Anleitung zur Apfeleinlagerung in Plastikfolienbeuteln
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In Privathaushalten bereitet die Obstlagerung über einen längeren
Zeitraum in den oft zu warmen und trockenen Kellerräumen grosse
Schwierigkeiten. Die Früchte beginnen bald zu schrumpfen, verlieren
an Vitamin C und werden durch z.T. durch Fäulnis vernichtet. Von
einem knackig frischen Apfel kann schon nach mehrwöchiger Lagerung
nicht mehr die Rede sein.
Aus Praxisversuchen ist bekannt, dass sich luftdicht verschlossene
Folienbeutel in einer Stärke von 0,03mm bis 0,05mm sehr gut für die
Obstaufbewahrung eignen. Im geschlossenen Beutel veratmen die
Früchte einen grossen Teil des Sauerstoffs und geben Kohlendioxyd
ab. Dadurch wird die Atmungsintensität des Obstes herabgesetzt und
die Reife verzögert, somit die Haltbarkeit verlängert. Im Gegensatz
zum Normallager bleibt der Apfel frisch und verliert keine
Gehaltsstoffe. Der Substanzverlust wird infolge der hohen
Luftfeuchtigkeit verringert. Folgende Hinweise sind zu beachten:
1) Zu verwenden sind nur gesunde, unbeschädigte, bis mittelgrosse,
nicht zu reife Äpfel von Bäumen mit einer normalen Erntemenge.
Die Grundfarbe der Äpfel sollte das Grün- oder Grüngelbstadium
noch nicht überschritten haben. Dagegen kann die Deckfarbe (rot) bei
entsprechenden Sorten recht intensiv ausgeprägt sein.
2) Am besten eignen sich die Sorten Golden Delicious, Jonagold und
Glockenapfel, aber auch bei anderen Sorten wie Jonathan, Berlepsch,
Boskoop, Gloster, Melrose und Idared trägt diese Lagerart zu einer
verbesserten Haltbarkeit bei.
Auch bestimmte Birnensorten wie z.B. Williams, Conference und Gute
Luise eignen sich für die Folienlagerung. Allerdings sollte möglichst
dünnwandige Folie verwendet und wie unter Punkt 4) perforiert werden.
3) Vor dem Einfüllen in den Folienbeutel sollten die Früchte einige
Tage im vorgesehenen Lagerraum auf die dort herrschende Temperatur
abgekühlt werden.
4) Die gefüllten Beutel bleiben noch 2 bis 3 Tage geöffnet stehen,
um der Kondenswasserbildung vorzubeugen. Dann mit einem Klebeband
oder einer Schnur fest verschliessen.
Sorten wie z.B. Boskoop, Berlepsch, Gewürzluiken, Cox, die
erfahrungsgemäss je nach Reifezustand früher oder später zu
Schalen- oder Fleischbräune neigen, kann durch eine Perforation
der Folienbeutel mittels einer Büroklammer vorgebeugt werden. Je
2 oder 3kg ist ein Einstich, etwa 3 - 4 Wochen nach dem Einlagern
vorzunehmen.
5) Die für den Haushalt zweckmässigste Folienbeutelgrösse liegt
bei ca. 2 - 5kg Fassungvermögen. Die Folie darf nicht stärker
als 0,05mm sein. Diese Folienbeutelgrössen (25 x 40cm oder
40 x 60cm) finden normalerweise auch beim Tiefgefrieren Verwendung.
6) Lagertemperaturen zwischen 3 und 10 Grad sind bestens geeignet.
Aber auch Temperaturen bis maximal 15 Grad (Perforation, wie unter
Punkt 4 dann unbedingt notwendig) wurden noch brauchbare
Ergebnisse erzielt.
7) Nach dem Auslagern brauchen die Früchte noch einige Tage um
nachzureifen und das volle Aroma auszubilden. Danach müssen sie
bald verzehrt werden.
Die Haltbarkeit der auf diese Weise aufbewahrten Äpfel lässtig
sich gegenüber der Normallagerung um einige Monate verlängern.
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Bleibt noch zu sagen, dass ich das selbst nie ausprobiert habe.
