Ich bin begeisterter Anhänger von Hydrokultur, doch mir passiert es immer
wieder, das ich Pflanzen zu spät umtopfe und deshalb die Wurzeln anfangen
zu faulen (sie werden schwarz und stinken!).
Bei welcher Pflanzenhöhe ist also welche Topfgröße anzuraten?
Wo ich schon mal hier bin, gleich noch eine Frage:
Gibt es jemand der an der Hydrokultur-FAQ arbeitet?
Man könnte als Tipp noch aufnehmen, das bei faulenden Wurzeln ein 24
stündiges Aktivkohle-Bad hilft, bevor man die Pflanze in einen größeren
Topf umtopft.
Das hilft bei mir immer!
Ciao
Alex
> Ich bin begeisterter Anhänger von Hydrokultur, doch mir passiert es immer
> wieder, das ich Pflanzen zu spät umtopfe und deshalb die Wurzeln anfangen
> zu faulen (sie werden schwarz und stinken!).
das hat nichts mit dem Umtopfen zu tun. Meine ältesten Hydropflanzen stehen
seit über 15 Jahren im selben Topf und stinken nicht. Wie oft gießt Du Deine
Pflanzen? Du solltest nur ale 1 bis 2 Wochen den Wasserstand kontrollieren.
Erst wenn die Pflanze trocken ist, gießen.
> Bei welcher Pflanzenhöhe ist also welche Topfgröße anzuraten?
Der Topf sollte so gewählt sein, daß die Pflanze nicht immer umfällt.
Ansonsten wähle lieber einen kleineren Topf, als einen, der nur groß ist und
von den Proportionen nicht zu den Pflanzen paßt.
Ich wünsche einen schönen Abend, Christoph.
Hallo Alex,
könntest Du das bitte mal etwas näher ausführen.
Danke!
> könntest Du das bitte mal etwas näher ausführen.
Na klar. Also bei mir passiert es immer, wenn bei meinen Pflanzen schon
richtig viele Wurzeln aus dem Plastiktopf herausgewachsen sind
(insbesondere bei Ficus Benjamini oder so ähnlich) und ich dann mal etwas
zuviel giesse, sprich über halben Wasserstandsanzeiger, das dann die
Wurzeln schwarz werden, verfaulen und stinken.
Als mir das das erste mal passiert ist, habe ich in 'nem Blumenladen
angerufen und da hat man mir erklärt, das mein Ficus mit 1,5m Höhe einen
größeren Topf bräuchte als den 10cm Durchmesser Topf den ich ihm gegönnt
habe. Aber vor dem umtopfen müßte ich erst mal das verfaulen bekämpfen und
das macht man wie folgt:
1.) Pflanze trocken stellen. Ungefähr 24-48 Stunden gar kein Wasser.
2.) Aktiv-Kohle aus dem Baumarkt holen. Ist am Billigsten, wenn man so
große Packungen kauft, die eigentlich zum Reinigen von Düngegeräten
sind. (meine Packung 200 gr 14 DM)
3.) Einige Esslöffel Aktiv-Kohle mit Wasser in einen Eimer - Achtung, die
Aktivkohle ist ein ganz feines schwarzes Pulver, welches so leicht
ist, das sofort durch die Gegend fliegt - also schöne Schweinerei! :-)
4.) Dann die Pflanze in dieses Bad, so das der ganze Topf unter Wasser
steht.
5.) Die Pflanze 24-48 Stunden in diesem Bad stehen lassen.
6.) Wenn man die Pflanze jetzt wieder aus dem Aktivkohlebad holt, dann
sind die ganzen Fäulnisbakterien abgetötet und man kann die Pflanze
umtopfen. Meist muß man den Plastikeinsatz zerschneiden, wenn man so
spät wie ich umtopft, um die Wurzeln nicht zu beschädigen.
Wichtig ist noch, das man zwar die Pflanze aus dem Aktivkohlebad
holt, aber danach _nicht_ die Aktivkohle aus den Hydrosteinen und den
Wurzeln ausspült.
So habe ich bisher jede Pflanze gerettet, die verfaulte Wurzeln hatte.
Der Einwand von Christoph, das das Faulen der Wurzeln nicht direkt mit der
Topfgröße zu tun hat ist sicherlich richtig. Wenn man aber eine Pflanze
mit der richtigen Topfgröße hat, sprich es sind noch nicht massig Wurzeln
aus dem Plastikeinsatz gewachsen, dann kann man auch mal ausversehen, den
Wasserstand bis zum oberen Ende des Anzeigers giessen, wenn dieses
Mistding mal wieder klemmt. Wenn aber schon sehr viele Wurzeln aus dem
Plastikeinsatz gewachsen sind und man dann den Wasserstandsanzeiger bis
oben giesst, dann führt das bei mir fast immer zu Fäulnis.
