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Re: Kohlerdfloh - was tun?

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Gerhard Zahn

unread,
Jul 31, 2004, 1:25:10 PM7/31/04
to
Am Fri, 30 Jul 2004 22:36:19 +0200 schrieb Thomªs Nªgel:

Hallo Thomas,

>In kurzer Zeit gab es eine Masseninvasion von Kohlerdflöhen. Die Navets
>und Herbstrüben: tot, aufgefressen. Neu gesetzter Broccoli: tot,
>aufgefressen. Das schöne Spitzkraut: Sieht aus wie schweizer Käse.
>Totalausfall von allen Kreuzblütlern. Wieder mal vergebens gesät,
>gepflanzt, gehegt und gepflegt :-(((
>
>Gibts irgendwelche Möglichkeiten, etwas zu retten, was tut man gegen die
>Massen von Kohlerdflöhen?

austricksen! Einfach austricksen!
Keinerlei Kohl, Radies, Rettiche, Rucola usw. mehr anbauen, die
Viecher verhungern lassen und im Supermarkt einkaufen.

So wollen es offensichtlich Frau Künast & Co.

Derweil bauen all' das die Profis für dich an und spritzen zB mit dem
systemisch wirkenden Mittel Gaucho WS, Wirkstoff Imidacloprid (wie in
Confidor WG 70 für den Apfelanbau). Das erklärt die lupenreinen
Produkte im Gemüseregal, wo man vergeblich nach Erdflohfraß sucht.

Die Profis tun doch alles für dich, sie spritzen die Kreuzblütler
gegen die Erdflöhe und nicht nur das, sie spritzen für dich die
Pfirsiche gegen die Kräuselkrankheit und die Birnen gegen den
Gitterrost. Müssen sie ja, weil für dich ja dagegen nichts zugelassen
ist. :-(

Und mich beschleicht der Verdacht, dass die Profis Frau Künast immer
dann auch noch Beifall klatschen, wenn wieder mal für einen Schädling
oder Schadorganismus im Privatgarten kein Mittel zugelassen wird.
Sie springen gerne in die Lücke.

Neulich sah ich in "Unser Land" einen Beitrag über den Anbau von
Einlegegurken in Niederbayern. Gewaltig! Die bringen es auf sage und
schreibe 130 000 t!
Bei uns sind die ersten Gurken in den Gewächshäusern schon wieder hin,
vom Falschen Mehltau dahin gerafft. Ende der Gurkenernte im Juli. :-(

Einige spritzen gegen den Falschen Mehltau zwei, dreimal mit Aliette.
Das hat Frau Künast vergessen für den Hobbygärtner nicht zuzulassen.
Da kommen jetzt natürlich gleich die daher, die den Schalter auf
Nichtspritzen gestellt haben und basta. Na ja, die müssen sich dann
ihre Gurken halt kaufen, wenn sie meinen dass sie sich damit besser
stellen.
In dem Beitrag wurde auch erwähnt, dass nach jedem Durchernten gegen
den Falschen Mehltau gespritzt wird. Wartezeit 4 Tage. Rate mal, wann
die nächste Ernte ansteht. Richtig: am 5. Tag... Das heißt, es wird
vor jedem Durchgang mit dem Gurkenflieger gespritzt und dann guckt
einer auf die Uhr (hoffentlich), wann die 4 Tage rum sind, wegen der
nächsten Ernte.
10mal spritzt er, sagte der Gurkenbauer und ich weiß nicht, ob er
über- oder untertrieben hat.

Tja, leider gibt es damit noch immer keine befriedigende Lösung des
Erdflohproblems. Es hat ja nicht mal einer geunkt, dass doch Giesen
und Hacken das Problem so simsalabim lösen.

Übrigens: vor ein paar Jahrzehnten hat man gegen die Erdflöhe mit
E 605 herum gefuchtelt oder das Saatgut mit Lindamal (klingt mir
verdammt nach Lindan) bepudert. Diese schweren Geschütze lassen darauf
schließen, dass die Viecher zäh und hartnäckig sind.
Zur Strafe gibt's jetzt dagegen gar nix mehr. :-(

Beste Grüße G e r h a r d

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Cornelius Gloria

unread,
Jul 31, 2004, 7:09:26 PM7/31/04
to
Moin!

> Bei uns sind die ersten Gurken in den Gewächshäusern schon wieder hin,
> vom Falschen Mehltau dahin gerafft. Ende der Gurkenernte im Juli. :-(
>
> Einige spritzen gegen den Falschen Mehltau zwei, dreimal mit Aliette.
> Das hat Frau Künast vergessen für den Hobbygärtner nicht zuzulassen.

WAS FÜR EIN GLÜCK! Ein Gift, dass alle benutzen dürfen! KAUFT ES, bevor
es "verboten" wird!

WIe kommt es eigentlich, dass z.B. Demeter-Bio-Bauern z.Zt. u.a.
_massenhaft_ schmackhafte Gurken anbieten können?

Irgendwas müssen die doch richtig machen.

Und irgendwas müssen andere doch falsch machen, wenn diese ständig und
oft sogar vorsorglich Gifte dafür einsetzten (oder glauben das
vorsorglich tun zu müssen). Wahrscheinlich ist der Fehler der, 130.000
Tonnen Gurken auf einmal anzubauen. Das wird bei Dir im Garten sicher so
schnell nicht passieren. Warum also versuchst Du nicht mal
herauszubekommen, was die Bio-Bauern machen um gesunde leckere Gurken zu
ernten anstatt die Nicht-Zulassung von Giften für Hobbygärtner zu
bedauern?

Ich mein ja nur ...

Cornelius :-)

Daniel Zervikal

unread,
Jul 31, 2004, 7:57:01 PM7/31/04
to

"Gerhard Zahn" <gerhar...@gmx.de> schrieb:

Servus

> Da kommen jetzt natürlich gleich die daher, die den Schalter auf
> Nichtspritzen gestellt haben und basta. Na ja, die müssen sich dann
> ihre Gurken halt kaufen, wenn sie meinen dass sie sich damit besser
> stellen.

1.) ich schätze Deine Beiträge sehr!
2.) Spritzen ist nicht immer notwending, wenn man vom Ertrag nicht
seinen Lebensunterhalt bestreiten muss sowieso.
3.) Ja, man kann sich "besser" (was für ein "Sager") stellen wenn man
"richtig" anbaut.
4.) Etrag ist ist dem Hobbygärtner ziemlich egal -> viel = Freude,
wenig = "vielleicht nächstes Jahr"

> Beste Grüße G e r h a r d

mfg
Daniel

PS: mir isses sowas von egal ob ich eine oder 100 Tomaten an der
Pflanze habe - aber sie ist einfach gewachsen und das ist ok so.

Gerhard Zahn

unread,
Aug 1, 2004, 2:58:24 AM8/1/04
to
Am Sat, 31 Jul 2004 21:55:29 +0200 schrieb Thomªs Nªgel:

HalloThomas,

>> Derweil bauen all' das die Profis für dich an und spritzen zB mit dem
>> systemisch wirkenden Mittel Gaucho WS, Wirkstoff Imidacloprid (wie in
>> Confidor WG 70 für den Apfelanbau). Das erklärt die lupenreinen
>> Produkte im Gemüseregal, wo man vergeblich nach Erdflohfraß sucht.
>

>Was der Staat mir vorschreibt, ist mir scheissegal. In diesem Bereich
>hat er absolut *jede* Glaubwürdigkeit verloren; die bis ins letzte
>Detail verlogenen Gesetze bezüglich Saatgut, Pflanzenschutz,
>Anbaubeschränkungen absichtlich zu brechen halte ich für eine
>Bürgerpflicht.

huch, ich hoffe, das hat dir jetzt gut getan. :-)
Ich wollte aber nicht dazu aufrufen, alles zu negieren, was da so
verordnet ist. Wenn ich nämlich manchmal sehe, wie bar aller
Sachkenntnisse manche Gärtner sind, da sträuben sich mir die Haare,
wenn ich denen ein Pflanzenschutzmittel in die Hand geben soll...

Wie lautet da doch so schön eine Werbung: Helfen Marienkäfer gegen
Schorf? :-)
Du kannst Gift drauf nehmen, dass manche Privatgärtner selbst nach
jahrelangem Gartenbewirtschaften den Unterschied zwischen Schädlingen
und Schadpilzen usw. noch immer nicht geschnallt und auch sonst nicht
viel dazu gelernt haben.
Die Hobbygärtner darunter sind da anders.

>Was ich in Österreich, Schweiz oder Italien kaufen kann
>werde ich hier anwenden - verantwortungsvoller und gekonnter als die
>meisten Kommerzklitschen. Ich weiss, wovon ich rede, hier gibts genug
>davon und sie machen auch kein Geheimnis draus, wie sie arbeiten.

So weit musst du wegen Kohlerdflöhe erst gar nicht reisen.
Der Griegel hat einige Mittel aufgeführt, bei denen er davon ausgeht,
dass sie demnächst gegen Kohlerflöhe zugelassen werden könnten. Wann
"demnächst" ist, steht allerdings in den Sternen. :-)

Also er meint, dass folgende Mittel durchaus greifen würden:
Insektenstäubemittel Hortex, Spruzit flüssig, Schädlings-Frei Cyrol,
Compo Insektenmittel. Was es davon noch gibt, weiß ich nicht, aber du
spritzt damit letztlich wohl eh' nicht.

Außerdem tust du wahrscheinlich einiges für das Wohlergehen der
Käfergenerationen, die deinen "naturnahen" Garten sicher zu schätzen
wissen. So meint der Griegel:
"Er überwintert in Hecken, in Bodenstreu, in Rindenritzen u. a.
Verstecken. An warmen März-/April-Tagen beginnen sie mit ihrer
Fraßtätigkeit, meistens erst an kreuzblütigen Unkräutern, um später zu
den aufkeimenden Kulturpflanzen zu wechseln. Ende Mai/Anfang Juni
kommt es zur Eiablage an und unter den befressenen Pflanzen. Nach 10
Tagen schlüpfen die Larven, die 2 - 3 Wochen lang, meist an den
Fadenwurzeln fressen, wobei dieser Schaden praktisch bedeutungslos
ist. Nach der Verpuppung in einem Erdkokon im Boden schlüpfen - etwa
im Juli/August - die Jungkäfer, die bis zum Herbst den Lochfraß an den
Pflanzen ausüben."

Und in Obt & Garten fand ich Folgendes:
"Um frühen und späteren Befall zu vermeiden, ist im März eine gute
Bodenlockerung und danach eine laufende Unkrautbekämpfung vorzunehmen,
was den Erdflöhen die Nahrungsgrundlage entzieht. Ein Wechsel auf
Keimlinge oder junge Pflanzen findet dann kaum statt. Der Boden ist in
den Sommermonaten laufend zu bearbeiten.
Gleichmäßige Bodenfeuchte über Niederschläge und bei Trockenheit durch
Gießen vertragen Kohlerdflöhe nicht gut. Unter Gemüsefliegennetzen ist
es zwar immer feuchter, leider halten sie aber Kohlerdflöhe nicht ab.
Durch Bedeckung früher Sätze von Radies, Rettich oder Kohlarten ist
jedoch eine Reduzierung des Befalls möglich. Pflanzenschutzmittel sind
bei diesen Gemüsearten im Garten derzeit nicht zugelassen."

Unkräuter, die ja nur noch Beikräuter sind, Mulchen statt Hacken und
möglichst noch Flächenkompostierung bis in den Spätherbst hinein mit
Gartenabfällen aller Art dürften die Erdflöhe als paradiesisch
einstufen.

Lutz Bojasch

unread,
Aug 1, 2004, 3:14:08 AM8/1/04
to
Cornelius Gloria schrieb:

> WIe kommt es eigentlich, dass z.B. Demeter-Bio-Bauern z.Zt. u.a.
> _massenhaft_ schmackhafte Gurken anbieten können?
>
> Irgendwas müssen die doch richtig machen.

Hallo
....wetten, daß Dir gleich einer der Gartenterroristen erklären wird,
daß die Demeter-Leute nur vom Betrug leben!? Die Welt ist sooo schlecht!
Gruß Lutz

Message has been deleted

Bernhard Albert

unread,
Aug 2, 2004, 4:21:46 AM8/2/04
to
Lieber Daniel,

Du schriebst:

> 4.) Etrag ist ist dem Hobbygärtner ziemlich egal -> viel = Freude,
> wenig = "vielleicht nächstes Jahr"

Das stimmt für mich nicht - ich baue das Zeug an, damit ich es essen
kann. Solange es für den Eigenbedarf ausreicht, bin ich zufrieden und
wenn die Mischung stimmt und es nicht ganz hart kommt, dann esse ich in
einem Jahr mehr von dem einen und im anderen Jahr mehr von dem anderen.

Wenn aber so wesentliche Teile meiner Pflanzen krank werden oder
vertrocknen, wie in diesem Jahr, dann stelle ich mir schon die Frage,
weshalb ich jedes Wochenende 12-14 Stunden in der Kräuter- und
Gemüseabteilung meines Gartens arbeite - ich muss schon sehen, dass das
Zeug wächst und sich wohl fühlt.

> PS: mir isses sowas von egal ob ich eine oder 100 Tomaten an der
> Pflanze habe - aber sie ist einfach gewachsen und das ist ok so.

Wenn Du ein Tomatenbeet hast und jedes Jahr alle Pflanzen sterben
würden, ohne ein Tomate zu tragen - wie lange würdest Du am Ball
bleiben und sagen: sie ist einfach drei Wochen gewachsen und dann
gestorben und das ist ok so.

Mir tut es in der Seele weh, dass sich heuer sämtliche Melonen im
Kleingewächshaus verabschiedet haben und die Paprika gerade 30 cm hoch
wurden und pro Pflanze ein oder zwei Schoten tragen - so dass ich
maximal auf eine Mahlzeit komme. Auch eine Masseninvasion von
Kohlerdflöhen, die ganze Jahresernte zunichte machen und zwar vom
Radieschen, über Rettiche, Rüben, Rübsen, Rucola, Beinwell, Weißkohl,
Wirsing, Brocolli, Rosenkohl, Rotkohl, Kresse, Barbarakresse,
Scherkohl, Meerkohl, etc. bis zum Grünkohl - würde mich emotional wohl
ziemlich an die Grenze meiner Leidensfähigkeit in Gartendingen treiben.

Heuer bringen fünfzig Prozent meiner Beete null Ertrag und statt
Einmachgurken noch und nöcher gibt es nur einmal die Woche
Gurkensalat - also auch auf den übrigen Beeten Ertragminderung bis zu
80 Prozent. Gut bei mir ist es überwiegend das Wetter und die
anhaltende Trockenheit und Nachtkühle - wenn jetzt aber zum echten und
falschen Mehltau noch was dazu käme - z.B. so ein massenhafter
Kohlerdfloh - dann wäre es auch um den Rest der Ernte geschehen.

Wenn ich dann noch auf die Preise der ökologisch angebauten Gemüse
schaue und auf die Ausgabenliste für den Garten - dann weiß ich: Ich
kann mir nur eines von beiden leisten. Mit der Gartenfreude könnte es
bei ein paar Jahren dieses Kalibers also schnell vorbei sein.

Gruß
Bernhard
--
Ihr erreicht mich privat und persönlich
schneller und zuverlässiger unter
b <punkt> albert <at-Zeichen> link-f <punkt> org

Gerhard Zahn

unread,
Aug 2, 2004, 3:28:05 PM8/2/04
to
Am Sun, 1 Aug 2004 01:09:26 +0200 schrieb Cornelius Gloria:

Hallo,

>Moin!
>
>> Bei uns sind die ersten Gurken in den Gewächshäusern schon wieder hin,
>> vom Falschen Mehltau dahin gerafft. Ende der Gurkenernte im Juli. :-(
>>
>> Einige spritzen gegen den Falschen Mehltau zwei, dreimal mit Aliette.
>> Das hat Frau Künast vergessen für den Hobbygärtner nicht zuzulassen.
>
>WAS FÜR EIN GLÜCK! Ein Gift, dass alle benutzen dürfen! KAUFT ES, bevor
>es "verboten" wird!

was brüllst du so? Bekanntlich ist Gift in erster Linie eine Frage der
Dosierung.
Was in Aliette drin ist, weist du sicher auch nicht, sonst würdest du
kaum so tönen.
Der Wirkstoff basiert auf Aluminium und dürfte kaum verwerflicher oder
giftiger sein als Kupfer, das die doppelte Wartezeiten hat und bei den
Bios hoch im Kurs steht, weil sie ja alle synthetischen Fungizide
kategorisch ablehnen, ohne abzuwägen, ob darunter nicht auch mal
welche sind, die weniger negative Wirkungen haben. Solches Verhalten
ist für mich nichts weiter als ein billiger Verkaufsgag.

Wenn ich also mit Aliette spritze, von dem z.B. noch nie jemand
behauptet hat, dass es sich im Boden anreichert und Regenwürmer
schädigt, bin ich nach meiner Meinung deutlich besser dran, als die
Bios, die zu Kupfer greifen, weil es sonst gegen den Falschen Mehltau
leider nichts gibt.

Warum die nicht endlich statt Kupfer das neuere Aliette benutzen, ist
mir wiederum schleierhaft. Da scheint irgend ein Dogma im Weg zu sein.

>WIe kommt es eigentlich, dass z.B. Demeter-Bio-Bauern z.Zt. u.a.
>_massenhaft_ schmackhafte Gurken anbieten können?

Wie kommst du bei Demeter auf massenhaft? Ich schätze mal, deren
Marktanteil liegt irgendwo bei 0,1 %.

Wie kommst du dazu schmackhafte Demetergurken, bei denen es sich wohl
um Salatgurken gehandelt haben dürfte, die vermutlich aus dem
Treibhaus stammen, mit Freiland-Einlegegurken zu vergleichen?

Und wenn du schon vergleichst, dann sollten dir die horrenden
Preisunterschiede aufgefallen sein, die dazu führen, dass sich
Demeterpreise nur ein paar privilegierte Gutbetuchte leisten können
oder leisten wollen.

>Irgendwas müssen die doch richtig machen.

Na klar, aber so viel auch wieder nicht, sonst wären schon längst
ganze Scharen von Gemüsebauern zu Demeter übergelaufen.

>Und irgendwas müssen andere doch falsch machen, wenn diese ständig und
>oft sogar vorsorglich Gifte dafür einsetzten (oder glauben das
>vorsorglich tun zu müssen).

Das Wort Gift geht dir aber leicht von der Hand. Ist dir eigentlich
bekannt, dass auch die Bios mit Giften arbeiten? Oder sind die für die
Bios zugelassenen Pflanzenschutzmittel alle frei von allen
Nebenwirkungen und zum Gurgeln?

>Wahrscheinlich ist der Fehler der, 130.000
>Tonnen Gurken auf einmal anzubauen.

Die werden zwar nicht auf einmal angebaut, sondern verteilt über ganz
Niederbayern.
Ich weiß auch nicht, wie man das ändern soll, denn die 97 %, die sich
nicht die 3 % Bioprodukte oder gar die 0,1 % Demeterprodukte leisten
können, wollen ja auch mit Einlegegurken versorgt werden.
Demeter versorgt sie jedenfalls nicht.

>Das wird bei Dir im Garten sicher so
>schnell nicht passieren. Warum also versuchst Du nicht mal
>herauszubekommen, was die Bio-Bauern machen um gesunde leckere Gurken zu
>ernten anstatt die Nicht-Zulassung von Giften für Hobbygärtner zu
>bedauern?

Bio auf der einen und Gift auf der anderen Seite. Du neigst zur
Vereinfachung.

Was die Biobauern im einzelnen machen entzieht sich meiner Kenntnis,
schon deshalb, weil es da mehr als 100 Bio-Markenzeichen gibt, von
denen jedes was anderes vorschreibt und für die Kunden alles recht
undurchschaubar macht.

Aber ich weiß, dass bei den Bios Kupfer zugelassen ist, das auch gegen
den Falschen Mehltau wirkt. Das will ich aber wiederum nicht anwenden.
Gründe siehe oben.

Kupfer habe ich noch nie eingesetzt, weshalb meine Gurken immer dann
fertig hatten, wenn der Falsche Mehltau zuschlug, ganz nach Belieben,
mal Mitte Juli, mal Anfang September.
Seit Aliette mit 4 Tagen Wartezeit und immer früheren Mehltauattacken,
habe ich das geändert und bin für das Kupfer der Bios weiterhin nicht
zu haben.

Bevor der Falsche Mehltau zuschlägt, habe ich auch leckere Gurken.
Danach habe ich aber nicht die Möglichkeit, auf einen neuen und noch
mal auf einen neuen Satz Gurken auszuweichen, der vielleicht erst
später befallen wird. Vielleicht ist das der Trick von Demeter bei
Freilandgurken, falls die überhaupt Freilandgurken machen.

>Ich mein ja nur ...

Tja, warum auch nicht. :-)
Und wenn du das Anti-Mehltau-Geheimnis von Demeter gelüftest hast,
dann kannst du es uns ja verraten. :-)

Gerhard Zahn

unread,
Aug 2, 2004, 3:28:07 PM8/2/04
to
Am Sun, 1 Aug 2004 01:57:01 +0200 schrieb Daniel Zervikal:

Servus Daniel,

>> Da kommen jetzt natürlich gleich die daher, die den Schalter auf
>> Nichtspritzen gestellt haben und basta. Na ja, die müssen sich dann
>> ihre Gurken halt kaufen, wenn sie meinen dass sie sich damit besser
>> stellen.
>
>1.) ich schätze Deine Beiträge sehr!

danke.
Aber verlass' dich drauf, das allermeiste ist nicht von mir. :-)

>2.) Spritzen ist nicht immer notwending, wenn man vom Ertrag nicht
>seinen Lebensunterhalt bestreiten muss sowieso.

Wo bitte habe ich jemals behauptet, das "Spritzen immer notwendig
ist"?

Spritzen ist überhaupt nicht notwendig. Wofür auch. Es gibt doch genug
Beispiele dass es auch ganz und gar ohne geht.

Statt der Spritze nimmt man die Säge gegen die Monilia an
Sauerkirschen, die man in fast keiner Gartenanlage mehr findet.
Die Sauerkirschen kommen jetzt ja schon in der Dose aus dem näheren
Osten.
Die Säge hilft auch gegen den Birnengitterrost und statt einen halben
Zentner eigene Birnen zu essen oder zu verwerten, kauft man halt keine
im Supermarkt.
Gegen die Kräuselkrankheit am Pfirsich 6 Monate fern der Ernte zu
spritzen ist ebenfalls unnütz. Soll doch der Baum im Laufe der Jahre
verrecken. Und schließlich gibt es im Laden Pfirsichpampern, die
halbreif geerntet und herumgefahren wurden, die dann auch noch einen
Haufen Geld kosten und mir bei den letzten Einkäufen den Blutdruck
steigerten wegen der miesen, teils Wegschmeißqualität. Auf die
aromatischen, vollreif vom eigenen Baum geernteten Früchte kann man ja
ohne weiteres verzichten, vor allem dann, wenn man solche Früchte
nicht kennt.
Und Gurken im Freiland ernten muss ja wirklich nicht sein, wenn einem
der Falsche Mehltau schon vor Erntebeginn dahin rafft, was garantiert
Gurkenlaub war. Spart ja auch noch Arbeit.

Und so etwas gewöhnliches wie Kohl aller Art und ähnliches Birrgemüse
sollte man ja wirklich den Erdflöhen überlassen.

Selbst auf Freilandtomaten kann man in ungünstigen Jahren verzichten.
Die Krautfäule erspart einem die Erntearbeit.

>3.) Ja, man kann sich "besser" (was für ein "Sager") stellen wenn man
>"richtig" anbaut.

Na, dann rück mal raus mit deinen schlauen Gartengeheimnissen.
Müssen keine sein, um von irgendetwas ein bisschen mehr oder etwas
schöner zu ernten. Es reicht schon, wenn du uns verrätst, wie du die
Totalausfälle - siehe oben - vermeidest.

>4.) Etrag ist ist dem Hobbygärtner ziemlich egal -> viel = Freude,
>wenig = "vielleicht nächstes Jahr"

Ach?
Für "viel" und für "wenig" hast du dir also eine Philosophie zurecht
gelegt. Du hast aber nicht bemerkt, dass es hier um "nichts" ging, das
es zu vermeiden gilt und das nicht bei Wiener Stadtrandklima.

>PS: mir isses sowas von egal ob ich eine oder 100 Tomaten an der
>Pflanze habe - aber sie ist einfach gewachsen und das ist ok so.

Ich wünsche dir keine Totalausfälle bei irgendetwas, aber deine
Reaktion nach z.B. drei tomatenlosen Jahren würde mich dann doch
interessieren, oder gärtnerst du erst seit zwei Jahren? :-)

Gerhard Zahn

unread,
Aug 2, 2004, 3:28:08 PM8/2/04
to
Am Sun, 01 Aug 2004 09:48:35 +0200 schrieb Thomªs Nªgel:

Hallo Thomas,

>> Wenn ich nämlich manchmal sehe, wie bar aller


>> Sachkenntnisse manche Gärtner sind, da sträuben sich mir die Haare,
>> wenn ich denen ein Pflanzenschutzmittel in die Hand geben soll...
>

>Dann sollen sie meinetwegen einen Giftschein einführen, der
>Qualifikation voraussetzt.

Den hätt' ich schon. Zählt aber nix. Privat ist privat und die werden
alle über einen Kamm geschert.
Es ist halt so einfach, sich immer nach dem unterst möglichen Niveau
zu richten.

>Für alle.

Nö, nicht für alle. Nur für die, die bisweilen meinen, in diesem oder
jenem Katastrophenfall zu einem Pflanzenschutzmittel greifen zu
müssen.

>Ich sehe nicht ein, bestraft zu
>werden, während gleichzeitig der Nachbarbauer in seinem Gemüsefeld gegen
>alles und jedes präventiv Chemie ablädt, um sein Zeug dann als
>urgesundes Gemüse aus der Region auf dem Wochenmarkt anzubieten.

Wieso, der lügt doch nicht. Ist doch "aus der Region". :-(
Und wozu Geldgier und Geldnot so manchen Erwerbler treiben kann, dafür
gibt es ja Negativbeispiele genug. Leider.

>Das
>kann ich besser. Ich wende nur dann etwas an, wenn andernfalls
>Totalausfall stattfindet. Das kam bisher noch gar nie vor, aber die
>Kohlerdflöhe haben nun einige Gemüsesorten komplett zerstört.

Das ist in etwa auch mein Standpunkt. Es gibt einige Totalausfälle,
die wir als Privatgärtner einfach so hinnehmen sollen, während die
Erwerbler sich eines Lachen und uns dann teuer und in der Qualität
zwangsläufig schlechter beliefern.

Aber selbst wenn es nicht um einen Totalausfall geht, zB bei
Apfelschorf, ist durchaus zu überlegen, ob nicht zwei, drei
Schorfspritzungen nach dem Austrieb nicht die Steigerung um mehr als
die Hälfte auf Tafelobstqualität zu überlegen ist, wenn man dann über
viele Wochen auf den Zukauf von Tafelobst verzichten kann, das zwanzig
Mal gespritzt wurde und zuletzt vielleicht noch eine Spritzung gegen
Lagerschorf abbekommen hat.

>> Außerdem tust du wahrscheinlich einiges für das Wohlergehen der
>> Käfergenerationen, die deinen "naturnahen" Garten sicher zu schätzen
>> wissen.
>

>Unkraut gibts da nicht, ist alles brav und stetig rausgehackt. Aber eine
>Wiese nebenan, die kann ich natürlich nicht umhacken. Trockenheit ist
>allerdings ein Problem. Giesswasser gibts da keins, man muss es von
>weitherschaffen. Das mach ich auch, aber es genügt wohl nicht gegen die
>Masseninvasion. Mulchen nutzt definitiv überhaupt nichts, den ersten
>starken Befall hatten ausgerechnet die Pflanzenreihen, in denen gut
>gemulcht war.

