Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Grafensteiner Apfel trägt nicht

835 views
Skip to first unread message

Michael.Gamer

unread,
May 4, 2001, 12:48:20 PM5/4/01
to
Hallo zusammen,

eine Frage an alle Obstbaumexperten. Ich habe vor 7 (sieben!) Jahren einen
Apfelbaum gepflanzt, wie im Betreff zu lesen einen "Grafensteiner". Bis
heute hat er (voriges Jahr) genau einen (ja EINEN) Apfel getragen. Der Baum
blüht einfach nicht. In diversen Gartenläden konnte man mir auch nciht
weiterhelfen, ich bekam nur die Info: unerklärlich.

Deshalb meine Bitte an die Gruppe: Wenn jemand einen Tip zur
Ursachenforschung hat.... her damit, jeder Rat ist willkommen.


Danke im voraus und viele Grüße aus Steinheim (bei Hanau).

m.g.


Guenter Willmut

unread,
May 4, 2001, 1:36:06 PM5/4/01
to
"Michael.Gamer" schrieb:

Hallo
man müßte auch mal sehen, wie der Baum gewachsen ist,. Vielleicht wird
er regelmäßig kaputt-geschnitten ??
Gruß Lutz

Michael.Gamer

unread,
May 5, 2001, 3:02:59 AM5/5/01
to
Hallo Lutz,

so einfach ist es leider nicht, der Baum ist wirklich sehr schön gewachsen
(wenn er "verhunzt" wäre würde ich ihn einfach austauschen, es würde mir
dann zumindest leichter fallen). Ich frage mich, ob es an der
Bodenbeschaffenheit, düngen (?) o.ä. liegen kann.

Viele Grüße aus dem verregneten Steinheim


m.g.

Gerd Krug

unread,
May 4, 2001, 9:02:00 AM5/4/01
to
Michae...@topmail.de meinte am 04.05.01
zum Thema "Grafensteiner Apfel traegt nicht":

Hallo Michael,

> Baum blueht einfach nicht. In diversen Gartenlaeden konnte man mir
> auch nciht
> weiterhelfen, ich bekam nur die Info: unerklaerlich.

Wenn's denn ein Spaetentwickler ist? Vom Gravensteiner ist das
bekannt. Die Unterlagensorten der meisten Hochstaemme brauchen zum
tragen oft bis zu 10 Jahren. Ausserdem alterniert er dann auch noch,
wenn seine Befruchtungssucht (er ist triploid) befriedigt werden kann.

> Deshalb meine Bitte an die Gruppe: Wenn jemand einen Tip zur
> Ursachenforschung hat.... her damit, jeder Rat ist willkommen.

Mit ein paar Tricks kannst du Bluehwilligkeit etwas beeinflussen. Z.B.

hilft's oft, durch waagerechtbinden (oder Gewichte dran) den
Bluetenansatz fuer naechstesjahr zu foerdern.

Auch die Schnitttechnik beeinflusst Bluetenbildung. Er blueht an
Kurztrieben der zweijaehrigen Langtriebe.

-> Gruesse aus meinem kleinen Gartenhaeuschen, Gerd

Michael.Gamer

unread,
May 5, 2001, 10:18:56 AM5/5/01
to
Hallo Gerd,

dass mit den Spätentwicklern wußte ich zwar, aber das das so lange dauern
kann, ist mir neu. Da werde ich mich wohl noch ein, zwei Jahre gedulden
müssen.

Danke für den Hinweis


m.g.


"Gerd Krug" <Gerd...@oct.fido.de> schrieb im Newsbeitrag
news:239...@p6.f201.n4000.z242.fido.de...

Gerhard Zahn

unread,
May 7, 2001, 3:49:37 PM5/7/01
to
On Fri, 4 May 2001 18:48:20 +0200 "Michael.Gamer"
<Michae...@topmail.de> wrote:

Hallo Michael,

> eine Frage an alle Obstbaumexperten. Ich habe vor 7 (sieben!) Jahren

was bist du ungeduldig...:-)

>einen
>Apfelbaum gepflanzt, wie im Betreff zu lesen einen "Grafensteiner". Bis
>heute hat er (voriges Jahr) genau einen (ja EINEN) Apfel getragen.

Damit ist bewiesen, es ist wirklich ein Apfelbaum.:-)

>Der Baum
>blüht einfach nicht. In diversen Gartenläden konnte man mir auch nciht
>weiterhelfen, ich bekam nur die Info: unerklärlich.

Wo verkehrst du denn.....:-(
Trauerspiel, so eine Auskunft....:-(

Ich unterstelle einfach mal, dass es sich um einen Halb- oder Hochstamm
handelt, der vermutlich auf Sämling veredelt ist.. Damit hast du dir
dann mit dem "Gravensteiner" etwas angetan.

