Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Kletterpflanze an Nordfassade

203 views
Skip to first unread message

Markus Forrer

unread,
Nov 3, 2000, 3:46:59 AM11/3/00
to
Ich möchte gerne eine Nordfassade (Holzfassade) begrünen. Welche
Kletterpflanzen eignen sich am besten, ohne dass sie Schäden am Haus
anrichten?

Besten Dank für Tips!

Gruss
Markus Forrer


Michael Wolf

unread,
Nov 3, 2000, 4:22:46 AM11/3/00
to
"Markus Forrer" <markus...@gmx.ch> writes:

Hallo,

> Ich möchte gerne eine Nordfassade (Holzfassade) begrünen. Welche
> Kletterpflanzen eignen sich am besten, ohne dass sie Schäden am Haus
> anrichten?

Sicherlich wird sich gleich Thorwald melden :-).
Am besten Du schaust mal auf seine HP -> http://www.biotekt.de/

So als "Schnellschuss" würde ich empfehlen:

Hydrangea petiolaris, wenn es blühen soll
Hedera helix - wenn es "nur" grün sein soll.

Aber eine bessere Lösung ist natürlich die Beurteilung im Einzelfall,
mit genauen Standortkenntnissen und auch den finanziellen Aspekten.

gruss michael
--
http://www.la-wolf.de

Thorwald Brandwein

unread,
Nov 4, 2000, 3:00:00 AM11/4/00
to
Michael Wolf schrieb in Nachricht ...
>"Markus Forrer" <markus...@gmx.ch> writes:


>> Ich möchte gerne eine Nordfassade (Holzfassade) begrünen. Welche
>> Kletterpflanzen eignen sich am besten, ohne dass sie Schäden am Haus
>> anrichten?

>Sicherlich wird sich gleich Thorwald melden :-).
>Am besten Du schaust mal auf seine HP -> http://www.biotekt.de/


Hallo,
was hiermit (leicht verspätet) erfolgt..... Guten Tag allerseits und Dank
schon mal für den o.a. Hinweis!

>So als "Schnellschuss" würde ich empfehlen:
>
>Hydrangea petiolaris, wenn es blühen soll
>Hedera helix - wenn es "nur" grün sein soll.

Prinzipiell eine gute Pflanzenwahl aber m.E. auf Holz nicht
empfehlenswert.
Ich kann es nicht erklären, aber ich habe ehemals efeubewachsene
Holzbekleidungen gesehen, deren Zustand nach ca. 15 Jahren nur als
erschreckend bezeichnet werden kann. Das betrifft einerseits die leicht
erklärlichen Verschiebungen/Deformationen der einzelnen Profile aber auch
eine Auszehrung und Verwitterung des Holzes, die ich nicht begründen
kann. Prinzipiell muß beachtet werden, dass die Verwendung
selbstklimmender Pflanzen jegliche Erneuerung des Holzschutzes
ausschließt.

Daraus folgt, dass in diesem Fall Gerüstkletterpflanzen zu bevorzugen
sind. Anzubieten hätte ich aus dem Stegreif: Aristolochia macropylla,
Lonicera brownii und die immergrüne Art Lonicera henrii als schlingende
Kletterpflanzen und die rankende Vitis riparia. Außerdem sind einige
Clematis Wildformen und -Hybriden gleichfalls Rankpflanzen auch im
Vollschatten verwendbar.
Bevorzugen würde ich bei ausreichender Fassadenhöhe die schlingende
Aristolochia, da deren schuppenartige Blätter auch bei minimaler
Polsterdicke einen sehr guten Schlagregenschutz darstellen und
dekorativer sind als ein paar eher unscheinbare Blüten, die z.B. Lonicera
henrii bildet. Diie Rankpflanzen sind leichter in die Breite zu ziehen,
als die eher vertikal orientierten Schlingpflanzen, sollten allerdings an
feiner strukturierten (engeren und filigraneren) Kletterhilfen wachsen
als die Schlingpflanzen.

Erwähnenswert als schattenverträglich sind außerdem
Brombeerartten/Sorten, von denen ich allerdings auch hinsichtlich
periodischer Holzschutzmaßnahmen abrate (unpraktisch wegen Dornen).

Mehr Infos zu den einzelnen Arten über www.biotekt.de/datindex.html

>Aber eine bessere Lösung ist natürlich die Beurteilung im Einzelfall,
>mit genauen Standortkenntnissen und auch den finanziellen Aspekten.

