ich weiß gar nicht, in welcher Gruppe ich richtig bin ... gibt es eine
vernünftige Erklärung dafür?:
http://www.familie-im-web.de/familie/cybergarten/zimmerpflanzen/s/sansevieria_trifasciat.html
folgende Stelle:
Anzucht
Einen Bogenhanf zu vermehren, gehört zu den einfachen Dingen des Lebens.
Und es macht Spaß, weil er willig anwächst. Zwei Methoden sind dafür
üblich: die Vermehrung durch Teilung und durch Blattstecklinge.
Blattstecklinge allerdings kann man nicht von allen Arten nehmen - es
sei denn, man ist mit einer neuen "grünen" Pflanze zufrieden. Denn alle
gemusterten Arten verlieren bei dieser Art der Vermehrung ihre hübschen
Farbränder oder Streifen.
...
Warum verliert die Pflanze dabei ihre Streifen? Es liegt doch keine
geschlechtliche Vermehrung vor, also müssten die Gene doch identisch
bleiben. Allerdings hat sich meine Pflanze auch so verhalten, und das
Internet hat mir bestätigt, dass ich richtig geschaut habe :-)
Viele Grüße,
Martina
> Warum verliert die Pflanze dabei ihre Streifen? Es liegt doch keine
> geschlechtliche Vermehrung vor, also müssten die Gene doch identisch
> bleiben. Allerdings hat sich meine Pflanze auch so verhalten, und das
> Internet hat mir bestätigt, dass ich richtig geschaut habe :-)
AFAIK ist die Panaschierung durch mutierte Plastiden bedingt, die dann
eben kein Chlorophyll mehr enthalten. Wenn du einem grünen Bereich nimmst,
hast du dann eben die nicht mutierten Chloroplasten. Ist BTW auch
ein Beispiel für extrachromosomale Vererbung, da der Pollen keine(?)
Plastiden mitbringt, hat er keinen Einfluß darauf.
Fragt sich nur, warum du dann bei Samenvermehrung oder Teilung wieder
panaschierte Individuen erhälst.
Just my 1,5 Dezicents,
Andreas
--
"Im Gegenteil. Solche Menschen verkünden -krank oder nicht- meistens sich
selber und ihre Empfindungen. Während Gottes Ansichten ihnen egal sind.
Sie wissen es ja jetzt -dank Offenbarungen- alles weit besser."
-Hans Joss in de.sci.physik zu religiösem Sendungsbewußtsein
> Die grüne Wildform heißt Sansevieria trifasciata. Die gelbgeränderte
> Zuchtform heißt Sansevieria trifasciata cv. 'Laurentii'. Sie hat also
> dieselben Gene wie die Wildform. Wenn man diese besondere Abart nicht
> teilt, sondern aus Blattstücken neu zieht, dann entwickelt sich die
> neuentstehende Pflanze zur Urform zurück bzw. nicht zur Zuchtform hin.
Wenn man ansonsten von gleich welchen Pflanzen Stecklinge nimmt, dann klont
man sie, d.h. hier entstehen neue Pflanzen mit den gleichen Eigenschaften,
wie die der Pflanze von der man sie gewonnen hat. Nur durch kleine
Veränderungen im Erbgut, Virenbefall etc. kann es zum ganz allmählichen
Verlust gewünschter Eigenschaften kommen, wenn man sie nicht durch Auslese
unterstützt oder Vermehrungsformen wählt, die eine mögliche Virenlast
reduzieren - das ist mit Grund für die Entwicklung der Meristemvermehrung.
> Panaschierte Pflanzen mit gemusterten Blättern gibt es von vielen Arten
> (Efeu, Crassula argentea). Man müßte mal schauen, wie sich da Blatt-
> stecklinge, die neue Pflanzen bilden und selbst nicht weiterwachsen,
> verhalten.
Die Verhalten sich wie die Pflanzen, von denen sie abstammen. Das dies bei
den Sansevieren nicht gelingt, kann demnach allenfalls darin begründet sein,
das die farbgebenden Eigenschaften nicht in den Blätter liegen. Das die
genetischen Eigenschaften von Sorten exakt identisch sind mit allen anderen
Pflanzen der jeweiligen Art ist übrigens Unsinn. Sonst wären Gentests beim
Menschen nämlich völlig absurd, wir Menschen sind nämlich auch von einer
Art. Das gilt für Pflanzen genauso. Zucht wird klassisch durch Auslese
betrieben und durch Auslese beigezüchtete Anlagen bleiben auch bei Teilung
im Normalfall bestehen.
Man darf sich jetzt also Gedanken machen, woher die Eigenschaften von
farblich abweichenden Sansiverien kommen und rätseln, warum sie nicht
übertragen werden, aber sicher entwickeln sie sich ebenso wenig genetisch
zur Urform zurück, wie menschliche Klone zu kleinen Affen werden.
Gruß
Bernhard
> >Wenn man ansonsten von gleich welchen Pflanzen Stecklinge nimmt, dann
klont
> >man sie, d.h. hier entstehen neue Pflanzen mit den gleichen
Eigenschaften,
> >wie die der Pflanze von der man sie gewonnen hat.