Die Informationen stammen von der Obstbauberatung der Stadt
Stuttgart. Man merkts an der Sortennennung, z.B. den (leckeren!)
Gewürzluiken.
--
Thomas Nagel Haiku auf Deutsch:
<http://www.haiku-plus.de>
Hallo Thomas,
>Wie angekündigt hier die
>
>Anleitung zur Apfeleinlagerung in Plastikfolienbeuteln
>------------------------------------------------------
sei bedankt.
>Bleibt noch zu sagen, dass ich das selbst nie ausprobiert habe.
Ähnliches praktiziere ich seit Jahren mit gutem Erfolg.
Aber es geht nicht nur in kleinen Folienbeuteln, sondern auch in
Obststeigen, die zu mehreren (nach Reifezeiten sortiert) in einem
Foliensack stehen.
Dazu fand ich noch folgendes (aus Obst & Garten):
Der Hobbygärtner kann sich für die Langzeitlagerung selbst ein
kleines "CA-Lager" einrichten. Dazu stellt man mehrere flache Kisten
mit jeweils einer Lage ausgesuchter, gesunder Äpfel in einen 0,03
bis 0,05 mm starken Foliensack auf Hölzchen, damit die Folie keinen
Bodenkontakt hat.
Der Sack wird fest verschlossen, wenn die Äpfel die Raumtemperatur
angenommen haben u so befestigt, dass die Folie nicht direkt
aufliegt.
Anschließend bohrt man mit einer stärkeren Nähnadel oder einem
dünnen Nagel je kg Inhalt 1 bis 2 Löcher in die Folie, damit etwas
Sauerstoff nachströmen kann. Aufgrund der verringerten
Frischluftzufuhr setzt sich der Sauerstoffgehalt durch den Verbrauch
bei der Atmung langsam herab, während sich der Kohlendioxidgehalt
erhöht. Die Früchte fallen quasi in einen "Winterschlaf".
Öffnet man die Umhüllung, reifen die Äpfel innerhalb von 1 bis 2
Wochen nach, sie sind frisch u knackig.
Der Lagerraum sollte frostfrei u kühl sein.
Bei mir hat sich auch noch bewährt, in den Sack ein mit Wasser
vollgesogenes Papiertaschentuch zu legen, weil dies die
Luftfeuchtigkeit erhöht.
Alle drei Wochen nachsehen u event. faulende Früchte entfernen.
Beste Grüße G e r h a r d
vorweg - ich lagere nicht in Folienbeiteln.
Ein Freund von uns ist "Apfelbauer" und hat die Folienlagerung
letztes Jahr auch wieder aufgegeben, da zu viele Äpfel faulen.
Vorausgesetzt man hat einen guten Keller und viel eigene Äpfel,
kann man gut in einfachen Kisten lagern, für kleinere Mengen (1-2ztr.)
eignen sich vielleicht auch die Säcke, aber wie gesagt es fault halt
alles recht schnell und man muß ständig kontrollieren, sonst fault
die ganze Kiste zusammen.
Liebe Grüße aus meinem Kräutergarten ChrisTine
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
e381vsc30bp78r4ko...@4ax.com...
>Lieber Gerhard,
Allerliebste Christine,
>vorweg - ich lagere nicht in Folienbeiteln.
Musst du ja nicht.
>Ein Freund von uns ist "Apfelbauer" und hat die Folienlagerung
>letztes Jahr auch wieder aufgegeben, da zu viele Äpfel faulen.
Von einem Profi habe ich erfahren, dass Äpfel auch in Kisten
gelagert furchtbar faulen, wenn sie nicht gegen Lagerfäulen eine
sogenannte Abschlussspritzung erhalten. Also wird gespritzt.
(Zugelassene Mittel: Euparen WG, Wartezeit 7 Tage; Benzimidazole:
Cercobin FL, Wartezeit 10 Tage und DuPont Benomyl, Wartezeit 7 Tage
- zur Vermeidung von Spritzflecken werden Netzmittel zugesetzt...).
>Vorausgesetzt man hat einen guten Keller und viel eigene Äpfel,
>kann man gut in einfachen Kisten lagern, für kleinere Mengen (1-2ztr.)
