in Norddeutschland, so steht es in einem BLV-Buch über "Bäume und
Sträucher" werden die Früchte einer Art der Felsenbirne als
Korintenersatz verwendet.
Im Buch wird erst die gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis)
beschrieben und das Vögel ihre Früchte mögen. Dann steht da:
"In Norddeutschland verwendet man Früchte einer nah verwandten Art als
Korintenersatz für Gebäck."
Dann steht weiter wie und wo sie gewöhnlich vorkommt und das sie in
Kultur bei uns kaum anzutreffen ist. In Kultur seien vielmehr
nordamerikanische Arten wie die Kupferfelsenbirne (Amelanchier
lamarckii).
Das ist alles! Ich habe schon den Autor angeschrieben und gefragt, um
welche Art es sich bei der nahverwandten Art handelt, deren Früchte
als Korinthenersatz dienen - keine Antwort.
Also hier meine Frage:
Die Früchte welcher Sträucher verwendet man in Norddeutschland als
Korinthenersatz?
Sollte es da mehrere geben, dann wüßte ich zusätzlich gerne:
Welcher davon ist nah verwandt mit der Felsenbirne (Amelanchier
ovalis).
Herzlichen Dank!
Grüße
Bernhard
Es werden die Arten Amelanchier lamarckii (Syn. A. canadensis, A. x
grandiflora) und A. laevis gemeint sein, deren Früchte sind besonders süss
und saftig.
Aber auch die Früchte von A. ovalis sowie anderer
Amelanchier-Arten sind essbar, einige sind nur nicht wohlschmeckend.
Letztere sind hier eher selten im Handel.
Die Früchte sind auch zum Naschen vom Strauch geeignet, müssen jedoch wegen
der Vögel schnell und laufend geerntet werden.
> >"In Norddeutschland verwendet man Früchte einer nah
> >verwandten Art als Korintenersatz für Gebäck."
>
> Es werden die Arten Amelanchier lamarckii (Syn. A. canadensis,
> A. x grandiflora) und A. laevis gemeint sein, deren Früchte
> sind besonders süss und saftig.
Danke für den Tip. Da hätte der Autor sich ja nur ein winziges bißchen
mehr Mühe geben müssen, um das zu klären. Woher hast Du die
Informationen über die eßbaren Früchte - ich interessiere mich auch
sonst sehr für Wildobst.
> Die Früchte sind auch zum Naschen vom Strauch geeignet, müssen
> jedoch wegen der Vögel schnell und laufend geerntet werden.
Da muß also noch ein Laufpfad und ein Satz Turnschuh in den Garten.
Aber ist die Laufferei immer um den Strauch nicht sehr ermüdend?
>>;-))
Grüße
Bernhard
Gartenzeitschriften, Zettelsammlung, Gartenbücher/-lexika und CD
Datenbank Plantus, und ein paar Sachen hab ich sogar im Kopf ;-)
> - ich interessiere mich auch sonst sehr für Wildobst.
Hast Du schon Apfelbeeren (Aronia), Kornelkirsche (Cornus mas),
Früchte muss man aber kochen, glaub ich.
Besonders toll zum Naschen ist auch ein Maulbeerbaum (Morus nigra)
>> jedoch wegen der Vögel schnell und laufend geerntet werden.
>Aber ist die Laufferei immer um den Strauch nicht sehr ermüdend?
>;-))
<bg>Doch, ich persönlich überlass den Vögeln deshalb lieber das meiste
;-), hab eigentlich alle Pflanzen nur zur Zierde.
>
>Hast Du schon Apfelbeeren (Aronia), Kornelkirsche (Cornus mas),
>Früchte muss man aber kochen, glaub ich.
Kornelkirschen muss man nicht kochen, gibt es auch schon gezüchtet mit grösseren
Früchten.
Wie schmecken die Apfelbeeren ?
>Besonders toll zum Naschen ist auch ein Maulbeerbaum (Morus nigra)
>
Ernst
> Also hier meine Frage:
> Die Fruechte welcher Straeucher verwendet man in Norddeutschland als
> Korinthenersatz?
> Sollte es da mehrere geben, dann wuesste ich zusaetzlich gerne:
> Welcher davon ist nah verwandt mit der Felsenbirne (Amelanchier
> ovalis).
Viele Fragen. Antwort gibt sehr ausfuehrlich
Stoll, Karl et al.: Besondere Obstarten. Vom Reichtum seltener,
suedlaendischer und wildwachsender Fruechte
Ulmer-Verlag, 1986, S.95-96
Da wird zur Kupfer-Felsenbirne (Amelaanchier lamackii) ZITAT:"von
Gartengestaltern auch als Amelanchier laevis, A. confusa, A. grandiflora,
A. arborea, oft faelschlicherweise auch als A. canadensis und als Kahle
Felsenbirne bezeichnet" gesagt
Im Oldenburgischen traegt sie den Namen "Korinthenbaum", da die
getrockneten Fruechte wie Korinthen verwendbar sind.
Die von dir gesuchte A. ovalis Rosaceae ist in o.a. Buch getrennt
aufgefuehrt von der eben zitierten A. lamarckii Rosaceae
Im Baertels, Andreas: Das grosse Buch der Ziergehoelze (Ulmer 1995) sind
auf S. 32 Bilder der A.laevis und A.lamarckii, da sieht man schoen den
Unterschied.
-> Gruesse aus meinem kleinen Gartenhaeuschen, Gerd
> > Es werden die Arten Amelanchier lamarckii (Syn. A. canadensis,
> > A. x grandiflora) und A. laevis gemeint sein, deren Früchte
> > sind besonders süss und saftig.
>
> Danke für den Tip. Da hätte der Autor sich ja nur ein winziges bißchen
> mehr Mühe geben müssen, um das zu klären. Woher hast Du die
> Informationen über die eßbaren Früchte - ich interessiere mich auch
> sonst sehr für Wildobst.
Habe Eure Unterhaltung mit Interesse verfolgt, da ich kürzlich ein großes
verwildertes Grundstück gekauft habe, auf dem ich im Herbst eine 'wilde'
Nutzhecke pflanzen will.
Wißt Ihr etwas die Verwendbarkeit von Maulbeeren oder/und habt Rezepte für
Kornelkirschenmarmelade?
Martina
> Hast Du schon Apfelbeeren (Aronia), Kornelkirsche (Cornus mas),
> Früchte muss man aber kochen, glaub ich.
> Besonders toll zum Naschen ist auch ein Maulbeerbaum (Morus nigra)
So viele interessante Hinweise im Vorbeigehen... :-))
Von Aronia habe ich noch nie gehört, wie sehen die aus, woher kommen die,
welche Bedingungen sind erforderlich. Und: Wer hat Rezepte?
Außerdem suche ich noch Rezepte für Maulbeeren (oder nur roh vom Strauch
essen?) und Kornelkirschen. Gibt es Baumschulen, die klimatisch so gelegen
sind, daß dort gekaufte Pflanzen auch Schweden (Zone iv) gut verkraften?
Schon jetzt herzlichen Dank für jeden Tip!
Martina
On 03 Feb 1999 08:24:00 +0100, m.jar...@cl-hh.comlink.de (Martina
Jarnuszak) wrote:
>Von Aronia habe ich noch nie gehört, wie sehen die aus, woher kommen die,
>welche Bedingungen sind erforderlich. Und: Wer hat Rezepte?
Die Apfelbeere (Aronia melanocarpa) wird zwei bis drei Meter hoch.
Der zum Teil Ausläufer treibende Strauch für frische bis feuchte Böden hat
rote bis schwarze Beeren (meine sind schwarz) und eine leuchtend rote
Herbstfärbung.
Apfelbeeren habe ich hier (Bayerischer Wald, vorgestern erst -20°C) im
Garten, damit sind wohl keine besondere Bedingungen erforderlich ;-))
Eignen sich für Saft- und Gelee- und Likörbereitung sowie für
Früchtemischungen, vielleicht finde ich noch ein genaues Rezept...
>Außerdem suche ich noch Rezepte für Maulbeeren (oder nur roh vom Strauch
>essen?) und Kornelkirschen.
ja und Vogelbeeren, Schlehen, Hagebutten? ;-))
Einige Kornelkirschenrezepte ausnahmsweise mal hier, mehr in de.rec.mampf
MMMMM----- Recipe via Meal-Master (tm) v8.05
Title: Kornelkirschengelee
Categories: Fruechte, Konfituere
Yield: 1 Rezept
1 kg Kornelkirschen
;Wasser
Gelierzucker nach Bedarf
MMMMM---------------------------QUELLE--------------------------------
-Rezept nach
-Ille Hettesheimer
-erfasst von Petra Holzapfel
Die Kornelkirschen in einem Topf mit Wasser bedeckt langsam
weichkochen. Ueber Nacht stehen lassen. Am naechsten Tag nochmals
aufkochen lassen, dann den Saft durch ein Tuch abfliessen lassen.
Menge abmessen und mit Gelierzucker nach Vorschrift zu Gelee
verarbeiten.
MMMMM
MMMMM----- Recipe via Meal-Master (tm) v8.05
Title: Kornelkirschen in Gewuerzessig
Categories: Aufbau, Einlegen, Fruechte, Essig
Yield: 1 Rezept
1 kg Kornelkirschen, reif,
--dunkelrot
1/2 l Rotweinessig
Gewuerznelken
1 ts Senfkoernern
1 ts Wacholderbeeren
1 tb Salz
1 ts Zucker
MMMMM---------------------------QUELLE--------------------------------
-Jean-Marie Dumaine in
-Francois Couplan
-Wildpflanzen fuer die
-Kueche
-erfasst von Petra Holzapfel
Die Kornelkirschen waschen und in Glaeser mit Schraubverschluss
fuellen. Den Essig mit den Gewerzen und dem Zucker mischen und ueber
die Kornelkirschen giessen.
Mindestens 2 Monate im Keller oder Kuehlschrank ziehen lassen.
