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Weinreben vor Verbiss durch Schafe schützen

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car...@web.de

unread,
Apr 4, 2021, 3:42:37 AM4/4/21
to
da sich auf meiner Obstbaumwiese Schafe befinden, will ich die dort angebrachten ca. 9 Jahre alten Weinreben vor Verbiss schützen.
Da ich Holzplatten übrig habe, will ich ein quaderförmiges (Grundriss: Quadrat) Gebilde um den Stamm der Weinreben anbringen, das einen gewissen Abstand vom Boden hat, damit Luft reingehen kann.
Macht dies der Pflanze nichts aus (bzw, wird diese auf Dauer nicht beschädigt: Pilbefall?), da ja kein Licht und auch keine Luft an der Seite reinkommt.
Licht und Luft kommen nur von oben und unten an die Weinrebe.
Was meint ihr dazu?

mfg
cx

Ina Koys

unread,
Apr 4, 2021, 4:09:46 AM4/4/21
to
Ohne große Ahnung von Schafen oder Weinreben: Ich würde auf jeden Fall
gut Abstand von den Reben halten, so ca. 1,50 m. Und ich würde keinen
Kasten bauen, sondern mehr ein Gitter. Kann ja ein enges Gitter sein.
Aber ich gehe stark davon aus, dass die Reben von Luftbewegung
profitieren. Schließlich sind es ursprünglich Lianen.

Ina
--
Die Natur versteht gar keinen Spaß, sie ist immer wahr, immer ernst,
immer strenge, sie hat immer Recht und die Fehler und Irrtümer sind
immer des Menschen. - Johann Wolfgang Goethe

car...@web.de

unread,
Apr 4, 2021, 4:38:07 AM4/4/21
to
>
> Ohne große Ahnung von Schafen oder Weinreben: Ich würde auf jeden Fall
> gut Abstand von den Reben halten, so ca. 1,50 m. Und ich würde keinen
> Kasten bauen, sondern mehr ein Gitter. Kann ja ein enges Gitter sein.
> Aber ich gehe stark davon aus, dass die Reben von Luftbewegung
> profitieren. Schließlich sind es ursprünglich Lianen.
>
Da ich aber Holzplatten übrig habe, würde ich diese gerne verbauen.
Kann ich der Weinrebe damit schaden ?

mfg
cx


Klaus Meinhard

unread,
Apr 4, 2021, 4:49:19 AM4/4/21
to
Am 04.04.2021 um 09:42 schrieb car...@web.de:

Das gibt doch einen Kamineffekt, der für genügend Luftaustausch um den
Stamm sorgt. Da würde ich nix befürchten.

Eher denke ich, das ein Bock sich der Konstruktion annimmt. Die
probieren gern mal ihren Kopfstoß aus, und bei mangelnder Festigkeit ist
der Kasten platt.

Wie sind eigentlich die Stämme der Obstbäume vor den Schafen geschützt?
Oder sind die schon so alt, das die Schafe keine Chance mehr haben?
--
Mit freundlichen Grüßen,

* Klaus Meinhard *

car...@web.de

unread,
Apr 4, 2021, 4:54:58 AM4/4/21
to
>
> Eher denke ich, das ein Bock sich der Konstruktion annimmt. Die
> probieren gern mal ihren Kopfstoß aus, und bei mangelnder Festigkeit ist
> der Kasten platt.
>
Da habe ich eher Sorge um die Weinrebe, daß die beim Stoß nicht beschädigt wird.
Ein Schafsbock der Herde soll laut Aussage des Schäfers 100 Kg wiegen.

>
> Wie sind eigentlich die Stämme der Obstbäume vor den Schafen geschützt?
> Oder sind die schon so alt, das die Schafe keine Chance mehr haben?
>
Die sind uralt. Da frißt keiner mehr rum.

mfg
cx

Ina Koys

unread,
Apr 4, 2021, 5:22:38 AM4/4/21
to
Vorstellen kann ich es mir gut. Probiert habe ich es noch nie. Wenn du
unbedingt die Platten nehmen willst, dann versuch eben noch mehr Abstand.

