Kann man beim Kauf - vor dem Baum stehend - unterscheiden
um welchen Stammtypen es sich handelt?
Oder ist nur die Wurzelunterlage entscheidend? Dass heisst, man kann es
dem Baum beim Kauf nicht ansehen? Oder ist es Produkt des Schnittes
kurz nach dem Veredeln? Oder sieht man es an der Wurzel, wenn die schon
dafür verantwortlich ist?
Grüsse.
UK
Hallo,
>Kann man beim Kauf - vor dem Baum stehend - unterscheiden
>um welchen Stammtypen es sich handelt?
jo, kann man. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Da hat nämlich ein
Schild dran zu hängen, das die Unterlage bezeichnet.
Wenn das fehlt, mache auf dem Absatz kehrt!
>Oder ist nur die Wurzelunterlage entscheidend? Dass heisst, man kann es
>dem Baum beim Kauf nicht ansehen? Oder ist es Produkt des Schnittes
>kurz nach dem Veredeln? Oder sieht man es an der Wurzel, wenn die schon
>dafür verantwortlich ist?
Freilich ist die Wurzelunterlage entscheidend und wer weiß, wie zB
einjährige Veredelungen oder zweijährige Veredelungen auf den
verschieden wüchsigen Unterlagen auszusehen haben, der kann auch mehr
oder weniger zuverlässig taxieren, welche Unterlage verwendet worden
sein könnte.
Da aber zB eine einjährige Veredelung in der Rheinpfalz stärker
wächst, als vielleicht in Mecklenburg-Vorpommern und auch noch die
Edelsorte auf gleicher Unterlage etwas schwächer oder etwas stärker
wachsen kann, werden die verschiedenen möglichen Kombinationen relativ
unübersichtlich.
Deshalb ist das Schild mit der Sorten- und Unterlagenangabe
unverzichtbar. Schon "schwach wüchsig" oder "mittelstark wachsend"
besagt zu wenig. Unterlagen haben genaue Typenbezeichnungen wie "M
26", "M 9" usw.
Beste Grüße G e r h a r d
Klar, zumindest Hochstamm und Busch sind klar zu unterscheiden. Ein
Hochstamm hat einen geraden unverzweigten Stamm bis zu einer gewissen
Höhe, der dann in einer regelmäßigen Krone endet.
Die genaue Definition von Halbstamm weiß ich nicht.
Ein Busch ist bereits im unteren Bereich verzweigt, hat also keinen
zentralen Stamm.
Vorteil von Hochstämmen ist einerseits der geringe Platzbedarf,
andererseits macht ein Hochstamm als Solitär eher was her als ein Busch.
Büsche sind z.B. geeignet für Hecken- und Randbepflanzungen.
Ciao, Gaby
--
Mrs. Gaby Chaudry
http://www.samanea.de/
mailto:ga...@gaby.de
>>Büsche sind z.B. geeignet für Hecken- und Randbepflanzungen.
>
> Naja, einen Apfel-Busch in eine Hecke zu setzen wäre eine ziemliche
> Verschwendung, da er dann aufgrund der Konkurenz nicht tragen wird.
Ich meinte das ganz allgemein, nicht spezifisch für Obst. Aber da der OP
ja Obstbäume meinte, hast Du natürlich völlig recht :)
> Obst-Büsche sind deutlich bequemer zu beernten.
Gutes Argument!
Ciao, ciao
Hallo,
>Uwe,
>> Kann man beim Kauf - vor dem Baum stehend - unterscheiden
>> um welchen Stammtypen es sich handelt?
>
>Klar, zumindest Hochstamm und Busch sind klar zu unterscheiden. Ein
>Hochstamm hat einen geraden unverzweigten Stamm bis zu einer gewissen
>Höhe, der dann in einer regelmäßigen Krone endet.
>Die genaue Definition von Halbstamm weiß ich nicht.
Hochstamm ca. 1,80 - 2 m,
Halbstamm ca, 1,20 - 1,50 m,
Viertelstamm ca. 0,80 - 1 m,
Niederstamm ca. 60 cm.
(lt. 12 Monate im Garten).
>Ein Busch ist bereits im unteren Bereich verzweigt, hat also keinen
>zentralen Stamm.
Ein Busch steht vor allem nicht auf einer Sämlingsunterlage oder auf
sontigen stark wachsenden Unterlage, sondern auf schwächer wachsender
Unterlage.
