Kommt die dritte Diktatur? / Von Marianne von Rosen (Jüdin, 91)

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Einhörner im Bauch

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Nov 16, 2021, 12:24:48 PM11/16/21
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Marianne ist 91 Jahre alt. Was sie derzeit erlebt, erinnert sie stark an
vergangene Zeiten. Diese Geschichte hat sie selbst aufgeschrieben.

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Ich, Marianne, bin die Seniorin der Familie, geb. 1930, 91 Jahre alt.
Was ich derzeit erlebe, erinnert mich stark an die Zeiten, die ich
bereits zweimal erlebt habe.

Ich wurde in der Nähe von Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern geboren.
Meine Großmutter war Jüdin, ich also Vierteljüdin. Meine Mutter war
Halbjüdin, aber rot-blond. Germanischer konnte man nicht aussehen. Auch
ich war sonnenblond, mit langen Haaren und einem Zopf, der bis zu 1
Meter lang war. Wir lebten auf einem Dorf mit drei Schnapsfabriken, weil
das Wasser dort besonders gut war. Mein Vater war bei der Raiffeisenbank
in Stralsund beschäftigt.

Ab 1933 änderte sich allmählich unser Leben. Mein Vater verlor seinen
Posten bei der Bank, weil er sich nicht von seiner halbjüdischen Frau
trennen wollte. Er durfte in einer der Schnapsfabriken arbeiten, die
einem Verwandten gehörte. Viele Kinder durften auf einmal nicht mehr mit
mir spielen. Wenn ich mit unseren Pfarrerstöchtern spielte und die
Kinder eines der Schnapsfabrikanten auch dorthin kamen, dann musste ich
nach Hause gehen, weil die Eltern dieser Kinder den Kontakt mit
nichtarischen Kindern ablehnten.

In der Schule bekamen wir, meine ältere Schwester und ich, schlechtere
Noten, weil wir nichtarisch waren. Wir durften nicht in den BdM, den
Bund deutscher Mädchen eintreten, bekamen also auch keine Uniform und
kein Halstuch mit Knoten. Später, als wir in Stralsund auf das
MädchenLyzeum gingen, durften wir im Zug nach Stralsund nicht mehr mit
arischen Kindern zusammensitzen. Wir brauchten ein eigenes Abteil 2.
Klasse, das natürlich auch extra von meinen Eltern bezahlt werden musste.

An vielen Ausflügen durften wir nicht teilnehmen. Eine Geschichte ist
besonders schizophren. Großadmiral Dönitz, Chef der deutschen Marine,
besuchte den Marinestützpunkt Stralsund. Im offenen Wagen, wie Adolf
Hitler, fuhr er durch die Stadt, die Straßen gesäumt von jubelnden
Zuschauern und einem Großaufgebot der Hitlerjugend in ihren Uniformen.
Auf der Hauptstraße durfte ich, das nichtarische Mädchen, ihm einen Aal
übergeben. Denn ich hatte keine Angst, etwas zu sagen, und sah so
germanisch aus mit meinen blonden Haaren und dem langen Zopf wie kein
anderes Mädchen in der Schule. Dazu wurde mir die entsprechende
BdM-Kleidung gegeben (weiße Bluse, schwarzer Rock, braune Jacke mit
Rangabzeichen, schwarzes Halstuch mit Knoten).

Nach der Übergabe des Aals musste ich die Insignien des BdM, Halstuch,
Knoten, Jacke wieder abgeben. Zu Ehren von Dönitz wurde abends ein
Empfang im Theater gegeben. Dort wurde ich wieder als besonders
germanisch aussehendes Mädchen gebraucht. Ich erhielt wieder die
vollständige BdM-Kleidung, trat auf die Bühne, sagte: „Heil Hitler“ und
kündigte mit „Deutschem Gruß“ an: „Der Stralsunder Jungmädchenchor singt
jetzt …“. Es waren insgesamt 3 Lieder, die ich so ankündigte. Nach der
Veranstaltung wurden mir alle Kleidungsstücke wieder abgenommen, denn
die waren den arischen Mädchen vorbehalten.

Bei uns zu Hause wurden mehrfach Razzien durch die Gestapo durchgeführt.
Aber mein Vater erhielt rechtzeitig vorher einen diskreten Hinweis,
sodass die Familie bei den Razzien nie zu Hause war. Ich bin sogar
zweimal im Alter von 13/14 Jahren mit meinem 7-jährigen Bruder von
Stralsund aus nach Görlitz gefahren, weil dort unsere Großmutter
väterlicherseits lebte. Die andere Großmutter war bereits mit 32 Jahren
an Krebs verstorben.