Ina Koys

unread,
Apr 4, 2021, 5:25:28 AM4/4/21
to
Am 04.04.2021 um 10:49 schrieb Klaus Meinhard:

> Eher denke ich, das ein Bock sich der Konstruktion annimmt. Die
> probieren gern mal ihren Kopfstoß aus, und bei mangelnder Festigkeit ist
> der Kasten platt.

Ich überleg gerade, ob ich zu Ostzeiten nicht Schafe auch hinter
Lattenzäunen gesehen habe. Erinnere mich nicht mehr wirklich, ob es
nicht doch Elektrozäune waren. Oder das waren immer nur Schäfinnen. :)

Ina Koys

unread,
Apr 4, 2021, 5:26:44 AM4/4/21
to
Am 04.04.2021 um 10:54 schrieb car...@web.de:
>>
>> Eher denke ich, das ein Bock sich der Konstruktion annimmt. Die
>> probieren gern mal ihren Kopfstoß aus, und bei mangelnder Festigkeit ist
>> der Kasten platt.
>>
> Da habe ich eher Sorge um die Weinrebe, daß die beim Stoß nicht beschädigt wird.

Vor allem, wenn nicht nur ein paar Bretter, sondern gleich eine ganze
Platte drauf knallt.

Carlo XYZ

unread,
Apr 4, 2021, 7:26:07 AM4/4/21
to
car...@web.de schrieb am 04.04.21 um 09:42:
9 Jahre? Sollten eigentlich genügen, damit die Pflanzen
groß und kräftig genug sind, etwas Verbiss am unteren
Ende zu vertragen. Die Triebe vielleicht hochbinden?

car...@web.de

unread,
Apr 4, 2021, 9:07:58 AM4/4/21
to
>
> 9 Jahre? Sollten eigentlich genügen, damit die Pflanzen
> groß und kräftig genug sind, etwas Verbiss am unteren
> Ende zu vertragen. Die Triebe vielleicht hochbinden?
>
Die Rinde unten ist nicht mehr da.
Aber das ist zum Teil bei meinen anderen Weinreben auch der Fall, die keinen Verbiss haben und wo sich keine Schafe befinden.
Vermutlich hat sich da die Rinde von selbst gelöst.
Ist das normal?

mfg
cx


















Dorothee Hermann

unread,
Apr 4, 2021, 10:18:40 AM4/4/21
to
Am 04.04.21 um 09:42 schrieb carlox car...@web.de:
Auf einer normalen Wiese mit Baumbestand (und Fischteichen) wird (hier
in Bayern) gerne mit umstellbaren Pflöcken und Netzen gearbeitet. Da
werden die Areale abgesteckt, die man den Schafen zugesteht.
Also: Wenn abgeweidet, dann weiter.

Geht so etwas bei Dir nicht? Denn wenn bei Dir ständig Schafe stehen,
bekommen die vielleicht nicht ausreichend Futter und gehen an Deinen Wein?!

Hast Du Dich über die Beweidung mit Schafen schon bei Stellen kundig
gemacht, die das schon betreiben?
Denn ich lese da zwar Positives, aber nur, dass die Schafe eine
gewisse Zeit im Weinberg zubringen:
https://blog.weinheimat-wuerttemberg.de/weinheimat/schafe-als-nutztiere-im-weinberg/

https://www.der-badische-winzer.de/mit-schafen-im-weinberg-arbeiten

https://www.oekologisch-erfolgreich.de/Tierhaltung/Schafe-im-Weinbau,QUlEPTYyMDIwNzQmTUlEPTE5MDA3MQ.html


So wie Du es ja mit "ein paar Weinreben vermehren" vor 2 Jahren auch
gemacht hast:
https://de.rec.garten.narkive.com/aXTTIR6R/wie-und-wann-weinrebe-vermehren


