wir haben eine schöne Stechpalme im Garten, die hat aber leider keine
Beeren. Nun habe ich gelesen, dass man immer eine weibliche und eine
männliche Pflanze nebeneinander haben muss. Wir brauchen also noch eine.
Aber woran erkenne ich, was ich schon habe? Unsere Stechpalme hat soeben
recht üppig geblüht. Ist das nun eine weibliche oder eine männliche? Würde
nach einer entsprechenden 'Ergänzung' unsere jetzige Pflanze Beeren
bekommen, oder die neue?
Tschuldigung für die Ahnungslosigkeit, aber vielleicht kann mich ja jemand
diesbezüglich aufklären.
Und zuguterletzt - kann man eine Stechpalme durch Stecklinge vermehren? Wenn
ja, direkt in die Erde oder vorher in Wasser?
Schonmal Danke,
Peter.
>wir haben eine schöne Stechpalme im Garten, die hat aber leider keine
>Beeren. Nun habe ich gelesen, dass man immer eine weibliche und eine
>männliche Pflanze nebeneinander haben muss. Wir brauchen also noch eine.
>Aber woran erkenne ich, was ich schon habe? Unsere Stechpalme hat soeben
>recht üppig geblüht. Ist das nun eine weibliche oder eine männliche? Würde
>nach einer entsprechenden 'Ergänzung' unsere jetzige Pflanze Beeren
>bekommen, oder die neue?
>Tschuldigung für die Ahnungslosigkeit, aber vielleicht kann mich ja jemand
>diesbezüglich aufklären.
Hallo Peter,
eine weibliche Pflanze kriegst Du durch hinzupflanzen einer männlichen nicht
zum Beeren bilden. Die weiblichen blühen und die männlichen bilden Beeren.
Vorschlag: setz doch noch eine männliche dazu, dann hast Du blüten und Beeren.
Für einen eventuellen Stechpalmenblumenstrauß (kann ja wohl im eigenen Garten
nicht verboten sein) kannst Du dann ein paar wenige Beerenzweige vom einen und
ergänzende Blätterzweige vom anderen Stauch nehmen.
>Und zuguterletzt - kann man eine Stechpalme durch Stecklinge vermehren? Wenn
>ja, direkt in die Erde oder vorher in Wasser?
Das wüsste ich auch gerne (bei den Preisen ;-)). Wird schon noch
eine posten, der sich damit auskennt (Frauen sind selbstverständlich auch
gemeint).
Grüße
Christian.
Hallo Christian,
das ist aber das erste mal, daß ich höre, daß die Männer die Kinder kriegen
(sogar die Seepferdchen brüten sie nur aus)! Blühen müssen wohl beide, aber
Beeren können doch nur die weiblichen Pflanzen tragen.
Wir haben seit etwa sieben oder acht Jahren zwei Stechpalmenpflanzen
nebeneinander. Seit etwa dem Vorjahr blühen beide und tragen auch Beeren,
eine ziemlich viel, die andere spärlich. Ich bin mir nicht sicher, ob die
wirklich zweihäusig sind. Auf jeden Fall dürfte es eine Weile dauern, bis
sie blühen.
Gruß Ulli
>Und zuguterletzt - kann man eine Stechpalme durch Stecklinge vermehren? Wenn
>ja, direkt in die Erde oder vorher in Wasser?
Meines Wissens nach funktioniert das nur durch Aussaat. Das Saatgut
muss stratifiziert werden (1 Jahr in feuchtem Sand liegen).
Ilex werden hauptsächlich durch Vögel verbreitet. Die scheiden die
Samen nach Verzehr der Beeren aus. Das ist die "natürliche"
Stratifikation.
Gruß Thilo
--
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Hallo Ulli,
also gut, habe mich voreilig festgelegt. Streiche also "Männer und Frauen" und
setze dafür "die einen und die anderen". Auf das Ergebnis kommt es an, oder?
:-))
Christian.
Das ist ja entmutigend. Vor allen deshalb, da die Vögel in meinem Garten
wenig Chancen haben an die Samen zu kommen. In der ganzen Nachbarschaft habe
ich noch keine Stechpalme gesehen.
Hat wirklich keiner einen positiven Bericht über eine erfolgreiche
Stecklingsvermehrung?
Immer noch hoffend,
Peter
woran kann man denn die Blüten unterscheiden, welche eher die Beeren
ansetzen werden gegenüber den anderen?
Peter
> Blühen müssen wohl beide,
Nicht unbedingt. Habe gerade nachgeschaut. Die Früchte können sich bei
den weiblichen Pflanzen auch apogam, also ohne Befruchtung bilden.
> Ich bin mir nicht sicher, ob die wirklich zweihäusig sind.
Die Literatur spricht von einer sekundären Zweihäusigkeit, da im Laufe
der Entwicklung bei den männlichen Pflanzen der Fruchtknoten
verkümmert ist.
keine Ahnung. An sich müßten die männlichen Blüten nurStaubgefäße haben und
die weiblichen die Naben. Ich weiß aber nicht, ob man das so mit freiem Auge
erkennen oder unterscheiden kann.
