In unserer Reihenhaussiedlung tritt folgendes Problem vermehrt auf:
Sowohl an den Blutjohannisbeeren als auch an roten Johannisbeeren
vertrocknen zunächst Blätter, dann ganze Äste, im schlimmsten Fall war
binnen drei Tagen die ganze Pflanze, eine Blutjohannisbeere, hinüber.
Blattflecken kann man keine erkennen, ansonsten erscheinen mit die
Blätter etwas zu hell bei den betroffenen Pflanzen. Weiß jemand Rat ?
Vielen Dank im voraus, Susanne
>In unserer Reihenhaussiedlung tritt folgendes Problem vermehrt auf:
>Sowohl an den Blutjohannisbeeren als auch an roten Johannisbeeren
>vertrocknen zunächst Blätter, dann ganze Äste, im schlimmsten Fall war
>binnen drei Tagen die ganze Pflanze, eine Blutjohannisbeere, hinüber.
>Blattflecken kann man keine erkennen, ansonsten erscheinen mit die
>Blätter etwas zu hell bei den betroffenen Pflanzen. Weiß jemand Rat ?
Hallo Susanne,
an dem üppigen Echo magst Du die Ratlosigkeit aller ermessen...:-(
Ich kenne keine Krankheit an Johannisbeeren, die diese spurlos
absterben läßt.
Wenn schon das Holz auch hinüber ging, dann waren da üblicherweise
wenigsten Rotpusteln, die öfter als Sekundärerkrankung, dann aber auch
wieder als eigentliche Schadpilze genannt werden.
Leider gibt's dagegen meines Wissens nichts, was heilt.
Hm. Für heuer ist eh' alles gelaufen.
Ihr könnt Euch bestenfalls mit einer vorbeugenden Austriebsspritzung
und eventuell mehreren Nachblütespritzungen gegen Schadpilze befassen.
Außer allgemein Vorbeugen dürfte da kaum etwas helfen.
Beste Grüße G e r h a r d
Ursache: falsches Gießen
Ich habe einen Strauch, welcher sehr trocken aussah (Neue Pflanze) in der
Mittagssonne kräftig, zwar von unten,ohne die Blätter zu benetzen, gegossen.
Dies hat der Strauch mir Übel genommen und ist wie beschrieben innerhalb
weniger Tage vertrocknet.
Ein Gärtner sagte mir das er diese Reaktion kennt.
Gruß
Ralf
Susanne Göttel-Spaniol schrieb in Nachricht <7li5p3$478$1...@news.online.de>...
>Guten Tag, liebe NewsgrouplerInnen!
>
>In unserer Reihenhaussiedlung tritt folgendes Problem vermehrt auf:
>Sowohl an den Blutjohannisbeeren als auch an roten Johannisbeeren
>vertrocknen zunächst Blätter, dann ganze Äste, im schlimmsten Fall war
>binnen drei Tagen die ganze Pflanze, eine Blutjohannisbeere, hinüber.
>Blattflecken kann man keine erkennen, ansonsten erscheinen mit die
>Blätter etwas zu hell bei den betroffenen Pflanzen. Weiß jemand Rat ?
>
Hallo Susanne,
>In unserer Reihenhaussiedlung tritt folgendes Problem vermehrt auf:
>Sowohl an den Blutjohannisbeeren als auch an roten Johannisbeeren
>vertrocknen zunächst Blätter, dann ganze Äste, im schlimmsten Fall war
>binnen drei Tagen die ganze Pflanze, eine Blutjohannisbeere, hinüber.
jetzt habe ich doch den Artikel in Obst & Garten wieder gefunden, der
sich mit dem Problem befaßt:
"Absterbeerscheinungen durch pilzliche Erreger:
Bei Roten und Schwarzen Johannisbeeren und bei Stachelbeeren kommt es
immer wieder zu stärkeren Schäden durch absterbende Triebe bzw.
Sträucher.....
Oft handelt es sich um Befall durch die Rotpustelkrankheit (Nectria
cinnabarina), ein vielfach unterschätzter Holzpilz, der besonders in
den Herbt- und Wintermonaten Sporen bildet und infiziert. Nach
Hagelschlag können verstärkt Infektionen durch diesen Pilz auftreten.
Daneben schädigen häufig auch Botrytis cinerea und Phythophtora spp.
Um die Infektionsgefahr zu verringern und Infektionsquellen
auszuschalten, solange sie noch gut erkennbar sind, sollten
abgestorbene und bereits infizierte Triebe bis ins gesunde Holz
zurückgeschnitten und größere Schnittstellen mit einem
Wundverschlußmittel verorgt werden.
