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Leitungswasser auf's Moorbeet (PH-Wert)

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simon crowder

unread,
Apr 29, 2004, 4:55:34 PM4/29/04
to
Hallo,
ein paar Fragen an Chemiker und Gärtner.
(X-post und Fup2 de.rec.garten)

Das Wasser in unserer Stadt liegt im Härtebereich 2-3,
ist also ziemlich hart. Der PH Wert wird mit 7,4-7,8
angegeben. (Weitere Daten aus der Wasseruntersuchung kann
ich bei Bedarf gerne angeben.)

Auf dem Balkon stehen die Moorbeetpflanzen in Töpfen,
bekommen keinen Regen und werden mit dieser Kalk-Lauge
fleissig gegossen. Moorbeet heisst aber bekanntlich sauerer
(Torf) Boden mit einem PH-Wert von 4,2-5,5.
In einem Topf kann aber gar nicht genug Torf sein um auf
Dauer diese basische Brühe zu kompensieren.

Was kann man da tun?

Ein Tip ist "ungereinigte Schwefelblume" aus der Apotheke
ins Erdreich zu mischen.

? Frage: Was ist "ungereinigte Schwefelblume"?

Zweiter Tip ist Essig ins Gießwasser zu mischen. Ein
Esslöffel auf 6 Liter Wasser sollen den PH-Wert um 0,5
Punkte senken, um also von ca. 7 auf 5 zu kommen müssten
vier Esslöffel Essig auf sechs Liter Leitungswasser.

? Kann jemand die 'chemische Richtigkeit' dieser
Aussage bestätigen?

Und noch eine Frage.
Leitungswasser zum Gießen von Pflanzen soll man ja möglichst
über Nacht in der Gießkanne stehen lassen.

? Was verändert sich denn eigentlich chemisch im
Leitungswasser, wenn es da so rumsteht?


Freue mich über jeden Hinweis.

Gruss, Simon.

Harald Maedl

unread,
Apr 29, 2004, 9:14:42 PM4/29/04
to
simon crowder wrote:
> Hallo,
> ein paar Fragen an Chemiker und Gärtner.
> (X-post und Fup2 de.rec.garten)
>
> Das Wasser in unserer Stadt liegt im Härtebereich 2-3,
> ist also ziemlich hart. Der PH Wert wird mit 7,4-7,8
> angegeben. (Weitere Daten aus der Wasseruntersuchung kann
> ich bei Bedarf gerne angeben.)
>
> Auf dem Balkon stehen die Moorbeetpflanzen in Töpfen,
> bekommen keinen Regen und werden mit dieser Kalk-Lauge
> fleissig gegossen. Moorbeet heisst aber bekanntlich sauerer
> (Torf) Boden mit einem PH-Wert von 4,2-5,5.
> In einem Topf kann aber gar nicht genug Torf sein um auf
> Dauer diese basische Brühe zu kompensieren.
>
> Was kann man da tun?

Wasser entkarbonisieren, wird oft in Gärtnereien gemacht. Leider nicht
billig das Verfahren. Außerdem muss Magnesium zugeführt werden.


>
> Ein Tip ist "ungereinigte Schwefelblume" aus der Apotheke
> ins Erdreich zu mischen.
> ? Frage: Was ist "ungereinigte Schwefelblume"?

Ist elementarer Schwefel, Dieser wird im Boden von Thiobakterien zu
Schwefelsulfat umgewandelt und so den Pflanzen verfügbar gemacht. Ist
Not am Mann, pardon Pflanze, lieber gleich Schwefelsulfat düngen, weil
dies dann schneller pflanzenverfügbar ist.

>
> Zweiter Tip ist Essig ins Gießwasser zu mischen. Ein
> Esslöffel auf 6 Liter Wasser sollen den PH-Wert um 0,5
> Punkte senken, um also von ca. 7 auf 5 zu kommen müssten
> vier Esslöffel Essig auf sechs Liter Leitungswasser.

Essigsäure entsteht beim natürlichen Abbau von Holz. Ich denke nicht,
dass es schaden kann


>
> Und noch eine Frage.
> Leitungswasser zum Gießen von Pflanzen soll man ja möglichst
> über Nacht in der Gießkanne stehen lassen.
>
> ? Was verändert sich denn eigentlich chemisch im
> Leitungswasser, wenn es da so rumsteht?

Es fängt an zu gammeln;-) Gelöste Kohlensäure kann ausgasen. Unter
Umständen wird durch Temperaturerhöhung das
Kalk-Kohlensäuregleichgewicht so verschoben, dass Calcium als
Calciumkarbonat ausfällt. Das Wasser wird weicher.

HTH
Grüße
Harald

--
GBT Grund-, Brauch- und Trinkwasseraufbereitung
http://www.wasseraufbereitungsseiten.de

Martin S

unread,
Apr 30, 2004, 4:49:37 AM4/30/04
to
simon crowder wrote:

> Zweiter Tip ist Essig ins Gießwasser zu mischen. Ein Esslöffel auf 6
> Liter Wasser sollen den PH-Wert um 0,5 Punkte senken, um also von ca. 7
> auf 5 zu kommen müssten vier Esslöffel Essig auf sechs Liter
> Leitungswasser.

Am besten mit einem Schnipsel pH-Papier überprüfen.

> ? Was verändert sich denn eigentlich chemisch im
> Leitungswasser, wenn es da so rumsteht?

Das Lösichkeitsgleichgewicht der Luftgase wird sich einstellen. Da das
Wasser in der Leitung keinen Kontakt zur Luft hatte, wird es sicher erst
einmal eine ganze Menge O2/CO2 aufnehmen. Der leicht alkalische pH_Wert
deines Wassers dürfte durch Aufnahme von CO2 übrigens leicht abnehmen.
Bis pH=4 bringt dich das natürlich nicht.

Monika Cisch

unread,
Apr 30, 2004, 2:32:00 AM4/30/04
to
Hi simon

> ein paar Fragen an Chemiker und Gärtner.

Oh. Ich antworte trotzdem mal ;-)

> Auf dem Balkon stehen die Moorbeetpflanzen in Töpfen,
> bekommen keinen Regen und werden mit dieser Kalk-Lauge
> fleissig gegossen.

Das ist schlecht. Da meckern auf Dauer schon Zitrusfruechte, und
Moorpflanzen stell ich mir eigentlich noch empfindlicher in dieser
Hinsicht vor.

> Moorbeet heisst aber bekanntlich sauerer
> (Torf) Boden mit einem PH-Wert von 4,2-5,5.
> In einem Topf kann aber gar nicht genug Torf sein um auf
> Dauer diese basische Brühe zu kompensieren.
>
> Was kann man da tun?

Einen Vollentsalzer (hmm, tut's fuer Pflanzen evtl ein Anionentauscher?)
oder eine Umkehrosmoseanlage anschaffen oder 'destilliertes' Wasser aus
dem Baumarkt kaufen.

> Ein Tip ist
> Zweiter Tip ist

Mit keinem davon kriegst Du aber die Salze aus dem Wasser.

> Und noch eine Frage.
> Leitungswasser zum Gießen von Pflanzen soll man ja möglichst
> über Nacht in der Gießkanne stehen lassen.
>
> ? Was verändert sich denn eigentlich chemisch im
> Leitungswasser, wenn es da so rumsteht?

Die Frage ist gut, da bin ich auch auf die Antwort gespannt :-)
Vielleicht haengt es irgendwie mit dem Gasdruck zusammen.

--
cu
Monika ã|ã

Georg Schitter

unread,
Apr 30, 2004, 8:12:17 AM4/30/04
to
Hi!

