>Kann ich Ginster wie eine Hecke behandeln, also auch zurückschneiden ??
Keine Ahnung, aber wenn Du nicht der erste Mensch bist, der
borrhelioseresistent ist;-), stell fest, ob Ihr in ner Zeckengegend
lebt. Die Krankheit ist unheilbar und führt auf ziemlich hässlichen
Wegen in die Invalidität...
Aber bitte nicht als Schnitthecke, sondern nur als freiwachsende
Blütenhecke: Er wird direkt nach der Blüte nur ausgelichtet (=ältere Zweige
herausnehmen).
zecken sitzen nicht nur im ginster, sondern auch auf anderen streuchern und
hohem grass.
sicherer schutz bietet nur eine betonierung der ganzen gartenfläche.
gruss
nils
>On Fri, 22 Jan 1999 22:06:16 +0100, Enno.B...@t-online.de (Enno
>Baumann) wrote:
>
>>Kann ich Ginster wie eine Hecke behandeln, also auch zurückschneiden ??
>
>Keine Ahnung, aber wenn Du nicht der erste Mensch bist, der
>borrhelioseresistent ist;-), stell fest, ob Ihr in ner Zeckengegend
>lebt. Die Krankheit ist unheilbar und führt auf ziemlich hässlichen
>Wegen in die Invalidität...
>
Hallo Hannes,
was hat Ginster bitte mit Borreliose zu tun? Der Gedankensprung
war mir zu groß.
Reinhardt *dummguck*
>
>Hallo Hannes,
>was hat Ginster bitte mit Borreliose zu tun? Der Gedankensprung
>war mir zu groß.
Sie wird von Zecken übertragen und die Gefahr, eine zu erwischen, soll
in der Nähe von Ginster als auch unter Eichen sehr groß sein.
Unter einer großen Eiche in einer Ausflugsgaststätte plumpste mir
einmal eine Zecke in die Suppentasse, daher kann ich mit
Einschränkungen das Gerücht bestätigen. Um Ginster hab ich seither nen
Bogen gemacht, als mir ein Erkrankter, arbeitslos, geistig und
körperlich zerrüttet, mal begegnet ist:-(
> was hat Ginster bitte mit Borreliose zu tun? Der Gedankensprung
> war mir zu groß.
In manchen Gegenden heißen Zecken auch "Ginsterbock", weil sie in
Ginster so häufig vorkommen.
Wilfried Steinhoff
> On Mon, 25 Jan 1999 21:23:06 GMT, Reinhar...@gmx.de (Reinhardt
> Kern) wrote:
>
> >
> >Hallo Hannes,
> >was hat Ginster bitte mit Borreliose zu tun? Der Gedankensprung
> >war mir zu groß.
>
> Sie wird von Zecken übertragen und die Gefahr, eine zu erwischen, soll
> in der Nähe von Ginster als auch unter Eichen sehr groß sein.
> Unter einer großen Eiche in einer Ausflugsgaststätte plumpste mir
> einmal eine Zecke in die Suppentasse, daher kann ich mit
> Einschränkungen das Gerücht bestätigen. Um Ginster hab ich seither nen
> Bogen gemacht, als mir ein Erkrankter, arbeitslos, geistig und
> körperlich zerrüttet, mal begegnet ist:-(
>
Also nun mal ein paar Worte gegen eine Zeckenhysterie.
1. gegen FSME (Viruserkrankung) kann man sich problemlos impfen lassen
2. ist die Borreliose eine Bakterieninfektion und somit ganz einfach und
schnell mit Antibiotika zu behandeln.
Mehr Infos unter:
http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/fsmeidx.html
Ansonsten glaube ich nicht, dass es eine besondere Beziehung zwischen
Ginster, p.s: welchen meinst du eigentlich (Besenginster, Deutscher
Ginster, Stechginster...), und Zecke gibt.
MfG
Bjoern
>
>
>Also nun mal ein paar Worte gegen eine Zeckenhysterie.
>1. gegen FSME (Viruserkrankung) kann man sich problemlos impfen lassen
>2. ist die Borreliose eine Bakterieninfektion und somit ganz einfach und
>schnell mit Antibiotika zu behandeln.
Latrinengerücht, ich hab doch einen Befallenen kennengelernt.
Hallo,
wird eine Zeckenborreliose rechtzeitig erkannt und therapiert
(Antibiotika), sind i.d.R. keine Komplikationen zu erwarten.
Haben die Borrelien jedoch lange Zeit Gelegenheit im Körper
ihr Unheil anzurichten, können durchaus Komplikationen z.B.
am Nervensystems, der Haut, am Herzen und an den
Gelenken auftreten. Da mit dieser Erkrankung also nicht zu
spaßen ist, sollte nach jedem festgestellten Zeckenbiss zum
Nachweis von Borrelien eine entsprechende Blutuntersuchung
durchgeführt werden.
Näheres ist auch in den Presseberichten von 1998 des Robert
Koch-Instituts (RKI) nachzulesen - unter
http://www.rki.de/PRESSE/CHR_FR.HTM
Titel:Vorsicht bei Zeckenstichen! RKI weist auf Gefahren durch den
Überträger der Lyme-Borreliose hin
«
--
Gruß: Hans-Dieter
Reinhardt
Gibt es da nicht immer diesen typischen Hautausschlag? Es müßte doch
reichen, bei Auftreten der Symptome sofort zum Arzt zu gehen. Oder
liege ich da falsch?