Mulchen ist in diesem Fall ausgesprochen kontraproduktiv. Es hat halt
alles seine zwei Seiten.

>Ich habe das dieses Jahr verstärkt gemacht, weil ich schon
>ahnte dass es wieder so ein Katastrophen-Trockenjahr gibt und so war es
>dann auch.

Da würde ich eher auf das Mulchen verzichten und so oft wie nur irgend
möglich hacken.
Eine weitere Möglich keit wäre vielleicht auch, die Jungpflanzen mit
einem Vlies abzudecken. Hilft zwar nicht hundertprozentig, hält aber
den Flugverkehr ab.

Wegen der verfluchten Kohlerdflöhe habe ich schon seit Jahren keinen
Chinakohl mehr angebaut. War immer bis zur Unbrauchbarkeit zerfressen.
Vielleicht versuche ich es doch wieder mal...

tobias knittel

unread,
Aug 2, 2004, 4:05:14 PM8/2/04
to
Hallo,

ich hab meinen Garten zwar erst das zweite Jahr,
aber von vornherein so angelegt, dass die natürliche
Biodiversität über weite Teile erhalten blieb (war
seit ca. 30 Jahren Brache).

Also einen Teil mit "Unkraut", einen Teil mit Wald,
einen Teil mit Teich.

Bisher hatte ich noch keinen Schädlingsbefall,
der mir zu schaffen gemacht hätte. Anfangs dachte
ich es gibt heuer viele Läuse, aber dann kamen
sehr viele Marienkäfer :-)

Ich, denke, man sollte viele unterschiedliche
Pflanzen im Garten haben, dazu noch viele
Unterschlupfmöglichkeiten für Tiere.

Eine "Unkrautwiese" gedeiht ja auch prächtig,
analog denke ich ist es auch mit "Kultur-
pflanzen möglich, achtet man auf die richtige
Mischung zwischen "Kraut" und "Unkraut".

So kann man, meiner Meinung nach, Totalausfälle
vermeiden.

Gruß

Tobias

Daniel Zervikal

unread,
Aug 2, 2004, 6:40:29 PM8/2/04
to

"Gerhard Zahn" <gerhar...@gmx.de> schrieb:

Servus

> >1.) ich schätze Deine Beiträge sehr!

Ok! Du hast es verstanden. :-)

> >3.) Ja, man kann sich "besser" (was für ein "Sager") stellen wenn
man
> >"richtig" anbaut.
>
> Na, dann rück mal raus mit deinen schlauen Gartengeheimnissen.
> Müssen keine sein, um von irgendetwas ein bisschen mehr oder etwas
> schöner zu ernten. Es reicht schon, wenn du uns verrätst, wie du die
> Totalausfälle - siehe oben - vermeidest.

Ich habe weder Rezpte noch Tips.

> >4.) Etrag ist ist dem Hobbygärtner ziemlich egal -> viel = Freude,
> >wenig = "vielleicht nächstes Jahr"
>
> Ach?
> Für "viel" und für "wenig" hast du dir also eine Philosophie zurecht
> gelegt. Du hast aber nicht bemerkt, dass es hier um "nichts" ging,
das
> es zu vermeiden gilt und das nicht bei Wiener Stadtrandklima.

Nun ja, hier greift das pannonische Klima schon sehr stark aber eine
Philosophie hab ich mir dennoch nicht zurecht gelegt.

> >PS: mir isses sowas von egal ob ich eine oder 100 Tomaten an der
> >Pflanze habe - aber sie ist einfach gewachsen und das ist ok so.
>
> Ich wünsche dir keine Totalausfälle bei irgendetwas, aber deine
> Reaktion nach z.B. drei tomatenlosen Jahren würde mich dann doch
> interessieren, oder gärtnerst du erst seit zwei Jahren? :-)

Nein, seit 12 Jahren, trotzdem sehe ich das sehr entspannt. Wirds was
isses gut, wenn nicht dann nicht.

> Beste Grüße G e r h a r d

mfg
Daniel

Cornelius Gloria

unread,
Aug 2, 2004, 7:45:12 PM8/2/04
to
Moin Gerhard!

> was brüllst du so?

tschuldigung. Nimms nicht persönlich. Ich anerkenne Deine Fachkenntnis.
Gleichwohl nervst, dass hier oft "Pflanzenschutzmittel" als einziges
Mittel der Wahl propagiert werden. Eine typische Diskussionslinie sieht
ja gelegentlich so aus: "Hilfe, bei mir wächst was zwischen den Fugen."
Antwort: "Mit Roundup ist das ruckzuck erledigt. Ist aber nicht zulässig
(zwinker)". (Google listet immerhin mehr als 1600 Fundstellen für
Roundup in Newsgroupxx.de. Wollen wir mal wetten, bei wieviel Beiträgen
das Zeug zumindest implizit empfohlen wird an Stellen wo es nichts zu
suchen hat?)

Oder: "meine xxxpflanzen haben yyy". Antwort: "Spritz am besten
vorsorglich zzz."

> Bekanntlich ist Gift in erster Linie eine Frage der
> Dosierung.

Das stimmt. Die Frage ist hier, wer festlegt, wo gesunde Nahrungsmittel
aufhören und ver_gift_ete anfangen. Siehe die Greenpeace-Studie zu dem
Thema.

> Was in Aliette drin ist, weist du sicher auch nicht, sonst würdest du
> kaum so tönen.

Keine Ahnung. Interesiert mich auch nicht. Und wenn doch, frage ich Dich
und bin mir sicher, dass ich eine qualifizierte Antwort bekomme. ;-)

> >WIe kommt es eigentlich, dass z.B. Demeter-Bio-Bauern z.Zt. u.a.
> >_massenhaft_ schmackhafte Gurken anbieten können?
>
> Wie kommst du bei Demeter auf massenhaft? Ich schätze mal, deren
> Marktanteil liegt irgendwo bei 0,1 %.

Subjektives Empfinden. Gehe ich zum Biobauern, liegts da massenhaft rum.
Bei Rewe auch. Aber nicht 99,9% mehr.


> Und wenn du schon vergleichst, dann sollten dir die horrenden
> Preisunterschiede aufgefallen sein, die dazu führen, dass sich
> Demeterpreise nur ein paar privilegierte Gutbetuchte leisten können
> oder leisten wollen.

Leisten wollen triffts schon eher. Demeterware kann sich jeder
Gartenbesitzer leisten, wenn er das Gemüse entsprechend anbaut. Das tun
auch viele. Wer aber der Meinung ist, dass der richtige Weg der ist,
einen Golf für 23.000 Euro zu kaufen und dann stöhnt, dass die Gurken zu
teuer sind, dem ist was Wichtiges entgangen.
Ich kann mich über die Demeter-Preise überhaupt nicht beschweren. Ich
zahle im Monat 115 Euro bei meinem Demeter-Bauern und kann dafür soviel
Gemüse, Milchprodukte (Milch, verschiedene Käse, Joghurt, Quark, etc.),
Schweinefleisch und Getreide mit nach hause nehmen bis ich platze.
Gelegentlich wird auch eine Kuh geschlachtet, dann gibts auch
Rindfleisch. Nun erzähl mir nicht, dass sich das keiner leisten kann.

>
> >Irgendwas müssen die doch richtig machen.
>
> Na klar, aber so viel auch wieder nicht, sonst wären schon längst
> ganze Scharen von Gemüsebauern zu Demeter übergelaufen.

Du meinst, jemand ist monetär dazu gezwungen den Leuten teilweise
hochbelastetes Grünzeug als Nahrungsmittel verkaufen zu müssen? Wie
kommts dann, dass die paar Demeter Bauern überhaupt noch leben?


> Das Wort Gift geht dir aber leicht von der Hand. Ist dir eigentlich
> bekannt, dass auch die Bios mit Giften arbeiten?

War Gift nicht eine Frage der Dosierung?

> Oder sind die für die
> Bios zugelassenen Pflanzenschutzmittel alle frei von allen
> Nebenwirkungen und zum Gurgeln?

Googel mal zum Thema Demeter und mach Dich selber schlau. Ich mein das
nicht böse aber es wäre doch auch für Dich bestimmt eine Bereicherung zu
wissen, dass und wie es ohne "Chemie" geht.

> >Das wird bei Dir im Garten sicher so
> >schnell nicht passieren. Warum also versuchst Du nicht mal
> >herauszubekommen, was die Bio-Bauern machen um gesunde leckere Gurken zu
> >ernten anstatt die Nicht-Zulassung von Giften für Hobbygärtner zu
> >bedauern?
>
> Bio auf der einen und Gift auf der anderen Seite. Du neigst zur
> Vereinfachung.

Vielleicht. Ist ja auch einfach: es gibt Leute die Bauen die Gurken mit
"Pflanzenschutzmitteln" an und andere tun das ohne. Punkt.
Die einen Gurken muss ich schälen und mir Sorgen machen ob ich mich und
meine Familie schleichend vergifte. Die anderen ess ich die sorglos mit
Schale.

>
> Was die Biobauern im einzelnen machen entzieht sich meiner Kenntnis,
> schon deshalb, weil es da mehr als 100 Bio-Markenzeichen gibt, von
> denen jedes was anderes vorschreibt und für die Kunden alles recht
> undurchschaubar macht.

Das ist doch keine Frage der Markenzeichen. Es geht doch darum ob man
die Braunfäule bei Tomaten auf natürlichem Wege verhindern kann auch
wenn der möglicherweise etwas unbequemer ist und nicht so sicher. Des
weiteren geht es darum, ob man vielleicht auch mal das Handtuch werfen
kann und (blutenden Herzens) akzeptiert, dass es eben mal keine Tomaten
gibt in dem Jahr. Und es geht darum, ob man akzeptieren kann, dass es
nicht ganzjährig Gurken oder Tomaten gibt.


> Kupfer habe ich noch nie eingesetzt, weshalb meine Gurken immer dann
> fertig hatten, wenn der Falsche Mehltau zuschlug, ganz nach Belieben,
> mal Mitte Juli, mal Anfang September.
> Seit Aliette mit 4 Tagen Wartezeit und immer früheren Mehltauattacken,

Woher kommen die denn, die immer früheren Mehltauattacken? Da muss es
doch einen Grund geben. Der liebe Gott hat dem Mehltau doch nicht
aufgetragen immer früher zu erscheinen ausser wenn "Aliette" schon da
ist.

> habe ich das geändert und bin für das Kupfer der Bios weiterhin nicht
> zu haben.

Das ist prima. Du solltest aber nicht alle "Bios" über einen Kamm
scheren. Mir fehlt einfach der Ansatz, herauszubekommen, wie es auch
ohne "Aliette" geht. Und die Frage, was die 4 Tage Wartezeit bedeuten?
Wahrscheinlich, dass es nach 4 Tagen ungefährlich ist, die Gurken zu
essen? Und für wen?
Wo ist das "Aliette" denn dann hin? Es hat sich vollständig in was total
Ungiftiges aufgelöst, dass man immer schon mal haben wollte? Vielleicht
in Zuckerwatte oder so? Gerhard, bitte!


>
> Bevor der Falsche Mehltau zuschlägt, habe ich auch leckere Gurken.
> Danach habe ich aber nicht die Möglichkeit, auf einen neuen und noch
> mal auf einen neuen Satz Gurken auszuweichen, der vielleicht erst
> später befallen wird.

Ja und? Dann gibts eben keine Gurken aus dem Garten mehr. Irgendwann ist
eh Schluß damit im Garten. Kauf Dir dann doch einfach ein paar
Demeter-Gurken. Dafür brauchst Du dann kein "Aliette" zu kaufen und hast
noch Platz im Regal frei. :-)

> Vielleicht ist das der Trick von Demeter bei
> Freilandgurken, falls die überhaupt Freilandgurken machen.

Gibts irgendwas an "Treibhausgurken" auszusetzten? Bei Tomaten weiss ich
immerhin, dass die nicht alle in einer Ecke angebaut werden damit es
nicht alle erwischt, wenns sie erwischt. Ist ja auch schlau. Was spricht
dagegen?

>
> >Ich mein ja nur ...
>
> Tja, warum auch nicht. :-)
> Und wenn du das Anti-Mehltau-Geheimnis von Demeter gelüftest hast,
> dann kannst du es uns ja verraten. :-)

Versprochen.

Viele Grüße

Cornelius

Bernhard Albert

unread,
Aug 3, 2004, 2:56:16 AM8/3/04
to
Lieber Tobias,

Du schriebst am :

> ich hab meinen Garten zwar erst das zweite Jahr,
> aber von vornherein so angelegt, dass die natürliche
> Biodiversität über weite Teile erhalten blieb

> So kann man, meiner Meinung nach, Totalausfälle
> vermeiden.

Da Du das im zweiten Jahr machst, bin ich bereit Dir zu verzeihen
>>;-)))

Es ist nach meiner Erfahrung tatsächlich so, dass der Befallsdruck für
viele spezialisierte Schädlinge bei neuerschlossenem Land, das nicht
unmittelbar von zahlreichen Gärten umgeben ist, in denen auch Menschen
Obst und Gemüse anbauen deutlich geringer ist. Dort gibt es zwar auch
eine Menge Drahtwürmer, Schnecken etc. - also die allgemeinen
Gartenplagen - aber sie treten nicht gleich in Kombination mit allem
anderen auf.

Nach ein paar Jahren mit Gemüse und Obst aber, hat man mit Sicherheit
eine stabile Population spezifischer Schädlinge und Krankheiten, im
eigenen Garten und denen sind die ganzen Wildkräuter als Zwischenwirt
für Anbaupausen äußerst willkommen.

Gegen den Birnengitterrost, die Monilla oder die Kräuselkrankheit oder
gegen richtigen und falschen Mehltau - also gegen alles, was sowieso
überall vorhanden ist - hilft Deine Brache auch nicht. Auch Du wirst
Jahre erleben, in denen Du Dich fragst, weshalb Du die ganzen Pflanzen
groß gezogen hast. Oder Du steigst auf Ziergehölze und dauerhafte
Stauden um, wie das inzwischen immer mehr von meinen Nachbarn tun. Da
nimmt man was robustes - ersetzt es alle paar Jahre - und gut ist. Ein
schöner Anblick - aber das war es dann auch.

Bernhard Albert

unread,
Aug 3, 2004, 3:44:08 AM8/3/04
to
Lieber Cornelius,

> Ich kann mich über die Demeter-Preise überhaupt nicht beschweren. Ich
> zahle im Monat 115 Euro bei meinem Demeter-Bauern und kann dafür
> soviel Gemüse, Milchprodukte (Milch, verschiedene Käse, Joghurt,
> Quark, etc.), Schweinefleisch und Getreide mit nach hause nehmen bis
> ich platze. Gelegentlich wird auch eine Kuh geschlachtet, dann gibts
> auch Rindfleisch. Nun erzähl mir nicht, dass sich das keiner leisten
> kann.

Das kann ich hier im Großraum Rhein-Main zu diesem Preis definitiv
nicht haben - ich muss dafür das vierfache da lassen, wenn ich pur auf
Demeter setze und das zwei-dreifache wenn ich auf Bioland oder
ähnliches setze.

Wo ist es um himmelswill so günstig und wie groß ist der Haushalt, den
Du damit versorgst und wie regelmäßig wird für wie viele Menschen
gekocht etc.?

>> Na klar, aber so viel auch wieder nicht, sonst wären schon längst
>> ganze Scharen von Gemüsebauern zu Demeter übergelaufen.
>
> Du meinst, jemand ist monetär dazu gezwungen den Leuten teilweise
> hochbelastetes Grünzeug als Nahrungsmittel verkaufen zu müssen? Wie
> kommts dann, dass die paar Demeter Bauern überhaupt noch leben?

Es ist hier in der Region gar nicht einfach als Demeter-Bauer zu
überleben - das liegt daran, dass das teure Bio-Gemüse z.B. auf unserem
wöchentlichen Erzeugermarkt in der Innenstadt keineswegs reißenden
Absatz findet. Die anderen Stände sind um die Mittagszeit so gut wie
leer gekauft - auf den Paletten der Bio-Bauern sitzt noch gut die
Hälfte, obwohl das schon länger genauso gut (fleckenlos, großfrüchtigt
etc.) aussieht, wie das andere Gemüse und zudem besser schmeckt.

> Woher kommen die denn, die immer früheren Mehltauattacken? Da muss es
> doch einen Grund geben. Der liebe Gott hat dem Mehltau doch nicht
> aufgetragen immer früher zu erscheinen ausser wenn "Aliette" schon da
> ist.

Für die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten gibt es ganz einfache
Gründe - zum einen sind sie Abhängig vom Wetter. Umso stärker die
Wetterschwankungen sind, umso mehr stresst das die Pflanzen, umso
anfälliger werden sie. Dann hat es mit der Verbreitung von
Pflanzenkrankheiten zu tun, die in einer dichtbesiedelten
Kulturlandschaft von überall nach überall springen können und nicht
mehr nur regional auftreteten. Dann hat es damit zu tun, dass die
Pflanzenkrankheiten gesünder werden - mehr Möglichkeiten zur Kreuzung
und Auslese haben - stärker werden. Das ist ein natürlicher Prozess,
der auch jenseits von Pflanzenschutzmitteln statt findet. Der
Birnengitterrost, der in meiner Jugend kein ernstzunehmendes Problem
darstellte, ist mittlerweile auch aus Tälern nicht mehr wegzubekommen,
in denen der Winterzwischenwirt des Birnengitterrostes überhaupt nicht
(mehr) vorkommt und hat inzwischen an Zerstörungskraft zugenommen, kann
also eine Birne tatsächlich ruinieren.

> Wo ist das "Aliette" denn dann hin? Es hat sich vollständig in was
> total Ungiftiges aufgelöst, dass man immer schon mal haben wollte?
> Vielleicht in Zuckerwatte oder so? Gerhard, bitte!

Viele moderne Pflanzenschutzmittel bilden eine Schicht auf der Pflanze
und dringen nicht ins System der Pflanze ein - man könnte das für
Aliette prüfen - wenn dem so ist, kann man davon ausgehen, dass diese
Schicht beim Wachstum der Früchte nicht mitwächst und ihre Verbindung
zur Frucht verliert, die Pflanzenschutzmittel oft erst durch ein
Netzmittel oder Hilfsstoffe wie Lecithin im Pflanzenschutzmittel
erhalten haben. Man könnte sie dann zumindest auf den Gurken einfach
abreiben. Bei den Blättern ginge das weniger gut, dort würde sie also
noch über die vier Tage hinaus eine Wirkung zeigen.

Bei vielen systemischen Giften geht man davon aus, dass sie im
menschlichen Organismus wirkungslos sind oder ohnehin dort schon
vorkommen. Das mag von Fall zu Fall ein Fehlschluss sein - aber auch
Demeter-Bauern düngen ihr Gemüse und schützen es mit allerlei Mitteln
gegen Krankheiten oder stärken es. Wie sicher nun ist es, dass die
Wirkstoffe einer Pflanzenjauche oder eines biologisch-organischen
Düngemittels etc. auf und in den Pflanzen keinerlei Rückstände
hinterlassen und wie sicher ist es, dass Du hier keinerlei Konsequenzen
fürchten musst? Enthalten nicht schon Möhren, Liebstöckel, Pastinaken
und andere Doldenblütler Fumarine, die auf der Haut in der Kombination
mit ganz gewöhnlicher Sonne, schwere Brandverletzungen hinterlassen
können, die später einen Hautkrebs befördern können? Wird nicht längst
davor gewarnt bestimmte Kräuter zu essen, wie den beliebten Borretsch,
weil er von Hause aus canzerogene Stoffe enthält. Ist nicht längst
bekannt, was ätherische Öle im Übermaß im Körper anrichten können? Da
muss man doch immer wieder hinterfragen - welche Anbaumethoden, die
geeignetsten sind! Ganz sicher nicht der mit ganzen Wagenladungen von
Chemie - aber schon einer bei dem genau bedacht wird, womit man die
geringsten Schäden verursacht und dennoch einen ausreichenden Ertrag
erzielt.

Und abschließend noch mal grundsätzlich - die noch immer rasant
steigende Zahl der Weltbevölkerung führt zu einem entsprechend
wachsenden Mehrbedarf an Kulturflächen und einer wachsenden
Notwendigkeit nach intensiver Nutzung. Auch deshalb nehmen natürlich
Pflanzenkrankheiten und Schädlinge zu, dabei entwickeln sich unter dem
Einfluß unterschiedlichster Faktoren und eben nicht nur unter dem
Einsatz der Agrochemie immer neue Resistenzen und Stämme. Die
Kehrtwende im Bevölkerungswachstum in den Metropolen beschert uns
gerade die Umkehr der Alterspyramide. Aber all das ist nicht mal im
Ansatz eine Lösungsmodell für die ganze Welt. Not macht erfinderisch
und so werden wir auch künftig damit leben müssen, dass nach Lösungen
für den Erwerbsanbau und den Privatanbau gesucht wird, der den
steigenden Anforderungen dieser Weltgesellschaft gerecht wird. Und auf
eine Lösung à la AIDS oder SARS zu hoffen, fällt mir schwer - doch nur
durch einen massiven Rückbau der Nutzungsdichte unseres Planeten,
könnte man wieder zu einer Naturnutzung zurück, die viele Naturvölker
mit mehr oder minder großem Erfolg praktiziert haben.

> Gibts irgendwas an "Treibhausgurken" auszusetzten?

Ja! Es gibt ja auch etwas an Couch-Potatos auszusetzen. Um spezielle
Krankheiten zu verhindern, die nur in Gewächshäusern vorkommen, wird
auf speziellen Substraten mit Hilfe von Nährlösungen angebaut, die
immer weniger mit unserer gewöhnlichen Gartenerde zu tun haben - sie
leben in einem künstlichen Umfeld und sind Witterungseinflüssen nicht
mehr ausgesetzt. Verweichlicht und verwässert kommen dann die
Ergebnisse auf unseren Tisch. Bist Du sicher, dass den Pflanzen, die
Licht und Luft und alle anderen Umwelteinflüsse entbehren müssen, nicht
auch etwas von der Lebenskraft und den ausgewogenen Inhaltsstoffen
verloren geht, die Du beim Verzehr von ihnen übernehmen willst.

Hannes Birnbacher

unread,
Aug 3, 2004, 4:12:08 AM8/3/04
to
Antwort an Bernhard Albert auf die Nachricht von Tue, 3 Aug 2004
09:44:08 +0200

>
> Es ist hier in der Region gar nicht einfach als Demeter-Bauer zu
> überleben - das liegt daran, dass das teure Bio-Gemüse z.B. auf
> unserem wöchentlichen Erzeugermarkt in der Innenstadt keineswegs
> reißenden Absatz findet. Die anderen Stände sind um die
> Mittagszeit so gut wie leer gekauft - auf den Paletten der
> Bio-Bauern sitzt noch gut die Hälfte, obwohl das schon länger
> genauso gut (fleckenlos, großfrüchtigt etc.) aussieht, wie das
> andere Gemüse und zudem besser schmeckt.

Vielleicht stimmt das ja gar nicht, dass 99,9 Prozent der
Gemüseanbauer in unserem Land nur schadstoffverdächtiges,
geschmackloses Zeug produzieren, und die Verbraucher haben's
gemerkt? Die Untüchtigen (nicht Du, sondern diverse Biofuzzis...)
haben schon immer zur Verleumdung als letztem Ausweg gegriffen.

Monika Cisch

unread,
Aug 3, 2004, 4:30:16 AM8/3/04
to
Hi Cornelius

> Subjektives Empfinden. Gehe ich zum Biobauern, liegts da massenhaft rum.
> Bei Rewe auch. Aber nicht 99,9% mehr.

Der Unterschied ist, der Bio Bauer baut's an und hat deswegen alle da,
Rewe verteilt's und hat nur einen Teil da ;-)

> Ich kann mich über die Demeter-Preise überhaupt nicht beschweren. Ich
> zahle im Monat 115 Euro bei meinem Demeter-Bauern und kann dafür soviel
> Gemüse, Milchprodukte (Milch, verschiedene Käse, Joghurt, Quark, etc.),
> Schweinefleisch und Getreide mit nach hause nehmen bis ich platze.
> Gelegentlich wird auch eine Kuh geschlachtet, dann gibts auch
> Rindfleisch. Nun erzähl mir nicht, dass sich das keiner leisten kann.

Das klingt gut, kenn ich aber hier nicht so. Man kann halt die Sachen
einzeln kaufen, direkt beim Bauern. Da kriegt man allerdings auch
bessere Qualitaet zum akzeptablen Preis, da die Zwischenhaendler wegfallen.

> Du meinst, jemand ist monetär dazu gezwungen den Leuten teilweise
> hochbelastetes Grünzeug als Nahrungsmittel verkaufen zu müssen? Wie
> kommts dann, dass die paar Demeter Bauern überhaupt noch leben?

Weil es noch wenig genug sind, um die Nachfrage nicht zu ueberdecken ;-)

> Vielleicht. Ist ja auch einfach: es gibt Leute die Bauen die Gurken mit
> "Pflanzenschutzmitteln" an und andere tun das ohne. Punkt.
> Die einen Gurken muss ich schälen und mir Sorgen machen ob ich mich und
> meine Familie schleichend vergifte. Die anderen ess ich die sorglos mit
> Schale.

Und die einen brauchen fuer eine ertragreiche Pflanze 5 Samen, die
anderen nur 1-2... <geschaetzt>

> Das ist doch keine Frage der Markenzeichen. Es geht doch darum ob man
> die Braunfäule bei Tomaten auf natürlichem Wege verhindern kann auch
> wenn der möglicherweise etwas unbequemer ist und nicht so sicher. Des

Lebermoosextrakt, das hat bei mir letztes Jahr so lala geholfen. Heuer
bin ich nachlaessig. Schachtelhalmextrakt soll auch helfen. Und
natuerlich hilft ein Dach.


--
cu
Monika ã|ã

Gerhard Zahn

unread,
Aug 3, 2004, 4:48:30 PM8/3/04
to
Am Tue, 3 Aug 2004 01:45:12 +0200 schrieb Cornelius Gloria:

Hallo Cornelius,

>> was brüllst du so?
>
>tschuldigung. Nimms nicht persönlich.

war ja auszuhalten. :-)

>Ich anerkenne Deine Fachkenntnis.
>Gleichwohl nervst, dass hier oft "Pflanzenschutzmittel" als einziges
>Mittel der Wahl propagiert werden.

Hier darf doch jeder seine Meinung sagen, wer sollte es auch sonst
tun.
Und wenn einer meint, für oder gegen dies oder das helfe nur ein
Pflanzenschutzmittel, dann sollte man ihm erst mal zubilligen dies zu
äußern und ihm abnehmen, dass dies seinem neuestem theoretischen und
praktischen Wissensstand entspricht.
Mich nervt ja auch nicht, wenn da einer daher kommt, der gerade das
zweite Jahr im Garten werkelt und hinaus posaunt, dass er jetzt auf
Anhieb das Ei des Columbus gefunden hat.

Wenn mir danach ist, sage ich etwas dazu oder dagegen. Und wenn jemand
weiß, dass ein als einziges Mittel der Wahl propagiertes
Pflanzenschutzmittel nicht das einzige Mittel oder der einzige Weg
ist, dann sollte er halt seine Meinung dazu beitragen.
Wir sind ja hier nicht dazu versammelt, um uns von irgend jemanden
letzte Wahrheiten verkünden zu lassen.