> ? Was verändert sich denn eigentlich chemisch im
> Leitungswasser, wenn es da so rumsteht?
>

Ich denke es löst CO_2, was dann allerdings abhängig von der
pufferkapazität des Wassers wiederum einen (für dich)negativen Effekt
auf den pH hat.

lg

Sabine Wolf

unread,
Apr 30, 2004, 8:40:56 AM4/30/04
to
> Zweiter Tip ist Essig ins Gießwasser zu mischen. Ein
> Esslöffel auf 6 Liter Wasser sollen den PH-Wert um 0,5
> Punkte senken, um also von ca. 7 auf 5 zu kommen müssten
> vier Esslöffel Essig auf sechs Liter Leitungswasser.

So einfach ist das nicht, jede Absenkung um 1 bedeutet, daß
es 10 mal so sauer ist, 0,5 entspricht also etwa dreimal so
sauer, für die Absenkung um 1 wirst du also etwa 3 Löffel
brauchen, für 2 dann schon 30 und für 2,5 für die
Absenkung von 7,5 auf 5 100 Löffel. (Wobei mit 100 Löffeln
es wohl schon deutlich mehr als 1 Liter sind, du effektiv also
noch mehr brauchst.).

Sabine

Claus Bergen

unread,
Apr 30, 2004, 9:03:51 AM4/30/04
to
simon crowder wrote:

> In einem Topf kann aber gar nicht genug Torf sein um auf
> Dauer diese basische Brühe zu kompensieren.
>
> Was kann man da tun?

In Geschäften für Aquarienbedarf gibt es Mittel, um Wasser anzusäuern.
Teilweise enthalten diese Mittel die Säuren, die auch in Torf enthalten
sind. Vermutlich ist das für die Pflanzen bekömmlicher als Essigsäure oder
Schwefel.

Claus

Reinhardt Kern

unread,
Apr 30, 2004, 10:22:44 AM4/30/04
to
simon crowder <s.cr...@gmx.net> wrote:

>Hallo,
> ein paar Fragen an Chemiker und Gärtner.
> (X-post und Fup2 de.rec.garten)
>
>Das Wasser in unserer Stadt liegt im Härtebereich 2-3,
>ist also ziemlich hart. Der PH Wert wird mit 7,4-7,8
>angegeben. (Weitere Daten aus der Wasseruntersuchung kann
>ich bei Bedarf gerne angeben.)
>
>Auf dem Balkon stehen die Moorbeetpflanzen in Töpfen,
>bekommen keinen Regen und werden mit dieser Kalk-Lauge
>fleissig gegossen. Moorbeet heisst aber bekanntlich sauerer
>(Torf) Boden mit einem PH-Wert von 4,2-5,5.
>In einem Topf kann aber gar nicht genug Torf sein um auf
>Dauer diese basische Brühe zu kompensieren.

Diese Annahme ist vermutlich korrekt.


>
>Was kann man da tun?

die dauerhaft kostengünstigste Möglichkeit ist ein Wasserdieb.
Das ist eine Klappe, die du in ein Fallrohr einbauen kannst, um
Regenwasser in einem Fass oder einer Zisterne zu sammeln. - Wenn
du einen Garten hast, bietet sich das sowieso an, weil
Leitungswasser mittlerweile ziemlich teuer geworden ist.
In einer Mietwohnung ist das leider nicht möglich.

>Zweiter Tip ist Essig ins Gießwasser zu mischen.

Essig ist nur auf den ersten Blick ein guter Tip.
Tatsächlich ist Essigsäure einer der sechs wichtigen
Zwischenstoffe im "Zitronensäurezyklus", mit dem fast alle
Lebewesen auf unserer Erde Energie gewinnen. Freie Essigsäure im
Gießwasser wird in kürzester Zeit von den vorhandenen
Bodenbakterien aufgefressen - und der Effekt ist weg.

Weitere Möglichkeiten, das Wasser zu enthärten:
- Ionenaustauscherharz. Damit werden die Karbonationen im Wasser
durch andere Ionen ersetzt. Es gibt viele verschiedene
Ionentauscher. Ich selber kenne mich da nicht aus. Aber in
d.r.t.a (de.tiere.rec.aquaristik) gibt es ein paar Auskenner.

- Umkehrosmose. Entfernt (fast) alle großen Moleküle und Ionen
aus dem Wasser. Nachteil für haushaltsübliche Anlagen: 1 Teil
Permeat (= vollentsalztes Wasser) erzeugt 4 Liter Spülwasser. Die
unerwünschten Ionen lösen sich nicht in Luft auf, sondern in
Wasser. Das Spülwasser ist weder giftig, noch sonstwie schädlich.
Es enthält aber ca 25% mehr Ionen als das normale Leitungswasser.

- anorganische Säure (z.B. Phosphorsäure, Salzsäure,
Schwefelsäure) senken zwar den pH-Wert, erhöhen jedoch die
Salinität d.h. den Salzgehalt des Wassers. - Die Salze würden
sich im Moorbeet akkumulieren, weil nur das Wasser verdampft,
jedoch nicht die Mineralien.

- organische Säuren: z.B. Huminsäuren aus Torfextrakt.
Das würde funktionieren. Anders als Essigsäure sind die komplexen
Huminsäuren, wie sie in Torf, Erlenzäpfchen oder Eichenlaub
enthalten sind, nur sehr schwer biologisch abbaubar.
Auch hier: Mit jedem Gießen erhöhst du die Salinität, bis der
Salzgehalt zu hoch wird für die Moorpflanzen.

- Ausfällen des Karbonats: Hier bin ich zu wenig Chemiker.
Sicher kann man das Karbonat mit irgend einem Salz in eine
wasser-unlösliche Form überführen.

Mein Tip: In einer Mietwohnung ist es wohl am einfachsten, wenn
du das Moorbeet jedes Jahr neu anlegst und den Torf komplett
austauschst. Die vorhandene Pufferkapazität des neuen Torfs muß
ausreichen, um das Beet über den Sommer zu bringen. - Akzeptiere,
daß dein Leitungswasser das Beet über kurz oder lang kaputt
machen wird. Wenn du ein Haus mit Garten hast: Warum hast du noch
keine Regenwasserzisterne? Das wäre doch die passende Motivation.

>Und noch eine Frage.
>Leitungswasser zum Gießen von Pflanzen soll man ja möglichst
>über Nacht in der Gießkanne stehen lassen.
>
>? Was verändert sich denn eigentlich chemisch im
> Leitungswasser, wenn es da so rumsteht?

Zwei Effekte:
* Pflanzenwurzeln mögen keine Temperaturveränderungen. wasser ist
direkt aus der Leitung für die Pflanzenwurzeln zu kalt.
* Das Leitungswasser ist ca mit 4 bar Druck in der Leitung
gelagert. Es sind darin viermal mehr Gase gelöst als die Wurzeln
gerne mögen. Auch das macht Stress.


Reinhardt

Lutz Bojasch

unread,
Apr 30, 2004, 10:46:19 AM4/30/04
to
Claus Bergen schrieb:

Hallo
vielleicht gehts auch so, wie das Aqarianer vor der Erfindung von
Wasserqualität in Flaschen oder Pillen gemacht haben: Einfach Torf in
einem unverrottbaren aber durchlässigen Beutel in einer Regentonne
versenken und etwas warten. Ich kenne das, was dabei rauskommt unter dem
Begriff "Schwarzwasser" und das ist sehr weich.
Gruß Lutz

simon crowder

unread,
Apr 30, 2004, 12:18:31 PM4/30/04
to
Lutz Bojasch schrieb:

>
> vielleicht gehts auch so, wie das Aqarianer vor der Erfindung von
> Wasserqualität in Flaschen oder Pillen gemacht haben: Einfach Torf in
> einem unverrottbaren aber durchlässigen Beutel in einer Regentonne
> versenken und etwas warten. Ich kenne das, was dabei rauskommt unter dem
> Begriff "Schwarzwasser" und das ist sehr weich.

