Es hat zwar an unseren Hibisken (ist das der Pluarl?) nur noch sehr wenige
Blütenknöpfe, doch nimmt es mich allgemein wunder und der nächste Sommer
kommt bestimmt: Wann ernte ich Hibiskusblüten? Wenn die Blüten offen stehen
(dann würd ich wohl eher davon ablassen) oder wenn sie schon am einwelken
sind? Und: auf dem Beipackzettel stand was von wegen: "Vermehrung verboten.
Zu Dekorationszwecken und nicht für den Verzehr bestimmt.". Sind die nun
giftig oder besteht sonst irgendeine Gefahr oder darf eine Gärtnerei
einfach keine 'Lebensmittel' verkaufen (wir würde dann der Verkauf von
Obstgewächs gerechtfertigt?)?
Danke & Gruss
Marco
"Hibisküsse" klingt irgendwie zärtlicher :)
> Zu Dekorationszwecken und nicht für den Verzehr bestimmt.". Sind die nun
> giftig oder besteht sonst irgendeine Gefahr?
Laut Kräuter-FAQs - http://ibiblio.org/herbmed/faqs/medi-cont.html -
enthalten Malvengewächse im Allgemeinen eine Menge Schleimstoffe und
keine Gifte.
Gruß
--
Olaf aus Hamburg ^
Zuschriften an olaf Punkt studt Klammeraffe freenet Punkt de werden gelesen.
"False Friends" aus dem Tier- und Pflanzenreich unter:
http://people.freenet.de/olaf_studt/english.htm
Kathinka Wenz wrote:
> Marco Nierlich <ma...@access.unizh.ch> wrote:
>
>> Wann ernte ich Hibiskusblüten?
>
> Wieso willst du die ernten?
>
s.u.
>> Und: auf dem Beipackzettel stand was von wegen: "Vermehrung verboten.
>
> *lol* Hibiscus lässt sich sowohl über Stecklinge wie über Samen
> vermehren, den Paragraphen, in dem das verboten wird, möchte ich mal
> sehen.
>
Das stand nur auf dem Zettel, der in der Erde steckte. Scheint so ein
Standardspruch ohne Verbindlichkeit zu sein, aber man kann's ja mal
versuchen und damit vieleicht den Umsatz ankurbeln. Ich hab die Pflanze
übrigens bei einem Lebensmittelgrossverteiler gekauft.
>> Zu Dekorationszwecken und nicht für den Verzehr bestimmt.". Sind die nun
>> giftig oder besteht sonst irgendeine Gefahr oder darf eine Gärtnerei
>> einfach keine 'Lebensmittel' verkaufen (wir würde dann der Verkauf von
>> Obstgewächs gerechtfertigt?)?
>
> Wie kommst du darauf, dass man Hibiscus essen kann? *staun* Ich mein,
Essen nicht, aber trinken ;-)
<http://www.google.ch/search?q=hibiskus+tee&ie=UTF-8&oe=UTF-8&hl=de&btnG=Google+Suche&meta=>
Was ich bis jetzt gelesen hab, wird die Hibiskusblüte v.a. der Farbe wegen
zu Früchtetees etc. zugemischt, aber vieleicht hat das ja auch einen
Eigengeschmack, und das möchte ich eben herausfinden...
> man kann ziemlich viele Pflanzen essen, von denen das so allgemein
> niemand ahnt, aber von Hibiscus hab ich es noch nicht gehört (allerdings
> auch noch nicht, dass er giftig ist). Woher hast du die Info? Und zu was
> willst du sie verarbeiten? Ich wäre nie auf die Idee gekommen, aber
> vielleicht verpasse ich ja etwas.
>
Lass mich wissen, wenn Du's versuchst.
Gruss
Marco
> Kathinka Wenz wrote:
>> Wie kommst du darauf, dass man Hibiscus essen kann? *staun* Ich mein,
>
> Essen nicht, aber trinken ;-)
Ähem. Ich vermute mal ganz stark, daß Du nicht den offizinell genutzten
Hibiskus (Hibiscus sabdariffa) daheim hast. So sieht der Kollege aus:
http://pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de/systematik/7_bilder/yamasaki/Hibiscus.jpg
> Was ich bis jetzt gelesen hab, wird die Hibiskusblüte v.a. der Farbe
> wegen zu Früchtetees etc. zugemischt, aber vieleicht hat das ja auch
> einen Eigengeschmack, und das möchte ich eben herausfinden...
Säuerlich. Eigentlich ganz lecker.
Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht werden auch nur die Kelche
verwendet. Vielleicht geht es auch mit Deiner Pflanze, sicherheitshalber
würde ich mir an Deiner Stelle aber lieber erst einmal eine kleine
Packung aus der Apotheke holen, wenn Du wirklich nur aus Interesse mal
reinen Hibiskustee trinken willst.
