>meine Süßkirsche hat in diesem Jahr fleißig geblüht und auch viele
>Früchte angesetzt. Nun wirft sie die Früchte kurz vor der Reifung ab.
>Irgendein ausgeprägtes Krankheitsbild oder Schädlingsbefall sind nicht
>zu erkennen. Eigentlich könnte es mir ja egal sein, ob die Früchte reif
>werden oder nicht. Bislang waren die Vögel (Waldrandlage!) noch allemal
>schneller beim Ernten als ich!
Hallo G.W.,
wenn sich weder auf Blättern noch auf Früchten Auffälligkeiten zeigen,
könntest Du nur noch heruntergefallene und gut entwickelte Kirschen
durchschneiden und die Innerei vergleichen.
Mangelt's bei den einen an einer ordentlichen Steinentwicklung könnte
es mit der Befruchtung nicht geklappt haben. Vielleicht war den Bienen
seinerzeit das Wetter zu mies und die geeignete Befruchtersorte etwas
zu weit weg.
Der Fruchtfall kommt allerdings ziemlich spät, was auf eine sehr spät
reifende Kirsche schließen läßt.
Hm. Und den Vögeln vom Walde mußt Du halt heuer einen Korb vom Markt
hinstellen....:-)
Beste Grüße G e r h a r d
Hallo G.W.,
keine Sorge, war bei uns vor 4 Wochen auch so. Kurz vor der Fruchtreife
wirft der Baum alle Fruechte ab, die er nicht ernaehren kann. Da aber
(zumindest bei uns) dieses Jahr ein sehr gutes Kirschenjahr ist, bleibt
trotz vieler Amseln genug zum Ernten uebrig. Wir haben in den letzten
zwei Wochen ca. 5 Eimer voll geerntet und der Baum (alt und gross)
haengt noch immer zu zweidritteln voll. Da bei uns inzwischen, trotz
grosszuegiger Verschenkaktionen, keiner mehr Kirschen sehen, geschweige
denn essen kann, bleibt der Rest wohl fuer die Voegel.
Falls Dein Baum nicht zu gross ist, kannst Du ihn auch mit Netzen
abdecken und so die Voegel solange abhalten, bis Du genug geerntet hast.
Sollte er dafuer zu gross sein, duerfte die Menge der Kirschen wohl fuer
beide Parteien ausreichen (war zumindest in den letzten zwei Jahren bei
uns der Fall).
Gruss
Thomas
vielleicht ist zu trocken .... kann normal sein wenn zu viele früchte
gebildet wurden. bei mir im garten werfen auch viele bäume ihre
(überzähligen) früchte ab. an 2 kleinere bäume hab ich schon n wasserschlach
gelegt. hier ist leider auch sandboden was die wasserversorgung noch
erschwert.
auch hier haben die bäume prächtig geblüht und gut angesetzt ... leider hats
hier in den letzten wochen kaum geregnet und es war sehr warm...
steffen
> Der Fruchtfall kommt allerdings ziemlich spät, was auf eine
> sehr spät reifende Kirsche schließen läßt.
Bei uns fallen sie auch - das kann ich in Regentonnen messen.
Für gewöhnlich regnet es im Mai bei uns am Hauptdach 6 Tonnen voll und
im Juni 8. Im Mai waren es ungewöhnliche 3 und im Juni sind wir nun
bei einer halben. Da fallen Zwetschen, Kirschen, Birnen, ...
Was diesjahr in Bayern zuviel runterkam, hat bei uns gefehlt. Und
nachzukommen scheint auch nichts mehr. Ich muß wohl doch eine
frostsichere Zisterne bauen, wenn ich in in Zukunft auch in solchen
Jahren ernten will. Zum Glück sind wenigstens die Frühkartoffeln
ordentlich durchgekommen.
Grüße
Bernhard
Aber auch jede Menge abgeworfener Früchte, und ich denke auch, daß das
vom Regen kommt.