>
> Lebewesen müssen keinesfalls in allen Zellen gleiche genetische
> Eigenschaften haben.
Das habe ich auch nirgendwo behauptet, wenn ich aber einen Steckling nehme,
von einer Pflanze mit Zellen mit unterschiedlichen genetischen Eigenschaften
und auch der Steckling über diese Eigenschaften verfügt, so verliert er sie
nicht einfach, nur weil er ein Steckling ist.
> Das Pfropfen ist ja ein gutes Beispiel: hier hat
> die Unterlage andere genetische Eigenschaften als der aus dem Edelreis
> gewachsene Teil.
Das ist richtig - nehme ich einen Reis vom edlen Teil, habe ich einen
Edelreis, nehme ich einen Wurzelschößling, so habe ich einen Reis von der
Unterlage (Sehen wir hier mal von Sorten ab, die auch noch einen Mittelbau
haben, sprich aus Wurzelsorte, Stammsorte und Edelsorte aufgebaut sind).
> Sowas gibts auch "natürlich entstanden", ich denk das heißt
> Mosaikmutationen. Das tritt bei einem größeren Zellverband plötzlich
> neues genetisches Material auf.
Das ist so richtig. So ganz plötzlich ist das selten, oft spielen Chemie,
Virosen und Bakterien hier eine wichtige Rolle. Auch beim Menschen gibt es
Mosaikbefunde und bei der Gentherapie wird das sogar gezielt genutzt.
> Ich glaube diese panaschierten Pflanzen gehören irgendwie in diese
> Gegend. Es leuchtet natürlich ein, dass die Eigenschaften eines
> Stecklings davon abhängen aus was für einer Region der stammte.
Wenn ich nun das komplette Blatt einer Sanseverie nehme, mit goldenem Rand
und Streifenmuster, dann ist egal, ob die aus Hessen oder Thüringen stammt.
Es ist auch gleich, ob ich ein Stück nehme, das einen hellen Streifen hat
oder eines das sattgrün ist. Das kann mit Region also nicht gemeint sein -
dann sagen wir es anders: Bei Sanseverien geht es immer zurück zur Urform,
solange man sie nicht über die Wurzel vermehrt. Es scheint sich also nicht
um einen Mosaikbefund im hier beschriebenen Sinne zu handeln, sondern um
eine Eigenschaft, die in der Wurzel ruht. Spannend wäre die Antwort auf die
Frage, was das besondere an den Wurzeln der Zierformen ist.
Gruß
Bernhard
"Martina Eckner" <mar...@stw-bonn.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3E3EFA3D...@stw-bonn.de...
Danke schön, ich werde mich daran erinnern, wenn ich mal wieder eine
gelb geränderte Sanseverie habe :-) Nur haben schon meine normalen
Blattstecklinge total lange gebraucht, bis es endlich Pflanzen wurden
;-)
Viele Grüße,
Martina
Andreas Sielczak schrieb:
>
> AFAIK ist die Panaschierung durch mutierte Plastiden bedingt, die dann
> eben kein Chlorophyll mehr enthalten. Wenn du einem grünen Bereich nimmst,
> hast du dann eben die nicht mutierten Chloroplasten.
Soll das heißen, in einer Pflanze befinden sich Zellen mit
unterschiedlichen Chromosomen, je nachdem, ob die Zellen im grünen
Blattinneren oder im gelben Rand sitzen?
Viele Grüße,
Martina
> Soll das heißen, in einer Pflanze befinden sich Zellen mit
> unterschiedlichen Chromosomen, je nachdem, ob die Zellen im grünen
> Blattinneren oder im gelben Rand sitzen?
Ähmm, nein. Es ging um Chloroplasten.
Woran ich gedacht hatte, war etwas anderes:
http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d10/10e.htm
unter plasmatische Vererbung.
Weiß allerding nicht, ob das bei Sanseverie der
Fall ist, vage Vorstellungen über alternative
Mechnismen hätte ich auch anzubieten, z.B.
Methylierungsmuster der DNA etc..
ciao,
Andreas
--
"Du bist anders als die anderen sagst du
und da sind wir gleich
Und ich kenne keinen anderen
und jeder andere ist mir gleich" -Fink, Jeder Tag
> Soll das heißen, in einer Pflanze befinden sich Zellen mit
> unterschiedlichen Chromosomen, je nachdem, ob die Zellen im grünen
> Blattinneren oder im gelben Rand sitzen?
Ähmm, nein. Es ging um Chloroplasten.
Woran ich gedacht hatte, war etwas anderes:
http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d10/10e.htm
unter plasmatische Vererbung.
Weiß allerding nicht, ob das bei Sanseverie der
Fall ist, vage Vorstellungen über alternative
Mechnismen hätte ich auch anzubieten, z.B.
Methylierungsmuster der DNA etc..
ciao,
Andreas, BTW x-post nach dsb beibehalten...