Das könnte aber auch daran liegen, das meine Pflanzen direkt auf dem
Fensterbrett stehen und die volle Nachmittags-Sonne abbekommen und dadurch
das Wasser sehr warm wird - denke ich zumindest.
Ciao
Alex
> das hat nichts mit dem Umtopfen zu tun. Meine ältesten Hydropflanzen
> stehen seit über 15 Jahren im selben Topf und stinken nicht. Wie oft
> gießt Du Deine Pflanzen? Du solltest nur ale 1 bis 2 Wochen den
> Wasserstand kontrollieren. Erst wenn die Pflanze trocken ist, gießen.
Teilweise hast Du sicherlich recht.
Wenn bei einer Pflanze allerdings schon sehr viele Wurzeln aus dem
Plastiktopf gewachsen sind, werden diese zwischen Übertopf und
Plastiktopf zerquetscht.
Wenn die Topfgröße stimmt, sprich es sind noch keine oder wenige Wurzeln
aus dem Plastiktopf gewachsen, dann kann man auch mal ausversehen den
Wasserstandsanzeiger bis oben giessen, wenn dieses Mistding mal wieder
klemmt. Sind aber schon sehr viele Wurzeln aus dem Plastiktopf gewachsen,
und man giesst dann ausversehen zuviel, dann führt das bei mir fast immer
zu Fäulnis an den Wurzeln. Insofern ist schon ein Zusammenhand zwischen
Topfgröße und Fäulnis an den Wurzeln zu beobachten.
Wenn ich von zu viel giessen spreche, dann meine ich nicht zu häufig,
denn meine Pflanzen werden nur sehr selten gegossen und stehen öfters
auch mal ein oder zwei Wochen auf dem Trockenen, sondern davon, das der
Wasserstandsanzeiger klemmt und man deshalb zuviel Wasser reinmacht.
> Der Topf sollte so gewählt sein, daß die Pflanze nicht immer umfällt.
Nicht _immer_ umfällt? :-)
> Ansonsten wähle lieber einen kleineren Topf, als einen, der nur groß
> ist und von den Proportionen nicht zu den Pflanzen paßt.
Ja, vom Ästhetischen hast Du natürlich recht. Zur Zeit orientiere ich
mich an den Wurzeln. Wenn sie aus dem Plastiktopf wachsen, dann Topfe ich
um. Das hat aber zur Folge, das die Töpfe irgendwie zu groß aussehen...
Mal davon abgesehen, das ich dieses Indiz halt immer erst merke, wenn
schon richtig viele Wurzeln aus dem Topf gewachsen sind und Fäulnis
entsteht und das ist mir zu spät. Lieber wäre es mir, wenn man mir sagt,
für nen Meter Ficus brauchst Du'n Hydrotopf mit 22cm Durchmesser oder so.
Ciao
Alex
> Wenn bei einer Pflanze allerdings schon sehr viele Wurzeln aus dem
> Plastiktopf gewachsen sind, werden diese zwischen Übertopf und
> Plastiktopf zerquetscht.
Warum werden die Wurzeln zerquetscht? Die Pflanze bewegt sich doch nicht im
Topf.
> Wenn die Topfgröße stimmt, sprich es sind noch keine oder wenige Wurzeln
> aus dem Plastiktopf gewachsen, dann kann man auch mal ausversehen den
> Wasserstandsanzeiger bis oben giessen, wenn dieses Mistding mal wieder
> klemmt. Sind aber schon sehr viele Wurzeln aus dem Plastiktopf gewachsen,
> und man giesst dann ausversehen zuviel, dann führt das bei mir fast immer
> zu Fäulnis an den Wurzeln. Insofern ist schon ein Zusammenhand zwischen
> Topfgröße und Fäulnis an den Wurzeln zu beobachten.
Die Wurzeln wachsen immer recht schnell aus den Töpfen. Das macht aber
nichts. Wie schon gesagt, 15 Jahre ohne Umtopfen ist kein Problem.
Wasserstandsanzeiger benutze ich nicht. Ich habe ein dünnes Metallineal. Das
stecke ich in den Übertopf. So kann ich immer sehen, ob die Pflanze noch
Wasser hat.
>> Der Topf sollte so gewählt sein, daß die Pflanze nicht immer umfällt.
>
> Nicht _immer_ umfällt? :-)
Ja, das kügelchenaufsuchen ist doch recht nervig.
> Mal davon abgesehen, das ich dieses Indiz halt immer erst merke, wenn
> schon richtig viele Wurzeln aus dem Topf gewachsen sind und Fäulnis
> entsteht und das ist mir zu spät. Lieber wäre es mir, wenn man mir sagt,
> für nen Meter Ficus brauchst Du'n Hydrotopf mit 22cm Durchmesser oder so.
Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Habe aber gerade mal die
Töpfe durchgemessen. Die 15 Jährige Hoya multiflora steht in einem 14 cm
Topf, wächst relativ langsam und ist jetzt ca. 1 m hoch. Eine vierjährige
Hoja carnosa steht in einem 22 cm Topf und ist jetzt 2 m hoch.
Wenn bei einer Pflanze allerdings schon sehr viele Wurzeln aus dem
Plastiktopf gewachsen sind, werden diese zwischen Übertopf und
Plastiktopf zerquetscht.
> Warum werden die Wurzeln zerquetscht? Die Pflanze bewegt sich doch
> nicht im Topf.
Ich dachte die Wurzeln hätten einfach zu wenig Platz zwischen Plastik-
und Übertopf und zerquetschen sich quasi gegenseitig, wenn sie weiter
wachsen!?
Mal davon abgesehen, das man den Plastiktopf ja auch mal aus dem Übertopf
nimmt und das das bei riesigen Wurzelballen um den Plastiktopf auch nicht
gerade förderlich für die Wurzeln sein dürfte!?
> Wasserstandsanzeiger benutze ich nicht. Ich habe ein dünnes
> Metallineal. Das stecke ich in den Übertopf. So kann ich immer sehen,
> ob die Pflanze noch Wasser hat.
Mmmmhh???
Wie kannst Du denn sehen, ob eine Pflanze noch Wasser hat mit einem
Metalllineal?
Steckst Du es rein und ziehst es wieder raus und schaust, bis wo es nass
ist?
Ciao
Alex
> entschuldige bitte, daß ich jetzt auch noch bei diesem Thema
> mitmische.
Kein Problem, dafür ist das Usenet doch da.
> Ich habe auch Hydropflanzen, die mir eigentlich keine
> Probleme bereiten. Wurzeln, die aus dem Topf quellen, schneide ich
> immer ab, hatte damit noch nie Probleme. Oder ist das vielleicht doch
> nicht richtig? Bisher haben es mir die Pflanzen nicht übel genommen,
> die Töpfe sind auch groß genug. Gruß, Heide
Also ich bilde mir ein, das man mir mal erklärt hat, das die Wurzeln
superempfindlich wären und ich zum Beispiel beim Umtopfen notfalls eher den
Plastiktopf zerschneiden sollte, bevor ich auch nur eine Wurzel beschädige.
Vielleicht hängt das aber auch von der Pflanzenart ab. Vielleicht sind
Ficus Benjamini an ihren Wurzeln besonders empfindlich?!
Kann sich mal ein Experte zu dem Thema äussern? :-)
Ciao
Alex
Alex, besten Dank für Deine Ausführungen. Werde ich auch mal bei
Bedarf probieren, denn ich hatte mit 2 verschiedenen Ficus auch schon
das selbe Problem.
Alexander Vipach <use...@alexander-vipach.de> schrubste in
<news:bckrbn$judis$1...@ID-15401.news.dfncis.de> :
> Ich bin begeisterter Anhänger von Hydrokultur, doch mir passiert es
dito.
Aber Warnhinweis: Ich habe vor ca. 10 Jahren alles auf Hydro umgestellt
und stelle erfolgreich regelmäßig gekaufte Erdbewohner um und ziehe
Exoten neu aber habe es trotzdem letztens geschafft, meinen Avocado-Hain
beim Umtopfen durch exzessives Zurückschneiden der vergammelten Wurzeln
zu killen: Also einerseits durchaus erfahren, andererseits wohl nicht
wirklich Fachmann ;->
> immer wieder, das ich Pflanzen zu spät umtopfe und deshalb die
> Wurzeln anfangen zu faulen (sie werden schwarz und stinken!).
IMHO liegt das nicht (zwingend) am zu späten Umtopfen!
Ich habe aber das gleiche Problem. Dies betrifft aber nicht alle
Pflanzen und daher denke ich eher, daß einige Pflanzen für Hydro einfach
nicht oder weniger gut geeignet für Hydro geeignet sind:
Pflanzen, die es bekanntermaßen von Haus aus feucht mögen, bekommen bei
mir seltenst kaputte Wurzeln, auch nicht, wenn sie sich schon überall um
den Topf wickeln:
Z.B. Bambus, Taro, Pampelmusen und sonstige Citro-Gedöns, Jack-Fruit,
Yucca ...
Tamarillo und Banane z.B. erst nach einiger Zeit, und dann tatsächlich,
wenn es schon fast oben rauswächst. Und dort aber auch nicht die innere
starke Wurzel sondern die kleinen Härchenwurzeln, die dann gammeln.
Stressig sind von vornherein Avocado, Eucalyptus, Guaven, Rhododenron,
Schefflera ...