Genauso mache ich es zur Zeit.
Eine ausgediente Damen-Strumpfhose gefüllt mit Torf über
Nacht in der gefüllten Gießkanne ziehen lassen.
Verbraucht aber halt auch Unmengen Torf.
Essig wäre praktischer.

Bindet der Torf denn auch die im Wasser gelösten Salze?


Gruss, Simon.

simon crowder

unread,
Apr 30, 2004, 12:22:19 PM4/30/04
to
Martin S schrieb:

> simon crowder wrote:
>
>> Zweiter Tip ist Essig ins Gießwasser zu mischen. Ein Esslöffel auf 6
>> Liter Wasser sollen den PH-Wert um 0,5 Punkte senken, um also von ca.
>> 7 auf 5 zu kommen müssten vier Esslöffel Essig auf sechs Liter
>> Leitungswasser.
>
>
> Am besten mit einem Schnipsel pH-Papier überprüfen.

Wie sind denn die elektronischen PH-Messgeräte?
Hab da jetzt einen für 24,- gesehen. Taugen die was?

>> ? Was verändert sich denn eigentlich chemisch im
>> Leitungswasser, wenn es da so rumsteht?
>
>
> Das Lösichkeitsgleichgewicht der Luftgase wird sich einstellen. Da das
> Wasser in der Leitung keinen Kontakt zur Luft hatte, wird es sicher erst
> einmal eine ganze Menge O2/CO2 aufnehmen. Der leicht alkalische pH_Wert
> deines Wassers dürfte durch Aufnahme von CO2 übrigens leicht abnehmen.
> Bis pH=4 bringt dich das natürlich nicht.

Klar. Ich hatte mal gehört, das die Salze sich z.T. auch
ausschlagen und setzten. Nach der Theorie dürfte man den
Bodensatz dann ja nicht mitgiessen.

Gruss, Simon.

simon crowder

unread,
Apr 30, 2004, 12:27:24 PM4/30/04
to
Harald Maedl schrieb:

> simon crowder wrote:
>
>>Ein Tip ist "ungereinigte Schwefelblume" aus der Apotheke
>>ins Erdreich zu mischen.
>>? Frage: Was ist "ungereinigte Schwefelblume"?
>
>
> Ist elementarer Schwefel, Dieser wird im Boden von Thiobakterien zu
> Schwefelsulfat umgewandelt und so den Pflanzen verfügbar gemacht. Ist
> Not am Mann, pardon Pflanze, lieber gleich Schwefelsulfat düngen, weil
> dies dann schneller pflanzenverfügbar ist.

... Bewirkt also nicht, daß der Boden saurer wird?

Gruss, Simon.

simon crowder

unread,
Apr 30, 2004, 12:35:16 PM4/30/04
to
Monika Cisch schrieb:

>> Moorbeet heisst aber bekanntlich sauerer (Torf) Boden mit einem
>> PH-Wert von 4,2-5,5.
>> In einem Topf kann aber gar nicht genug Torf sein um auf Dauer diese
>> basische Brühe zu kompensieren.
>>
>> Was kann man da tun?
>
>
> Einen Vollentsalzer (hmm, tut's fuer Pflanzen evtl ein Anionentauscher?)
> oder eine Umkehrosmoseanlage anschaffen oder 'destilliertes' Wasser aus
> dem Baumarkt kaufen.

Zum Wasserträger wollt ich eigentlich nicht werden.

Ionentauscher sind sogar eher schädlich, weil sie die für
Pflanzen nützlichen Calcium-Ionen gegen schädlichere
Natrium-Ionen austauschen.

>> Ein Tip ist
>> Zweiter Tip ist
>
>
> Mit keinem davon kriegst Du aber die Salze aus dem Wasser.

Trinkwasserchemie Spezialgebiet Blumengießwasser, scheint
eine hochkomplexe Wissenschaft zu sein.
Soweit ich verstanden habe, sind die Salze gar nicht so
schlimm für die Pflanzen, z.T. sind das nämlich Nährstoffe.
Ein zu hoher PH-Wert verhindert bei Morrbeet-Pflanzen aber
die Nährstoffaufnahme und ist daher fatal.

Gruss, Simon.

simon crowder

unread,
Apr 30, 2004, 12:36:24 PM4/30/04
to
Georg Schitter schrieb:

Ist es nicht genau umgekehrt?

Gruss, Simon.

simon crowder

unread,
Apr 30, 2004, 12:37:48 PM4/30/04
to
Sabine Wolf schrieb:

Schön, dann gieß ich jetzt nur noch Essig. ;-)

Mal im Ernst, die Rechnung kann doch nicht stimmen, oder?

Gruss, Simon.

simon crowder

unread,
Apr 30, 2004, 12:43:35 PM4/30/04
to
Claus Bergen schrieb:

Oxalsäure meinst du wahrscheinlich.
Die einzige Säure die, aus Pflanzen-Sicht, nicht geeignet
ist wäre Salzsäure, wegen den Chloridionen.
Schwefelsäure wird wohl von Gärtnereien verwendet ist für
mich aber unpraktisch und zu gefährlich.
Essig gibt's im Supermarkt um die Ecke, ist billig und
ungefährlich.

Gruss, Simon.

Michael Schmidt

unread,
Apr 30, 2004, 1:18:06 PM4/30/04
to
On Thu, 29 Apr 2004 22:55:34 +0200, simon crowder <s.cr...@gmx.net>
wrote:

>Hallo,
Hallo Simon,

>Ein Tip ist "ungereinigte Schwefelblume" aus der Apotheke
>ins Erdreich zu mischen.
>
>? Frage: Was ist "ungereinigte Schwefelblume"?

elementarer Schwefel. Er enthält IMHO herstellungsbedingt
Verunreinigungen, die bei Wasserzugabe sauer reagieren. Ein anderer
Name ist Schwefelblüte.

>Zweiter Tip ist Essig ins Gießwasser zu mischen. Ein
>Esslöffel auf 6 Liter Wasser sollen den PH-Wert um 0,5
>Punkte senken, um also von ca. 7 auf 5 zu kommen müssten
>vier Esslöffel Essig auf sechs Liter Leitungswasser.
>
>? Kann jemand die 'chemische Richtigkeit' dieser
> Aussage bestätigen?

Nee, ist so nicht richtig. Der pH-Wert ändert sich nicht linear,
sondern logarithmisch. Es ist also ein großer Unterschied, ob du von
pH 7 zu 5 oder von 4 zu 2 kommen willst. Zum Rechnen sollte man auch
vom Esslöffelmaß auf so etwas Reproduzierbares wie Gramm übergehen.
Also : Bei pH=5 hast du eine H3O^+ -Ionenkonzentration von 10^-5
mol/l. Da Essigsäure nur wenig dissoziiert, brauchst du eine
Essigsäurekonzentration von 0,0025 mol/l oder 0,15 g/l. Für 6 l Wasser
also 0,9 g _reine_ Essigsäure. Vom normalen Haushaltsessig (5 %) musst
du also 18 g nehmen.

Für viel besser halte ich es, den pH-Wert nicht aufgrund theoretischer
Rechnung wie oben einzustellen, sondern mit pH-Teststreifen
nachzuprüfen. Im Aquarienbedarf sollte man sie bekommen.

>Freue mich über jeden Hinweis.
>
>Gruss, Simon.

Gern geschehen.