>eignen sich vielleicht auch die Säcke, aber wie gesagt es fault halt
>alles recht schnell und man muß ständig kontrollieren, sonst fault
>die ganze Kiste zusammen.
Hm. Da gibt es Äpfel, die faulen u andere die nicht faulen. Die, die
faulen, stecken im nu gesunde an u ab geht die Post...
Es ist deshalb unvermeidbar, dass eingelagerte Äpfel anfänglich in
kurzen Zeitabschnitten durchgesehen u schafhafte Äpfel ausgesondert
werden.
Ob aber Äpfel überhaupt faulen oder nicht, liegt m. E. keinesfalls
an der Lagerung mit oder ohne Folienumhüllung, sondern daran, ob sie
bereits Verletzungen oder Befall mit Lagerkrankheiten haben.
Wenn die Methode Folienbeutel so negativ verliefe, würde sie wohl
nicht wieder besseres Wissen allenthalben empfohlen.
wir haben im Vorjahr unsere Jonathan im Keller gelagert - auf Holzsteigen,
so daß kein Apfel
den anderen berührte, und die schlechten ständig ausgeklaubt - die Äpfel
haben bis März gehalten, ohne Spritzen.
Der Baum hat heuer so schöne Äpfel getragen (mindestens -8 cm Durchmesser,
dunkelrot, richtiges Tafelobst) ohne jegliche Spritzung, obwohl er immer
wider Läuse und so Zeugs kriegt (dann schneide ich einfach nur die
verlausten Spitzen ab).
Die Äpfel unseres alten Herren, des Lavanttaler Bananenapfels, und Idared,
unser zweiter junger, halten nicht so lange. Außerdem schmeckt mir der
Jonathan am besten.
Gruß Ulli
> wir haben im Vorjahr unsere Jonathan im Keller gelagert - auf Holzsteigen,
> so daþ kein Apfel
> den anderen ber¸hrte, und die schlechten st”ndig ausgeklaubt - die Ÿpfel
> haben bis M”rz gehalten, ohne Spritzen.
Ein normaler Keller war das nicht. Normale Keller sind heutzutage
solche wie unsere: Ein betonierter Raum zwischen Heizung und Garage,
hell, warm, trocken. Nach spätestens vier Wochen ist da jeder Apfel
weich und verschrumpelt.
Tom
Meines Wissens hatten das schon unserer Vorfahren so gemacht und anscheinend hatte es sich bewährt.
In Kisten lagern?! :-(
[...]
>
> Gruß Ulli
>
>
>
p
Hallo Ulli,
>wir haben im Vorjahr unsere Jonathan im Keller gelagert - auf Holzsteigen,
>so daß kein Apfel
>den anderen berührte, und die schlechten ständig ausgeklaubt - die Äpfel
>haben bis März gehalten, ohne Spritzen.
Kunststück. Jonathan hält auf dem "Normallager" bis März ohne zu
welken.
Nur: Wer hat heute schon noch ein Normallager....:-(
Mit Tricks hält er übrigens noch einen Monat länger.
>Der Baum hat heuer so schöne Äpfel getragen (mindestens -8 cm Durchmesser,
>dunkelrot, richtiges Tafelobst) ohne jegliche Spritzung, obwohl er immer
>wider Läuse und so Zeugs kriegt (dann schneide ich einfach nur die
>verlausten Spitzen ab).
So sollte es sein.
>Die Äpfel unseres alten Herren, des Lavanttaler Bananenapfels, und Idared,
>unser zweiter junger, halten nicht so lange.
Bananenapfel kenne ich nicht.
Aber der Idared müsste im kühlen Normallager ohne zu welken bis
April/Mai lagern....
Hm. Vielleicht solltet ihr den etwas eher ernten u nicht als
Spätlese.
>Außerdem schmeckt mir der Jonathan am besten.
Solange du keinen Jonagold hast, wird sich das nicht ändern....:-)
wann ist eigentlich der beste Zeitpunkt, um Lageräpfel zu ernten? Ich habe
Jonathan und Idared erst in der Vorwoche geerntet, war das zu spät? Vorher
sahen die Äpfel noch ziemlich grün aus.
