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10 m3 ausgebaggert, jetzt Mutterboden oder Fruehjahr?

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Frederick Page

unread,
Oct 26, 2001, 4:36:59 AM10/26/01
to
Hallo allerseits,

kurz zur Vorgeschichte: ich habe eine Fläche von ca. 20 qm, wo ich
mich immer wunderte, warum darin praktisch nix wuchs, bzw. die Erde so
hart war, sie sich rausstellte, hatte der vorherige Grundstückseigner
eine dicke Teerpappe hingelegt und groben Kies darüber, das Zeugs hat
sich im Laufe von ca. 45 Jahren halb aufgelöst, bzw. mit dünner
Erdschicht bedeckt. Boden absolut hart und eklig, fast staubtrocken
und "verbacken".

Wurde heute komplett auf eine Tiefe von ca. 50cm ausgebaggert, der
verbleibende Lehmboden vom Bagger nochmals kräftig durchgegraben, das
Zeugs ist jetzt gar nicht so übel, es ist glücklicherweise sandiger
Lehm.

Ich wollte eh vor dem Winter da nichts mehr pflanzen, aber meine Frage
ist: lasse ich neuen Mutterboden jetzt kommen, oder lieber das "Loch"
bis zum Frühjahr so offen? Hab es eben mit der Gabel nochmals
durchgegraben.

Die lokale Kompostierungsanlage verkauft wunderschönen "Lava
Mutterboden" (was auch immer das genau sein mag) mit viel
Kompost-Humus drin, das Ganze auch im Moment recht günstig und sie
liefern gegen 55,- DM Pauschale bis zu 10 m3 (genau soviel brauche
ich). Hab es mir mal dort angeschaut und mit den Händen zerkrümelt,
mal dran gerochen: besseres Zeugs hab ich nie gesehen.

TIA Frederick

Stephan Romahn

unread,
Oct 27, 2001, 3:55:51 AM10/27/01
to
Hallo Frederik,
>
[..].

>
> Wurde heute komplett auf eine Tiefe von ca. 50cm ausgebaggert, der
> verbleibende Lehmboden vom Bagger nochmals kräftig durchgegraben, das
> Zeugs ist jetzt gar nicht so übel, es ist glücklicherweise sandiger
> Lehm.

Glückwunsch.


>
> Ich wollte eh vor dem Winter da nichts mehr pflanzen, aber meine Frage
> ist: lasse ich neuen Mutterboden jetzt kommen, oder lieber das "Loch"
> bis zum Frühjahr so offen? Hab es eben mit der Gabel nochmals
> durchgegraben.

Ich würde den Mutterboden einfüllen und bis zum Frühjahr noch euine
Zwischenbegrünung aussähen.
Jetz geh noch ohne Probleme Roggen und Winterweizen zu sähen.


>
> Die lokale Kompostierungsanlage verkauft wunderschönen "Lava
> Mutterboden" (was auch immer das genau sein mag)

Lebst Du im Umfeld der Eifel??

>mit viel Kompost-Humus drin,

Vermute mal, daß das ein Gemisch aus Kompost und örtllich vorhandenem Boden
(aus vulkanischem Gestein verwittert ?) ist.

>das Ganze auch im Moment recht günstig und sie
> liefern gegen 55,- DM Pauschale bis zu 10 m3 (genau soviel brauche
> ich). Hab es mir mal dort angeschaut und mit den Händen zerkrümelt,
> mal dran gerochen: besseres Zeugs hab ich nie gesehen.

Pass auf, daß das nicht zu gut ist. 0,5 m mit massigst Kompost könnte
durchaus in Richtung massiver Überdüngung gehen.

Freundliche Grüße

Stephan Romahn
Garten- und Landschaftsarchitekt
--
http://www.sr-gruenhaus.de
Ökologische Dachbegrünung

Frederick Page

unread,
Oct 27, 2001, 9:06:05 PM10/27/01
to
"Stephan Romahn" <s_ro...@hotmail.com> wrote:

>Ich würde den Mutterboden einfüllen und bis zum Frühjahr noch euine
>Zwischenbegrünung aussähen.
>Jetz geh noch ohne Probleme Roggen und Winterweizen zu sähen.

Ah, vielen Dank für die Tips, die Frage nach "welche Samen" wäre sonst
gekommen ;-)

>>Die lokale Kompostierungsanlage verkauft wunderschönen "Lava
>>Mutterboden" (was auch immer das genau sein mag)

>Lebst Du im Umfeld der Eifel??

Aachen. Liegt quasi direkt dran. Dieser Mutterboden hat den Namen
wirklich verdient, solche tolles Zeugs hab ich noch nie gesehen.
Kostet knapp 40,- DM pro Kubikmeter, finde ich wirklich angemessen.