Tip: Kornelkirschen kann man wie Oliven zum Aperitif reichen. Die
entkernten Kornelkirschen sind eine koestliche Beilage zu
Wildterrinen. Den Gewuerzesseg aufheben, mit seinem feinen Aroma
eignet er sich zum Beispiel bestens zum Verfeinern von Wildsaucen.
MMMMM
MMMMM----- Recipe via Meal-Master (tm) v8.05
Title: Kornelkirschen-Schnitten
Categories: Konfekt, Fruechte
Yield: 1 Rezept
1 kg Kornelkirschen
1200 g Zucker
50 ml ;Wasser
Zucker zum Waelzen; oder
Schokolade
MMMMM---------------------------QUELLE--------------------------------
-Jean-Marie Dumaine
-Francois Couplan
-Wildpflanzen fuer die
-Kueche
-erfasst von Petra Holzapfel
Die Kornelkirschen entkernen und mit dem Zucker und dem Wasser in
einen moeglichst grossen Topf geben.
Unter staendigem Ruehren zum Kochen bringen und so lange kochen
lassen, bis die Masse moeglichst fest ist.
Die Fruchtmasse auf einem Backblech ausstreichen und hart werden
lassen. In viereckige Schnittchen schneiden und in Zucker oder
zerlassener Schokolade waelzen.
MMMMM
Xpost, für Rezepte f'up2 de.rec.mampf
Gruesse
Petra
--
Petra Holzapfel
Helmutu.Pet...@t-online.de
Aronia melanocarpa
schwarze Früchte, bei mir ca 1m hoch
Aronia arbutifolia (schönste Art)
rote Früchte, ca 1,50 m hoch
Aronia prunifolia
schwarze Früchte, ca 4 m hoch
Sorten werden zT höher und niedriger.
Alle Arten haben zudem sehr hohen Zierwert durch weisse Blüten und
tolle rote Herbstfärbung
Bienennährgehölz, Früchte werden gerne von Vögeln geerntet :-(
Alle sind voll frosthart, möglichst in die volle Sonne pflanzen, nicht
zu trockener Standort
Heimat östl. Nordamerika
Verwendung
roh (süss bei Vollreife), Saft z. Färben zB Jogurt, Torten, Kompott,
Konfitüre bes. in Verbdg mit anderen Obstarten
Hoher Vitamingehalt C, B2, B9, E
>Außerdem suche ich noch Rezepte für Maulbeeren (oder nur roh vom
>Strauch essen?)
Die wären mir zum Verarbeiten zu schade <lechz> ;-)
Maulbeerbäume am besten etwas geschützt pflanzen, sind nicht immer
voll frosthart.
> >Von Aronia habe ich noch nie gehört, wie sehen die aus, woher kommen
> >die, welche Bedingungen sind erforderlich.
> Sorten werden zT höher und niedriger.
Gibt es geschmackliche Unterschiede bei den verschieden gefärbten Beeren
oder eine Farbe, die Vögel eher dran lassen (haben wir zB. mit gelben
Kirschen, die die Vögel offensichtlich fälschlich noch für unreif halten,
hihi) so daß der kulinarisch orientierte Gartenwühler noch eine Chance
hat?
> Bienennährgehölz, Früchte werden gerne von Vögeln geerntet :-(
> Alle sind voll frosthart, möglichst in die volle Sonne pflanzen, nicht
> zu trockener Standort
Liest sich gut. Leider ist die Südseite auch unsere Hauptwindrichtung in
Schweden - ist also zu hoffen, daß die Sträucher windfest sind.
> Verwendung
> roh (süss bei Vollreife), Saft z. Färben zB Jogurt, Torten, Kompott,
> Konfitüre bes. in Verbdg mit anderen Obstarten
Schwarz färben von Joghurt? Noch jemand n Fruchtzwerg? Interessante Idee!
> Hoher Vitamingehalt C, B2, B9, E
Spricht für roh...
> >Außerdem suche ich noch Rezepte für Maulbeeren (oder nur roh vom
> >Strauch essen?)
>
> Die wären mir zum Verarbeiten zu schade <lechz> ;-)
Kann ich noch nicht mitreden, mich sprach nur ein Bekannter an, der durch
den Anblick einer Maulbeerhecke mit vielen Beeren ganz unruhig wurde...
> Maulbeerbäume am besten etwas geschützt pflanzen, sind nicht immer
> voll frosthart.
Wie gesagt, geschützt ist ein wenig problematisch, weil Windschutz auch
Sonnenschutz mitbedingt. Aber ich kann dann in einigen Jahren ja mal
berichten, wie es sich entwickelt hat oder zum Lokaltermin laden :-)
Martina
Kann ich leider nicht genau sagen, habe bisher nur die schwarzen, aber
da die häufiger im Handel sind, schmecken sie vermutlich etwas besser
als die roten. Dafür spricht auch, dass sich die Züchter m.W. mehr mit
A. melanocarpa befassen, die Früchte der Zucht-Sorten haben dann den
besten Geschmack und sind auch grösser.
>oder eine Farbe, die Vögel eher dran lassen (haben wir zB. mit gelben
>Kirschen, die die Vögel offensichtlich fälschlich noch für unreif
>halten, hihi) so daß der kulinarisch orientierte Gartenwühler noch
>eine Chance hat?
<bg> Also nach meinen Beobachtungen bleiben manche rote Beeren bis in
den Winter am Strauch (zB Schneeball, Feuerdorn), von den roten
Apfelbeeren las ichs auch schon. Bei schwarzen kommen einem i.a. die
gefiederten Kollegen bei der Ernte zuvor :-(
>Schweden - ist also zu hoffen, daß die Sträucher windfest sind.
Denke schon, meine stehen total ungeschützt auf einer windigen Wiese,
da ich sie aber nur selten wässere, gedeihen sie nicht gerade optimal.
Jedenfalls: Wer bei meiner stiefmütterlichen Behandlung nicht eingeht,
muss sehr hart sein ;-)
>Schwarz färben von Joghurt?
<g> Nee, der Saft ist dunkelrot (toll auch gemischt mit Apfelsaft) und
wird wohl übrigens auch als biologisches Färbemittel verwendet.
> Aber ich kann dann in einigen Jahren ja mal
>berichten, wie es sich entwickelt hat oder zum Lokaltermin laden :-)
Oh super, das lassen wir uns nicht zweimal sagen, aber ich hoffe für
Dich, dass hier nicht doch Tausende mitlesen ... ;-)
Und Holunder, Quitte, Haselnuss, Walnuss, Sanddorn,
Zierapfel, Kirschpflaume, Alpenjohannisbeere, schwarze Johannisbeere,
Brombeere, Heidelbeere, Preisselbeere, echter Wein uva
f´up zurückgesetzt
> Habe Eure Unterhaltung mit Interesse verfolgt, da ich kürzlich
> ein großes verwildertes Grundstück gekauft habe, auf dem ich
> im Herbst eine 'wilde' Nutzhecke pflanzen will.
An nutzbaren Pflanzen für eine solche Hecke gäbe es neben
Felsenbirnen, Maulbeeren und Kornellkirschen (die großfrüchtige
Variation Jolico ist zu empfehlen) noch Holunder (hier gibt es
großfrüchtige und ertragreiche Nutzformen), Schlehen, Ebereschen (auch
hier gibt es großfrüchtigere, schmackhaftere Nutzformen), Aronia (hier
gibt es veredelte ertragreichere Formen), Sanddorn, Kirschpflaume,
Mispeln, Apfel- oder Heckenrosen (Hagebutten), Quitten und
Berberitzen.
Das sind neben den Haselnüssen und der Pimpernuß, die Heckenpflanzen,
die mir präsent sind, die neben dem Anblick auch noch was zum Essen
bieten und winterhart sind.
Die Ebereschen werden allerdings recht hoch und wachsen rasch, die
Höhe kann man nur durch eine Erziehung zur Mehrstämmigkeit etwas
reduzieren. Sehr groß werden aber auch die Felsenbirne, vor allem wenn
die fruchtversprechendere Amelanchier lamarkii / syn. canadensis
genommen wird, ebenso die Kirschpflaume beide kann man aber durch
Schnitt in Zaum halten, auch den Rahmen einer Einfriedungshecke
sprengen womöglich die Schlehe und je nach gewählter Sorte die
Maulbeere.
> Wißt Ihr etwas die Verwendbarkeit von Maulbeeren oder/und habt
> Rezepte für Kornelkirschenmarmelade?
Bei Kornellkirschen wird bezüglich der Verwendung als Marmelade immer
auf die Ähnlichkeit zu Pflaumen- und Zwetschen hingewiesen und das man
sie wie diese zubereiten könnte - ganz genauso schmecken sie dann doch
nicht - aber die Richtung, die stimmt.
WILDOBSTARTEN:
Wer sich näher mit Wildobstarten, den von mir genannten und weiteren,
ihren Wachstumsbedingungen, ihrer Größe, den Unterarten und -sorten
mit unterschiedlichen Eigenschaften, ihrer Herkunft, den Auslesen und
Kreuzungen, der Qualität ihrer Früchte und deren unterschiedlicher
Verwertbarkeit befassen möchte, der sollte sich einfach für 16,80 die
"Beschreibende Sortenliste" des Bundessortenamts bestellen.
Da sind bei einer ganzen Reihe von Arten und Sorten sogar farbige
Abbildungen dabei.
Die "Beschreibende Sortenliste 1999. Wildobstarten" kann über den
Buchhandel oder direkt beim Landbuchverlag, Postfach 160, 30001
Hannover bezogen werden. Direkt über den Verlag müßt ihr allerdings
noch 3,53 für Porto und Versandkosten drauflegen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Albert
> Von Aronia habe ich noch nie gehört, wie sehen die aus, woher
> kommen die, welche Bedingungen sind erforderlich. Und: Wer hat
> Rezepte?
Die sehen etwa aus wie ein etwas überdimensionierter schwarzer
Johannisbeerstrauch und werden bis 1,5 Meter hoch. Es gibt sie auch
veredelt auf Sorbus aucuparia als kleinkronigen Baum. Wie die idealen
Wachstumsbedingungen sind, weiß ich nicht - bei uns wachsen in
lehmigem, nährstoffarmem, steinigem Boden. Sie stammen aus dem
östlichen Nordamerika sind aber in Sibirien, Ost-, Nord- und
Mitteleuropa sowie im Balkan verbreitet. Sie sind sehr frosthart.