Die Jonathan schmecken jetzt schon so gut, daß man sie kiloweise essen
könnte. Schade, daß wir keinen Platz mehr für einen weiteren Baum haben,
sonst hätte ich Jonagold sofort ausprobiert (Gold Delicious mag ich aber
nicht so gerne).
Gruß Ulli
Hallo Ulli,
>wann ist eigentlich der beste Zeitpunkt, um Lageräpfel zu ernten?
leicht gefragt aber äußerst schwer zu beantworten....:-(
Glaubst du nicht? Der wirklich optimale Erntezeitpunkt scheint
selbst für die Profis ein Problem zu sein:
"Bei der Ernte sollten sich die Früchte gut vom Fruchtkuchen lösen.
Grund- u Deckfarbe müssen gut ausgeprägt sein. Zu beachten ist, daß
bei warmer Witterung im Herbst der Säureabbau schneller vonstatten
geht als bei kühlem Wetter. Ein zu schneller Säureabbau kann die
Langzeitlagerung negativ beeinflussen.
Für die Lagerfähigkeit sind die sortenspezifisch potimalen
Erntetermine von entscheidender Bedeutung. Zur Terminbestimmung
sollten mehrere Parameter herangezogen werden. Mit Hilfe des
Jod-Stärketests (Lugols-Lösung) kann der Stärkeabbau in der Frucht
festgestellt werden. Hierzu werden die Äpfel äquatorial
durchgeschnitten u die Lösung auf die Schnittflächen aufgetragen.
Verfärbt sich das Fruchtfleisch schwarz, hat der Stärkeabbau noch
nicht eingesetzt. Für die Ernte ist es noch zu früh. Bleibt die
Schnittfläche fast vollständig hell, sind die Früchte bereits
überreif u scheiden für längeres Lagern aus. Zu berücksichtigen ist
allerdings, dass die einzelnen Sorten bei vergleichbarem
Reifezustand unterschiedliche Aufhellungsmuster zeigen...."
Und auf die Grundfarbenaufhellung von grün nach gelb soll man achten
u den Refraktometerwert u den Penetrometerwert soll man bestimmen u
den Reifekoeffizienten soll man errechnen, wozu der Festigkeitswert
mit dem Produkt aus Refraktometer- u Stärkewert dividiert wird usw.
usw....
Das geht dann noch 'ne Weile so zu, nur weiß man dann noch immer
nicht, wann der optimale Erntezeitpunkt ist....:-(
Und ich frage mich, ob äquatorial durchgeschnittene Äpfel überhaupt
lagerfähig sind...:-)
>Ich habe
>Jonathan und Idared erst in der Vorwoche geerntet, war das zu spät? Vorher
>sahen die Äpfel noch ziemlich grün aus.
>Die Jonathan schmecken jetzt schon so gut, daß man sie kiloweise essen
>könnte.
Für Jonathan dürfte es etwas zu spät gewesen sein. Für den wird über
den Daumen die Pflückreife für Ende September bis Mitte Oktober
angegeben. Und heuer waren alle Öbster eine gute bis zwei Wochen
früher dran als sonst.
Also für nächstes Jahr den vorgesehenen Termin in den Kalender
schreiben u Ende September einmal durchernten u zwei Wochen danach
den Rest abnehmen. Dieses Ernten auf zwei Raten hat augenscheinliche
Vorteile, wenn es darum geht eine gleichmäßigere Qualität zu ernten,
denn die nordseitigen u inneren Früchte werden nun mal etwas später
reif als die auf der Sonnenseite. Und letztere sind beim ersten
Durchernten noch nicht überreif u halten dann einfach besser.
Bei Idared ist die Pflückreife für Ende Oktober angesetzt. Da dürfte
heuer die Vorwoche in etwa gepasst haben.
Früheres oder späteres Ernten hat halt seine zwei Seiten. Früher
geerntetes Obst hält länger, hat aber nicht das höchstmögliche
Aroma. Später geerntetes schmeckt typischer, hält aber nicht so
lange.