>Eine typische Diskussionslinie sieht
>ja gelegentlich so aus: "Hilfe, bei mir wächst was zwischen den Fugen."
>Antwort: "Mit Roundup ist das ruckzuck erledigt. Ist aber nicht zulässig
>(zwinker)". (Google listet immerhin mehr als 1600 Fundstellen für
>Roundup in Newsgroupxx.de. Wollen wir mal wetten, bei wieviel Beiträgen
>das Zeug zumindest implizit empfohlen wird an Stellen wo es nichts zu
>suchen hat?)

Den Schuh zieh' ich mir nicht an. Ich habe schon x-mal auf die
Wartezeiten und Zulassungsmodalitäten hingewiesen und andere auch.
Das ändert aber nichts daran, dass es andere halt - noch - nicht
besser wissen und einige es nicht wissen wollen.

Das ändert aber auch nichts daran, dass mit dem
Pflanzenschutzmittel-Vorschriften auch ganz schöner Mist verzapft
wurde, den man auch als solchen bezeichnen darf.

>Oder: "meine xxxpflanzen haben yyy". Antwort: "Spritz am besten
>vorsorglich zzz."

Das kann m. E. häufig die einzig richtige Antwort sein, wenn es zB
darum geht, vorbeugend gegen einen Schadpilz etwas zu tun, gegen den
man meist nichts mehr tun kann, wenn er mal da ist. Beispiel:
Kräuselkrankheit am Pfirsich.

>> Bekanntlich ist Gift in erster Linie eine Frage der
>> Dosierung.
>
>Das stimmt. Die Frage ist hier, wer festlegt, wo gesunde Nahrungsmittel
>aufhören und ver_gift_ete anfangen. Siehe die Greenpeace-Studie zu dem
>Thema.

Sicher, es gibt nichts, was sich nicht noch verbessern lässt und es
ist grundsätzlich gut, wenn Organisationen wie Greenpeace u. a. auf
Missstände hinweisen und seien es solche, die man früher gar nicht
erkennen konnte.
Andererseits weigere ich mich, die Qualität von Obst und Gemüsen aus
dem Nicht-Öko-Anbau zu verteufeln und behaupte, dass wir noch nie
gesünderes und rückstandsfreieres auf dem Ladentisch hatten. Daran
ändert auch nichts, dass immer wieder unzulässige Rückstände oder
Rückständed überhaupt gefunden wurden.

>> Was in Aliette drin ist, weist du sicher auch nicht, sonst würdest du
>> kaum so tönen.
>
>Keine Ahnung. Interesiert mich auch nicht. Und wenn doch, frage ich Dich
>und bin mir sicher, dass ich eine qualifizierte Antwort bekomme. ;-)

In diesem Fall würde ich den Wirkstoff besonders sorgfältig abtippen.
:-)

>> >WIe kommt es eigentlich, dass z.B. Demeter-Bio-Bauern z.Zt. u.a.
>> >_massenhaft_ schmackhafte Gurken anbieten können?
>>
>> Wie kommst du bei Demeter auf massenhaft? Ich schätze mal, deren
>> Marktanteil liegt irgendwo bei 0,1 %.
>
>Subjektives Empfinden.

Nö, gar nicht. Ich habe da zB eine Übersicht über den kontrollierten
ökologischen Gemüsebau in Rheinland-Pfalz, der mit 403 ha Fläche
angegeben ist. Davon entfallen auf Demeter 21 ha, also ca. 5 %.

Insgesamt sollten in D etwa 3 % der Flächen auf Ökoanbau entfallen,
auf denen dann etwa 2 % der in den Handel kommenden Produkte angebaut
werden. Wenn Demeter davon 5 % abdeckt, dann sind's halt nach Adam
Riese nur ca. 0,1 % der Gesamtproduktion. Und die kann man dann x-mal
von Jahr zu Jahr um 3 oder 7 % steigern, es ist kaum auf 0,2 % zu
kommen... Somit sind die Demeters für mich absolute Außenseiter mit
zum Teil recht skurilen Ansichten. Muss ich nicht haben.

>> Und wenn du schon vergleichst, dann sollten dir die horrenden
>> Preisunterschiede aufgefallen sein, die dazu führen, dass sich
>> Demeterpreise nur ein paar privilegierte Gutbetuchte leisten können
>> oder leisten wollen.
>
>Leisten wollen triffts schon eher.

Also nach meinem subjektiven Empfinden habe ich schon diverse Male
Magenkrimmen verspürt, wenn ich Demeter-Preise mit Markt- oder
Supermarktpreisen verglichen habe.

>Demeterware kann sich jeder
>Gartenbesitzer leisten, wenn er das Gemüse entsprechend anbaut. Das tun
>auch viele.

Das ist für viele Gartenprodukte richtig. Auch ich habe schon immer
das Gefühl, beste Qualitäten zu ernten, ohne jeden Pflanzenschutz.
Leider gibt es davon die Ausnahmen, die hier schon x-mal diskutiert
wurden, die ich ohne Pflanzenschutzmittel nur im Laden kaufen kann.
Da ziehe ich dann meine Produkte mit einem Fünftel so viel Chemie wie
bei der Handelsware vor, die dann auch noch unreif geerntet, gelagert
und weit transportiert werden muss.
Ich muss mit den hiesigen klimatischen Bedingungen zurecht kommen.
Einen Demeter-Gartenbau-Betrieb kenne ich hier weit und breit nicht.
Und meine Parzelle kann ich kaum auf die Insel Mainau verlegen. :-)

>Ich kann mich über die Demeter-Preise überhaupt nicht beschweren. Ich
>zahle im Monat 115 Euro bei meinem Demeter-Bauern und kann dafür soviel
>Gemüse, Milchprodukte (Milch, verschiedene Käse, Joghurt, Quark, etc.),
>Schweinefleisch und Getreide mit nach hause nehmen bis ich platze.

Jetzt wird's aber grotesk: Du kaufst dein Gemüse und willst anderen,
die sich schon mehrere Jahrzehnte lang mit dem Anbau mühen,
vorschreiben wie sie's zu machen haben? Da hinkt doch was.

Ob die 115 € günstig oder ungünstig sind, kann ich nicht beurteilen
und von einem derartigen Pauschalabkommen habe ich nie gehört.
Aber bitte, wenn's dir zu sagt.

>> >Irgendwas müssen die doch richtig machen.
>>
>> Na klar, aber so viel auch wieder nicht, sonst wären schon längst
>> ganze Scharen von Gemüsebauern zu Demeter übergelaufen.
>
>Du meinst, jemand ist monetär dazu gezwungen den Leuten teilweise
>hochbelastetes Grünzeug als Nahrungsmittel verkaufen zu müssen?

Nein, das meine ich nicht. Schon deswegen nicht, weil ich keinem
Erzeuger unterstelle, dass er "teilweise hochbelastetes Grünzeug als
Nahrungsmittel" verkauft. Aber mit Demeter-Methoden Demeter-Erträge zu
Demedter-Preisen anzubieten ist das eine, wie viel davon gekauft wird
etwas anderes. So bio sind die Bios wieder auch nicht, dass nicht auch
bei ihnen der Umsatz und der Gewinn stimmen müssen.

>Wie
>kommts dann, dass die paar Demeter Bauern überhaupt noch leben?

Na ja, ein paar können wir uns ja leisten. Wobei ich mich nicht dazu
zähle.

>Vielleicht. Ist ja auch einfach: es gibt Leute die Bauen die Gurken mit
>"Pflanzenschutzmitteln" an und andere tun das ohne. Punkt.
>Die einen Gurken muss ich schälen und mir Sorgen machen ob ich mich und
>meine Familie schleichend vergifte. Die anderen ess ich die sorglos mit
>Schale.

Seit wann muss man Gurken schälen? Wer hat dir das eingeredet?
Oder stand da schon mal was von "nur geschält zu genießen"?

>> Was die Biobauern im einzelnen machen entzieht sich meiner Kenntnis,
>> schon deshalb, weil es da mehr als 100 Bio-Markenzeichen gibt, von
>> denen jedes was anderes vorschreibt und für die Kunden alles recht
>> undurchschaubar macht.
>
>Das ist doch keine Frage der Markenzeichen.

Ach? Wenn man "bio" drauf schreiben würde, wo "bio" drin ist, sollte
das doch genügen. Oder gibt es "bio" in mehreren Dutzend Abstufungen?

>Es geht doch darum ob man
>die Braunfäule bei Tomaten auf natürlichem Wege verhindern kann auch
>wenn der möglicherweise etwas unbequemer ist und nicht so sicher. Des
>weiteren geht es darum, ob man vielleicht auch mal das Handtuch werfen
>kann und (blutenden Herzens) akzeptiert, dass es eben mal keine Tomaten
>gibt in dem Jahr.

Ach weist du, ich habe auch mal geglaubt, dass die Braunfäule so
schnell wieder verschwinden wird, wie sie vor etwa 8 Jahren sich
verbreitet hat.
Pustekuchen, ich hatte zwei Jahre keine Tomaten. Und man ist ja
lernfähig.

>Und es geht darum, ob man akzeptieren kann, dass es
>nicht ganzjährig Gurken oder Tomaten gibt.

Davon kann ja wohl keine Rede sein.
Es fragt sich aber, ob man zB dem Falschen Mehltau an Gurken auch noch
Beifall klatschen soll, wenn er die Pflanzen vernichtet, bevor die
Ernte überhaupt beginnen konnte.

>> Kupfer habe ich noch nie eingesetzt, weshalb meine Gurken immer dann
>> fertig hatten, wenn der Falsche Mehltau zuschlug, ganz nach Belieben,
>> mal Mitte Juli, mal Anfang September.
>> Seit Aliette mit 4 Tagen Wartezeit und immer früheren Mehltauattacken,
>
>Woher kommen die denn, die immer früheren Mehltauattacken? Da muss es
>doch einen Grund geben. Der liebe Gott hat dem Mehltau doch nicht
>aufgetragen immer früher zu erscheinen ausser wenn "Aliette" schon da
>ist.

Vielleicht kannst du dazu eine Antwort bei Demeter oder Greenpeace
finden. Ich habe keine.

>> habe ich das geändert und bin für das Kupfer der Bios weiterhin nicht
>> zu haben.
>
>Das ist prima. Du solltest aber nicht alle "Bios" über einen Kamm
>scheren.

Wie, bin ich da ungerecht? Kupfermittel sind für alle Bios zugelassen
und alle Bios können sich nicht leisten, zuzusehen, wie zB ihre
Bio-Kartoffeln an der Krautfäule hopps gehen. Die Ausnahme davon
möchte ich sehen.
Übrigens: ich habe mich umgehört und vernommen, dass es in unserer
Gegend in 25 km Umkreis gerade mal einen Biobauern gibt, der sich
überhaupt an den Kartoffelanbau wagt. Der wirtschaftet auf sandigem
Boden in luftiger Höhe und geht als einziger das Risiko ein.

Außerdem: die Kupfermittel waren schon mal nahe dran, die Zulassung zu
verlieren, weil sie schädigende Nebenwirkungen haben, die syntetische
Pflanzenschutzmittel nicht haben.
Dann hat man aber den faulen Kompromis geschlossen, sie zu belassen,
vorrangig, weil sonst bei den Bios eine Welt zusammen gebrochen wäre.
So trägt jeder auf seine Weise zur Umweltbelastung bei. :-)

>Mir fehlt einfach der Ansatz, herauszubekommen, wie es auch
>ohne "Aliette" geht.

Na ja, bisher musste es auch ohne Aliette gehen, denn das Mittel gibt
es erst seit etwa einem Jahr.
Vorher ging es zB mit Kupfer, wie bei den Bios noch heute. Wartezeit 7
Tage.

>Und die Frage, was die 4 Tage Wartezeit bedeuten?

Dasselbe wie die 7 beim Kupfer.

>Wahrscheinlich, dass es nach 4 Tagen ungefährlich ist, die Gurken zu
>essen? Und für wen?

Für jeden.

>Wo ist das "Aliette" denn dann hin? Es hat sich vollständig in was total
>Ungiftiges aufgelöst, dass man immer schon mal haben wollte? Vielleicht
>in Zuckerwatte oder so? Gerhard, bitte!

Träumer! Womit bist du eigentlich groß und stark geworden und auch
noch immger gesund, wie ich hoffe? Ich wette, dass weder deine
Muttermilch noch die Säuglingsnahrung von Demeter war. Und ich wette,
dass du heute mit Normal-Nahrung, ganz ohne Bio, deutlich gesünder
leben kannst als es deine Eltern noch konnten, von den Großeltern ganz
zu schweigen, die auch ohne Chemie im heutigen Sinne lebten, aber
deutlich kärglicher und zeitweise vielleicht noch hungernd.

>> Bevor der Falsche Mehltau zuschlägt, habe ich auch leckere Gurken.
>> Danach habe ich aber nicht die Möglichkeit, auf einen neuen und noch
>> mal auf einen neuen Satz Gurken auszuweichen, der vielleicht erst
>> später befallen wird.
>
>Ja und? Dann gibts eben keine Gurken aus dem Garten mehr. Irgendwann ist
>eh Schluß damit im Garten.

Du willst nicht zur Kenntnis nehmen, dass es nicht "um keine mehr"
geht, sondern um alles oder nix. Ich habe erst vier Stück geerntet und
ich möchte noch bis Anfang September dabei sein.

>Kauf Dir dann doch einfach ein paar
>Demeter-Gurken. Dafür brauchst Du dann kein "Aliette" zu kaufen und hast
>noch Platz im Regal frei. :-)

Nein, die kriegen mich nicht. Aber ich krieg noch eigene Gurken und
zwar schmackhafte, vom Freiland.

>> Vielleicht ist das der Trick von Demeter bei
>> Freilandgurken, falls die überhaupt Freilandgurken machen.
>
>Gibts irgendwas an "Treibhausgurken" auszusetzten? Bei Tomaten weiss ich
>immerhin, dass die nicht alle in einer Ecke angebaut werden damit es
>nicht alle erwischt, wenns sie erwischt. Ist ja auch schlau. Was spricht
>dagegen?

Da sieht man mal wieder den Theoretiker ohne eigenen Garten.
Gegen Treibhaus-Tomaten und -Gurken habe ich mächtig was. Sie können
an die Freilandware nicht ran, was den typischen Geschmack und das
Aroma angeht. Und um Qualität geht es uns ja wohl.

Warum glaubst du, habe ich mich noch nicht zu einem Gewächshaus
aufgerafft, das in unserer unwirtlichen Gegend durchaus eine gewisse
Berechtigung hat?
Ganz einfach, weil die Freiland-Früchte merklich besser schmecken.
Viele unserer Gewächshausbesitzer bauen deshalb zusätzlich an
günstigen Stellen im Freiland Tomaten und Gurken. Und sie behaupten
beharrlich, dass die vom Gewächshaus im direkten Vergleich so sehr
abfallen, dass sie immer wieder zusätzlich im Freiland anbauen werden.

Aber für so etwas ist ja ein Gemüsekäufer nicht sensibilisiert, wie
sollte er auch. :-)

Cornelius Gloria

unread,
Aug 3, 2004, 4:59:03 PM8/3/04
to
Moin Bernhard!

> Das kann ich hier im Großraum Rhein-Main zu diesem Preis definitiv
> nicht haben - ich muss dafür das vierfache da lassen, wenn ich pur auf
> Demeter setze und das zwei-dreifache wenn ich auf Bioland oder
> ähnliches setze.
>
> Wo ist es um himmelswill so günstig und wie groß ist der Haushalt, den
> Du damit versorgst und wie regelmäßig wird für wie viele Menschen
> gekocht etc.?

Das ist für mich. Für meine Frau ist nochmal der gleiche Betrag fällig,
für die zweijährige Tochter bis sie in die Schule kommt 35 Euro danach
70. Trotzdem ist das nicht teuer. Wenn man auf Teile des Angebotes
verzichten will, etwa weil man Vegetarier ist oder auf die Milchprodukte
verzichten möchte kostet es natürlich entsprechend weniger.

Da geht so: Wir sind Mitglied in der Erzeugergemeinschaft des
"Kattendorfer Hofs" im südl. Schleswig-Holstein. D.h., wir zahlen jedem
Monat unseren Obulus und können uns dafür frei bedienen. Insgesamt sind
in der Erzeugergemeinschaft z.Zt. etwa 70-75 Familien. Der Hof kann etwa
550 Menschen ernähren. Bis es soweit ist (wenn es denn je soweit ist),
werden die Überschüsse auf den umliegenden Märkten verkauft.
Etwas gewöhnungsbedürftig aber sehr erfreulich ist die völlig andere Art
des Einkaufens. Man geht hin und nimmt was man braucht und niemand
interessiert sich dafür, wieviel man nimmt oder was genau.

Es gibt solche Erzeugergemeinschaften ein paar mal in Deutschland.
Möglicherweise auch in Deiner Nähe. Erkundige Dich mal. Falls Interesse
besteht kann ich versuchen herauszubekommen, wo die Höfe sind.

> > Du meinst, jemand ist monetär dazu gezwungen den Leuten teilweise
> > hochbelastetes Grünzeug als Nahrungsmittel verkaufen zu müssen? Wie
> > kommts dann, dass die paar Demeter Bauern überhaupt noch leben?
>
> Es ist hier in der Region gar nicht einfach als Demeter-Bauer zu
> überleben -

Das will ich keinesfalls abstreiten.

> das liegt daran, dass das teure Bio-Gemüse z.B. auf unserem
> wöchentlichen Erzeugermarkt in der Innenstadt keineswegs reißenden
> Absatz findet.

Nein, leider ist das so nicht richtig. Das liegt daran, dass diverse
Handelsketten und Discounter teilweise hoch-belastetes Gemüse verkaufen
dürfen und dies natürlich zu einem absurd niedrigen Preis tun, der mit
der Produktion von gesunden Lebensmitteln unvereinbar ist.
Bitte lies die Greenpeace-Studie, da steht viel über die Strukturen, um
die es da geht. An dem Nitrofen-Bio-Getreide Skandal konnte man sehr gut
sehen, wie es um die Strukturen bestellt ist: die (wissentlichen)
Verursacher der Kontamination von 100ten Tonnen Getreide, die an
Nutztiere verfüttert wurden, sind nicht strafrechtlich belangt worden.
Ich glaube, es hat noch nicht einmal für ein Berufsverbot gereicht.


> Für die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten gibt es ganz einfache

> Gründe ......

Ja, in der Tat. Einer gravierender Grund ist, dass regional angepaßte
Pflanzen und Nutztierrassen durch Normierungsbestrebungen und dem
Streben nach Hochleistungsrassen einfach ausgerottet werden (bzw. nicht
mehr verwendet werden) und dann dem Genpool und den Bauern nicht oder
nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Der absolute Gipfel dabei sind
Auswüchse, die es Konzernen ermöglichen, alte Kultursorten mit einem
Patentschutz zu versehen.

> Der
> Birnengitterrost, der in meiner Jugend kein ernstzunehmendes Problem
> darstellte, ist mittlerweile auch aus Tälern nicht mehr wegzubekommen,
> in denen der Winterzwischenwirt des Birnengitterrostes überhaupt nicht
> (mehr) vorkommt und hat inzwischen an Zerstörungskraft zugenommen, kann
> also eine Birne tatsächlich ruinieren.

So was kann natürlich passieren. Über die Gründe mag ich nicht einmal zu
spekulieren.

> Viele moderne Pflanzenschutzmittel bilden eine Schicht auf der Pflanze
> und dringen nicht ins System der Pflanze ein - man könnte das für
> Aliette prüfen - wenn dem so ist, kann man davon ausgehen, dass diese
> Schicht beim Wachstum der Früchte nicht mitwächst und ihre Verbindung
> zur Frucht verliert, die Pflanzenschutzmittel oft erst durch ein
> Netzmittel oder Hilfsstoffe wie Lecithin im Pflanzenschutzmittel
> erhalten haben. Man könnte sie dann zumindest auf den Gurken einfach
> abreiben.

Damit sind sie aber nicht weg sondern _bestenfalls_ nicht mehr auf der
Gurke. Eine Gebrauchsanweisung, wie denn nun die aktuell verwendeten
Pflanzenschutzmittel vom Obst zu entfernen sind, habe ich allerdings
noch nie gesehen. Du kannst froh sein, wenn Du überhaupt darauf
hingewiesen wirst, dass Obst behandelt wurde. Auf dem Markt habe ich
einen solchen Hinweis allerdings definitiv noch nicht gesehen.
Ich habe aber schon bei Äpfeln im Kaufhaus den kleingedruckten Hinweis
gesehen "behandelt mit xyz, Schale zum Verzehr nicht geeignet" Das finde
ich pervers. Abgesehen davon werden Pflanzenschutzmittel eben nicht nur
äusserlich angewendet, es gibt auch eine große Zahl von systemisch
wirkenden Mitteln. Zuletzt wird Gemüse auch in Ländern produziert, in
denen Mittelchen noch zugelassen sind die hier längst nicht mehr
angewendet werden dürfen (siehe auch die Greenpeace-Studie) und in denen
sich niemand um den sachgerechten Gebrauch schert.

> Enthalten nicht schon Möhren, Liebstöckel, Pastinaken
> und andere Doldenblütler Fumarine, die auf der Haut in der Kombination
> mit ganz gewöhnlicher Sonne, schwere Brandverletzungen hinterlassen
> können, die später einen Hautkrebs befördern können? Wird nicht längst
> davor gewarnt bestimmte Kräuter zu essen, wie den beliebten Borretsch,
> weil er von Hause aus canzerogene Stoffe enthält. Ist nicht längst
> bekannt, was ätherische Öle im Übermaß im Körper anrichten können?

Moment mal, was hat das denn mit Pflanzenschutzmitteln zu tun? Pflanzen
enthalten irgendwelche Wirkstoffe. Ja, man nimmt sie deshalb auch
gelegentlich als Heilmittel. Dass Früchte ätherische Öle enthalten
können heißt doch nicht, dass man da dann ruhig noch "Aliette" drauf
packen kann.

> Da
> muss man doch immer wieder hinterfragen - welche Anbaumethoden, die
> geeignetsten sind! Ganz sicher nicht der mit ganzen Wagenladungen von
> Chemie - aber schon einer bei dem genau bedacht wird, womit man die
> geringsten Schäden verursacht

Ich finde das bitterböse zynisch! Es geht nicht darum, die "gerinsten
Schäden" anzurichten sondern keine. Wieviel Schaden ist denn der
gerinste Schaden? Und wer entscheidet, wieviel Schaden gut und wieviel
schlecht ist?

> Und abschließend noch mal grundsätzlich ....

Diskussionswürdig, aber das führt jetzt eindeutig zu weit wie Du zugeben
musst.

> > Gibts irgendwas an "Treibhausgurken" auszusetzten?
>
> Ja! Es gibt ja auch etwas an Couch-Potatos auszusetzen.

... und an langen OT-Mailings erstmal. ;-)

> Um spezielle
> Krankheiten zu verhindern, die nur in Gewächshäusern vorkommen, wird
> auf speziellen Substraten mit Hilfe von Nährlösungen angebaut, die
> immer weniger mit unserer gewöhnlichen Gartenerde zu tun haben - sie
> leben in einem künstlichen Umfeld und sind Witterungseinflüssen nicht
> mehr ausgesetzt. Verweichlicht und verwässert kommen dann die
> Ergebnisse auf unseren Tisch.

Na mal langsam. Da gibts ja durchaus Unterschiede in dem, was man als
Treibhaus bezeichnet. Ich hatte einen Folientunnel im Kopf der bei
Gurken und Tomaten in Norddeutschland enorm nützlich sein kann, vor
allem wenn sie auf dem Boden wachsen und mit leckerem Mist und
Klee-Rotte gedüngt werden. Das geht eine Zeitlang gut und man kann jede
Menge unbelastetes Gemüse ernten.

> Bist Du sicher, dass den Pflanzen, die
> Licht und Luft und alle anderen Umwelteinflüsse entbehren müssen, nicht
> auch etwas von der Lebenskraft und den ausgewogenen Inhaltsstoffen
> verloren geht, die Du beim Verzehr von ihnen übernehmen willst.

Ich bin ganz sicher, dass Du da recht hast. ;-)

Viele Grüße

Cornelius

Cornelius Gloria

unread,
Aug 3, 2004, 6:12:03 PM8/3/04
to
Hallo Gerhard!

> Und wenn einer meint, für oder gegen dies oder das helfe nur ein
> Pflanzenschutzmittel, dann sollte man ihm erst mal zubilligen dies zu
> äußern und ihm abnehmen, dass dies seinem neuestem theoretischen und
> praktischen Wissensstand entspricht.

Natürlich.
Du hast Dich hingestellt und das große Klagelied wegen der für den
Gartenbesitzer verbotenen "Pflanzenschutzmittel" angestimmt. Dadurch
bist Du für einen Moment in meine Schusslinie geraten. Pech gehabt. :-)
Dabei solltest gerade Du als verantwortungsbewusster Mensch und hier
anerkannter Schädlingsbekämpfungs-Spezialist wissen, dass vielen Leuten
Deine Sachkenntnis und Sorgfalt fehlt. Weshalb das eine oder andere
Verbot sicher nicht ganz ungerechtfertigt ist, wie Du zugeben wirst.

> Wir sind ja hier nicht dazu versammelt, um uns von irgend jemanden
> letzte Wahrheiten verkünden zu lassen.

Genau. Daher mein Widerstand zu Deinem Klagelied.

> Den Schuh zieh' ich mir nicht an. Ich habe schon x-mal auf die
> Wartezeiten und Zulassungsmodalitäten hingewiesen und andere auch.

Kann ich bezeugen. :-)

> Andererseits weigere ich mich, die Qualität von Obst und Gemüsen aus
> dem Nicht-Öko-Anbau zu verteufeln und behaupte, dass wir noch nie
> gesünderes und rückstandsfreieres auf dem Ladentisch hatten.

Wahrscheinlich hast Du da Recht. An dieser Entwicklung sind NGOs wie
Greenpeace durch Schaffung eines diesbezüglichen Problembewusstseins und
letztlich der Gesetzgeber durch Schaffung von Normen in Form von
Gesetzen sicher massgeblich beteiligt. Also, was gibts da zu meckern?

> Wenn Demeter davon 5 % abdeckt, dann sind's halt nach Adam
> Riese nur ca. 0,1 % der Gesamtproduktion. Und die kann man dann x-mal
> von Jahr zu Jahr um 3 oder 7 % steigern, es ist kaum auf 0,2 % zu
> kommen... Somit sind die Demeters für mich absolute Außenseiter mit
> zum Teil recht skurilen Ansichten. Muss ich nicht haben.

Aber sie bekommen das mit den Gurken auch ihne "Aliette" hin. 0,1% hin
oder her.



> Das ist für viele Gartenprodukte richtig. Auch ich habe schon immer
> das Gefühl, beste Qualitäten zu ernten, ohne jeden Pflanzenschutz.

Na also.

> Ich muss mit den hiesigen klimatischen Bedingungen zurecht kommen.

Sortenwahl?

> Jetzt wird's aber grotesk: Du kaufst dein Gemüse und willst anderen,
> die sich schon mehrere Jahrzehnte lang mit dem Anbau mühen,
> vorschreiben wie sie's zu machen haben?

Keineswegs. Du hast gemeckert, dass "Pflanzenschutzmittel" nicht mehr zu
bekommen sind und ich, weil immer noch welche zu bekommen sind.


> >Du meinst, jemand ist monetär dazu gezwungen den Leuten teilweise
> >hochbelastetes Grünzeug als Nahrungsmittel verkaufen zu müssen?
>
> Nein, das meine ich nicht. Schon deswegen nicht, weil ich keinem
> Erzeuger unterstelle, dass er "teilweise hochbelastetes Grünzeug als
> Nahrungsmittel" verkauft.