>Vorteil von Hochstämmen ist einerseits der geringe Platzbedarf,
>andererseits macht ein Hochstamm als Solitär eher was her als ein Busch.
Geringer Platzbedarf? Die größten Hochstämme bringen es auf 100 qm
überwachsender Fläche.
>Büsche sind z.B. geeignet für Hecken- und Randbepflanzungen.
Aber doch nicht "Büsche" von Obstgehölzen für Hecken?
An den Rand kann man Buschbäume freilich stellen.
> Hochstamm ca. 1,80 - 2 m,
> Halbstamm ca, 1,20 - 1,50 m,
> Viertelstamm ca. 0,80 - 1 m,
> Niederstamm ca. 60 cm.
>
> (lt. 12 Monate im Garten).
Super, jetzt weiß ich das auch mal.
>>Vorteil von Hochstämmen ist einerseits der geringe Platzbedarf,
>>andererseits macht ein Hochstamm als Solitär eher was her als ein Busch.
>
> Geringer Platzbedarf? Die größten Hochstämme bringen es auf 100 qm
> überwachsender Fläche.
O.K. Hast ja recht... ;)
Ich meinte auch eher den Platzbedarf am Boden bzw. auf "Gehhöhe". So'n
Busch ist da eindeutig ausladender.
> Aber doch nicht "Büsche" von Obstgehölzen für Hecken?
> An den Rand kann man Buschbäume freilich stellen.
Sowas in der Art meinte ich auch... Sorry für die unpräzisen Äußerungen :)
Ich behaupte mal, es ist die Wurzelgrundlage, nicht die
Höhe der Veredelungsstelle, die eine Rolle spielt. Auch
die Frage nach der Stammtype ist dann nicht von Bedeutung.
Hat man eine geeignete flache Wurzelgrundlage, bleibt
der Baum klein, egal wo man veredelt.
Ist zumindest meine Erfahrung. Ich bin aber auch nicht
sicher.
Grüsse.
UK
habe folgendes in der Wikipedia gefunden. Vielleicht hilft das ja weiter:
<< Als Hochstamm bezeichnet man Obstbäume, deren Kronenansatz in ca.
zwei bis drei Meter Höhe oder höher liegt. Die meisten Wildformen von
Stein-, Kernobst und Zitrusfruchtbäume sind Hochstämme. Auch aufgeastete
Laubbäume mit hoch angesetzter Krone werden von Baumschulen als
Hochstamm verkauft.
Halbstämme sind kleinere Bäume oder Kultusorten, deren Kronenansatz
zwischen ca. 1,50 und 2 m liegt. Niederstämme sind Zuchtformen, deren
Krone schon ab 70 cm Höhe beginnt. Sie werden v.a. im intensiven Obstbau
eingesetzt.
Durch die Veredelung können diese Wuchsformen auch je nach Wüchsigkeit
der Unterlage erreicht werden. Bei der Veredelung wird ein
abgeschnittener Trieb der gewünschten Fruchtart auf die Wurzelunterlage,
einem eingewurzeltem Stamm mit abgesägter Krone, gepfropft. Vor allem
Rosengewächse besitzen die Fähigkeit, das zwei Individuen
unterschiedlicher Arten miteinander verwachsen können. So wächst z.B.
eine Quitte auf der Unterlage eines Apfels weiter. Wenn die Unterlage
erneut austreibt, und diese Triebe nicht abgeschnitten werden, können
auch Gewächse mit unterschiedlichen Früchten an einem Baum entstehen.
>>
Ciao, Gaby
Hallo,
>habe folgendes in der Wikipedia gefunden. Vielleicht hilft das ja weiter:
>
><< Als Hochstamm bezeichnet man Obstbäume, deren Kronenansatz in ca.
>zwei bis drei Meter Höhe oder höher liegt.
ich unterstelle mal, du hast richtig abgetippt und frage mich, wer bei
Wikipedia eigentlich alles ungestraft schreiben darf. :-(((
Hat schon mal einer einen Obstbaum gesehen, dessen Kronenansatz in
"drei Meter Höhe und höher" lag? Oder weiß da einer nichts mit
"Kronenansatz" anzufangen?
>Die meisten Wildformen von
>Stein-, Kernobst und Zitrusfruchtbäume sind Hochstämme.
Der Quatsch läuft ja zu ungeahnter Form auf. :-(((
Nicht nur die Wildform von Kernobst oder Walnuss, nein, auch ein
Sämling aus jeder noch so feinen Edelsorte wird von sich aus niemals
ein Hochstamm.