Und teilweise ist mir hier nicht klar, ob dies generell am Wasser oder
nur am kalkhaltigen Wasser liegt.
In neuen Versuchen habe ich jetzt mal ausprobiert, diese Pflanzen
deutlich höher einzusetzen, also Drainage zu simulieren. Schau'n mer
mal.
> Bei welcher Pflanzenhöhe ist also welche Topfgröße anzuraten?
Hydrotöpfe sollen nicht zu groß gewählt werden, ich habe auch nie - wie
hier für normale Pflanzen oft geraten wird - im Verhältnis zum oberen
grün den Topf gewählt sondern im Verhältnis zum (festen) Wurzelballen:
Das untere Drittel des Topfes soll Granulat pur bekommen, darauf der
Wurzelballen in den oberen zwei Dritteln. Und nach außen soll Raum, aber
nicht übermäßig Platz sein. Nach unten sollen sich dann neue
Wasserwurzeln bilden. Diese sollen durchaus aus dem Topf unten
rauswachsen. Das Faulen kommt IMHO auch nicht durch's Quetschen. Die
halten eine Menge aus!
Und da gibt's bei Hydro eben die Besonderheit, daß sich um den inneren
(festeren) Ballen normalerweise sogenannte Wasserwurzeln bilden. Und
diese können/sollen beim Umtopfen gekappt werden (und ggf. im oberen
Grün durch Zurückschneiden und/oder durch Tütensauna ausgeglichen
werden).
Problematisch ist, daß bei den stinkenden Streßkandidaten die
abzuschneidenden Faulteile und schon lange nicht mehr gesund-weißen
Teile nicht erst unten sondern bereits oben ansetzen. Ich die also oft 5
Zentimeter unter der Oberfläche radikal kappe, in Sauna und Wasser
stelle, bis neue Wurzeln kommen und dann erst neu einpflanze.
Umgetopft werden soll generell,
* wenn die Wurzeln anfangen, _stark_ den Innentopf zum umwickeln (weil
unten kein Platz mehr ist).
* und/oder bei Starkwurzlern oben schon das Granulat angehoben wird weil
fast der ganze Topf fein durchwurzelt ist.
* wenn sich zuviele Salze etc. im Granulat und am Topf abgesetzt haben
* oder eben - Ausnahme, weil unnormal - wenns mufft.
> Gibt es jemand der an der Hydrokultur-FAQ arbeitet?
Würde mich auch brennend interessieren. Es gibt im w3 einige wenige
Seiten, die mir aber für meinen Bedarf deutlich zu oberflächlich sind.
> Man könnte als Tipp noch aufnehmen, das bei faulenden Wurzeln ein 24
> stündiges Aktivkohle-Bad hilft, bevor man die Pflanze in einen
> größeren Topf umtopft.
Danke, das kannte ich noch nicht und habe ich mir daraufhin heute im
Bauhaus besorgt.
> Das hilft bei mir immer!
IMHO behebt das aber das Problem nicht! Bei Kandidaten, wo die Wurzeln
nicht (mehr) weiß sind, werden vielleicht die Bakterien abgetötet, aber
nicht der Urzustand wieder hergestellt. Bei einigen Pflanzen kann man
die dunkle Borke vorsichtig abschaben oder -ziehen (da es teilweise von
selbst ablöst) und dann sind die auch wieder eine Zeitlang glücklich
(Yucca z.B., Avocado eher nicht), bilden das aber wieder neu = ungesund.
Ciao
Mayken
--
http://www.FastMail.FM/mail/?STKI=142759 with ReferencesHeader!
https://www.moneybookers.com/app/?rid=139711
Heilung für M$-Outpfusch: http://jump.to/oe-quotefix
http://support.microsoft.com/default.aspx?scid=kb;en-us;331923
Hallo Alexander,
> Mal davon abgesehen, das man den Plastiktopf ja auch mal aus dem Übertopf
> nimmt und das das bei riesigen Wurzelballen um den Plastiktopf auch nicht
> gerade förderlich für die Wurzeln sein dürfte!?
Stimmt, wenn Du den Pflanztopf herausnimmst, dürften die kleineren Wurzeln
beschädigt werden.
> Wie kannst Du denn sehen, ob eine Pflanze noch Wasser hat mit einem
> Metalllineal?
>
> Steckst Du es rein und ziehst es wieder raus und schaust, bis wo es nass
> ist?
Genau so, (ich habe früher immer einen Brieföffner benutzt, der jetzt aber
nicht mehr auffindbar ist). Ich brauche nur ein Teil, das lang genug ist, um
bis unten in den Topf zu kommen und klein genug, um auch zwischen Über- und
Pflanztopf zu passen. Also bitte jetzt nicht denken, ich messe mit dem
Lineal den Wasserstand!
Ich wünsche einen schönen Tag, Christoph.