Übrigens schützt auch eine Impfung nicht gegen die ebenfalls von
Zecken übertragene Gehirnhautentzündung. Trotz Zeckenschutzimpfung
sollte man also bei Auftreten von verdächtigen Nackenschmerzen nach
einem Zeckenbiß SOFORT zum Arzt.
>
Helmut Wollmersdorfer
«
--
http://members.aon.at/ai-management/
>
>Sie wird von Zecken übertragen und die Gefahr, eine zu erwischen,
soll
>in der Nähe von Ginster als auch unter Eichen sehr groß sein.
Halte ich für ein Gerücht, daß sich Zecken vorwiegend auf bestimmten
Pflanzen aufhalten. Zecken gibt es sogar auf größeren Trockenrasen:
als Beweis kann ich Dir ein Foto eines mit mehreren Zecken
verunstalteten Ziesels aus der Perchtoldsdorfer Heide schicken -
Kalkmagerrasen umgeben mit Kiefern, also kein typisches Zeckenbiotop.
Mit den Eichen muß ich Dir insofern recht geben, als die idealen
Bedingungen für Eichen (typischer Laubwald) auch für Zecken ideal
sind.
Allerdings holst Du Dir die meisten Zecken nicht im Eichenwald
sondern in der angrenzenden Wiese.
Hallo Helmut,
Die Antwort auf Deine Frage ist sehr gut beschrieben bei
http://www.meine-gesundheit.de/stiver/krankh/zecken.htm
Zitat:
"Das erste Anzeichen dieser Erkrankung ist meist eine schmerzlose
Hautrötung an der Zeckenbissstelle, die sich kreisförmig vergrössert und
dabei im Zentrum wieder abblaßt. Diese sog. "Wanderröte" kann bis zu 16
Wochen nach dem Zeckenbiss auftreten und von Jucken, Brennen, lokalen
Lymphknotenschwellungen und allgemeinen, grippeähnlichen Symptomen
begleitet sein. Im weiteren Verlauf kommen andere Symptome an
verschiedenen Organen und Organsystemen dazu. Wird die Borreliose in
diesem Stadium nicht erkannt und behandelt, kann ein chronisches Stadium
mit Befall der Haut (sog. Pergamenthaut), der Gelenke (chronische
Gelenkentzündungen), des Nerven-systems (Kopf- und Nervenschmerzen) und
des Herzens (chronische Herzmuskelentzündung) auftreten. "
>Es müßte doch reichen, bei Auftreten der Symptome sofort zum Arzt zu
>gehen. Oder liege ich da falsch?
Ich kenne persönlich einige Leute, bei denen unmittelbar nach Zeckenstich
Borrelien nachgewiesen wurden - und weil ich in einem zeckengefährdeten
Gebiet wohne, würde ich sofort zum Arzt gehen - nicht nur wegen der
Borreliose, sondern auch wegen der FSME (FrühSommerMeningoEnzephalitis).
>Übrigens schützt auch eine Impfung nicht gegen die ebenfalls von
>Zecken übertragene Gehirnhautentzündung ...
Warum gibt es dann wohl diese Impfung?
Nähere Infos hierüber findest Du unter::
http://www.meine-gesundheit.de/tips/Tip_9.htm#ZECKENIMPFUNG
«
--
Gruß: Hans-Dieter
>
>
>wird eine Zeckenborreliose rechtzeitig erkannt und therapiert
>(Antibiotika), sind i.d.R. keine Komplikationen zu erwarten.
>Haben die Borrelien jedoch lange Zeit Gelegenheit im Körper
>ihr Unheil anzurichten, können durchaus Komplikationen z.B.
>am Nervensystems, der Haut, am Herzen und an den
>Gelenken auftreten.
Das wars, und zwar alles zusammen. War ein Lehrer, der frühinvalide
wurde.
Aber wenn Du solche Quellen bzw. Fachwissen hast: ist es nun
empfehlenswert, ausgerechnet Ginster ums Grundstück zu pflanzen oder
sollte man das bleiben lassen? Ein bisschen hast Du es ja schon
angedeutet, was Du von übertriebenen Befürchtungen hältst, aber:
würdest Du es angesichts der Unsicherheit, in welche Gebiete diese
Krankheit noch fortschreiten könnte, wenn man die nächsten Jahrzehnte
sieht, eh, Deiner schwangeren Tochter anpflanzen und ihre Enkel
wachsen drunter auf oder so?
Oder fällt das alles in die Kategorie
"wir-haben-unsere-Mikrowelle-wegen-der-Strahlen-abgeschafft";-)
>
>
>... ist es nun
> empfehlenswert, ausgerechnet Ginster ums Grundstück zu pflanzen oder
> sollte man das bleiben lassen? Ein bisschen hast Du es ja schon
> angedeutet, was Du von übertriebenen Befürchtungen hältst, ...
