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Substrat für Dachbegrünung selbst mischen

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Heinz Siegert

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Oct 10, 2011, 2:26:31 AM10/10/11
to

Hallo,

ich habe vor das Dach meiner Garage extensiv zu begrünen (Bau ist schon
fertig). Die Mischung für das Substrat, auf das ich die Sedum-Sprossen
pflanzen werde, will ich selbst mischen.
Was nimmt man am besten und günstigsten dazu? (Diese fertigen
Vulkanzeugsmischungen sind mir einfach zu teuer)

Danke
Heinz

G.B.

unread,
Oct 10, 2011, 2:46:03 AM10/10/11
to
On 10.10.2011 08:26, Heinz Siegert wrote:
>
> Hallo,
> ich habe vor das Dach meiner Garage extensiv zu begrünen (Bau ist schon
> fertig). Die Mischung für das Substrat, auf das ich die Sedum-Sprossen
> pflanzen werde, will ich selbst mischen.

Als "billige" Materialien fallen mir ein:
Perlite, Torf, Dekorrinde, Lehm aus dem Garten. Eventuell noch bei ganz
dünnen Schichten eine Böschungs-/Ufermatte (grauer Filz) als Unterlage.

Das Problem bei diesen Sachen (aus eigener Erfahrung): Die sind sehr
leicht und werden an exponierten Stellen vom Wind verfrachtet.

G.B.
--
http://www.frag-den-spatz.de/wetter - Das Wetter aus der Region 89129

Jo Warner

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Oct 10, 2011, 7:15:30 AM10/10/11
to
Am 10.10.2011 08:46, schrieb G.B.:

> Als "billige" Materialien fallen mir ein:
> Perlite, Torf, Dekorrinde, Lehm aus dem Garten. Eventuell noch bei ganz
> dünnen Schichten eine Böschungs-/Ufermatte (grauer Filz) als Unterlage.
>

Moin,

es ist etliche Jahre her, aber ich erinnere mich bei steilen Böschungen
an neu gebauten Straßen an eine Befestigungstechnik aus Stroh und darauf
ausgebrachtem Teer zur Fixierung. Ein Jahr später waren die Böschungen
schön grün.

Torf und Nadelholzrinde würde ich gar nicht nehmen auf so einem Dach:
Niedrigen pH mögen kaum Pflanzen.

So aus der la menge bei einem Flachdach gesagt ist Perlite keine dumme
Idee, vielleicht noch mit Laubholzshredder mischen, dann aber
vollflächig engmaschigen Kaninchendraht über die Schicht legen.

Frage an Heinz: Was sagt denn die Statik der Garage über zulässige
Flächenbelastung? Und wie erfolgt die Drainage des Pflanzsubstrats (bei
Starkregen kommt da schnell einiges an zusätzlichen Tonnen Gewicht rauf)?

Gruß Jo

Heinz Siegert

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Oct 10, 2011, 8:00:47 AM10/10/11
to
Hi Jo,

>"Jo Warner" schrieb im Newsbeitrag news:j6uk4f$2m5$1...@online.de...
>Frage an Heinz: Was sagt denn die Statik der Garage über zulässige
>Flächenbelastung? Und wie erfolgt die Drainage des Pflanzsubstrats (bei
>Starkregen kommt da schnell einiges an zusätzlichen Tonnen Gewicht rauf)?
>
>Gruß Jo

Statik wurde vom Fachmann berechnet. Das Dach hat eine leichte Neigung und
an der niedrigen Seite eine Kiesfangleiste. Durch die kann das Wasser
ablaufen.

LG

Heinz

G.B.

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Oct 10, 2011, 10:50:21 AM10/10/11
to
On 10.10.2011 13:15, Jo Warner wrote:

> Torf und Nadelholzrinde würde ich gar nicht nehmen auf so einem Dach:
> Niedrigen pH mögen kaum Pflanzen.

Natürlich nicht 100%, sondern lediglich als oberste Deckschicht. Das
hält die feineren Teile fest, (eventuell mit Kaninchendraht oder einem
Kunststoffnetz) und verpasst der Pflanzschicht ein gefälligeres
natürlicheres Aussehen.

Ich hab übrigens Piniendekorrinde verwendet.

Auf einer meiner "Versuchsflächen" von ca. 2 x 2m leben die
Sedumsprossen nun seit etwa 1 1/2 Jahren. Bis sich eine geschlossene
Decke bildet, wird es bei so spärlichem Substrat (1-2cm incl. Filzmatte)
allerdings einige Jahre dauern.

Auf der zweiten Fläche des gleichen Carports wär die Idee mit
Kaninchendraht oder Netz nicht schlecht gewesen. Da die Ecke exponiert
ist, hat sich dort vieles sprichwörtlich in Luft aufgelöst ;-) Deshalb
ist reines offenliegendes Perlite nicht lange haltbar.

Vielleicht wage ich mit meinen Erfahrungen nächstes Jahr einen neuen
Anlauf...