Bianca
>
>gerhar...@bnbt.de (Gerhard Zahn ) meinte am 23.06.99 im Brett /DE/
>REC/GARTEN zum Thema "=?ISO-8859-
>1?Q?Re:_Kirsche_wirft_unreife_Fr=FCchte_ab?=":
>
>> Der Fruchtfall kommt allerdings ziemlich spät, was auf eine
>> sehr spät reifende Kirsche schließen läßt.
>
>Bei uns fallen sie auch - das kann ich in Regentonnen messen.
>
>Für gewöhnlich regnet es im Mai bei uns am Hauptdach 6 Tonnen voll und
>im Juni 8. Im Mai waren es ungewöhnliche 3 und im Juni sind wir nun
>bei einer halben. Da fallen Zwetschen, Kirschen, Birnen, ...
Hallo Bernhard,
Du meinst also, der Fruchtfall sei durch den meßbaren Mangel an
Niederschlägen verursacht....
Bianca P. aber meint:
>WAAAAAAAASSSSS???? Eine halbe Tonne Regen im ganzen Juni?? Das haben
>wir am Tag!! ;-)) Bitte schick mir gleich einen Auszug der örtlichen
>Grundstücke, die zum Kauf angeboten werden - ich wohne am Bodensee und
>habe mittlerweile Schwimmhäute zwischen Fingern und Zehen.. ;-)
>
>Aber auch jede Menge abgeworfener Früchte, und ich denke auch, daß das
>vom Regen kommt.
Hm. Darauf mache mir einer einen Reim....:-)
> meine Suesskirsche hat in diesem Jahr fleissig geblueht und auch viele
> Fruechte angesetzt. Nun wirft sie die Fruechte kurz vor der Reifung ab.
> Irgendein ausgepraegtes Krankheitsbild oder Schaedlingsbefall sind nicht
> zu erkennen. Eigentlich koennte es mir ja egal sein, ob die Fruechte
> reif werden oder nicht. Bislang waren die Voegel (Waldrandlage!) noch
> allemal schneller beim Ernten als ich!
Vermutlich hat deine Suesskirsche zuviele Fruechte angesetzt; einige
werden notreif und fallen klein und roetlich im Juni ab. Das ist das sog.
"roeteln". Sind sie aber unreif und normalgross, dann hast du ein Problem.
Da ist irgendein Schaden als Ursache wahrscheinlich. Schon Maden der
Kirschfruchtfliege lassen Kirschen abfallen. Und dieses Insekt ist
diesjahr zahlreich und sehr aktiv. Das sehe ich an der Ernte der beleimten
"Gelbtafen". Ich habe daraufhin Lebazid gespritzt. Fuer 99 ist das aber
jetzt zu spaet.
P.S. Ich suche gegen Pflaumenmaden aehnlich wirksames, zugelassenes
Praeparat.
-> Gruesse aus meinem kleinen Gartenhaeuschen, Gerd
Hab vergessen zu sagen, daß mein Kirschbaum nicht hier in Österreich
steht, sondern bei meiner Mutter in Germany.. ;-) Sorry für die
Verwirrung!
Bianca
> Du meinst also, der Fruchtfall sei durch den meßbaren Mangel
> an Niederschlägen verursacht....
1995 war es genauso - da hatten wir dann kaum Ernte. Es scheint sich
aber nicht um Alternation zu handeln. Mir scheint, es hat durchaus mit
suboptimalen Bedingungen zur Fruchtausbildung zu tun. Vielleicht ist
das ja auch eine verstiegene Theorie, aber warum sollte es hier sonst
auch nach Berichten der Nachbarn, die schon länger hier sind, in
trockenen Jahren immer weniger Obst geben als in feuchten.
> >WAAAAAAAASSSSS???? Eine halbe Tonne Regen im ganzen Juni??