Ich aber. Und den Handelsketten gleich auch. Al** und **dl zum
Beispiel.

> Seit wann muss man Gurken schälen? Wer hat dir das eingeredet?
> Oder stand da schon mal was von "nur geschält zu genießen"?

Leider steht da vor allem nicht "mit Alliette gespritzt" oder "der
Produzent von Aliette garantiert die gesundheitliche Unbedenklichkeit
und haftet für Schäden". Warum wohl nicht?

> Ach weist du, ich habe auch mal geglaubt, dass die Braunfäule so
> schnell wieder verschwinden wird, wie sie vor etwa 8 Jahren sich
> verbreitet hat.
> Pustekuchen, ich hatte zwei Jahre keine Tomaten.

Und? Gabs welche beim Bio-Bauern?


> Davon kann ja wohl keine Rede sein.
> Es fragt sich aber, ob man zB dem Falschen Mehltau an Gurken auch noch
> Beifall klatschen soll, wenn er die Pflanzen vernichtet, bevor die
> Ernte überhaupt beginnen konnte.

Sortenwahl? Anbaumethode?

> Übrigens: ich habe mich umgehört und vernommen, dass es in unserer
> Gegend in 25 km Umkreis gerade mal einen Biobauern gibt, der sich
> überhaupt an den Kartoffelanbau wagt. Der wirtschaftet auf sandigem
> Boden in luftiger Höhe und geht als einziger das Risiko ein.

Und? Wie sind die Kartoffeln? Krautfäule ja oder nein?

> Na ja, bisher musste es auch ohne Aliette gehen, denn das Mittel gibt
> es erst seit etwa einem Jahr.

Ach.

> Vorher ging es zB mit Kupfer,

Und wie noch?

> >Wahrscheinlich, dass es nach 4 Tagen ungefährlich ist, die Gurken zu
> >essen? Und für wen?
>
> Für jeden.

Wer garantiert das und steht dafür gerade?

> Träumer! Womit bist du eigentlich groß und stark geworden und auch
> noch immger gesund, wie ich hoffe?

Ohne Al** und **dl jedenfalls und ohne ganzjährig Paprika aus der
Türkei.

> Ich wette, dass weder deine
> Muttermilch noch die Säuglingsnahrung von Demeter war.

Aber auch ohne "Aliette" wohlgemerkt.

> Und ich wette,
> dass du heute mit Normal-Nahrung, ganz ohne Bio, deutlich gesünder
> leben kannst als es deine Eltern noch konnten,

Ich denke auch.


> Du willst nicht zur Kenntnis nehmen, dass es nicht "um keine mehr"
> geht, sondern um alles oder nix. Ich habe erst vier Stück geerntet und
> ich möchte noch bis Anfang September dabei sein.

Schluck! Vier erst? Soviel verputze ich in zwei Tagen. Beim Biobauern
gibts die nämlich in Massen. :-)

>
> >Kauf Dir dann doch einfach ein paar
> >Demeter-Gurken. Dafür brauchst Du dann kein "Aliette" zu kaufen und hast
> >noch Platz im Regal frei. :-)
>
> Nein, die kriegen mich nicht.

Aber Firma "Aliette" kriegt Dich. Na prima. Toll.

> Warum glaubst du, habe ich mich noch nicht zu einem Gewächshaus
> aufgerafft, das in unserer unwirtlichen Gegend durchaus eine gewisse
> Berechtigung hat?

Warum also?

> Ganz einfach, weil die Freiland-Früchte merklich besser schmecken.
> Viele unserer Gewächshausbesitzer bauen deshalb zusätzlich an
> günstigen Stellen im Freiland Tomaten und Gurken.

Das machen die Bios auch.

> Und sie behaupten
> beharrlich, dass die vom Gewächshaus im direkten Vergleich so sehr
> abfallen, dass sie immer wieder zusätzlich im Freiland anbauen werden.

Genau, deshalb hat man ja auch immer welche im Garten.

Aber bei dem diesjährigen Wetter kann ein Folientunnel immerhin dazu
führen, dass man überhaupt schon einige gegessen hat. Das macht die
lange Wartezeit auf die Freilandtomaten doch etwas leichter.

Liebe Grüße

Cornelius

tobias knittel

unread,
Aug 3, 2004, 11:48:06 PM8/3/04
to
Hi Bernhardt,


> Es ist nach meiner Erfahrung tatsächlich so, dass der Befallsdruck für
> viele spezialisierte Schädlinge bei neuerschlossenem Land, das nicht
> unmittelbar von zahlreichen Gärten umgeben ist, in denen auch Menschen
> Obst und Gemüse anbauen deutlich geringer ist. Dort gibt es zwar auch
> eine Menge Drahtwürmer, Schnecken etc. - also die allgemeinen
> Gartenplagen - aber sie treten nicht gleich in Kombination mit allem
> anderen auf.
>
> Nach ein paar Jahren mit Gemüse und Obst aber, hat man mit Sicherheit
> eine stabile Population spezifischer Schädlinge und Krankheiten, im
> eigenen Garten und denen sind die ganzen Wildkräuter als Zwischenwirt
> für Anbaupausen äußerst willkommen.
>
> Gegen den Birnengitterrost, die Monilla oder die Kräuselkrankheit oder
> gegen richtigen und falschen Mehltau - also gegen alles, was sowieso
> überall vorhanden ist - hilft Deine Brache auch nicht. Auch Du wirst
> Jahre erleben, in denen Du Dich fragst, weshalb Du die ganzen Pflanzen
> groß gezogen hast. Oder Du steigst auf Ziergehölze und dauerhafte
> Stauden um, wie das inzwischen immer mehr von meinen Nachbarn tun. Da
> nimmt man was robustes - ersetzt es alle paar Jahre - und gut ist. Ein
> schöner Anblick - aber das war es dann auch.

man wird sehen. Ich kenn so viele Gärten, die seit Jahrhunderten
bestehen und ohne jedes Spritzmittel auskommen. Die eine oder
andere Pflanze (Sorte) leidet mal unter Schädlingen, das tut das
"Unkraut" auch. Letztlich wachsen die auch ohne Hege und Pflege
(mehr als mir lieb sein kann :-) ). Das Problem sehe ich eher in
der Monokultur oder nicht stadortgerechten Pflanzen, oder zu
empfindliche Sorten. Die lässt man dann halt weg.

Gruß

Tobias


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Monika Cisch

unread,
Aug 4, 2004, 10:45:35 AM8/4/04
to
Hi Gerhard

> Andererseits weigere ich mich, die Qualität von Obst und Gemüsen aus
> dem Nicht-Öko-Anbau zu verteufeln und behaupte, dass wir noch nie
> gesünderes und rückstandsfreieres auf dem Ladentisch hatten. Daran

Das wieder wage ich auf das Meckern der Bios zurueckzufuehren :-).
Haetten die nicht aufgemuckt, wuerden die konventionellen vermutlich
heut noch so weitermachen wie 'damals, als ich jung war ;-)'.

> In diesem Fall würde ich den Wirkstoff besonders sorgfältig abtippen.

Ach, tipp doch mal. Nicht, dass ich damit was anfangen koennte, aber
neugierig bin ich halt doch.

> Also nach meinem subjektiven Empfinden habe ich schon diverse Male
> Magenkrimmen verspürt, wenn ich Demeter-Preise mit Markt- oder
> Supermarktpreisen verglichen habe.

Kummt drauf an, wo man kauft. Direkt beim Bauern ist's i.d.R. ertraeglich.

> Ob die 115 € günstig oder ungünstig sind, kann ich nicht beurteilen
> und von einem derartigen Pauschalabkommen habe ich nie gehört.
> Aber bitte, wenn's dir zu sagt.

Nu ja, wenn man sich nehmen kann, was man will... Ich glaub, dann haett
ich oefter mal feinstes Bio-Tenderloin-Steak ;-)

> Ach? Wenn man "bio" drauf schreiben würde, wo "bio" drin ist, sollte
> das doch genügen. Oder gibt es "bio" in mehreren Dutzend Abstufungen?

Oh mei. 'Bios' ist ein armes, wehrloses Wort und heisst erstmal 'Leben'.
Das ist eigentlich schon die ganze Bedeutung ;-)

> Ach weist du, ich habe auch mal geglaubt, dass die Braunfäule so
> schnell wieder verschwinden wird, wie sie vor etwa 8 Jahren sich
> verbreitet hat.
> Pustekuchen, ich hatte zwei Jahre keine Tomaten. Und man ist ja
> lernfähig.

Und faul ;-/ Moosextrakt taet helfen, nach meiner bescheidenen
Subjektiven Erfahrung von letztem Jahr, aber halt nur, wenn man's auch
spritzt. Und das oft, woechentlich mindestens, wenn's regnet oefter.

> Davon kann ja wohl keine Rede sein.
> Es fragt sich aber, ob man zB dem Falschen Mehltau an Gurken auch noch
> Beifall klatschen soll, wenn er die Pflanzen vernichtet, bevor die
> Ernte überhaupt beginnen konnte.

Hmm, Gurken hatt ich letztes Jahr nicht. Vielleicht sollt ich die
Spritze doch anschmeissen, 2 Pflaenzchen hab ich heuer (gekauft, nachdem
ich die Schnecken unterschaetzt hatte <grrr>)

> Wie, bin ich da ungerecht? Kupfermittel sind für alle Bios zugelassen

Das versteh ich eh nicht wirklich, aber mei.

> Übrigens: ich habe mich umgehört und vernommen, dass es in unserer
> Gegend in 25 km Umkreis gerade mal einen Biobauern gibt, der sich
> überhaupt an den Kartoffelanbau wagt. Der wirtschaftet auf sandigem
> Boden in luftiger Höhe und geht als einziger das Risiko ein.

Es soll ja tatsaechlich Gegenden geben, da wachsen die gut und
freiwillig ;-) Irgendwie so muss der Handel angefangen haben - die
Kartoffeln wollten's so, der Buchweizen anders.

> Dann hat man aber den faulen Kompromis geschlossen, sie zu belassen,
> vorrangig, weil sonst bei den Bios eine Welt zusammen gebrochen wäre.
> So trägt jeder auf seine Weise zur Umweltbelastung bei. :-)

Oh je. Da sag ich wieder, die Dosis macht das Gift. Nu ja, laesst
Demeter wirklich Kupfer zu?

>>Wo ist das "Aliette" denn dann hin? Es hat sich vollständig in was total
>>Ungiftiges aufgelöst, dass man immer schon mal haben wollte?

Nu ja, es soll vorkommen, dass manche Sachen erst in Verbindung mit
anderen Giftig sind.

>> Vielleicht
>>in Zuckerwatte oder so? Gerhard, bitte!

Dann haetten meine Kids bestimmt gerne eine Palette voll <g> Wobei ich
auch Zuckerwatte fuer bedingt giftig halte (guck mal die Zaehne mancher
Kinder an)

> noch immger gesund, wie ich hoffe? Ich wette, dass weder deine
> Muttermilch noch die Säuglingsnahrung von Demeter war. Und ich wette,

Da war doch mal diese Gruenen-Politikerin, die spasseshalber ihre
Muttermilch testen lies und dann ganz geknickt war. War so vor ca. 20
Jahren.

> dass du heute mit Normal-Nahrung, ganz ohne Bio, deutlich gesünder
> leben kannst als es deine Eltern noch konnten, von den Großeltern ganz

Jo, die waren bestimmt grad in der Chemie-Ueberschwangzeit.

> zu schweigen, die auch ohne Chemie im heutigen Sinne lebten, aber
> deutlich kärglicher und zeitweise vielleicht noch hungernd.

Da wag ich zu behaupten, dass die, sofern nicht verhungert, gesuender
gelebt haben :-) Zumindest vom Essen her.

> Du willst nicht zur Kenntnis nehmen, dass es nicht "um keine mehr"
> geht, sondern um alles oder nix. Ich habe erst vier Stück geerntet und

He, das ist schon klar mehr als 'nix'! ;-p

> ich möchte noch bis Anfang September dabei sein.

Stell dann halt Ansprueche <g>

> Da sieht man mal wieder den Theoretiker ohne eigenen Garten.
> Gegen Treibhaus-Tomaten und -Gurken habe ich mächtig was. Sie können
> an die Freilandware nicht ran, was den typischen Geschmack und das
> Aroma angeht. Und um Qualität geht es uns ja wohl.

Echt, auch selbergezogen? Lohnt sich gar ein Treibhaus gar ned? Ich
dachte immer, der Aerger mit dem hollaendischen Treibhausgelumpe waer
der, dass die einfach aufgeplustert sind bis zum gehtnichtmehr - gscheid
Stickstoff, gscheid Wasser und die Restnaehrstoffe vergessmamal, die
koennten ja kosten...

> Warum glaubst du, habe ich mich noch nicht zu einem Gewächshaus
> aufgerafft, das in unserer unwirtlichen Gegend durchaus eine gewisse
> Berechtigung hat?

Hmm. Kein Geld, kein Platz, keine Lust? ;-)

> Ganz einfach, weil die Freiland-Früchte merklich besser schmecken.

Nu ja, ich traeume noch davon, dass selber-Treibhaus-Tomaten besser
schmecken als wassergefuellte unreif gepflueckte gekaufte, aber ich hab
ja auch keines :-0

> Viele unserer Gewächshausbesitzer bauen deshalb zusätzlich an
> günstigen Stellen im Freiland Tomaten und Gurken. Und sie behaupten
> beharrlich, dass die vom Gewächshaus im direkten Vergleich so sehr
> abfallen, dass sie immer wieder zusätzlich im Freiland anbauen werden.

Die vergleichen falsch ;-)

Ulrike Pasching

unread,
Aug 4, 2004, 6:25:52 PM8/4/04
to
"Cornelius Gloria" schrieb:

> > Ich wette, dass weder deine
> > Muttermilch noch die Säuglingsnahrung von
> > Demeter war.
>
> Aber auch ohne "Aliette" wohlgemerkt.

Vielleicht aber mit E 605 und Lindan?

Ich warte immer noch interessiert auf eine Erklärung, warum Biobauern
Kupferspritzmittel (Kupfer schädigt niedere Tiere beträchtlich) einem
Mittel mit ähnlichem Wirkspektrum, aber mit geringeren Auswirkungen,
vorziehen? Und warum ist überhaupt Kupfer erlaubt?

Über eine kurze und präzise Antwort (ohne ausufernde Weltanschauungen)
würde ich mich freuen!

Gruß Ulli

PS. Ich habe wegen des Dauerregens die Rosen im Gemüsegarten mit einem
Pilzmittel (der Name sei gnädig verschwiegen) 2x gespritzt, im Rest
des Gartens nicht (wegen unserer Miezen). Fast alle Rosen, gespritzt
wie ungespritzt, sind frohsinnig zerrostet, haben allerdings jetzt
wieder ausgetrieben. Schade um die Arbeit, schade ums Geld.

Daniel Zervikal

unread,
Aug 4, 2004, 7:28:09 PM8/4/04
to

"Ulrike Pasching" <ulrike....@aon.at> schrieb:

Servus

> "Cornelius Gloria" schrieb:
> > > Ich wette, dass weder deine
> > > Muttermilch noch die Säuglingsnahrung von
> > > Demeter war.
> >
> > Aber auch ohne "Aliette" wohlgemerkt.
>
> Vielleicht aber mit E 605 und Lindan?
>
> Ich warte immer noch interessiert auf eine Erklärung, warum Biobauern
> Kupferspritzmittel (Kupfer schädigt niedere Tiere beträchtlich) einem
> Mittel mit ähnlichem Wirkspektrum, aber mit geringeren Auswirkungen,
> vorziehen? Und warum ist überhaupt Kupfer erlaubt?

Definiere "niedere Tiere" - es killt auch Bíenen. Von Fischen red ich
mal gar net.

> Über eine kurze und präzise Antwort (ohne ausufernde
Weltanschauungen)
> würde ich mich freuen!
>
> Gruß Ulli

mfg
Daniel

> PS. Ich habe wegen des Dauerregens die Rosen im Gemüsegarten mit
einem
> Pilzmittel (der Name sei gnädig verschwiegen) 2x gespritzt, im Rest
> des Gartens nicht (wegen unserer Miezen). Fast alle Rosen, gespritzt
> wie ungespritzt, sind frohsinnig zerrostet, haben allerdings jetzt
> wieder ausgetrieben. Schade um die Arbeit, schade ums Geld.


Mahh, Du hast Regen? *Neid*

Gerhard Zahn

unread,
Aug 5, 2004, 4:27:53 PM8/5/04
to
Am Tue, 3 Aug 2004 09:44:08 +0200 schrieb Bernhard Albert:

Hallo Bernhard,

>Viele moderne Pflanzenschutzmittel bilden eine Schicht auf der Pflanze
>und dringen nicht ins System der Pflanze ein

das glaube ich, hat weniger etwas mit modern zu tun, denn viele
althergebrachten Mittel dringen nicht in das System der Pflanze eín.
Systemisch wirkende Mittel dürften neuer sein.

Wobei systemisch wirkend zunächst mal heißt, dass über den Saftstrom
das Mittel überall hin gelangt und so auch versteckt sitzende
Schädlinge oder Pilze erreicht.

Ein typisches systemisch wirkendes Mittel ist Metasystox, kann sogar
gegossen werden. Und genau das Mittel ist zB für Private zugelassen
gegen so etwas "heftiges" wie saugende Insekten (zB Blattläuse) am
Salat. Die Wartezeit beträgt immerhin 21 Tage.
Also ich komme erst mal gar nicht auf die Idee, gegen Läuse am Salat
überhaupt zu spritzen. Wenn sie zu viel werden, landet er halt auf dem
Kompost.
Gleichwohl muss mit Metasystox gespritzter Salat nach 21 Tagen
Wartezeit so weit unbelastet sein, dass das Mittel zulässig ist.
Die Frage, wo nun das systemische Mittel hingekommen ist oder in
welche nunmehr unbedenklichen Stoffe es zerfallen oder umgesetzt ist,
stellt sich aber bei einem systemischen Mittel m. E. keinesfalls
lauter als bei einem nicht systemischen Mittel, mit ebenfalls 21 Tagen
Wartezeit. Bei beiden gehen doch die Zulassungsbehörden davon aus,
dass danach der Salat oder sonst was ohne Bedenken gegessen werden
können.

> - man könnte das für Aliette prüfen -

Muss man nicht erst prüfen. Der Hersteller schreibt:
"Wirkungsweise: Aliette WG besitzt vollsystemische
Wirkungseigenschaften. Der wirkstoff Fosetyl wird in kurzer Zeit von
den benetzten Pflanzenteilen aufgenommen und im Saftstrom der Pflanze
sowohl nach oben als auch nach unten bis in die Wurzeln transportiert.
Nach der Aufnahme ist ein Abwaschen durch Niederschläge nicht mehr
möglich. Diese vollsystemischen Eigenschaften gewähren einen Schutz
von innen heraus, wobei auch der zwischen zwei Behandlungen gebildete
Neuzuwachs sowie die Wurzeln geschützt werden. Aliette WG hat
einerseits eine direkte Wirkung auf den Pilz und stimuliert zusätzlich
die natürlichen Abwehrkräfte der Pflanzen."

>wenn dem so ist, kann man davon ausgehen, dass diese
>Schicht beim Wachstum der Früchte nicht mitwächst und ihre Verbindung
>zur Frucht verliert, die Pflanzenschutzmittel oft erst durch ein
>Netzmittel oder Hilfsstoffe wie Lecithin im Pflanzenschutzmittel
>erhalten haben. Man könnte sie dann zumindest auf den Gurken einfach
>abreiben. Bei den Blättern ginge das weniger gut, dort würde sie also
>noch über die vier Tage hinaus eine Wirkung zeigen.

Mit Abwaschen oder Abreiben geht da wohl nichts. Gleichwohl gehe ich
weiterhin davon aus, dass nach Ablauf der Wartezeit der Verzehr
unbedenklich sein muss, egal ob ein systemisches oder ein nicht
systemisches Mittel verwendet wurde.

Der Wirkstoff in Aliette wird übrigens angegeben mit:
"746 g/kg Fosetyl (als Aluminium-Salz 800 g/kg)"

Ob der Körper an oder in den Gurken verbliebenes Aluminium-Salz
verzeiht oder braucht, weiß ich nicht. Ich müsste mal nachsehen, ob
nicht mein ach so gesundes Mineralwasser nicht auch Aluminium-Salz
stolz als enthaltenes Spurenelement aufführt.

>Bei vielen systemischen Giften geht man davon aus, dass sie im
>menschlichen Organismus wirkungslos sind oder ohnehin dort schon
>vorkommen. Das mag von Fall zu Fall ein Fehlschluss sein - aber auch
>Demeter-Bauern düngen ihr Gemüse und schützen es mit allerlei Mitteln
>gegen Krankheiten oder stärken es. Wie sicher nun ist es, dass die
>Wirkstoffe einer Pflanzenjauche oder eines biologisch-organischen
>Düngemittels etc. auf und in den Pflanzen keinerlei Rückstände
>hinterlassen und wie sicher ist es, dass Du hier keinerlei Konsequenzen
>fürchten musst?

Man muss mit allem rechnen. Selbst Essen an sich kann zum Tode führen.

>Enthalten nicht schon Möhren, Liebstöckel, Pastinaken
>und andere Doldenblütler Fumarine, die auf der Haut in der Kombination
>mit ganz gewöhnlicher Sonne, schwere Brandverletzungen hinterlassen
>können, die später einen Hautkrebs befördern können? Wird nicht längst
>davor gewarnt bestimmte Kräuter zu essen, wie den beliebten Borretsch,
>weil er von Hause aus canzerogene Stoffe enthält. Ist nicht längst
>bekannt, was ätherische Öle im Übermaß im Körper anrichten können? Da
>muss man doch immer wieder hinterfragen - welche Anbaumethoden, die
>geeignetsten sind! Ganz sicher nicht der mit ganzen Wagenladungen von
>Chemie - aber schon einer bei dem genau bedacht wird, womit man die
>geringsten Schäden verursacht und dennoch einen ausreichenden Ertrag
>erzielt.

Also ganz allgemein muss ich mich mit der Frage, ob mit Chemie oder
ohne beim weitaus größten Teil der in meinem Garten wachsenden Ernte
überhaupt erst nicht befassen.
Es gibt - für mich - nur ein paar Ausnahmen, bei denen es darum geht,
den Verlust einer Gemüsekultur oder eines Baumes zu vermeiden oder
einen Ernteausfall von zB mehr als 50 % im Wiederholungsfall zu
verhindern, wenn dies mit einer oder wenigen Pflanzenschutzmittel-
anwendungen möglich ist. Bei "wenigen" bin ich meist schon zu faul,
was sich dann immer wieder negativ bemerkbar macht.

Das Thema bleibt weiterhin spannend.

Gerhard Zahn

unread,
Aug 5, 2004, 4:27:55 PM8/5/04
to
Am Tue, 3 Aug 2004 10:12:08 +0200 schrieb Hannes Birnbacher:

Hallo,

>Vielleicht stimmt das ja gar nicht, dass 99,9 Prozent der
>Gemüseanbauer in unserem Land nur schadstoffverdächtiges,
>geschmackloses Zeug produzieren, und die Verbraucher haben's
>gemerkt?

ich habe jedenfalls bemerkt, dass dann, wenn ein gewisser Udo Pollmer
in irgendwelchen Talkrunden behauptet, dass es keinen vernünftigen
Grund gebe, aus gesundheitlichen Gründen von sachgerecht angebauten
Normalnahrungsmitteln auf teuere Ökoprodukte umzusteigen, keine ernst
zu nehmenden Gegenreden oder Gegenargumente kommen...

>Die Untüchtigen (nicht Du, sondern diverse Biofuzzis...)
>haben schon immer zur Verleumdung als letztem Ausweg gegriffen.

Na, na, na, na, na, jeder Krämer lobt seine Ware, ohne Rücksicht auf
Verluste. :-)

Gerhard Zahn

unread,
Aug 5, 2004, 4:27:57 PM8/5/04
to
Am Wed, 4 Aug 2004 00:12:03 +0200 schrieb Cornelius Gloria:

Hallo ,

>> Und wenn einer meint, für oder gegen dies oder das helfe nur ein
>> Pflanzenschutzmittel, dann sollte man ihm erst mal zubilligen dies zu
>> äußern und ihm abnehmen, dass dies seinem neuestem theoretischen und
>> praktischen Wissensstand entspricht.
>
>Natürlich.
>Du hast Dich hingestellt und das große Klagelied wegen der für den
>Gartenbesitzer verbotenen "Pflanzenschutzmittel" angestimmt. Dadurch
>bist Du für einen Moment in meine Schusslinie geraten. Pech gehabt. :-)

das halte ich gerade noch aus. :-)

>Dabei solltest gerade Du als verantwortungsbewusster Mensch und hier
>anerkannter Schädlingsbekämpfungs-Spezialist wissen, dass vielen Leuten
>Deine Sachkenntnis und Sorgfalt fehlt. Weshalb das eine oder andere
>Verbot sicher nicht ganz ungerechtfertigt ist, wie Du zugeben wirst.

Ich bin kein Schädlingsbekämpfungs-Spezialist, dazu fehlt mir der
Großteil der dafür notwendigen Praxis. Wenn der Eindruck entsteht oder
aus meinen Postings gern heraus gelesen wird, dass ich viel spritze,
dann täuscht das. Ich sehe manches viel gelassener als manche andere
hier, die bei jedem Blattlausbefall in Weltuntergangsstimmung geraten
oder gegen Unkräuter erst zum Spritzmittel und nicht zum geeigneten
Werkzeug greifen.
Aber: ich habe mich seit Jahren für die Problematik des
Pflanzenschutzes interessiert und dazu gehört nu auch mal, sich mit
den Pflanzenschutzmitteln und allem drum herum theoretisch zu
befassen.

>> Wir sind ja hier nicht dazu versammelt, um uns von irgend jemanden
>> letzte Wahrheiten verkünden zu lassen.
>
>Genau. Daher mein Widerstand zu Deinem Klagelied.
>
>> Den Schuh zieh' ich mir nicht an. Ich habe schon x-mal auf die
>> Wartezeiten und Zulassungsmodalitäten hingewiesen und andere auch.
>
>Kann ich bezeugen. :-)
>
>> Andererseits weigere ich mich, die Qualität von Obst und Gemüsen aus
>> dem Nicht-Öko-Anbau zu verteufeln und behaupte, dass wir noch nie
>> gesünderes und rückstandsfreieres auf dem Ladentisch hatten.
>
>Wahrscheinlich hast Du da Recht. An dieser Entwicklung sind NGOs wie
>Greenpeace durch Schaffung eines diesbezüglichen Problembewusstseins und
>letztlich der Gesetzgeber durch Schaffung von Normen in Form von
>Gesetzen sicher massgeblich beteiligt. Also, was gibts da zu meckern?

Gegen alles, was Verbesserungen bringt, gibt's überhaupt nichts zu
meckern.


>
>> Wenn Demeter davon 5 % abdeckt, dann sind's halt nach Adam
>> Riese nur ca. 0,1 % der Gesamtproduktion. Und die kann man dann x-mal
>> von Jahr zu Jahr um 3 oder 7 % steigern, es ist kaum auf 0,2 % zu
>> kommen... Somit sind die Demeters für mich absolute Außenseiter mit
>> zum Teil recht skurilen Ansichten. Muss ich nicht haben.
>
>Aber sie bekommen das mit den Gurken auch ihne "Aliette" hin. 0,1% hin
>oder her.

Du hast doch Beziehungen zu Demeter, frag' sie aus!



