da bringen einige serbischstämmige Kleingärtner aus ihrer Heimat ein
Pflanzenschutzmittel mit, das sie auch an ihre Gartennachbarn
weitergeben. Die Anwendung erfolgt mehr pi mal Daumen u die
Gebrauchsanweisung kann so richtig keiner lesen oder übersetzen.
Vielleicht gibt's hier jemand, der den deutschen Text zwischen die
Zeilen setzen kann:
Xi (Nadrazůjuce!)
P l a v i K a m e n
Fungicid u obliku kristala, plave boje.
Sastav: aktivna materija: BAKAR (II)SULFAT bakar sulfat 25 % +/- 1,5
bakra u obliku bakar-sulfata
Cas-broj.......77k8-98-7
Primena: Plavi Kamen se koristi za pripremanja borodvske corbe, koja
se kao preventivni fungicid primenjuje za suzbijanje prouzrokovaca
oboljenja na:
- vinovoj lozi protiv plamenjace, crvenila lista i crne trulezi,
tretiranjem samo posle cvetanja (faza 69 VV SN skale);
- melju, protiv plamenjace;
- breskvi, protiv kovrdzavosti lista tretiranjem samo u toku mirovanja
vegetacije;
- kosticavom vocu, protiv supljikavosti lista, tretiranjem samo u toku
mirovanja vegetacije;
- jabuki i kruski, protiv cadave pegavosti lista i krastavosti
plodova, tretiranjem samo u toku mirovanja vegetacije a najdalje do
faze misje usi (faza 10 VV SN skale);
- krompiru i paradajzu protiv plamenjuce i pegavosti lista na
paraaajzu, uz napomenu da se ne sme koristiti za tretiranje sitnog
ploda paradajza;
- luku protiv plamenjace, uz napomenu da se ne sme koristiti za
tretiranje mladog luka koji se koristi za salatu;
kupusu protiv plamenjace;
- celeru protiv pegavosti, izuzev biljaka celera cije se lisce koristi
kao zazin.
Napomena: Detaljno uputstvo za upotrebu prilozeno je uz originalno
pakovanje i obavezno ga treba procitati pre primene preparata. Primena
is vazduhoplova: Nije dozvolljena.
Klasifikacija i obelezavanje: Otrovnost: Plavi Kamen je stetan za
ljude, organizme u vodi i toplokrcne organizme, a prema sadrzaju
aktivne materije spada u II grupu otrova - prema Zakonu o proizvodnji
i premetu otrvnih materija.
Na, dann übersetzt mal schön....:-)
Beste Grüße G e r h a r d
> Sastav: aktivna materija: BAKAR (II)SULFAT bakar sulfat 25 % +/- 1,5
Mehr hättest Du har nicht abtippen müssen. Das klingt doch nach
Cu(II)Sulfat, ganz normalem (hochgiftigen) Kupfersulfat.
Viele Grüße, Jochen
>> Sastav: aktivna materija: BAKAR (II)SULFAT bakar sulfat 25 % +/- 1,5
>
>Mehr hättest Du har nicht abtippen müssen. Das klingt doch nach
>Cu(II)Sulfat, ganz normalem (hochgiftigen) Kupfersulfat.
Hallo Jochen u. a.,
na ja, zu den Anwendungen, Konzentrationen u event. Wartezeiten hätte
ich schon noch gern genaueres übersetzt bekommen. Aber sei's drum, es
geht also um
Kuppfer-II-Sulfat.
Bei den hierzulande angewendeten Kupfermitteln (Cupravit, Funguran,
Kupferkalk Atempo, Kupfer konz u.a.), die sogar bei Ökos angewendet
werden dürfen, ist immer von Kupferoxychlorid als Wirkstoff die Rede.
Bei Cuprozin WP von Kupferhydroxid. Was man dann unter "Grünkupfer"
genau zu verstehen hat, weiß ich nicht.
Schwefel als Wirkstoff in verschiedenen Netzschwefel-Präparaten kommt
bei den Ökos auch zum Einsatz.
Hm. Nun verrrate mir doch einer, warum dann obiges Kupfer-II-Sulfat
"hochgiftig" sein soll.
Tatsächlich ist es doch nur mit "Xi" gekennzeichnet, was nach der hier
geltenden GefahrenstoffVO = "reizend" bedeutet u das ist immer noch
unterhalb von "gesundheitsschädlich", "giftig" u "sehr giftig"
angesiedelt.
Da habe ich jetzt doch noch ein Mittel mit Kupfersulfat als Wirkstoff
gefunden: Cuproxat flüssig; enthält 345 g/l Kupfersulfat dreibasisch,
wird an Reben angewendet, nach der Blüte bis Reifebeginn, max. aber
nur 2mal. Aber der Wirkstoff Kupfersulfat scheint von anderem Kaliber
zu sein als Kupfer-II-Sulfat, denn es ist nicht einmal als "Xi"
eingestuft.
Soweit mir bekannt ist, wird Kupfermitteln eine hemmende Wirkung auf
Regenwürmer nachgesagt. Wie reagieren sie dann auf Kupfer-II Sulfat?
Kupfersulfat =Kupfervitriol
Aus Vitriol und Kalk wurde Bordeauxbrühe hergestellt (Mengenangaben weis ich
leider nicht).
Damit wurden im vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts Weingärten gegen alle
möglichen Pilzkrankheiten gespritz. Vieleicht kann dir ein alter Winzer
weiterhelfen.
Heute werden Pflanzen bei Kupfermangel mit Vitriol gedüngt.
