Am 14.09.2017 um 18:12 schrieb Herbert Kleebauer:
> On 14.09.2017 14:43, Ina Koys wrote:
>
>> Das ist mir schon aufgefallen. Und ich lege eben Wert darauf, dass die
>> Tomaten auch im Freiland alleine tragen sollen.
>
> Was hat den die Ertragsstärke einer Sorte mit der Pilzresistenz
> zu tun.
Ganz einfach: wenn die Pflanze vor der Ernte abstirbt ist die Erntemenge
gleich 0. Und solche Sorten gibt es. Früher, als der Pilz noch weniger
fit war, blieben die Blätter alle bis zum Frost grün, wenn man sich
nicht zu blöd anstellte. Das kann sich heute kaum noch einer vorstellen.
>> Wobei das Erhalten der Seitentriebe aber auch erst wieder Mode ist, seit
>> man kleinfrüchtige Sorten mag. Vorher hat man jahrzehntelang und aus
>> gutem Grund keine Seitentriebe geduldet.
>
> Hab ich doch geschrieben, dass ich die Seitentriebe entferne. Und
> wenn diese dann am Boden liegen, kann man sie entweder liegen lassen,
oder kompostieren,
> so dass sie verdorren oder man bückt sich und steckt sie 2 cm in die
> Erde, dann wachsen sie an und man hat eine neue Tomatenpflanze.
> Aber wenn sie 20-30 cm groß sind und einen Wurzelballen gebildet
> haben, muss man sie halt irgendwo hin versetzen. Und wenn man die
> Pflanzen eigentlich nicht braucht, treibt man keinen großen Aufwand
> sie vor Regen zu schützen sondern überlässt sie einfach sich selbst.
Und züchtet dann Erreger darauf. Find ich toll.
> Und wenn du sowieso unveredelte Pflanzen benutzt, dann haben die
> Nachkommen keinen Nachteil gegenüber dem Original. Und die ersten
> Stecklinge sind nicht viel später dran als das Original
Dann war das Original sehr eigenartig. Oder die Seitentriebe wurden viel
zu spät ausgebrochen. Wenn man das rechtzeitig macht, sind sie viel zu
klein zum Anwurzeln.
>> Im
>> Übrigen denke ich, dass man mit größerfrüchtigen Sorten bei der
>> Verarbeitung weniger Arbeit hat.
>
> Nicht nur bei der Verarbeitung, die schmecken auch besser.
Der Geschmack hat mit der Fruchtgröße nichts zu tun. Er resultiert aus
der Sorte und dem Boden, daneben noch der Sonneneinstrahlung, der
Wasserversorgung und vermutlich noch anderen Bedingungen. Aber
geschmacklose Früchte gibts in allen Größen, aromatische auch.
>> Moment mal: du hast die nur draußen zu stehen um die Pilzsporen nicht
>> verhungern zu lassen? Das ist aber auch eine sehr eigene Art von
>> Liebhaberei.
>
> Ich hab sie draußen stehen, weil ich denke, die abgeschnittenen
> Triebe wachsen lieber anstatt gleich zu verdorren, auch wenn sie
> dann später dem Pilz zum Opfer fallen
Philosophie über Hygiene also. Mal abgesehen von der müßig zu
diskutierenden Frage ob Pflanzen etwas wollen können, ist es vollkommen
üblich in der Natur, dass massenweise gebrochen und gestorben wird. Es
muss immer die Mehrzahl sterben, damit die Minderzahl leben kann. So ist
dieser Planet eingerichtet. Und es ist ebenso das Grundprinzip des
Gartenbaus. Oder um eine Zootierpflegerweisheit zu zitieren: Wer Tiere
züchten will, muss auch Tiere töten können.
Ich werde bei mir jedenfalls keine Nährböden für Infektionen züchten,
die sonst weiter keine Verwendung haben.