurzeln mag es ein
Anhaltspunkt sein - kann sich da nicht noch mal jemand anders hier melden?

> Wenn sie jetzt weg wären, wäre es eher unwahrscheinlich, daß er dort, wo
> er mal welche hatte, nochmal Wurzeln bekommt? So in der Art eines
> "großen Stecklings"?

Nehmen wir an, eine Hälfte der Wurzel ist weggefault und der anderen
gehts noch gut (frag mich gerade, ob es das gibt), dann wird die gute
Hälfte wachsen, bis sie die Pflanze wieder komplett ernähren kann.
Sofern sie schnell genug ist. Pauschal sagt man, dass die Wurzelkrone
der Blattkrone entsprechen muss und in geeigneten Fällen muss man dann
eben einkürzen. Ich weiß aber nicht, ob der Geldbaum geeignet ist.

Ina

Michael Schlücker

unread,
Feb 3, 2012, 4:35:12 PM2/3/12
to
Jetzt häng ich mich mal mit rein

> Am 03.02.2012 17:28, schrieb Thomas Rachel:
> Am 03.02.2012 15:34 schrieb Ina Koys:

>>> Gestern habe ich einen Geldbaum umgetopft, der aufgrund falscher Pflege
>>> (aufgrund von Ungeduld zu oft und zu viel gegossen) all seine Wurzeln
>>> verloren hat. Da ist kaum noch was an Erde dran. Hat er Zukunft in
>>> Seramis?

Eventuell. Gerade für solche Trockenspezialisten gibts aber bessere
Substrate.[1]

>> Die Frage ist, ob er eine Zukunft ohne Wurzeln hat.

Wenn durch 'Totgießen' keine Fäulnis am Wurzelhals/unteren Stammteil
aufgetreten ist... kein Problem.

> Wie ich grade auf... sehe, ist der Wurzelballen normal schon nicht sehr
> groß und scheint nur aus so "kleinen Fusseln" zu bestehen. D. h. die, die
> meiner hat, haben m. E. gute Chancen, nochmal was zu werden.

Ja. Wenn nicht... siehe oben.

> Wenn sie jetzt weg wären, wäre es eher unwahrscheinlich, daß er dort, wo
> er mal welche hatte, nochmal Wurzeln bekommt? So in der Art eines
> "großen Stecklings"?

Das passt.


>> Kommt auch auf die Größe an. Ich persönlich würde in einer Notoperation
>> einen Steckling von ihm machen, damit ich wenigstens ein Backup habe:

> Das habe ich bereits getan, einmal in einem ganz kleinen Topf mit Erde
> (Durchmesser ca. 4-5 cm), des weiteren ein Steckling in Wasser, was, wie
> grad sehe, eher zum Scheitern verurteilt zu sein scheint... Vielleicht
> setze ich noch ein paar an; hab noch ein paar Töpfe rumstehen.

Wenn Du das machen möchtest, lass wenigstens bei einem Steckling mal
Wasser und Topf weg. Nimm ein Stück, das etwas kräftiger
ist(ca.Bleistiftdicke). Brich es ab. Leg es irgendwo aufs Fensterbrett.
Und lass es da liegen. In zwei bis drei Wochen sieht das richtig Scheiße
aus. Dann darfst Du 'Einpflanzen'.[1]


>> Erstmal rette das Leben deines Geldbaums, dann sehen wir weiter. Nimm
>> ihn auf jeden Fall aus der fauligen Pampe und entferne alles, was nicht
>> mehr fest ist und gesund aussieht.

ACK.

> Das hab ich ja schon; er steht jetzt ja, wie gesagt, in Seramis.

Für Crassula ovata eher schlechte Wahl.


>> Genauer hab ich's nicht, ich hab noch keine Geldbaumwurzeln gesehen -
>> jemand anders hier weiß das bestimmt genauer.