Warum man sowas macht? Nun, wenn die Bürokraten wüßten, welche
Auswirkungen ein so simpler Satz "Flachdächer sind zu begrünen" auf das
Budget eines Bauherrn hat...

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Oct 12, 2011, 1:50:35 PM10/12/11
to
On 10 Okt., 16:50, "G.B." <2...@frag-den-spatz.de> wrote:
> On 10.10.2011 13:15, Jo Warner wrote:

> Auf einer meiner "Versuchsflächen" von ca. 2 x 2m leben die
> Sedumsprossen nun seit etwa 1 1/2 Jahren. Bis sich eine geschlossene
> Decke bildet, wird es bei so spärlichem Substrat (1-2cm incl. Filzmatte)
> allerdings einige Jahre dauern.
>
> Auf der zweiten Fläche des gleichen Carports wär die Idee mit
> Kaninchendraht oder Netz nicht schlecht gewesen.

Drahtgewebe bei Gruendach wirkt auf mich absurd.
Wenn so etwas noetig ist, stimmt am Gruendachauf-
bau einiges nicht.

K.L.

Harald Maedl

unread,
Oct 19, 2011, 3:10:00 PM10/19/11
to
Ich habe ein Gemisch aus gebrannten Blähton, Bims und Erde. Aus der
Erinnerung: 3 Teile Bims, 2 Teile Blähton, 1 Teil Erde, 0,5 Teile grobes
Zeolithgranulat, alles in der Mörtelmaschine trocken gemischt.

Aus einer Ziegelei habe ich dann noch recht kleine Ziegelscherben (ca 2x
2 cm) bekommen, die ich mit schwungvollem Wurf auf der Dachfläche
verteilt habe. Das hält den recht leichten Bims besser fest und
speichert auch gut Feuchtigkeit. Ich habe zwar eine Dachbewässerung,
aber die brauche ich nur dann, wenn es mehrere Monate sehr heiss und
trocken war - also praktisch nie.

Die Granulatschicht hat insgesamt ein Dicke zwischen rund 10-15 cm.
Nachträglich betrachtet, wären 5 cm mehr wohl kein Fehler gewesen, aber
ich musste ein wenig auf die Statik achten.

Das ganze funktioniert seit rund 15 Jahren ausgezeichnet.
Beim nächsten Mal würde ich allerdings auf dem Dach zunächst eine
trittfeste Dämmschicht aufbringen, dann Schutzfolie, dann Granulat.
In strengen Wintern (-20 Grad C) hat es mir immer wieder z.B. die
Pechnelken erfroren. Da die Garage nicht beheizt ist, vermute ich, dass
der Frost von unten an die Wurzeln gekommen ist und diese so geschädigt
hat, dass sie verdorrt sind. Vielleicht sollte man, bevor der Boden
durchfriert auch nochmals wässern. Die Sedumgewächse selbst sind nahezu
unverwüstlich.

Ach ja, ein beflanztes Dach kann auch so seine Tücken haben. Im letzten
Winter musste ich mehrmals rauf, um die Schneemassen zu beseitigen.
Dabei habe ich beim Schneeschieben schon mal die ein oder andere Pflanze
mitgenommen - sozusagen geköpft ...

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Oct 19, 2011, 3:44:01 PM10/19/11
to
On 19 Okt., 21:10, Harald Maedl <harald.ma...@gmx.de> wrote:
> Da die Garage nicht beheizt ist, vermute ich, dass
> der Frost von unten an die Wurzeln gekommen ist und diese so geschädigt
> hat, dass sie verdorrt sind.

Gut, dass Du das erwaehnst. Also Daemmschicht, damit die
Wurzeln von unten nicht so sehr frieren muessen. Als Problem
ist mir das tatsaechlich neu. Aber das wohl so stimmen, wie
Du es beschreibst.

K.L.

Heinz Siegert

unread,
Oct 21, 2011, 7:45:11 AM10/21/11
to
Hallo Harald,

"Harald Maedl" schrieb im Newsbeitrag
news:191011.2110...@maedl-online.de...

>Ich habe ein Gemisch aus gebrannten Blähton, Bims und Erde. Aus der
>Erinnerung: 3 Teile Bims, 2 Teile Blähton, 1 Teil Erde, 0,5 Teile grobes
>Zeolithgranulat, alles in der Mörtelmaschine trocken gemischt.
>
>Aus einer Ziegelei habe ich dann noch recht kleine Ziegelscherben (ca 2x
>2 cm) bekommen, die ich mit schwungvollem Wurf auf der Dachfläche
>verteilt habe. Das hält den recht leichten Bims besser fest und
>speichert auch gut Feuchtigkeit. Ich habe zwar eine Dachbewässerung,
>aber die brauche ich nur dann, wenn es mehrere Monate sehr heiss und
>trocken war - also praktisch nie.

Vielen Dank für die Info, werde mich mal erkundigen, wo ich das Zeugs
herbekomme.

Liebe Grüße

Heinz

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