Der finanzielle Aspekt wird maßgeblich durch die
Befestigungsmöglichkeiten für Kletterhilfen und die daran gestellten
gestalterischen und statischen Anforderungen bestimmt. Ist die
vorhandene Holzbekleidung auf einer ausreichend dimensionierten und
geeigneten Unterkonstruktion befestigt, kann hierauf euch eine
Kletterhilfe für leichteren bis mittelschweren Bewuchs befestigt werden.
Der Aufwand ist dann eher geringer als eine "normale" Befestigung auf
Mauerwerk. Muß allerdings die Holzbekleidung mit biegesteifen Ankern, die
im dahinter liegenden Tragwerk verankert werden, durchdrungen werden,
wird es aufwändiger. Während im erten Fall eine gewisse Übereinstimmung
der Raster von Kletterhilfe und Unterkonstruktion sinnvoll ist, braucht
im zweiten Fall darauf nur in wenigen Fällen Rücksicht genommen werden -
letzteres eher in der Form, dass durch bestimmte Tragprofile, z.B.
Profilschienen keine Anker gesetzt werden sollen oder können.

Auf jeden Fall müssen abnehmbare und ausreichend tragfähige Kletterhilfen
vorgerichtet werden.

Grüße
Thorwald Brandwein

--
"Bei der Stapelung der Wohnungen nach oben geht zuerst der
Mensch zugrunde und dann die Natur. Bei der Stapelung in die
Breite läuft es umgekehrt." (Friedensreich Hundertwasser)
www.biotekt.de Biotektur => Bauen (auch) mit Pflanzen

Markus Forrer

unread,
Nov 5, 2000, 3:00:00 AM11/5/00
to
Hallo Thorwald

Besten Dank für deine detailierten Ausführungen!


> Auf jeden Fall müssen abnehmbare und ausreichend tragfähige Kletterhilfen
> vorgerichtet werden.

Genau dies möchte ich nach Möglichkeit nicht! Die Fassade besteht aus einer
sägerohen Lärchenfassade. Es wird auf einen Holzschutz verzichtet - die
Fassade wettert mit der Zeit ab.

Ich suche nun eine Kletterpflanze, die sich ähnlich wie die wilde Rebe
mittels 'Saugnäpfen' o. ä. an der Fassade festhält, ohne sie zu zerstören...

Mit den Kletterhilfen habe ich meine Mühe, sie gefallen mir einfach nicht.
Geht es nicht ohne sie?

Besten Dank für deine Tips!

Gruss
Markus

Thorwald Brandwein

unread,
Nov 5, 2000, 3:00:00 AM11/5/00
to
Markus Forrer schrieb in Nachricht <8u34b2$106$1...@bw107zhb.bluewin.ch>...

>> Auf jeden Fall müssen abnehmbare und ausreichend tragfähige
Kletterhilfen
>> vorgerichtet werden.

>Genau dies möchte ich nach Möglichkeit nicht! Die Fassade besteht aus
einer
>sägerohen Lärchenfassade. Es wird auf einen Holzschutz verzichtet - die
>Fassade wettert mit der Zeit ab.

Hallo Markus,
womit wir erst mal bei einer Geschmacksfrage wären......!

Zwar habe ich Vorstellungen, wie sich eine solche Fassade im Laufe der
Jahre entwickelt, aber allein dieses Wissen gibt mir keinen Anhaltspunkt,
die Situation deiner Fassade irgendwie zu beurteilen.
U.a. würde ich meine diesbezüglichen Ansichten davon abhängig machen, aus
welcher Perspektive und Entfernung ich überwiegend mit dieser Fassade
konfrontiert würde.

Also folgt jetzt Allgemeines aus persönlicher Sicht:
Ich sehe für meine Person Kletterhilfen keinesfalls als prinzipiell
mißgestaltend an - häufig sogar als Gegenteil. Ich habe auch schon in
vielen Fällen Kletterhilfen zur Fassadengestaltung geliefert, die nur
teilweise, mitunter überhaupt nicht bewachsen sollten. Mit vorgehangenen
Konstruktionen kann man z.B. WDVS-Fassaden optisch strukturieren ohne
Gefahr zu laufen, dass unterschiedliche Erwärmung verschiedener Farben zu
Rissbildung führen. Dass eine Baustahlmatte oder ein Dachlattengerüst
diese gestaltende Funktionen allerdings nur sehr bedingt erfüllen kann,
dürfte einleuchten. Ist man jedoch nicht an einen dicken Querschnitt,
eine begrenzte Farbauswahl und/oder an eine bestimmte Gitterform-und
weite gebunden, kann man durchaus mit Kletterhilfen auch eine optische
Aufwertung der Ansicht vornehmen.
Vielleicht solltest du deine Vorstellungen darüber, wie Kletterhilfen
aussehen, mal überprüfen?

Davon abgehesen muss eine Kletterhilfe nicht optisch dominieren, sie kann
sich in Struktur und Farbe auch soweit unterordnen, dass sie annähernd
unsichtbar wird. Gerade auf der mit Sicherheit dunkler werdenden
nordorientierten Holzfassade, die ggf. sogar Moos ansetzt, wirft die
Kletterhilfe noch nicht einmal einen wahrnehmbaren Schatten. Und einmal
bewachsen dominiert die Pflanze - entweder mit (immergrüner) Belaubung
oder etwa 1/5 bis 1/3 des Jahres durch die Struktur von Ästen und
Zweigen.
An einer Kletterhilfe kannst du diese Struktur weitgehend beeinflussen,
bei Wildem Wein mußt du mit der winterlichen Fächerform und -struktur
leben....