>Schade, daß wir keinen Platz mehr für einen weiteren Baum haben,
>sonst hätte ich Jonagold sofort ausprobiert
Bei der Höhe, die euer Garten hat, sollte doch noch eine schlanke
Spindel unterzubringen sein....:-)
>(Gold Delicious mag ich aber nicht so gerne).
Den mag ich sogar sehr gerne. Aber nur als Spätlese u essreif frisch
vom Baum. Dann ist der super u mit den marktgängigen Qualitäten
nicht zu vergleichen.
Hm. Aber die besten Äpfel ess' ich selber: Zur Zeit knackigsaftige
Alkmenen - da schmeißt du alles andere weit weg....:-)
Versuch' diese Sorte mal auf dem Markt aufzutreiben zum Verkosten!
Hallo Konrad,
>>Ob aber Äpfel überhaupt faulen oder nicht, liegt m. E. keinesfalls
>>an der Lagerung mit oder ohne Folienumhüllung,
>
>Die Folienumhüllung bringt ja nicht nur weniger O2 sondern auch höhere
>Feuchte/geringers Austrocknen.
>Ich kann mir schon vorstellen, dass der Fäulnisprozess durch höhere
>Feuchte und nicht eingetrocknete Fruchtoberflächen begünstigt wird.
hm. Weniger O2 dürfte noch nicht viel heißen, mehr CO2 sollte aber
auch Lagerpilze bremsen.
Das Obst soll ja nicht feucht u keinesfalls nass sein. Deshalb
sollen die Folienumhüllungen erst geschlossen werden, wenn sich die
Folie u die Früchte der Raumtemperatur angepasst haben u sich kein
Kondenswasser mehr niederschlägt.
Irgendwoher hab' ich mir notiert:
"Ideale Lagerbedingungen herrschen vor, wenn die Temperatur nicht
über 10° C steigt u die relative Luffeuchtigkeit nicht unter 80 %
sinkt."
Andere Quellen verlangen 90 % Luftfeuchtigkeit.
Und die Folienlagerung wendet man ja in erster Linie dort an, wo zu
trockene Kellerluft das Welken rasant beschleunigt.
>Es ist eben eine Reise zwischen Scilla und Carrybdis: Entweder gibts
>im Februar nur noch schrumplige, überreife, ausgezehrte Äpfel, die
>aber reichlich oder frische knackige, davon aber eben nur die, die
>nicht vorher verfault sind.
Wenn die höhere Luftfeuchtigkeit in den Beuteln schlechthin die
Ursache für das Faulen der Äpfel wäre, müssten doch alle faulen,
alldieweil sie's ja alle gleich feucht haben....
Tun sie aber nicht.
Also meine ich, es faulen nur die, die bereits eine Macke
(Verletzung) mitgebracht haben oder an einem Faulenden anliegen.
Ich habe meine Äpfel mit wöchentlichem Abstand zweimal durchgesehen
u bereits beim zweiten Mal nur noch einige wenige mit Faulstellen
vorgefunden u heute nur einen einzigen. Ich hoffe, dass das so
bleibt, trotz Folie.:-)
ich habe mal gelesen, daß die Äpfel pflückreif sind, wenn man sie leicht vom
Stengel drehen kann. Das war aber auch in der Vorwoche noch immer nicht der
Fall. Auch deshalb habe ich so lange gewartet.
Ich fürchte auch, daß äquatorial durchgeschnittenen Äpfel nicht besonders
lagerfähig sind, und mein Refraktometer ist gerade in der Reparatur. Ich
fürchte, wir werden sicherheitshalber 6 Steigen Jonathan auf einen Sitz
aufessen müssen.
Zum Verkosten habe ich mir auf jeden Fall Alkmene und Jonagold vorgemerkt.
Heuer war alles früh dran, wir haben Freunden in der ersten Septemberhälfte
beim Weinlesen geholfen (mindestens 14 Tage früher als sonst). Der Wein ist,
hat sich herausgestellt, eine Spätlese (!) oder möglicherweise noch was
Besseres. Bis jetzt hat er 19 1/2 Zuckergrade und da sie die Trauben heuer
ausgedünnt haben, sind sie auch unter der von der EU vorgeschriebenen
Höchstmenge geblieben (im Vorjahr war es zuviel, deshalb durften sie ihn
nicht Grüner Veltliner, sonder nur Tafelwein nenenne). Bis zu seiner
endgültigen Einstufung wird der Wein aber noch mehrfach von offizieller
Stelle kontrolliert. Das ist vielleicht eine Wissenschaft.