>> Das ist für viele Gartenprodukte richtig. Auch ich habe schon immer
>> das Gefühl, beste Qualitäten zu ernten, ohne jeden Pflanzenschutz.
>
>Na also.
>
>> Ich muss mit den hiesigen klimatischen Bedingungen zurecht kommen.
>
>Sortenwahl?

Sortenwahl wird bei mir durch mich höchst persönlich, nicht aber durch
die Schädlinge ausgeübt. Sprich: ich pfeife auf einen weißfleischigen
Pfirsich, der angeblich und dann doch nicht resistent gegen die
Kräuselkrankheit ist. Ich ziehe die aromatischeren Gelbfleischigen
vor, notfalls mit Kupferspritzung, wie sie auch die Erwerbler
praktizieren. Aber dann habe ich reif vom Baum, was ich mir von einem
Pfirsich erwarte. Gut dass ich zwei Nachbarn mit Pfirsichen habe. :-)

>> Jetzt wird's aber grotesk: Du kaufst dein Gemüse und willst anderen,
>> die sich schon mehrere Jahrzehnte lang mit dem Anbau mühen,
>> vorschreiben wie sie's zu machen haben?
>
>Keineswegs. Du hast gemeckert, dass "Pflanzenschutzmittel" nicht mehr zu
>bekommen sind

Wenn schon, dann meckere ich nur, dass gewisse Pflanzenschutzmittel
für Private nicht mehr zugelassen sind, die es für Erwerbler, auch
Ökos längst noch gibt: Beispiel Kupfer gegen Kräuselkrankheit.
Es hilft mir nämlich nichts, dass Frau Künast mir ein Mittel gönnt,
mit dem ich Kartoffeln gegen zu frühes Austreiben spritzen kann, wenn
ich aber zuschauen soll, wenn mein Zwetschgenbaum wegen alljährlicher
Rostattacken vergreist und nur noch unbrauchbare Früchte bringt.

>und ich, weil immer noch welche zu bekommen sind.

Diesen Standpunkt kannst du als Theoretiker leicht weiter vertreten.
Im Unterschied dazu verzichte ich weitgehend und gerne auf Zukauf von
Obst und Gemüse und dabei sind von Fall zu Fall Pflanzenschutzmittel
eine wertvolle Hilfe.

>> >Du meinst, jemand ist monetär dazu gezwungen den Leuten teilweise
>> >hochbelastetes Grünzeug als Nahrungsmittel verkaufen zu müssen?
>>
>> Nein, das meine ich nicht. Schon deswegen nicht, weil ich keinem
>> Erzeuger unterstelle, dass er "teilweise hochbelastetes Grünzeug als
>> Nahrungsmittel" verkauft.
>
>Ich aber. Und den Handelsketten gleich auch. Al** und **dl zum
>Beispiel.

Jetzt setzt's aber aus.

>> Seit wann muss man Gurken schälen? Wer hat dir das eingeredet?
>> Oder stand da schon mal was von "nur geschält zu genießen"?
>
>Leider steht da vor allem nicht "mit Alliette gespritzt" oder "der
>Produzent von Aliette garantiert die gesundheitliche Unbedenklichkeit
>und haftet für Schäden". Warum wohl nicht?

Bei den Ökogurken, steht da: "mit Kupfer gespritzt"?

>> Ach weist du, ich habe auch mal geglaubt, dass die Braunfäule so
>> schnell wieder verschwinden wird, wie sie vor etwa 8 Jahren sich
>> verbreitet hat.
>> Pustekuchen, ich hatte zwei Jahre keine Tomaten.
>
>Und? Gabs welche beim Bio-Bauern?

Wenn, dann bestenfalls aus dem Treibhaus, denn gewerblichen
Freilandanbau von Tomaten soll es in D so gut wie nicht geben.

>> Davon kann ja wohl keine Rede sein.
>> Es fragt sich aber, ob man zB dem Falschen Mehltau an Gurken auch noch
>> Beifall klatschen soll, wenn er die Pflanzen vernichtet, bevor die
>> Ernte überhaupt beginnen konnte.
>
>Sortenwahl? Anbaumethode?

Merke: die Sortenwahl entscheide ich vorrangig nach meinem
Geschmacksempfinden.
Oder hast du schon mal ein paar Pfund Äpfel gegessen, bei denen der
Baum blattlausresistent ist? Dann wüsstest du, warum die Läuse nicht
ran gehen.

>> Übrigens: ich habe mich umgehört und vernommen, dass es in unserer
>> Gegend in 25 km Umkreis gerade mal einen Biobauern gibt, der sich
>> überhaupt an den Kartoffelanbau wagt. Der wirtschaftet auf sandigem
>> Boden in luftiger Höhe und geht als einziger das Risiko ein.
>
>Und? Wie sind die Kartoffeln? Krautfäule ja oder nein?

Na ich vermute nein, sonst würde er es schnell lassen.

>> >Wahrscheinlich, dass es nach 4 Tagen ungefährlich ist, die Gurken zu
>> >essen? Und für wen?
>>
>> Für jeden.
>
>Wer garantiert das und steht dafür gerade?

Dafür wird ebenso wenig garantiert, wie dafür dass du mit Ökogemüse
das ewige Leben erlangen wirst.
Mir sind die Überwachungen und Untersuchungen im Zusammenhang mit
Pflanzenschutzmitteln Garantie genug und sehe über Jahre nur
Verbesserungen, so dass ich wie viele Millionen andere gut damit leben
kann.

>> Träumer! Womit bist du eigentlich groß und stark geworden und auch
>> noch immger gesund, wie ich hoffe?
>
>Ohne Al** und **dl jedenfalls und ohne ganzjährig Paprika aus der
>Türkei.

Ja, zwangsläufig. Zwangsläufig aber auch mit noch wesentlich heftiger
gespritztem Getreide, Obst und Gemüse usw.

>> Ich wette, dass weder deine
>> Muttermilch noch die Säuglingsnahrung von Demeter war.
>
>Aber auch ohne "Aliette" wohlgemerkt.

Hm, und was sonst noch drin war, hast du verdrängt.

>> Du willst nicht zur Kenntnis nehmen, dass es nicht "um keine mehr"
>> geht, sondern um alles oder nix. Ich habe erst vier Stück geerntet und
>> ich möchte noch bis Anfang September dabei sein.
>
>Schluck! Vier erst? Soviel verputze ich in zwei Tagen. Beim Biobauern
>gibts die nämlich in Massen. :-)

Tja, ich esse Gurken zumindest erst dann in größeren Mengen, wenn es
Freilandgurken gibt und brauch' weder die vom Biobauern noch von den
Holländern oder sonst wen aus dem Treibhaus.

>> Ganz einfach, weil die Freiland-Früchte merklich besser schmecken.
>> Viele unserer Gewächshausbesitzer bauen deshalb zusätzlich an
>> günstigen Stellen im Freiland Tomaten und Gurken.
>
>Das machen die Bios auch.

Na, dann freut es mich aber, dass es bei denen keinen Falschen Mehltau
gibt.

Gerhard Zahn

unread,
Aug 5, 2004, 4:28:03 PM8/5/04
to
Am Thu, 5 Aug 2004 00:25:52 +0200 schrieb Ulrike Pasching:

Hallo Ulrike,

>> > Ich wette, dass weder deine
>> > Muttermilch noch die Säuglingsnahrung von
>> > Demeter war.
>>
>> Aber auch ohne "Aliette" wohlgemerkt.
>
>Vielleicht aber mit E 605 und Lindan?

wobei E 605, das übrigens auch heute noch eifrig als Spritzpulver
(nicht mehr flüssig) im Handel ist und auch im Gemüsebau Verwendung
findet, keinerlei mir bekannte Probleme bereitet hat. Außer bei der
Anwendung selbst, da ist es verdammt giftig.

Lindan dagegen hat sich als Zeitbombe heraus gestellt, wie auch alles
mit DDT.

>Ich warte immer noch interessiert auf eine Erklärung, warum Biobauern
>Kupferspritzmittel (Kupfer schädigt niedere Tiere beträchtlich) einem
>Mittel mit ähnlichem Wirkspektrum, aber mit geringeren Auswirkungen,
>vorziehen? Und warum ist überhaupt Kupfer erlaubt?

Das liegt an der Dogmatik.
Man sucht in diesen Kreisen nicht nach dem goldenen Mittelweg, der
wohl auch kaum zu finden ist, sondern hat sich gegen jede synthetische
Chemie entschieden. Punkt.

Ich hätte von biologischen oder ökologischem Anbau erwartet, dass man
immer mit der geringstmöglichen Umweltbelastung wirtschaftet, wenn
man schon unter "öko" segeln will. So müssten sich die eigentlich
unter mit "Pflanzenschutzmitteln ohne synthetische Chemie" einreihen.

Ich hätte lieber einen Verband, der sich auf "Pflanzenschutzmittel, so
umweltunschädlich wie möglich" festlegt.

Wie soll man jetzt solche "weltanschaulich" geprägten Vorgaben wie bei
den Ökos unweltanschaulich diskutieren?

Die Biobauern ziehen somit bei Bedarf Kupermittel (die nach ihrer
verbandsideologischen Definition keine Chemie sind) anderen weniger
belastenden Mittel nicht etwa vor, sondern sie sind gezwungen, auf die
anderen zu verzichten.

Während man in der integrierten Produktion, die uns mit 97 % allen
gehandelten Obstes und Gemüses versorgt, längst Kupfer auf ganz wenige
Fälle, zB Holzpilze beschränkt und von Kupfer laufend abrät, müssen
die Ökos mit Kupfer weiter wurschteln, weil sie sonst mit den
Schadpilzen überhaupt nicht zurecht kommen würden.

>Über eine kurze und präzise Antwort (ohne ausufernde Weltanschauungen)
>würde ich mich freuen!

Also nach meiner Weltanschauung halte ich es für lobenswert, wenn die,
die mehr als 97 % der Nahrungsmittel erzeugen, versuchen, mit so wenig
Chemie wie möglich auskommen und bei ihrer Auswahl auf die mit den
wenigsten Nebenwirkungen und den harmlosesten Rückständen
zurückgreifen. Die zunehmend verfeinerten Untersuchungsmöglichkeiten
und auch mal rigidere Zulassungsbestimmungen der BBA können in dieser
Richtung nur helfen.

Wenn dann andere meinen, mit ihrem 3-%-Anteil so ein Geschrei machen
zu müssen, wie sie es tun und dann bei entsprechenden Qualitätsproben
selbst bisweilen fürchterlich auf die Nase fallen, kann ich das nur
amüsiert beobachten.

>PS. Ich habe wegen des Dauerregens die Rosen im Gemüsegarten mit einem
>Pilzmittel (der Name sei gnädig verschwiegen) 2x gespritzt, im Rest
>des Gartens nicht (wegen unserer Miezen). Fast alle Rosen, gespritzt
>wie ungespritzt, sind frohsinnig zerrostet, haben allerdings jetzt
>wieder ausgetrieben. Schade um die Arbeit, schade ums Geld.

Jetzt täte mich zwar nicht interessieren, was du für empfindliche
Miezen hast, aber doch, welches Pilzmittel es war, das doch wohl gegen
Rosenrost (oder ist es der meist schlimmere Sternrußtau?) wirken soll
und nicht gewirkt hat.
Und wann hast du gespritzt, gleich nach dem Austrieb oder erst nach
Pilzbefall?

Gerhard Zahn

unread,
Aug 5, 2004, 4:28:05 PM8/5/04
to
Am Thu, 5 Aug 2004 01:28:09 +0200 schrieb Daniel Zervikal:

Hallo,

>> Ich warte immer noch interessiert auf eine Erklärung, warum Biobauern
>> Kupferspritzmittel (Kupfer schädigt niedere Tiere beträchtlich) einem
>> Mittel mit ähnlichem Wirkspektrum, aber mit geringeren Auswirkungen,
>> vorziehen? Und warum ist überhaupt Kupfer erlaubt?
>
>Definiere "niedere Tiere" - es killt auch Bíenen. Von Fischen red ich
>mal gar net.

reden wir jetzt von Kupfer als Wirkstoff?
Davon werden keine Bienen gekillt.

Da fällt mir gerade auf:
es gibt ja zwei Grundformen des Wirkstoffes Kupfer in
Pflanzenschutzmitteln.

Die eine, Kupferoxychlorid ist sowohl bei den Privatgärtnern wie bei
den Erwerblern (Integrierte Produktion wie Ökos) weiterhin zugelassen.

Bei den Erwerblern (Integrierte Produktion wie Ökos) ist aber auch
weiterhin Kupferhydroxid zugelassen, was offensichtlich noch ätzender
wirkt und zunehmend die Zulassung verliert.

Was die Nebenwirkungen schlechthin angeht, habe ich mal in die
BBA-Unterlagen geguckt und da finde ich als Kennzeichnungsauflagen:

Kupferoxychlorid:
Gefahrensymbole: keine
Anwenderschutz: SB001 = Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel
vermeiden. Mißbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen.

Schutz von Wasserorganismen:
NW262 = Das Mittel ist giftig für Algen.
NW264 = Das Mittel ist giftig für Fische und Fischnährtiere.
NW468 = Anwendungsflüssigkeiten und deren Reste, Mittel und dessen
Reste, entleerte Behältnisse oder Packungen sowie Reinigungs- und
Spülflüssigkeiten nicht in Gewässer gelangen lassen. Dies gilt auf für
indirekte Einträge über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe
sowie Regen- und Abwasserkanäle.
NW604 = Die Anwendungsbestimmung, mit der ein Abstand zum Schutz von
Oberflächengewässern festgesetzt wurde, gilt nicht in den durch die
zuständige Behörde besonders ausgewiesenen Gebieten, soweit die
zuständige Behörde dort die Anwendung genehmigt hat.

Bienenschutz: NB6641= Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die
Zulassung festgelegten Aufwandmende bzw. Anwendungskonzentration als
nichtbienengefährlich eingestuft (B4).

Nutzorganismen:
NN134 = Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art
Typhlodromus pyri (Raubmilbe).
NN165 = Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art
Poecilus cupreus (Laufkäfer).
NN1842 = Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art
Aphidus rhopalosiphi (Brackwespe).

NN370 = Das Mittel wird als schädigend für Populationen der
Chrysoperla carnea (Florfliege) eingestuft.

Sonstige Auflagen: NO686 = Das Mittel wird als schädigend für
Regenwurmpopulationen eingestuft.

Nicht untersucht oder nicht dargestellt wird offensichtlich die
eventuell schädigende Wirkung von Kupfer auf sonstige Bodenorganismen,
die zumindest ähnlich geschädigt werden können, wie Regenwürmer und
die wegen ihrer großen Zahl und Bedeutung für einen gesunden Boden
zumindest genau so schonenswürdig wären.

Cornelius Gloria

unread,
Aug 5, 2004, 5:00:09 PM8/5/04
to
Hallo Ulrike!

> Ich warte immer noch interessiert auf eine Erklärung, warum Biobauern
> Kupferspritzmittel (Kupfer schädigt niedere Tiere beträchtlich) einem
> Mittel mit ähnlichem Wirkspektrum, aber mit geringeren Auswirkungen,
> vorziehen? Und warum ist überhaupt Kupfer erlaubt?

Ich weiß es nicht und bin gleichermassen neugierig (ich bin kein
Bio-Bauer). Die Behauptung, dass sie es benutzen kam von Gerhard. Ob die
Demeter-Bauern es benutzen und wenn ja warum und ob sie es in einer
anderen als einer homöopathischen Konzentration benutzen versuche ich
gerade zu klären.

Mir wäre sehr geholfen, wenn mir der Gerhard dazu ein paar Handelsnamen
nennen könnte.

Ich melde mich dann.

Gruß

Cornelius

Cornelius Gloria

unread,
Aug 5, 2004, 5:56:34 PM8/5/04
to
Moin Gerhard!

Deinen Postings entnehme ich die Gewissheit, dass in der konventionellen
Landwirtschaft auf Kupfermittel verzichtet wird (obwohl zugelassen) und
bei den Bio-Bauern Kupfermittel benutzt werden (weil zugelassen). Woher
nimmst Du diese Gewissheit?

> Bei den Ökogurken, steht da: "mit Kupfer gespritzt"?

In den Demeter-Richtlinien steht z.B. zu Kupfer dass es nur in Notfällen
und dann nur in Sonderkulturen (Obst- und Weinbau, auf Gemüse wie den
Gurken sollte also kein Kupfer sein) erlaubt ist.

Wenn es denn angewendet wird besteht Meldepflicht und es muss eine
Bodenuntersuchung zum Kupfergehalt des Bodens eingereicht werden.
Ein Notfall liegt nur vor, wenn andere Versuche sich der Schädlinge zu
entledigen nicht zum Erfolg führen. Zuallererst wird aber eine
"weitgehende Widerstandsfähigkeit der Kulturen gegen ... Schädlinge
angestrebt."


> Ich hätte von biologischen oder ökologischem Anbau erwartet, dass man
> immer mit der geringstmöglichen Umweltbelastung wirtschaftet, wenn
> man schon unter "öko" segeln will.

Das ist schon immer ein zentrales Anliegen der "Bios" gewesen. Auf
welcher Grundlage unterstellst Du, dass es anders ist?

Auf www.demeter.de kannst Du Dir unter "Info&Service" die
Demeter-Richtlinien für den Anbau downloaden. Wirf wenigstens mal
gelegentlich einen Blick rein.

Wenn Du vergleichbare Richtlinien für den konventionellen Anbau irgendwo
mal entdeckst, würde mich ein Hinweis freuen.

Gruß

Cornelius

Daniel Zervikal

unread,
Aug 5, 2004, 6:35:31 PM8/5/04
to

"Gerhard Zahn" <gerhar...@gmx.de> schrieb:

Servus

> >> Ich warte immer noch interessiert auf eine Erklärung, warum


Biobauern
> >> Kupferspritzmittel (Kupfer schädigt niedere Tiere beträchtlich)
einem
> >> Mittel mit ähnlichem Wirkspektrum, aber mit geringeren
Auswirkungen,
> >> vorziehen? Und warum ist überhaupt Kupfer erlaubt?
> >
> >Definiere "niedere Tiere" - es killt auch Bíenen. Von Fischen red
ich
> >mal gar net.
>
> reden wir jetzt von Kupfer als Wirkstoff?
> Davon werden keine Bienen gekillt.

Bist Du Dir da ganz sicher? Alles was Du nun unten aufzählst (ich mach
kein Fullqote) ist nicht so gnat unumstriiten, nun gut Ich zähle auf
Deine Erfahrung, Nichtsdestitrotz kommt mir Kupfer nicht ins Freiland
und noch weniger ins Aquarium (ausser bei Erkrankungen im
Quarantänebacken)

> Beste Grüße G e r h a r d

mfg
Daniel

Bernhard Albert

unread,
Aug 5, 2004, 6:46:02 PM8/5/04
to
Hallo Gerhard,

Du schriebst:

> Ob der Körper an oder in den Gurken verbliebenes Aluminium-Salz
> verzeiht oder braucht, weiß ich nicht. Ich müsste mal nachsehen, ob
> nicht mein ach so gesundes Mineralwasser nicht auch Aluminium-Salz
> stolz als enthaltenes Spurenelement aufführt.

Das macht mich ein wenig mißtrauisch - immerhin schreibt man dem
Aluminium im Körper zu, das es mit verantwortlich sei für Alzheimer und
andere degenerative Erkrankungen des Gehirns vorwiegend bei Menschen im
Rentenalter. Da kommen wir bekanntlich alle hin, wenn wir noch nicht
dort angekommen sind.

Lutz Bojasch

unread,
Aug 6, 2004, 2:01:16 AM8/6/04
to
Gerhard Zahn schrieb:

> ich habe jedenfalls bemerkt, dass dann, wenn ein gewisser Udo Pollmer
> in irgendwelchen Talkrunden behauptet, dass es keinen vernünftigen
> Grund gebe, aus gesundheitlichen Gründen von sachgerecht angebauten
> Normalnahrungsmitteln auf teuere Ökoprodukte umzusteigen, keine ernst
> zu nehmenden Gegenreden oder Gegenargumente kommen...

Hallo
meine Frau kennt diesen Pollmer schon seit über 20 Jahren und wenn er
auch ein glänzender Redner ist, so wechselte er seinen Standpunkt immer
wieder mal und behauptete dann z.B. plötzlich das Gegenteil von dem, was
er ein Jahr zuvor sagte. Ausrede: man lernt eben dazu - Hintergrund:
Bücher mit provokanten Aussagen verkeufen sich besser als solche die im
Mainstream bleiben ;)

> Na, na, na, na, na, jeder Krämer lobt seine Ware, ohne Rücksicht auf
> Verluste. :-)

DA ist was dran!
Gruß Lutz

G. Wolmershaeuser

unread,
Aug 6, 2004, 6:09:16 AM8/6/04
to
Bernhard Albert schrieb:

>
> Das macht mich ein wenig mißtrauisch - immerhin schreibt man dem
> Aluminium im Körper zu, das es mit verantwortlich sei für Alzheimer

Kaum etwas hält sich sich so hartnäckig wie ein unbewiesenes Gerücht!
Generationen von Kindern wurden mit Spinatnahrung gequält wegen des
angeblich hohen Fe-Gehalts. Dabei war bei der Analytik lediglich das Komma
um eine Stelle verrutscht.
Vergessen wir also das Aluminium bei Alzheimer. Das ist dann aber
keineswegs Alzheimer:-) Hm, was das eigentlich mit dem Kohlerdfloh zu tun?
Ich hab's vergessen.
Beste Grüße
G.W.

Message has been deleted

Daniel Zervikal

unread,
Aug 6, 2004, 1:45:30 PM8/6/04
to

"Daniel Zervikal" <tan...@gmx.net> schrieb:

Servus

> > reden wir jetzt von Kupfer als Wirkstoff?
> > Davon werden keine Bienen gekillt.
>
> Bist Du Dir da ganz sicher?

Du kannst Dir sicher sein *schäm*.
Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil.

mfg
Daniel

Gerhard Zahn

unread,
Aug 6, 2004, 4:37:33 PM8/6/04
to
Am Wed, 04 Aug 2004 16:45:35 +0200 schrieb Monika Cisch:

Hallo Monika,

>> Andererseits weigere ich mich, die Qualität von Obst und Gemüsen aus
>> dem Nicht-Öko-Anbau zu verteufeln und behaupte, dass wir noch nie
>> gesünderes und rückstandsfreieres auf dem Ladentisch hatten. Daran
>
>Das wieder wage ich auf das Meckern der Bios zurueckzufuehren :-).

na ja, schon auch, aber doch nicht ausschließlich.

>Haetten die nicht aufgemuckt, wuerden die konventionellen vermutlich
>heut noch so weitermachen wie 'damals, als ich jung war ;-)'.

Soweit ich das beobachtete, hat sich der Pflanzenschutzmitteleinsatz
über Jahrzehnte laufend zum Besseren verändert. Da haben auch die
inzwischen sensibleren Untersuchungsmethoden mit zu tun. Und geschoben
wird da dran von allen Seiten. Leider ist auch auf diesem Gebiet der
Fortschritt eine Schnecke. :-(

>> In diesem Fall würde ich den Wirkstoff besonders sorgfältig abtippen.
>
>Ach, tipp doch mal. Nicht, dass ich damit was anfangen koennte, aber
>neugierig bin ich halt doch.

Ist an anderer Stelle schon passiert. Bin mal gespannt, ob zu
Aluminium-Salz noch ein schlauer Eingeweihter noch etwas weiß.

>> Also nach meinem subjektiven Empfinden habe ich schon diverse Male
>> Magenkrimmen verspürt, wenn ich Demeter-Preise mit Markt- oder
>> Supermarktpreisen verglichen habe.
>
>Kummt drauf an, wo man kauft. Direkt beim Bauern ist's i.d.R. ertraeglich.

Das scheint alles relativ. Neulich hat einer beim Wohnwagen-Campen
erzählt, da habe einer bei einem in der Nähe liegenden Biohof
eingekauft. War nicht mal Demeter, die wohl mit die strengsten
Vorgaben haben. Der Mensch war so von den Preisen erschlagen, dass er
geschworen hat, sich so nicht noch ein zweites Mal ausnehmen zu
lassen.
Es mag aber sein, dass der sich sonst nur von Supermarkt-Schnäppchen
ernährt.

>> Ob die 115 € günstig oder ungünstig sind, kann ich nicht beurteilen
>> und von einem derartigen Pauschalabkommen habe ich nie gehört.
>> Aber bitte, wenn's dir zu sagt.
>
>Nu ja, wenn man sich nehmen kann, was man will... Ich glaub, dann haett
>ich oefter mal feinstes Bio-Tenderloin-Steak ;-)

Na ja, 230 € für zwei plus 35 oder 70 für ein Kind waren irgend wann
einmal über 500 gute echte DM...

>> Ach? Wenn man "bio" drauf schreiben würde, wo "bio" drin ist, sollte
>> das doch genügen. Oder gibt es "bio" in mehreren Dutzend Abstufungen?
>
>Oh mei. 'Bios' ist ein armes, wehrloses Wort und heisst erstmal 'Leben'.
>Das ist eigentlich schon die ganze Bedeutung ;-)

"bio" ist das geplagteste Wort überhaupt, das schon mancher
strapaziert, wenn's um Geld ging.

>> Ach weist du, ich habe auch mal geglaubt, dass die Braunfäule so
>> schnell wieder verschwinden wird, wie sie vor etwa 8 Jahren sich
>> verbreitet hat.
>> Pustekuchen, ich hatte zwei Jahre keine Tomaten. Und man ist ja
>> lernfähig.
>
>Und faul ;-/ Moosextrakt taet helfen, nach meiner bescheidenen
>Subjektiven Erfahrung von letztem Jahr, aber halt nur, wenn man's auch
>spritzt. Und das oft, woechentlich mindestens, wenn's regnet oefter.

Na darüber hätte ich gern mal einen neutralen Bericht.
"Extrakte verschiedener Moose können Pilze abtöten" habe ich mal
gelesen und wenn ich so was lese, werde ich schon stutzig. Die böse
Chemie kann nämlich fast nur vorbeugen und jetzt das.
Habe auch davon gelesen, dass Moosextrakt gegen Schnecken helfen soll
und es dann beim ersten Test nicht tat.

>Oh je. Da sag ich wieder, die Dosis macht das Gift.

So gesehen, kann man mit fast allem spritzen. :-)

>Nu ja, laesst Demeter wirklich Kupfer zu?

Soweit ich mitbekommen habe ja. Irgendwie müssen die ja mit den
Schadpilzen auch fertig werden.

>> zu schweigen, die auch ohne Chemie im heutigen Sinne lebten, aber
>> deutlich kärglicher und zeitweise vielleicht noch hungernd.
>
>Da wag ich zu behaupten, dass die, sofern nicht verhungert, gesuender
>gelebt haben :-) Zumindest vom Essen her.

Tja ja, noch vor drei Generationen sind auch hier Leute verhungert.
Die anderen hatten längst nicht die Lebenserwartung, wie wir sie heute
haben. Da wirkt zwar vieles dran mit, bestimmt auch, sich überhaupt
satt essen zu können. Wenn man das einigermaßen gut gemischt und
vielseitig macht, sollte schon viel gewonnen sein.

>> Da sieht man mal wieder den Theoretiker ohne eigenen Garten.
>> Gegen Treibhaus-Tomaten und -Gurken habe ich mächtig was. Sie können
>> an die Freilandware nicht ran, was den typischen Geschmack und das
>> Aroma angeht. Und um Qualität geht es uns ja wohl.
>
>Echt, auch selbergezogen?

Na klar, die Spielerei macht doch Spaß. Ausnahme: heuer, weniger Spaß.

>Lohnt sich gar ein Treibhaus gar ned?