Also ich zitiere einfach mal aus dem Petzold:

"Wuchs sehr stark: Leitäste steil bis schräg aufrecht; mittlere
Verzweigung, Seitenzweige lang, locker, später hängend; Fruchtholz an
zweijährigen Langtrieben als Kurzholz, Fruchtsprosse und kurzverzweigte
Fruchtspieße, Fruchtruten mittellang; Kronenform breit ausladend;
Aufbauschnitte im Jugendstadium, alle Nebentriebe unbeschnitten
belassen, um Fruchtholzbildung zu fördern; später auslichten;
Blüte lange während, frostempfindlich;
Ertrag auf starken Unterlagen spät und sehr spät; an geeigneten
Standorten nur mittelhoch; gering auf ungeeigneten, meist jährlich, doch
auch alternierend.
Standort: hohe spezielle Ansprüche, die nicht häufig anzutreffen sind;
nicht für trockene Böden; für nährstoffreiche, tiefgründige,
durchlässige mittlere Böden, die während der gesamten Vegetationszeit
über gleichmäßiges Bodenwasser und Bodenluft verfügen, für mildere,
windgeschützte Lagen;
Anbaueignung: nicht für IP durch zu geringe und spät einsetzende
Erträge."

>Deshalb meine Bitte an die Gruppe: Wenn jemand einen Tip zur
>Ursachenforschung hat.... her damit, jeder Rat ist willkommen.

Ich würde dem Baum keinerlei stickstoffhaltigen Dünger zukommen lassen,
um die Triebigkeit nicht noch zu fördern, sehr wohl aber Thomaskali oder
wenigstens Kalimagnesia.

Schneiden würde ich ihn auch so gut wie nicht, bestenfalls steile
Konkurrenztriebe u Wasserschosser entfernen.

Dann würde ich mir eine ganze Ration halbe oder faustgroße Betonklötze
mit eingelassenem Drahtbügel gießen (zB in Joghurtbechern u dergl.) u
diese an die Äste u Zweige hängen um sie damit nach unten zu ziehen, bis
sie waagrecht stehen oder deutlich darunter. Das eilt aber, weil ab
jetzt schon die Blütenknospen für das nächste Jahr gebildet werden.

Beste Grüße nach Steinheim G e r h a r d

Gerd Krug

unread,
May 7, 2001, 7:34:00 PM5/7/01
to
gerhar...@gmx.de meinte am 07.05.01
zum Thema "=?ISO-8859-1?Q?Re:_Grafensteiner_Apfel_tr=E4gt_nicht?=":

Hallo Gerhard,

> Dann wuerde ich mir eine ganze Ration halbe oder faustgrosse
> Betonkloetze
> mit eingelassenem Drahtbuegel giessen (zB in Joghurtbechern u dergl.)
> u
> diese an die Aeste u Zweige haengen um sie damit nach unten zu

> ziehen, bis
> sie waagrecht stehen oder deutlich darunter. Das eilt aber, weil ab

> jetzt schon die Bluetenknospen fuer das naechste Jahr gebildet
> werden.

Dein "Kochbuch" verfeinere ich hiermit noch etwas durch eine
Bauanleitung fuer diese faustgrossen Betonkloetze:

Man nehme moeglichst viele leere Joghurtbecher, einen Sack Fertigbeton

und reichlich isolierten, 1-adrigen Installationskupferdraht vom
Elektriker seines Vertrauens.

Zuerst wird der Draht in ca. 20 - 25 cm lange Enden gestueckelt, diese

werden geknickt und so gedoppelt an den offenen Enden umgebogen damit
so ein hakenfoermiges Gebilde entsteht, das Widerhaken im Betonanker
hat.

Nun wird in einem Eimer, einer Schuessel o.ae. genuegend Trockenbeton
zum fuellen der Joghurtbecher gegeben und durch Zugabe von Wasser in
einen Brei verwandelt. Der Betonbrei wird in die Joghurtbecher gegeben

- unterschiedliche Fuellhoehe ergibt praktischerweise verschiedene
Gewichte zur Auswahl - dann die Drahtbuegel mit ihrem umgebogenen
Ende in die Masse bis fast zum Bodenbecher gesteckt, und dann sollten
die Kunstwerke ein paar Tage in Ruhe gelassen werden.

Die schwerste "Pfriemelarbeit" ist das Ausschalen aus den
Joghurtbechern (ist aber noetig, weil sonst Regenwasser die Gewichte
veraendern koennte).

Das Ergebnis sieht - mittels der Kupferdrahtschlaufe - an den zarten
Zweiglein der Jungbaeumchen befestigt so scheusslich und
baumquaelerisch aus, das ich mir immer wieder vornehme, die
Betonkloetze lindgruen zu lackieren ,-)

0 new messages