Typisch für Äpfel und Walnuss ist, dass sie ohne Schnitteingriffe als
sog. "Heister" herwachsen, was heißt, sie kommen mit nur einem Stamm
aus dem Boden und sie verzweigen sich schon ab ca. einem halben Meter.
Will man ihnen einen Stamm von irgendwelcher Höhe verpassen, muss man
die naturgegebenen Seitenäste bis auf die gewünschte Höhe wegnehmen.
>Auch aufgeastete
>Laubbäume mit hoch angesetzter Krone werden von Baumschulen als
>Hochstamm verkauft.
Ja, als was auch sonst.
>Halbstämme sind kleinere Bäume oder Kultusorten, deren Kronenansatz
>zwischen ca. 1,50 und 2 m liegt.
Halbstämme sind Bäume, bei denen die unteren Äste bis auf ca. 1,60 m
Höhe entfernt wurden.
Ein Halbstamm auf Sämling ist kein kleinerer Baum, sondern ein großer
Baum mit einem kürzeren Stamm.
>Niederstämme sind Zuchtformen, deren
>Krone schon ab 70 cm Höhe beginnt. Sie werden v.a. im intensiven Obstbau
>eingesetzt.
Niemand im intensiven Obstbau hat Niederstämme. Sie sind auch keine
Zuchtformen. Vielmehr wird eine Edelsorte auf eine schwachwachsende
Unterlage aufgepfropft und es entsteht Busch oder Spindelbusch, bei
dem die Äste unter 70 oder 60 cm weggenommen wurden. Der Schreiber
sollte sich dringend mal im intensiven Obstbau umsehen und
informieren.
>Durch die Veredelung können diese Wuchsformen auch je nach Wüchsigkeit
>der Unterlage erreicht werden. Bei der Veredelung wird ein
>abgeschnittener Trieb der gewünschten Fruchtart auf die Wurzelunterlage,
>einem eingewurzeltem Stamm mit abgesägter Krone, gepfropft.
Wieder falsch. :-(((
Niemand pfropft auf einen "eingewurzelten Stamm mit abgesägter Krone".
So einen Stuss muss man aber lange suchen!
Um schwachwachsende Spindelbüsche zu erhalten, werden Wurzelrisslinge
der schwachwachsenden Unterlage gemacht und kaum dass die gut einen
Zentimeter stark aus der Erde kommt, wird bereits darauf veredelt.
Bisweilen wird die Veredelungsstelle auch etwas höher angesetzt, aber
auch nicht an einen Stamm, sondern gerade mal an einer kleinen Rute.
>Vor allem
>Rosengewächse besitzen die Fähigkeit, das zwei Individuen
>unterschiedlicher Arten miteinander verwachsen können. So wächst z.B.
>eine Quitte auf der Unterlage eines Apfels weiter.
Also Quitte und Apfel als Beispiel für das Verwachsen von
unterschiedlichen Arten zu bringen, ist schon starker Tobak.
Und das von Wikipedia. :-(((
Quitte = Cydonia und Apfel = Malus sind nun mal nicht unterschiedliche
Arten, sondern unterschiedliche Gattungen.
Und wer bitte kann mir eine seriöse Quelle dafür nennen, wonach Apfel
auf Quitte veredelt, sich verträgt?
> Also Quitte und Apfel als Beispiel für das Verwachsen von
> unterschiedlichen Arten zu bringen, ist schon starker Tobak.
> Und das von Wikipedia. :-(((
Hallo Gerhard,
hättest Du nicht Lust, die Wikipedia-Eintragung zu korrigieren?
Musst ja fast nur Dein posting rüberkopieren... :-)
Das würe doch eine gute Tat.
Es grüßt
Sofia
Hallo Gerhard,
ich sehe Dich erstaunt! Warum eigentlich? Suchergebnisse, in denen der
Begriff "Wikipedia" enthalten ist, lösche ich schon seit längerem
unbesehen:-)
Beste Grüße
G.W.
Hallo G.W.,
>> .......... und frage mich, wer bei
>> Wikipedia eigentlich alles ungestraft schreiben darf. :-(((
>
>Hallo Gerhard,
>ich sehe Dich erstaunt! Warum eigentlich? Suchergebnisse, in denen der
>Begriff "Wikipedia" enthalten ist, lösche ich schon seit längerem
>unbesehen:-)
du bist ja ganz radikal. :-)
Ich hoffe aber schon, dass sich bei Wikipedia auch Verwertbares
findet. Es ist halt schwierig, Gefundenes zu bewerten, gerade dann,
wenn man wenig Ahnung davon hat.