Julia
> Marco Nierlich wrote:
>
>> Kathinka Wenz wrote:
>
>>> Wie kommst du darauf, dass man Hibiscus essen kann? *staun* Ich mein,
>>
>> Essen nicht, aber trinken ;-)
>
> Ähem. Ich vermute mal ganz stark, daß Du nicht den offizinell genutzten
> Hibiskus (Hibiscus sabdariffa) daheim hast. So sieht der Kollege aus:
>
<http://pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de/systematik/7_bilder/yamasaki/Hibiscus.jpg>
>
Tatsächlich :-( Dann ist wohl mein Abenteuer vom eigenen Hibiskustee
gestorben und ich geh ins nächste Teegeschäft.
Danke & Gruss
Marco
Karla Baumann wrote:
> Hi,
> Marco Nierlich wrote:
>> Hallo Hibiskus- und Tee-Freunde
>>
>> Es hat zwar an unseren Hibisken (ist das der Pluarl?) nur noch sehr
>> wenige Blütenknöpfe, doch nimmt es mich allgemein wunder und der
>> nächste Sommer kommt bestimmt: Wann ernte ich Hibiskusblüten?
> snip
> ich glaub nicht, dass du da die richtige Sorte im Anbau hast
> <zitat>
> [...]
Ganz herzlichen Dank für Deine ausführliche Aufklärung. Ich bin immer
neugieriger, wie denn der Tee schmeckt. Kann man Hibiscus sabdariffa bei
uns (Weinanbaugebiet) auch kultivieren?
Danke & Gruss
Marco
Hallo Marco,
>Es hat zwar an unseren Hibisken (ist das der Pluarl?) nur noch sehr wenige
>Blütenknöpfe, doch nimmt es mich allgemein wunder und der nächste Sommer
>kommt bestimmt: Wann ernte ich Hibiskusblüten? Wenn die Blüten offen stehen
>(dann würd ich wohl eher davon ablassen) oder wenn sie schon am einwelken
>sind? Und: auf dem Beipackzettel stand was von wegen: "Vermehrung verboten.
du hast ja eine Zierpflanze gekauft und nicht den Hibiscus für den
Tee. Und Zierpflanzen-Sorten dürfen bisweilen nur mit entsprechender
Lizens vermehrt werden.
>Zu Dekorationszwecken und nicht für den Verzehr bestimmt.". Sind die nun
>giftig oder besteht sonst irgendeine Gefahr
Über die Spritzmittelverwendung im Zierpflanzenbereich sind schon die
düstersten Schauergeschichten verbreitet worden. Ist immer mal wieder
in den Schlagzeilen.
Zu Dekorationszwecken hergespritzte Zierpflanzen sind dann wohl alles
andere als geeignet zum Verzehr. Jetzt weißt der Vermehrer auch noch
drauf hin, aber nein...
Beste Grüße G e r h a r d
> Ganz herzlichen Dank für Deine ausführliche Aufklärung. Ich bin immer
> neugieriger, wie denn der Tee schmeckt. Kann man Hibiscus sabdariffa bei
> uns (Weinanbaugebiet) auch kultivieren?
Tendenziell dürfte der wie rosa-sinensis zu pflegen sein (d.h. nur im
Sommer draußen, sonst drinnen im Warmhaus = Kübel). Kannst Du hier
vorbestellen:
http://www.roepke-versand.de/c173.html
Ciao, ciao
Gaby
--
Mrs. Gaby Chaudry
http://www.gaby.de
mailto:ga...@gaby.de
Hallo Kathinka,
>> du hast ja eine Zierpflanze gekauft und nicht den Hibiscus für den
>> Tee. Und Zierpflanzen-Sorten dürfen bisweilen nur mit entsprechender
>> Lizenz vermehrt werden.
>
>Das gilt aber doch sicher nur für den gewerblichen Anbau, oder?
Oder!
>Du
>willst mir nicht ernsthaft erklären, dass ich mich strafbar mache, wenn
>ich für meinen Nachbarn (oder für mich selber) einen Ableger ziehe?
Lizenzen haben zunächst nichts mit dem Strafrecht zu tun und
Sortenschutz ebenfalls nicht.
In einem Vortrag hat mal ein schlauer Mensch gemeint, es sei jegliche
Vermehrung unzulässig, auch im Privatgarten für den eigenen Gebrauch.
Selbst auf meine Lösung - ich ersetze drei alte Johannisbeersträucher
einer geschützten Sorte über Steckhölzer und rode die alten - wollte
der sich nicht einlassen.
Leider hat er keine Quellen genannt oder etwas schriftliches
hinterlassen. Ich glaube, der kam seinerzeit über die
Erdbeervermehrung auf das Thema, die ja meist auch nur eine
Bestandsverjüngung ist.
Das ist schon fünf Jahre her und wurde auch hier gepostet und keiner
fand etwas, wonach diese enge Auslegung falsch ist.
Das soll aber die Wuchsfreude derart vermehrter Schätze nicht
erkennbar hemmen. :-)
Bei den Erwerblern wird dann schon mit härteren Bandagen hantiert.
So sollen in Österreich schon mal per Hubschrauber blühende
Schwarzbestände von Rubinette festgestellt worden sein....
Da stellt sich dann nicht mehr die Frage, ob es kostet, sondern nur
noch wie viel.