Hallo,
meiner Ansicht nach spricht auch in einem zeckengefährdeten Gebiet
nichts gegen Ginster. Allerdings sollte man sich bei Gartenarbeiten
durch entsprechende Kleidung schützen und seinen Körper anschließend auf
Zeckenbefall untersuchen - das gilt auch bei Aufenthalten im "Wald und
auf der Heide"!
--
Gruß: Hans-Dieter
>"Das erste Anzeichen dieser Erkrankung ist meist eine schmerzlose
>Hautrötung an der Zeckenbissstelle, die sich kreisförmig vergrössert
und
>dabei im Zentrum wieder abblaßt.
Wenn man einmal ein Foto davon gesehen hat, erkennt man den typischen
Hautausschlag sofort wieder.
>
>>Es müßte doch reichen, bei Auftreten der Symptome sofort zum Arzt
zu
>>gehen. Oder liege ich da falsch?
>
>Ich kenne persönlich einige Leute, bei denen unmittelbar nach
Zeckenstich
>Borrelien nachgewiesen wurden - und weil ich in einem
zeckengefährdeten
>Gebiet wohne, würde ich sofort zum Arzt gehen - nicht nur wegen der
>Borreliose, sondern auch wegen der FSME
(FrühSommerMeningoEnzephalitis).
Dann müßten meine Eltern in der warmen Jahreszeit oft mehrmals pro
Woche zum Arzt. Von Borreliose war meine Mutter schon befallen - sie
hat es mehrere Tage nicht erkannt und ich habe sie dann sofort zum
Arzt geschickt. Unbehandelt liegt die Komplikationsrate glaube ich
bei 60-80%. Ein Medizinstudent aus meinem Bekanntenkreis hat die
Krankheit bewußt unbehandelt lassen und das Fieber durchgedrückt -
nicht nachahmenswert.
>
>>Übrigens schützt auch eine Impfung nicht gegen die ebenfalls von
>>Zecken übertragene Gehirnhautentzündung ...
>
>Warum gibt es dann wohl diese Impfung?
Die Impfung schützt nicht zu 100%. Ich halte es auf jeden Fall für
gut, sich impfen zu lassen. Trotzdem heißt es nach einem Zeckenbiß
aufpassen auf die FSME-Frühsymptome. Dann entscheiden Stunden. Einen
solchen Fall kenne ich persönlich, der trotz Impfung befallen wurde.
Übrigens können Zecken auch andere Infektionen übertragen, welche
zwar nicht so gefährlich, aber unangenehm und hartnäckig sein können.
Auch der Schlafplatz der Hauskatze oder des Hundes ist nicht
ungefährlich - dort krabbeln oft ein paar Zecken unbemerkt herum und
finden vielleicht ein menschliches Opfer (mir schon passiert).
Das Risiko kann man stark vermindern, wenn man unter Bäumen oder
Büschen nicht stehenbleibt, hohe Schuhe (noch besser Gummistiefel)
und lange Hose trägt. Raucher werden weniger befallen. Ein
Insektenschutzmittel kann auch nicht schaden.
Auch nach meinen Unterlagen keine besondere Gefahr:
-Die Erreger befinden sich im Darm der Zecke, bis sie ins Blut gelangen,
können >10 Stunden vergehen.
=>Bei schneller Entfernung der Zecke ist das Infektionsrisiko nur sehr
gering.
-nur 1% der Zeckengebissenen erkrankt an der Infektion.
-wird die Borreliose rechtzeitig erkannt und behandelt, ist komplette
Heilung zu erwarten. (kenne selbst jemanden, der mit Antibiotikum
rechtzeitig behandelt wurde)
-in wenigen Jahren wird in Deutschland ein Impfstoff erwartet.
Die Lyme-Borreliose ist übrigens im Gegensatz zu FSME _nicht_ auf bestimmte
Gebiete beschränkt.
Nach Zeckenbiss sollte man sich untersuchen lassen, die "Wanderröte" tritt
nur in ca 1/2 der Fälle auf, stat. trägt jede 3. Zecke den Erreger.
> Allerdings habe ich erst Wochen später
> durch Zufall den Zusammenhang mit der Borreliose erfahren.
> Offensichtlich habe ich riesiges Glück gehabt. Jetzt die Frage: Ist der
> Verlauf eventuell unkritischer, wenn man gegen FSME geimpft ist?
>
>
Nein, denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Eine
Hepatitisimpfung schützt ja auch nicht vor Malaria etc.
Hallo Hannes,
Ich denke, daß Du Dir wegen dem Zusammenhang Zecken - Bepflanzung
kaum den Kopf zerbrechen mußt. Die Biester fühlen sich am Rand einer
gemischten Hecke mit Staudenunterpflanzung mindestens ebenso wohl, wenn
das Zuzugsgebiet stimmt. Die Zecke ist halt ein Parasit, der auf die
häufige Frequentation (hauptsächlich) warmblütiger Wirte angewiesen ist.
Je verlockender Deine Hecke als Biotop also für eine Vielzahl von
Kleingetier ist, desto eher ...
Zurück zur Ginsterhecke:
Grundsätzlich würde ich nie jemandem eine reine Ginsterhecke empfehlen.