Ja Ina. Ich hab Deine Rufe vernommen ;-)

> Gut zu wissen - d.h. nochmal raus und in Erde neu anwachsen lassen und
> irgendwann viel später erst wieder in Seramis...

Nein[1]


>> Sonst ja auch. Was ist dir an dem Umtopfen so wichtig? Wenn die Pflanze
>> wächst - und ein Geldbaum kann ja ziemlich groß werden, wenn man ihn
>> lässt - musst du auf jeden Fall umziehen in ein größeres Gefäß, und wenn
>> es nur wegen der Standfestigkeit ist.

Man muss nicht lassen. Und Standfestigkeit ist am besten durch breite,
flache Gefäße gewährleistet.


> Mit gefällt diese Seramis-Geschichte einfach und ich würde gerne ein
> wenig damit rumprobieren, ob es wirklich so toll ist, wie gelegentlich
> behauptet wird.

Behauptet? Vorrangig von der Werbung. Alles hat seine Vor- und Nachteile.
Für viele Pflanzen verringert das den Pflegeaufwand. Bei längerer
Abwesenheit ist Hydrokultur aber unschlagbar.

> Das Abstruse ist ja, daß die Pflanze vier Jahre lang in einer wenig
> genutzten Wohnung rumstand (alle paar Wochen mal dort gewesen und selbst
> da nicht regelmäßig gegossen).

[2]

> Da hat sie ziemlich klaglos überlebt. Das
> viele Gießen hingegen mochte sie gar nicht... ich werde sie wohl auch in
> Zukunft dann eher trocken halten...

Hast Du Dir diese selbstverfassten Zeilen mal verstehend durchgelesen?
Da ist nix abstrus. Vorher waren die Lebensbedingungen vielleicht nicht
optimal. Aber schon ziemlich 'standortgerecht'. Jetzt 'kümmerst' Du Dich
zuviel- und die Pflanze 'kümmert' bzw. stirbt.
Fehler 1: zuviel Wasser
Fehler 2: falsches Substrat

[1] steinig, grob, wasserdurchlässig, nährstoffarm

[2] Als ich mein Autobahnleben zwischen Berlin- Arnstadt- und
gelegentlich Stuttgart begann, hatte ich einen Geldbaum in einer flachen
Schale im ungeheizten Berliner Treppenhaus 'deponiert'.
Südfenster. Verwendete 'Erde': ein Gemisch aus 'entsorgtem' Lavasplitt
und Kies aus Aquarien und Kakteenerde.
Gegossen wurde entsprechend Deiner 'Anleitung' ;-)
Dementsprechend sah der 'Treppenhausbonsai' gelegentlich auch aus. Mal
vertrocknet, fast wie verstorben. Mal richtig saftig und wüchsig. Dann
gabs gelegentlich auch mal Kakteendünger.
Es war einmal...
So durfte ich zwei Jahre nacheinander bei wochenendlichen Kurzbesuchen
einen voll in Blüte stehenden Geldbaum bewundern.

Mein endgültiges 'Auswandern' nach Arnstadt war für den Geldbaum dann
eher ungünstig. Kein passender Standort(kühle Ruhezeit zum Blütenansatz)
mehr. Nur noch langweiliges, platzintensives Grüngemüse. Kompost.


Micha

Thomas Rachel

unread,
Feb 3, 2012, 7:16:00 PM2/3/12
to
Am 03.02.2012 22:35 schrieb Michael Schlücker:
> Jetzt häng ich mich mal mit rein

Danke :-)

> Eventuell. Gerade für solche Trockenspezialisten gibts aber bessere
> Substrate.[1]

> [1] steinig, grob, wasserdurchlässig, nährstoffarm

Ah, alles klar. Dann werde ich das morgen mal besorgen und dann umtopfen.


>> Wenn sie jetzt weg wären, wäre es eher unwahrscheinlich, daß er dort, wo
>> er mal welche hatte, nochmal Wurzeln bekommt? So in der Art eines
>> "großen Stecklings"?
>
> Das passt.

Perfekt.