In Südtirol hat mir einer verraten, dass sie auch schon die ersten
"Pink Lady" hatten vor den demnächst kommenden Lizenzen. :-)
Gerhard Zahn wrote:
> [...]
>
>>Zu Dekorationszwecken und nicht für den Verzehr bestimmt.". Sind die nun
>>giftig oder besteht sonst irgendeine Gefahr
>
> Über die Spritzmittelverwendung im Zierpflanzenbereich sind schon die
> düstersten Schauergeschichten verbreitet worden. Ist immer mal wieder
> in den Schlagzeilen.
>
> Zu Dekorationszwecken hergespritzte Zierpflanzen sind dann wohl alles
> andere als geeignet zum Verzehr. Jetzt weißt der Vermehrer auch noch
> drauf hin, aber nein...
>
...ich erlaubte mir hier nachzufragen, was es mit diesem Satz auf sich hat.
Offenbar ist das mehr als nur eine Floskel; besten Dank für Deine
Aufklärung.
Gruss
Marco
> Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> wrote:
>> In einem Vortrag hat mal ein schlauer Mensch gemeint, es sei jegliche
>> Vermehrung unzulässig, auch im Privatgarten für den eigenen Gebrauch.
>> Selbst auf meine Lösung - ich ersetze drei alte Johannisbeersträucher
>> einer geschützten Sorte über Steckhölzer und rode die alten - wollte
>> der sich nicht einlassen.
>
> Für welche Pflanzen gilt dieses Gesetz denn?
>
> Dass man z.B. geschützte Pflanzen nicht töten darf, kann ich ja noch
> logisch nachvollziehen, aber nicht vermehren?
Ich denke, dass es sich hier um Sorten handelt, die ein Gärtner speziell
"erfunden" (selbst gezüchtet) hat. Er hat quasi so eine Art Patent auf
diese Pflanze.
Beate
--
"Jetzt fang bitte nicht noch mit Logik an, das muss wirklich nicht sein."
[Thomas G. Liesner in hamster.de.talk]
> Beate Goebel <beate....@expires-2004-01-31.arcornews.de> wrote:
>> Ich denke, dass es sich hier um Sorten handelt, die ein Gärtner
>> speziell "erfunden" (selbst gezüchtet) hat. Er hat quasi so eine Art
>> Patent auf diese Pflanze.
>
> Ok, das klingt schon logischer, bleibt nur noch das Problem der
> Selbervermehrung. Was macht man da?
>
> Ich mein, wenn ich eine Pflanze kaufe, darf ich diese umsetzen und
> auch weiterverscshenken. Wenn diese sich jetzt von alleine vermehrt,
Wenn sich eine Zuchtsorte vermehrt und Du hast mit em Pollen etc. nicht
aufgepasst, dann kommt da alles Mögliche raus, nur nicht die
Originalpflanze. Züchtungen musst Du schon klonen (Ableger).
> Ergo muss ich jetzt also alle Sämlinge und Seitentrieben ausrotten...
> Das ist vor allem bei horstbildenden Stauden lustig.
Sämlinge sind uninteressant und wenn der Züchter etwas mit Auslegern,
Seitentrieben etc. gezüchtet hat, wird er es ja wohl wissen.
> Irgendwas passt da immer noch nicht so richtig. ;-)
Nein, es passt nicht und ich kenne es auch bisher nur von Mais, Reis, Soja
etc., worauf die US-Industrie tatsächlich Patente hat.
Von Zierpflanzen ist es mir so nicht bekannt, allerdings wird z.B. jede
Orchideenzüchtung sorgfältig angemeldet - was aber niemanden hindert, dann
Ableger zu nehmem. Allerdings weiß ich nicht, ob diese Ableger
gewerblich in großen Mengen *verkauft* werden dürfen.
Beate
--
"Wenn man Regierungsbeamten vorschlägt, einmal über den eigenen Tellerrand
hinauszublicken, nehmen sie einfach einen größeren Teller."
[Tom Clancy, Spiegel 32/2002]
Vermutlich für praktisch alle Neuzüchtungen, die offiziell angemeldet sind.
Bei meiner Feige 'Violetta' hing auch so ein Schild dran.
[...]
> Das ist verkehrt herum. In Deutschland gilt immer noch "Was nicht
> verboten ist, ist erlaubt", sollte es also erlaubt sein, wird es
> unmöglich sein, etwas zu finden, was diese Aussagen widerlegt.
In Deutschland gilt ebenso wie im Rest der ehemaligen 'freien Welt' nur noch
'Intellectual Property' über alles, über alles in der Welt...
Mittlerweile gibt doch Leute, die sich die Farbe ihrer Sch**** patentieren
lassen und dann bei jedem ins Klo gucken wollen, ob sich eine Klage
lohnt... :-(
(Wobei ich zugebe, daß in der Züchtung einer neuen Sorte eine Menge Arbeit
steckt, die auch honoriert werden muß. Nur so, wie Urheberrecht im
weitesten Sinne sich heute ausbreitet und selbst bei den Stickmustern von
Großmüttern und den Kräutern auf der Fensterbank durchgesetzt werden soll,
ist es nur noch krank.)
Bye,
Robert