Eine wichtige Rolle bei der vorbeugenden Bekämpfung spielt der
Schnitttermin. Je später der Schnitt, desto größer die
Wahrscheinlichkeit von Infektionen. Deshalb gefährdete Anlagen
unmittelbar nach Vegetationsschluß schneiden. Dabei Zapfenschnitt
möglist vermeiden, befallenes Material aus der Anlage entfernen und
vernichten. Das Verjüngen der gerüstbildenen Haupttriebe nach 3 - 5
Jahren wird empfohlen."
Noch Fragen?
> Eine wichtige Rolle bei der vorbeugenden Bekämpfung spielt der
> Schnitttermin. Je später der Schnitt, desto größer die
> Wahrscheinlichkeit von Infektionen. Deshalb gefährdete Anlagen
> unmittelbar nach Vegetationsschluß schneiden.
Ich bin irritiert. Gerade vom Rotpustelpilz sagte man mir in einem
Kurs, er sei auch noch in den Wintermonaten aktiv und offene Wunden,
des nach Abschluß der Vegetationsperiode fast ungeschützen Gehölzes
sollen Hauptangriffsflächen sein. So könne er gerade in der Zeit
angreifen in dem die Widerstandskräfte des Gehölzes extrem reduziert
seien. Deshalb solle man im zeitigen Frühjahr schneiden, aber solange
es noch kräftig kalt ist (bis um den Gefrierpunkt herum). Vorbeugend
könne man auf die Schnittflächen noch ein Fungizid streichen, hier
genüge z.B. ein Kupferpräparat.
Ein späterer Schnitt also bereits zu Beginn der Vegetationsperiode sei
natürlich dann auch schon wieder ungünstig, weil daß das Gehölz so
belaste, daß es wiederum geringere Abwehr gegen den Pilz mobilisiert.
Alternativ zum Frühjahrsschnitt wurde ein behutsamer Schnitt nach der
Ernte vorgeschlagen.
> Das Verjüngen der gerüstbildenen Haupttriebe nach
> 3 - 5 Jahren wird empfohlen."
Was sich bei Zucht auf Stämmchen oder am Spalier, also mit älteren und
längeren Ruten kaum realisieren läßt
Grüße
Bernhard
Nach meinen eigenen Erfahrungen ist der Rotpustelpilz ein
Schwächeparasit, der auf gesunden Sträuchern keine Chance
hat. Er hat bei uns eine Aprikose dahingerafft, die von
Beginn an kränkelte und vermutlich hier den falschen Stand-
ort hatte. Ansonsten haben wir ihn an einer alten Parkbank
aus Holz und an jeglichem Holz, das irgendwo herumliegt.
Er ist also durchaus vorhanden, läßt unsere kräftigen
Johannisbeerensträucher jedoch völlig unangetastet.
Im übrigen bezweifele ich, daß eine Pilzinfektion einen
holzigen Strauch in wenigen Tagen komplett zur Welke und
zum Absterben bringen kann. Solche Effekte gibt es bei-
spielsweise bei Wühlmäusen, aber das hätte der Frage-
steller vermutlich bemerkt, oder?
Gruß - Wolfgang
--
*** Don't Call Us, We'll Call You ***
*** Tue, 06 Jul 1999 16:42 +0200 ***
> Im übrigen bezweifele ich, daß eine Pilzinfektion einen
> holzigen Strauch in wenigen Tagen komplett zur Welke und
> zum Absterben bringen kann.
Stimmt - ich bin auch nur auf die Antwort mit dem Rotpustelpilz
eingegangen, die Ursache kann das kaum sein.
> Solche Effekte gibt es beispielsweise bei Wühlmäusen, aber
> das hätte der Fragesteller vermutlich bemerkt, oder?
Ob nur beispielsweise, weiß ich nicht mal - ich hätte bei der
Geschwindigkeit des Absterbens ohne vorhergehende deutliche
Warnsignale auch ausschließlich auf verschwundene Wurzeln oder
schlagartig abgestorbene Wurzeln gesetzt.
Da gibt es wohl kaum mehr als Wühlmäuse und Gift.
Grüße
Bernhard
Hallo Bernhard,
>> Eine wichtige Rolle bei der vorbeugenden Bekämpfung spielt der
>> Schnitttermin. Je später der Schnitt, desto größer die
>> Wahrscheinlichkeit von Infektionen. Deshalb gefährdete Anlagen
>> unmittelbar nach Vegetationsschluß schneiden.
>
>Ich bin irritiert.
das tut manchmal ganz gut...:-)
>Gerade vom Rotpustelpilz sagte man mir in einem
>Kurs, er sei auch noch in den Wintermonaten aktiv und offene Wunden,
>des nach Abschluß der Vegetationsperiode fast ungeschützen Gehölzes
>sollen Hauptangriffsflächen sein. So könne er gerade in der Zeit
>angreifen in dem die Widerstandskräfte des Gehölzes extrem reduziert
>seien.