Um überhaupt eine halbwegs sinnige Empfehlung geben zu können braucht
jeder erst mal Daten, als da wären:
Boden, Klima (Gegend, Lage), Grundstückslage; Lage, Länge und Zweck der
Hecke usw.
freundlicher Gruß,
Otto
Du hast recht, _empfehlen_ würd ichs auch nicht.
Schon wegen des üblen Geruchs während der Blüte :-(
Wenige Sträucher sind ja noch auszuhalten, aber ne ganze Hecke?
Puuuuh, da könnt ich den Garten solange nicht mehr betreten :-(((
Reinhardt *nachdenklich*
Für interessierte hier ein Infoblatt des RKI.
Es ist zwar eigentlich etwas lang für eine Newsgroup, in Anbetracht der
möglichen Gefahren
sehe ich eventuellen flames gelassen entgegen.
mfG
Robert
************************************************************************
*****************
Merkblatt für Ärzte
Lyme-Borreliose
Erkennung und Verhütung
1. Allgemeines
Zwei bedeutsame Infektionserreger werden in Mitteleuropa durch Zecken
auf den Menschen übertragen. Während die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis
(FSME) virusbedingt ist, wird die Lyme-Borreliose (LB) durch ein
spiralförmiges Bakterium (Spirochäte) verursacht. Die Bezeichnung "Lyme"
geht auf den Ort "Lyme" im US-Bundesstaat Connecticut zurück, wo 1975
bei Kindern und Erwachsenen gehäuft Fälle mit Arthritis beobachtet
wurden, die anamnestisch mit Zeckenstichen in Verbindung gebracht werden
konnten.
2. Erreger und Epidemiologie
Die unterschiedlichen Krankheitsbilder der Lyme-Borreliose waren schon
vor der Jahrhundertwende bekannt, wobei der Erreger erstmals 1982 in den
USA durch Burgdorfer beschrieben wurde. Erst durch den Nachweis von
Borrelia (B.) burgdorferi konnte die Lyme-Borreliose als
Infektionskrankheit eingeordnet werden. Bei den Erregern handelt es sich
um Borrelien, die, wie die Erreger verschiedener Arten von
Rückfallfieber, taxonomisch der Familie Treponemataceae zugeordnet
werden. Durch genetische Analyse wurde B. burgdorferi in mehrere
Genospezies unterteilt. Bisher wurden drei Spezies von B. burgdorferi
sensu lato (s.1.) von Patienten isoliert. Diese sind B. burgdorferi
sensu stricto, B. garinii und B. afzelii, die auch in Deutschland
vorkommen. Bei europäischen Patienten wurde von Hautbiopsien überwiegend
B. afzelii (80-90 %), von Liquor cerebrospinalis dagegen vor allem B.
garinii (ca. 70 %) isoliert. Grundsätzlich können Vertreter der drei
genannten Spezies sowohl von Haut als auch von Liquores isoliert werden.
B. burgdorferi ist ein bewegliches, spiralig geformtes Bakterium, dessen
Morphologie und Beweglichkeit im Dunkelfeldmikroskop gut darstellbar
sind. Die Länge des Erregers beträgt 4-30 µm, die Dicke 0,18-0,25 µm.
Die Anzüchtung ist schwierig und gelingt nur in Spezialmedien bei einer
Kulturdauer von mehreren Wochen.
In Mitteleuropa überträgt die Schildzecke Ixodes ricinus, auch der
Gemeine Holzbock genannt, den Erreger der Lyme-Borreliose. In
Deutschland sind Vorkommen dieser Zeckenart von der Nord- und
Ostseeküste bis in 2000 m Höhe in den A1pen bekannt. Infizierte Zecken
kommen in ganz Deutschland vermutlich bis zu 1.000 m Höhe vor.
Ixodes ricinus muß im Laufe seiner Entwicklung drei Blutmahlzeiten
aufnehmen, jeweils eine als Larve, Nymphe und Adulte. Nach jeder
Blutmahlzeit wird der Wirt verlassen, die Blutmahlzeit wird verdaut und
durch Entwicklung und Häutung das nächste Stadium erreicht. Nach einer
Reifungsphase von Tagen bis Wochen oder sogar Monaten wird ein neuer
Wirt gesucht.
Die spinnenähnlichen, erwachsenen, längsovalen Zecken-Weibchen sind mit
einem augenlosen Rückenschild versehen. Sie haben nüchtern eine
Körperlänge von 2,4 - 4,8 mm, vollgesogen jedoch bis 12 mm. Ihr Köpfchen
besteht aus einer vorn dem Körper aufsitzenden dunkel- bis
schwarz-braunen Basis sowie aus dieser entspringenden relativ langen,
schlanken Mundwerkzeugen. Der ebenfalls dunkel- bis schwarz-braune
Rückenschild bedeckt bei den Weibchen im Gegensatz zu den Männchen nur
den oberseitigen, vorderen Teil des gelblichgrauen bis hellbraunen,
weichhäutigen Körpersacks. Die erwachsenen Zecken und die Nymphen haben
acht Beine. Die Nymphen sind mit 1,2 mm (nüchtern) bis 2,0 mm
Körperlänge (vollgesogen) erheblich kürzer als die adulten Zecken. Die
weichhäutigen Körperabschnitte sind hellgrau-gelb und mit einem mittel-
bis dunkelbraunen Rückenschild bedeckt. Dieser ist nach Form und Umfang
wie bei den Weibchen ausgeprägt.
