Und meine (aus Samen gezogen) sind viel höher geschossen (trotz
Sonnenfensterlage), eher spillerig, drohen noch umzukippen -- erste
Blüten ja, aber im Vergleich wirken sie eher wie brillentragenden
Teenagerschlakse gegenüber ausgewachsenen Bodybuildern.
WIE machen die das in den Gewächshäusern ?!?!?
Ist es einfach die ständige Wärme (bei mir auch Zimmertemperatur) und
Luftfeuchtigkeit (bei mir weniger)? Tun die viel Dünger ran? Sollte
man die direkten Triebe früh auskneifen, damit sich die Pflanze
verzweigt (ich dachte, nur später die Seitentriebe ausgeizen) ? Sind
die anfangs in winzigen Töpfen, damit der Wurzelballen klein bleibt?
Viel Durststress, damit mehr Wurzeln kommen? Sind es andere Sorten
(bei mir drei verschiedene)?
Oder ist bei "denen" der Daumen einfach grüner?
Fragen über Fragen -- wenn Ihr ein paar Antworten für mich hättet,
könnte ich vielleicht nachts auch wieder schlafen *ggg*
Danke, Sara
> Aaaalsooo,
> ich habe heut im Gartenmarkt die Tomatenpflanzen gesehen: 20
> Zentimeter hoch, Stämmchen fast fingerdick, üppig beblättert, aber
> gedrungen, und sogar schon erste kleine Tomaten dran.
>
> Und meine (aus Samen gezogen) sind viel höher geschossen (trotz
> Sonnenfensterlage), eher spillerig, drohen noch umzukippen -- erste
> Blüten ja, aber im Vergleich wirken sie eher wie brillentragenden
> Teenagerschlakse gegenüber ausgewachsenen Bodybuildern.
Die hast Du wohl etwas zu schnell hochgepuscht. Die 20 cm-Pflanze mit
Früchten ist aber auch nicht normal !
> WIE machen die das in den Gewächshäusern ?!?!?
Die da oben haben die Tomaten in Bezug auf Stickstoff seehr knapp gehalten
und eher Kali und Phospat gedüngt.
Gegossen haben die wohl auch eher weniger.
> Ist es einfach die ständige Wärme (bei mir auch Zimmertemperatur)
Nein, kompakte Pflanzen bekommst Du im Gewächshaus durch eine gute
Klime-/Lüftungsstrategie.
"In" im Erwerbsgartenbau ist derzeit die "cool morning" Strategie: Bei
Anbruch des Tages werden alle Gewächshauslüftungen aufgemacht und die Hütte
richig runtergekühlt. Die Pflanzen reagieren darauf mit kompaktem Wuchs.
>und
> Luftfeuchtigkeit (bei mir weniger)?
Zu viel Luftfeuchte muss weggelüftet werden.
> Tun die viel Dünger ran?
Viel ist relativ .... der Richtige im richtigen Maß muss es sein.
>Sollte
> man die direkten Triebe früh auskneifen, damit sich die Pflanze
> verzweigt (ich dachte, nur später die Seitentriebe ausgeizen) ?
Die soll sich eher NICHT verzweigen..
>Sind
> die anfangs in winzigen Töpfen, damit der Wurzelballen klein bleibt?
Sie werden gesäht - in Kisten oder in Anzuchtplatten mit kleine Töpfen - und
dann so piekiert/verpflanzt, daß sie tiefer als vorher sitzen. Das führt zur
Bildung von sog. Adventivwurzeln und zu kompaktem Wuchs.
> Viel Durststress, damit mehr Wurzeln kommen?
Zumindest Wasser knapp halten.
>Sind es andere Sorten
> (bei mir drei verschiedene)?
Der Wuchs kann natürlich aus sortenabhängig sein.
> Oder ist bei "denen" der Daumen einfach grüner?
Das kann ich ls Profigärtner nicht beurteilen ;-))
>
> Fragen über Fragen -- wenn Ihr ein paar Antworten für mich hättet,
> könnte ich vielleicht nachts auch wieder schlafen *ggg*
>
Setz zumindest deine "Meterware" um einen Blattzwischenraum tiefer in die
Erde.
Ansonsten guten Schlaf.
Freundliche Grüße
Stephan Romahn
Garten- und Landschaftsarchitekt
--
http://www.srgruenhaus.de
Ökologische Dachbegrünung Know how, Material und Grün aus Naturland
anerkanntem ökologischen Gartenbau
> Ganz einfach, die verwenden ein Halmverkürzungsmittel,
Ist zwar ein schönes Vorurteil, aber im Gemüsejungeflanzenbereich spritzt
niemand Stauchmittel.
ist da m.W. auch verboten.
Im Zierpflanzenbau wird das noch gemacht, obwohl es inzwischen auch andere
Stauchstrategieen gibt.
>die Pflanzen
> werden damit einige Male behandelt, das führt zu dem etwas
> gedrungenen, subjektiv kräfiger und gesünder aussehendem Wuchs.
> Wird auch bei Geranien, Petunien, etc. angewendet.
> Ursprünglich wurde damit Getreide behandelt, damit die Halme kürzer
> und kräftiger werden und nicht so leicht umknicken.
Nicht "ursprünglich wurde damit Getreide behandelt", sondern hauptsächlich
wird immer noch.... !
> ich weiß nicht, ob das Zeug im "Hobbygärtnerbedarfshandel" erhältlich
> ist, aber mit Hausmitteln kannst Du das nicht erreichen, evtl. einen
> Bauern in Deiner Nähe fragen, ob er Dir etwas von einem solchen Mittel
> abgibt.