> >Das haben wir am Tag!! ;-)) Bitte schick mir gleich einen
> >Auszug der örtlichen Grundstücke, die zum Kauf angeboten
> >werden - ich wohne am Bodensee und habe mittlerweile
> >Schwimmhäute zwischen Fingern und Zehen.. ;-)
> >Aber auch jede Menge abgeworfener Früchte, und ich denke
> >auch, daß das vom Regen kommt.
Was für Grundstücke möchtest Du? Im Frankfurter Bankenviertel sind sie
derzeit schon ab rund 35.000 DM den Quadratmeter zu haben. Ansonsten
bekommt man Grabeland im Grüngürtel schon ab rund 300 DM.
Grüße
Bernhard
Hallo Bernhard,
>> Du meinst also, der Fruchtfall sei durch den meßbaren Mangel
>> an Niederschlägen verursacht....
>
>1995 war es genauso - da hatten wir dann kaum Ernte. Es scheint sich
>aber nicht um Alternation zu handeln.
letzteres nicht, denn wenn ein Baum alterniert, gibt's erstmal so gut
wie keine Blütenknospen, Blüten und Früchte.
>Mir scheint, es hat durchaus mit
>suboptimalen Bedingungen zur Fruchtausbildung zu tun. Vielleicht ist
>das ja auch eine verstiegene Theorie, aber warum sollte es hier sonst
>auch nach Berichten der Nachbarn, die schon länger hier sind, in
>trockenen Jahren immer weniger Obst geben als in feuchten.
Um das Thema Fruchtfall wird so einiges theoretisiert. Das Problem
bleibt irgendwie undurchschaubar...
Zunächst mal gibt es ja drei Fälle von Fruchtfall,
a) nach der Blüte,
b) den Juni-Fruchtfall und
c) vor der Fruchtreife.
Zum Juni-Fruchtfall meint Höhne/Wilhelm: Setzt beim Baumobst um
Johanni (24.6) ein und ist auf Schädlingsbefall, unzureichende
Befruchtung, ungünstiges Blühwetter, Frostschäden oder zu starken
Konkurrenzkampf (viele Triebe, Wasserschosse?) in Verbindung mit
Nahrungs- und Wassermangel zurückzuführen.
Na, danach ist alles möglich und man kann sich was aussuchen...
Rechtzeitiges Ausdünnen soll den Fruchtfall mindern. Auch bei
Trockenheit? Woher weiß der Baum, daß ich schon ausgedünnt habe?
Düngen in der zweiten Maihälfte soll den Fruchtfall mindern, auch wenn
es viel regnet.... besonders auf leichten, sandigen Böden. Trockenheit
alleine scheint also auch nicht schuld zu sein.
Aus einem ganz durchgeistigtem Artikel:
Die drei Fallperioden sollen durch Wechselwirkung zwischen Wuchs- und
Hemmstoffproduktion im Baumsystem verursacht werden. Die Wuchsstoffe
sollen hauptsächlich im Nährgewebe der Samenanlage gebildet werden.
Auxine = Hormone wandern über den Stiel zum Stielansatz und verhindern
die Bildung von Trenngewebe, ohne Trenngewebe am Stiel kein
Fruchtfall.
a) Bleibt eine Jungfrucht unbefruchtet (ist sie dann eine Frucht?
:-)), werde der Wuchsstoffstrom unterbrochen, das Trenngewebe
ausgebildet und das Früchtchen falle ab, was sich bis zu vier Wochen
nach Blühbeendigung hinziehen könne.
b) Das zügige Wachstum des Keimlings - Embryos - stoppe nach einiger
Zeit die Wuchsstoffprduktion abermals und der nächste Fruchtfall
(Junifall) kündige sich an. Je mehr Laubschäden (?) zu diesem
Zeitpunkt vorliegen, desto stärker falle er aus, dabei sei es von
nebensächlicher Bedeutung, welche Ursachen dafür (für die Laubschäden)
verantwortlich seien - Elementemangel (Nährstoffe, Spurenelemente?),
Schädlinge, Kranheiten, Frosteinwirkung - (nur von Trockenheit steht
da nix). Nach Beendigung des Embryowachstums steige die
Wuchsstoffproduktion und leite das Ende des Junifalls ein (weil wieder
Auxine zum Stielgrund wandern?).