Grüße
Michael

--

Die Seite für den Chemielehrer : http://www.cumschmidt.de

Martin S

unread,
Apr 30, 2004, 2:02:32 PM4/30/04
to
>> Am besten mit einem Schnipsel pH-Papier überprüfen.
>
>
> Wie sind denn die elektronischen PH-Messgeräte?
> Hab da jetzt einen für 24,- gesehen. Taugen die was?

Mag sein. Für dich ist sowas jedoch Quatsch: das Ding braucht Strom, die
Elektrode darf nicht austrocknen und muss immer in einer 3 molaren
KCl-Lsg. gelagert werden. Zudem hält sie nicht ewig. Ausserdem muss die
Kiste mit Pufferlösungen kalibriert werden. Sprich, ein elektrisches
Gerät will unterhalten und gewartet werden. Das vergessen die meisten
Leute immer. PH-Papier, trocken gelagert, hält ewig und pro Messung
braucht man einen Schnipsel von max. 5x5 mm.

>> Das Lösichkeitsgleichgewicht der Luftgase wird sich einstellen. Da das
>> Wasser in der Leitung keinen Kontakt zur Luft hatte, wird es sicher
>> erst einmal eine ganze Menge O2/CO2 aufnehmen. Der leicht alkalische
>> pH_Wert deines Wassers dürfte durch Aufnahme von CO2 übrigens leicht
>> abnehmen. Bis pH=4 bringt dich das natürlich nicht.
>
>
> Klar. Ich hatte mal gehört, das die Salze sich z.T. auch ausschlagen und
> setzten. Nach der Theorie dürfte man den Bodensatz dann ja nicht
> mitgiessen.
>

Das ist für den Hausgebrauch viel zu kompliziert. Wenn du dein Wasser
weicher machen willst, dann verdünne es z.B. 1:1 mit destilliertem
Wasser und du hast von jedem Salz nur noch die halbe Konzentration.
Bedenke natürlich, dass damit auch "Nährstoffe" verdünnt werden und viel
wichtiger, dass es so etwas wie Osmose gibt. Sprich: wenn die Salzkonz.
zu gering ist, dann werden die Zellen deiner Pflanzen platzen. (So wie
die Tomaten platzen, wenn Regenwasser auf sie fällt.)

Martin S

unread,
Apr 30, 2004, 2:17:44 PM4/30/04
to

>> So einfach ist das nicht, jede Absenkung um 1 bedeutet, daß
>> es 10 mal so sauer ist, 0,5 entspricht also etwa dreimal so
>> sauer, für die Absenkung um 1 wirst du also etwa 3 Löffel
>> brauchen, für 2 dann schon 30 und für 2,5 für die
>> Absenkung von 7,5 auf 5 100 Löffel. (Wobei mit 100 Löffeln
>> es wohl schon deutlich mehr als 1 Liter sind, du effektiv also
>> noch mehr brauchst.).
>
>
> Schön, dann gieß ich jetzt nur noch Essig. ;-)
>
> Mal im Ernst, die Rechnung kann doch nicht stimmen, oder?
>
Die Formel ist pH=-log(c) (c ist die Konzentration der H+-Ionen in
mol/l). Setzen wir das für 2 Konzentrationen an: pH1=-log(c1);
pH2=-log(c2); bilden wir nun die Differenz beider pH-Werte:
pH1-pH2=log(c2/c1); Die Differenz beider pH-Werte sei eins: 1=log(c2/c1)
---> 10^1=10^log(c2/c1) ---> c2/c1=10 ---> c2=10*c1 d.h.: c2 ist 10
mal so groß wie c1.

Tja Simon, sieht aus als hätte sie recht. :-)

Martin

Martin S

unread,
Apr 30, 2004, 2:20:59 PM4/30/04
to
> Die Formel ist pH=-log(c) (c ist die Konzentration der H+-Ionen in
> mol/l).

Für die ganz korrekten: Man kann natürlich keinen log von einer
Einheiten-behafteten Größe ziehen, sondern muss dass vorher noch auf
eine Referenz beziehen, damit es dimensionslos wird. Sorry.

Monika Cisch

unread,
Apr 30, 2004, 2:42:23 PM4/30/04
to
HI simon

> Zum Wasserträger wollt ich eigentlich nicht werden.

Mit UOA, VE oder fast noch besser wie von Reinhard vorgeschlagen
Regenwasser wirste das auch nicht.

> Ionentauscher sind sogar eher schädlich, weil sie die für
> Pflanzen nützlichen Calcium-Ionen gegen schädlichere
> Natrium-Ionen austauschen.

Google mal. Ich rede nicht von denen mit Kochsalz. Ich meine die eine
Haelfte von einem Vollentsalzer, ich hab nur keinen Peil, ob das in
Deinem Fall ausreicht.

> Trinkwasserchemie Spezialgebiet Blumengießwasser, scheint
> eine hochkomplexe Wissenschaft zu sein.

Ned so komplex wie Aquarienwasser ;-p

> Soweit ich verstanden habe, sind die Salze gar nicht so
> schlimm für die Pflanzen, z.T. sind das nämlich Nährstoffe.

Paracelsus sagt dazu: Die Dosis macht das Gift. Und gerade
Moorbeetpflanzen sind da meines Wissens eher empfindlich.

> Ein zu hoher PH-Wert verhindert bei Morrbeet-Pflanzen aber
> die Nährstoffaufnahme und ist daher fatal.

Deswegen wuerde ich vermeiden, aufzusalzen :-)

Frank Feger

unread,
May 1, 2004, 2:25:44 PM5/1/04
to
On Thu, 29 Apr 2004, simon crowder wrote:

>Was kann man da tun?

Regenwasser sammeln oder mit passendem Präparat aus dem Baumarkt oder
Gartenfachmarkt den pH-Wert senken. Die Mittel für Aquaristikzwecke
sind vermutlich zu teuer.

>Zweiter Tip ist Essig ins Gießwasser zu mischen.

Geht auch, aber dann hat man Acetat in Wasser. Was dei Pflanzen von
dem Zeug halten, weiß ich leider nicht.

>? Was verändert sich denn eigentlich chemisch im
> Leitungswasser, wenn es da so rumsteht?

CO2 und insbesonders Chlor gehen raus.


Grüße,

F^2

Frank Feger

unread,
May 1, 2004, 2:25:44 PM5/1/04
to
On Thu, 29 Apr 2004, simon crowder wrote:

>Was kann man da tun?

Regenwasser sammeln oder mit passendem Präparat aus dem Baumarkt oder


Gartenfachmarkt den pH-Wert senken. Die Mittel für Aquaristikzwecke
sind vermutlich zu teuer.

>Zweiter Tip ist Essig ins Gießwasser zu mischen.

Geht auch, aber dann hat man Acetat in Wasser. Was dei Pflanzen von


dem Zeug halten, weiß ich leider nicht.

>? Was verändert sich denn eigentlich chemisch im


> Leitungswasser, wenn es da so rumsteht?

CO2 und insbesonders Chlor gehen raus.


Grüße,

F^2

Robert Gummi

unread,
May 2, 2004, 7:23:39 PM5/2/04
to
Martin S wrote:
[...]

> Bedenke natürlich, dass damit auch "Nährstoffe" verdünnt werden und viel
> wichtiger, dass es so etwas wie Osmose gibt. Sprich: wenn die Salzkonz.
> zu gering ist, dann werden die Zellen deiner Pflanzen platzen. (So wie
> die Tomaten platzen, wenn Regenwasser auf sie fällt.)

Ich habe meine Carnivoren viele Monate lang mit komplett entionisiertem
Wasser aus dem Labor gegegossen - es ging ihnen sehr gut. Die Salzmenge in
Substrat leibt beim Giessen mit entionisiertem oder destilliertem Wasser
immer gleich. Kein Platzen von Zellen.