Die Früchte sind bei der Ursprungsform erbsengroß und violettschwarz.
Bei der veredelten Form deutlich größer. Die Fruchtgröße ist deutlich
abhängig von der Bewässerung. Vom Geschmack her sind sie säuerlich und
haben im Ansatz was von Heidelbeeren.
Mit speziellen Rezepten kann ich nicht dienen.
WILDOBSTARTEN:
Wer sich näher mit Wildobstarten, den von mir genannten und weiteren,
ihren Wachstumsbedingungen, ihrer Größe, den Unterarten und -sorten
mit unterschiedlichen Eigenschaften, ihrer Herkunft, den Auslesen und
Kreuzungen, der Qualität ihrer Früchte und deren unterschiedlicher
Verwertbarkeit befassen möchte, der sollte sich einfach für 16,80 die
"Beschreibende Sortenliste" des Bundessortenamts bestellen.
Da sind bei einer ganzen Reihe von Arten und Sorten sogar farbige
Abbildungen dabei.
Die "Beschreibende Sortenliste 1999. Wildobstarten" kann über den
Buchhandel oder direkt beim Landbuchverlag, Postfach 160, 30001
Hannover bezogen werden. Direkt über den Verlag müßt ihr allerdings
noch 3,53 für Porto und Versandkosten drauflegen.
Grüße
Bernhard
> Im Oldenburgischen traegt sie den Namen "Korinthenbaum", da
> die getrockneten Fruechte wie Korinthen verwendbar sind.
>
> Die von dir gesuchte A. ovalis Rosaceae ist in o.a. Buch
> getrennt aufgefuehrt von der eben zitierten A. lamarckii
> Rosaceae
Im in der in anderer Nachricht erwähnten Sortenliste habe ich das nun
endlich auch so gefunden. Wobei man wohl beide Sorten nutzen kann,
wenn die Amelanchier lamarkii auch mit größerem Ertrag. Zur
Amelanchier ovalis kann ich aus einer privaten Mail erwähnen, daß es
hier große Variationen im Geschmack gibt. Es sollte also eine
ausgewählte geschmacklich angenehme Variation von Amelanchier ovalis
genommen werden. Es gibt da schwarze bitter-saure Früchte, die fast
metallisch schmecken und schwarze saftig-süße.
Rosaceae ist im übrigen die Familie und keine Unterart oder Variation
- in Deiner Schreibweise kann das falsch gelesen werden. Zur Familie
der Rosacea gehören viele Wildobstarten wie z.B. Scheinquitten,
Ebereschen und alle anderen Sorbus-Arten, wie Mehlbeere, Elsbeere und
Speierling, dann Brombeeren, Rosen, Wildbirnen, Schlehen, Mispeln,
Wildäpfel usw.
Ansonsten dank für Deinen Hinweis - die Sortenliste mit Wildobstarten
kam leider einen Moment früher - im übrigen auch dank eines Hinweises,
wenn auch eines Hinweises auf eine Sortenliste mit Kartoffelsorten -
die mich leider nicht viel weiter gebracht hatte. So kommt man auf
Umwegen ans Ziel.
Grüße
Bernhard
> >Gibt es geschmackliche Unterschiede bei den verschieden gefärbten
> >Beeren
> Kann ich leider nicht genau sagen, habe bisher nur die schwarzen, aber
> da die häufiger im Handel sind, schmecken sie vermutlich etwas besser
> als die roten.
Sollte ich diese Schlußfolgerung bei den schwarzen Hagebutten auch ziehen?
Habe die bislang immer ignoriert - außer die Blüzen, die HERRLICH sind!
Vögel haben nach meiner Beobachtung auch kein gesteigertes Interesse an
den schwarzen Hagebutten - aber ich werde dieses Jahr verstärkt drauf
achten, was sich in den Sträuchern tut.
> Dafür spricht auch, dass sich die Züchter m.W. mehr mit
> A. melanocarpa befassen, die Früchte der Zucht-Sorten haben dann den
> besten Geschmack und sind auch grösser.
Das wäre schön, denn zumindest von Zucht-Heidelbeeren kann ich das Ü-Ber-
Haupt nicht bestätigen.
> <bg> Also nach meinen Beobachtungen bleiben manche rote Beeren bis in
> den Winter am Strauch (zB Schneeball, Feuerdorn), von den roten
> Apfelbeeren las ichs auch schon. Bei schwarzen kommen einem i.a. die
> gefiederten Kollegen bei der Ernte zuvor :-(
Aha!
> >Schweden - ist also zu hoffen, daß die Sträucher windfest sind.
> Denke schon, meine stehen total ungeschützt auf einer windigen Wiese,
> da ich sie aber nur selten wässere, gedeihen sie nicht gerade optimal.
> Jedenfalls: Wer bei meiner stiefmütterlichen Behandlung nicht eingeht,
> muss sehr hart sein ;-)
Ja, fein!
[seufz] Am Ende werden Garten und Keller für all' die Leckereien zu klein!
> >Schwarz färben von Joghurt?
> <g> Nee, der Saft ist dunkelrot (toll auch gemischt mit Apfelsaft) und
> wird wohl übrigens auch als biologisches Färbemittel verwendet.
Färbemittel für - Lebensmittel - Schafwolle - Kinderhaare?
> > Aber ich kann dann in einigen Jahren ja mal
> >berichten, wie es sich entwickelt hat oder zum Lokaltermin laden :-)
> Oh super, das lassen wir uns nicht zweimal sagen, aber ich hoffe für
> Dich, dass hier nicht doch Tausende mitlesen ... ;-)
Wir? Ja, macht das. Und selbst für Tausende gibt's Arbeit genug :-))
Ich schrieb, glaub' ich, schon, daß das fragliche Grundstück in Schweden
knapp 6.500 m2 groß ist, völlig ungepflegt, dazu mit drei
arbeitsintensiven Gebäuden bestanden?! Aber, ohne Frage, eine herrliche
Gegend zum Urlauben....
Martina
> > Habe Eure Unterhaltung mit Interesse verfolgt, da ich kürzlich
> > ein großes verwildertes Grundstück gekauft habe, auf dem ich
> > im Herbst eine 'wilde' Nutzhecke pflanzen will.
>
> An nutzbaren Pflanzen für eine solche Hecke gäbe es neben
> Felsenbirnen, Maulbeeren und Kornellkirschen (die großfrüchtige
> Variation Jolico ist zu empfehlen) noch Holunder (hier gibt es
> großfrüchtige und ertragreiche Nutzformen), Schlehen, Ebereschen (auch
> hier gibt es großfrüchtigere, schmackhaftere Nutzformen), Aronia (hier
> gibt es veredelte ertragreichere Formen), Sanddorn, Kirschpflaume,
> Mispeln, Apfel- oder Heckenrosen (Hagebutten), Quitten und
> Berberitzen.
Ich dachte eigentlich eher an nicht zu veredelte und hochgezüchtete
Formen, ist mir irgendwie suspekt, zumal ich mit den Früchten der
Wildlinge meist sehr zufrieden bin [schleck]. Wollte davon Nachkommen oder
gekaufte Exemplare besorgen...
Quitten werden es beim schwedischen Klima sicher nicht schaffen :-( ,
obwohl ich mit der Idde liebäugele, einfach als Test mal eine zu
pflanzen..
> Das sind neben den Haselnüssen und der Pimpernuß,
Die Pimpernuß??
> die Heckenpflanzen,
> die mir präsent sind, die neben dem Anblick auch noch was zum Essen
> bieten und winterhart sind.
Ja, über Aronia lerne ich ja gerade hier etwas, Kirschpflaumen und Mispeln
kenne ich auch nicht aus der Küche, aber die anderen sind vertraut. Es
wird sich wohl zeigen müssen, wer mit den kürzeren schwedischen
Vegetationszeiten und der Kälte klarkommt.
> Die Ebereschen werden allerdings recht hoch und wachsen rasch, die
> Höhe kann man nur durch eine Erziehung zur Mehrstämmigkeit etwas
> reduzieren. Sehr groß werden aber auch die Felsenbirne, vor allem wenn
> die fruchtversprechendere Amelanchier lamarkii / syn. canadensis
> genommen wird, ebenso die Kirschpflaume beide kann man aber durch
> Schnitt in Zaum halten, auch den Rahmen einer Einfriedungshecke
> sprengen womöglich die Schlehe und je nach gewählter Sorte die
> Maulbeere.
Die Höhe ist kein Problem, kann es mir sogar ganz nett vorstellen, wenn
hier und da ein paar Kronen aus der Hecke ragen. Platz ist genug.
> > Wißt Ihr etwas die Verwendbarkeit von Maulbeeren oder/und habt
> > Rezepte für Kornelkirschenmarmelade?
>
> Bei Kornellkirschen wird bezüglich der Verwendung als Marmelade immer
> auf die Ähnlichkeit zu Pflaumen- und Zwetschen hingewiesen und das man
> sie wie diese zubereiten könnte - ganz genauso schmecken sie dann doch
> nicht - aber die Richtung, die stimmt.
Ich habe mich bisher um die Verarbeitung von Zwetschen immer weitgehend
gedrückt, weil Pflaumenmus so aufwendig scheint. Bei uns gibt's nur Kuchen
und Chutney mit Pflaumen.... Und ob das aus Kornellkirschen schmeckt?!
> Wer sich näher mit Wildobstarten, den von mir genannten und weiteren,
[... snip]
> befassen möchte, der sollte sich einfach für 16,80 die
> "Beschreibende Sortenliste" des Bundessortenamts bestellen.
>
> Die "Beschreibende Sortenliste 1999. Wildobstarten" kann über den
> Buchhandel oder direkt beim Landbuchverlag, Postfach 160, 30001
> Hannover bezogen werden. Direkt über den Verlag müßt ihr allerdings
> noch 3,53 für Porto und Versandkosten drauflegen.