c) Bei Sorten mit starkem Fruchtwachstum sinke später der
Wuchsstoffstrom wieder ab, so daß ein weiterer Fruchtfall zur Zeit der
Vorernte ausgelöst werde, der meist gute ältere Apfelsorten, wie
Berlepsch und Goldparmäne heimsuche. Dagegen sei die neuere Sorte
Golden Delicious nicht betroffen, deren Wuchsstoffe flössen so lange,
wie die Früchte am Baum verbleiben.....
Folgende Kulturmaßnahmen sollen übermäßigen Fruchtfall eindämmen:
Laubpflege (das gibt Arbeit...:-)), Frostschutz, Bewässerung, gute
Pollenspender.
Und interessant ist noch die Bemerkung: Eine Einschränkung oder
Vermeidung des Fruchtfalls durch Hormonspritzungen ist für den
Hausgarten keine brauchbare Methode....
Nachtigall ick hör dir trappsen: Die Profis scheinen Auxine zu
versprühen....:-(
Die ganze Philosophiererei um den Fruchtfall dreht sich aber immer um
das Kernobst, weshalb ich immer noch nicht weiß, warum G.W.'s
Süßkirschen nicht hängen bleiben....:-(
>Was für Grundstücke möchtest Du? Im Frankfurter Bankenviertel sind sie
>derzeit schon ab rund 35.000 DM den Quadratmeter zu haben. Ansonsten
>bekommt man Grabeland im Grüngürtel schon ab rund 300 DM.
Die Anfrage danach kam aus Austria und wenn die in Schilligen bezahlen
dürfen, gibt's zumindest bald kein Grabeland mehr....:-)
Hallo Gerd,
>
>> meine Suesskirsche hat in diesem Jahr fleissig geblueht und auch viele
>> Fruechte angesetzt. Nun wirft sie die Fruechte kurz vor der Reifung ab.
>> Irgendein ausgepraegtes Krankheitsbild oder Schaedlingsbefall sind nicht
>> zu erkennen.
>Vermutlich hat deine Suesskirsche zuviele Fruechte angesetzt; einige
>werden notreif und fallen klein und roetlich im Juni ab. Das ist das sog.
>"roeteln".
gibt's das Röteln jetzt auch schon an Süßkirschen? Meine schlauen
Bücher erwähnen Röteln nur im Zusammenhang mit Sauerkirschen.
>Sind sie aber unreif und normalgross, dann hast du ein Problem.
>Da ist irgendein Schaden als Ursache wahrscheinlich.
G.W. sollte sich vielleicht mal dazu äußern, was er mit "kurz vor der
Reifung" meint. Zeitlich kurz vor der Reifung oder bezüglich der
Fruchtgröße oder der Rotfärbung? Und wieviel % der Kirschen hängen
noch?
>Schon Maden der
>Kirschfruchtfliege lassen Kirschen abfallen. Und dieses Insekt ist
>diesjahr zahlreich und sehr aktiv. Das sehe ich an der Ernte der beleimten
>"Gelbtafen". Ich habe daraufhin Lebazid gespritzt. Fuer 99 ist das aber
>jetzt zu spaet.
>
>P.S. Ich suche gegen Pflaumenmaden aehnlich wirksames, zugelassenes
>Praeparat.
Das Lebaycid, um dessen Zulassung übrigens die deutschen
Krischenbauern fürchten, ist natürlich schon ein ziemlich massives
Mittel (B1, 14 Tage WZ).
Gegen den Pflaumenwickler ähnlich wirksam und ebenso heftig wäre
Insegar (B1, 28 Tage WZ, Abstand zu Oberflächengewässern bei beiden
mindestens 50 m). Soll einen hervorragenden Erfolg, auch gegen den
Apfelwickler zeigen, wird aber meines Wissens in Kleingebinden nicht
angeboten.