Bye,
Robert

Robert Gummi

unread,
May 2, 2004, 8:43:06 PM5/2/04
to
simon crowder wrote:

Es gibt kein Schwefelsulfat. Schwefel (Schwefelblume ist Schwefelpulver)
wird im Boden zu Schwefelsäure oxidiert, die mit den Calciumionen als kaum
lösliches Calciumsulfat=Gips ausfällt. Dadurch wird auch der pH-Wert
abgesenkt.
Man könnte auch gleich Schwefelsäure nehmen, aber die pH-Wertänderung wäre
plötzlicher und die Anwendung für aufwendiger.

Für die Essigsäure-Fraktion: Essigsäure kann von Bakterien weiter zu Wasser
und Kohlendioxid oxidiert werden. Man kann damit den pH-Wert also nicht
dauerhaft senken.

Und an die Verdünnungs-Anhänger: was soll denn das bringen? Pflanzen, die
man in Moorbeete pflanzt wollen Regenwasser, also fast mineralstofffreies
Wasser. Die in Leitungswasser gelösten Salze kommen aus dem Gefäß nicht
wieder raus und reichern sich an. Auch wenn es verdünntes Leitungswasser
ist. Wenn man Leitungswasser 1:1 verdünnt dauert es halt doppelt so lange,
bis sie an zu viel Kalk eingehen.

Gelöste Gase? Dürfte der Moorbeetbepflanzung herzlich egal sein. Nach kurzer
Zeit hat sich eh ein Lösungsgleichgewicht mit den Umgebungsgasen
eingestellt.

Monika hat ganz recht: Vollentsalzer oder Umkehrosmoseanlage.

Wenn das alles gar nicht geht, dann das Wasser immer nur durchlaufen, nicht
eingießen und verdunsten lassen. Dann nimmt es vielleicht einen Teil der
Salze, die beim letzten Mal abgeschieden wurden wieder mit.


Bye,
Robert

G Wolmershaeuser

unread,
May 4, 2004, 12:34:25 PM5/4/04
to
Monika Cisch schrieb:

>
> Einen Vollentsalzer (hmm, tut's fuer Pflanzen evtl ein Anionentauscher?)
> oder eine Umkehrosmoseanlage anschaffen oder 'destilliertes' Wasser aus
> dem Baumarkt kaufen.

Hallo Monika,
was willst Du denn mit einem Anionenaustauscher austauschen? Carbonat gegen
Sulfat? Das macht man mit Schwefelsäure viel billiger. Übrigens spricht
nichts gegen deren Verwendung. Ca-Ionen sind nicht schädlich.
Moorbeetpflanzen (schrecklicher, weil absolut falscher Name!) gedeihen auf
einem Gipsuntergrund prächtig. Bekanntlich behindern aber hohe
Konzentrationen an Hydrogencarbonat die Fe-Aufnahme z.B. bei Rhododendron.
Alles was man also tun muss ist deren Konzentration abzusenken. Gute
Bodendurchlüftung (keine Staunässe) und Absenkung des pH-Werts genügen.
Leichtes Ansäuern mit Schwefelsäure (z.B. Batteriesäure) genügt. Der
pH-Wert sollte allerdings schon einigermaßen genau bestimmt werden.
Beste Grüße
G.W.
--
G. Wolmershaeuser
wolm...@chemie.uni-kl.de

Monika Cisch

unread,
May 4, 2004, 2:27:32 PM5/4/04
to
Hi G Wolmershaeuser

> was willst Du denn mit einem Anionenaustauscher austauschen? Carbonat gegen

Ich weiss nie, ob's der Anionen- oder der Kationentauscher ist. Bei
einem Vollentsalzer sind ja beide hintereinandergeschalten, und in
manchen Faellen tut's bei den Aquarianern auch nur einer von den beiden,
aber welcher? <gruebel> Daher auch das Fragezeichen dahinter :-). Mich
interessiert das immer maessig, weil ich wenn dann eh einen kompletten
VE braeuchte oder halt UOA.

> Leichtes Ansäuern mit Schwefelsäure (z.B. Batteriesäure) genügt. Der
> pH-Wert sollte allerdings schon einigermaßen genau bestimmt werden.

Hmm, im aktuellen Weihenstephaner Newsletter steht was von
Schwefelzugabe, weil sich die Saeure von selber bildet. Ist vielleicht
leichter zu handhaben :-). Aber wenn der Boden schon passt und nur das
Leitungswasser zu hart ist, warum dann den Umstand machen und noch was
dazukippen? Da wuerd ich lieber auf Regen-/VEWasser gehen.

simon crowder

unread,
May 4, 2004, 3:59:50 PM5/4/04
to
Monika Cisch schrieb:

>
>> Leichtes Ansäuern mit Schwefelsäure (z.B. Batteriesäure) genügt. Der
>> pH-Wert sollte allerdings schon einigermaßen genau bestimmt werden.
>
>
> Hmm, im aktuellen Weihenstephaner Newsletter steht was von
> Schwefelzugabe, weil sich die Saeure von selber bildet. Ist vielleicht
> leichter zu handhaben :-). Aber wenn der Boden schon passt und nur das
> Leitungswasser zu hart ist, warum dann den Umstand machen und noch was
> dazukippen? Da wuerd ich lieber auf Regen-/VEWasser gehen.

Mein Ergebniss aus diesem Thead.
Ich habe PH-Meßstreifen gekauft 100 Stück ca. 8,-.
Das Leitungswasser lasse ich über Nacht stehen am nächsten
Tag ist der PH-Wert laut Meßstreifen immer noch ca. 7.
Mit einem guten Schuß (nicht sehr wissenschaftlich)
Essig-Essenz (25% Essigsäure) kommt der PH-Wert dann auf die
gewünschten 4-5.
In den Boden habe ich etwas ungereinigte Schwefelblüte =
reinen Schwefel gemischt um den PH-Wert im Boden auch noch
mal etwas in den säuerlichen Bereich zu verschieben.
Das Problem mit der Versalzung des Bodens durch die im
Trinkwasser gelösten Salze versuche ich mit 'durchwässern'
zu begegnen, d.h. stark Wässern bis es durchläuft, dadurch
sollte ein Teil der Salze wieder ausgewaschen werden.
Mal sehen wie es klappt.
Im Herbst gebe ich mal Report.

Gruss, Simon.

Harald Maedl

unread,
May 4, 2004, 7:45:43 PM5/4/04
to
Robert Gummi wrote:
> simon crowder wrote:
>> Harald Maedl schrieb:
>>> simon crowder wrote:
>>>
>>>> Ein Tip ist "ungereinigte Schwefelblume" aus der Apotheke
>>>> ins Erdreich zu mischen.
>>>> ? Frage: Was ist "ungereinigte Schwefelblume"?
>>>
>>> Ist elementarer Schwefel, Dieser wird im Boden von Thiobakterien zu
>>> Schwefelsulfat umgewandelt und so den Pflanzen verfügbar gemacht.
>>> Ist Not am Mann, pardon Pflanze, lieber gleich Schwefelsulfat
>>> düngen, weil dies dann schneller pflanzenverfügbar ist.
>>
>> ... Bewirkt also nicht, daß der Boden saurer wird?

Doch zum Teil.

>
> Es gibt kein Schwefelsulfat. Schwefel (Schwefelblume ist
> Schwefelpulver) wird im Boden zu Schwefelsäure oxidiert, die mit den
> Calciumionen als kaum lösliches Calciumsulfat=Gips ausfällt. Dadurch
> wird auch der pH-Wert abgesenkt.
> Man könnte auch gleich Schwefelsäure nehmen, aber die pH-Wertänderung
> wäre plötzlicher und die Anwendung für aufwendiger.