Die im Gegensatz zu Adulten und Nymphen sechsbeinigen, am Rückenschild
hell- bis mittelbraun gefärbten Larven treten nur selten am Menschen
auf. Sie sind mit 0,6 mm (nüchtern) bis zu 1,25 mm (vollgesogen)
Körperlänge kürzer als die Nymphen. Der Rückenschild bedeckt wie bei
Weibchen und Nymphen nur den vorderen Teil des Körpers. Die
weichhäutigen Teile des Körpersacks sind hellgrau bis grau-gelb.
Anders als bei der endemisch auftretenden FSME können Befallsgebiete
bzw. -flächen Borrelien- infizierter Zecken nicht eingegrenzt werden. In
den europäischen Nachbarländern Deutschlands ist die Situation ähnlich.
Die Infektionsraten von Ixodes ricinus mit B. burgdorferi s.l. Iiegen
zwischen O bis 40 % und variieren bei den einzelnen Zeckenstadien
(Adulte ca. 20 %, Nymphen ca. 10 %, Larven < 5 %). Auch in hämatophagen
Fliegen und Mücken wurden die Erreger gefunden. Der entsprechende
Nachweis der Übertragung ist bisher aber nicht gelungen.
Als Reservoirtiere der Borrelien spielen hauptsächlich Nager und
Insektenfresser, wie z.B. der Igel, eine Rolle, aber auch Wild, Vögel
und Haustiere kommen als Wirte in Betracht. Vögel spielen vermutlich
eine wichtige Rolle bei der Verbreitung Borrelien-tragender Zecken über
größere Entfernungen. Wenn auch zunehmend über klinische Fälle bei Hund,
Katze, Pferd und Rind berichtet wird, so ist das Wissen über
Erkrankungen bei Haustieren noch gering. Serologisch festgestellte
Infektionsraten bei Hunden können Hinweise zur Höhe des
Infektionsrisikos beim Menschen geben.
3. Übertragung
Der Zeckenstich ist der Hauptübertragungsweg für den Erreger der
Lyme-Borreliose, an den sich Patienten häufig nicht erinnern können.
Zeckenbefall ist während der Monate April bis September besonders
häufig, kann aber bei Temperaturen über 10 °C zu allen Jahreszeiten
erfolgen. Die Zecken sind in der warmen Jahreszeit am Vormittag, am
frühen Abend und nachts am aktivsten. Beliebte Aufenthaltsorte der
Zecken sind buschige Wald- und Wegränder, Laub- und Mischwälder, hier
vor allem lichte Gehölze mit Unterwuchs sowie Parkanlagen und Gärten mit
Büschen und Sträuchern als Unterholz. Wirtssuchende Zecken befinden sich
je nach Stadium bis zu einer Höhe von etwa 1 bis 1,5 Meter an Gräsern,
Farnen und niedrigen Zweigen, aber keinesfalls auf Bäumen. Der Befall
erfolgt deshalb beim erwachsenen Menschen meist in Beinhöhe.
3.1 Zeckenentfernung
Die Zecken bevorzugen Lokalisationen zwischen den Beinen, in den
Kniekehlen, unter den Armen, im Nacken und am Kopf (Haaransatz), die
warm, feucht, gut durchblutet sind und dünne Hautpartien aufweisen.
In der Haut festsitzende Zecken sollten möglichst bald entfernt werden,
da die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit B. burgdorferi s.l. mit
der Dauer des Saugaktes zunimmt. Die Entfernung sollte mechanisch
erfolgen. Dazu sollte eine Pinzette benutzt werden, mit der die mit
Widerhaken und Zähnen versehenen Mundwerkzeuge der Zecke direkt über der
Haut erfaßt und aus der Stichwunde herausgezogen werden.
Etwas schwieriger ist es insbesondere für den Ungeübten, die Zecke nur
mit Hilfe der Finger in gleicher Weise aus der Stichwunde zu entfernen.
Dabei ist darauf zu achten, daß die Zecke zwischen Zeigefinger- und
Daumenende dicht über der Haut im Bereich des Köpfchens gefaßt und durch
langsames Ziehen nach hinten - also entgegen der Stichrichtung -
vorsichtig herausgezogen wird.
Wichtig ist, daß der Zeckenleib weder gequetscht noch beschädigt wird,
da dies die Infektion durch vorhandene Erreger fördern kann. Ebenso
sollte der Versuch unterbleiben, Zecken vor ihrer Entfernung mit 01,
Cremes, Alkohol, Nagellackentferner oder ähnlichen Substanzen zu
bedecken, um die verstärkte Absonderung von erregerhaltigem Speichel zu
vermeiden.
Nach Möglichkeit sollten die Hände und die Stichstelle desinfiziert
werden (z. B. Betaisadona). In der Haut verbleibende Mundwerkzeuge
werden binnen Tagen "abgestoßen". Geschieht dies nicht oder entzündet
sich die Stichwunde, sollte der Arzt aufgesucht werden.
Aus der Haut gelöste und lebende Zecken können in einem verschlossenen
Gefäß, dem Teile von Grashalmen zur Verhinderung der Austrocknung
beigegeben wurden, zur Untersuchung an Medizinaluntersuchungsämter bzw.