Eine Klasse darunter läge Unden flüssig (B1, 7 Tage WZ, Abstand zu
Oberflächengewässern 40 m).
Da auch bei Unden eine Spritzung nicht ausreichen wird um den
Pflaumenwicklerbefall spürbar zu reduzieren, gehe ich gleich noch eine
Klasse tiefer und spritze maximal zweimal (je nach Befall) mit Decis
(14 Tage WZ, Abstand zu Oberflächengewässern 20 m, aber: B2, also
abends eingesetzt nicht bienengefährlich). Und einen Teil madige
Pflaumen kann ich heuer leicht in Kauf nehmen, denn die
Viktoriapflaume hängt brechend voll...:-)
> b) Das zügige Wachstum des Keimlings - Embryos - stoppe nach
> einiger Zeit die Wuchsstoffprduktion abermals und der nächste
> Fruchtfall (Junifall) kündige sich an. Je mehr Laubschäden (?)
> zu diesem Zeitpunkt vorliegen, desto stärker falle er aus,
Das ist zumindest bei uns von Laubschäden nie abhängig gewesen. Die
Schädlinge am Blatt halten sich hier schon seid Jahren zumindest bei
den Obstbäumen absolut in Grenzen. Trotzdem gibt es den Juni-
Fruchtfall und zwar in extrem trockenen Jahren sehr ausgeprägt in
feuchteren deutlich geringer. (Bewässert wird nicht - gedüngt nicht
wenn der Boden schon zentimeterbreite Risse aufweißt und man
allenfalls noch mit der Spitzhacke eindringen kann.)
> dabei sei es von nebensächlicher Bedeutung, welche Ursachen
> dafür (für die Laubschäden) verantwortlich seien -
> Elementemangel (Nährstoffe, Spurenelemente?), Schädlinge,
> Kranheiten, Frosteinwirkung - (nur von Trockenheit steht da
> nix).
Wenn aber doch keine Schädlinge im Obst sind - wenn aber doch nach
Analyse die Nährstoffwerte stimmen - wenn aber doch die Wühlmäuse und
andere Wurzelschädlinge sich in Grenzen halten.
> Die ganze Philosophiererei um den Fruchtfall dreht sich aber
> immer um das Kernobst, weshalb ich immer noch nicht weiß,
> warum G.W.'s Süßkirschen nicht hängen bleiben....:-(
Und da bin ich dann auch wieder platt, denn es ist das Steinobst, das
ordentlich die Fallsucht bekommt - bei Äpfel und Birnen fällt
allenfalls, was der Baum eh nicht tragen kann. Da dünne ich dann immer
auch noch mal aus.
Bäume sind schon wunderliche Geschöpfe.
Grüße
Bernhard
>Gerhard Zahn wrote:
>> wenn sich weder auf Blättern noch auf Früchten Auffälligkeiten zeigen,
>> könntest Du nur noch heruntergefallene und gut entwickelte Kirschen
>> durchschneiden und die Innerei vergleichen.
>> Mangelt's bei den einen an einer ordentlichen Steinentwicklung könnte
>> es mit der Befruchtung nicht geklappt haben. Vielleicht war den Bienen
>> seinerzeit das Wetter zu mies und die geeignete Befruchtersorte etwas
>> zu weit weg.
>Hallo Gerhard,
>an der Vorstellung von der mangelhaften Befruchtung könnte was dran
>sein! Wenn ich nämlich welche von den abgefallenen, unreifen Kirschen
>aufschneide (und auch die Schale des Kerns durchschneide), dann finde
>ich darin keinen Kern, sondern ein bräunliches Häutchen!
Aha!
>Ich verstehe
>das aber nicht so recht, denn die Kirschbäume in der Umgebung tragen
>auch normal und während der Blüte war eigentlich ein gutes Bienenwetter.
>Ich habe allerdings nur den einen Kirschbaum und die nähesten anderen
>Bäume sind ca. 200m entfernt. Ist das schon zu weit?