Pardon, was ist denn dann SO4, wenn nicht Schwefelsulfat? Ich habe
schon oft von Chemiegrosshändlern gehört "Welches Sulfat hätten Sie den
gerne ? Wir führen Magnesiumsulfat, Calciumsulfat..."
Der Schwefel wird durch Bakterien zu Sulfat (Schwefelsulfat) oxidiert
und zum Teil auch reduziert. Dieses Sulfat kann von der Pflanze sehr
gut aufgenommen werden und ist neben anderen Stoffen eine
wachstumsbestimmender Faktor. Möglicherweise ist dieser höher zu
bewerten, als das saure Milieu, dass diesen Pflanzen die Aufnahme
anderer Nähstoffe erleichtert. Ich will mal so sagen: die pH-Absenkung
ist eher eine Nebenerscheinung.
Die von dir angesprochenen Lösungs- und Fällungsprozesse z.B zum
Calciumsulfat und/oder Aluminiumhydoroxsulfat sind sehr kompliziert und
weitestehend noch nicht quantifiziert. Sie stehen mit anderen
Stoffkreisläufen in enger Beziehung und können seltenst unabhängig
betrachtet werden. Weiterhin müssen Mineralisationsprozesse, Ad- und
Desorptions-, Reduktions-Oxidationsprozesse mit berücksichtigt werden.
Selbst in einem Blumentopf keine einfache Angelegenheit.

Grüße
Harald

Jürgen Exner

unread,
May 4, 2004, 8:07:24 PM5/4/04
to
Harald Maedl wrote:
> Pardon, was ist denn dann SO4, wenn nicht Schwefelsulfat?

SO4 ist der "-sulfat" -Anteil.
Schwefelsulfat gibt es nicht, das muesste dann ja irgendwas wie SxSO4 sein.

> Ich habe
> schon oft von Chemiegrosshändlern gehört "Welches Sulfat hätten Sie
> den gerne ? Wir führen Magnesiumsulfat, Calciumsulfat..."

Eben. MgSO4 oder CaSO4 macht ja auch Sinn.

jue


achim waldek

unread,
May 5, 2004, 4:01:18 AM5/5/04
to
simon crowder <s.cr...@gmx.net> wrote
> > In Geschäften für Aquarienbedarf gibt es Mittel, um Wasser anzusäuern.
> > Teilweise enthalten diese Mittel die Säuren, die auch in Torf enthalten
> > sind. Vermutlich ist das für die Pflanzen bekömmlicher als Essigsäure oder
> > Schwefel.
Uff, ich dachte, wir Chemiker sind unnütz, weil eh die Hardcore
Gärtner alles wiisen.
Torf enthält ein sehr komplexes gemisch verschiedener organischer
Säuren- aber nicht die einfachen wie Oxal, Zitronen, Essig,
Ameisensäure, sondern Huminsäuren.

> Oxalsäure meinst du wahrscheinlich.
Nein. S.o.

> Die einzige Säure die, aus Pflanzen-Sicht, nicht geeignet
> ist wäre Salzsäure, wegen den Chloridionen.
:)

> Schwefelsäure wird wohl von Gärtnereien verwendet ist für
> mich aber unpraktisch und zu gefährlich.
jupp- während Salzsäure verglöeichsweise harmlos wirkt ( auf den
menschlichen Körper), iist es bei Schwefelsäure nicht ganz so.

> Essig gibt's im Supermarkt um die Ecke, ist billig und
> ungefährlich.
jupp.
Gruß
> Gruss, Simon.

G Wolmershaeuser

unread,
May 5, 2004, 6:20:15 AM5/5/04
to
Monika Cisch schrieb:

>
> > Leichtes Ansäuern mit Schwefelsäure (z.B. Batteriesäure) genügt. Der
> > pH-Wert sollte allerdings schon einigermaßen genau bestimmt werden.
>
> Hmm, im aktuellen Weihenstephaner Newsletter steht was von
> Schwefelzugabe, weil sich die Saeure von selber bildet. Ist vielleicht
> leichter zu handhaben :-). Aber wenn der Boden schon passt und nur das
> Leitungswasser zu hart ist, warum dann den Umstand machen und noch was
> dazukippen? Da wuerd ich lieber auf Regen-/VEWasser gehen.

Hallo Monika,
Schwefel ins Wasser? Der setzt sich am Boden ab. Wieso sollte es
umständlich sein, einige Tropfen H2SO4 dem Leitungswasser beizumischen?
Einmal ausgetesten, wieviel Tropfen man pro 1l benötigt. Fertig. Zum Spülen
gibst Du doch auch einige Tropfen Spülmittel ins Wasser!? Ist das
kompliziert? Es scheint mir jedenfalls weitaus einfacher und vor allem
billiger zu sein als eine Entsalzungsanlage. Mit dem Regenwasser ist das
auch so eine Sache. Wenn es längere Zeit nicht geregnet hat, hat man
zunächst viel Dreck im Wasser.
Interessant ist auch die Furcht vieler vor Schwefelsäure. Essigsäure gilt
hingegen als gut, weil organisch. Auch wenn sie letztendlich nichts nutzt,
weil Acetat abgebaut wird. Batteriesäure (30-40%ige Schwefelsäure) ist,
wenn man sie nicht auf die Kleidung oder auf die Haut (Vorsicht
insbesondere bei den Augen) spritzt problemlos zu handhaben und in jedem
Baumarkt billig erhältlich. Konz. Schwefelsäure ist natürlich weitaus
problematischer.

Robert Gummi

unread,
May 5, 2004, 6:34:30 AM5/5/04
to
achim waldek wrote:

> simon crowder <s.cr...@gmx.net> wrote
>> > In Geschäften für Aquarienbedarf gibt es Mittel, um Wasser anzusäuern.
>> > Teilweise enthalten diese Mittel die Säuren, die auch in Torf enthalten
>> > sind. Vermutlich ist das für die Pflanzen bekömmlicher als Essigsäure
>> > oder Schwefel.
> Uff, ich dachte, wir Chemiker sind unnütz, weil eh die Hardcore
> Gärtner alles wiisen.

Ok, die Hardcore Gärtner wissen nicht alles, aber ihr Chemiker seid trotzdem
unnütz, wenn ihr keine Aufklärungsarbeit betreibt. :-P

> Torf enthält ein sehr komplexes gemisch verschiedener organischer
> Säuren- aber nicht die einfachen wie Oxal, Zitronen, Essig,
> Ameisensäure, sondern Huminsäuren.

Ähnliches konnte man schon dem Posting von Claus entnehmen, nämlich das die
in Torf enthaltenen Säuren nicht gleich Essigsäure sind...

[...]


>> Schwefelsäure wird wohl von Gärtnereien verwendet ist für
>> mich aber unpraktisch und zu gefährlich.

> jupp- während Salzsäure verglöeichsweise harmlos wirkt ( auf den
> menschlichen Körper), iist es bei Schwefelsäure nicht ganz so.

Wie ist sie denn? (Und wir reden jetzt nicht von konzentrierten Säuren.)

>> Essig gibt's im Supermarkt um die Ecke, ist billig und
>> ungefährlich.

> jupp.

Na gut, während ich 5% Essigsäure noch in den Mund nehme, versuche ich es
mit 5% Schwefelsäure nicht. Aber ist 5% Schwefelsäure tatsächlich so
schädlich, wenn mal etwas auf die Haut kommt?

Solange hier kein kompetenter Mensch das Gegenteil behauptet bleibe ich
dabei: Essigsäure dient einigen Bodenmikroorganismen als netter Snack, sie
bauen sie ab. Sonst wäre ja die Erde unter Obstbäumen (faulende Äpfel:
Zucker -> Alkohol -> Essigsäure) total versauert. Völlig ungeeingnet, um
den Boden-pH-Wert dauerhaft zu senken.