Kommt drauf an, wie du das meinst. Rechnerisch lohnt es sich schon mal
überhaupt nicht. Qualitätsmäßig bezüglich der Ernte auch nicht.

Aber: es macht Spaß, es verlängert die Saison vorn und hintern um gut
sechs Wochen, es garantiert für Gurken-, Tomaten-, Paprika-,
Auberginenernten usw., es kann prima zur Anzucht von Blumen und Gemüse
genutzt werden usw., usw. Also lohnt es sich mächtig. :-)

>Ich
>dachte immer, der Aerger mit dem hollaendischen Treibhausgelumpe waer
>der, dass die einfach aufgeplustert sind bis zum gehtnichtmehr - gscheid
>Stickstoff, gscheid Wasser und die Restnaehrstoffe vergessmamal, die
>koennten ja kosten...

Die sind so sehr in Verruf geraten, dass sie inzwischen auch
gescheiter geworden sind. Aber so lange die Leute nichts weiter
wissen, als dass Tomaten rot sind, werden sie weiterhin Erzeugnisse
absetzen, die in Nährlösung stehen.
Da ist aber nicht nur Stickstoff drin, sondern schon auch das, was du
unter "Restnährstoffe" einstufst. Kostet verdammt wenig.

>> Warum glaubst du, habe ich mich noch nicht zu einem Gewächshaus
>> aufgerafft, das in unserer unwirtlichen Gegend durchaus eine gewisse
>> Berechtigung hat?
>
>Hmm. Kein Geld, kein Platz, keine Lust? ;-)

Geld liegt haufenweise, kein Platz kann gar nicht sein, denn was man
da drin anbaut, vervierfacht den Platz, den das Gewächshaus einnimmt.
Beckmann zB hat mal damit geworben, dass man von 10 qm
Gewächshausfläche übers Jahr zweieinhalb Zentner wegtragen kann...
So gesehen müsste ich mit Gewächshaus noch mehr in Kartoffeln oder
Blumen machen, denn das Freilandgemüse will ja auch schon wohl dosiert
sein, damit es auch verbraucht wird.

Alles zusammen, hatte ich bisher nicht Lust genug. Das kann sich aber
schlagartig ändern, wenn das nächste Frühjar eine Kopie vom heurigen
wird. Das glaub ich aber erst mal nicht.

>> Ganz einfach, weil die Freiland-Früchte merklich besser schmecken.
>
>Nu ja, ich traeume noch davon, dass selber-Treibhaus-Tomaten besser
>schmecken als wassergefuellte unreif gepflueckte gekaufte, aber ich hab
>ja auch keines :-0

So gesehen: leg' dir ein's zu. Du wirst es nicht bereuen. :-)


>
>> Viele unserer Gewächshausbesitzer bauen deshalb zusätzlich an
>> günstigen Stellen im Freiland Tomaten und Gurken. Und sie behaupten
>> beharrlich, dass die vom Gewächshaus im direkten Vergleich so sehr
>> abfallen, dass sie immer wieder zusätzlich im Freiland anbauen werden.
>
>Die vergleichen falsch ;-)

Nein, die vergleichen falsch oder gar nicht, die sich lieber selbst
etwas vormachen. Dabei will ich aber bitte nicht behaupten, dass die
eigenen Gewächshaustomaten usw. nicht den gekauften vorzuziehen wären,
egal, woher sie auch immer kommen. :-)

Gerhard Zahn

unread,
Aug 6, 2004, 4:37:39 PM8/6/04
to
Am Fri, 6 Aug 2004 00:46:02 +0200 schrieb Bernhard Albert:

Hallo Bernhard,

>> Ob der Körper an oder in den Gurken verbliebenes Aluminium-Salz


>> verzeiht oder braucht, weiß ich nicht. Ich müsste mal nachsehen, ob
>> nicht mein ach so gesundes Mineralwasser nicht auch Aluminium-Salz
>> stolz als enthaltenes Spurenelement aufführt.
>
>Das macht mich ein wenig mißtrauisch - immerhin schreibt man dem
>Aluminium im Körper zu, das es mit verantwortlich sei für Alzheimer und
>andere degenerative Erkrankungen des Gehirns vorwiegend bei Menschen im
>Rentenalter. Da kommen wir bekanntlich alle hin, wenn wir noch nicht
>dort angekommen sind.

das Problem, wenn es denn eines ist, sollte aber doch den zuständigen
Menschen auch bekannt sein. Und dann wäre es schon ziemlich
unverfroren, mit Aluminium-Salzen wurschteln zu lassen.

Selbst wenn es bei Alzheimerkranken gefunden wird, heißt das wohl noch
lange nicht, dass man nicht mit diesem und jenem Aluminium in Spuren
aufnimmt. Vielleicht haben manche Menschen die Veranlagung, dass es
sich im Gehirn anreichert. Frag' mich was Leichteres.

Jedenfalls wurde die Zulassung für Aliette von Ende 2003 auf Ende 2004
verlängert. Mal sehen, ob es danach weiterhin eine bekommt.

Gerhard Zahn

unread,
Aug 6, 2004, 4:37:40 PM8/6/04
to
Am Fri, 6 Aug 2004 00:35:31 +0200 schrieb Daniel Zervikal:

Hallo Daniel,

>> reden wir jetzt von Kupfer als Wirkstoff?
>> Davon werden keine Bienen gekillt.
>
>Bist Du Dir da ganz sicher? Alles was Du nun unten aufzählst (ich mach
>kein Fullqote) ist nicht so gnat unumstriiten, nun gut Ich zähle auf
>Deine Erfahrung,

nix da, mit Erfahrung.
Ich habe mal in den 70er Jahren einen Kurs mitgemacht, in dessen
Verlauf uns klar gemacht wurde, dass man u.a. auch Cupravit haben
muss. Also habe ich bei der Sammelbestellung ein 500-g-Gebinde
erworben. Du kannst es haben. Sind immer noch 500 g. :-)

Was von dem, was ich aufgeführt habe, ist weshalb umstritten?
Sind die offiziellen Angaben, die die Biologische BundesAnstalt bei
Kupfermitteln verlangt und die wissen normalerweise Bescheid.

Außerdem: ich glaube noch nichts von einem Fungizid gehört zu haben,
das bienengefährlich ist, auch von keinem synthetischem Mittel.

>Nichtsdestitrotz kommt mir Kupfer nicht ins Freiland
>und noch weniger ins Aquarium (ausser bei Erkrankungen im
>Quarantänebacken)

Na ja, wenn du dir mal die Hydra ins Jungfischbecken einschleppst,
wirst du gerne auf Kupfer zurückgreifen, bevor die Hydra mit den
Fischchen aufräumt. :-)

Gerhard Zahn

unread,
Aug 6, 2004, 4:37:41 PM8/6/04
to
Am Thu, 5 Aug 2004 23:00:09 +0200 schrieb Cornelius Gloria:

Hallo Cornelius,

>> Ich warte immer noch interessiert auf eine Erklärung, warum Biobauern


>> Kupferspritzmittel (Kupfer schädigt niedere Tiere beträchtlich) einem
>> Mittel mit ähnlichem Wirkspektrum, aber mit geringeren Auswirkungen,
>> vorziehen? Und warum ist überhaupt Kupfer erlaubt?
>
>Ich weiß es nicht und bin gleichermassen neugierig (ich bin kein
>Bio-Bauer). Die Behauptung, dass sie es benutzen kam von Gerhard.

genau und der behauptet das auch weiterhin.:-)

Nach letztem Stand (2004) sind im Ökologischen Anbau
Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Kupferoxychlorid und
Kupferhydroxid zugelassen und zwar zB für Kernobst, Steinobst,
Strauchbeeren, Erdbeeren. Für Gemüse habe ich keine generellen
Angaben.
Gegen Septoria ist Kupferhydroxid erlaubt.
Aus 2000: Kupferoxychlorid, Kupferhydroxid - verschiedene Präparate:
Kernobt, Steinobst, Erdbeeren gegen Schorf, Schrotschuss,
Kräuselkrankheit, Holzkrankheiten (Obstbaumkrebs, Kragenfäule, Valsa).
Gewisse Wirkung gegen Feuerbrand (bei späterem Einsatz sind unter
Umständen Blatt- und Fruchtschäden möglich). Bei Erdbeeren gegen
Rotflecken- und Weißfleckenkrankheit.

Oder aus 1997:
Für kontrollierten Anbau von Babykost verlangt Alete extrem niedrige
Rückstandsgrenzen. (Ich dachte immer die Ökos machen auf
rückstandsfrei.)

Es wurden Versuche gemacht, über den Phenolstoffwechsel die
pflanzeneigene Abwehrkraft zu stärken. Dabei werden in minimalen
Mengen Kupfer, Schwefel, Steinmehl und Tonmehl versprüht. Diese
Teilchen verletzen die Pflanzenoberfläche ganz leicht und regen so die
Phenolbildung an. Derartige "homöopathische" Spritzungen müssen
allerdings sehr oft wiederholt werden.
(Bericht vom Steinberghof der Familie Vill in Schlanders/Südtirol).

In 2001 postete hier mal jemand im Zusammenhang mit dem drohenden
Kupferverbot:
"Diese Situation wird sich auch bis zum Jahr 2002 nicht ändern. Für
den ökologischen Wein-, Obst-, Hopfen- und Kartoffelbau sind
Kupferpräparate gegenwärtig noch unerläßlich. Das Verbot der Anwendung
von Kupfermitteln nach dem 31. März 2002 würde das Ende des
ökologischen Anbaus einiger Kulturarten, insbesondere des Weines,
bedeuten."

Wie dringend die Ökos auf Kupfer angewiesen sind, zeigt auch, dass
irgendwo geregelt ist, dass sie nur eine gewisse Menge je ha anwenden
dürfen. Solche Beschränkungen bräuchte man wohl nicht, wenn Kupfer
nicht angewendet werden würde.

Aber damit nicht der falsche Eindruck entsteht, ich hätte etwas gegen
die Ökos oder Bios, was ja auf ein und dasselbe hinaus läuft.
Die wollen auch leben und würden vielleicht gerne auf Kupfer
verzichten, wenn ihnen ihre Funktionäre ein wirksames synthetisches
Mittel erlauben würden, das dann weniger Nebenwirkungen hätte.

>Ob die
>Demeter-Bauern es benutzen und wenn ja warum und ob sie es in einer
>anderen als einer homöopathischen Konzentration benutzen versuche ich
>gerade zu klären.
>
>Mir wäre sehr geholfen, wenn mir der Gerhard dazu ein paar Handelsnamen
>nennen könnte.

Die Handelsnahmen sind Schall und Rauch. Maßgebend ist, ob der
Wirkstoff Kupferoxychlorid oder Kupferhydroxid enthalten ist.
Wenn die dann einer unter dem Namen "Bio-Natur-Kupfer" in den Handel
bringt, klingt das nur besser. :-)

Gerhard Zahn

unread,
Aug 7, 2004, 11:57:09 AM8/7/04
to
Am Thu, 5 Aug 2004 23:56:34 +0200 schrieb Cornelius Gloria:

Hallo Cornelius,

>> Ich hätte von biologischen oder ökologischem Anbau erwartet, dass man
>> immer mit der geringstmöglichen Umweltbelastung wirtschaftet, wenn
>> man schon unter "öko" segeln will.
>
>Das ist schon immer ein zentrales Anliegen der "Bios" gewesen. Auf
>welcher Grundlage unterstellst Du, dass es anders ist?

wenn im Integrierten Anbau an allen Ecken und Enden vom Einsatz von
Kupfer abgeraten wird und die letzten Einsatzmöglichkeiten auf
ausweglose Situationen (Holzpilze und ähnliches) reduziert sind, dann
führt das zu einer geringeren Umweltbelastung, weil die zur Verfügung
stehenden synthetischen Wirkstoffe die unerfreulichen Nebenwirkungen
von Kupfer nicht haben.

Wenn man im Öko-Anbau nur den Einsatz von Kupfer als wirksames Mittel
erlaubt und den noch so nebenwirkungsfreien synthetischen Wirkstoff
verschmäht, dann führt das zu höherer Umweltbelastung.

Wäre man hier flexibel, könnte man allerdings nicht mehr mit "ohne
chemische Pflanzenschutzmittel" werben, wobei nur nach der
hausgemachten Definition die Wirkstoffe Kupferhydroxid und
Kupferoxychlorid keine Chemie sind.

Cornelius Gloria

unread,
Aug 7, 2004, 6:21:49 PM8/7/04
to
Hallo Gerhard!


> Wenn man im Öko-Anbau nur den Einsatz von Kupfer als wirksames Mittel
> erlaubt und den noch so nebenwirkungsfreien synthetischen Wirkstoff
> verschmäht, dann führt das zu höherer Umweltbelastung.

Was ist denn bitte ein "nebenwirkungsfreier synthetische Wirkstoff"?
Aliette zum Beispiel?. Für Regenwürmer vielleicht, für Fische aber schon
nicht mehr. Es gibt keinen nebenwirkungsfreien synthetischen Wirkstoff,
oder kennst Du einen?

Wenn ich Dich so lese bekomme ich den Eindruck, als wären sämtliche
Umweltprobleme von den Biobauern verursacht.
Die impfen wahrscheinlich auch heimlich die türkischen Paprika mit
Schadstoffmengen, die bis zu 1000 x über den zulässigen Grenzwerten
liegen, wer weiss. ;-)

>
> Wäre man hier flexibel, könnte man allerdings nicht mehr mit "ohne
> chemische Pflanzenschutzmittel" werben, wobei nur nach der
> hausgemachten Definition die Wirkstoffe Kupferhydroxid und
> Kupferoxychlorid keine Chemie sind.

... sondern "Mineralien". Das finde ich allerdings auch ziemlich
belämmert.

> Wie dringend die Ökos auf Kupfer angewiesen sind, zeigt auch, dass
> irgendwo geregelt ist, dass sie nur eine gewisse Menge je ha anwenden
> dürfen.

Falsch!
Sei nicht unfair. Ich habe Dir vorgestern eine Quelle angeboten, in der
sowohl der Einsatz (nur Obst- und Weinbau, kein Gemüse, worüber wir
eigentlich geretet haben.) als auch die Menge (max. 500 Gramm/ha, mithin
die Untergrenze für die Wirksamkeit nach Packungsbeilage) für Demeter
geregelt wird. Und zwar restriktiv. Du kannst auch mal bei Bioland.de in
den dortigen Richtlinien nachschauen. Auch dort ist die Menge des
verwendbaren Kupferoxichlorid angegeben. Das wird auch bei den anderen
Ökolabels so sein.


Ich kann aber beim besten Willen nirgendwo eine Richtlinie finden, in
der die Menge je ha für die konventionelle Landwirtschaft geregelt wird
ausser den Packungsbeilagen der Präparate bzw. den Angaben in der
Zulassung.

Die mögliche Anwendung von Kupferoxichlorid und Konsorten (von der ich
nichts wusste, danke für den Tipp) stimmt mich natürlich bedenklich auch
wenn mich das wegen meines Demeter-Gemüses nicht berührt. Und ich will
sie auch keinesfalls verteidigen. Es bleibt aber festzustellen, dass es
eine _Vielzahl_ von für den konventionellen Landwirt zugelassenen
"Pflanzenschutzmitteln" (einschliesslich Kupferoxichlorid) gibt, die
_alle_ umweltschädliche Nebenwirkungen haben und auch _alle_ verwendet
werden.
Im Falle der konventionellen Landwirtschaft aber sicher _nur_ um die
Umwelt zu schützen. :-)

Gruß

Cornelius

Gerhard Zahn

unread,
Aug 8, 2004, 3:10:56 AM8/8/04
to
Am Fri, 06 Aug 2004 12:18:27 +0200 schrieb Thomªs Nªgel:

Hallo Thomas,

>Spruzit wirkte. Aber logischerweise nur auf die Viecher, die nicht
>weggehüpft sind und die sich nicht versteckt hatten. Leider tun sie
>beides ausgiebig. Besonders beim Weisskraut ist die Bekämpfung schwierig
>bis unmöglich, sie sitzen unter allen Blättern und haben sich tief in
>den Krautskopf hineingefressen. Ansonsten ist der Befallsdruck merklich
>gesunken, möglicherweise hätte man bei früher und wiederholter
>Behandlung (Spruzit darf bis zu 3x angewendet werden) etwas retten
>können.
>
>Es muss also ein systemisch wirkendes Mittel her.

Mal davon abgesehen, dass Spruzit flüssig seit Ende 2003 keine
Zulassung mehr hat, mag schon sein, dass Spruzit bis zu 3-mal
angewendet werden darf, habe auch schon von vier-mal gelesen, nur an
was und gegen was?

Soweit ich im Moment durchblicke, nicht gegen den Kohlerdfloh. Der
scheint eher unter Naturschutz zu stehen, denn ich lese da, dass er
zwar in der Lage ist bei Massenauftreten Kohlgemüse erheblich zu
schädigen und Aussaaten und Jungpflanzen total zu vernichten.

Aber: es ist im Privatgarten nichts gegen ihn zugelassen.

Ein systemisch wirkendes Mittel scheint es selbst im Erwerbsobstbau
nicht zu geben, wie bei beißenden Schädlingen üblich.
Andererseits wäre mir ohnehin nicht wohl dabei, sollte ich einen
Krautkopf systemisch behandeln, weil irgendwo an der Oberfläche ein
Erdfloh knabbert.

Da würde ich bei drohendem Massenbefall schon auch eher zu einem
Spruzit-flüssig-Nachfolger greifen. Spritzen müsste man damit wohl
spät am Abend, wenn die Viecher eher sitzen bleiben und
selbstverständlich mit dem geeigneten Werkzeug von unten an die
Blätter.

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Monika Cisch

unread,
Aug 8, 2004, 4:40:22 AM8/8/04
to
Hi Gerhard

> Soweit ich das beobachtete, hat sich der Pflanzenschutzmitteleinsatz
> über Jahrzehnte laufend zum Besseren verändert. Da haben auch die
> inzwischen sensibleren Untersuchungsmethoden mit zu tun. Und geschoben
> wird da dran von allen Seiten. Leider ist auch auf diesem Gebiet der
> Fortschritt eine Schnecke. :-(

Schade eigentlich. Wobei es bei manchen Sachen wirklich schon reichen
wuerde, laese jede/r den Beipackzettel...

> Ist an anderer Stelle schon passiert. Bin mal gespannt, ob zu
> Aluminium-Salz noch ein schlauer Eingeweihter noch etwas weiß.

Ja, schon gelesen. Sagt mir leider doch gar nichts :-( Mal Schwaegerin
fragen, wenn ich sie wieder sehe.

> Das scheint alles relativ. Neulich hat einer beim Wohnwagen-Campen
> erzählt, da habe einer bei einem in der Nähe liegenden Biohof
> eingekauft. War nicht mal Demeter, die wohl mit die strengsten
> Vorgaben haben. Der Mensch war so von den Preisen erschlagen, dass er
> geschworen hat, sich so nicht noch ein zweites Mal ausnehmen zu
> lassen.
> Es mag aber sein, dass der sich sonst nur von Supermarkt-Schnäppchen
> ernährt.

Ob man ihm das nicht angesehen haette? ;-) Also, wenn ich die
Plus-Werbung (Billich? - Will ich!) sehe, geht mir regelmaessig die
Galle hoch. z.B. Brot fuer 29 cent das Pfund schaff ich noch ned mal mit
selberbacken wenn ich billiges Mehl nehme.

Die Milch ist bei meinem Bauern vergleichsweise guenstig. Ok, sie kostet
mehr als Aldi-H-Milch (aber ned viel), dafuer ist noch alles dran ;-)
Und sie kostet klar weniger als vergleichbare Milch (Weihenstephaner
oder Berchtesgadener Land 3.8% in Flaschen, wobei mein Bauer aber bei
Bioland ist) im Supermarkt.

Und die Aepfel haben wir zuhause schon immer deutlich guenstiger beim
Bauern geholt und die waren schon immer 'bio', weil er sich schlichtweg
das Gift nicht leisten konnte :-)

> Na ja, 230 € für zwei plus 35 oder 70 für ein Kind waren irgend wann
> einmal über 500 gute echte DM...

So darfste glatt nicht vergleichen, weil das Gemuese im Supermarkt ganz
kraeftig zugelegt hat. Als wir in Amiland waren, war Gemuese dort
vergleichsweise 4x so teuer wie hier (die rechnen in Pfund und der Preis
war doppelt pro Einheit), jetzt ist er noch doppelt so hoch, wenn die
nicht auch teurer geworden sind. Leider hat sich dafuer der Energiepreis
hier nicht halbiert so als Ausgleich.

> Na darüber hätte ich gern mal einen neutralen Bericht.

Da findet sich fast nix <seufz>

> "Extrakte verschiedener Moose können Pilze abtöten" habe ich mal

oups?! Ich kenn das nur und ausschliesslich vorbeugend?

> gelesen und wenn ich so was lese, werde ich schon stutzig. Die böse
> Chemie kann nämlich fast nur vorbeugen und jetzt das.

Wo hast'n das gelesen?

> Habe auch davon gelesen, dass Moosextrakt gegen Schnecken helfen soll
> und es dann beim ersten Test nicht tat.

Da gab es eine Quelle von einer Uni, wobei ich es durchaus fuer moeglich
halte, dass es mehr das Vergaellungsmittel vom Spiritus war? ;-) Bei
Tomaten sieht man das mit den Schnecken ja eher nicht.

> So gesehen, kann man mit fast allem spritzen. :-)

Meinst ned, dass Weisswuerscht da a bisserl unhandlich sind? ;-)

> Soweit ich mitbekommen habe ja. Irgendwie müssen die ja mit den
> Schadpilzen auch fertig werden.

Moosextrakt und Schachtelhalmbruehe fallen mir da so spontan ein. Und
halt die Magermilch, die hab ich aber noch ned ausprobiert.

> Tja ja, noch vor drei Generationen sind auch hier Leute verhungert.
> Die anderen hatten längst nicht die Lebenserwartung, wie wir sie heute
> haben. Da wirkt zwar vieles dran mit, bestimmt auch, sich überhaupt
> satt essen zu können. Wenn man das einigermaßen gut gemischt und
> vielseitig macht, sollte schon viel gewonnen sein.

An der Lebenserwartung duerfte auch die Medizin zu einem sehr grossen
Teil schuld sein.

> Aber: es macht Spaß, es verlängert die Saison vorn und hintern um gut
> sechs Wochen, es garantiert für Gurken-, Tomaten-, Paprika-,
> Auberginenernten usw., es kann prima zur Anzucht von Blumen und Gemüse
> genutzt werden usw., usw. Also lohnt es sich mächtig. :-)

Ja also. Dann passt's doch <g>

> Die sind so sehr in Verruf geraten, dass sie inzwischen auch
> gescheiter geworden sind. Aber so lange die Leute nichts weiter
> wissen, als dass Tomaten rot sind, werden sie weiterhin Erzeugnisse
> absetzen, die in Nährlösung stehen.
> Da ist aber nicht nur Stickstoff drin, sondern schon auch das, was du
> unter "Restnährstoffe" einstufst. Kostet verdammt wenig.

Hmm, also *irgendwas* muss in - guter - Erde drin sein, das Geschmack
gibt und das in Naehrloesung nicht drin ist.

> Geld liegt haufenweise,

Immer nur her damit! ;-) Ich mein nur, wenn's Dir im Weg umgeht...

> kein Platz kann gar nicht sein, denn was man
> da drin anbaut, vervierfacht den Platz, den das Gewächshaus einnimmt.
> Beckmann zB hat mal damit geworben, dass man von 10 qm
> Gewächshausfläche übers Jahr zweieinhalb Zentner wegtragen kann...

Stimmt, ja, das stand im Prospekt drin.

> So gesehen müsste ich mit Gewächshaus noch mehr in Kartoffeln oder
> Blumen machen, denn das Freilandgemüse will ja auch schon wohl dosiert
> sein, damit es auch verbraucht wird.

Och, das koennte man sich bestimmt einteilen. Wenn Tomaten aus dem
Freien eh besser schmecken, kann man sich ja auf das empfindlichere
Zeugs konzentrieren (die Diskussion hatten wir doch schon mal :-) )
Haett ich z.B. mit Melonen probiert heuer (aeh, im Fruehbeet), um dann
festzustellen, dass doch Schnecken in's Fruehbeet kamen. Das probieren
wir naechstes Jahr nochmal, bis dahin gibt's einen netten Draht drumrum
<eg> Nu ja, und die Auberginen sind zwar nicht schneckengefaehrdet,
stehen/standen aber genauso wie die Paprika und Tomaten. Des werd heuer
nix mehr.

> Alles zusammen, hatte ich bisher nicht Lust genug. Das kann sich aber
> schlagartig ändern, wenn das nächste Frühjar eine Kopie vom heurigen
> wird. Das glaub ich aber erst mal nicht.

Ich hoffe das auch nicht, sonst muesst ich glatt auswandern.

> So gesehen: leg' dir ein's zu. Du wirst es nicht bereuen. :-)

Irgendwann mal :-) Wenn die Kinder gross sind. Im Moment komm ich eh zu
rein garnix irgendwie (liegt vielleicht auch am laehmenden Wetter).
Erstmal krieg ich jetzt endlich ein Tomatenhaus (Folie), wir haben nun
auch die Stangen <freuhuepf> Hilft zwar fuer heuer auch nix mehr, aber
dann steht's wenigstens naechstes Jahr.

> Nein, die vergleichen falsch oder gar nicht, die sich lieber selbst
> etwas vormachen. Dabei will ich aber bitte nicht behaupten, dass die
> eigenen Gewächshaustomaten usw. nicht den gekauften vorzuziehen wären,
> egal, woher sie auch immer kommen. :-)

Mein Reden. Genau das meinte ich doch, die vergleichen ihre
Gewaechshaustomaten mit ihren Freilaendischen, das werd natuerlich nix.
Die muessten schon ihre Gewaechshaustomaten mit
Supermarkt-Gewaechshausleichen vergleichen.

Bernhard Albert

unread,
Aug 8, 2004, 8:55:08 PM8/8/04
to
Lieber Gerhard,

> Ein systemisch wirkendes Mittel scheint es selbst im Erwerbsobstbau
> nicht zu geben, wie bei beißenden Schädlingen üblich.

Scheint mir auch bedenklich ein Mittel gegen Kohlerdflöhe im
Erwerbsobstbau zulassen. Würde man solches tun, dann müsste man im
Erwerbsobstbau auch Mittel gegen Masern oder Federlinge zulassen und
Kaninchenzüchtern und Imkern Mittel gegen falsch Mehltau empfehlen und
in städtischen Kliniken verteilt man dann Mittel gegen die Varoa-Milbe
und gegen Kohlmotten. Oder hast Du schon mal was vom Kohlerdfloh am
Apfel gelesen? >>;-))

Gerhard Zahn

unread,
Aug 9, 2004, 3:00:23 AM8/9/04
to
Am Mon, 9 Aug 2004 02:55:08 +0200 schrieb Bernhard Albert:

Hallo Bernhard,

>> Ein systemisch wirkendes Mittel scheint es selbst im Erwerbsobstbau


>> nicht zu geben, wie bei beißenden Schädlingen üblich.

obst willst oder obst nicht willst, manchmal ruscht einem ein "obst"
statt einem "an" in den Erwerbsbau...:-(

>Scheint mir auch bedenklich ein Mittel gegen Kohlerdflöhe im
>Erwerbsobstbau zulassen. Würde man solches tun, dann müsste man im
>Erwerbsobstbau auch Mittel gegen Masern oder Federlinge zulassen und
>Kaninchenzüchtern und Imkern Mittel gegen falsch Mehltau empfehlen und
>in städtischen Kliniken verteilt man dann Mittel gegen die Varoa-Milbe
>und gegen Kohlmotten. Oder hast Du schon mal was vom Kohlerdfloh am
>Apfel gelesen? >>;-))

Anundpfirsich hast du Recht.
Aber wie komme ich jetzt auf Pfirsich? :-)

Henry Kiefer

unread,
Aug 10, 2004, 8:58:51 AM8/10/04
to
Ich glaub in diesem Thread hat dir kein einziger nen Tipp gegeben gegen
diese Käfer. Oder habe ich da was überlesen?