200 m sind schon verdammt weit, weil da zumindest jegliche
Windbestäubung flach fällt - so es die bei Süßkirschen überhaupt
gibt- .
>Außerdem dachte ich
>immer, daß unbefruchtete Kirschen unmittelbar nach der Blüte abgeworfen
>würden.
Mit gänzlich unbefruchteten müßtest Du wohl Recht haben. Aber zwischen
unbefruchtet und gut befruchtet scheint es einige Abstufungen zu
geben.
Da kommt es schon mal auf die genau richtige Befruchtersorte an, sonst
gäbe es ja innerhalb der Süßkirschensorten keine Probleme. Vielleicht
ist es ja möglich, daß die gerade noch falsche Befruchtersorte der
Blüte zunächst eine Quasibefruchtung vorgaukelt, die dann doch nicht
vollendet werden kann. Wobei ja nicht nur wichtig ist, daß die Biene
als Spediteur zum richtigen Zeitpunkt den richtigen, vollreifen Pollen
vorbeibringt, damit wäre ja erst mal bestäubt.
Dann aber muß Pollengewebe durch eine Art Keimschlauch von der Narbe
durch den haardünnen Griffel bis zum Blütenboden wachsen, wo dann erst
die Verschmelzung der beiden Geschlechtsprodukte, die eigentliche
Befruchtung, stattfinden kann.
Und das mag zwei, drei Tage dauern. Und genau in dieser Zeit ist "die
Blüte" gegen Frost am empfindlichsten und verträgt gerade noch - 1 °
(die noch geschlossene Blüte verträgt - 4 ° und die voll geöffnete
immer noch - 2).
Da können so allerhand Halbheiten zustande kommen.
>Es ist doch für den Baum eine ungeheuere Resourcenverschwendung,
>viel in die Entwicklung von Fruchtfleisch zu investieren, um dann
>hinterher festzustellen, daß alles umsonst war!?
Hm. Leider kann man den Baum nicht fragen, was er sich dabei gedacht
hat...:-(
>Ich habe den Eindruck, daß jeweils die Kirschen, die gerade
>beginnen rot zu werden, abgeworfen werden. Vielleicht hat das alles ja
>auch mit der aktuellen politischen Situation zu tun!?
> gibt's das Roeteln jetzt auch schon an Suesskirschen? Meine schlauen
> Buecher erwaehnen Roeteln nur im Zusammenhang mit Sauerkirschen.
Ein unliebsames, aber allgemein bekanntes Phaenomen, das besonders bei
Suesskirschen auftritt, ist das sog. Roeteln. Damit wird das Abfallen der
Kirschen kurz vor der Reife, wenn sie sich gerade rot zu faerben beginnen,
bezeichnet. Die Ursachen hierfuer sind vielfaeltig, meist fallen jedoch
Fruechte ab, die nicht ausreichend ernaehrt sind, oder solche, die sich
ohne Befruchtung aus den Blueten entwickelt haben. Nach einem kalten,
verregneten Fruehjahr, in dem die Insekten nicht fliegen konnten, ist das
Roeteln daher oft besonders ausgepraegt. Die Roetelanfaelligkeit haengt
aber nicht nur von Standortfaktoren und der Pflege ab, sie ist auch
sortenspezifisch. Als besonders anfaellig gilt beispielsweise die Sorte
"Schneiders Spaete Knorpelkirsche". [Der grosse ADAC-Ratgeber Garten, Bd.
