wie jedes Jahr hatte ich heuer an meinen Bio-Tomaten ganz extrem die
Braunfäule. Vorbeugemaßnahmen wie die unteren Blätter wegmachen, Blätter
nicht begießen usw. mache ich immer. Gegen den Regen habe ich allerdings
kein Dach drübergebaut.
Obwohl ich die Sorte "Vitella" genommen habe, die gegen Braunfäule
resistent sein sollte, wars dieses Jahr wieder nichts mit der Ernte.
Jetzt ist mir schon der Gedanke gekommen, der Pilz nistet sich auf den
Tomatenstangen ein, überwintert bei mir im Keller und infiziert dann im
nächsten Jahr sofort wieder die neu angepflanzten Tomaten.
Selbstverständlich reinige ich meine Stahlspiralen vor dem Einlagern mit
Seifenwasser, aber vielleicht genügt das nicht.
Hat jemand eine Idee wie und mit was man die Stangen praktisch keimfrei
bekommt? Wie machen das eigentlich Gärtnereien oder spritzen die nur?
Gruß Klaus
> wie jedes Jahr hatte ich heuer an meinen Bio-Tomaten ganz extrem die
> Braunfäule. Vorbeugemaßnahmen wie die unteren Blätter wegmachen, Blätter
> nicht begießen usw. mache ich immer. Gegen den Regen habe ich allerdings
> kein Dach drübergebaut.
Hallo
Du hast also mit starkem Befallsdruck zu kämpfen. Ohne vorbeugende
Spritzmaßnahmen wirst Du auch in Zukunft wenig Glück haben denn
"resistente" Sorten gibt es keine, dies sind nur leere Versprechungen.
Greife lieber auf alteingeführte Sorten zurück die Du selbst vermehren
kannst (also keine Hybride).
Selbst versch. Bio-Ratgeber empfehlen Spritzungen mit Kupfermitteln
(z.B. Atempo - Kupferkalk von Neudorff). Wenn dieses Mittel richtig
angewendet wird, es ist nicht systemisch und hinterläßt deshalb keine
Rückstände in den Tomaten, ist das akzeptabel. Ich habe meist zwischen
20 und 30 Pflanzen und kann diese auch nicht überdachen. Nach mehreren
Jahren Experiementen mit allen möglichen "Bio-Mitteln" habe ich auch zu
Kupfer gegriffen, das hilft wenigstens. (Auch bei Kartoffeln)
> Jetzt ist mir schon der Gedanke gekommen, der Pilz nistet sich auf den
> Tomatenstangen ein, überwintert bei mir im Keller und infiziert dann im
> nächsten Jahr sofort wieder die neu angepflanzten Tomaten.
> Selbstverständlich reinige ich meine Stahlspiralen vor dem Einlagern mit
> Seifenwasser, aber vielleicht genügt das nicht.
Das genügt tatsächlich nicht. Ich hatte mal gelesen, daß man dazu eine
Kaliumpermanganat-Lösung benutzt. Pass aber auf, das Zeugs macht
höllische Flecken und färbt Haut dauerhaft!!
Gruß Lutz
--
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>Hat jemand eine Idee wie und mit was man die Stangen praktisch keimfrei
>bekommt? Wie machen das eigentlich Gärtnereien oder spritzen die nur?
Ich habe es in diesem Zusammenhang nie probiert, aber vielleicht
könnte heißer Wasserdampf helfen? Das Dämpfen von Anzuchterde
funktiniert jedenfalls prima.
Man könnte zB entweder einen Dampfreiniger zweckentfremden oder aus
einem alten Kochtopf und einem Blechrohr einen Dämpfer bauen.
CU, Thomas
--
Wir sind auf dem richtigen Weg -
10.000 Lemminge können sich nicht irren!
Hallo Klaus,
>wie jedes Jahr hatte ich heuer an meinen Bio-Tomaten
äh, Bio-Tomaten? Wat dat denn?
Gibt es auch unbiologische Tomaten?
>ganz extrem die Braunfäule.
Braunfäule ist halt auch bio. Bio pur sogar....:-(
Ich hatte die heuer nicht. Habe die Tomatenstauden heute total grün in
den Kompost geräumt. Habe allerdings ein paar Mal vorbeugend mit Polyram
u Euparen gespritzt. Zum Dank dafür hingen an manchen mannshohen Stauden
bis zu 100 Tomaten. Die tomatenlosen Jahre habe ich damit hinter mir.
>Vorbeugemaßnahmen wie die unteren Blätter wegmachen, Blätter
>nicht begießen usw. mache ich immer.
Das sollte allerdings selbstverständlich sein.
Blätter nicht begießen fällt allerdings nicht unter Vorbeugemaßnahmen,
es ist eher das Weglassen eines Fehlers.
>Gegen den Regen habe ich allerdings kein Dach drübergebaut.
Das wäre allerdings eine der besten Vorbeugemaßnahmen. Ist aber auch
noch keine Garantie für das Ausbleiben der Braunfäule.