>
Verboten und nicht gesundheitsfördernd !!
> Ist IMO aber nicht notwendig, es handelt sich ja nur um ein optisches
> Problem. Deine Pflanzen werden auch noch kräftige Bodybuilder, wenn
> sie die Braunfäule nicht vorher dahinrafft..
Gegen Braunfäule kann man was machen, aber schwache Jungpflanzen werden nie
Bodybuilder.
Sara Dochtmann schrieb:
>Und meine (aus Samen gezogen) sind viel höher geschossen (trotz
>Sonnenfensterlage), eher spillerig, drohen noch umzukippen -- erste
>Blüten ja, aber im Vergleich wirken sie eher wie brillentragenden
>Teenagerschlakse gegenüber ausgewachsenen Bodybuildern.
>
Die meisten Gärtnereien arbeiten mit zusätzlicher Beleuchtung (zB
durch Metalldampflampen), um Beleuchtungsdauer (Tageslänge) und
Lichtmenge zu erhöhen. Ein (Innen-)Fensterbrett, auch auf der
Südseite, ist auch bei weitem nicht so hell wie ein Gewächshaus oder
ein Standort im Freiland* - auch das führt zu vergleichsweise hohem,
schlaksigem Wuchs.
>WIE machen die das in den Gewächshäusern ?!?!?
>Ist es einfach die ständige Wärme (bei mir auch Zimmertemperatur) und
>
Zumindest bei Gurken und (Gemüse-)Paprika habe ich die Erfahrung
gemacht, daß die Sämlinge bei relativ niedrigen Temperaturen
gedrungener und kräftiger wachsen als bei übermäßiger Wärme.
>Luftfeuchtigkeit (bei mir weniger)?
>
Eher nicht. Bei hoher Luftfeuchtigkeit (oder gar gespannter Luft)
wachsen die Pflanzen zwar größer, werden allerdings auch "lappiger"
und anfälliger. Und nach dem Pflanzen an den entgültigen Standort wird
man dann uU nicht mehr mit gießen fertig...
Die besten Erfahrungen habe ich bisher mit der Kombination "sehr hell"
+ "kühl (ca 20°C)" + "mäßig feucht" gemacht. Wenn die Pflanzen dann so
sechs bis acht Blattpaare gebildet haben, kann man sie dann vorsichtig
auf die Bedingungen am entgültigen Standort umstellen.
Viele Grüße,
Thomas
*) Der subjektive Eindruck kann da ganz schön täuschen. Ich habe mal
mit einem Belichtungsmesser die Runde gemacht, als ich noch einen
Platz für meine Karnivoren (idR "Sonnenanbeter") gesucht habe - die
Lichtstärke vor einer Scheibe ist teilweise um den Faktor 3..4 höher
als dahinter, vor allem metallbedampfte Wärmeschutzverglasung filtert
oft erheblich.
--
Wir sind auf dem richtigen Weg -
10.000 Lemminge können sich nicht irren!
Und nächstes Jahr, solange ich kein Gewächshäuschen hab, kommen sie
einfach erst mal kühler. Und dann mal gucken...
Sara
darüber habe ich mich auch immer gewundert. Dieses Jahr habe ich genauso wie
sonst mit der Saat im März begonnen und die Pflanzen haben sich wie sonst
auch spindelig dürr entwickelt.
Dieses Jahr habe ich sie aber schon seit etwa einem Monat im Gewächshaus
(Folientunnel ohne Heizung). Die Pflanzen brauchen sich am heutigen Tag
nicht hinter denen im Handel zu verstecken. Mir gefallen sie sogar fast noch
besser :-))
Mit den Frösten habe ich bis jetzt wohl ziemliches Glück gehabt, aber für
nächstes Jahr heisst das, dass ich mir für kritische Nächte eine
Heizungsmöglichkeit ausdenken werde und von nun an immer so früh auspflanzen
(Gewächshaus) werde.
Allein die Blattfarbe ist viel satter grün, wenn sie einige Tage draussen
stehen. Sie entwickeln sich deutlich (!) stabiler. Meine Beobachtung.
Gruß von
Thomas
"Sara Dochtmann" <do...@bigfoot.com> schrieb im Newsbeitrag
news:c6712b5a.03050...@posting.google.com...
Hallo Thomas,
>Mit den Frösten habe ich bis jetzt wohl ziemliches Glück gehabt, aber für
>nächstes Jahr heisst das, dass ich mir für kritische Nächte eine
>Heizungsmöglichkeit ausdenken werde und von nun an immer so früh auspflanzen
>(Gewächshaus) werde.
im April und Mai kannst du die paar frostigen Nächte leicht ohne
spezielle Heizung überspielen:
Erstens im Gewächshaus zusätzlich eine Folie auflegen und bei mehreren
Minusgraden ein, zwei Grablichter drunter gestellt. Die halten zwei
Nächte durch und sind immer noch die billigste Notlösung.
>Allein die Blattfarbe ist viel satter grün, wenn sie einige Tage draussen
>stehen. Sie entwickeln sich deutlich (!) stabiler. Meine Beobachtung.
Das sattere Grün kommt nicht vom draußen rum stehen, sondern vom
Nährstoffgehalt des Bodens, speziell vom Stickstoff. Hast du wohl die
Pflanzen nicht gedüngt, so lange sie im Anzuchttopf standen?
Beste Grüße G e r h a r d