>Vermute mal, daß das ein Gemisch aus Kompost und örtllich vorhandenem
>Boden (aus vulkanischem Gestein verwittert ?) ist.

Ja, die Firma betreibt die städtischen Kompostanlagen und hat somit
genügend Kompost ;-)

>Pass auf, daß das nicht zu gut ist. 0,5 m mit massigst Kompost könnte
>durchaus in Richtung massiver Überdüngung gehen.

Die Zusammensetzung ist lt. ihren Angaben jeweils ein Drittel Kompost-
Humus, Mutterboden und Lavagranulat. Klingt für mich okay. Der pure
Kompost ist (Prozentangaben) so angegeben:

Stickstoff: 0,8%
Phosphor: 0,3%
Kalium: 0,6%
Magnesium: 0,3%
CaO: 2,4%

Klingt nicht nach viel Dünger, oder? Angeblich soll er sich auch prima
eignen, um z.B. Rosen vor Frost zu schützen und gleichzeitig über
Winter die Bodenstruktur zu verbessern. Bei stark düngender Wirkung
sollte man sowas sicherlich nicht über Winter auflegen, oder?

Für alle möglichen Pflanzen wird angegeben, daß man nicht in puren
Kompost pflanzen soll, für Container wird z.B: gesagt, daß man nur 25%
Kompost-Humus und 75% alte Blumenerde nehmen soll.

Danke für Dein Feedback und bis denne!

Frederick

--
Linux renders ships (Titanic)
NT renders ships useless (Navy)

Stephan Romahn

unread,
Oct 29, 2001, 3:27:55 AM10/29/01
to
Hallo,

> Ah, vielen Dank für die Tips, die Frage nach "welche Samen" wäre sonst
> gekommen ;-)
>
> >>Die lokale Kompostierungsanlage verkauft wunderschönen "Lava
> >>Mutterboden" (was auch immer das genau sein mag)
>
> >Lebst Du im Umfeld der Eifel??
>
> Aachen. Liegt quasi direkt dran.


Naja...... Du kannst einem gebürtigen Kölner viel erzählen ;-))

>Dieser Mutterboden hat den Namen
> wirklich verdient, solche tolles Zeugs hab ich noch nie gesehen.
> Kostet knapp 40,- DM pro Kubikmeter, finde ich wirklich angemessen.
>
> >Vermute mal, daß das ein Gemisch aus Kompost und örtllich vorhandenem
> >Boden (aus vulkanischem Gestein verwittert ?) ist.
>
> Ja, die Firma betreibt die städtischen Kompostanlagen und hat somit
> genügend Kompost ;-)
>
> >Pass auf, daß das nicht zu gut ist. 0,5 m mit massigst Kompost könnte
> >durchaus in Richtung massiver Überdüngung gehen.
>
> Die Zusammensetzung ist lt. ihren Angaben jeweils ein Drittel Kompost-
> Humus, Mutterboden und Lavagranulat. Klingt für mich okay. Der pure
> Kompost ist (Prozentangaben) so angegeben:
>
> Stickstoff: 0,8%
> Phosphor: 0,3%
> Kalium: 0,6%
> Magnesium: 0,3%
> CaO: 2,4%
>

Liest sich nach vernünftigem grüngut-Kompost.

> Klingt nicht nach viel Dünger, oder?

Als purer Kompost, von dem man so jährlich seine 10-20 l je m2 verteilt
nicht.
Als Substratkompost haut das aber ganz schön rein.
Positiv ist der drittel Anteil von Lava. Das ist super für die Struktur und
Deine Pflanzen werden sehr tief wurzeln können. Wenn du Nutzpflanzen drauf
pflanzt, dann erstmal Starkzehrer. Bei Salaten etc. dürfest Du nächstes Jahr
etwas viel Nitrat mit futtern.

>Angeblich soll er sich auch prima
> eignen, um z.B. Rosen vor Frost zu schützen und gleichzeitig über
> Winter die Bodenstruktur zu verbessern.

Stimmt

>Bei stark düngender Wirkung
> sollte man sowas sicherlich nicht über Winter auflegen, oder?

Bei Rosen doch. Da hauen manche ja auch den puren Mist drauf.


>
> Für alle möglichen Pflanzen wird angegeben, daß man nicht in puren
> Kompost pflanzen soll, für Container wird z.B: gesagt, daß man nur 25%
> Kompost-Humus und 75% alte Blumenerde nehmen soll.

Sag ich doch.

(Fast) Purer Kompost geht bei Kürbis, Zuchini, Tomaten und Co ganz gut.

Frederick Page

unread,
Oct 29, 2001, 7:10:54 PM10/29/01
to
"Stephan Romahn" <s_ro...@hotmail.com> wrote:

>>Die Zusammensetzung ist lt. ihren Angaben jeweils ein Drittel
>>Kompost- Humus, Mutterboden und Lavagranulat.