Herzlichen Dank Bernhard!
MArtina
> Ich dachte eigentlich eher an nicht zu veredelte und
> hochgezüchtete Formen, ist mir irgendwie suspekt, zumal ich
> mit den Früchten der Wildlinge meist sehr zufrieden bin
> [schleck]. Wollte davon Nachkommen oder gekaufte Exemplare
> besorgen...
Eine Auslese - also die Weitervermehrung eines in der Natur durch
Zufallsfund entdeckten Sämlings - betrachte ich als durchaus im
Rahmen. Die sogenannten Edeleberesche wie auch andere Wildobstsorten
sind genauso entdeckt worden und die Edeleberesche ist um Längen
besser als der Wildling - oder besser, es ist ein durch Steckreißer
vermehrter Wildling. Hochgezüchtete Formen wirst Du bei den
Wildobstsorten selten finden. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber
Infos dazu findest Du auch in der Sortenliste.
Veredelung dieser Eberesche sind übrigens die einzige Chance, die in
einem kalkhaltigen Boden groß zu bekommen und wenn man drauf steht,
dann macht man das - auch wenn es natürlich nicht ganz in Ordnung ist.
> Die sogenannten Edeleberesche wie auch andere Wildobstsorten
> sind genauso entdeckt worden und die Edeleberesche ist um Längen
> besser als der Wildling - oder besser, es ist ein durch Steckreißer
> vermehrter Wildling.
Entdeckt? Ich dachte, es ginge da um Zuchtformen?
Noch eine Frage: Was heißt das 'besser'? Mehr Füchte? Der Geschmack des
'Originales' ist vollkommen in Ordnung - Ebereschengelee zu
Rentierbraten... was wäre daran zu verbessern?
> Veredelung dieser Eberesche sind übrigens die einzige Chance, die in
> einem kalkhaltigen Boden groß zu bekommen und wenn man drauf steht,
> dann macht man das - auch wenn es natürlich nicht ganz in Ordnung ist.
Zu hoher Kalkgehalt dürfte uns nicht in die Quere kommen, denke ich -
falls sie wider Erwarten nicht wachsen, mußich mir eben ein paar
wildwachsende Exemplare suchen und mit den Vögeln dort konkurrieren. C'est
la vie!
Martina
> > Das sind neben den Haselnüssen und der Pimpernuß,
> Die Pimpernuß??
> > die Heckenpflanzen,
Gemeine Pimpernuß
Staphylea pinnata
Ein hier heimischer, sommergrüner, aufrechter Strauch - 2-5 m hoch.
Steht in der Roten Liste als gefährdet. Wächst an Waldrändern. Liebt
Kalk, Lehm, Nährstoffe und sommerwarmen Boden.
"Die reifen Früchte sind blasig aufgetrieben, die Fruchtwand ist
pergamentartig dünn und gelbgrün verfärbt. Die Früchte öffnen sich zur
Reife gar nicht oder nur mit einem kleinen Spalt und lösen sich auch
nicht vom Strauch. Die reifen Samen fallen im Herbst in die
Fruchthöhle. Wenn sie vom Wind geschüttelt werden, ensteht ein
klapperndes Geräusch, was der Pflanze den Namen Klapper- oder auch
Pimpernuß (mittelhochdeucht 'pimpern', 'pümpern' = klappern)
eingebracht hat." (Ulrich Hecker, Bäume und Sträucher, München: BLV,
1995. S. 404f.)
In einem Pflanzenkatalog wurde auf die Eßbarkeit der Samen
hingewiesen. Auch bei Ulrich Hecker findet sich dazu eine kleine aber
wenig aktuelle Anmerkung: "Einer der Kräuterbuchautoren des 16,
Jahrhunderts, Lonitzer, nannte die Pimpernuß 'Pistazia germanica' und
schrieb den Samen eine blutreinigende Wirkung zu."
Wie sie wirklich schmecken und ob man diesen ansehnlichen grünen
Strauch mit den merkwürdig anmutenden Früchten tatsächlich sinnvoll
nutzen kann, weiß ich nicht - er hat was und deshalb kommt er mir auch
in den Garten. Bis es Samen gibt, werde ich aber wohl ein paar Jahre
warten müssen.
Grüße
Bernhard
> Entdeckt? Ich dachte, es ginge da um Zuchtformen?
>
> Noch eine Frage: Was heißt das 'besser'? Mehr Früchte? Der Geschmack des
> 'Originales' ist vollkommen in Ordnung - Ebereschengelee zu
> Rentierbraten... was wäre daran zu verbessern?
Fast bitterstoffreie Früchte. Ich weiß nicht woher die Früchte für Dein
Ebereschengelee kommen, sollten sie in der Nähe menschlicher Ansiedlungen oder
gar in einer Anlage wachsen, dann wundert mich der Wohlgeschmack des Gelees
gar nicht. Wo neu angepflanzt wird, handelt es sich häufig um Sorbus aucuparia
moravica, der in Nordböhmen in Natur gefundenen und weitervermehrten Sorte,
die auch von den lieben Vögeln schon lange weiterverbreitet wird, so daß sie
auch häufig wild vorkommt.
Ich habe mal selbst aus wild vorkommenden Ebereschen Likör und Gelee gemacht.
Mir haben sich beim Verkosten die Fußnägel bis zum Nabel hochgerollt. Eine
Bittermandel ist da nichts dagegen. Das ist wohl das Problem bei
wildvorkommenden - es gibt schon immer oder mittlerweile so ne und solche. Da
kauf ich mir doch lieber solche, die wohlschmeckend und weitgehend
bitterstofffrei sind.
Neben dem Zufallsfund aus Nordböhmen gibt es aber auch Zuchtauslesen wie
Sorbus aucuparia moravica Rosina, die besonders süß sind und Sorbus aucuparia
moravica Konzentra mit besonders hohem Vitamin-C-Gehalt - beide in der
ehemaligen DDR entwickelt - ganz interessant sind sicher auch die anderen
nordeuropäischen Zuchtsorten.
Was ist an einer maßvollen und naturnahen Zuchtauslese denn überhaupt so
abzulehnen?
mfg
Bernhard
> ganz interessant sind sicher auch die anderen
> nordeuropäischen Zuchtsorten.
Wie komm ich bloß auf nordeuropäisch - das sollte natürlich osteuropäisch lauten,
selbst wenn ein großer Teil des Osteuropas, in dem Ebereschen angebaut werden,
nördlich von Frankfurt liegt - wo ich lebe.
mfg
Bernhard
> > Entdeckt? Ich dachte, es ginge da um Zuchtformen?
> >
> > Noch eine Frage: Was heißt das 'besser'? Mehr Früchte? Der Geschmack des
> > 'Originales' ist vollkommen in Ordnung - Ebereschengelee zu
> > Rentierbraten... was wäre daran zu verbessern?
>
> Fast bitterstoffreie Früchte. Ich weiß nicht woher die Früchte für Dein
> Ebereschengelee kommen, sollten sie in der Nähe menschlicher Ansiedlungen
> oder gar in einer Anlage wachsen, dann wundert mich der Wohlgeschmack des
> Gelees gar nicht. Wo neu angepflanzt wird, handelt es sich häufig um Sorbus
> aucuparia moravica, der in Nordböhmen in Natur gefundenen und
> weitervermehrten Sorte, die auch von den lieben Vögeln schon lange
> weiterverbreitet wird, so daß sie auch häufig wild vorkommt.
Weiß nicht, ob die Piepmätze es schon bis Skandinavien geschafft haben mit
den Samen - ausschließen wil ich das nicht - aber es handelt sich
wietestgehend um wilde, d.h. mit Chance selbst ausgepflanzte Bäume, evt.
Samen von Gartenpflanzungen benachbarter Orte (4 - 5 km, würde ich mal als
Minimum annehmen), wer weiß schon, wie weit so ein Same es bringen kann
;-)
> Ich habe mal selbst aus wild vorkommenden Ebereschen Likör und Gelee
> gemacht. Mir haben sich beim Verkosten die Fußnägel bis zum Nabel
> hochgerollt. Eine Bittermandel ist da nichts dagegen.
Ja, sie sind gewöhnungsbedürftig. ;-) Die schwedischen Rezepte für
Ebeereschengelee, de ich inzwischen gefunden habe, enthalten denn auch auf
den ersten Blick richtig viel Zucker, sind im Geschmack aber hmm [weiter
nach de.rec.mampf, falls Bedarf]. Und wie gesagt, zu Wild...
> Neben dem Zufallsfund aus Nordböhmen gibt es aber auch Zuchtauslesen wie
> Sorbus aucuparia moravica Rosina, die besonders süß sind und Sorbus
> aucuparia moravica Konzentra mit besonders hohem Vitamin-C-Gehalt - beide in
> der ehemaligen DDR entwickelt - ganz interessant sind sicher auch die
> anderen nordeuropäischen Zuchtsorten.
Der hohe Vitamin-C-Gehalt nützte ja nur bei Rohsaft was... DAS geht mir
denn aber doch zu weit...
> Was ist an einer maßvollen und naturnahen Zuchtauslese denn überhaupt so
> abzulehnen?
Och, ich bin da einfach ein wenig zurückhaltend, zumal wenn es heimische
oder alte Sorten gibt, die ich als gut, genügend, lecker, tierfreundlich,
frosthart etc. empfinde. Warum z.B. neue Obstsorten und Plastikäpfel, die
sich immer ähnlicher werden oder 1 kg Gewicht pro Stück haben, wenn es
herrliche alte Sorten gibt? Ich seh das einfach nicht so rech tals nötig
an. Aber es gibt ja genug Auswahl für alle...
MArtina
> > ganz interessant sind sicher auch die anderen
> > nordeuropäischen Zuchtsorten.
>
> Wie komm ich bloß auf nordeuropäisch - das sollte natürlich osteuropäisch
> lauten,
> selbst wenn ein großer Teil des Osteuropas, in dem Ebereschen angebaut
> werden, nördlich von Frankfurt liegt - wo ich lebe.