Dorothee

Ina Koys

unread,
Apr 4, 2021, 1:44:35 PM4/4/21
to
Am 04.04.2021 um 11:50 schrieb Ludger Averborg:
> On Sun, 4 Apr 2021 11:25:26 +0200, Ina Koys <garten...@iko-web.de> wrote:
>
>> Am 04.04.2021 um 10:49 schrieb Klaus Meinhard:
>>
>>> Eher denke ich, das ein Bock sich der Konstruktion annimmt. Die
>>> probieren gern mal ihren Kopfstoß aus, und bei mangelnder Festigkeit ist
>>> der Kasten platt.
>>
>> Ich überleg gerade, ob ich zu Ostzeiten nicht Schafe auch hinter
>> Lattenzäunen gesehen habe. Erinnere mich nicht mehr wirklich, ob es
>> nicht doch Elektrozäune waren. Oder das waren immer nur Schäfinnen. :)
>>
> Unser Schaf was mit Kette angepflockt

Ich hatte vor einer Weile mal eine Diskussion um das Anpflocken von
Schafen. Mir wurde erklärt, das gäbe es nicht. Und dann war ich nicht
sicher, ob das nicht ein lokaler Brauch im Vogtland war. Inzwischen habe
ich das aber wirklich lange nicht mehr live gesehen. Wäre auch
ungünstig, wo man wieder mit Wölfen rechnen muss und neulich einer
gesichtet wurde, wie er mitten durch den Ort lief...

> werden. Die fette Milch war wesentlich, um uns durch 1945 zu bringen. Wurde dann
> zu unserem Kummer nachts aus seinem Stall geklaut.

:( Kriminelle gibt's leider...

Ina Koys

unread,
Apr 4, 2021, 1:46:33 PM4/4/21
to
Es gibt Gehölze, die Rinde abwerfen, wie Platanen oder manche
Eukalyptus. Aber Reben? Da würde ich mich fragen, ob der Schafschutz
noch nötig ist. Könnte das Wildverbiss sein?

car...@web.de

unread,
Apr 5, 2021, 3:20:48 AM4/5/21
to
>
> Es gibt Gehölze, die Rinde abwerfen, wie Platanen oder manche
> Eukalyptus. Aber Reben? Da würde ich mich fragen, ob der Schafschutz
> noch nötig ist. Könnte das Wildverbiss sein?
>
in dem Link von Dorothee (Danke für diese Infos)
https://www.der-badische-winzer.de/mit-schafen-im-weinberg-arbeiten
steht:
"Die verholzten Triebe werden von den Schafen nicht abgefressen. Bei nachgesetzten Reben mit unzureichendem Wuchs und dementsprechend nicht abgeschlossener Holzreife sollten Parzellen mit hoher Nachpflanzdichte ausgezäunt oder die jungen Reben separat geschützt werden. "

Vermutlich ist es also Wildverbiss:
Wenn der Schäfer seinen Elektrozaun abbaut, können Wildtiere die Obstbaumwiese betreten.

Frage:
Können durch den Verbiss die 9 Jahre alte Weinreben zugrunde gehen bzw. ist also ein Schutz der Stämme der Weinreben unumgänglich ?

mfg
cx


Klaus Meinhard

unread,
Apr 5, 2021, 5:32:48 AM4/5/21
to
Am 04.04.2021 um 16:18 schrieb Dorothee Hermann:

> Geht so etwas bei Dir nicht? Denn wenn bei Dir ständig Schafe stehen,
> bekommen die vielleicht nicht ausreichend Futter und gehen an Deinen Wein?!

Das hat mit der Menge des angebotenen Futters nichts zu tun. So ein
Schaf will auch mal Abwechslung im Geschmack. Um z. B. an Äste zu
kommen, stellt sich unser dicker Bock auch auf die Hinterbeine. sieht
man besonders schön an der Trauerweide: ein glatter unterer Rand der
hängenden Äste auf Höhe stehender Bock.

Auch ist das Grün jenseits des Zauns immer interessanter als das
innerhalb. Unser alter Maschendrahtzaun sah deshalb sehr lustig aus.
Elektrozaun würde zwar helfen, möchte ich aber hier nicht einsetzen.

Also junge Weinblätter, zarte Rinde, Triebspitzen haben sicher keine
Chance, wenn Schafe drankommen.

Joerg Walther

unread,
Apr 5, 2021, 7:58:49 AM4/5/21
to
car...@web.de wrote:

>Was meint ihr dazu?