Institute für Medizinische Mikrobiologie, Veterinärparasitologie oder
Zoologie der Universitäten oder Hochschulen eingesandt werden.
Es liegen jedoch bisher keine Ergebnisse kontrollierter Studien vor, die
ausreichen, generell bei positivem Borrelienbefund eine prophylaktische
Therapie zu empfehlen. Die Indikation zur Antibiotika-Prophylaxe muß
daher im Einzelfall vom behandelnden Arzt gestellt werden. Insgesamt
nimmt die Übertragung wahrscheinlich mit zunehmender Dauer des Saugaktes
zu. Bei Saugakten von weniger als 24 Std. scheint eine geringere
Infektionsgefahr zu bestehen.
3.2 Zeckenbefallsprophylaxe
Der wirksamste Schutz gegen einen Befall mit Zecken besteht darin,
Flächen, die als Infestationsgebiete bekannt oder dem Biotop nach als
solche einzustufen sind, zu meiden. Dazu gehören Landschaften mit
langem, hohem Gras, Farnen und dichtem Unterholz, z.B. am Rand von
Waldwegen oder an Wildwechseln bzw. in entsprechend bewachsenen Gärten
und Parks.
Beim Wandern oder Arbeiten auf derartig bewachsenen Freilandflächen
sollte zum Schutz gegen das schnelle Ansaugen der Zecken geschlossene
Kleidung, z.B. Jeans, deren Beinenden möglichst in Stiefel oder in
langschäftige Socken zu stecken sind, und langärmelige Hemden, getragen
werden.
Möglichst einfarbig helle Kleidung erleichtert das Absuchen auf Zecken.
Dieses Absuchen sollte in zwei Stunden Abstand, spätestens am Abend,
wiederholt werden. Bei Kindern sitzen Zecken nicht selten am Haaransatz.
Bei langem Kopfhaar sind sie dort durch überhängende Strähnen verdeckt.
Repellents (z.B. Autan) gegen Insekten wirken in gewissem Umfang auch
gegen Zecken. Nach etwa zwei Stunden läßt ihre Wirkung allerdings nach.
4. Pathogenese
Die Lyme-Borreliose ist in Deutschland die häufigste zeckenübertragene
Infektionskrankheit des Menschen. Im Gegensatz zur ebenfalls
zeckenübertragenen - aber virusinduzierten -
Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) stellt die Lyme-Borreliose eine in
der nördlichen Hemisphäre verbreitete Infektionskrankheit mit
mannigfaltiger klinischer Symptomatik dar. B. burgdorferi s.l. wird beim
Zeckenstich nach Eindringen der Mundwerkzeuge der Zecke in die Haut
übertragen. Die Infektion kann zur lokalen oder systemischen
Erregerausbreitung führen. Das Erythema chronicum migrans (ECM) ist die
häufigste und besonders typische klinische Manifestation der
Lyme-Borreliose.
5. Klinik
Analog zur Syphilis wird die klinische Symptomatik der Lyme-Borreliose
in drei Stadien eingeteilt, wobei atypische Verläufe häufig sind.
Konnatale Infektionen kommen vor, sind aber sehr selten. Klinisches
Leitsymptom des Stadiums I ist das Erythema chronicum migrans. Tage bis
wenige Wochen nach Zeckenstich bildet sich um die Einstichstelle ein
Erythem, das sich langsam zentrifugal ausbreitet und im weiteren Verlauf
zentral abblaßt, so daß es anfangs als scheibenförmiges, später als
ringförmiges Erythem imponiert. Multiple Erytheme sind beschrieben
worden und sind dann dem Stadium II zuzuordnen. Allgemeinsymptome wie
Fieber, Myalgien, Kopfschmerzen und Lymphknotenschwellungen können
auftreten. Das ECM klingt meist auch ohne Behandlung nach Wochen bis
Monaten wieder ab.
Leitsymptom des Stadiums II ist in Europa die Iymphozytäre
Meningoradikulitis Bannwarth (Garin-Bujadoux-Bannwarth-Syndrom). Sie
tritt Wochen bis Monate nach Zeckenstich auf, wobei sich nur ungefähr
die Hälfte der Patienten an den Zeckenstich erinnert und nur ungefähr 40
% ein Erythema chronicum migrans gehabt haben. Die Meningoradikulitis
Bannwarth ist gekennzeichnet durch brennende radikuläre Schmerzen mit
und ohne Lähmungserscheinungen. Ein weiteres Leitsymptom ist die
Facialisparese. Bei Kindern treten häufiger meningitische Verläufe auf.
Diagnostisch wegweisend ist der typische Liquorbefund, der durch eine
Iymphozytäre Pleozytose mit Eiweißvermehrung gekennzeichnet ist.
Serologisch zeigen 50 - 90 % der Patienten signifikant erhöhte
Antikörper-Titer im Serum. Dem Nachweis der spezifischen
Antikörperbildung im Liquor (vgl. 6 Diagnostik) kommt eine wichtige
diagnostische Bedeutung zu.
Eine kardiale Beteiligung kann allein oder in Kombination mit anderen
Symptomen auftreten und zeichnet sich durch AV-Blockierungen I.-III.