Na, und ich wollte schon meine nordischen KOntakte fragen, was sie mir
denn da noch nicht gezeigt haben :-)
Allerdings gebe ich zu, daß in Frankfurt eine deutlich andere Geographie
herrscht und Kassel schon echt weit nördlich ist.... War in Südhessen im
Exil und weiß, wovon ich rede!
MArtina
Martina Jarnuszak schrieb:
>
> Der hohe Vitamin-C-Gehalt nützte ja nur bei Rohsaft was... DAS geht mir
> denn aber doch zu weit...
Hallo Martina
Rohsaft würde ich auch nicht empfehlen, die in den Früchten
enthaltene Parasorbinsäure verursacht Durchfall und erbrechen. Der
Saft und die Früchte müssen unbedingt erhitz werden bevor man sie den
Vögeln wegfuttert ;-) Die Blätter wirken dagegen als Heilmittel
angewendet gegen Durchfall, vielleicht muß man zu jeder Rispe Beeren
auch gleich ein Büschel Blätter mampfen !? ;)
Ich habe vor 1 "normale", eine "mährische", eine E. in Buschform
und einen Speierling gepflanzt, das soll dann der Ersatz für die
ehemalige uralte Birkengruppe am Haus geben..
Die Früchte verwenden wir als Mus und zwar 50:50 mit Apfelmus
gemischt, sehr lecker!
Gruß Lutz
--
-------------------------------------------------------------
KnowHow aus Medizin, Küche und Garten und viel mehr....
http://www.dillingen.baynet.de/~lbojasch/
> > Der hohe Vitamin-C-Gehalt nützte ja nur bei Rohsaft was... DAS geht
> > mir denn aber doch zu weit...
> Rohsaft würde ich auch nicht empfehlen, die in den Früchten
> enthaltene Parasorbinsäure verursacht Durchfall und erbrechen.
Eben. Ich sach ja, dat geht mir zu weit :-)
> ;-) Die Blätter wirken dagegen als Heilmittel
> angewendet gegen Durchfall, vielleicht muß man zu jeder Rispe Beeren
> auch gleich ein Büschel Blätter mampfen !? ;)
Wie wäre es mit einem Selbstversuch im nächsten Herbst mit anschließendem
Bericht?
> Ich habe vor 1 "normale", eine "mährische", eine E. in Buschform
> und einen Speierling gepflanzt, das soll dann der Ersatz für die
> ehemalige uralte Birkengruppe am Haus geben..
[zweifelnd] Ersatz? Na, das wird wohl so schnell nix werden, aber ich weiß
schon, was Du meinst. Ich habe zwischen Weihnachten und Neujahr bei meinem
neuerworbenen Haus so eine Art Hausbaum - eine sehr markante Birke, die
aler leider am Dachüberstand scheuerte und das Öffnen einiger Fenster
verhinderte - gefällt und überlege auch, ob und wie es möglich ist, einen
ähnlich markanten Punkt in einigen Metern Entfernung neu zu setzen. Birken
sind natürlich schön schnellwüchsig und überall zu haben... Noch keine
Entscheidung gefallen - am Ende wird's vielleicht einfach ein Fahnenmast
?! - Das ist laub- und regenrinnentechnisch einfacher ;-)
Die Vogelbeeren sollen auf dem Grundstück Bestandteile einer großzügigen
Wind- und Sichtschutz-Nutzhecke werden. Vielleicht ein oder zwei Solitäre
als Ausgleich für umfallende Pappeln...
Bis die Tage,
MArtina
> Ich find wirklich manche Neuzüchtungen einen Fortschritt.
> Roter Boskoop schmeckt wirklich besser und aromatischer als der alte
> Boskoop.
Kann ich z.B. nicht teilen, finde ihn nichtssagender und eurotauglicher
als den 'alten' Boskoop. Lagerfähigkeit habe ichdeshalb noch nicht getest,
kann ich nix zu sagen.
> Holsteiner Cox ist saftiger, besser zu lagern, nicht so leicht mehlig
> wie der alte Cox. Außerdem ein verlässlicherer Träger.
Cox mag ich gar nicht mehr, das Fleisch gefällt mir nicht und ich habe so
den Eindruck, daß das so'n Allerweltsapfel geworden ist...
> Gut und unverwechselbar war früher Goldparmäne. Aber sonst?
Und wo ist sie hin? Auch der Jonathan hat sich sehr verändert...
> Finkenwerder Herbstprinz: süßlich und sonst nichts.
Ups! Hin und wieder ein paar kg finde ich angenehm. Leider außerhalb von
Märkten selbst hier in HH schwer zu kriegen.
Was hälst Du denn vom åkerö? Ist leider nicht soo lange lagerfähig aber
lecker. Auch den Roten Astrachan (Auch: Roter Jakobiapfel) mag ich. Beide
gibt's wohl hier in D nicht so häufig, aber das kann sich ja ändern...
Na ja und dann gibt es natürlich noch Menschen mit alten Apfelbäumen, von
denen keiner weiß, was das für ne Sorte ist, aber was dranhängt, ist
einfach schwer zu schlagen. Mein Väterchen hat so einen Baum im Garten.
Ja und ich habe ja schon geschrieben, daß ich im Herbst ein Haus mit
großem Grundstück gekauft habe - inkl. altem Apfelbaum, der uns Ende
September mit einer Flut kleiner, etwas schorfiger Früchte beschenkte,
gelbe Schale mit rotstreifigen Wangen, auch rote Streifen im
Fruchtfleisch. Keine der befragten Baumschulen in der Umgebung konnte uns
sagen, was das ist, ein befreundeter Bauer in DK wußte angesichts der
mitgebrachten Äpfel nur, daß dortunddort auch noch so ein alter Baum
steht, die Äpfel klasse und eine sehr alte Sorte seien, aber wie die
heißen --- ?? Wie also so was weiterempfehlen??
Martina, auf der Suche nach einem guten Birnbaum...
Hallo Konrad,
>Also da muss man schon deutlich suchen, um unter den alten Sorten
>herrliche zu finden.
eben. Nicht umsonst heißt es: Das Bessere ist des Guten Feind....
>Ich find wirklich manche Neuzüchtungen einen Fortschritt.
Und wer unter den neuen Sorten nichts brauchbares findet, den möchte
ich mal bei den alten suchen sehen.
Außerdem: Wie alt muß eine Sorte sein, damit sie als alt gilt?
Ich hab' mal in meinem Meyers von 1896 die abgebildeten Apfelsorten
durchgesehen: Außer Gravensteiner ist keine Sorte zu finden, die heute
noch unter derselben Bezeichnung bekannt wäre....
Und in 50 Jahren wird es vielleicht modern sein, von den heutigen
Neuzüchtungen als alte Sorten zu schwärmen...:-)
>Roter Boskoop schmeckt wirklich besser und aromatischer als der alte
>Boskoop.
>Holsteiner Cox ist saftiger, besser zu lagern, nicht so leicht mehlig
>wie der alte Cox. Außerdem ein verlässlicherer Träger. Der Geschmack
>ist deutlich anders, man spürt den reingekreuzten Boskoop durch.
>Elstar ist ein Apfel, mit dem es kein "herrlicher alter Apfel"
>aufnehmen kann,
Voll d' accord.
Wenn Dir der Elstar liegt, dann versuch mal die Sorte Alkmene!
Hmmmmm, schmatzigutifeini....:-)
Beste Grüße
G e r h a r d
--
Morgen ist heute schon gestern.
Gerhard Zahn schrieb:
> Am Wed, 10 Feb 1999 17:50:31 GMT, schrieb "Konrad Wilhelm"
> SCHNIPF
> Wenn Dir der Elstar liegt, dann versuch mal die Sorte Alkmene!
> Hmmmmm, schmatzigutifeini....:-)
Oder versuch doch mal TOPAZ - eine tschechische Neuzüchtung mit
Mehrfachresistenz - ich wette, dass der dem Elstar den Rang ablaufen wird.
Die Äpfel gibts wahrscheinlich noch nicht oft auf dem Markt - aber die
Bäume müsste man über eine gute Baumschule beschaffen können.
>
> Beste Grüße
> G e r h a r d
Gruß Olaf
> Wenn Dir der Elstar liegt, dann versuch mal die Sorte Alkmene!
> Hmmmmm, schmatzigutifeini....:-)
>
Du hast ganz offensichtlich noch keinen guten Apfel gegessen, wenn
Dir der Elstar als der Gipfel des Geschmacks vorkommt. :-)
Gunter
> Außerdem: Wie alt muß eine Sorte sein, damit sie als alt gilt?
:-)
> Ich hab' mal in meinem Meyers von 1896 die abgebildeten Apfelsorten
> durchgesehen: Außer Gravensteiner ist keine Sorte zu finden, die heute
> noch unter derselben Bezeichnung bekannt wäre....
Schau mal in den Webseiten der Baumschule Baumgartner. Da kommt einem
einiges bekannt vor, u.a. James Grieve, Jonathan und Signe Tillisch...
> Und in 50 Jahren wird es vielleicht modern sein, von den heutigen
> Neuzüchtungen als alte Sorten zu schwärmen...:-)
C'est la vie. Aber ich denke, gute 100 Jährchen könnten es schon sein,
damit eine Sorte als hinreichend getestet gilt, was meinst Du?
MArtina
Du hast offensichtlich keinen besseren gefunden, sonst würdest Du die
anderen Gärtner und Genießer an Deinen Erkenntnissen teilhaben lassen.
MArtina
> Martina, auf der Suche nach einem guten Birnbaum...
Ich bin ueberzeugt, den gibt's fuer's hiesige Wetter nicht ):-((
Am besten gefallen mir noch Conference und Madame Verté; aber getragen
haben die 98 auch nix ausser Schorf
-> Gruesse aus meinem kleinen Gartenhaeuschen, Gerd
> > Martina, auf der Suche nach einem guten Birnbaum...