Wenn man aber Ahnung hat, kann einem schon mal der Kamm schwellen.
Das ist ja leider nicht nur bei Wikipedia so.
Hallo,
>> ich unterstelle mal, du hast richtig abgetippt und frage mich, wer bei
>> Wikipedia eigentlich alles ungestraft schreiben darf. :-(((
>>
>> Der Quatsch läuft ja zu ungeahnter Form auf. :-(((
> >
>> Wieder falsch. :-(((
>
>> Also Quitte und Apfel als Beispiel für das Verwachsen von
>> unterschiedlichen Arten zu bringen, ist schon starker Tobak.
>> Und das von Wikipedia. :-(((
>
>Hallo Gerhard,
>hättest Du nicht Lust, die Wikipedia-Eintragung zu korrigieren?
nicht wirklich, weil Wikipedia bei den Lust-Prioritäten hinten runter
fällt.
>Musst ja fast nur Dein posting rüberkopieren... :-)
Ne, das müsste man schon neu schreiben. Gegendarstellungen haben dort
sicher nichts zu suchen.
> nicht wirklich, weil Wikipedia bei den Lust-Prioritäten hinten runter
> fällt.
Hallo Gerhard,
kann ich verstehen.
Ist ja nicht so, daß man nix anderes zu tun hätte.
Ich benutze Wikipedia auch kaum noch. Man muß ja eigentlich alle
gefundenen Informationen gegenchecken, das ist mir zu aufwendig.
Gruß, Sofia
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> wrote:
>Typisch für Äpfel und Walnuss ist, dass sie ohne Schnitteingriffe als
>sog. "Heister" herwachsen, was heißt, sie kommen mit nur einem Stamm
>aus dem Boden und sie verzweigen sich schon ab ca. einem halben Meter.
>
>Will man ihnen einen Stamm von irgendwelcher Höhe verpassen, muss man
>die naturgegebenen Seitenäste bis auf die gewünschte Höhe wegnehmen.
(...)
>Halbstämme sind Bäume, bei denen die unteren Äste bis auf ca. 1,60 m
>Höhe entfernt wurden.
>Ein Halbstamm auf Sämling ist kein kleinerer Baum, sondern ein großer
>Baum mit einem kürzeren Stamm.
Kann man eigentlich aus einem Halbstamm noch nachträglich einen
hochstämmigeren Baum "machen"?
Ich habe vor zwei Jahren einen Boskop als Halbstamm geschenkt
bekommen. Eigentlich hätte ich aber gerne einen höheren Baum, mag aber
auch den jetzigen nicht um die Ecke bringen und einen neuen dort
setzen.
Er hat keinen durchgängigen Stamm, der Mitteltrieb ist schon zwei mal
gekürzt worden und wächst ab den Schnittstellen aber weiter relativ
gerade nach oben. An seiner Spitze sind in ca. 1,80 m Höhe gerade
ausreichend Triebe für drei bis vier Seitentriebe und einen
Mitteltrieb nach oben. Könnte ich diesen Ast zum Stamm erklären, alle
Äste darunter einfach kappen und würde sich aus diesen Trieben dann
eine neue, höher ansetzende, Krone entwickeln?
Grüße von Katharina
Hallo Katharina,
>Kann man eigentlich aus einem Halbstamm noch nachträglich einen
>hochstämmigeren Baum "machen"?
>Ich habe vor zwei Jahren einen Boskop als Halbstamm geschenkt
>bekommen. Eigentlich hätte ich aber gerne einen höheren Baum, mag aber
>auch den jetzigen nicht um die Ecke bringen und einen neuen dort
>setzen.
im Prinzip ist das möglich, zumal dann, wenn der Baum noch relativ
jung ist.
Man sollte halt wissen, welche Unterlage der Baum hat, denn für Hoch-
und Halbstämme eignen sich nur Sämlinge und vielleicht noch die
Unterlage A2.