Dass das nicht nötig ist, wenn sogar dieses Weingut hier:
https://www.jeanbuscher.wine/Weingut-Jean-Buscher#jb-schafe
die Schafe extra in den Weinberg holt.

- j -

--
Mail address is valid for a limited time only.

And now for something completely different...

Fritz

unread,
Apr 5, 2021, 11:36:56 AM4/5/21
to
On 04.04.21 near 10:09, Ina Koys suggested:
> Am 04.04.2021 um 09:42 schrieb car...@web.de:
>> da sich auf meiner Obstbaumwiese Schafe befinden, will ich die dort angebrachten ca. 9 Jahre alten Weinreben vor Verbiss schützen.
>> Da ich Holzplatten übrig habe, will ich ein quaderförmiges (Grundriss: Quadrat) Gebilde um den Stamm der Weinreben anbringen, das einen gewissen Abstand vom Boden hat, damit Luft reingehen kann.
>> Macht dies der Pflanze nichts aus (bzw, wird diese auf Dauer nicht beschädigt: Pilbefall?), da ja kein Licht und auch keine Luft an der Seite reinkommt.
>> Licht und Luft kommen nur von oben und unten an die Weinrebe.
>> Was meint ihr dazu?
> Ohne große Ahnung von Schafen oder Weinreben: Ich würde auf jeden Fall
> gut Abstand von den Reben halten, so ca. 1,50 m. Und ich würde keinen
> Kasten bauen, sondern mehr ein Gitter. Kann ja ein enges Gitter sein.
> Aber ich gehe stark davon aus, dass die Reben von Luftbewegung
> profitieren. Schließlich sind es ursprünglich Lianen.

Kein Elektrozaun möglich?

--
Fritz
Zentrum Liberale Moderne <https://libmod.de/>
Paneuropa <https://www.paneuropa.at/>

Fritz

unread,
Apr 5, 2021, 11:41:20 AM4/5/21
to
On 04.04.21 near 11:25, Ina Koys suggested:
> Am 04.04.2021 um 10:49 schrieb Klaus Meinhard:
>
>> Eher denke ich, das ein Bock sich der Konstruktion annimmt. Die
>> probieren gern mal ihren Kopfstoß aus, und bei mangelnder Festigkeit ist
>> der Kasten platt.
> Ich überleg gerade, ob ich zu Ostzeiten nicht Schafe auch hinter
> Lattenzäunen gesehen habe. Erinnere mich nicht mehr wirklich, ob es
> nicht doch Elektrozäune waren. Oder das waren immer nur Schäfinnen. :)

Vor kurzem war ein TV Beitrag über eine Schäferin auf einer eurer
Inseln. Die verwendete immer Elektrozäune um die Schafe während des
Wiederkäuens von den Dünen und Magergras-Flächen fern zu halten.

car...@web.de

unread,
Apr 5, 2021, 1:10:58 PM4/5/21
to

Klaus Meinhard

unread,
Apr 6, 2021, 5:17:30 AM4/6/21
to
Am 05.04.2021 um 18:09 schrieb Kathinka Wenz:

> Ich würde aber auch vermuten, dass die Schafe an die verholzte Rinde nicht
> rangehen. Wie ich schon schrieb, mein Wein schmeißt die auch alleine ab und
> steht dann mit komplett nacktem Stamm da. Stört ihn nicht.

Du weist aber schon, das nicht die korkige oder holzige Rinde das ist,
was Schafen schmeckt? Darunter ist das saftführende Kambium, das unsere
Schafe mit Begeisterung von jungen Obstbäumen abfressen.

Und ich vermute das nicht nur, ich hab auch die Erfahrung damit.
--
* Klaus Meinhard *
www.wassergarten.tk

Ina Koys

unread,
Apr 6, 2021, 6:05:46 AM4/6/21
to
Am 05.04.2021 um 19:10 schrieb car...@web.de:

> Hier Photos von den Reben.
> Erkennt man, ob die Reben verbissen wurden ?

Also wenn ich

> https://drive.google.com/file/d/1r2d8NEKyZYQBpzHhIrrX5S9gOSQ3FQrm/view?usp=sharing

mal etwas vergrößere, sieht es schon aus, als ob da mal Triebe lang
abgezogen wurden. Ob von Schafen, kann man nur spekulieren.