> Wenn Du das machen möchtest, lass wenigstens bei einem Steckling mal
> Wasser und Topf weg. Nimm ein Stück, das etwas kräftiger
> ist(ca.Bleistiftdicke). Brich es ab. Leg es irgendwo aufs Fensterbrett.
> Und lass es da liegen. In zwei bis drei Wochen sieht das richtig Scheiße
> aus. Dann darfst Du 'Einpflanzen'.[1]

Hab ich jetzt auch mal getan. Zum Verständnis: Brechen statt Schneiden
wegen der dann größeren Oberfläche? und was bringt das "Scheiße
aussehen"? Ist das eine Art Motivation für die Blume, schneller/besser
auszuschlagen, wenn sie wieder eingepflanzt wird?


>> Mit gefällt diese Seramis-Geschichte einfach und ich würde gerne ein
>> wenig damit rumprobieren, ob es wirklich so toll ist, wie gelegentlich
>> behauptet wird.
>
> Behauptet? Vorrangig von der Werbung. Alles hat seine Vor- und Nachteile.
> Für viele Pflanzen verringert das den Pflegeaufwand.

Eben drum. Wie gesagt, war als Experiment gedacht. Da jetzt wohl eh
nicht die ideale Umtopfzeit ist, werde ich damit (abgesehen vom akuten
Spezialfall) eh erstmal warten, bis es jahreszeitlich geeigneter ist...


> Bei längerer Abwesenheit ist Hydrokultur aber unschlagbar.

Die längere Abwesenheit ist mittlerweile nicht mehr gegeben. Dennoch
hatte ich überlegt, Hydrokultur auch mal auszuprobieren. Aber der Umzug
Richtung Hydrokultur ist für die Pflanzen, da sie im Wasser hängen und
daher andere Wurzeln bilden müssen (?), recht viel Streß, wenn ich das
richtig verstehe. Daher habe ich mich erstmal dagegen entschieden, damit
rumzuexperimentieren.


>> Das Abstruse ist ja, daß die Pflanze vier Jahre lang in einer wenig
>> genutzten Wohnung rumstand (alle paar Wochen mal dort gewesen und selbst
>> da nicht regelmäßig gegossen).
>
> [2]
>
>> Da hat sie ziemlich klaglos überlebt. Das
>> viele Gießen hingegen mochte sie gar nicht... ich werde sie wohl auch in
>> Zukunft dann eher trocken halten...
>
> Hast Du Dir diese selbstverfassten Zeilen mal verstehend durchgelesen?

Natürlich :-)


> Da ist nix abstrus.

Für den Laien schon - der meint ja, "Pflanzen wollen regelmäßig und in
kurzen Abständen gegossen werden". Stimmt für viele Pflanzen, aber eben
nicht für alle, wie ich jetzt weiß. (Hinterher ist man bekanntlich immer
schlauer.)


> Vorher waren die Lebensbedingungen vielleicht nicht
> optimal. Aber schon ziemlich 'standortgerecht'. Jetzt 'kümmerst' Du Dich
> zuviel- und die Pflanze 'kümmert' bzw. stirbt.
> Fehler 1: zuviel Wasser
> Fehler 2: falsches Substrat

Fehler 2 kam erst jetzt dazu; den mache ich wie gesagt morgen
rückgängig. Und beim Gießen weiß ich ja jetzt, was gut ist...


Also, danke schonmal für die vielen Tips! Ich halte Euch auf dem
Laufenden...

Gruß,
Thomas

Ina Koys

unread,
Feb 4, 2012, 4:40:15 AM2/4/12
to
Am 03.02.2012 22:35, schrieb Michael Schlücker:

> Wenn Du das machen möchtest, lass wenigstens bei einem Steckling mal
> Wasser und Topf weg. Nimm ein Stück, das etwas kräftiger
> ist(ca.Bleistiftdicke). Brich es ab. Leg es irgendwo aufs Fensterbrett.
> Und lass es da liegen. In zwei bis drei Wochen sieht das richtig Scheiße
> aus. Dann darfst Du 'Einpflanzen'.[1]

Kenn ich von Blattkakteen (auch im weiteren Sinne). Funktioniert
wirklich, auch wenn man selber kaum glauben kann, was da passiert.