Ich bin zwar kein Gartenexperte, weiß aber das regelmäßiges Gießen über die
Blätter der Kreuzblütler die Käfer überhaupt nicht mögen und sie teilweise
schon alleine dadurch absaufen. Zusätzliches behandeln mit dem
Schädlingsbekämpfungsmittel Paral wirkt dann Wunder. Nach einer Woche
regelmäßig jeden Tag bespritzen mit der Brause und ca. dreimal
Paral-spritzen bist du die Plagegeister praktisch los. Eventuell halt
nochmal bei Bedarf nachbehandeln.
Vor der Ernte würde ich 2 Wochen nicht mehr mit Paral behandeln!

*Der Erfolg heiligt die Mittel*

Bernhard Albert

unread,
Aug 10, 2004, 9:35:27 AM8/10/04
to
Hallo Henry,

> Ich bin zwar kein Gartenexperte, weiß aber das regelmäßiges Gießen
> über die Blätter der Kreuzblütler die Käfer überhaupt nicht mögen
> und sie teilweise schon alleine dadurch absaufen.

Das ist leider halt ebenso falsch, wie die Theorie, dass regelmäßiges
Bestäuben mit Steinmehl hilft.

> Zusätzliches
> behandeln mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel Paral wirkt dann
> Wunder.

Paral mag ja überall hin gehören - es gehört aber definitiv nicht auf
Essen. Man könnte noch einen Versuch mit Spritzungen mit Präparaten,
die Neemöl enthalten, machen. Von letzterem weiß man wenigstens, dass
es in einigen Ländern dieser Welt, schon lange als Pflanzenschutzmittel
eingesetzt wird, ohne das Gesundheitsschäden bekannt wurden. Es ist
aber dennoch unzulässig.

Henry Kiefer

unread,
Aug 10, 2004, 9:59:25 AM8/10/04
to
>> Ich bin zwar kein Gartenexperte, weiß aber das regelmäßiges Gießen
>> über die Blätter der Kreuzblütler die Käfer überhaupt nicht mögen
>> und sie teilweise schon alleine dadurch absaufen.
Naja, ich sah tote Käfer auf den Blättern liegen. Nach dem Wasserbesprenkeln
OHNE Paral. Wodurch sollten sie sonst in den Wasserlachen liegen?

>
>Das ist leider halt ebenso falsch, wie die Theorie, dass regelmäßiges
>Bestäuben mit Steinmehl hilft.
>
>> Zusätzliches
>> behandeln mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel Paral wirkt dann
>> Wunder.
>
>Paral mag ja überall hin gehören - es gehört aber definitiv nicht auf
>Essen. Man könnte noch einen Versuch mit Spritzungen mit Präparaten,
>die Neemöl enthalten, machen. Von letzterem weiß man wenigstens, dass
>es in einigen Ländern dieser Welt, schon lange als Pflanzenschutzmittel
>eingesetzt wird, ohne das Gesundheitsschäden bekannt wurden. Es ist
>aber dennoch unzulässig.

Ich hatte Neemöl probiert. Das hat aber nix gebracht. Vielleicht war es auch
die falsche Anwendungsart oder wie auch immer. Wer will im Eifer des
Gefechts schon auf die nächste Saison warten? Paral war da und ich stehe auf
dem Standpunkt, das es langfristig biologisch abgebaut wird. Die Wirkung ist
jedenfalls offensichtlich und im Gegensatz zur "empfohlenen" Anwendung auf
Zimmerpflanzen muß es dann auch keiner stundenlang einatmen.
Erdflöhe scheinen eine harte Nuß zu sein. Jedenfalls fand ich im Vorfeld nur
wenig Tipps in der Literatur.
Übrigens ist man bei den Kohlarten ja auch meist nicht die äußeren Blätter,
was eine weitere Verdünnung bewirkt.

Gruß

Bernhard Albert

unread,
Aug 10, 2004, 10:20:58 AM8/10/04
to
Hallo Henry,

> Naja, ich sah tote Käfer auf den Blättern liegen. Nach dem
> Wasserbesprenkeln OHNE Paral. Wodurch sollten sie sonst in den
> Wasserlachen liegen?

Ich habe sie schon in einem Eimer mit Wasser gehabt, sie haben es
geschafft sich da wieder heraus zu katapultieren.

> Ich hatte Neemöl probiert. Das hat aber nix gebracht. Vielleicht war
> es auch die falsche Anwendungsart oder wie auch immer. Wer will im
> Eifer des Gefechts schon auf die nächste Saison warten? Paral war da
> und ich stehe auf dem Standpunkt, das es langfristig biologisch
> abgebaut wird.

Schön - ich stehe auf dem Standpunkt, dass die Erde ein Scheibe ist.
Wird das deshalb richtiger?

> Übrigens ist man bei den Kohlarten ja auch meist nicht die äußeren
> Blätter, was eine weitere Verdünnung bewirkt.

Stimmt schon die Blätter von Brokolli schält man bekanntlich, ebenso
die von Grünkohl und vom Blumenkohl ißt man bekanntlich nur die
Blütenböden.

Was Du so denkst trifft allenfalls auf die äußeren Blätter von
Weißkohl, Rotkohl und Wirsing zu. Bei allen anderen Kohlsorten werden
die äußeren Blätter in jedem Fall mitverwendet und bei den genannten
kann man sie mitverwenden.

Bernhard Albert

unread,
Aug 10, 2004, 10:30:24 AM8/10/04
to
Hallo Henry,

> Paral war da
> und ich stehe auf dem Standpunkt, das es langfristig biologisch
> abgebaut wird.

Es gibt eine ganze Palette von Paral-Sprays, solche gegen Mücken mit
Pyrethrum, solche gegen Ameisen mit zwei Wirkstoffen, solche gegen
Blattläuse, die von der Zeitschrift Ökotest kein gutes Urteil bekommen

http://www.oekotest.de/cgi/nw/nwgs.cgi?doc=32485

und womöglich noch einige weitere.

Du empfiehlst also völlig willkürlich irgende eine greifbare Dose zu
nehmen, auf der Paral steht und diese auf Nahrungsmittel zu sprühen, wo
doch schon die Packungsbeilage von Paral bzw. die Aufschrift auf der
Dose definiert vermittelt, dass das Spray dafür nicht geeignet ist und
wo die Wirkstoffe zwischen systemisch und kaum abbaubar bis gut
abbaubar und nicht systemisch reichen. Das ist mal mindestens grober
Unfug!

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Henry Kiefer

unread,
Aug 10, 2004, 10:42:58 AM8/10/04
to
>Die Tiere scheinen auch anderes als Kohl zu lieben, bei Bekannten haben
>sie die Kapuzinerkresse niedergemacht.
Kapuzinerkresse ist wohl auch ein Kreuzblütler. Noch mehr stehen sie auf die
gemeine Kresse. Sogar Brunnenkresse benagen sie bis auf die Höhe der
Wasserlinie.

>Wer sie mal hat, kann gleich auf sämltiche Kohlarten verzichten. Die
>weisse Fliege ist vergleichsweise ein harmloses Schmusetier.
Ich habe sie momentan mit meiner Methode sicher im Griff.

>
>Neben Niemöl werden auch Produkte auf Rapsölbasis empfohlen. Könnte
>ebenfalls einen Versuch wert sein. Bei Niemöl dürften schnelle Erfolge
>gegen bereits ausgewachsene Tiere ausbleiben, das scheint vor mehr die
>Fortpflanzung zu blockieren.
eben! Derweil fressen die erwachsenen den Restkohl weg.

>
>Mit Wasser und etwas Seife spritze ich sowieso, um die Viecher zu
>ersäufen. Gestern hab ich einen Kaltauszug aus Brennesseln verwendet,
>vielleicht vergrault sie das ein bisschen. Natürliche Feinde scheinen
>Kohlerdflöhe leider nicht zu kennen. Weiter Bekämpfungsvorschläge
>willkommen.
Die Blattlausplage dieses Jahr habe ich einfach ausgesessen. Das dachte ich
auch bei den Erdflöhen. Ein fataler Fehler! Nächtes Mal mach ich sie gleich
platt.

Gruß

Henry Kiefer

unread,
Aug 10, 2004, 10:46:44 AM8/10/04
to
>> Naja, ich sah tote Käfer auf den Blättern liegen. Nach dem
>> Wasserbesprenkeln OHNE Paral. Wodurch sollten sie sonst in den
>> Wasserlachen liegen?
>
>Ich habe sie schon in einem Eimer mit Wasser gehabt, sie haben es
>geschafft sich da wieder heraus zu katapultieren.
Wenn die Insekten die Beine UNREGELMÄßIG halten, ist es ein sicheres Zeichen
für den eingetretenen Tod.

>
>> Ich hatte Neemöl probiert. Das hat aber nix gebracht. Vielleicht war
>> es auch die falsche Anwendungsart oder wie auch immer. Wer will im
>> Eifer des Gefechts schon auf die nächste Saison warten? Paral war da
>> und ich stehe auf dem Standpunkt, das es langfristig biologisch
>> abgebaut wird.
>
>Schön - ich stehe auf dem Standpunkt, dass die Erde ein Scheibe ist.
>Wird das deshalb richtiger?

Wenn ich zum Fenster raussehe, gebe ich dir gerne Recht mit der Scheibe.
Lassen wir diese Diskussion! Ich will nur ein paar nette Stunden im Garten
verbringen und etwas Gemüse ernten.

>
>> Übrigens ist man bei den Kohlarten ja auch meist nicht die äußeren
>> Blätter, was eine weitere Verdünnung bewirkt.
>
>Stimmt schon die Blätter von Brokolli schält man bekanntlich, ebenso
>die von Grünkohl und vom Blumenkohl ißt man bekanntlich nur die
>Blütenböden.

Meine Freundin schält immer alles. Zumindest ansatzweise die äußersten
Blätter. So ne Art Putztrieb ;-)

- Gruß

Henry Kiefer

unread,
Aug 10, 2004, 10:54:06 AM8/10/04
to
>Es gibt eine ganze Palette von Paral-Sprays, solche gegen Mücken mit
>Pyrethrum, solche gegen Ameisen mit zwei Wirkstoffen, solche gegen
>Blattläuse, die von der Zeitschrift Ökotest kein gutes Urteil bekommen
Das wußte ich nicht. Ich bin auch nicht hier für umfassende
wissenschaftlich, geschichtlich und rechtlich haltbare Aussagen zuständig.
Ich betrachte das als Hobby hauptsächlich empirisch basierend.
Es war wohl das Produkt hauptsächlich gegen Mücken. Wenns dich interessiert,
schaue ich auch nochmal genau nach. Die Problematik des Pyrethreums ist mir
bekannt. Und ich benutze es auch nur als Notbremse! Und wenns nicht gefällt,
der machts eben nicht nach.

>Du empfiehlst also völlig willkürlich irgende eine greifbare Dose zu
>nehmen, auf der Paral steht und diese auf Nahrungsmittel zu sprühen, wo
>doch schon die Packungsbeilage von Paral bzw. die Aufschrift auf der
>Dose definiert vermittelt, dass das Spray dafür nicht geeignet ist und
>wo die Wirkstoffe zwischen systemisch und kaum abbaubar bis gut
>abbaubar und nicht systemisch reichen. Das ist mal mindestens grober
>Unfug!

Wie gesagt, empirisches Wissen. Was nicht die schlechteste Methodik ist.
(Ich sage das hier mal als total techniklastiger Mensch, der als kleiner Bub
das Monster-Brockhaus-Lexikon der Eltern als Lesebuch/Freizeitbeschäftigung
mißbrauchte).

Bleiben wir lieb, ok?!

Message has been deleted

Henry Kiefer

unread,
Aug 10, 2004, 3:32:53 PM8/10/04
to
>> Kapuzinerkresse ist wohl auch ein Kreuzblütler.
>
>Aha? Lippenblütler hätte ich noch geglaubt, aber Kreuzblütler? Wie
>kommst du denn darauf? Ich mein, ich weiß nicht, was es ist, aber kann
>etwas mit 5 Blütenblättern ein Kreuzblütler sein?
Keine Ahnung wegen der Botanik. Wer es genau wissen will, muß halt Google
bemühen. Ich dachte so.

- Gruß


Bernhard Albert

unread,
Aug 10, 2004, 4:12:23 PM8/10/04
to
Hallo Henry,

> Meine Freundin schält immer alles. Zumindest ansatzweise die
> äußersten Blätter. So ne Art Putztrieb ;-)

Geschälten Blumenkohl und geschälte Blattkohle und geschälte
Brocolliköpfe. Jetzt hätte ich es gerne genauer - wie schält sie den
Blumenkohl und wie schält sie Blätter vom Blattkohl?

Bernhard Albert

unread,
Aug 10, 2004, 4:17:49 PM8/10/04
to
Hallo Kathinka,

Du schriebst:

>> Kapuzinerkresse ist wohl auch ein Kreuzblütler.
>

> Aha? Lippenblütler hätte ich noch geglaubt, aber Kreuzblütler? Wie
> kommst du denn darauf? Ich mein, ich weiß nicht, was es ist, aber
> kann etwas mit 5 Blütenblättern ein Kreuzblütler sein?

Bei mir fressen sie auch den Beinwell und den Boretsch.

Empfohlen werden ständig die Kulturschutznetze - die aber sind
keinesfalls fein genug, um den Erdfloh abzuhalten.

Henry Kiefer

unread,
Aug 11, 2004, 4:28:13 AM8/11/04
to
>Geschälten Blumenkohl und geschälte Blattkohle und geschälte
>Brocolliköpfe. Jetzt hätte ich es gerne genauer - wie schält sie den
>Blumenkohl und wie schält sie Blätter vom Blattkohl?
Was ist denn Blattkohl? Meinst du etwa Günkohl?
Naja, wie auch immer. Sie schält solange, bis ihrer Meinung nach genug
Abfall entstanden ist. So wie es sich eben für eine gute Hausfrau gehört.
Wahrscheinlich von ihrer Mutter vererbtes Verhalten ;-)
Gibts nix zu schälen, dann wird auseinandergenommen und da irgendwas
"entfernt".

Gruß -
Henry

Henry Kiefer

unread,
Aug 11, 2004, 4:33:20 AM8/11/04
to
>Empfohlen werden ständig die Kulturschutznetze - die aber sind
>keinesfalls fein genug, um den Erdfloh abzuhalten.
Ich find die Netze furchtbar. Und wie soll man eine Mischkultur damit
wirklich dicht kriegen?


Bernhard Albert

unread,
Aug 11, 2004, 7:00:36 AM8/11/04
to
Hallo Henry,

> Was ist denn Blattkohl? Meinst du etwa Günkohl?

Grünkohl, Stielmus, Scherkohl, Abessinischer Kohl, Meerkohl etc. etc.
etc.

Gerhard Zahn

unread,
Aug 12, 2004, 2:50:07 PM8/12/04
to
Am Sun, 08 Aug 2004 11:18:18 +0200 schrieb Thomªs Nªgel:

Hallo Thomas,

>Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> wrote:
>
>> Mal davon abgesehen, dass Spruzit flüssig seit Ende 2003 keine
>> Zulassung mehr hat
>

>Wer hat dir denn dieses Märchen erzählt?

Märchen lese ich für gewöhnlich selbst, weil mir keiner welche
erzählt. :-)
Aber das ist kein Märchen "Spruzit flüssig" hat seit Ende 2003 keine
Zulassung mehr.

>Die aktuelle Situation aller Spruzite für Privatanwender:
>
>Spruzit Neu 31.12.2012
>Spruzit AF Schädlingsfrei 31.12.2012
>Spruzit flüssig S 31.12.2004
>Spruzit Käfer-& Raupenfrei 31.12.2012
>Spruzit Käferfrei 31.12.2012
>Spruzit Schädlingsfrei 31.12.2012
>Spruzit-Gartenspray 31.12.2005
>Spruzit-Zimmerpflanzenspray 31.12.2005

Korrekt.
Deshalb ist nach Ablauf der Zulassung auch "Spruzit flüssig" nicht
mehr dabei, sondern "Spruzit flüssig S".

Diese beiden Mittel unterscheiden sich schon mal in der
Wirkstoff-Zusammensetzung und -konzentration.
Was ich auf die Schnelle nicht raus bekommen habe, ist, ob "Spruzit
flüssig S" nur in Kleinst-Dosierpackungen oder auch in 250 oder 1000
ccm-Gebinden zu bekommen ist, was das Mittel deutlich preisgünstiger
machen würde.


>Überhaupt steht überall was von drohendem Totalausfall bei Jungpflanzen.
>Meine Rübchen, Rettich, Kraut waren absolut keine Jungpflanzen mehr,
>sondern schon gut gewachsen. Trotzdem brauchte es nur ein paar Tage bis
>zum Kahlfrass.
>
>Was im Erwerbsanbau so eingesetzt wird, kann man online unter
><http://www.profiflor.de/diagnose-betrieb/schaed-m-kaefer.htm>
>nachlesen.

Tja, die Erwerbler werden weiterhin nicht zerfressenen Kohl usw.
liefern.

Gerhard Zahn

unread,
Aug 12, 2004, 2:50:09 PM8/12/04
to
Am Sun, 08 Aug 2004 10:40:22 +0200 schrieb Monika Cisch:

Hallo Monika,

>> "Extrakte verschiedener Moose können Pilze abtöten" habe ich mal
>
>oups?! Ich kenn das nur und ausschliesslich vorbeugend?
>
>> gelesen und wenn ich so was lese, werde ich schon stutzig. Die böse
>> Chemie kann nämlich fast nur vorbeugen und jetzt das.
>
>Wo hast'n das gelesen?

diesen Satz schrieb ein "A. K." im Juliheft aus 2002 in Obst & Garten.

>> Habe auch davon gelesen, dass Moosextrakt gegen Schnecken helfen soll
>> und es dann beim ersten Test nicht tat.
>
>Da gab es eine Quelle von einer Uni, wobei ich es durchaus fuer moeglich
>halte, dass es mehr das Vergaellungsmittel vom Spiritus war? ;-) Bei
>Tomaten sieht man das mit den Schnecken ja eher nicht.
>
>> So gesehen, kann man mit fast allem spritzen. :-)
>
>Meinst ned, dass Weisswuerscht da a bisserl unhandlich sind? ;-)

:-)

>> Soweit ich mitbekommen habe ja. Irgendwie müssen die ja mit den
>> Schadpilzen auch fertig werden.
>
>Moosextrakt und Schachtelhalmbruehe fallen mir da so spontan ein. Und
>halt die Magermilch, die hab ich aber noch ned ausprobiert.
>
>> Tja ja, noch vor drei Generationen sind auch hier Leute verhungert.
>> Die anderen hatten längst nicht die Lebenserwartung, wie wir sie heute
>> haben. Da wirkt zwar vieles dran mit, bestimmt auch, sich überhaupt
>> satt essen zu können. Wenn man das einigermaßen gut gemischt und
>> vielseitig macht, sollte schon viel gewonnen sein.
>
>An der Lebenserwartung duerfte auch die Medizin zu einem sehr grossen
>Teil schuld sein.

Tja, die Mediziner dürfen dann wieder reparieren, was man sich vom zu
vielen Sattessen geholt hat. :-)

>> Aber: es macht Spaß, es verlängert die Saison vorn und hintern um gut
>> sechs Wochen, es garantiert für Gurken-, Tomaten-, Paprika-,
>> Auberginenernten usw., es kann prima zur Anzucht von Blumen und Gemüse
>> genutzt werden usw., usw. Also lohnt es sich mächtig. :-)
>
>Ja also. Dann passt's doch <g>
>
>> Die sind so sehr in Verruf geraten, dass sie inzwischen auch
>> gescheiter geworden sind. Aber so lange die Leute nichts weiter
>> wissen, als dass Tomaten rot sind, werden sie weiterhin Erzeugnisse
>> absetzen, die in Nährlösung stehen.
>> Da ist aber nicht nur Stickstoff drin, sondern schon auch das, was du
>> unter "Restnährstoffe" einstufst. Kostet verdammt wenig.
>
>Hmm, also *irgendwas* muss in - guter - Erde drin sein, das Geschmack
>gibt und das in Naehrloesung nicht drin ist.

Ja, Mist zum Beispiel.

>> Geld liegt haufenweise,
>
>Immer nur her damit! ;-) Ich mein nur, wenn's Dir im Weg umgeht...
>
>> kein Platz kann gar nicht sein, denn was man
>> da drin anbaut, vervierfacht den Platz, den das Gewächshaus einnimmt.
>> Beckmann zB hat mal damit geworben, dass man von 10 qm
>> Gewächshausfläche übers Jahr zweieinhalb Zentner wegtragen kann...
>
>Stimmt, ja, das stand im Prospekt drin.
>
>> So gesehen müsste ich mit Gewächshaus noch mehr in Kartoffeln oder
>> Blumen machen, denn das Freilandgemüse will ja auch schon wohl dosiert
>> sein, damit es auch verbraucht wird.
>
>Och, das koennte man sich bestimmt einteilen. Wenn Tomaten aus dem
>Freien eh besser schmecken, kann man sich ja auf das empfindlichere
>Zeugs konzentrieren (die Diskussion hatten wir doch schon mal :-) )

Da würde ich dann bestimmt zweigleisig fahren: Gurken und Tomaten
teils im Gewächshaus, teils im Freiland.

>Haett ich z.B. mit Melonen probiert heuer (aeh, im Fruehbeet), um dann
>festzustellen, dass doch Schnecken in's Fruehbeet kamen. Das probieren
>wir naechstes Jahr nochmal, bis dahin gibt's einen netten Draht drumrum
><eg> Nu ja, und die Auberginen sind zwar nicht schneckengefaehrdet,
>stehen/standen aber genauso wie die Paprika und Tomaten. Des werd heuer
>nix mehr.

Melonen und Auberginen scheinen schon rechte Mimöschen zu sein.
Was mich heuer aber wundert, ist der wiederum gute Ertrag an Paprika
im Freien. Die fruchten ja besser als die Tomaten.

>> Nein, die vergleichen falsch oder gar nicht, die sich lieber selbst
>> etwas vormachen. Dabei will ich aber bitte nicht behaupten, dass die
>> eigenen Gewächshaustomaten usw. nicht den gekauften vorzuziehen wären,
>> egal, woher sie auch immer kommen. :-)
>
>Mein Reden. Genau das meinte ich doch, die vergleichen ihre
>Gewaechshaustomaten mit ihren Freilaendischen, das werd natuerlich nix.
>Die muessten schon ihre Gewaechshaustomaten mit
>Supermarkt-Gewaechshausleichen vergleichen.

Wenn die aber beide nicht so gut sind, wie die eigenen
Freilandtomaten, was dann? :-)

Gerhard Zahn

unread,
Aug 12, 2004, 2:50:13 PM8/12/04
to
Am Tue, 10 Aug 2004 20:49:45 +0200 schrieb Kathinka Wenz:

Hallo,

>"Henry Kiefer" <o...@gmx.net> wrote:
>
>> >Die Tiere scheinen auch anderes als Kohl zu lieben, bei Bekannten haben
>> >sie die Kapuzinerkresse niedergemacht.
>> Kapuzinerkresse ist wohl auch ein Kreuzblütler.
>

>Aha? Lippenblütler hätte ich noch geglaubt, aber Kreuzblütler? Wie
>kommst du denn darauf? Ich mein, ich weiß nicht, was es ist, aber kann
>etwas mit 5 Blütenblättern ein Kreuzblütler sein?

Tropaeolaceae ist die Familie, zu der die Kapuzinerkresse Tropaeolum
majus gehört.
Ist für Fruchtwechsel interessant, da diese Familie sonst im
Gemüsegarten nicht vor kommt. Aber wer macht schon qm-weise
Kapuzinerkresse.

Gerhard Zahn

unread,
Aug 12, 2004, 2:50:14 PM8/12/04
to
Am Tue, 10 Aug 2004 14:58:51 +0200 schrieb Henry Kiefer:

Hallo,

warum 2 Wochen warten, wenn doch Paral nur Wunder wirkt, dreimal Paral
spritzen, dreimal Wunder.

Welches Paral auch immer, wenn es nicht für Gemüse zugelassen ist, hat
es an Essbarem auch nichts zu suchen.
Vielleicht wäre ja die Wartezeit - wäre es zugelassen - 4 Wochen.
Außerdem hilft diverses Paral nur gegen Blattläuse, was soll das dann
bei beißenden Insekten?

Aber du kannst dein Zeugs natürlich weiterhin nach 2 Wochen genießen
und mit deiner Empfehlung jederzeit als schlechts Beispiel dienen.

Gerhard Zahn

unread,
Aug 12, 2004, 2:50:16 PM8/12/04
to
Am Tue, 10 Aug 2004 22:17:49 +0200 schrieb Bernhard Albert:

Hallo Bernhard,

>Empfohlen werden ständig die Kulturschutznetze - die aber sind


>keinesfalls fein genug, um den Erdfloh abzuhalten.

das würde mich jetzt aber wundern, obwohl ich ähnliches auch schon
gelesen habe..
Ihre Größe wird mit 1,8 bis 3 mm angegeben und die Kulturschutznetze
sollten doch feiner sein.

Vielleicht kommt es unter Netzen zu Befall durch Käfer, die an Ort und
Stelle überwintert haben.

Beste Grüße G e r h a r d

Henry Kiefer

unread,
Aug 12, 2004, 4:03:18 PM8/12/04
to
>>Vor der Ernte würde ich 2 Wochen nicht mehr mit Paral behandeln!
>
>warum 2 Wochen warten, wenn doch Paral nur Wunder wirkt, dreimal Paral
>spritzen, dreimal Wunder.
>
>Welches Paral auch immer, wenn es nicht für Gemüse zugelassen ist, hat
>es an Essbarem auch nichts zu suchen.
>Vielleicht wäre ja die Wartezeit - wäre es zugelassen - 4 Wochen.
>Außerdem hilft diverses Paral nur gegen Blattläuse, was soll das dann
>bei beißenden Insekten?
>
>Aber du kannst dein Zeugs natürlich weiterhin nach 2 Wochen genießen
>und mit deiner Empfehlung jederzeit als schlechts Beispiel dienen.
Gerhard, willst du mich ärgern?
Bei mir hat es durchschlagend geholfen!! Es hilft übrigens (leider so
nebenbei verdutzt festgestellt) auch hervorragend gegen Mückenlarven im
Wasser und auch auf Wasserflöhe.
Und wer das so nicht will, der muß es nicht nachmachen. Immerhin zeige ich
hier, wie man überhaupt bei diesen Monstern noch was erreichen kann. Du
kannst natürlich auch nach einer Woche den Kahlfraß bewundern und für dieses
Jahr eben alles kohlartige einfach vergessen bzw. im Laden kaufen (mit
anderem Dreck drauf).
Macht was ihr wollt - (oder so ähnlich - Shakespeare)
Gruß -
Henry

Henry Kiefer

unread,
Aug 13, 2004, 5:57:30 AM8/13/04
to
Nachtrag:
Auf der Seite:
http://www.bio-gaertner.de/Articles/Pflanzen-allgemeineHinweise/Handelsprodu
kte/SpruzitSchadlingsfrei-AF.html
liest man erstaunt:
1. Paral und Spufix anscheinend der gleiche Wirkstoff
2. Hilft AUCH gegen Blattläuse!
3. Sicherheitszeit für Gemüse 1 Woche
Da lag ich ja gar nicht schlecht.
Sonniger Gruß -
Henry

Gerhard Zahn

unread,
Aug 13, 2004, 10:00:34 AM8/13/04
to
Am Fri, 13 Aug 2004 11:57:30 +0200 schrieb Henry Kiefer:

Hallo,

>Nachtrag:


>Auf der Seite:
>http://www.bio-gaertner.de/Articles/Pflanzen-allgemeineHinweise/Handelsprodu
>kte/SpruzitSchadlingsfrei-AF.html
>liest man erstaunt:
>1. Paral und Spufix anscheinend der gleiche Wirkstoff

Vorschlag: um die Nation nicht gänzlich zu verwirren, sollten wir uns
hier künftig angewöhnen, die Handelsbezeichnungen von
Pflanzenschutzmitteln vollständig und präzise zu benennen und wenn sie
noch so dämlich bis dümmlich klingen.