Ina Koys

unread,
Apr 6, 2021, 6:06:57 AM4/6/21
to
Am 05.04.2021 um 11:32 schrieb Klaus Meinhard:

> Auch ist das Grün jenseits des Zauns immer interessanter als das
> innerhalb.

Nachbars Kirschen. Klassiker.

Ina Koys

unread,
Apr 6, 2021, 6:10:37 AM4/6/21
to
Am 05.04.2021 um 13:56 schrieb Joerg Walther:
> car...@web.de wrote:
>
>> Was meint ihr dazu?
>
> Dass das nicht nötig ist, wenn sogar dieses Weingut hier:
> https://www.jeanbuscher.wine/Weingut-Jean-Buscher#jb-schafe
> die Schafe extra in den Weinberg holt.

Ja, aber wir wissen nicht, *wie* die das machen. Kennen sie vielleicht
passende Jahreszeiten? Verfüttern sie einfach Gras- und Rebenschnitt?
Ist es eine besondere Schafrasse mit besonderen Geschmäckern? Auch
Schafe sind nicht alle gleich.

car...@web.de

unread,
Apr 6, 2021, 8:47:23 AM4/6/21
to
>Also wenn ich
> https://drive.google.com/file/d/1r2d8NEKyZYQBpzHhIrrX5S9gOSQ3FQrm/view?usp=sharing
>mal etwas vergrößere, sieht es schon aus, als ob da mal Triebe lang
>abgezogen wurden. Ob von Schafen, kann man nur spekulieren.
>
Ja, das ist ist aber eigentlich egal, da der Übeltäter sowieso nicht strafrechtlich belangt wird.
Es ist weder ein Offizial - noch ein Antragsdelikt :-)
Mich interessiert nur, ob die Pflanze daran zugrunde gehen kann bzw. ich einen Verbisschutz anbringen muß.

mfg
cx

Joerg Walther

unread,
Apr 6, 2021, 10:07:02 AM4/6/21
to
Ina Koys wrote:

>Ja, aber wir wissen nicht, *wie* die das machen. Kennen sie vielleicht
>passende Jahreszeiten? Verfüttern sie einfach Gras- und Rebenschnitt?
>Ist es eine besondere Schafrasse mit besonderen Geschmäckern? Auch
>Schafe sind nicht alle gleich.

Ich habe mich hier eingeklinkt, weil meine Lebensgefährtin letztes Jahr
über eben dieses Weingut einen Artikel für die hiesige Zeitung
geschrieben hat. Ich zitiere die für deine Fragestellung relevanten
Teile:

„In Neuseeland sind Schafe im Weinberg gang und gäbe, das wussten wir“,
sagt Nicole Buscher, die sich hauptsächlich um die Vierbeiner kümmert.
„Dann habe ich einfach viel recherchiert und so kam es, dass wir
zunächst vier Schafe von einer Züchterin bekommen haben. Mittlerweile
sind 37 der bretonischen Zwergschafe bei uns im Einsatz. Viele sind hier
geboren, jedes hat einen Namen und seine Eigenheit – sie gehören zur
Familie“, sagt Buscher. „Die Schafe sind das ganze Jahr über in den
Weinbergen und wir kümmern uns täglich um sie. Die jeweiligen Parzellen
sind mit Zäunen gesichert, die wir auch immer wieder umstecken, es gibt
in jedem Weinberg einen Unterstand für sie und es wird auch
zugefüttert.“
Die Aufgaben der Schafe sind vielfältig. Sie halten die Begrünung kurz
und sie entblättern die Reben. „Das machen sie besser als wir Menschen
das können“, sagt Raphael Buscher und ergänzt: „Ein bisschen nachhelfen
durch Führung muss man, denn sie fressen lieber Blätter von Weißwein-
als von Rotweinreben.“ Die Tiere bringen Pflanzensamen in die
verschiedenen Weinberge, düngen natürlich und sparen so viele
Arbeitsschritte ein. Dazu vertreiben sie noch Wild, das die Trauben
frisst. Denn im Frühjahr werden die Schafe geschoren und die Wolle im
Weinberg verteilt. „Die Rehe mögen den Geruch nicht. Allerdings holen
sich die Vögel auch wieder etwas davon und nutzen es als Nistmaterial,
was aber auch prima ist“, sagt Buscher und ergänzt: „Wir hatten anfangs
eine steile Lernkurve und lernen immer noch dazu. Zeit, die wir direkt
bei der Arbeit im Weinberg einsparen, setzen wir jetzt für unsere Schafe
ein.“