>
>Obwohl ich die Sorte "Vitella" genommen habe, die gegen Braunfäule
>resistent sein sollte, wars dieses Jahr wieder nichts mit der Ernte.
Hier wurde schon Dutzende Male darauf hingewiesen, dass es keine
braunfäule-resistente Tomatensorten gibt. Die alljährlich
gebetsmühlenartig wiederholten gegenteiligen Behauptungen bei immer
wieder neuen Sortennamen sind schlichtweg unverschämte Bauernfängerei.
In den letzten fünf Jahren wurden bestimmt schon an die drei Dutzend
Sorten als resistent bezeichnet u dann hat man nichts mehr von ihnen
gehört.
Übrigens ist die Vitella F1 eine sehr freundliche Tomate: Bei einem
Geschmackstest hat sie unter 10 normalfrüchtigen Stabtomaten neun
anderen den Vortritt gelassen....:-)
>Jetzt ist mir schon der Gedanke gekommen, der Pilz nistet sich auf den
>Tomatenstangen ein, überwintert bei mir im Keller und infiziert dann im
>nächsten Jahr sofort wieder die neu angepflanzten Tomaten.
>Selbstverständlich reinige ich meine Stahlspiralen vor dem Einlagern mit
>Seifenwasser, aber vielleicht genügt das nicht.
>Hat jemand eine Idee wie und mit was man die Stangen praktisch keimfrei
>bekommt?
Vergiss' es! Der Pilz kommt alle Jahre in unverschämter Sporenzahl neu
geflogen. Da spielt es überhaupt keine Rolle, ob du deine Stahlspiralen
sandstrahlst oder nicht....
Wesentlich ist nur, ob die Sporen brauchbare Keimbedingungen finden u
dafür reicht feuchtwarmes Wetter u ab geht die Post.
> Wie machen das eigentlich Gärtnereien oder spritzen die nur?
Gärtnereien haben auch keine braunfäulefreien Tomaten, es sei denn, sie
haben ein Gewächshaus (und Glück) oder sie spritzen oder sie haben ein
Gewächshaus u spritzen zusätzlich....
Beste Grüße G e r h a r d
Wennste das jetzt kaufst, glaubt jeder Apotheker daste mit`n Taliban
sympatisierst, haste doch gelesen, oda?
Unsere Tomaten ham auch Braunfaeule, die Haelfte mit, die anderen ohne. Gestern
vorm Regen alle abgemacht, dreissich Kilo geblieben. Reicht doch, deshalb isses
uns egal und Gift nehmen wir nich.
Tschau,
Vava
--
<Lachen bringt Dollars, kann ich Ihnen sagen, Dollars, jeden Tag von neuem.>
Dale Carnegie
> Unsere Tomaten ham auch Braunfaeule, die Haelfte mit, die anderen ohne. Gestern
> vorm Regen alle abgemacht, dreissich Kilo geblieben. Reicht doch, deshalb isses
> uns egal und Gift nehmen wir nich.
Aufklärung: Kaliumpermanganat ist nicht giftig, man kann es auch zum
Gurgeln nehmen. (in entsprechender Dosierung). Der Befallsdruck und die
Auswirkungen sind lokal sehr (!) unterschiedlich. Was bei einen als
lästige Erscheinung zum Herbst hin auftaucht, vernichtet anderswo 100%
der Bestände schon bevor die Tomaten reifen können. Kartoffeln, die vom
gleichen Pilz befallen werden, bleiben dann mickrig und die Knollen sind
nicht lagerfähig.
Gruß Lutz
Gerhard Zahn schrieb am Sat, 29 Sep 2001 22:44:54 +0200:
>Gärtnereien haben auch keine braunfäulefreien Tomaten, es sei denn, sie
>haben ein Gewächshaus (und Glück) oder sie spritzen oder sie haben ein
>Gewächshaus u spritzen zusätzlich....
Das wird`s wohl sein. _Selbst in meinem Gewächshaus, trotz aller
Vorsorgemaßnahmen, wie untere Blätter entfernen, giessen nur von
unten, Öffnen von Fenstern und Tür usw. usw. hat es die Tomaten
zuletzt doch noch erwischt. Der September war einfach zu nass und zu
feucht hier im Westen.
Da es sich aber nur noch um die kümmerlichen Reste der fast
abgeernteten Tomaten handelte, war`s mir egal.
Grüße aus dem südlichen Münsterland
Horst
--
FAQ de.rec.garten:
http://home.t-online.de/home/r.gutzki/
Hallo Horst,
>>Gärtnereien haben auch keine braunfäulefreien Tomaten, es sei denn, sie
>>haben ein Gewächshaus (und Glück) oder sie spritzen oder sie haben ein
>>Gewächshaus u spritzen zusätzlich....
>
>Das wird`s wohl sein. _
das ist es auch. Die können ja schließlich nicht kostenträchtig
Gewächshäuser unterhalten u bewirtschaften u dann russisches Roulette
mit der Braunfäule spielen. Nur Träumer glauben so etwas.