Grades aus.
Als typische (seltene) Hautmanifestation des Stadiums II gilt die
Lymphadenosis cutis benigna Bäfverstedt (Borrelien-Lymphozytom). Sie
imponiert als rötlich-livider Tumor meist an Ohrläppchen, Mamille oder
Skrotum.
Ätiologisch gesicherte Manifestationen des Stadiums III sind die
Lyme-Arthritis und die Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer
(ACA). Sie treten Monate bis Jahre nach Infektion auf.
Charakteristisch für die ACA ist ein initial infiltratives Stadium, das
zur Atrophie der Haut führt, die sich zigarettenpapierdünn, livide
verfärbt, darstellt. Prädilektionsstellen sind die distalen
Extremitätenabschnitte. Arthropathien und Polyneuropathien sind an den
betroffenen Extremitätenabschnitten nicht selten.
Die Lyme-Arthritis ist eine schubweise oder chronisch verlaufende mono-
oder oligoartikuläre Arthritis. Am häufigsten ist das Kniegelenk
betroffen. Autoimmun-Mechanismen scheinen besonders bei chronischen
Verläufen eine wesentliche Rolle zu spielen.
Eine seltene Spätmanifestation der Lyme-Borreliose ist die chronische
Enzephalomyelitis mit Para- und Tetraparesen.
Bei fast allen Patienten in diesem Stadium lassen sich spezifische
IgG-Antikörper im Serum nachweisen. IgM-Antikörper fehlen im
allgemeinen.
6. Diagnostik
In der praktischen Diagnostik steht der Nachweis von spezifischen
Antikörpern im Serum und Liquor an erster Stelle. Meist werden der ELISA
und Immunfluoreszenztest zum Antikörpernachweis verwendet. Vielfach wird
der Immunoblot als Bestätigungstest eingesetzt, hat jedoch nicht den
Stellenwert wie bei der HIV-Diagnostik. Serologische
Untersuchungsbefunde können allerdings eine umfangreiche klinische
Differentialdiagnostik nicht ersetzen. So schließt eine negative
Serologie - besonders in den frühen Stadien - eine Lyme-Borreliose nicht
aus. Andererseits können auch hohe IgG-Antikörper-Titer nach einer
früheren - möglicherweise klinisch inapparenten Infektion über Jahre
persistieren. Falsch-positive Reaktionen können bei
Autoimmunerkrankungen, bakteriellen (insbesondere Syphilis) und einigen
viralen Infektionen (z.B. EBV-Infektion) auftreten.
Zudem muß mit diskrepanten Befunden verschiedener Untersucher gerechnet
werden, da die serologischen Verfahren zur Zeit noch nicht
standardisiert sind.
Ein wichtiger diagnostischer Parameter für eine Beteiligung des
Nervensystems (diagnostisch unbedingt erforderlich bei Verdacht auf
chronische Neuroborreliose) ist der Nachweis intrathekal gebildeter
Antikörper gegen Borrelien. Bei einer Neuroborreliose im Stadium II
(Meningoradikulitis Bannwarth) findet man dies häufig, aber nicht immer;
für die Diagnose einer chronischen Neuroborreliose (des ZNS) ist dieser
Nachweis unbedingt erforderlich. Hierzu ist die Untersuchung eines
Liquor-Serum-Paares vom selben Tag erforderlich. Es wird ein Quotient
gebildet aus Borrelien-Antikörpern im Liquor (bezogen auf Gesamt-IgG im
Liquor) und Borrelien-Antikörpern im Serum (bezogen auf Gesamt-IgG im
Serum). Nur wenn dabei festgestellt wird, daß im Liquor proportional
mehr Borrelien-Antikörper als im Serum vorhanden sind, liegt eine
spezifische intrathekale Antikörpersynthese vor. Histologische
Untersuchungen sind besonders im Stadium der Lymphadenitis cutis benigna
und der ACA diagnostisch bedeutsam.
Die Kultivierung von Borrelien aus Patientenmaterial ist ätiologisch
beweisend. Der zeit- und arbeitsaufwendige kulturelle Nachweis von B.
burgdorferi wird nur in wenigen Speziallaboratorien durchgeführt. Bei
Patienten mit ECM oder ACA ist die Anzucht aus Hautbiopsien
erfolgversprechend (> 50 %). Der kulturelle Erregernachweis aus Liquor
cerebrospinalis gelingt dagegen nur in 10 - 20 % der Neuroborreliosen.
Besonders schwierig ist die Kultivierung aus Gelenkpunktat und Blut. Der
Nachweis von Borrelien-DNA mittels PCR befindet sich noch im klinisch
experimentellen Stadium, die Sensitivität scheint im wesentlichen der
der Kultur zu entsprechen.
7. Therapie
Eine gesicherte Indikation zur Antibiotika-Therapie besteht derzeit nur
für die klinisch manifeste Lyme-Borreliose; eine prophylaktische
Antibiose nach Zeckenstich, nach Serokonversion im Anschluß an einen
Zeckenstich oder bei positiver Serologie ohne klinische Symptome ist
nach heutigem Kenntnisstand nicht erforderlich.