>
> Ich bin ueberzeugt, den gibt's fuer's hiesige Wetter nicht ):-((
Was!!!! -8-o
> Am besten gefallen mir noch Conference und Madame Verté; aber getragen
> haben die 98 auch nix ausser Schorf
Madame kenne ich nicht... Ich habe mit einer Gräfin (von Paris) oder ganz
schlicht mit einer Gråpäron (ist wohl das gleiche wie die Gute Graue)
geliebäugelt. Hast Du - oder sonst jemensch - mit diesen Sorten Erfahrung?
Brauche ja für die schwedische Klimazone iv eine etwas klimafeste Sorte.
Zumindest die Gråpäron ist für diese Gebiete noch ok, was trotz des spät
einsetzenden Ertrages ein Vorteil ist ;-)
Martina
>
> Du hast offensichtlich keinen besseren gefunden, sonst würdest Du die
> anderen Gärtner und Genießer an Deinen Erkenntnissen teilhaben lassen.
>
aber sicher: Goldparmäne, Blenheim, Geheimrat Oldenburg, Cox (aber
nicht die Neuzüchtung) Nur gibts die alle kaum noch )-:
Gunter
- wenn sie ohne Fremdbestäubung überhaupt tragen, so tragen sie doch
wesentlich besser mit einer geeigneten Fremdbestäubersorte, die zur
gleichen Zeit blüht. Die geeignete Sorte ist gegebenenfalls in der
Baumschule zu erfragen.
- häufig sind sie auf Quitte veredelt, daß macht sie deutlich
empfindlicher gegenüber kalter Witterung, wenn sie auch kleiner
bleiben und früher tragen.
m.jar...@cl-hh.comlink.de (Martina Jarnuszak ) meinte am 15.02.99
im Brett /DE/REC/GARTEN zum Thema "Re: Alte Obstsorten war:
Felsenbirne":
> > Am besten gefallen mir noch Conference
Nach der Liste eine robuste anspruchslose Sorte, nach Beschreibungen
in der Literatur ist das Aroma aber sehr abhängig vom guten, vor allem
von warmen sonnigen Standorten. Blüht zudem früh - daher Spätfrost
gefährdet.
> > und Madame Verté;
Nach der Liste eine robuste Sorte für wärmere Lagen - schon in der
Liste steht: in ungünstigen Lagen hoher Anteil an Gerbsäure.
> > aber getragen haben die 98 auch nix ausser Schorf
> Gräfin (von Paris)
Nach der Liste nur für gute, warme Lagen - sonst robust - in
ungünstigen Lagen grobes und herbes Fleisch. Blüht sehr früh -
besonders spätfrost gefährdet.
> oder ganz schlicht mit einer Gråpäron (ist wohl das
> gleiche wie die Gute Graue) geliebäugelt.
Nach der Liste eine robuste Sorte - mir wird die persönlich, die kenn
ich aus Nachbars Garten, das steht allerdings auch in der Liste, zu
schnell teigig und das kann ich gar nicht ab bei Birnen. Blüht aber
spät daher wenig Spätfrost gefährdet.
Empfohlen werden für rauhe Lagen "Frühe von Trevoux" allerdings durch
frühe Blüte noch Spätfrost gefährdet und "Neue Poiteau", letztere ist
allerdings nicht in der Sortenliste und ich habe den Hinweis auch
nirgends doppelt oder bestätigt gefunden.
Zu den vielleicht passendsten erwähnten Sorten "Herzogin Elsa" und
"Esperens Herrenbirne" gibt eine Extra-Nachricht.
Grüße
Bernhard
> > > Martina, auf der Suche nach einem guten Birnbaum...
> >
> > Ich bin ueberzeugt, den gibt's fuer's hiesige Wetter nicht
> > ):-((
>
> Was!!!! -8-o
Wir hatten in meiner Jugend die "Herzogin Elsa" in Kombination mit
einer weiteren aufgepfropften Birne im Garten, am kühlen Nordhang. Die
"Herzogin Elsa" hat mir sehr zugesagt: weißes Fruchtfleisch, sehr
saftig, süßsäuerlich, allerdings wie auch in der Sortenliste steht,
tatsächlich kein so intensives Birnenaroma wie man es von den Sorten
aus südlichen Ländern kennt - aber wir leben ja auch nicht in
südlichen Ländern und ich fand die Früchte ausgesprochen lecker.
Zudem ist "Herzogin Elsa" in Skandinavien verbreitet, somit wohl
erfolgversprechend anzubauen auch wenn es im Sommer eher kühl bleibt
und auch der Boden nicht die optimalen Temperaturen erreicht und sie
kommt in der Sortenliste des BdB auch noch vor, d.h. man kann sie noch
kaufen.
Einziges Problem ist bei der "Herzogin Elsa" die sehr frühe Blüte -
sollte es also dort wo Du sie hinhaben willst häufig nach einer
frühlingshaft warmen Periode Spätfröste geben, kann Dich das um die
Ernte bringen.
Ansonsten würde ich mich in dem Fall wirklich daran orientieren,
welche Sorten Baumschulen in Schweden, in der Region, in die es Dich
zieht, anbieten - daraus läßt sich zumindest ableiten welche gängigen
Sorten der dortigen Witterung ohne Probleme trotzen. Tatsächlich wird
bei Birnen der Anbau in Weinbauregionen empfohlen - süß und
vollaromatisch sind sie also vor allem dort.
Für kühle Lagen empfiehlt der BdB neben der "Herzogin Elsa" vor allem
"Esperens Herrenbirne", die kenne ich aber nicht persönlich.
Beschreibung: Fleisch gelbweiß, schmelzend, saftig, süßsäuerlich, sehr
aromatisch. Dafür äußerlich unscheinbarer als "Herzogin Elsa". Auch
Esperens Herrenbirne blüht noch früh - aber nicht so früh wie
"Herzogin Elsa" ist also nicht ganz so spätfrost gefährdet.
Das mit den Birnen in nördlichen Lagen scheint eine Wissenschaft für
sich und insgesamt nicht unproblematisch. Da Du aber auch Wildobst
liebst und schätzt, wirst Du Dich mit den Birnen aus etwas rauheren
Lagen mit ihrem etwas rauheren Habitus aber sicher auch anfreunden
können.
Heuer habe ich einen Südwesthang und zwei 9 bzw. 11 Meter hohe
Birnenriesen auf dem Grundstück, von denen ich nicht weiß, was es für
Sorten sind - die einen sind vom Baum saftig lecker, die anderen
werden das erst durch Lagerung. Diese völlig verwachsenen skurillen
Geländemarken, mag ich trotz ihres hohen Alters und obwohl einer der
beiden schon hohl ist, allerdings nicht fällen, nur um danach mehr
Ertrag und eine mir bekannte Sorte im Garten zu haben. Es ist
allerdings ein Kreuz die zu beschneiden, damit sie nicht
zusammenbrechen unter der eigenen Last an Holz, das sie beständig und
alljährlich produzieren - ich hänge dann im Klettergurt ca. 7 Meter
über dem Boden mit Säge und Schere an langen Verlängerungen um auch
die äußeren Äste in dieser Höhe noch zu erreichen.
Grüße
Bernhard
deine Frage:
> > > Martina, auf der Suche nach einem guten Birnbaum...
meine Antwort:
> > Am besten gefallen mir noch Conference und Madame Verté; aber
> > getragen haben die 98 auch nix ausser Schorf
du schriebst:
> Madame kenne ich nicht... Ich habe mit einer Graefin (von Paris) oder
> ganz schlicht mit einer Gråpaeron (ist wohl das gleiche wie die Gute
> Graue) geliebaeugelt.
Die Graefin von Paris hatte als einzige von vielen Sorten bei der
Bundesgartenschau Gelsenkirchen immerhin EINE Frucht getragen. Mit Tricks
glaubte ich meine Madame Verte "kuenstlich" befruchtet zu haben; auch sie
trug von der 2. Bluete (nachdem sie die ersten Fruechtchen uebernacht
komplett abgeworfen hatte) eine Birne. Die kriegte ich sogar zur Reife;
sie schmeckte - wie auch frueher schon - "zimtartig" sehr gut. Nur hatte
sie kein Kerngehaeuse. Mein Fazit: durch das kaltnasse Fruehjahr fehlte es
an Bienenflug und -bestaeubung. Soweit ich uebersehe, gilt das fuer ganz
Norddeutschland. Dazu kommt noch der sich verstaerkende Schorf.
> Hast Du - oder sonst jemensch - mit diesen Sorten
> Erfahrung? Brauche ja fuer die schwedische Klimazone iv eine etwas
> klimafeste Sorte.
Vor allem brauchst du IMHO gleich ZWEI spaetbluehende Sorten, die auch
nicht zu schorfanfaellig sind.
> > Du hast offensichtlich keinen besseren gefunden, sonst
> > würdest Du die anderen Gärtner und Genießer an Deinen
> > Erkenntnissen teilhaben lassen.
> >
> aber sicher: Goldparmäne, Blenheim, Geheimrat Oldenburg, Cox
> (aber nicht die Neuzüchtung) Nur gibts die alle kaum noch )-:
Das wundert mich doch - mag sein, daß es die im heimischen
Gartencenter oder im Baumarkt nicht gibt, oder bei Staudengärtnereien,
die nur ein eingeschränktes Angebot an Obst und Gehölzen mit anbieten.
Ganz klar gibt es die auch nicht bei Pötschke oder den anderen
Versendern von Gartenartikeln. Wir leben einfach in einer Zeit
wachsender Spezialisierung - wer am Markt bestehen will, konzentriert
sich auf sein Kernangebot und betreibt das professionell. Ärgerlich
für den Gärtner, der nun nicht mehr mit einer Sammelbestellung bei
einem Anbieter hinkommt - erfreulich für alle Hobbygärtner, die
Qualität erhoffen und erwarten und auf Bäume und Sträucher setzen, die
ihrem künftigen Wuchsort möglichst optimal angepaßt sind.
Baumschulen, die ihre Arbeit und ihre Kunden und damit ihre eigene
geschäftliche Zukunft ernst nehmen, besorgen im übrigen fast alles,
was sie nicht selbst anbauen, bereitwillig.