>Ich suche nun eine Kletterpflanze, die sich ähnlich wie die wilde Rebe
>mittels 'Saugnäpfen' o. ä. an der Fassade festhält, ohne sie zu
zerstören...


Möglich ist alles.... auch Wilder Wein auf Holz. Ich empfehle es aber
nicht. Wilden Wein in diesem Fall schon garnicht, wegen der ungeeigneten
Exposition. Womit wir wieder bei den Vorschlägen von Michael wären:

|| Hydrangea petiolaris, wenn es blühen soll ||

Auf diesem Untergrund dürfte eine unterstützende Kletterhilfe
erforderlich werden. Diese sollte überwiegend horizontal strukturiert
sein. Da ich von senkrechter Anordnung der Holzverschalung ausgehe,
sicher optisch nicht die optimale Lösung. Dafür iist die Pflanze an sich
aber weitaus unprolematischer als Efeu - schon allein aufgrund des
langsameren Wuchses und nicht so stark ausgeprägt negativ phototroper
Orientierung.

|| Hedera helix - wenn es "nur" grün sein soll. ||

Bitte lies hierzu in de.sci.architektur den aktuellen Thread
"Fassadenbegrünung mit Efeu" nach.
Es geht, aber u.U. handelst du dir eine sehr kontroll- und
pflegebedürtige Maßnahme ein. Das kann ich von hier aus nicht beurteilen.

>Mit den Kletterhilfen habe ich meine Mühe, sie gefallen mir einfach
nicht.
>Geht es nicht ohne sie?


Also wenn du meinst.....
Ich würde sie in kauf nehmen und mir Gedanken um ihre Ausführung machen.
Vorschlag: Unter der Voraussetzung vertikaler Verbretterung würde ich
eine lichte Konstruktion aus Stabmaterial, z.B. 8 mm wählen, deren
senkrechter Stababstand irgenwie die Brettbreite aufnimmt (x 2 , 3 x oder
x 4 x aber nicht größer als max. 36 cm) und diese mit (ggf dünneren)
Horizontalstäben in größerem Abstand verbinden. Farblich würde ich sie
ähnlich der Holzfarbe aber etwas dunkler gestalten. Die Bepflanzung
würde ich mit Lonicera vornehmen, ggf in Kombination L. brownii und L.
henrii.

Markus Forrer

unread,
Nov 6, 2000, 3:00:00 AM11/6/00
to
Hallo Thorwald


> Ich würde sie in kauf nehmen und mir Gedanken um ihre Ausführung machen.

Vielleicht muss ich das mit den Kletterhilfen doch nochmals überdenken!
Besten Dank für deine Informationen!

Gruss
Markus

gabriele jesdinsky

unread,
Nov 6, 2000, 3:00:00 AM11/6/00
to
On Sun, 5 Nov 2000 09:04:18 +0100, "Markus Forrer"
<markus...@gmx.ch> wrote:

>Ich suche nun eine Kletterpflanze, die sich ähnlich wie die wilde Rebe
>mittels 'Saugnäpfen' o. ä. an der Fassade festhält, ohne sie zu zerstören...
>

>Mit den Kletterhilfen habe ich meine Mühe, sie gefallen mir einfach nicht.
>Geht es nicht ohne sie?

Alle Kletterpflanzen, egal ob selbstklimmend oder nicht, dringen
gnadenlos in jede Ritze ein, die sich bietet. :-(

Eine Holzfassade, die begrünt wird, muss daher vollkommen dicht sein.

So etwas gibt es, ich kenne ein Haus mit einer schon alten
Efeubepflanzung am Holz, das wirklich toll aussieht :-) und -soweit
erkennbar - bisher nicht beschädigt wurde (mindestens 20 Jahre alt).
Leider konnte ich bisher kein gutes Foto machen wegen Gegenlicht, ist
eben auch Nordseite.

Sehr viel hängt sicherlich von der Baufirma ab, die die Holzfassade
angebracht hat und insbesondere auch von der *Art* der Holzfassade.

Ich wäre ehrlich gesagt lieber vorsichtig, gepflanzt ist immer schnell
;-) und Schlampereien beim Bauen sind bekanntlich nicht selten.

BTW: Naturgraue Holzfassaden sind bei uns auch ohne Bepflanzung der
letzte Schrei, ich bin neidisch auf jeden, der so etwas schon hat!
:-)))
Mache seit Jahren jede Pergola, Zaun oder Deck nur noch mit farblosem
Holzschutz, damit es grau wird.

Gruß Gabriele
--
I tell you what I want.
(spice girls)
http://www.garten-infos.de (private homepage 06.11.00)

0 new messages