Mit der Firmenbezeichnung Paral gibt es zB gut 12 Mittel, wobei auch
der überall davor gestellte überschlaue Zusatz "Pflanzen Paral" noch
nichts besagt, es geht ja nicht um Winterreifen oder dergl..

Ein "Paral" habe ich gefunden, das einem Spruzit vergleichbar ist, das
es auch wieder in gut einem halben Dutzend Variationen gibt.

Es sind schon Fälle vorgekommen, da hat sich der Handelsname gerade
mal um einen zusätzlichen Buchstaben geändert, gleichzeitig war ein
gänzlich anderer Wirkstoff drin.

Markennamen lässt man halt nur ungern sausen.

Das bringt doch Licht in die mehr als 1200 zugelassenen
Anwendungsfälle für Hobbygärtner. :-(

Beste Grüße G e r h a r d

Bernhard Albert

unread,
Aug 13, 2004, 3:42:16 PM8/13/04
to
Lieber Henry,

Du schriebst:

> Auf der Seite:
>
http://www.bio-gaertner.de/Articles/Pflanzen-allgemeineHinweise/Handelsprodukte/SpruzitSchadlingsfrei-AF.html
> liest man erstaunt:

Stimmt aber nicht. Unter dem Titel Paral laufen mindestens 10
verschiedene Produkte mit gänzlich verschiedenen Wirkstoffen und
Wirkstoffkombinationen.

> 1. Paral und Spufix anscheinend der gleiche Wirkstoff
> 2. Hilft AUCH gegen Blattläuse!
> 3. Sicherheitszeit für Gemüse 1 Woche
> Da lag ich ja gar nicht schlecht.

Nur, wenn Du das eine von den mindestens 10 verschiedenen Produkten
hast, dass genau diesen Wirkstoff enthält und sicher bist, dass keine
weiteren Wirkstoffe enthalten sind, die selbst schädlich sind, oder die
Wirkung des gemeinsamen Wirkstoffs verändern.

Wobei ich auf der von Dir genannten Seite nichts von einem Präparat mit
dem Namen "Spufix" entdecke - da gibt es nur ein "Spruzit
Schädlingsfrei AF" - hat also Dein Paral, die gleichen Wirkstoffe?
Welches Paral hast Du denn nun, oder heißt es vielleicht "Pirol" oder
"Pralfix" oder irgendwie so und ist irgendwie gegen irgendwas.

Mit Giften geht man schon etwas genauer um, vor allem, wenn sie zum
Verzehr bestimmt sind. Beim Salat überlegst Du Dir auch genau, ob Du
zwei Eßlöffel Essig oder zwei Löffel Essigessenz nimmst und sicher
nimmst Du zum Kochen auch kein Fleckensalz, ...

Henry Kiefer

unread,
Aug 14, 2004, 5:51:32 AM8/14/04
to
Hallo beide -
Um die Frage nach welchem Paral zu beenden, hab ich es extra aus dem Garten
mitgebracht und hoffe die nachfolgenden Daten reichen aus für weitere
sinnvolle Diskussionen:
Raid Paral Insektenspray
deklarierte Inhaltsstoffe:
1% Pyrethrumextrakt (25%)
1% Piperonylbutoxid
Emulgatoren, Wasser, Treibgas Propan/Butan
Vertrieb Deutschland: Thompson GmbH, Düsseldorf

Spufix und Spruzit ist gleichzusetzen. Hatte den richtigen Namen nur in
falscher Erinnerung.

Regnerischer Gruß -
Henry

Monika Cisch

unread,
Aug 14, 2004, 6:27:04 AM8/14/04
to
Hi Gerhard

> diesen Satz schrieb ein "A. K." im Juliheft aus 2002 in Obst & Garten.

Dann hat der Kerl wohl ned so gut lesen koennen ;-) Obwohl, so klar geht
das aus
http://www.bryologie.uni-bonn.de/deutsch/content/Aktuelles/fungizid.htm
nicht hervor. Aber auf den Seiten steht in der 'FAQ', dass die beste
Wirkung bei protektiver Anwendung gegeben ist.

> Tja, die Mediziner dürfen dann wieder reparieren, was man sich vom zu
> vielen Sattessen geholt hat. :-)

Man koennte sich natuerlich auch intelligent ernaehren, dann haben die
Mediziner weniger zu tun ;-)

> Da würde ich dann bestimmt zweigleisig fahren: Gurken und Tomaten
> teils im Gewächshaus, teils im Freiland.

Das werden die meisten bestimmt auch machen, nimm ich mal an. Das macht
naemlich denk ich durchaus Sinn.

> Melonen und Auberginen scheinen schon rechte Mimöschen zu sein.
> Was mich heuer aber wundert, ist der wiederum gute Ertrag an Paprika
> im Freien. Die fruchten ja besser als die Tomaten.

Bei mir ned, aber ich hab's ja auch misshandelt ;-/

> Wenn die aber beide nicht so gut sind, wie die eigenen
> Freilandtomaten, was dann? :-)

<ggrrrr> Franken! Wenn's ned verstehen wollen, nahad woin's ned ;-). Die
Gewaechshaeusler sollen halt ihre Gewaechshaustomaten mit gekauften
(Gewaechshaus)Tomaten vergleichen, dann passt's scho ;-p

--
cu
Monika ã|ã

Monika Cisch

unread,
Aug 14, 2004, 6:32:43 AM8/14/04
to
Hi Henry

> Gerhard, willst du mich ärgern?

Bestimmt nicht, so wie ich ihn einschaetze.

> Bei mir hat es durchschlagend geholfen!!

Offensichtlich nicht, Du postest ja noch ;-) Aber beim Menschen dauert
es vermutlich auch etwas laenger <troest>

> Und wer das so nicht will, der muß es nicht nachmachen.

Du kannst Gift drauf nehmen, dass ich das nicht machen werde :-)

> Immerhin zeige ich
> hier, wie man überhaupt bei diesen Monstern noch was erreichen kann. Du
> kannst natürlich auch nach einer Woche den Kahlfraß bewundern und für dieses
> Jahr eben alles kohlartige einfach vergessen bzw. im Laden kaufen (mit
> anderem Dreck drauf).

Naja, dann verzichte ich lieber oder kaufe im Bioladen, da sollte der
Dreck dann definierter sein.

> Macht was ihr wollt - (oder so ähnlich - Shakespeare)

Darfst Du auch, nur gegen anpreisen hier hab ich was ;-)

Bernhard Albert

unread,
Aug 14, 2004, 9:16:30 AM8/14/04
to
Lieber Henry,

Du schriebst am :

> 1% Piperonylbutoxid

Da sehe ich das Problem und einen Wirkstoff der meines Wissens nicht in
den Neudorffprodukten enthalten ist. Schau Dir mal an was der alles
kann:

http://enius.de/schadstoffe/piperonylbutoxid.html

Für den Einsatz an Lebensmitteln ist eine Kombination mit diesem
Wirkstoff, der selbst giftit ist und zudem das Pyrethrum stabilisiert,
nicht zu empfehlen.

Henry Kiefer

unread,
Aug 14, 2004, 10:14:02 AM8/14/04
to
>> Bei mir hat es durchschlagend geholfen!!
>
>Offensichtlich nicht, Du postest ja noch ;-) Aber beim Menschen dauert
>es vermutlich auch etwas laenger <troest>
Danke *zurücktröst*!
Bin jetzt ca. 40. Wenn es also erst nach 50 Jahren sich auswirkt, dann ist
mir das recht so.

>
>> Und wer das so nicht will, der muß es nicht nachmachen.
>
>Du kannst Gift drauf nehmen, dass ich das nicht machen werde :-)

Warum, gibts bei dir kein Paral zu kaufen *fg

>Naja, dann verzichte ich lieber oder kaufe im Bioladen, da sollte der
>Dreck dann definierter sein.

Beneidenswert die Menschen die heutzutage noch im Bioladen kaufen gehen
können. Das kann sich nicht jeder leisten.
Und wenn beim Bauern der Liter Milch 50 Cent kostet, und beim LIDL & Co.
praktisch das gleiche, dann fühl ioch mich verarscht.

Ich glaube nicht, das die Bioerwerbsgärtner ihr Gemüse auch auf Chemiekrams
untersuchen lassen. Viel zu teuer. Vor allem wenn man nicht weiß wonach
gesucht werden muß, wirds extrem teuer! Hm. Vielleicht wissen die oft auch
genau, wonach sie nicht suchen müssen (weils eh schon drin/drauf ist???).

>Darfst Du auch, nur gegen anpreisen hier hab ich was ;-)

Ich preise nix an. Das war ein rein privater Tipp. Auch arbeite ich nicht in
dieser Branche!
- Henry

Henry Kiefer

unread,
Aug 14, 2004, 10:31:48 AM8/14/04
to
>> 1% Piperonylbutoxid
>
>Da sehe ich das Problem und einen Wirkstoff der meines Wissens nicht in
>den Neudorffprodukten enthalten ist. Schau Dir mal an was der alles
>kann:
>
>http://enius.de/schadstoffe/piperonylbutoxid.html
>
>Für den Einsatz an Lebensmitteln ist eine Kombination mit diesem
>Wirkstoff, der selbst giftit ist und zudem das Pyrethrum stabilisiert,
>nicht zu empfehlen.
Danke für den Link! Gut zum Stöpern...
Allerdings steht da, es würde auch in Anti-Läuse-Shampoo mit 1% verwendet.
Wenn es denn so giftig wäre, dann dürfte sowas doch überhaupt nicht in
Betracht gezogen werden? Oder sehe ich da was falsch?
Ketzerisch auch das noch: Ein LD50 bei 8 Promille. Wie sieht denn der LD50
bei Alkohol trinken aus? 8 Promille im Blut sind auch nicht ohne.

Ich sehe das nicht so eng. Natürlich sollte man Vorsicht walten lassen und
sich genau vorher überlegen, ob man das persönliche Risiko tragen kann. Die
Frage nach der persönlichen Befähigung zur eigenen Risikoabschätzung bleibt
natürlich offen. Wie auch für die Menschheit bei Fragen der Kernkraft. Ein
GAU pro 10.000 Jahre hört sich auch nicht sonderlich gefährlich an (Jetzt,
wo 1986 (?) Tschernobyl war, bleiben ja noch fast 10.000 Jahre *fg). Ist es
doch öffentliche Meinung, zu sagen, die Menschen hätten vor 10.000 Jahren
noch keine nennenswerte Kultur gehabt. Fragt sich bloß, woher dann unsere
Kult herstammt. Naja - auch dafür gibts ja einschlägige
Bestseller-Autoren...

Ob wohl Insekten die Herrschaft über uns Menschen nehmen??

Genug gelästert. Ich freu mich über den Regen und meine volle Regentonne -
Henry

Gerhard Zahn

unread,
Aug 15, 2004, 3:16:37 AM8/15/04
to
Am Sat, 14 Aug 2004 15:16:30 +0200 schrieb Bernhard Albert:

Hallo Bernhard,

>> 1% Piperonylbutoxid


>
>Da sehe ich das Problem und einen Wirkstoff der meines Wissens nicht in
>den Neudorffprodukten enthalten ist.

doch, es ist auch bei Neudorff enthalten in
Bio Myctan Spinnmilbenfrei
Spruzit-Gartenspray
Spruzit-Zimmerpflanzenspray
Spruzit-Staub
(es kann aber noch mehr geben, da meine Liste nicht aktuell ist.)

Aber es taucht - weder bei Neudorf noch bei einem sonstigen Hersteller
in Verbindung mit "Pyrethroid" auf, sondern immer mit "Pyrethrum bzw.
Pyrethrine". Dazu siehe unten.

>Schau Dir mal an was der alles kann:

>http://enius.de/schadstoffe/piperonylbutoxid.html
>
>Für den Einsatz an Lebensmitteln ist eine Kombination mit diesem
>Wirkstoff, der selbst giftit ist und zudem das Pyrethrum stabilisiert,
>nicht zu empfehlen.

"Für den Einsatz an Lebensmitteln" ist es auch nicht gedacht.
Es war schon immer ein Unterschied, ob ich einen Apfel eine Woche vor
der Ernte damit behandle und eben noch eine Woche Wartezeit unter
Freilandbedingungen ins Land gehen oder ob ich Äpfel auf dem Lager
spritze und eine Woche warte. Als "Lagerinsektizid" ist es nirgendwo
empfohlen und auch nicht zugelassen.

Mich verwirrt der Artikel in zwei Punkten:

"Verwendung: Piperonylbutoxid wird zur Verstärkung der insektiziden
Wirkung von Pyrethroiden eingesetzt."

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass "Pyrethroide" die synthetische
Nachbildung von Pyrethrum sind. Diese Pyrethroide sind in
Pflanzenschutzmitteln meines Wissens seit längerer Zeit verboten.
Dass man sie heute noch in einem Mittel gegen Kopfläuse findet wage
ich zu bezweifeln.

Der Hinweis "Dem BgVV wurden 1999 folgende Piperonylbutoxid-Gehalte in
Produkten für Haushalt und Gewerbe gemeldet:" spricht dafür, dass
diese Webseite ein alter Hut ist. Warum soll ich Seiten ernst nehmen,
die dem Ersteller fünf Jahre lang keinerlei Aktualisierung wert ist?
Wir sind inzwischen bei 2004 angelangt, wo Pyrethroide out sind.

Die "Sicherheitshinweise", wonach Pyrethroide mit Piperonylbutoxid
"Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernzuhalten sind",
erscheint fast schon wieder so überflüssig wie ein Kropf und ist in
etwa einzureihen bei "bitte nicht trocknen Katze in Mikrowelle".
Oder verwahrt hier einer seine Pflanzenschutzmittel im Brottopf?

Gleichwohl werden weiterhin Produkte mit "Natur"-Pyrethrum =
Pyrethrine in Verbindung mit Piperonylbutoxid angeboten - siehe die
von Neudorf und von anderen Herstellern.

Und diese Produkte sind seit eh' und je für den Ökoanbau zugelassen,
Pyrethroide waren es meines Wissens noch nie.

Die Webseite befasst sich aber mit keinem Wort mit "Natur-Pyrethrum"
oder "Pyrethrine".

Würde man den Ökos auch noch die Pyrethrum-Präparate nehmen, hätte das
für sie vermutlich ähnlich ruinöse Folgen, wie sie mit dem Verbot von
Kupferpräparaten schon einmal drohten. Daran, die Zulassung von
Pyrethrum in Verbindung mit Piperonylbutoxid zurückzuziehen, war aber
m.W. noch nie gedacht.

Tja, jetzt bin ich gespannt, ob einer eine Website findet, in der vor
den zugelassenen Pflanzenschutzmitteln mit Pyrethrine +
Piperonylbuoxid gewarnt wird.

Beste Grüße G e r h a r d

Monika Cisch

unread,
Aug 14, 2004, 3:59:31 PM8/14/04
to
Hi Henry

> Warum, gibts bei dir kein Paral zu kaufen *fg

Gaeb's bestimmt, aber irgendwo muss man ja sparen ;-p

> Beneidenswert die Menschen die heutzutage noch im Bioladen kaufen gehen
> können. Das kann sich nicht jeder leisten.

Ich denke mal, selbst das Gemuese aus dem Supermarkt ist definierter
vergiftet, zumindest, wenn es aus der Region kommt. Und das empfiehlt
sich eh, weil Obst/Gemuese aus der Region (wobei 'Region' dehnbar ist)
meist das guenstigste ist, wenn es nur Saison hat.

> Und wenn beim Bauern der Liter Milch 50 Cent kostet, und beim LIDL & Co.
> praktisch das gleiche, dann fühl ioch mich verarscht.

Jo, unter dem Aspekt, dass bei der Lidl-Milch ein paar Fettpunkte
fehlen, fuehl ich mich da auch veraeppelt, weil die Sahne wird ja
nochmal extra verkauft SCNR

> Ich glaube nicht, das die Bioerwerbsgärtner ihr Gemüse auch auf Chemiekrams
> untersuchen lassen. Viel zu teuer. Vor allem wenn man nicht weiß wonach
> gesucht werden muß, wirds extrem teuer! Hm. Vielleicht wissen die oft auch
> genau, wonach sie nicht suchen müssen (weils eh schon drin/drauf ist???).

Also zumindest bei Demeter wuerd ich das mal ausschliessen, da kenn ich
Bauern.

Henry Kiefer

unread,
Aug 15, 2004, 8:20:04 AM8/15/04
to

>Ich denke mal, selbst das Gemuese aus dem Supermarkt ist definierter
>vergiftet, zumindest, wenn es aus der Region kommt. Und das empfiehlt
>sich eh, weil Obst/Gemuese aus der Region (wobei 'Region' dehnbar ist)
>meist das guenstigste ist, wenn es nur Saison hat.
Naja. Die Herkunft ist meist weltweit, wenns nicht grad Holland oder Spanien
ist. Ich find ja auch die Lkws auf der Autobahn immer so toll.
Es lohnt sich regional nach einigen günstigen Bauern zu suchen, die die
Saisonartikel mit Erzeugerpreis anbieten.

>
>> Und wenn beim Bauern der Liter Milch 50 Cent kostet, und beim LIDL & Co.
>> praktisch das gleiche, dann fühl ioch mich verarscht.
>
>Jo, unter dem Aspekt, dass bei der Lidl-Milch ein paar Fettpunkte
>fehlen, fuehl ich mich da auch veraeppelt, weil die Sahne wird ja
>nochmal extra verkauft SCNR

Eben.
Meines Wissens bekommt der Bauer 30 Cent vom Großabnehmer.

>
>> Ich glaube nicht, das die Bioerwerbsgärtner ihr Gemüse auch auf
Chemiekrams
>> untersuchen lassen. Viel zu teuer. Vor allem wenn man nicht weiß wonach
>> gesucht werden muß, wirds extrem teuer! Hm. Vielleicht wissen die oft
auch
>> genau, wonach sie nicht suchen müssen (weils eh schon drin/drauf ist???).
>
>Also zumindest bei Demeter wuerd ich das mal ausschliessen, da kenn ich
>Bauern.

Na zumindest muß ich jetzt bei meinem Kohl nix untersuchen: Ist nur Paral
dran *fg
(Mal abgesehen von dem Dreck, der vom Bauern gegenüber immer in meinen
Garten weht...)

Gruß -
Henry

Henry Kiefer

unread,
Aug 15, 2004, 8:27:39 AM8/15/04
to
>Aber es taucht - weder bei Neudorf noch bei einem sonstigen Hersteller
>"Für den Einsatz an Lebensmitteln" ist es auch nicht gedacht.
>Es war schon immer ein Unterschied, ob ich einen Apfel eine Woche vor
>der Ernte damit behandle und eben noch eine Woche Wartezeit unter
>Freilandbedingungen ins Land gehen oder ob ich Äpfel auf dem Lager
>spritze und eine Woche warte. Als "Lagerinsektizid" ist es nirgendwo
>empfohlen und auch nicht zugelassen.
>
>Mich verwirrt der Artikel in zwei Punkten:
>
>"Verwendung: Piperonylbutoxid wird zur Verstärkung der insektiziden
>Wirkung von Pyrethroiden eingesetzt."
>
>Bisher bin ich davon ausgegangen, dass "Pyrethroide" die synthetische
>Nachbildung von Pyrethrum sind. Diese Pyrethroide sind in
>Pflanzenschutzmitteln meines Wissens seit längerer Zeit verboten.
>Dass man sie heute noch in einem Mittel gegen Kopfläuse findet wage
>ich zu bezweifeln.
Äh. Du scheinst viel Arbeit da reingesteckt zu haben. Ich denke Neudorff ist
auch bloß ein Hersteller diverser Mittelchen.
Das mit den Kopflausmittel steht aber genau dort, wo du mich hingeschickt
hast???

>
>Der Hinweis "Dem BgVV wurden 1999 folgende Piperonylbutoxid-Gehalte in
>Produkten für Haushalt und Gewerbe gemeldet:" spricht dafür, dass
>diese Webseite ein alter Hut ist. Warum soll ich Seiten ernst nehmen,
>die dem Ersteller fünf Jahre lang keinerlei Aktualisierung wert ist?
>Wir sind inzwischen bei 2004 angelangt, wo Pyrethroide out sind.

Naja, meine Paralflasche hat anscheinend auch schon einige Jahre auf dem
Buckel :)

>
>Die "Sicherheitshinweise", wonach Pyrethroide mit Piperonylbutoxid
>"Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernzuhalten sind",
>erscheint fast schon wieder so überflüssig wie ein Kropf und ist in
>etwa einzureihen bei "bitte nicht trocknen Katze in Mikrowelle".
>Oder verwahrt hier einer seine Pflanzenschutzmittel im Brottopf?
>
>Gleichwohl werden weiterhin Produkte mit "Natur"-Pyrethrum =
>Pyrethrine in Verbindung mit Piperonylbutoxid angeboten - siehe die
>von Neudorf und von anderen Herstellern.
>
>Und diese Produkte sind seit eh' und je für den Ökoanbau zugelassen,
>Pyrethroide waren es meines Wissens noch nie.
>
>Die Webseite befasst sich aber mit keinem Wort mit "Natur-Pyrethrum"
>oder "Pyrethrine".
>
>Würde man den Ökos auch noch die Pyrethrum-Präparate nehmen, hätte das
>für sie vermutlich ähnlich ruinöse Folgen, wie sie mit dem Verbot von
>Kupferpräparaten schon einmal drohten. Daran, die Zulassung von
>Pyrethrum in Verbindung mit Piperonylbutoxid zurückzuziehen, war aber
>m.W. noch nie gedacht.
>
>Tja, jetzt bin ich gespannt, ob einer eine Website findet, in der vor
>den zugelassenen Pflanzenschutzmitteln mit Pyrethrine +
>Piperonylbuoxid gewarnt wird.

Ich bin jetzt echt überlastet *tilt*
- Henry

Gerhard Zahn

unread,
Aug 15, 2004, 2:57:10 PM8/15/04
to
Am Sun, 15 Aug 2004 14:27:39 +0200 schrieb Henry Kiefer:

Hallo,

>>"Verwendung: Piperonylbutoxid wird zur Verstärkung der insektiziden


>>Wirkung von Pyrethroiden eingesetzt."
>>
>>Bisher bin ich davon ausgegangen, dass "Pyrethroide" die synthetische
>>Nachbildung von Pyrethrum sind. Diese Pyrethroide sind in
>>Pflanzenschutzmitteln meines Wissens seit längerer Zeit verboten.
>>Dass man sie heute noch in einem Mittel gegen Kopfläuse findet wage
>>ich zu bezweifeln.

>Äh. Du scheinst viel Arbeit da reingesteckt zu haben.

in der Zeit habe ich schon nichts dümmeres gemacht. :-)
Und das Thema sollte jeden Gärtner interessieren.

>Ich denke Neudorff ist auch bloß ein Hersteller diverser Mittelchen.

Sicher, wie viele andere mischt er die Wirkstoffe und die
Zuschlagstoffe und pakt sie möglichst klein ab. :-)

>Das mit den Kopflausmittel steht aber genau dort, wo du mich hingeschickt
>hast???

Ich doch nicht.
Und dass Pirethroid 1999 in einem Kopflausmittel Verwendung fand,
bezweifle ich nicht. Aber dann kam das Verbot der Pyrethroide in
Pflanzenschutzmittel, da wird man sie kaum in Arzneimitteln weiterhin
zugelassen haben.

>>Der Hinweis "Dem BgVV wurden 1999 folgende Piperonylbutoxid-Gehalte in
>>Produkten für Haushalt und Gewerbe gemeldet:" spricht dafür, dass
>>diese Webseite ein alter Hut ist. Warum soll ich Seiten ernst nehmen,
>>die dem Ersteller fünf Jahre lang keinerlei Aktualisierung wert ist?
>>Wir sind inzwischen bei 2004 angelangt, wo Pyrethroide out sind.

>Naja, meine Paralflasche hat anscheinend auch schon einige Jahre auf dem
>Buckel :)

Tja, mit "Raid..." fand ich auch nix.

Henry Kiefer

unread,
Aug 16, 2004, 8:06:28 AM8/16/04
to
>>Äh. Du scheinst viel Arbeit da reingesteckt zu haben.
Grins.

>
>in der Zeit habe ich schon nichts dümmeres gemacht. :-)
>Und das Thema sollte jeden Gärtner interessieren.

Kann nicht schaden was zu wissen.

>
>>Ich denke Neudorff ist auch bloß ein Hersteller diverser Mittelchen.
>
>Sicher, wie viele andere mischt er die Wirkstoffe und die
>Zuschlagstoffe und pakt sie möglichst klein ab. :-)

billig einkaufen, möglichst viel "Mehrwert" reinstecken, teuerst verkaufen.
Alte Kaufmannsregel.

>>>diese Webseite ein alter Hut ist. Warum soll ich Seiten ernst nehmen,
>>>die dem Ersteller fünf Jahre lang keinerlei Aktualisierung wert ist?
>>>Wir sind inzwischen bei 2004 angelangt, wo Pyrethroide out sind.

Naja. Ich muß dich nochmal dran erinnern, daß DU (?) diese Seite mir
empfohlen hattest. Ich Naivling von Natur-aus, hab das natürlich ungeprüft
übernommen. Vergessen wir es.
Gestern hab ich den "Flöhen" wieder den Garaus gemacht. Frage mich, wo die
herkommen.

>
>>Naja, meine Paralflasche hat anscheinend auch schon einige Jahre auf dem
>>Buckel :)
>
>Tja, mit "Raid..." fand ich auch nix.

Das heißt nix, Tante Google weiß beileibe nicht alles!

Gruß -
Henry

Monika Cisch

unread,
Sep 5, 2004, 2:28:05 PM9/5/04
to
Hi Henry

So, wieder da, schoen war's im Urlaub ;-)

> Naja. Die Herkunft ist meist weltweit, wenns nicht grad Holland oder Spanien
> ist. Ich find ja auch die Lkws auf der Autobahn immer so toll.
> Es lohnt sich regional nach einigen günstigen Bauern zu suchen, die die
> Saisonartikel mit Erzeugerpreis anbieten.

Im Supermarkt ja, aber da sollte es angeben sein. Und man wird
feststellen, dass es selbst dort tatsaechlich Gemuese aus Deutschland
gibt, in vielen Maerkten sogar tatsaechlich aus der Region. So ganz dumm
sind ja die Supermarktleiter auch nicht und bezahlen nicht so gern den
Transport, wenn es sich umgehen laesst. Bauer ist natuerlich besser.

Ich meinte ja auch Gemuese aus dem Supermarkt versus mit Mittel ohne
Sachverstand behandeltes :-)

> Eben.
> Meines Wissens bekommt der Bauer 30 Cent vom Großabnehmer.

Das scheint regional auch unterschiedlich zu sein.

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