Bye,
Robert

Robert Gummi

unread,
May 5, 2004, 7:01:58 AM5/5/04
to
Harald Maedl wrote:
[...]

> Pardon, was ist denn dann SO4, wenn nicht Schwefelsulfat? Ich habe
> schon oft von Chemiegrosshändlern gehört "Welches Sulfat hätten Sie den
> gerne ? Wir führen Magnesiumsulfat, Calciumsulfat..."

SO4^(2-) ist das Sulfat-Ion, zweifach negativ geladen. Wenn (positiv
geladene) Protonen dazukommen, dann hat man Schwefelsäure (H2SO4). Wenn
andere Kationen dabei sind, dann hat man die entsprechenden Sulfate:
Natriumsulfat (Na2SO4), Calciumsulfat (CaSO4), Bariumsulfat (BaSO4),
Kupfersulfat (CuSO4),...
Ein Schwefelkation S^2- in wässriger Lösung kenne ich nicht. Schwefelsulfat
gibt es nicht.

> Der Schwefel wird durch Bakterien zu Sulfat (Schwefelsulfat) oxidiert
> und zum Teil auch reduziert. Dieses Sulfat kann von der Pflanze sehr

Erst oxidiert, dann reduziert, oder was? Oder vielleicht einige
Schwefelatome oxidiert, damit Sulfat entsteht und andere reduziert, damit
deine gewünschten Schwefel-Kationen entstehen? Vergiß es.

> gut aufgenommen werden und ist neben anderen Stoffen eine
> wachstumsbestimmender Faktor. Möglicherweise ist dieser höher zu
> bewerten, als das saure Milieu, dass diesen Pflanzen die Aufnahme
> anderer Nähstoffe erleichtert. Ich will mal so sagen: die pH-Absenkung
> ist eher eine Nebenerscheinung.

Ich will mal so sagen: Das glaube ich kaum.

Kann ja sein, daß bei einigen Pflanzen unter den gerade gegebenen
Bedingungen die Verfügbarkeit von Sulfationen im Boden der begrenzende
Faktor ist, aber allgemein davon zu sprechen, daß die Sulfatkonzentration
im Boden wichtiger wäre als der pH-Wert... :-(

> Die von dir angesprochenen Lösungs- und Fällungsprozesse z.B zum
> Calciumsulfat und/oder Aluminiumhydoroxsulfat sind sehr kompliziert und
> weitestehend noch nicht quantifiziert. Sie stehen mit anderen
> Stoffkreisläufen in enger Beziehung und können seltenst unabhängig
> betrachtet werden. Weiterhin müssen Mineralisationsprozesse, Ad- und
> Desorptions-, Reduktions-Oxidationsprozesse mit berücksichtigt werden.
> Selbst in einem Blumentopf keine einfache Angelegenheit.

ROTFAL.
Wir wollen auch nicht alle im Blumentopf stattfindenden chemischen und
physikalischen Prozesse quantitativ beschreiben, die Konzentration an
löslichen Salzen allgemein (für salzempfindliche Moorbeetpflanzen) und die
Konzentration von Calciumcarbonat (für die meisten Pflanzen) möglichst
klein halten.

Bye,
Robert

Monika Cisch

unread,
May 5, 2004, 8:33:01 AM5/5/04
to
Hi G Wolmershaeuser

> Schwefel ins Wasser? Der setzt sich am Boden ab. Wieso sollte es

Nein, in's Wasser natuerlich nicht, sondern in die Erde. Hier ist der link:
http://www.fh-weihenstephan.de/fgw/infodienst/forschung.html

> umständlich sein, einige Tropfen H2SO4 dem Leitungswasser beizumischen?

Das allgemeine Geplaenkel mit Saeuren, wg. Aetzen usw. Schwefel selber
ist zwar iirc auch nicht ganz ohne, aber vielleicht doch nicht so arg zu
handhaben wie die Saeure. Nicht jeder laeuft von Haus aus mit
Schutzkittel und Brille rum ;-)

> Einmal ausgetesten, wieviel Tropfen man pro 1l benötigt. Fertig. Zum Spülen
> gibst Du doch auch einige Tropfen Spülmittel ins Wasser!? Ist das
> kompliziert? Es scheint mir jedenfalls weitaus einfacher und vor allem

Spueli hat aber den entscheidenden Vorteil, nicht zu aetzen.

> billiger zu sein als eine Entsalzungsanlage. Mit dem Regenwasser ist das
> auch so eine Sache. Wenn es längere Zeit nicht geregnet hat, hat man
> zunächst viel Dreck im Wasser.

Da gibt es entsprechende Wasserfaenger, die den Schmodder erstmal
durchlassen.

> Interessant ist auch die Furcht vieler vor Schwefelsäure. Essigsäure gilt
> hingegen als gut, weil organisch. Auch wenn sie letztendlich nichts nutzt,

Saeure ist Saeure. Manche sind aggressiver, manche weniger. Vorsichtig
sollte man imho *immer* sein, wobei 25%ige Essigessenz vielleicht nicht
ganz so grob ist wie 40%ige Schwefelsaeure.

> weil Acetat abgebaut wird. Batteriesäure (30-40%ige Schwefelsäure) ist,
> wenn man sie nicht auf die Kleidung oder auf die Haut (Vorsicht
> insbesondere bei den Augen) spritzt problemlos zu handhaben und in jedem
> Baumarkt billig erhältlich. Konz. Schwefelsäure ist natürlich weitaus
> problematischer.

Ebent :-) Regenwasser kannste i.A. bedenkenlos sogar auf Schleimhaeute
bringen ;-)

simon crowder

unread,
May 5, 2004, 5:50:42 PM5/5/04
to
G Wolmershaeuser schrieb:

> Monika Cisch schrieb:
>
>>>Leichtes Ansäuern mit Schwefelsäure (z.B. Batteriesäure) genügt. Der
>>>pH-Wert sollte allerdings schon einigermaßen genau bestimmt werden.
>>
>>Hmm, im aktuellen Weihenstephaner Newsletter steht was von
>>Schwefelzugabe, weil sich die Saeure von selber bildet. Ist vielleicht
>>leichter zu handhaben :-).
>
> Hallo Monika,
> Schwefel ins Wasser? Der setzt sich am Boden ab. Wieso sollte es
> umständlich sein, einige Tropfen H2SO4 dem Leitungswasser beizumischen?

Monika meint wohl Schwefel unter die Erde mischen.
Nicht nur im Weihenstephaner Newsletter empfohlen, sondern
auch von der Landwirtschaftskammer Nordhein-Westfalen.
http://www.landwirtschaftskammer.de/verbraucher/garten/gartentipp053.htm

Gruss, Simon.

simon crowder

unread,
May 5, 2004, 6:17:35 PM5/5/04
to
Robert Gummi schrieb:
> Harald Maedl wrote:
> [...]

>
>>Der Schwefel wird durch Bakterien zu Sulfat (Schwefelsulfat) oxidiert
>>und zum Teil auch reduziert. Dieses Sulfat kann von der Pflanze sehr
>> [...]
>
> Erst oxidiert, dann reduziert, oder was? Oder vielleicht einige
> Schwefelatome oxidiert, damit Sulfat entsteht und andere reduziert, damit
> deine gewünschten Schwefel-Kationen entstehen? Vergiß es.

Also was passiert denn nun mit dem Schwefel im Boden?
Besonders würde mich interessieren, wie lange dieser Prozess
der Umwandlung dauert. Sprich, wann mach ich meine zweite
PH-Wert Messung, um zu prüfen, ob ich schon genug oder
vielleicht sogar zu viel geschwefelt habe?