Obst, 1995, S. 193-194]
Roeteln, natuerlicher Vorgang; Schadbild: Bei Suesskirschen uebermaessig
starker Fruchtabfall. Die etwa 1 cm grossen Fruechte werden erst gelb,
dann roetlich und fallen schliesslich ab. Besonders haeufig bei
Suesskirschen. Keine Bekaempfung moeglich. [Kreuzer Gartenpflanzenlexikon,
Bd. 3; 3.Aufl. 1997, S. 225]
Sortenunterschiede gibt es auch in der Anfaelligkeit fuer vorzeitigen
Fruchtfall im Juni (Roeteln), der durch verschiedene Faktoren wie z.B.
kuehle Witterung im Fruehjahr oder Naehrstoffstoerungen hervorgerufen
wird. Dabei werden rote, nicht ausgereifte Fruechte abgestossen [BSA
Beschreibende Sortenliste Steinobst 1997, S. 54/Suesskirsche]
In der BSA-Sortenliste werden als stark anfaellig fuer roeteln genannt die
Suesskirschensorten: Bing; Nabigos; Schneiders Spaete Knorpelkirsche.
Bei den Sauerkirschen ist keine anfaellige Sorte genannt (67
Suesskirschen- und 29 Sauerkirschbaumsorten wurden geprueft).
"Kuehle Witterung im Fruehjahr foerdert das "Roeteln", einen vorzeitigen
Fruchtfall" weiss sogar das sproede BDB-Handbuch "Obstgehoelze" unter
Suesskirsche auf S. 66 zu berichten.
Hallo Bernhard,
auf das Röteln bzw. den Fruchtfall beim Steinobst komme ich nochmal
zurück:
>....(Bewässert wird nicht - gedüngt nicht
>wenn der Boden schon zentimeterbreite Risse aufweißt und man
>allenfalls noch mit der Spitzhacke eindringen kann.)
>
>> dabei sei es von nebensächlicher Bedeutung, welche Ursachen
>> dafür (für die Laubschäden) verantwortlich seien -
>> Elementemangel (Nährstoffe, Spurenelemente?), Schädlinge,
>> Kranheiten, Frosteinwirkung - (nur von Trockenheit steht da
>> nix).
>
>Wenn aber doch keine Schädlinge im Obst sind - wenn aber doch nach
>Analyse die Nährstoffwerte stimmen -
Wurde da auch der Stickstoffgehalt gemessen?
Woher soll der groß kommen, wenn nicht gedüngt wird?
Und wenn es trocken ist und nicht gewässert wird bzw. nicht gewässert
werden kann, dann düngen die Profis übers Blatt, weil dann von den
Wurzeln offensichtlich nicht mehr viel Nachschub kommt.
>
>> Die ganze Philosophiererei um den Fruchtfall dreht sich aber
>> immer um das Kernobst, weshalb ich immer noch nicht weiß,
>> warum G.W.'s Süßkirschen nicht hängen bleiben....:-(
>
>Und da bin ich dann auch wieder platt, denn es ist das Steinobst, das
>ordentlich die Fallsucht bekommt -
Im Heft 7/99 von Obst & Garten wird wieder mal über das Röteln
philosophiert. Die meinen, daß triebige (weil stark geschnittene)
Bäume eher zum Röteln neigen, weil die Jungtriebe um die Zeit vor der
Fruchtreife zuviele Nährstoffe - besonders Stickstoff - für ihr
Wachstum benötigen. Daher ziehen sie angeblich den größten Teil der
Nährstoffe an sich mit der Folge, daß ein Teil der Jungfrüchte
unterversorgt wird. Diese Früchte stellen ihr Wachstum schließlich
ein, sterben ab und fallen als Rötelfrüchte herunter.
Weniger Rötelfrüchte seien zu erzielen durch ausgewogenen Schnitt und
über die Düngung. "Wird mit einer guten Blüte bzw. mit einem guten
Fruchtansatz gerechnet, genügt um die Blütezeit zur Kräftigung des
Fruchtansatzes die Gabe eines schnellwirkenden Stickstoffdüngers in
Salpeterform, z.B. Kalksalpeter oder Bor-Ammonsulfatsalpeter.
Zur Kräftigung des Fruchtansatzes erwiesen sich auch 2 bis 3
Spritzungen mit stickstoffbetonten Blattdüngern nach Abfall der
Blütenblätter in 8tägigem Abstand als wirkungsvoll".
Hm. Vielleicht solltest Du doch mal düngen....:-)