(In meiner Lieblingsbaumschule bei Appel hatte man mich z.B. wegen
meiner Frage wegen Berberis vulgaris 'dulcis' einer ausgelesenen
süßfrüchtigen Form der heimischen Berberitze ungläubig und lächelnd
angeschaut und den Kopf geschüttelt und gesagt, daß sei doch höchstens
ein Gerücht, so was gäbe es nicht - doch zwei Tage später hat man mich
angerufen und mich gefragt wieviele ich bis wann haben möchte.)
Beim überfliegen der mir vorliegenden Kataloge fand ich je mindestens
drei der von Dir genannten Sorten, meist aber alle vier, alle in den
unterschiedlichsten Wuchsformen und auf unterschiedlichen Unterlagen
mit und ohne krebs- und/oder frostharte Zwischenveredlungen bei Appel,
Brenninger, Bruns, Cordes, Kayser & Seybert, Oppel (nicht mit Appel zu
verwechseln), ... (danach habe ich dann aufgehört zu suchen).
Grüße
Bernhard
> aber sicher: Goldparmäne, Blenheim, Geheimrat Oldenburg, Cox (aber
> nicht die Neuzüchtung) Nur gibts die alle kaum noch )-:
Kannst Du mir Blenheim und Geheimrat Oldenburg näher beschreiben oder mir
tippern, wo es Beschreibungen im Netz gibt? We Du weißt, bin ich noch auf
der Suche, was ich denn in meinem Nordlandgarten anpflanzen soll..
Martina
> - häufig sind sie auf Quitte veredelt, daß macht sie deutlich
> empfindlicher gegenüber kalter Witterung, wenn sie auch kleiner
> bleiben und früher tragen.
[große Augen machend] Aha! Schlingel, die! Ich werde darauf achten!
Guuuuter Tip!
> > Gräfin (von Paris)
>
> Nach der Liste nur für gute, warme Lagen - sonst robust - in
> ungünstigen Lagen grobes und herbes Fleisch. Blüht sehr früh -
> besonders spätfrost gefährdet.
Ups. Ich habe sie als besonders frosthart beschrieben gefunden, bin mir
aber auch unsicher, ob ich sie beim mittelschwedischen Klima wie angegeben
bis November am Baum lassen kann... time would tell...
Die Gute Graue hat den Vorteil, daß ich WEISS, daß sie in der Gegend
gepflanzt werden kann. Ist natürlich ein recht klägliches Argument...
> Empfohlen werden für rauhe Lagen "Frühe von Trevoux" allerdings durch
> frühe Blüte noch Spätfrost gefährdet und "Neue Poiteau",
Ich eile zu Deinem nächsten posting!
MArtina
> Wir hatten in meiner Jugend die "Herzogin Elsa" in Kombination mit
> einer weiteren aufgepfropften Birne im Garten, am kühlen Nordhang.
> Zudem ist "Herzogin Elsa" in Skandinavien verbreitet, somit wohl
> erfolgversprechend anzubauen auch wenn es im Sommer eher kühl bleibt
> und auch der Boden nicht die optimalen Temperaturen erreicht und sie
> kommt in der Sortenliste des BdB auch noch vor, d.h. man kann sie noch
> kaufen.
Na, die Sommer sind normalerweise schon ziemlich warm in Schweden
(jedenfalls in dem Teil), aber es erwärmt sich eben später und die Fröste
setzen früher ein.
> Einziges Problem ist bei der "Herzogin Elsa" die sehr frühe Blüte -
> sollte es also dort wo Du sie hinhaben willst häufig nach einer
> frühlingshaft warmen Periode Spätfröste geben, kann Dich das um die
> Ernte bringen.
Kann mir mit Kirschen (ja, ja, ich bin verrückt - aber es ist Kirschen-
Grenzland!!) auch passieren. Aber wenn's auch nicht jedes Jahr klappen
sollte mit Ertrag, so gäbe es ohne Baum gar keine eigenen Birnen - und
zumindest hätten die gefiederten und geflügelten Gesellen ja noch was
davon gehabt..
> Ansonsten würde ich mich in dem Fall wirklich daran orientieren,
> welche Sorten Baumschulen in Schweden, in der Region, in die es Dich
> zieht, anbieten - daraus läßt sich zumindest ableiten welche gängigen
> Sorten der dortigen Witterung ohne Probleme trotzen.
Natürlich. Esperens z.B. ist dort verbreitet. Andererseits ist es so, daß
die Baumschulen - wie hier auch viele - gerne Neuzüchtungen verkaufen und
Klaasiker nicht überall zu haben sind. Ich bin nun auf diesem Gebiet keine
Freundin von Modeerscheinungen und möchte gerne - natürlich möglichst ohne
kulinarische Einbussen - mein Scherflein zur Erhaltung alter Sorten
beitragen.
> Für kühle Lagen empfiehlt der BdB neben der "Herzogin Elsa" vor allem
> "Esperens Herrenbirne", die kenne ich aber nicht persönlich.
Ich kann Dir ja mal eine Herrenbirne mitbringen, wenn ich wieder in S.
war. Bist Du denn ein Herr?
> Das mit den Birnen in nördlichen Lagen scheint eine Wissenschaft für
> sich und insgesamt nicht unproblematisch. Da Du aber auch Wildobst
> liebst und schätzt, wirst Du Dich mit den Birnen aus etwas rauheren
> Lagen mit ihrem etwas rauheren Habitus aber sicher auch anfreunden
> können.
:-)
Zuversicht auch meinerseits.
Ansonsten pikant einlegen... :-))
[Birnenveteranen]
> Geländemarken, mag ich trotz ihres hohen Alters und obwohl einer der
> beiden schon hohl ist, allerdings nicht fällen, nur um danach mehr
> Ertrag und eine mir bekannte Sorte im Garten zu haben.
Kann ich gut verstehen!
Vielleicht sollte ich davon Reiser zum verdeln nach Schweden importieren
und beobachten, was passiert?
Martina, ganz obstüchtig geworden
> Die Graefin von Paris hatte als einzige von vielen Sorten bei der
> Bundesgartenschau Gelsenkirchen immerhin EINE Frucht getragen.
[grien] Wie alt waren denn die Bäumchen? Nicht, daß uns Familienkrach
ausbricht, wer denn die jährliche Birne essen darf....
> Mit Tricks
> glaubte ich meine Madame Verte "kuenstlich" befruchtet zu haben; auch sie
> trug von der 2. Bluete (nachdem sie die ersten Fruechtchen uebernacht
> komplett abgeworfen hatte) eine Birne. Die kriegte ich sogar zur Reife;
> sie schmeckte - wie auch frueher schon - "zimtartig" sehr gut.
Hört sich interessant an....
> > Hast Du - oder sonst jemensch - mit diesen Sorten
> > Erfahrung? Brauche ja fuer die schwedische Klimazone iv eine etwas
> > klimafeste Sorte.
>
> Vor allem brauchst du IMHO gleich ZWEI spaetbluehende Sorten, die auch
> nicht zu schorfanfaellig sind.
Du meinst, von wegen Befruchtung und dann noch Frost und Regen? Mit
letzterem rechne ich eigentlich nicht in problematischen Ausmaßen... naja,
eben so wie hier ;-)
Gruß
Martina
> ZU ALLEN BIRNEN
> - wenn sie ohne Fremdbestaeubung ueberhaupt tragen, so tragen sie doch
> wesentlich besser mit einer geeigneten Fremdbestaeubersorte, die zur
> gleichen Zeit blueht. Die geeignete Sorte ist gegebenenfalls in der
> Baumschule zu erfragen.
Da habe ich's mir einfacher gemacht: Williams Christ ist (fast) ein
"Birnenuniversalbefruchter". Die Fruechte selbst werde ich im hiesigen
norddeutschen Regenland kaum geniessen koennen (Schorf); aber den uebrigen
Birnbaeumen (Conference, Concorde, Madame Verte) reichen die Blueten,
zumal Birnbaeume sehr lange bluehen, dadurch gute Bluetezeitueberlappung.
Bei sehr wenig Platz im Garten bietet sich auch Pfropfung durch 2. Sorte
an; derartige "Duobaeume" werden auch von Baumschulen angeboten.
> - haeufig sind sie auf Quitte veredelt, dass macht sie deutlich
> empfindlicher gegenueber kalter Witterung, wenn sie auch kleiner
> bleiben und frueher tragen.
Ich habe alle Birnen auf Quitte A; 95er Birnaeume tragen inzwischen
(ausser im nasskalten Fruehjahr 98; das war aber ein Befruchtungsproblem).
"Empfindlicher gegenueber kalter Witterung" sagt mir nix. Wie aeussert
sich das ? Die Wurzeln sind auf Quitte A flacher, damit empfindlicher
gegenueber Trockenheit, aber abfrieren tut da nichts.
> > > Am besten gefallen mir noch Conference
> in der Literatur ist das Aroma aber sehr abhaengig vom guten, vor allem
> von warmen sonnigen Standorten. Blueht zudem frueh - daher Spaetfrost
> gefaehrdet.
Zu a: nein, reift sicher und geschmackvoll aus, dauert hier nur etwas
laenger als in Weinbaugebieten.
Zu b: ja, stimmt leider [seufz]; durch langanhaltende folgernde Bluete
wird das aber fast ausgeglichen
> > > und Madame Verté;
> Nach der Liste eine robuste Sorte fuer waermere Lagen - schon in der
> Liste steht: in unguenstigen Lagen hoher Anteil an Gerbsaeure.
nach Kreuzer Bd.III, 3.Aufl., S. 81-82 "sicher ausreifende Winterbirne"
> > > aber getragen haben die 98 auch nix ausser Schorf
Naja, Madame trug 98 immerhin EIN Baby aus.
> Empfohlen werden fuer rauhe Lagen "Fruehe von Trevoux" allerdings durch
> fruehe Bluete noch Spaetfrost gefaehrdet und "Neue Poiteau", letztere ist
> allerdings nicht in der Sortenliste und ich habe den Hinweis auch
> nirgends doppelt oder bestaetigt gefunden.
Neue Poiteau nach Kreuzer, Bd.III, 3.Aufl. S.83: Holz noch frosthart;
Bluete langwaehrend, wenig witterungs- und frostempfindlich.