Vieleicht hilft die auch diese Seite weiter:
http://www.free.de/WiLa/derik/Anorganische.Salze.2.html#B35
Viele Grüße Claudia
Naja, Du weißt doch, wenn da "II" steht, dann muß das einfach hochgiftig
sein! Noch schlimmer sind Substanzen mit "I" wie z.B. Natrium(I)-chlorid
oder gar Wasserstoff(I)-oxid :-)
> Tatsächlich ist es doch nur mit "Xi" gekennzeichnet, was nach der hier
> geltenden GefahrenstoffVO = "reizend" bedeutet u das ist immer noch
> unterhalb von "gesundheitsschädlich", "giftig" u "sehr giftig"
> angesiedelt.
Naja, "Xn", also als gesundheitsschädlich wird CuSO4 schon eingestuft!
Als Speisezusatz sollte man es deshalb meiden, zumal es keineswegs
schmackhaft sein soll!
> Da habe ich jetzt doch noch ein Mittel mit Kupfersulfat als Wirkstoff
> gefunden: Cuproxat flüssig; enthält 345 g/l Kupfersulfat dreibasisch,
Hmm, dreibasig? Cu(III)?? Seltsame Bezeichnung. Klingt nicht gerade
vertrauenerweckend!
> .................
> Soweit mir bekannt ist, wird Kupfermitteln eine hemmende Wirkung auf
> Regenwürmer nachgesagt. Wie reagieren sie dann auf Kupfer-II Sulfat?
Der eigentliche Wirkstoff ist wohl in allen Fällen das (Cu2+)-Ion. Ich
nehme an, daß all die Kupferdoppelsalze (Bordeaux-Brühe etc.) wegen
ihrer geringen Löslichkeit eingesetzt werden. Kupfer(II)-sulfat würde
wohl zu rasch abgewaschen werden.
Gruß
G.W.
--
G. Wolmershaeuser
wolm...@chemie.uni-kl.de
---CUT---.
>Soweit mir bekannt ist, wird Kupfermitteln eine hemmende Wirkung auf
>Regenwürmer nachgesagt. Wie reagieren sie dann auf Kupfer-II Sulfat?
Sie koennen sich dann nicht mehr festklammern und fallen von den
Aesten ;-)
J.B.
Hallo Gerhard,
Kupfersulfat und Kupfer-II-Sulfat ist das gleiche.
Aber die Kennzeichnung von Spritzmitteln erfolgt nur bedingt nach der
GefahrstoffVO. Spritzmittelkennzeichnungen werden von einem Bundesamt
festgelegt und das orientiert sich nicht immer an der Kennzeichnung
der Einzelkomponenten.
Kupfersulfat wirkt giftig auf Pflanzen (man denke an den Kupfernagel
im Baum) und niedrige Tiere, speziell auf Mikroorganismen (hier
bekannt als Wachstumshemmer bei Algen). Die hemmende Wirkung auf
Regenwürmer wird aber hauptsächlich auf das absterben der
Mikroorganismen im Boden zurückzuführen sein und dem damit verbunden
Futtermangel für die Würmer.
Die giftige Wirkung des Kupfer(II) auf Pflanzen ist auch bekannt von
der Kupfer-Kalk-Brühe (Bordeaux-Brühe). Sie wurde nicht nur als
Spritzmittel eingesetzt, sondern auch als Herbizid, um unerwünschten
Gras- und Moosbewuchs in den Weinbergen zu unterdrücken. Tiefwurzelnde
Pflanzen, wie Reeben und Bäume, sind davon nicht betroffen, da das
Kupfer in der oberen Bodenschicht bleibt und nur langsam in tiefere
Schichten gewaschen wird (dünkt dann sogar als Spurenelement).
Gruß
Claus
Hallo Claus,
>Kupfersulfat und Kupfer-II-Sulfat ist das gleiche.
aha.
>Aber die Kennzeichnung von Spritzmitteln erfolgt nur bedingt nach der
>GefahrstoffVO. Spritzmittelkennzeichnungen werden von einem Bundesamt
>festgelegt und das orientiert sich nicht immer an der Kennzeichnung
>der Einzelkomponenten.
Und hier hat das serbische Bundesamt das Xi vergeben.:-)
>Kupfersulfat wirkt giftig auf Pflanzen (man denke an den Kupfernagel
>im Baum)
Jo, an den denken viele böse Buben.
Allerdings habe ich in irgendeinem schlauen Artikel gelesen, dass
vergleichende Versuche ergeben haben, dass die Spielchen mit dem
Kupfernagel nix bringen....
Wer hat bloß diese Quelle noch auf Lager?
>und niedrige Tiere, speziell auf Mikroorganismen (hier
>bekannt als Wachstumshemmer bei Algen). Die hemmende Wirkung auf
>Regenwürmer wird aber hauptsächlich auf das absterben der
>Mikroorganismen im Boden zurückzuführen sein und dem damit verbunden
>Futtermangel für die Würmer.
Hm. Aber die leben doch nicht von Mikroorganismen, sondern eher von
mehr oder weniger verrottetem Grünzeug. Ich vermute mal, dass sie mit
der verkupferten Nahrung zuviel von dem Spurenelement Kupfer
abbekommen u so reagieren, wie auf Schwermetall: Negativ.
>Die giftige Wirkung des Kupfer(II) auf Pflanzen ist auch bekannt von
>der Kupfer-Kalk-Brühe (Bordeaux-Brühe). Sie wurde nicht nur als
>Spritzmittel eingesetzt, sondern auch als Herbizid, um unerwünschten
>Gras- und Moosbewuchs in den Weinbergen zu unterdrücken.
Na ja, da wird's auch auf die Dosierung ankommen. Aber derlei massive
Anwendung von Kupfer dürfte durch diverse Chemie seit längerem
überholt sein.