Ein Winzer meinte, er würde die heurige Ernte nicht verkaufen, sondern
aufheben und selber trinken - so ein Wein käme so bald nicht wieder.
Gruß Ulli
> <christian...@chello.at> :
>
Hallo Ulli,
>ich habe mal gelesen, daß die Äpfel pflückreif sind, wenn man sie leicht vom
>Stengel drehen kann. Das war aber auch in der Vorwoche noch immer nicht der
>Fall. Auch deshalb habe ich so lange gewartet.
das kann ein Merkmal der Pflückreife sein, nicht aber beim Jonathan.
Boskoop zB könnte manchmal noch gut u gern hängen, ist aber nicht
windfest u es kommt zu Fallern. Andere sind ausgesprochen windfest.
Zum Jonathan schreibt Petzold u.a.: Früchte....windfest, das
verführt zu später Ernte, dadurch Zunahme des Jonathanspots
(schwarze Flecke - kein Schorf) u Gefährdung durch Nachtfröste,
erleiden Früchte diese am Baum, erfolgt Fleischbräune u Zerstörung
des Fruchtfleisches....
Übrigens ist auch die Bräunung der Kerne je nach Sorte u Gegend kein
zuverlässiges Anzeichen für Pflückreife.
Also ich kann nur jedem raten, wenigstens zweimal durchzuernten.
Beim ersten Mal erfasst man damit nämlich die sonnenseitigen besten
Früchte, die ansonsten überreif werden können, wenn man sich nach
den letzten Schattenfrüchten richtet. Und dann hat man genau bei den
erstklassigen Äpfeln den richtigen Pflückzeitpunkt verpasst....
>Ich fürchte auch, daß äquatorial durchgeschnittenen Äpfel nicht besonders
>lagerfähig sind, und mein Refraktometer ist gerade in der Reparatur. Ich
>fürchte, wir werden sicherheitshalber 6 Steigen Jonathan auf einen Sitz
>aufessen müssen.
:-)
>Zum Verkosten habe ich mir auf jeden Fall Alkmene und Jonagold vorgemerkt.
Alkmene werde ich mir gleich noch einen zusätzlichen gönnen u mit
Jonagold solltest du noch einen Monat plus X warten.
>Heuer war alles früh dran, wir haben Freunden in der ersten Septemberhälfte
>beim Weinlesen geholfen (mindestens 14 Tage früher als sonst). Der Wein ist,
>hat sich herausgestellt, eine Spätlese (!) oder möglicherweise noch was
>Besseres. Bis jetzt hat er 19 1/2 Zuckergrade und da sie die Trauben heuer
>ausgedünnt haben, sind sie auch unter der von der EU vorgeschriebenen
>Höchstmenge geblieben (im Vorjahr war es zuviel, deshalb durften sie ihn
>nicht Grüner Veltliner, sonder nur Tafelwein nenenne).
Das Ausdünnen bringt echt Qualität, nicht nur bei den Weintrauben!
Ich konnte heuer wieder einige vom Gärtnerstammtisch zur Hälfte
überzeugen.
Die haben, misstrauisch wie sie sind..., einige Äste voll behangen
belassen u an einigen Ästen haben sie mehr oder weniger stark
ausgedünnt.
Wenn mir einer die Vorteile des Ausdünnens nicht abnehmen will,
schicke ich ihn zu diesen Experimentierern. Die sind jetzt voll
drauf u nächstes Jahr dünnen sie den ganzen Baum aus....:-)
>Ein Winzer meinte, er würde die heurige Ernte nicht verkaufen, sondern
>aufheben und selber trinken - so ein Wein käme so bald nicht wieder.
Unter diesen Umständen komme ich auch so bald nicht wieder in die
Wachau. Schließlich war der Grüne Veltliner in der richtigen
Buschenschänke immer ein gewisses highlight.
Gruß Ulli