Standort: Tal bis hoehere Gebirgslagen (500-600 m) breit anbaufaehig.
Persoenlich kenne ich diese Sorte nicht, wuesste auch keine Bezugsquelle
> Das mit den Birnen in noerdlichen Lagen scheint eine Wissenschaft fuer
> sich und insgesamt nicht unproblematisch.
Du und das Rhein-Main-Gebiet haben gut reden ):-(
> Da Du aber auch Wildobst
> liebst und schaetzt, wirst Du Dich mit den Birnen aus etwas rauheren
> Lagen mit ihrem etwas rauheren Habitus aber sicher auch anfreunden
> koennen.
Meine Mutter hatte da einen guten Trick: die harten, flachschmeckenden
"noerdlichen" Birnen mit Aepfeln gemischt, ergaben immer ein prima Kompott
> Es ist allerdings ein Kreuz die zu beschneiden, damit sie nicht
> zusammenbrechen unter der eigenen Last an Holz, das sie bestaendig und
> alljaehrlich produzieren
Wenn sie dann zu hoch werden und nur noch oben Fruechte tragen, dann hat
sich hier schon ein paarmal bewaehrt die Krone abzusetzen. Das hilft den
ueberalterten Riesen ein paar Jahre lang. Allerdings muss man dann in den
naechsten 2 Sommern zusaetzlich schneiden.
> "Empfindlicher gegenueber kalter Witterung" sagt mir nix. Wie
> aeussert sich das ? Die Wurzeln sind auf Quitte A flacher,
> damit empfindlicher gegenueber Trockenheit, aber abfrieren tut
> da nichts.
Nach den Beschreibungen in meinen Gartenbüchern scheinen die sich aber
einige zu sein - daß Birnen auf Quitte empfindlicher auf lang kalt
bleibende Böden, auf naß-kalte Böden und auf Winterfröste reagieren -
und Schweden ist doch etwas kälter als die kälteren Regionen in denen
hier in Deutschland Birnen angebaut werden.
Auch zu Quitten selbst schreibt der BdB: "Quitten sind im Holz
empfindlicher gegen Winterfröste als die meisten unserer Apfel- und
Birnensorten."
> > > > Am besten gefallen mir noch Conference
>
> > in der Literatur ist das Aroma aber sehr abhaengig vom
> > guten, vor allem von warmen sonnigen Standorten. Blueht
> > zudem frueh - daher Spaetfrost gefaehrdet.
>
> Zu a: nein, reift sicher und geschmackvoll aus, dauert hier
> nur etwas laenger als in Weinbaugebieten.
> Zu b: ja, stimmt leider [seufz]; durch langanhaltende
> folgernde Bluete wird das aber fast ausgeglichen
Da waren sich zu a) die älteren Gartenbücher und der BdB aber einig.
Aber wie gesagt, es steht dort nicht, daß sie an kalten Standorten
nicht gut schmecken - womöglich einfach anders oder nicht so
vollaromatisch. Ob sie auch in Schweden mit einem früheren
Wintereinbruch noch voll ausreift, ist finde ich, von hier aus schwer
zu beurteilen.
> > > > und Madame Verté;
>
> > Nach der Liste eine robuste Sorte fuer waermere Lagen -
> > schon in der Liste steht: in unguenstigen Lagen hoher Anteil
> > an Gerbsaeure.
>
> nach Kreuzer Bd.III, 3.Aufl., S. 81-82 "sicher ausreifende
> Winterbirne"
Das ist ja kein Widerspruch - ausgereift sind die mit
hohem Anteil an Gerbsäuren durchweg genauso. Ein hoher
Gerbsäureanteil heißt nicht, daß sie noch unreif seien!
Wir hatten eine Birne mit hoher Gerbsäure-Anteil als
Zweitbirne/Befruchter für die Herzogin Elsa, diese Sorte,
deren Name ich nicht kenne, die war so was von schön gelb,
mit einer leicht rosafarbenen Wange, sie war saftig, mit
intensivem Birnenduft erst wunderbar süß auf der Zunge
und dann einen winzigen Moment später .... BITTER - ZUM
AUSSPUCKEN
Wenn also bei der Beschreibung dabei steht, in ungünstigen
Lagen hoher Gerbsäure-Anteil, dann mache ich darum aus
Erfahrung klug, einen Riesenbogen, wenn ich nicht gerade
einen mit Sicherheit guten Standort für Birnen habe.
An die beschriebenen Birnen gingen nicht mal die Wespen.
Grüße
Bernhard
Was hab' ich da nur angestellt mit meiner Frage nach einer Birne?!
> > "Empfindlicher gegenueber kalter Witterung" sagt mir nix. Wie
> > aeussert sich das ? Die Wurzeln sind auf Quitte A flacher,
> > damit empfindlicher gegenueber Trockenheit, aber abfrieren tut
> > da nichts.
>
> Nach den Beschreibungen in meinen Gartenbüchern scheinen die sich aber
> einige zu sein - daß Birnen auf Quitte empfindlicher auf lang kalt
> bleibende Böden, auf naß-kalte Böden und auf Winterfröste reagieren -
> und Schweden ist doch etwas kälter als die kälteren Regionen in denen
> hier in Deutschland Birnen angebaut werden.
Na ja, kälter vielleicht nicht unbedingt, kurz vor Weihnachten -15°C,
hatten wir hier in D auch - Allerdings war ich in S. in gleicher Gegend
auch schon (ausnahmsweise) bei -25°C unterwegs [in Gedanken schmunzelnd,
denn es gab herrlichen Hochdruck dazu!]
> Auch zu Quitten selbst schreibt der BdB: "Quitten sind im Holz
> empfindlicher gegen Winterfröste als die meisten unserer Apfel- und
> Birnensorten."
Könnte ein Knackpunkt sein.
KAufen wir denn nun zuDritt einen Quitten- und eine andere Unterlage, um
dann in einigen Jahren hier berichten zu können? Versuch macht kluch,
heißt es bei uns dazu... ;-)
> > > > > Am besten gefallen mir noch Conference
> >
> > > in der Literatur ist das Aroma aber sehr abhaengig vom
> > > guten, vor allem von warmen sonnigen Standorten. Blueht
> > > zudem frueh - daher Spaetfrost gefaehrdet.
> >
> > Zu a: nein, reift sicher und geschmackvoll aus, dauert hier
> > nur etwas laenger als in Weinbaugebieten.
> > Zu b: ja, stimmt leider [seufz]; durch langanhaltende
> > folgernde Bluete wird das aber fast ausgeglichen
>
> Da waren sich zu a) die älteren Gartenbücher und der BdB aber einig.
> Aber wie gesagt, es steht dort nicht, daß sie an kalten Standorten
> nicht gut schmecken - womöglich einfach anders oder nicht so
> vollaromatisch. Ob sie auch in Schweden mit einem früheren
> Wintereinbruch noch voll ausreift, ist finde ich, von hier aus schwer
> zu beurteilen.
[nickend] Aber selbst wenn ich dort bin, wird es wohl einige Zeit dauern,
bis ich was Stichhaltiges an Erfahrungen liefern kann. Und ein
Vergleichsbäumchen in wärmeren Gegenden fehlte mir dann auch.
Allerdings könnte ich sie frostfrei im Erdkeller lagern (sofern noch
Platz) und sie könnte dort in Ruhe nach - und ausreifen...
> Wir hatten eine Birne mit hoher Gerbsäure-Anteil als
> Zweitbirne/Befruchter für die Herzogin Elsa, diese Sorte,
> deren Name ich nicht kenne, die war so was von schön gelb,
> mit einer leicht rosafarbenen Wange, sie war saftig, mit
> intensivem Birnenduft erst wunderbar süß auf der Zunge
Klingt wunderbar
> und dann einen winzigen Moment später .... BITTER - ZUM
> AUSSPUCKEN
Und da fragt sichdie Laiin: How comes??? Im Dschungelbuch heißt es dazu:
Sowas Trauriges hab' ich noch nie erlebt :-(
> An die beschriebenen Birnen gingen nicht mal die Wespen.
Ist ein Kriterium - aber: was habt Ihr denen stattdessen angeboten?
;-)
Martina
> Ist ein Kriterium - aber: was habt Ihr denen stattdessen
> angeboten?
Ei die Sorte, die sie befruchten sollten, die Herzogin Elsa,
die haben sie geliebt. Wenn wir dran wollten gab es jedesmal
eine Klopperei - oder sagen wir mal - ganz ohne Stich ging das
nie ab - was sicher mit dran lag, daß wir das Wespennest unterm Dach,
das wir jedes Jahr an anderer Stelle hatten, nicht entfernen wollten
und das sie angesichts der sterilen Nachbargärten bei uns auch noch
besonders gerne und häufig waren.
Da mir die Stiche damals nicht sehr geschadet haben, denke ich heute
über die Bienenhaltung nach - werde mich noch diese Jahr oder
spätestens nächstes mal einem Verein anschliessen und das lernen.
Das mit den Bienen fasziniert mich jedesmal, wenn ich einem Imker
zuschaue und selbst mit anpacken, tue ich schon jetzt gern, wenn es
auch hin und wieder mal AUTSCH macht, wenn man drauf packt, wenn man
die Waben raushebt und die Bienen einfach nicht für den Finger zur
Seite rutschen.
Grüße
Bernhard
ich glaube, es ist bisher hier noch nicht erwaehnt worden, der
Edelversand Manufactum hat auch einen Pflanzenkatalog. Im 98er sind
folgende Aepfel drin
- Roter Eiser
- Rote Sternrenette
- Geheimrat Dr. Oldenburg (anfaellig fuer Schorf in zu feuchten Lagen,
nicht windfest)
- Goldparmaene
- Ontarioapfel
- Danziger Kantapfel
- Gravensteiner
- Schoener von Nordhausen (Liebhabersorte fuer kaeltere Lagen)
- Kaiser Wilhelm
Manufactum ist unter http://www.manufactum.de im netz. Habs allerdings
noch nicht selbst ueberprueft.
Peter