Ina Koys wrote:
>Ja, aber wir wissen nicht, *wie* die das machen. Kennen sie vielleicht
>passende Jahreszeiten? Verfüttern sie einfach Gras- und Rebenschnitt?
>Ist es eine besondere Schafrasse mit besonderen Geschmäckern? Auch
>Schafe sind nicht alle gleich.
Ich habe mich hier eingeklinkt, weil meine Lebensgefährtin letztes Jahr
über eben dieses Weingut einen Artikel für die hiesige Zeitung
geschrieben hat. Ich zitiere die für deine Fragestellung relevanten
Teile:
„In Neuseeland sind Schafe im Weinberg gang und gäbe, das wussten wir“,
sagt Nicole Buscher, die sich hauptsächlich um die Vierbeiner kümmert.
„Dann habe ich einfach viel recherchiert und so kam es, dass wir
zunächst vier Schafe von einer Züchterin bekommen haben. Mittlerweile
sind 37 der bretonischen Zwergschafe bei uns im Einsatz. Viele sind hier
geboren, jedes hat einen Namen und seine Eigenheit – sie gehören zur
Familie“, sagt Buscher. „Die Schafe sind das ganze Jahr über in den
Weinbergen und wir kümmern uns täglich um sie. Die jeweiligen Parzellen
sind mit Zäunen gesichert, die wir auch immer wieder umstecken, es gibt
in jedem Weinberg einen Unterstand für sie und es wird auch
zugefüttert.“
Die Aufgaben der Schafe sind vielfältig. Sie halten die Begrünung kurz
und sie entblättern die Reben. „Das machen sie besser als wir Menschen
das können“, sagt Raphael Buscher und ergänzt: „Ein bisschen nachhelfen
durch Führung muss man, denn sie fressen lieber Blätter von Weißwein-
als von Rotweinreben.“ Die Tiere bringen Pflanzensamen in die
verschiedenen Weinberge, düngen natürlich und sparen so viele
Arbeitsschritte ein. Dazu vertreiben sie noch Wild, das die Trauben
frisst. Denn im Frühjahr werden die Schafe geschoren und die Wolle im
Weinberg verteilt. „Die Rehe mögen den Geruch nicht. Allerdings holen
sich die Vögel auch wieder etwas davon und nutzen es als Nistmaterial,
was aber auch prima ist“, sagt Buscher und ergänzt: „Wir hatten anfangs
eine steile Lernkurve und lernen immer noch dazu. Zeit, die wir direkt
bei der Arbeit im Weinberg einsparen, setzen wir jetzt für unsere Schafe
ein.“
Ergänzen soll ich, dass auch mal ein paar Trauben gefressen werden, aber
nicht soooo viele, außerdem gibt es ein Rieslingschaf, das eben gerne
diese Trauben mag. :-)