Für die Behandlung der Lyme-Borreliose gibt es noch kein einheitliches
Schema. Zur Zeit werden Tetracycline (z.B. Doxycyclin), Penicillin G,
Cephalosporine, Amoxicillin oder Erythromycin über 10 bis 30 Tage
eingesetzt. Penicillin G und Erythromycin erwiesen sich in vitro und
z.T. in vivo als weniger wirksam. Hauptsächlich bei Neuroborreliose
und/oder Arthritiden wird Cephalosporinen der 111. Generation
(Cefotaxim, Ceftriaxon) bei einer Therapiedauer von 2-4 Wochen der
Vorzug gegeben.
Ein Versagen der Antibiotika-Therapie ist vorwiegend im Stadium III
nicht selten.
Im Gegensatz zur FSME steht eine aktive oder passive Immunisierung für
die Lyme-Borreliose zur Zeit nicht zur Verfügung. Rekombinante
Membranproteine waren im Tierversuch gegen den Challenge mit homologen
Stämmen wirksam, jedoch ist besonders in Europa damit zu rechnen, daß
wegen der großen immunologischen Heterogenität der Stämme die
Entwicklung einer wirksamen Vakzine schwierig wird. Auch stellen eine
früher durchgemachte Infektion oder erhöhte Antikörper-Titer im Serum
keinen Schutz gegen eine erneute Infektion dar. Daher kommt der
Expositionsprophylaxe durch schützende Kleidung und ggf. durch
spezifische Repellentanwendung an deren Extremitätenabschlüssen eine
hohe Bedeutung zu.
8. Meldepflicht
Eine Meldepflicht besteht nicht. Da jedoch die Meningitis - unabhängig
vom Infektionserreger zu melden ist, unterliegen auch die meningitischen
Verläufe der Lyme-Borreliose der Meldepflicht.
Seitenkopf
Best.-Nr. 60056; Stand 1996
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© Robert Koch - Institut
>
>Für interessierte hier ein Infoblatt des RKI.
Danke!
> Die Entfernung sollte mechanisch
>erfolgen. Dazu sollte eine Pinzette benutzt werden, mit der die mit
>Widerhaken und Zähnen versehenen Mundwerkzeuge der Zecke direkt über der
>Haut erfaßt und aus der Stichwunde herausgezogen werden.
>
>Wichtig ist, daß der Zeckenleib weder gequetscht noch beschädigt wird,
Das ist das Wichtigste: nicht die Pinzette zudrücken wie eine Zange!
Sie soll an der Zecke ziehen und gerade so fest angedrückt werden,
dass sie nicht einfach über deren Leib wegflutscht.
> Die Entfernung sollte mechanisch
>erfolgen. Dazu sollte eine Pinzette benutzt werden, mit der die mit
>Widerhaken und Zähnen versehenen Mundwerkzeuge der Zecke direkt über der
>Haut erfaßt und aus der Stichwunde herausgezogen werden.
>
>Etwas schwieriger ist es insbesondere für den Ungeübten, die Zecke nur
>mit Hilfe der Finger in gleicher Weise aus der Stichwunde zu entfernen.
>Dabei ist darauf zu achten, daß die Zecke zwischen Zeigefinger- und
>Daumenende dicht über der Haut im Bereich des Köpfchens gefaßt und durch
>langsames Ziehen nach hinten - also entgegen der Stichrichtung -
>vorsichtig herausgezogen wird.
Hallo Zusammen,
der Autor des Artikels hat IMHO noch nie einen Zeckenbiss in der *eigenen*
Haut gehabt. Ein klarer Fall von Schreibtischtäter. Es ist unglaublich, daß
das RKI so einen *Blödsinn* verzapft. Wer *so* eine Zecke entfernt der reist
ihr in 99% aller Fälle den Kopf ab, der in der Haut steckenbleibt und
herauseitern muß. Der abgerissene Kopf pumpt reflexartig auch noch ein paar
Sekunden lang Speichel in die Wunde, mit all seinen Erregern - FSME und
Borrelien - wenn die Zecke damit infiziert war.
In Apotheken (ca. 15 DM) und Tierhandlungen (ca. 5 DM) gibt es Zeckenzangen
zu kaufen. Es sind Pinzetten, die durch Federdruck die Zecke festhalten.
Dadurch besteht nicht die Gefahr sie zu quetschen, was bei normalen Pinzetten
und den Fingern fast unweigerlich der Fall ist. Nachdem man sie im Nacken
gefasst hat muß man sie OHNE ZU ZIEHEN *DREHEN*, dadurch lässt sie los und
man kann sie einfach wegnehmen. (sie klemmt ja noch in der Pinzette). Ich
kann nur jedem raten sich so eine Zange zu besorgen, sofern er in einem
Gebiet mit vielen Zecken lebt. Wer keine Zange hat und trotzdem gebissen
wird, schleunigst zum nächsten Arzt oder Apotheke, dort wird sie entfernt und
entsorgt.
In der Wiese vor meinem Haus sitzt wahrscheinlich die Mutter aller Zecken,
denn mein Hund bringt im Sommer täglich ca 10 mit nach Hause und von denen
kriege ich pro Woche auch 2-3 ab.
Man schreibt sich
--- Harry---
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Anfang und Ende Januar,
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