Gärtnereien sind verdammt lohn- u kostenintensiv. Schimpfte kürzlich der
Marktgärtner meines Vertrauens, der sich als Seniorchef nach den
Buschbohnen buckelte: wenn ich zum Ernten eine Kraft beschäftige, kostet
mich die 35 Mark die Stunde. Und: wer kauft dann die Bohnen zu einem
Preis, dass für mich auch noch etwas übrig bleibt?
>Selbst in meinem Gewächshaus, trotz aller
>Vorsorgemaßnahmen, wie untere Blätter entfernen, giessen nur von
>unten, Öffnen von Fenstern und Tür usw. usw. hat es die Tomaten
>zuletzt doch noch erwischt. Der September war einfach zu nass und zu
>feucht hier im Westen.
Der September konnte einem aber auch alle Freude verderben....:-(
Aber: wenn deine Tomaten jetzt braunfäulegebräunt sind, dann lag der
Anfang der Infektion kaum erst im September. Da würde ich schon mal
sechs Wochen zurückgehen u bereits Mitte August den Anfang des Übels
suchen.
Die Pilzsporen kommen ja mit dem Lüften auch in die Gewächshäuser. Das
Problem liegt dann darin, die Blätter allzeit trocken zu halten, will
heißen: Ventilator an u Taufeuchte vermeiden. Sowas müsste doch mit
Solarantrieb möglich sein.
>Da es sich aber nur noch um die kümmerlichen Reste der fast
>abgeernteten Tomaten handelte, war`s mir egal.
So soll's auch sein. Auch in früheren Jahren gab es schon Braunfäule,
aber halt erst nach der Haupternte. Da war's dann wurscht u keiner hat
sich groß aufgeregt.
>> Reicht doch, deshalb isses
> > uns egal und Gift nehmen wir nich.
>
> Aufklärung: Kaliumpermanganat ist nicht giftig, man kann es auch zum
> Gurgeln nehmen. (in entsprechender Dosierung).
Mal zur weiteren Erläuterung von einem Lebensgefärhrten einer Chemikerin
;-))
Kaliumpermanganat wirkt sehr stark oxidierend und desinfiziert daher.
Habe übrigens gerade die "Zutatenliste" unseres hiesigen Leitungswasers
gelesen: Ist Kaliumpernaganat genau zu diesem Zweck drin.
Freundliche Grüße
Stephan Romahn
Garten- und Landschaftsarchitekt
--
http://www.sr-gruenhaus.de
Ökologische Dachbegrünung
für das Ausbrechen von Kraut- und Braunfäule müssen die Faktoren Sporen des
Pilzes und Wasser auf den Blättern (Regen, Spritzwasser, Tau o.a.)
zusammenkommen. Fehlt eines der beiden, können die Sporen nicht keimen. Die
Sporen kann man kaum fernhalten, weil sie auch von Kartoffelfeldern angeweht
werden können, man kann lediglich den Befallsdruck mindern (dafür ist meiner
Ansicht nach heißes Seifenwasser ausreichend, eine andere Möglichkeit wäre auch
Abflammen- vorsicht heiß). Man kann aber durch Überdachen, fachgerechtes Lüften
und andere Maßnahmen das Wasser ausschließen.
Weiteres bei
http://www.gartensaison.de/kraut.htm
http://www.hobbygarten/Tomaten/
http://gartenprobleme.de
Eva
Meiner Meinung
Hallo Konrad,
>>Schimpfte kürzlich der
>>Marktgärtner meines Vertrauens, der sich als Seniorchef nach den
>>Buschbohnen buckelte: wenn ich zum Ernten eine Kraft beschäftige, kostet
>>mich die 35 Mark die Stunde.
>
>Und? Meinst du so nach deinen Lebenserfahrungen, dass das stimmt?
na ja, bei einer fest angestellten Kraft wird das mit allem Drum u Dran
bis hin zur Urlaubsabgeltung usw. wohl hinkommen.
630-Mark-Kräfte lösen halt auch nicht alle Probleme.
Hallo Konrad,
>>Gärtnereien sind verdammt lohn- u kostenintensiv.
>
>>Ventilator an u Taufeuchte vermeiden. Sowas müsste doch mit
>>Solarantrieb möglich sein.
>>
>Zumindest hätte man damit eine Möglichkeit, die Kosten der Gärtnerei
>noch erheblich in die Höhe zu treiben.1kwh Strom aus PV kostet so ca 2
>DEM (wenn die Kostenrechnung nicht von einem völlig erblindeten
>Milchmädchen durchgeführt wird).
da ging's nicht mehr um die Gärtnerei sondern ums private Gewächshaus,
in dem Fall Horstens....
Wenn da kein Stromanschluss zur Verfügung steht, käme so ein
solar-angetriebener Ventilator schon in Frage, da werden für die
Kostenrechnung schließlich nicht mal Milchmädchen zugelassen...:-)