>Er hat keinen durchgängigen Stamm, der Mitteltrieb ist schon zwei mal
>gekürzt worden und wächst ab den Schnittstellen aber weiter relativ
>gerade nach oben. An seiner Spitze sind in ca. 1,80 m Höhe gerade
>ausreichend Triebe für drei bis vier Seitentriebe und einen
>Mitteltrieb nach oben. Könnte ich diesen Ast zum Stamm erklären, alle
>Äste darunter einfach kappen und würde sich aus diesen Trieben dann
>eine neue, höher ansetzende, Krone entwickeln?
Wenn du den Boskoop vor zwei Jahren bekommen hast, dann war er ja
schon ein Jahr, eher sogar zwei Jahre alt. Inzwischen ist er dann vier
Jahre. Und wenn er mit vier Jahren die Spitze erst in ca. 1,80 m Höhe
hat, ist das wohl eine schwächer wachsende Unterlage, ich tippe mal so
ungefähr auf M 26, die in etwa 3 m erreichen soll.
Aus so etwas lässt sich dann leider kein Hochstamm machen.
In welcher Höhe hat denn der Baum seine untersten Äste? Das kann doch
kaum ein Halbstamm sein.
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> wrote:
>Wenn du den Boskoop vor zwei Jahren bekommen hast, dann war er ja
>schon ein Jahr, eher sogar zwei Jahre alt. Inzwischen ist er dann vier
>Jahre. Und wenn er mit vier Jahren die Spitze erst in ca. 1,80 m Höhe
>hat, ist das wohl eine schwächer wachsende Unterlage, ich tippe mal so
>ungefähr auf M 26, die in etwa 3 m erreichen soll.
Wie gut, dass ich so zwanghaft bin und alle Etiketten aufhebe ;o)
Darauf steht "Unterlage 'M' 106".
>Aus so etwas lässt sich dann leider kein Hochstamm machen.
>In welcher Höhe hat denn der Baum seine untersten Äste? Das kann doch
>kaum ein Halbstamm sein.
Ca. 1,20 m.
Jetzt sehe ich gerade noch mal in Deinem vorigen Posting nach, da
schreibst Du "Halbstämme sind Bäume, bei denen die unteren Äste bis
auf ca. 1,60 m Höhe entfernt wurden."
Ist meiner dann ein "Niederstamm" oder wie heißt das?
Grüße von Katharina
Hallo Katharina,
>>Wenn du den Boskoop vor zwei Jahren bekommen hast, dann war er ja
>>schon ein Jahr, eher sogar zwei Jahre alt. Inzwischen ist er dann vier
>>Jahre. Und wenn er mit vier Jahren die Spitze erst in ca. 1,80 m Höhe
>>hat, ist das wohl eine schwächer wachsende Unterlage, ich tippe mal so
>>ungefähr auf M 26, die in etwa 3 m erreichen soll.
>
>Wie gut, dass ich so zwanghaft bin und alle Etiketten aufhebe ;o)
>Darauf steht "Unterlage 'M' 106".
Zwanghaft wäre krankhaft, Etiketten aufzuheben spricht eher für eine
gesunde Ordnungsliebe.
Und die Unterlagenbezeichnung M 106 besagt, dass eine Krone mit ca.
3,50 bis 4,50 m Höhe gebildet wird. Manche meinen es genauer zu wissen
und schreiben von "bis 3,90 m".
Die wirkliche Kronenhöhe wird wohl noch abhängig sein vom Schnitt, von
der Düngung und von der Sorte. Boskoop wächst stark bis sehr stark,
also dürfte dein Baum eher zu 4,50 m tendieren. Es ist nämlich nicht
die Unterlage alleine, die den Wuchs letztlich bestimmt. Einen
kleineren Anteil hat auch die Wuchseigenschaft der Sorte.
>>Aus so etwas lässt sich dann leider kein Hochstamm machen.
>>In welcher Höhe hat denn der Baum seine untersten Äste? Das kann doch
>>kaum ein Halbstamm sein.
>
>Ca. 1,20 m.
Also, wenn du mal davon ausgehst, dass du deinem Baum insgesamt 4 m
Kronenhöhe gönnst, das heißt, ihn durch Schnitt bis zu dieser Höhe
aufbaust, dann kannst du meines Erachtens die Äste bis auf 1,60 m
wegnehmen, noch höher zu gehen würde ich mir nur vor Ort zu
entscheiden wagen.
Ob das Wegnehmen aller Äste auf einmal sinnvoll ist, kann ich dir
nicht sagen. Ich würde es wagen. Über 1,60 m würde ich nicht gehen,
dafür sollte er eher auf einen Sämling veredelt sein.