>>> Genauer hab ich's nicht, ich hab noch keine Geldbaumwurzeln gesehen -
>>> jemand anders hier weiß das bestimmt genauer.
>
> Ja Ina. Ich hab Deine Rufe vernommen ;-)

Hoffentlich die richtigen! Ich hab nämlich keinen, weil ich keinen haben
will! Bitte keine weiteren Kleinkinder bei mir aussetzen!

Ina

Michael Schlücker

unread,
Feb 4, 2012, 5:31:38 PM2/4/12
to
Am 04.02.2012 01:16, schrieb Thomas Rachel:

> Hab ich jetzt auch mal getan. Zum Verständnis: Brechen statt Schneiden
> wegen der dann größeren Oberfläche?

Das ist mir selbst nicht ganz klar. Meine Vermutung: diverse Sukkulenten
verbreiten sich auch in ihrer natürlichen Umgebung vegetativ. Z.B.
bleiben einzelne Glieder von Opuntien mit ihren Stacheln im Haarkleid
von vorbeistreifenden Tieren hängen- reissen an einer 'Sollbruchstelle'
ab- und werden so verbreitet. Bei Sträuchern werden durch Wind oder
Tiere einzelne Äste abgerissen. Manche Pflanzen scheinen selbstbestimmte
Trennstellen zu bevorzugen ;-)

> und was bringt das "Scheiße
> aussehen"? Ist das eine Art Motivation für die Blume, schneller/besser
> auszuschlagen, wenn sie wieder eingepflanzt wird?

So ähnlich. In dieser Zeit bildet sich Kallusgewebe(entfernt
vergleichbar mit dem Schorf auf einer Wunde). Und in der 'Zwangspause'
bereitet sich der Steckling auf die möglichst zuverlässige
Artverbreitung(hier Wurzelbildung) vor.
Vergleichbare Strategien haben viele Pflanzen entwickelt.
Manche Samen keimen erst nach Frost oder extremer Hitze. Pflanzen blühen
erst nach Ruhezeit, bei länger- oder kürzer werdendem Tageslicht und so
weiter und so fort.


Micha

Karl-Heinz Rekittke

unread,
Feb 5, 2012, 6:29:25 AM2/5/12
to
Am 03.02.2012 17:28, schrieb Thomas Rachel:
> Am 03.02.2012 15:34 schrieb Ina Koys:

>> Kommt auch auf die Größe an. Ich persönlich würde in einer
>> Notoperation
>> einen Steckling von ihm machen, damit ich wenigstens ein
>> Backup habe:
>>
>> http://www.drg-faq.info/anzucht-vermehrung/stecklingsvermehrung/
>>

Bei mir hatte das Wort "Steckling" beim Geldbaum noch eine
zweite Bedeutung, denn ein Ableger steckte am Kaktus:

http://dl.dropbox.com/u/35122598/Dickblatt%201a.JPG
http://dl.dropbox.com/u/35122598/Dickblatt%206a.jpg
http://dl.dropbox.com/u/35122598/Dickblatt%207a.jpg

Um in der Computersprache zu bleiben: Das war eine Art
"automatisches Update", wenngleich die alte Version
natürlich zuvor automatisch gesichert worden ist :-).

> Mit gefällt diese Seramis-Geschichte einfach und ich würde
> gerne ein wenig damit rumprobieren, ob es wirklich so toll
> ist, wie gelegentlich behauptet wird.
>

Ich hatte auch große Hoffnung in Seramis gesetzt. Die
Erfolge waren eher durchwachsen.

