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Catalpa bignonioides nana: Kraeuselkrankheit(?)

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Thomas Steinert

unread,
May 29, 2008, 5:26:25 AM5/29/08
to
Hallo zusammen,

unser Catalpa bignonioides nana (Trompetenbaum) ist offensichtlich von
der (so will ich esmal nennen) Kräuselkrankheit befallen. Die Blätter,
selbst die jungen, kräuseln sich, als wären sie von Blattläusen befallen
(was aber nicht der Fall ist).
Im Zusammenhang mit dieser Krankheit fand ich lediglich Bezüge zu
Obstbäumen (Pfirsich, Nektarine), so dass ich mir nicht sicher bin, ob
der Baum überhaupt diese Krankheit hat. Die äußeren Symthome sind jedoch
identisch.
Fragen:
1) Handelt es sich wirklich um die Kräuselkrankheit?
2) Wie kann dem Baum (außer fällen ;-) ) geholfen werden?

Dank im voraus und Gruß, Thomas

Gerhard Zahn

unread,
May 30, 2008, 5:32:59 AM5/30/08
to
Am Thu, 29 May 2008 11:26:25 +0200 schrieb Thomas Steinert:

Hallo,

>unser Catalpa bignonioides nana (Trompetenbaum) ist offensichtlich von
>der (so will ich esmal nennen) Kräuselkrankheit befallen. Die Blätter,
>selbst die jungen, kräuseln sich, als wären sie von Blattläusen befallen
>(was aber nicht der Fall ist).
>Im Zusammenhang mit dieser Krankheit fand ich lediglich Bezüge zu
>Obstbäumen (Pfirsich, Nektarine), so dass ich mir nicht sicher bin, ob
>der Baum überhaupt diese Krankheit hat. Die äußeren Symthome sind jedoch
>identisch.
>Fragen:
>1) Handelt es sich wirklich um die Kräuselkrankheit?

mit größter Wahrscheinlichkeit nein. Bei der Kräuselkrankheit kräuseln
sich die Blätter nicht nur, sondern sie verfärben sich an den
Aufblasungen ganz auffallend.
Ich finde auch keinen Bezug von Catalpa zu Kräuselkrankheit.

Es gibt aber eine schlimmere Krankheit, bei der Catalpa mit dabei ist:

"Verticillium-Welke:

Verticillium dahliae und V. albo-atrum befallen über 350
gartenbauliche und landwirtschaftliche Wirtspflanzen (mit über 70
Baumarten und Sträuchern), wobei insbesondere V. dahliae an vielen
Gehölzen mit dem Symptome der "Welke" auftritt. Auch Unkräuter können
(häufig latent) befallen werden.

Wichtigste Wirtspflanze in der Praxis ist dabei der Ahorn (u.a.
Spitzahorn, Japanischer Ahorn), ihm folgen mit einigem Abstand Arten
von Catalpa, Castanea, Fraxinus, Robina und Aesculus und viele andere
Gehölzgattungen. Einkeimblättrige Pflanzen sowie Koniferen werden
nicht befallen. Beide Verticillium-Arten sind bodenbürtige Erreger,
die mikroskopische Dauerformen ausbilden (V. dahliae: Mikrosklerotien;
V. albo-atrum: Dauermyzel) und für Jahre den Boden verseuchen können.

Unter günstigen Bedingungen kommt es zur Infektion der Bäume über die
Wurzel (auch möglich: Weitergabe des Pilzes über Schnittwerkzeuge von
befallenen auf unbefallene Triebe). Der Pilz breitet sich im
Leitungssystem der Pflanze aus, bildet Toxine und ruft in Folge meist
charakteristische Symptome hervor: Blätter einzelner Äste welken
(zusätzlich möglich: Vergilbungen, Nekrosenbildung), vertrocknen und
fallen ab, so dass einzelne Triebe verkahlen. Verbunden ist dies meist
mit einem sektorenweisen Absterben der Bäume, andere Baumbereiche also
noch völlig gesund aussehen.

Im Splintholz geschädigter Triebe (Schnitt !) zeigen sich meist
deutliche, dunkle Verfärbungen (meist ringförmig angeordnet).
Gefördert wird die Krankheit durch unterschiedliche Stressfaktoren
(u.a. Trockenheit, falsche Düngung).

Der Krankheitsverlauf bei Ahorn kann akut sein (rasches Absterben der
Pflanze) oder auch chronisch, bei dem sich der Absterbeprozess über
einige Jahre hinweg zieht. Als dritte Verlaufsvariante ist
beschrieben, dass die Bäume scheinbar gesund in den Winter gehen und
im Frühjahr nicht mehr austreiben und dann auch absterben.

Ein sicherer Nachweis des Erregers ist nur über ein Labor möglich,
wobei es für die Anwesenheit von V. dahliae im Boden ein
Nachweisverfahren gibt, das eine erste Einschätzung, insbesondere auch
mit Blick auf neu zu bepflanzende Flächen und ihre potenzielle
Gefährdung, erlaubt (Pflanzenschutzamt)."

Hm, falls du das Schadbild mit obigen in Übereinstimmung siehst, hat
deine Catalpa schlechte Karten. :-(

>2) Wie kann dem Baum (außer fällen ;-) ) geholfen werden?

Erst mal genau gucken, ob die Schadsymptome passen.

Wenn ja, raus damit, Werkzeuge desinfizieren und neues Gehölz setzen,
das nicht anfällig für die Verticillium-Welke ist.

Beste Grüße G e r h a r d

Thomas Steinert

unread,
Jun 1, 2008, 6:08:24 PM6/1/08
to
Hallo Gerhard,

Sorry für die verspätete Antwort und Dank für Deine Antwort.

Gerhard Zahn schrieb:

> Im Splintholz geschädigter Triebe (Schnitt !) zeigen sich meist
> deutliche, dunkle Verfärbungen (meist ringförmig angeordnet).

(...)


> Hm, falls du das Schadbild mit obigen in Übereinstimmung siehst, hat
> deine Catalpa schlechte Karten. :-(

Eine absolute Übereinstimmung kann ich nicht feststellen.
Die Blätter beginnen in der Mitte dunkelgrün (tiefgrün) zu werden, was
sich nach außen hin ausbreitet. Im weiteren Verlauf kräuseln sich die
Blätter nach oben zusammen, so dass quasi ein 'Schiffchen' entsteht. Sie
bleiben jedoch am Geäst hängen, werden nicht gelb und/oder fallen ab.
Auch am Schnitt konnten wir keinerlei dunkle Verfärbung erkennen.

Noch (jemand) eine weitere Idee?

Gruß, Thomas

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