Allerdings ist zu beachten, dass du dann ab 1,60 eine völlig neue
Krone aufbauen musst. Das heißt, es müssen wieder drei, vielleicht
auch vier Leitäste in alle Richtungen zur Verfügung stehen.
Die Leitäste dürfen keinesfalls wie ein Quirl auf einer Höhe
entspringen. Sie müssen vielmehr in der Höhe gestuft aus dem
Mittelstamm kommen und ihre Mitte sollte jeweils ca. eine knappe
Handspanne in der Höhe vom nächsten entfernt liegen. Die Abstände von
Leitastmitte zu Leitastmitte bleiben, wie sie sind und ändern sich
nicht durch den Wuchs. Je dicker die Äste werden, umso mehr wachsen
sie zusammen.
Meist kann man so ein Leitastgerüst nur im Laufe von zwei, drei Jahren
richtig aufbauen. Da ist also Geduld verlangt und bis zum ersten
Fruchten - zumal bei einem Boskoop - noch einmal.
>Jetzt sehe ich gerade noch mal in Deinem vorigen Posting nach, da
>schreibst Du "Halbstämme sind Bäume, bei denen die unteren Äste bis
>auf ca. 1,60 m Höhe entfernt wurden."
>Ist meiner dann ein "Niederstamm" oder wie heißt das?
Hm, ab 1 m Stammhöhe spricht man von einem Viertelstamm.
>Am Sun, 17 Apr 2005 16:02:45 +0200 schrieb Katharina Mayer:
>>Wie gut, dass ich so zwanghaft bin und alle Etiketten aufhebe ;o)
>>Darauf steht "Unterlage 'M' 106".
>
>Zwanghaft wäre krankhaft, Etiketten aufzuheben spricht eher für eine
>gesunde Ordnungsliebe.
Ja, das denke ich auch, deswegen das ;o)
Hat sich ja jetzt wieder mal erwiesen, sie sinnvoll das ist.
[Infos zu Wuchseigenschaften]
Wusste ich alles nicht - sehr interessant!
>Ob das Wegnehmen aller Äste auf einmal sinnvoll ist, kann ich dir
>nicht sagen. Ich würde es wagen. Über 1,60 m würde ich nicht gehen,
>dafür sollte er eher auf einen Sämling veredelt sein.
Kann bzw. sollte ich das jetzt noch machen? Oder ist es sinnvoller,
dass im nächsten Spätwinter zu machen?
>Allerdings ist zu beachten, dass du dann ab 1,60 eine völlig neue
>Krone aufbauen musst. Das heißt, es müssen wieder drei, vielleicht
>auch vier Leitäste in alle Richtungen zur Verfügung stehen.
[Schnitttipps]
Ja, da gibt's genug passende Triebe.
>Meist kann man so ein Leitastgerüst nur im Laufe von zwei, drei Jahren
>richtig aufbauen. Da ist also Geduld verlangt und bis zum ersten
>Fruchten - zumal bei einem Boskoop - noch einmal.
Geduld habe ich ausreichend.
>Hm, ab 1 m Stammhöhe spricht man von einem Viertelstamm.
Danke (auch an Kathinka),
jetzt wird aus dem Viertel- ein Halbstamm werden!
Vielen Dank für Deine Hilfe!
Grüße von Katharina
Hallo Katharina,
>>Ob das Wegnehmen aller Äste auf einmal sinnvoll ist, kann ich dir
>>nicht sagen. Ich würde es wagen. Über 1,60 m würde ich nicht gehen,
>>dafür sollte er eher auf einen Sämling veredelt sein.
>
>Kann bzw. sollte ich das jetzt noch machen? Oder ist es sinnvoller,
>dass im nächsten Spätwinter zu machen?
es ist nie zu früh! :-)
Also fang damit an, du gewinnst ja schon wieder eine Wuchssaison.
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> wrote:
>>Kann bzw. sollte ich das jetzt noch machen? Oder ist es sinnvoller,
>>dass im nächsten Spätwinter zu machen?
(Ich nehme ein "s" zurück...)
>es ist nie zu früh! :-)
>Also fang damit an, du gewinnst ja schon wieder eine Wuchssaison.
Okay, dann werde ich mich mal trauen.
Noch eine (wahrscheinlich) letzte Frage - wie lange muss ich den
Pflanzstab eigentlich stehen lassen?
Grüße von Katharina