-Bei Ficus pumilla, aber auch bei Calatheaen und anderen
Marantaceaen sind regelmäßig die Blätter eingetrocknet -
nicht nur in trockener Heizungsluft, sondern auch im Sommer.
Meine Vermutung: Das Zeug ist so hygroskopisch, dass es die
Luftfeuchte bei großen Gefäßen (bei mir D=70cm H=25cm) in
der Umgebung negativ beeinflusst. Zur Zeit versuche ich mit
Cyperngräsern (die verdunsten ganz gut) in unmittelbarer
Nachbarschaft das Problem zu lösen.

-Zamioculcas vegetiert im Winter nur so vor sich hin. Die
Geldbäume, mit ähnlichem Speichervermögen - in Erdkultur -
sehen gesünder aus.

-Beaucarnea (Elefantenfüße), Dracaena (Drachenbäume), Ficus
benjamina (Birkenfeige) und Bergpalmen kommen bei mir ganz
gut mit Seramis klar. Ihr Wachstum ist aber nicht zu
vergleichen, mit dem der, im gleichgroßen Kübel gepflanzten,
raumhohen Areca-Palme - *in Hydrokultur* - die dort seit
einem Jahrzehnt gedeiht und zudem ihrerseits die
Lufttrockenheit im Winter positiv beeinflusst.

Eine Anmerkung noch zum Schluss: Bei mir sind die
Wurzelballen aus der Erdkultur im Seramis dran geblieben -
im Blähton der Hydrokultur natürlich nicht.

> Das Abstruse ist ja, daß die Pflanze vier Jahre lang in
> einer wenig genutzten Wohnung rumstand (alle paar Wochen mal
> dort gewesen und selbst da nicht regelmäßig gegossen). Da
> hat sie ziemlich klaglos überlebt.

Der Geldbaum zählt allein deshalb schon zu den
"Unkaputtbaren", weil er wie andere Sukkulenten (in den
Blättern) oder beispielsweise auch die Yucca und
Elefantenfüße (im Stamm) über reichlich
Speichervermögen verfügt. In Überschwemmungsgebieten
haben die meisten davon andererseits keine Chance.

Gruß Kalle

Reindl Wolfgang

unread,
Feb 5, 2012, 7:58:25 AM2/5/12
to
Am 04.02.12 23:31, schrieb Michael Schlücker:
> Am 04.02.2012 01:16, schrieb Thomas Rachel:
>
>> Hab ich jetzt auch mal getan. Zum Verständnis: Brechen statt Schneiden
>> wegen der dann größeren Oberfläche?
>
> Das ist mir selbst nicht ganz klar. Meine Vermutung: diverse Sukkulenten
> verbreiten sich auch in ihrer natürlichen Umgebung vegetativ. Z.B.
[snip]
> Manche Pflanzen scheinen selbstbestimmte
> Trennstellen zu bevorzugen ;-)

Um beim Geldbaum zu bleiben:
Bei dem plötzlichen Wintereinbruch 2009/10 ist mein Geldbaum auf dem
Balkon erfroren - exitus.
Irgendwann hab' ich einzelne Blätter hinter dem Kastl herausgekehrt, auf
dem der Geldbaum 08/09 überwintert hat. Diese einzelnen Blätter schauten
ganz frisch aus (obwohl schon > 1 Jahr ohne jedwede Wasserzufuhr) und
hatten winzigste Wurzelansätze (< 2 mm).
In Kokos-Quelltöpfchen eingesetzt wachsen die inzwischen prima; bis sie
die Größe ihres > 25 jährigen Muttergeldbaums erreicht haben wird es
allerdings noch ein bisserl dauern.

Wolfgang

Ina Koys

unread,
Feb 5, 2012, 11:17:12 AM2/5/12
to
Am 04.02.2012 23:31, schrieb Michael Schlücker:

> bleiben einzelne Glieder von Opuntien mit ihren Stacheln im Haarkleid
> von vorbeistreifenden Tieren hängen

Die Viecher sind nicht zu beneiden!

Ina
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