Was die Stecklinge betrifft: warum versuchst du es nicht einfach? Mein
Rezept - das bei fast allen Pflanzen funktioniert: ein 10-15 cm langes
Zweiglein vom Stamm oder einem stärkeren Ast abreißen (keine Triebspitzen
abschneiden!), in ein Torfquelltöpfchen (Jiffy) stecken, und das Ganze mit
einem durchsichtigen Plastiksäckchen bedecken (ev. Luftlöcher hineinstechen)
und in einem warmen Raum aufstelllen (nicht aufs kalte Fensterbrett, ev. ein
Stückchen Styropor darunterlegen). Feucht, aber nicht naß halten. Die
Bewurzelung kann aber lang dauern - solang das Teil frischgrün aussieht,
Geduld haben. Wenn man am Jiffytöpfchen Wurzeln sieht, vorsichtig Netz
abziehen und einpflanzen, wieder durchsichtiges Säckchen mit etwas größeren
Luftlöchern darüberziehn. Wenn der Steckling zu wachsen anfängt, schneide
ich das Säckchen oben auf und entferne es nach einiger Zeit. Das hört sich
komplizeirt an, ist es aber nicht. Es funktioniert bei erstaunlich vielen
Pflanzen. Jetzt habe ich z. B. eine wunderschöne Hortensie mit weiß
panaschierten Blättern so vermehrt. Auch bei Clematis-Ablegern hat es
funktioniert, bei Oleandern, Geranien, Fuchsien, Solanum etc. funktioniert
es eigentlich immer.
Gruß Ulli
das wäre eine Erklärung, warum bei mir beide Pflanzen Beeren tragen - die
mit den ganz wenigen ist vermutlich die männliche - offensichtlich
verkümmern nicht alle Fruchtknoten.
Gruß Ulli
>das wäre eine Erklärung, warum bei mir beide Pflanzen Beeren tragen - die
>mit den ganz wenigen ist vermutlich die männliche - offensichtlich
>verkümmern nicht alle Fruchtknoten.
Ich glaube, da hast du etwas falsch verstanden. Kann aber auch an
meiner Formulierung gelegen haben.
Mit Entwicklung ist nicht die Zeitspanne vom Keimling zur
ausgewachsenen Pflanze gemeint, sondern der Entwicklungszeitraum der
Art insgesamt (wohl mehrere 10.000 Jahre).
Früchte tragen nur weibliche Exemplare.
Sehr interessant. Um welche Jahreszeit am besten? Und wie lange kalt? Und wie
kalt? Wieso überhaupt eine zeitlang kalt? Muss es Sand sein oder geht normale
Erde?
Das probier ich dann mal aus aber ohne Amseln, die gibt's hier nicht. Ich
finde Stechpalmen wunderschön und wenn das mit der Vermehrung klappt, dann
wildere ich ein paar aus im Wald hinterm Haus.
Christian.
Hallo Thilo,
ich bin mir sicher, dass das auch mit Stecklingen geht, vermutlich
unter Einsatz von IBS. Es gibt wohl nur wenige Sträucher/Bäume, die
nicht durch Stecklinge vermehrt werden können (auch wenn das manchmal
etwas aufwendig ist). Wenn wirklich Interesse besteht, kann ich mal
nachsehen.
Gruß
G.W.
--
G. Wolmershaeuser
wolm...@chemie.uni-kl.de
>> Meines Wissens nach funktioniert das nur durch Aussaat. .....
>ich bin mir sicher, dass das auch mit Stecklingen geht, vermutlich
>unter Einsatz von IBS. Es gibt wohl nur wenige Sträucher/Bäume, die
>nicht durch Stecklinge vermehrt werden können (auch wenn das manchmal
>etwas aufwendig ist). Wenn wirklich Interesse besteht, kann ich mal
>nachsehen.
Was ist denn IBS?
Ja schau doch mal nach. Ich habe hier inzwischen alle verfügbaren
Bücher durchgesehen und bezüglich Stecklingsvermehrung nichts finden
können. Überall wird auf Stratifikation oder Samen im Vogelkot
verwiesen.
Hallo Thilo,
in dem Fachbuch zur Gehölzvermehrung von Bärtels ist über die
Stecklingsvermehrung von Stechpalmen folgendes zu finden:
"Bei der Stecklingsvermehrung entscheidet der richtige Zeitpunkt des
Steckens. In Boskoop wird empfohlen, dann zu stecken, wenn sich die
Endknospe geschlossen hat, die oberen Blätter noch nicht ganz ausgewachsen,
aber annähernd ihre normale Farbe bekommen haben. Der günstigste Stecktermin
liegt im August, besonders dann, wenn im Kasten unter Doppelglas gesteckt
wird. Vermehrt man im Gewächshaus unter Sprühnebel und mit Bodenwärme, kann
man bis in den November stecken (oder auch im März/April). in jedem Fall
wird verwundet und mit Wuchsstoff gearbeitet.
Ilex aquifolium -Sorten lassen sich auch im Herbst im Kalthaus stecken, wo
sie bis zum Frühjahr bewurzeln.
