was steht denn auf der Rechnung? Ist dort die Pflanze, die du wolltest
eindeutig aufgeführt?
Probier's mal in de.soc.recht.misc, die kennen sich besser mit sowas aus.
Gruß,
Lars
--
"Oh Gott, oh Gott, ich geh wieder ins Bett..."
(Marco in de.rec.garten)
> Hallo,
Moin,
> ich hatte im Herbst bei einer Baumschule eine bestimmte Pflanze
> bestellt. Schon bei deren Lieferung habe ich Bedenken geäußert, dass
> es sich wohl um eine andere Sorte handelt. Jetzt, bei der Blüte wurde
> der Verdacht zur Gewissheit. Es ist eine Allerweltsorte, die ich
> beinahe überall zu einem wesentlich niedrigeren Preis erhalten hätte.
> Welche Ansprüche an den Verkäufer habe ich?
Fehllieferungen lassen sich nicht vermeiden, es ist selten böser Wille
dabei. Nach meiner Erfahrung verhalten sich Versender sehr kulant, ebenso
örtliche Baumschulen ( wenn sie halbwegs vernünftig denken, ein zufriedener
Kunde ist wichtiger als eine verkaufte Pflanze ).
>Schließlich mußte ich die
> Pflanzung vornehmen, die Pflanze ein halbes Jahr >kultivieren und jetzt
> wieder aus der Erde nehmen und zurückbringen.
Vergiss es, diese Mühe lohnt und vergütet Dir keiner. Das gehört zum
normalen Betriebsrisiko bei Pflanzenkäufen.
>Es geht mir dabei
> insbesondere ums Prinzip. Ich habe den Verdacht, dass >manche
> Baumschule den Kunden gern für dumm verkauft nach dem Motto: "Der
> kennt sich ja doch nicht aus und wird es schon nicht >bemerken".
Ich würd' mich wegen einer Pflanze nicht aufregen. Bis ich meine Perl d'Azur
von Jensen bekam, hatte ich drei Fehllieferungen. Nu hab' ich vier
verschiedene schöne blaue Clematis :-)
Geh einfach mal davon aus, dass saisonal bedingt in Gärtnereien und
Baumschulen Hektik herrscht.
Gruss
Reinhard
Um es nochmal klarer auszudrücken: Du hast Anspruch auf eine neue Pflanze
mit den von dir gewünschten Eigenschaften ( BGB).
Gruss
Reinhard
Hallo
ich würde nicht gleich soweit gehen und denen böse Absicht
unterstellen. Damit erreichst Du das Gegenteil von dem, was Du mit einer
ganz ruhigen Reklamation erreichen könntest.
Ich würde denen also von dem Problem erzählen, zu einem Ortstermin bei
Dir einladen und fragen, wie man wohl eine Lösung finden könnte.
Versuche erst garnicht Deine Arbeit (eingraben, ausgraben, wässern usw)
in Rechnung zu stellen, vielleicht ist die Baumschule ja selbst
reingefallen, einem Baum ohne Blätter (der übliche Auslieferungszustand
zur Pflanzzeit) sieht man die genaue Sorte nicht an.
Dein Ärger ist berechtigt, das ist klar. Was glaubst Du, wie oft ich
schon z.B. Weißkohl statt Kohlrabi als Jungpflänzchen bekommen habe.
Sogar mit Fabrikmässig abgepackten Samen kann man mitunter
Überraschungen erleben - so wird aus mancher Samentüte eine Wundertüte.
Trags mit gärtnerischer Langmut und für einen reibungslosen Umtausch
drück ich Dir mal eben die Daumen.
Gruß Lutz
--
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Hallo G.W.,
>ich hatte im Herbst bei einer Baumschule eine bestimmte Pflanze
>bestellt. Schon bei deren Lieferung habe ich Bedenken geäußert, dass
>es sich wohl um eine andere Sorte handelt. Jetzt, bei der Blüte wurde
>der Verdacht zur Gewissheit. Es ist eine Allerweltsorte, die ich
>beinahe überall zu einem wesentlich niedrigeren Preis erhalten hätte.
>Welche Ansprüche an den Verkäufer habe ich? Schließlich mußte ich die
>Pflanzung vornehmen, die Pflanze ein halbes Jahr kultivieren und jetzt
>wieder aus der Erde nehmen und zurückbringen.
wie deine Ansprüche rechtlich genau sind, weiß ich nicht.
In der Praxis sollte es keine Schwierigkeiten dabei geben, eine
Ersatzpflanze zu bekommen. Jede Zugabe wäre schon sehr kulant.