Ergänzen soll ich, dass auch mal ein paar Trauben gefressen werden, aber
nicht soooo viele, außerdem gibt es ein Rieslingschaf, das eben gerne
diese Trauben mag. :-)

Dorothee Hermann

unread,
Apr 6, 2021, 11:53:03 AM4/6/21
to
Am 06.04.21 um 16:04 schrieb Joerg Walther:
Ein sehr interessanter Bericht, danke.

Und den Namen hab ich doch gelesen ... ach ja:
(Mitte der Seite: "Zur Thematik Schafe/Schafzucht":
https://www.hgv-badkoenig.de/2019/03/bad-koenig-und-odenwald-von-historischen-gold-bienen-und-honig-gold-der-bad-koeniger-und-odenwaelder-imker-bienen-neben-den-wildbienen/


> Ergänzen soll ich, dass auch mal ein paar Trauben gefressen werden, aber
> nicht soooo viele, außerdem gibt es ein Rieslingschaf, das eben gerne
> diese Trauben mag. :-)

So ein Lammbraten vom "Rieslingschaf" wär schon was!
;-)

Ina Koys

unread,
Apr 6, 2021, 1:45:52 PM4/6/21
to
Am 06.04.2021 um 14:47 schrieb car...@web.de:

> Mich interessiert nur, ob die Pflanze daran zugrunde gehen kann bzw. ich einen Verbisschutz anbringen muß.

Ja sicher - je nach Verbissstärke kann eine Pflanze daran eingehen. Aber
wenn überhaupt erst Verbiss eintritt, dann ist das Maß mehr Zufall als
alles andere. Und mir scheint, er tritt ein.

Ina Koys

unread,
Apr 6, 2021, 1:52:44 PM4/6/21
to
Am 06.04.2021 um 16:04 schrieb Joerg Walther:
> Ina Koys wrote:
>
>> Ja, aber wir wissen nicht, *wie* die das machen. Kennen sie vielleicht
>> passende Jahreszeiten? Verfüttern sie einfach Gras- und Rebenschnitt?
>> Ist es eine besondere Schafrasse mit besonderen Geschmäckern? Auch
>> Schafe sind nicht alle gleich.
>
> Ich habe mich hier eingeklinkt, weil meine Lebensgefährtin letztes Jahr
> über eben dieses Weingut einen Artikel für die hiesige Zeitung
> geschrieben hat. Ich zitiere die für deine Fragestellung relevanten
> Teile:
>
> „In Neuseeland sind Schafe im Weinberg gang und gäbe, das wussten wir“,
> sagt Nicole Buscher, die sich hauptsächlich um die Vierbeiner kümmert.
> „Dann habe ich einfach viel recherchiert und so kam es, dass wir
> zunächst vier Schafe von einer Züchterin bekommen haben. Mittlerweile
> sind 37 der bretonischen Zwergschafe bei uns im Einsatz.

Könnte ein Hinweis darauf sein, dass die nicht zu hoch rankommen können
sollen an die Weinstöcke.

> Viele sind hier
> geboren, jedes hat einen Namen und seine Eigenheit – sie gehören zur
> Familie“, sagt Buscher. „Die Schafe sind das ganze Jahr über in den
> Weinbergen und wir kümmern uns täglich um sie. Die jeweiligen Parzellen
> sind mit Zäunen gesichert, die wir auch immer wieder umstecken, es gibt
> in jedem Weinberg einen Unterstand für sie und es wird auch
> zugefüttert.“

Also würden sie sich über die Rebstöcke hermachen, tun es aber deshalb
nicht, weil die auf Dauer langweilig sind.