Weihnachten 1944 ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Meine Mutter
bat meinen Vater unter Tränen, er möge sie erschießen, damit der ganze
Terror endlich ein Ende habe. Damals habe ich meinen Vater das erste Mal
weinen sehen. Am nächsten Tag wurde er von der Gestapo abgeholt. Es
waren wirklich „herzzerreissende“ Momente. Später musste mein Vater auch
ins KZ, weil er sich nicht scheiden lassen wollte. So lebten wir mit
großen Sorgen und waren erleichtert, als der Krieg zu Ende war und die
Russen einzogen.
Leben in der DDR-Diktatur

Danach begann der zweite Teil meiner Geschichte, das Leben in der
DDR-Diktatur. Mein Vater war immer offen, ehrlich und standhaft.
Deswegen kam er schnell mit den SED-Bonzen in Konflikt. Er war mehrfach
in DDR-Gefängnissen, weil man ihm Sabotage u.ä. vorwarf.

Ich selbst habe immer das gesagt, was ich für richtig hielt. So habe ich
mich mit meiner Kritik am System selten zurückgehalten. Das Abitur
konnte ich nur ablegen, weil ich kurzfristig in die FDJ (Freie Deutsche
Jugend) eingetreten war. Kurz nach dem Abitur trat ich aus der FDJ
wieder aus. Ich begann eine Lehrer-Ausbildung, bei der ich einem
älteren, sehr freundlichen und hilfsbereiten Kollegen meine Meinung über
die politischen Verhältnisse anvertraute. Leider war es ein „IM“, ein
informeller Mitarbeiter. Der gab diese Information gleich an die „Stasi“
weiter.

Ich ging eines Nachmittags durch Stralsund, als mir eine Bekannte
begegnete und sagte: “Was, Du bist noch da? Du wirst doch schon
gesucht.“ Ich ging schnell nach Hause (wir wohnten nach Kriegsende in
Stralsund) und sah vor unserem Haus zwei völlig „unauffällige“ Männer
hin und hergehen. Von einer Freundin aus rief ich meine Eltern an. Mein
Vater besorgte mir noch in der gleichen Nacht eine Fluchtmöglichkeit
nach Berlin in einem Lastwagen, mit dem Autoreifen aus Westberlin
geschmuggelt wurden.

Es war beängstigend, aber ich kam unbehelligt in Ostberlin an und fuhr
mit der U-Bahn nach Westberlin. Dort konnte ich mich beim
Flüchtlingsbüro melden und erhielt später auch die Anerkennung als
politischer Flüchtling. So endete meine Zeit in der zweiten Diktatur,
der DDR.
Die dritte Diktatur

Jetzt erlebe ich den Eintritt in die dritte Diktatur. Es begann mit dem
Gesetz der epidemischen Notlage. Dieses Gesetz ähnelt dem
Ermächtigungsgesetz der Hitlerzeit. Das Parlament wird ausgehebelt und
unter dem Aspekt der „epidemischen Notlage von nationaler Tragweite“
wurde eine Art Notstands-Regime begonnen.

Auch 1933 waren nicht gleich alle antijüdischen Maßnahmen verabschiedet
worden. Die kamen erst nach und nach und wurden mit der Zeit immer
schärfer. Deswegen hielten viele Juden das Ausreisen für unnötig, bis es
zu spät war und sie ab 1941 fast alle „ins Gas“ geschickt wurden. Jetzt
fängt es genauso an wie in den Dreißiger Jahren. Es wird Maskenzwang
ausgeübt, obwohl durch eine Vielzahl von Studien seit 1974, also lange
vor der Corona-Zeit, nachgewiesen wurde, dass diese Masken, auch die
Op-Masken, mehr schaden als nützen. Für Logik sind unsere
Entscheidungseliten nicht zugänglich.

Früher wurde ich als Vierteljüdin nicht bedient. Heute werde ich ohne
Maske nicht mehr bedient oder darf das Geschäft erst gar nicht betreten.
Dann wird die Impfung propagiert, sodass sich viele aufgrund des
sozialen und beruflichen Drucks impfen lassen, obwohl sie es nicht gern
und freiwillig tun. Sie erhoffen dadurch, dass sie am gesellschaftlichen
Leben wieder teilnehmen können. Sie sind nicht überzeugt, sondern nur zu
schwach, um sich gegen den Impf-Druck zu wehren. Nach und nach werden 2G
und 1G eingeführt. Ungeimpfte werden ausgegrenzt und Grundrechte, die
nicht umsonst Grundrechte heißen und die wir mit Geburt besitzen, werden
von den Regierenden zu Privilegien für Geimpfte umgewandelt.