Unter Sprühnebel ist auch die Verwendung krautiger Stecklinge von Ende Mai
bis Anfang Juni möglich.
Die nur sommergrüne Ilex verticillata läßt sich schon im Juni-Juli stecken,
auch wenn der Trieb noch nicht abgeschlossen hat.
Es wird empfohlen, die Stecklinge von reichfruchtenden Pflanzen zu nehmen,
aber von den unteren nicht fruchtenden Zweigen."
Jetzt weißt Du, wie es die Profis machen, vielleicht findest Du dabei eine
Möglichkeit für Dich heraus.
Viel Erfolg wünscht Dir
Christine
Hallo Thilo,
>Ja schau doch mal nach. Ich habe hier inzwischen alle verfügbaren
>Bücher durchgesehen und bezüglich Stecklingsvermehrung nichts finden
>können.
so einfache Fragen werden in "Zwölf Monate im Garten"
beantwortet. :-)
Als Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung der Stechpalme wird
August bis Dezember genannt. Übrigens ist der zeitliche Spielraum
nur bei der Stechpalme so groß.
Beste Grüße G e r h a r d
Hallo Ulrike,
>Wir haben seit etwa sieben oder acht Jahren zwei Stechpalmenpflanzen
>nebeneinander. Seit etwa dem Vorjahr blühen beide und tragen auch Beeren,
>eine ziemlich viel, die andere spärlich. Ich bin mir nicht sicher, ob die
>wirklich zweihäusig sind.
diese Pflanzen - Ilex aquifolium - sind sich, wie mir scheint selbst
nicht sicher....:-)
Der Polunin meint dazu:
"Pflanzen 1geschlechtig (dann also zweihäusig), seltener zwittrig".
So etwas habe ich auch noch bei keiner anderen Pflanze gelesen.
>Zitate<
Danke das du dir die Arbeit gemacht hast, dass alles abzutippen.
habe jetzt nicht alle Postings gelesen, aber gibt es denn eigentlich eine genaue
Angabe von welcher Art hier die Rede ist?
So gibt es bei Ilex x meservae männliche (Blue Prince(R)) und weibliche Sorten
(Blue Princess (R), Blue Angel(R)), Ilex crenata ist einhäusig (hat allerdings
nur unscheinbare schwarze Früchte), Ilex aquifolium gibt es mit männlichen
(Alaska, zur allgemeinen Verwirrung beschreiben einige Kataloge Alaska mit
scharlachroten Früchten) und weiblichen Sorten im Handel (Atlas, I.C. van Tol,
Pyramidalis, Argenta Marginata, Silver Queeen, Golden Tool), bei anderen
fruchtenden Sorten (z.B. Pyramidalis Aurea Marginata, Rubicaulis Aurea) fehlt
eine Angabe des Geschlechtes.
Bärtels erklärt die sekundäre Zweihäusigkeit bei Ilex wie folgt: "Durch die
Verkümmerung eines Geschlechtes meistens 2häusig, selten polygam (...)
Staubblätter in den weiblichen Blüten steril und zu Staminodien verkümmert,
Fruchtknoten oberständig (...), wie die Narbe bei den männlichen Blüten
verkümmert."
Als guter Pollenspender (auch für die aquifolium-Sorten) wird Ilex x meservae
'Blue Prince (R)' empfohlen.
Mit den besten Grüßen, Martin von akelei.de
--
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NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de
>bezüglich Stecklingsvermehrung nichts finden können.
Besonders einfach soll übrigens die Vermehrung mit Absenkern sein,
ohnehin oft die beste Methode, wenn man nur wenige Pflanzen für den
Eigenbedarf benötigt.
Gruß Gabriele
--
http://www.garten-infos.de (private hp 23.10.00)
Hallo Thilo,
IBS = 4-(Indol-3-yl)buttersäure; damit kannst Du auch einen alten
Kugelschreiber bewurzeln:-)
Laut "Krüssmanns Gehölzvermehrung (Mac Cárthaigh, Donnchadh
/Spethmann, Wolfgang (Hrsg.)"
wird ilex über Kopfstecklinge mit 1% IBS im Sprühnebelverfahren
vermehrt.
>IBS = 4-(Indol-3-yl)buttersäure; damit kannst Du auch einen alten
>Kugelschreiber bewurzeln:-)
Buttersäure. Das muss ja ziemlich stinken.
>Laut "Krüssmanns Gehölzvermehrung (Mac Cárthaigh, Donnchadh
>/Spethmann, Wolfgang (Hrsg.)"
>wird ilex über Kopfstecklinge mit 1% IBS im Sprühnebelverfahren
>vermehrt.
Deckt sich ja mit den Angaben von Christine. Wohl mehr etwas für die
Profis.
Danke für die Infos!
Gruß
nein, überhaupt nicht! Es ist nicht Buttersäure selbst sondern ein
Derivat der Buttersäure mit völlig anderen Eigenschaften. Verschiedene
Ester der Buttersäure duften z.B. fruchtig nach Apfel (Methylester),
nach Ananas (Ethylester) oder Birnen (Isopentylester).