> Die Aufgaben der Schafe sind vielfältig. Sie halten die Begrünung kurz
> und sie entblättern die Reben.

Da dürften sie vor jungen Trieben nicht haltmachen.

> „Das machen sie besser als wir Menschen
> das können“, sagt Raphael Buscher und ergänzt: „Ein bisschen nachhelfen
> durch Führung muss man, denn sie fressen lieber Blätter von Weißwein-
> als von Rotweinreben.“

Sie mögen also kein Tannin :)

> Die Tiere bringen Pflanzensamen in die
> verschiedenen Weinberge, düngen natürlich und sparen so viele
> Arbeitsschritte ein. Dazu vertreiben sie noch Wild, das die Trauben
> frisst. Denn im Frühjahr werden die Schafe geschoren und die Wolle im
> Weinberg verteilt. „Die Rehe mögen den Geruch nicht. Allerdings holen
> sich die Vögel auch wieder etwas davon und nutzen es als Nistmaterial,
> was aber auch prima ist“, sagt Buscher und ergänzt: „Wir hatten anfangs
> eine steile Lernkurve und lernen immer noch dazu.

Mit anderen Worten: es ist anfangs viel schiefgegangen.

Zeit, die wir direkt
> bei der Arbeit im Weinberg einsparen, setzen wir jetzt für unsere Schafe
> ein.“

Sie machen also Arbeit und unter'm Strich ist der Aufwand vergleichbar.
Die Arbeit wird sich der OP mit fremden Schafen eher nicht machen.

car...@web.de

unread,
Apr 7, 2021, 3:48:04 AM4/7/21
to
>
>Ja sicher - je nach Verbissstärke kann eine Pflanze daran eingehen.
>
Was haltet ihr von folgendem Verbisschutz:
Von einem Brombeerbusch Zweige abschneiden und um den Stamm der Weinrebe schlingen.
Wie reagieren darauf mögliche Verbeisser (z.B. Schafe und Wild)?
Wer kennt noch wirksamere Büsche, von denen man Zweige entfernen kann ?
Ich hatte mal eine Pflanze gesehen, die hatte mehrere Zentimeter lange ganz spitzige Zweige. Weiß aber leider nicht wie die heißt und wo ich diese gesehen habe.

mfg
cx























Ina Koys

unread,
Apr 8, 2021, 4:51:50 AM4/8/21
to
Am 07.04.2021 um 09:48 schrieb car...@web.de:
>>
>> Ja sicher - je nach Verbissstärke kann eine Pflanze daran eingehen.
>>
> Was haltet ihr von folgendem Verbisschutz:
> Von einem Brombeerbusch Zweige abschneiden und um den Stamm der Weinrebe schlingen.
> Wie reagieren darauf mögliche Verbeisser (z.B. Schafe und Wild)?

Wenn du die griffbereit hast, wäre das einen Versuch wert. Aber ich
könnte mir vorstellen, dass du SEHR gute Handschuhe bei der Erstellung
brauchst und das Verhältnis von Aufwand und Nutzen nicht so ist wie erhofft.

Ina Koys

unread,
Apr 8, 2021, 4:53:09 AM4/8/21
to
Am 07.04.2021 um 10:46 schrieb Ludger Averborg:

> Schlehe. Schlimmer als Natodraht

Aber kann man damit Verhaue flechten? Und was mir gerade einfällt: ich
würde mich nicht wundern, wenn solche Verhaue - egal womit erstellt -
auch gut gegen menschliche Pflegearbeiten sind...

Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 8, 2021, 4:11:20 PM4/8/21
to
Am Thu, 8 Apr 2021 10:53:08 +0200 schrieb Ina Koys:

> Am 07.04.2021 um 10:46 schrieb Ludger Averborg:
>
>> Schlehe. Schlimmer als Natodraht
>
> Aber kann man damit Verhaue flechten? Und was mir gerade einfällt: ich
> würde mich nicht wundern, wenn solche Verhaue - egal womit erstellt -
> auch gut gegen menschliche Pflegearbeiten sind...

Ja, bei der Weinlese wird das dann verflucht.

Grüße,

Frank
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