>Positiv ist der drittel Anteil von Lava. Das ist super für die


>Struktur und Deine Pflanzen werden sehr tief wurzeln können.

Hab heute mit der Firma telefoniert, der Mensch am Telefon frug mich
nach dem Verwendungszweck (Zierbeet, nur Pflanzen, allenfalls
Sträucher, keine Bäume) und meinte, daß ich lieber die normale (pro
Kubikmeter ca. 10,- DM billigere) Muttererde (ohen Zusatz granulierter
Lava) nehmen soll. Die Lava eher schädlich für normale Beete.

Hab ich irgendwie nicht recht kapiert, so recht begründet hat er seine
Empfehlung auch nicht, ich hätte eher gedacht, daß die froh wären,
wenn einer deren teuerstes Produkt abnimmt.

Kann es sein, daß der Boden durch das Lavagranulat bessere Drainage
kriegt, sprich nicht so feucht ist?

>Wenn du Nutzpflanzen drauf pflanzt, dann erstmal Starkzehrer.

Eigentlich hatte ich eher an Zierpflanzen gedacht.

>>Bei stark düngender Wirkung sollte man sowas sicherlich nicht über
>>Winter auflegen, oder?

>Bei Rosen doch. Da hauen manche ja auch den puren Mist drauf.

Zur düngenden Wirkung von Mist hab ich da im engl. TV einen Professor
gehört, der meinte, daß Mist nur 0,25 Prozent (ein Viertel Prozent)
Nährstoffe enthielte und hauptsächlich nur Bodenverbesserung beitrüge,
wegen Bakterien, organischen Stoffen, etc.

Der düngende Effekt träte hauptsächlich durch die wegen dem Mist
erfolgten Verbesserungen im Boden auf, die aber einige Monate
bräuchten. Fand ich recht erstaunlich, war auch eigentlich immer der
Ansicht, daß Mist eben düngend wirken sollte.

>(Fast) Purer Kompost geht bei Kürbis, Zuchini, Tomaten und Co ganz gut.

Das werd ich für meine Tomaten nächstes Jahr mal im Hinterkopf
behalten. Danke für das Feedback und bis denne!

Frederick

--
There ain't no devil, it's just God when he's drunk.

Gerhard Zahn

unread,
Oct 30, 2001, 2:57:42 PM10/30/01
to
On 28 Oct 2001 02:06:05 +0100 Frederick Page <fp...@gmx.de> wrote:

Hallo Frederick,

>>Pass auf, daß das nicht zu gut ist. 0,5 m mit massigst Kompost könnte
>>durchaus in Richtung massiver Überdüngung gehen.

jo, in die Richtung würde ich auch denken.

>Die Zusammensetzung ist lt. ihren Angaben jeweils ein Drittel Kompost-
>Humus, Mutterboden und Lavagranulat. Klingt für mich okay. Der pure
>Kompost ist (Prozentangaben) so angegeben:
>
>Stickstoff: 0,8%
>Phosphor: 0,3%
>Kalium: 0,6%
>Magnesium: 0,3%
>CaO: 2,4%
>
>Klingt nicht nach viel Dünger, oder?

Klingt nach saumäßig viel Dünger.
Wenn ich obiges richtig verstehe, ist von je einem Drittel Mutterboden,
Lavagranulat u Kompost(-Humus) auszugehen.

Also erstens sind 0,8 % Stickstoff im Kompost ein sehr hoher Wert.
Spricht dafür, das Küchenabfälle usw. verkompostiert worden sein
müssten. Mir sind für Kompost bisher nur Angaben zwischen 0,3 u 0,5 % N
untergekommen.

Und mit Normalkompost wird ja seit der stickstoffallergischen Biowelle
auch noch verdammt geizig umgegangen.
So 2 l je qm sollen bereits reichen u 4 oder 6 l/qm liegen dann schon an
der oberen Grenze von dem, was man in Biohausen so als Kompostgaben
zulassen will.

Bei der von dir angepeilten Mischung sieht das aber dramatisch anders
aus:
Pro qm willst du 50 cm hoch von der Mischung ausbringen. Das wären dann
500 l/qm. Davon wären ein Drittel Kompost u das wiederum wären nach Adam
Riese so um die 166 l Kompost je qm. Da der untergemischte Kompost nicht
bei üblichen ca. 0,4 % sondern bei 0,8 % N liegen soll, macht der in den
166 l Kompost je qm enthaltene Stickstoff schon geradezu schwindelig....

>Angeblich soll er sich auch prima
>eignen, um z.B. Rosen vor Frost zu schützen und gleichzeitig über
>Winter die Bodenstruktur zu verbessern. Bei stark düngender Wirkung
>sollte man sowas sicherlich nicht über Winter auflegen, oder?