Unsere Politikerelite dreht die sog. Erkrankungs- und Todeszahlen
genauso wie sie wollen. Vor allem Karl Lauterbach, SPD, tut sich darin
besonders auffallend hervor. Was ist mit dem Schwindel mit den
Corona-Toten, mit den Intensivbetten, mit der „epidemischen Notlage von
nationaler Tragweite“, die immer weiter verlängert wird? Eine sachliche
Diskussion wird abgelehnt, ein kritisches Papier aus dem
Innenministerium, das die Schäden dieser Politik sehr frühzeitig
aufzeigte (April 2020) wird als Privatmeinung abgetan und der Beamte,
der diese Stellungnahme als Leiter der Katastrophenvorsorge entworfen
hatte, in den vorzeitigen Ruhestand geschickt.

Kritiker der politischen und gesundheitsbezogenen Maßnahmen werden
diffamiert, unter Druck gesetzt, durch Razzien eingeschüchtert und
zusätzlich über die lokale Presse in ein „Nazi-Milieu“ gerückt. Wie in
den dreißiger Jahren wird diffamiert, denunziert, das Justizsystem
weitgehend gleichgeschaltet (nicht angepasste Richter werden unter Druck
gesetzt). Den Kindern wird eingeredet, dass sie durch eine
Corona-Infektion ihre Großeltern töten könnten. Es wird ihnen
Maskenzwang in den Schulen und auf dem Schulhof verordnet, obwohl die
Zahl der an Covid 19 schwer erkrankten Kinder extrem gering ist. Kinder
gelten heute ab Geburt nicht mehr als gesund, sondern als Gefährder
ihrer Mitmenschen.
Seelische Schäden

Mir wird schwindlig, wenn ich an 1945 denke mit den Millionen Toten, den
Zerstörungen, den unglaublichen seelischen Schäden, auch in späteren
Generationen. Auch heute werden wieder unglaubliche seelische Schäden
gesetzt. Die kinderpsychiatrischen Kliniken sind überfüllt. Viele Kinder
gehen nicht mehr gern in ihre Schulen, weil sie einem ständigen Masken-
und Testzwang ausgesetzt sind. Sie können die Gesichter ihrer Lehrer
nicht mehr sehen. Dabei ist besonders für die Kleinen die Mimik ihrer
Lehrer ganz wichtig. Wir haben es erlebt, dass 10-jährige nach einem
Jahr ohne Schulsport keine 50 m mehr laufen konnten, weil sie Atemnot
bekamen. Viele Kinder sind dick geworden in den letzten 1 ½ Jahren.
„Home-Schooling“ als Wunderwaffe ist nur begrenzt tauglich.

Es gibt so Vieles, was schlechter geworden ist, ohne dass dafür eine
zwingende Notwendigkeit bestanden hätte. Viele Ärzte, die offiziellen
Medien, die Kirchen, die Regierung und viele andere fordern die totale
Impfpflicht, natürlich „auf freiwilliger Basis“. Die „Ungeimpften“ sind
angeblich rücksichtslos, infektiös und nicht mehr gesellschaftskonform.
Sie sollen ausgegrenzt und in ihren Aktivitäten beschnitten werden. Sie
stellen auf einmal eine Gefahr für die „Geimpften“ dar, obwohl die
Impfung doch angeblich Schutz vor einer erneuten Erkrankung bieten soll.
Es wird auf Seiten der offiziellen Stellen gelogen, dass sich „die
Balken biegen“.

Die Spaltung der Gesellschaft in Gute=Geimpfte und Böse=Ungeimpfte ist
schon weit fortgeschritten. Es wird von der Elite Hass gesät über die,
die sich nicht der Regierungsmeinung anschliessen. Viele Bürger stimmen
dem zu und fangen auch mit Hass-Sprüchen gegenüber den „Abweichlern“ an.
Die Denunzianten haben zugenommen, gefördert auch von der politischen
Elite. Wir haben das hier in Gersfeld am eigenen Leib erlebt. Wenn es so
weitergeht, und vieles spricht dafür, dann werden sich Spaltung der
Gesellschaft und Hassausbrüche noch erheblich steigern.

Ich erlebe gerade das Gleiche, was ich schon zweimal, im Dritten Reich
und in der DDR, erlebt habe. Die Gegner werden mundtot gemacht, evtl.
ins Gefängnis (oder später in ein KZ) geschickt, die Braven und die
Mitläufer werden belohnt und der ganze Diktaturzirkus beginnt jetzt zum
dritten Mal von vorn. Ich habe nie geglaubt, dass ich eine solche
Entwicklung noch einmal erleben muss. Aber ein Großteil unserer
Bevölkerung, besonders in den westlichen Bundesländern, hat aus der
Geschichte von Drittem Reich und DDR sehr wenig gelernt. Es läuft z.Zt.
fast alles so ab wie in den Katastrophenjahren. Ich hoffe, dass es nicht
so schrecklich enden wird wie 1945. Noch bin ich eine lebende
Zeitzeugin. Aber in wenigen Jahren werde ich gestorben und meine
Geschichte vergessen sein.

https://www.epochtimes.de/meinung/gastkommentar/kommt-die-dritte-diktatur-a3640055.html
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