>Es geht mir dabei
>insbesondere ums Prinzip. Ich habe den Verdacht, dass manche
>Baumschule den Kunden gern für dumm verkauft nach dem Motto: "Der
>kennt sich ja doch nicht aus und wird es schon nicht bemerken".
In dem Verdacht kann ich dich nur bestätigen. Wenn ich zusammenzähle,
was meine Gartennachbarn u ich über Jahre schon für angeblich
"versehentliche Fehllieferungen" bekommen haben, dann kann da nur System
dahinterstecken. Wäre nämlich nicht ein billigendes Inkaufnehmen zu
Lasten des Kunden im Spiel, wären die Baumschüler die hochgradig
schlampigste u unzuverlässigste Branche, die ich kenne. So neige ich zu
der Annahme, dass diese Spezies sich all zu häufig für besonders
"schlitzohrig" hält...:-(
Beste Grüße G e r h a r d
> wie deine Ansprüche rechtlich genau sind, weiß ich nicht.
> In der Praxis sollte es keine Schwierigkeiten dabei geben, eine
> Ersatzpflanze zu bekommen. Jede Zugabe wäre schon sehr kulant.
Das stimmt und gerade hat ein Nachbar festgestellt, das sein Walnussbaum
nicht die gewünschten Sorteneigenschaften hat und das nach dem er 15 Jahre
gewartet hat, bis der inzwischen ordentlich große Baum zum ersten Mal trägt.
Er war so stolz auf seinen Baum - jetzt wird er sich wohl eingehender mit
der Kryogenik befassen müssen, um noch in den Genuss des Ertrags zu kommen,
wenn die Ersatzpflanze endlich groß ist. Die Baumschule hat derweil zweimal
den Besitzer gewechselt und die neuen sehen sich nach 15 Jahren nicht mehr
in der Haftung. Und der ausgesuchte Baum scheint schlicht ein Wildling zu
sein - nach dem Knacken muss man die Nussbröckchen mit einem Messer aus der
Schale fisseln - es gibt nicht im Ansatz geschlossene Nusshälften.
> In dem Verdacht kann ich dich nur bestätigen. Wenn ich zusammenzähle,
> was meine Gartennachbarn u ich über Jahre schon für angeblich
> "versehentliche Fehllieferungen" bekommen haben, dann kann da nur System
> dahinterstecken. Wäre nämlich nicht ein billigendes Inkaufnehmen zu
> Lasten des Kunden im Spiel, wären die Baumschüler die hochgradig
> schlampigste u unzuverlässigste Branche, die ich kenne.
Zu meiner Verblüffung beobachte ich genau das Gleiche! Es wird sogar
behauptet, das bestimmte Sorten zur Verfügung stehen, die es in Deutschland
gar nicht gibt. So habe ich bei einer Anfrage von mehreren Baumschulen die
Auskunft bekommen, das sie berberis vulgaris dulcis und berberis vulgaris
asperma, also eine süssfrüchtige und eine kernlose Berberitze führen. Nun
findet man auch an Pflanzware bei Berberitzen hin und wieder schon einzelne
Früchte. Erstens stand die Sortenbezeichnung nicht auf den Etiketten und
zweitens waren alle sauer und voll mit Kernen. Die dulcis gibt es
offensichtlich nur in den USA - sie ist eine ausgelesene Variante der hier
heimischen berberis vulgaris und die kernlose gibt es offensichtlich in
Frankreich, aber noch nicht in Deutschland. Aber mehrer Baumschulen wollten
sie ganz selbstverständlich im Programm haben. Jetzt weiß ich nicht mehr, wo
ich hier in der Region überhaupt noch kaufen soll. Nur ausgesuchte
Versandbaumschulen haben auf meine Anfrage sofort gesagt: Führen wir nicht!
Selbst die hier in der Region anerkannteste Baumschule, der Apel bei
Darmstadt, wollte die berberis vulgaris dulcis führen und hat mir nach
vorherigem Anruf eine Sauerkirsche zurückgestellt, die auf einer Unterlage
mit gut 5 cm veredelt war und neben dem gut 1 cm starken Veredlungstrieb
eine Stammwunde mit einem Durchmesser von schräg geschnitten 5 cm hatte. Das
heilt im Leben nicht schneller, als Pilze und Tiere sich im Holz breit
gemacht haben und damit habe ich selbst, wenn es überwallt eine
Sollbruchstelle, die mich irgendwann den Baum kostet.
Gruß
Bernhard