> [...]


>
> Wir wollen auch nicht alle im Blumentopf stattfindenden chemischen und
> physikalischen Prozesse quantitativ beschreiben, die Konzentration an
> löslichen Salzen allgemein (für salzempfindliche Moorbeetpflanzen) und die
> Konzentration von Calciumcarbonat (für die meisten Pflanzen) möglichst
> klein halten.

Ein PH-Wert von unter 5,5 ist auf jeden Fall notwendig,
damit die (Moorbeet)Pflanzen überhaupt an ihre Närstoffe kommen.
Wie sieht es nun aus mit der Salzkonzentration. Kann man die
Salzkonzentration auch dadurch in Griff bekommen, wenn man
immer "durchwässert", d.h. so lange wässert bis das Wasser
durchfliesst? Dadurch dürfte die Salzkonzentration im Boden,
die des Wasser nicht wesentlich übersteigen.
Sind die im Trinkwasser gelösten Salze schon zuviel für
Moorbeet-Pflanzen?

Es wurde auch schon gesagt, daß der Bergriff
Moorbeet-Pflanzen für Rhododendren missverständlich sei.
Saurer, kalkarmer Boden ist wichtig, aber Rhododendren
wollen ja auch ab und zu gedüngt werden und die Dünger
enthalten auch Salze, also kann von salzempfindlich keine
Rede sein.

Gruss, Simon.

simon crowder

unread,
May 5, 2004, 6:34:52 PM5/5/04
to
Robert Gummi schrieb:

[...]


>
> Solange hier kein kompetenter Mensch das Gegenteil behauptet bleibe ich
> dabei: Essigsäure dient einigen Bodenmikroorganismen als netter Snack, sie
> bauen sie ab. Sonst wäre ja die Erde unter Obstbäumen (faulende Äpfel:
> Zucker -> Alkohol -> Essigsäure) total versauert. Völlig ungeeingnet, um
> den Boden-pH-Wert dauerhaft zu senken.

Den PH-Wert im Boden wollte ich durch Zugabe von Schwefel
senken, der ja im Boden wohl irgendwie zu Schwefelsäure
umgewandelt wird.

Die Essigsäure dient nur dazu den PH-Wert des
Leitungswassers auf 5 herunterzuschrauben. Die Essigsäure
wird mit dem Gießwasser regelmäßig zugeführt, muss also
nicht dauerhaft wirksam sein.

Im Gegenteil, bestünde nicht die Gefahr, wenn ich
Schwefelsäure zur Säuerung des Leitungswassers nehmen würde,
daß durch Akkumulation der Boden irgendwann übersäuert ist?

Gruß, Simon.

achim waldek

unread,
May 6, 2004, 3:34:14 AM5/6/04
to
Robert Gummi <smac...@sp.zrz.tu-berlin.de> wrote
> achim waldek wrote:
>
> > simon crowder <s.cr...@gmx.net> wrote
> >> > In Geschäften für Aquarienbedarf gibt es Mittel, um Wasser anzusäuern.
> >> > Teilweise enthalten diese Mittel die Säuren, die auch in Torf enthalten
> >> > sind. Vermutlich ist das für die Pflanzen bekömmlicher als Essigsäure
> >> > oder Schwefel.
> > Uff, ich dachte, wir Chemiker sind unnütz, weil eh die Hardcore
> > Gärtner alles wiisen.
>
> Ok, die Hardcore Gärtner wissen nicht alles, aber ihr Chemiker seid trotzdem
> unnütz, wenn ihr keine Aufklärungsarbeit betreibt. :-P

Bislang fragte mich ja auch kein hardcore Gärtner ;)

> > Torf enthält ein sehr komplexes gemisch verschiedener organischer
> > Säuren- aber nicht die einfachen wie Oxal, Zitronen, Essig,
> > Ameisensäure, sondern Huminsäuren.
>
> Ähnliches konnte man schon dem Posting von Claus entnehmen, nämlich das die
> in Torf enthaltenen Säuren nicht gleich Essigsäure sind...

Jawoll ja. Sehr gut.


> [...]
> >> Schwefelsäure wird wohl von Gärtnereien verwendet ist für
> >> mich aber unpraktisch und zu gefährlich.
>
> > jupp- während Salzsäure verglöeichsweise harmlos wirkt ( auf den
> > menschlichen Körper), iist es bei Schwefelsäure nicht ganz so.
>
> Wie ist sie denn? (Und wir reden jetzt nicht von konzentrierten Säuren.)

Sagen wir so- 10% HCl lässt sich bequem handhaben, sie brennt nur im
Auge und in ffenen Wunden- 10% Schwefelsäure ist wesentlich
unangenehmer. Sie ist einfach stärker. Hinzukommen noch andere Dinge:
Beim Verdünnen beispielweise erwärmt sich das Gemsich HCl-Wasser viel
weniger stark als Schwefelsäure.
Hcl auf dem Teppich ist nicht so tragisch- verklecker mal
Batteriesäure (25% Schwefelsäure).


> >> Essig gibt's im Supermarkt um die Ecke, ist billig und
> >> ungefährlich.
>
> > jupp.
>
> Na gut, während ich 5% Essigsäure noch in den Mund nehme, versuche ich es
> mit 5% Schwefelsäure nicht. Aber ist 5% Schwefelsäure tatsächlich so
> schädlich, wenn mal etwas auf die Haut kommt?

s.o. Kommt drauf an welche Haut.

> Solange hier kein kompetenter Mensch das Gegenteil behauptet bleibe ich
> dabei: Essigsäure dient einigen Bodenmikroorganismen als netter Snack, sie
> bauen sie ab. Sonst wäre ja die Erde unter Obstbäumen (faulende Äpfel:
> Zucker -> Alkohol -> Essigsäure) total versauert. Völlig ungeeingnet, um
> den Boden-pH-Wert dauerhaft zu senken.

Das bestreitet niemand. Ich sagte auch nicht, dass man mit Essig auf
Dauer den Boden suaer kriegt- ich würde auf Torf ausweichen, resp. die
Schwefelmethode anwenden. NB. Es wird wohl eher Schweflige Säure
entstehen- aber ersten weiß ich das nicht genau, und zweitens wäre das
kligscheißen.
Gruß

Robert Gummi

unread,
May 6, 2004, 7:04:35 AM5/6/04
to
achim waldek wrote:
[...]

> Das bestreitet niemand. Ich sagte auch nicht, dass man mit Essig auf
> Dauer den Boden suaer kriegt- ich würde auf Torf ausweichen, resp. die

Aber dieser Irrglauben (Essig für kalkfliehende Pflanzen) ist trotzdem
nicht auszurotten.

> Schwefelmethode anwenden. NB. Es wird wohl eher Schweflige Säure
> entstehen- aber ersten weiß ich das nicht genau, und zweitens wäre das
> kligscheißen.

Damit nicht irgendjemand in zehn Jahren hier Infos für ein Schulreferat
sucht o.ä. und im Unklaren gelassen wird:
Wenn man Schwefel unter 'normalen' Bedingungen verbrennt, dann entsteht
erstmal hauptsächlich Schwefeldioxid, welches mit Wasser Schweflige
Säure (H2SO3) bildet. Aber die Bakterien bilden nach allem was ich weiß
Schwefelsäure (H2SO4), bzw. Sulfate. Sulfit kommt AFAIK in der Biosphäre
kaum vor, weil Sulfat die stabilere Oxidationsstufe ist.
(Sorry fürs Haarespalten, aber wenn ich in Google Infos suche, dann
freue ich mich auch, wenn alles in einer Diskussion beieinander ist.)

Bye,
Robert

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