Hm. Vor Jahren noch galt der Rotpustelpilz als total ungefährlich,
weil er sich gefälligst nur mit bereits totem Holz zu beschäftigen
hatte....
Irgendwie habe ich aber dazu einige Notizen in Erinnerung, die
heutzutage die Rotpusteln nicht mehr als Sekundärbefall einstufen,
sondern lauthals vor dem Zeugs warnen.
Nix gewisses scheint man nicht zu wissen....
Wenn mir dazu noch etwas in die Finger kommt, schrei ich nochmal.
Aber an Rotpustelbefall glaubst Du bei dem gemeinsamen Abgang von
Johannisbeeren ja ohnehin nicht....:-)
>> Das Verjüngen der gerüstbildenden Haupttriebe nach
>> 3 - 5 Jahren wird empfohlen."
>
>Was sich bei Zucht auf Stämmchen oder am Spalier, also mit älteren und
>längeren Ruten kaum realisieren läßt
Leider ist das so.
Oder hat mit der "Verjüngung" von Beerenstämmchen jemand positive
Erfahrungen?
Hallo Wolfgang,
>Nach meinen eigenen Erfahrungen ist der Rotpustelpilz ein
>Schwächeparasit, der auf gesunden Sträuchern keine Chance
>hat. Er hat bei uns eine Aprikose dahingerafft, die von
>Beginn an kränkelte und vermutlich hier den falschen Stand-
>ort hatte.
hm und wenn sie doch von Anfang an Rotpusteln hatte?
Nach allen Literaturstellen früherer Jahre wurden Rotpusteln nicht
einmal als Schwächeparasit eingestuft. Es hieß immer, er befalle nur
bereits abgestorbenes Holz.
In letzter Zeit wird immer häufiger davor gewarnt....
>Ansonsten haben wir ihn an einer alten Parkbank
>aus Holz und an jeglichem Holz, das irgendwo herumliegt.
>Er ist also durchaus vorhanden, läßt unsere kräftigen
>Johannisbeerensträucher jedoch völlig unangetastet.
Hoffentlich bleibt das so.
Also ich lasse kein Holz mit Rotpusteln im Garten liegen.
Das muß weg. Sicher ist sicher.
>Im übrigen bezweifele ich, daß eine Pilzinfektion einen
>holzigen Strauch in wenigen Tagen komplett zur Welke und
>zum Absterben bringen kann.
Da habe ich eine andere Erfahrung machen müssen:
Meine Viktoriapflaume war gerade schön aufgebaut und hatte angefangen
zu tragen. Die Krone hatte in etwa drei erkennbare Etagen von
Leittrieben.
Dann ging's los. Der Baum trieb im Frühjahr von unten bis oben
makellos aus und als die ersten Blätter in etwa voll ausgebildet
waren, ließen die der obersten Etage von einem Tag zum anderen die
Flügel hängen und wurden dürr.
Mir viel als Sofortmaßnahme nichts besseres ein, als den Mitteltrieb
und die befallenen Seitenäste wegzunehmen. Der übrige Baum blieb fit
und fruchtete auch.
Im nächsten Jahr nach dem Austrieb wiederum von einem Tag zum anderen
dieselbe Erscheinung mit der Mitteletage....:-(
Da gab's nur noch Pflaumen vom Erdgeschoß und es blieb ein Hochstamm
mit drei Leitästen und einer sehr hohlen Hohlkrone....:-(
Ich weiß nicht, ob die Wundverschließerei oder einige
Fungizidspritzungen etwas bewirkt haben. Aber seither ist Ruhe und ich
habe wieder eine Krone aufgebaut, die zwar etwas eigenwillig aussieht,
den Baum aber nicht davon abhält, heuer vor Fruchtbehang wie eine
Trauerweide dazustehen.
Ich kann mir in diesem Fall nur vorstellen, daß ein Pilz die
Leitungsbahnen irgendwann zugemacht hat. Ob sich an dem Holz
Rotpusteln ausgebildet hätten, weiß ich nicht, denn ich habe alles
abgestorbene Astwerk schleunigst aus dem Garten entsorgt.
Ähnlich schnell geht übrigens das Absterben ganzer Astpartien und dann
des ganzen Baumes an Ulmen, wenn der Splintkäfer seinen Hauspilz
eingeschleppt hat.
>Solche Effekte gibt es bei-
>spielsweise bei Wühlmäusen, aber
nicht gleich im ganzen Dorf....:-)