Ob man die Rosen mit Mist oder obigem Gemisch über den Winter anhäufelt,
wird sich nicht viel schenken. Für diesen Zweck wäre das in Ordnung.

>
>Für alle möglichen Pflanzen wird angegeben, daß man nicht in puren
>Kompost pflanzen soll, für Container wird z.B: gesagt, daß man nur 25%
>Kompost-Humus und 75% alte Blumenerde nehmen soll.

Jo. Kommt bei normal-stickstoffhaltigem Kompost hin, wobei man wohl
davon ausgehen kann, dass die alte Blumenerde ausgemergelt ist.

M. E. ist das von der Kompostieranlage angebotene Gemisch nicht für eine
Ausbringung in 50 cm Stärke geeignet. Schließlich ist ein hoher Anteil
Kompost. Und Kompost soll man nur oberflächlich einzuhacken u nicht in
tiefere Schichten vergraben, da er zur weiteren Verrottung Sauerstoff
braucht. Soll der in den tieferen Schichten liegende dann wohl
verfaulen?

Also ich würde bestensfalls für die oberen 20 cm obiges Gemisch
hernehmen u darunter 30 cm guten, durchlässigen Mutterboden einbringen.
Und dann reichts im ersten Jahr immer noch für die stärksten
Starkzehrer....:-)

--
Beste Grüße G e r h a r d

Stephan Romahn

unread,
Oct 31, 2001, 6:09:42 AM10/31/01
to
Hallo Frederik,

>
> Hab heute mit der Firma telefoniert, der Mensch am Telefon frug mich
> nach dem Verwendungszweck (Zierbeet, nur Pflanzen, allenfalls
> Sträucher, keine Bäume) und meinte, daß ich lieber die normale (pro
> Kubikmeter ca. 10,- DM billigere) Muttererde (ohen Zusatz granulierter
> Lava) nehmen soll. Die Lava eher schädlich für normale Beete.

Lava ist absolut nicht schädlich!!
Lava ist die Schlacke, die beim Vulkanausbruch durch die entstehenden Gase
natürlich gebläht wurde. Lava kann man z.B. als Ersatz für den künstlich
geblähten Blähton - der z. B. ungebrochen als "Hydrokulturkügelchen"- für
sauteures Geld verkauft wird nehmen.
Lava wird in der Eifel abbaut, durch Brecher verkleinert und dann abgesiebt.
Das Material hat viele Poren, die Wasser speichern, Durchlüftung und damit
Durchwurzelung des Bodens sehr fördern. Nicht ohne Grund sind auf der Ganzen
Welt die Vulkanböden so sehr als fruchtbar gerühmt!! Lava ist auch guter
Nährboden für das Bodenleben, daß darauf richtige Rasen bildet. Auch daher
wird Lava z.B. in Kläranlagen in die Sickerkörper eingebaut und als
Filtermaterial genommen.
Für mich gibt es nichts besseres... außer Bims. Das ist die noch leichtere
und noch porösere Vulkanasche, die sich um die Vulkane - besonders im
Neuwieder Becken bei Andernach- abgelagert hat.

Weil das so gut ist, lasse ich ab und an mal einen ganzen LKW-Zug für mein
Anzuchtsubstrat durch halb Deutschland karren.

Also glaub dem Menschen nichts und nimm im Zweifelsfall das gute Zeug mit
der Lava drin.


>
> Hab ich irgendwie nicht recht kapiert, so recht begründet hat er seine
> Empfehlung auch nicht, ich hätte eher gedacht, daß die froh wären,
> wenn einer deren teuerstes Produkt abnimmt.

War wohl ein Schwätzer ;-(

> Kann es sein, daß der Boden durch das Lavagranulat bessere Drainage
> kriegt, sprich nicht so feucht ist?

Du hast durch die Lava auf jeden Fall ein günstigeres Boden-Lufl-Verhältnis,
das die Speciherung pflanzenverfügbaren Wassers stark verbessert. Vernässung
ist da ziemlich ausgeschlossen.


>
> >Wenn du Nutzpflanzen drauf pflanzt, dann erstmal Starkzehrer.
>
> Eigentlich hatte ich eher an Zierpflanzen gedacht.
>
> >>Bei stark düngender Wirkung sollte man sowas sicherlich nicht über
> >>Winter auflegen, oder?
>
> >Bei Rosen doch. Da hauen manche ja auch den puren Mist drauf.
>
> Zur düngenden Wirkung von Mist hab ich da im engl. TV einen Professor
> gehört, der meinte, daß Mist nur 0,25 Prozent (ein Viertel Prozent)
> Nährstoffe enthielte und hauptsächlich nur Bodenverbesserung beitrüge,
> wegen Bakterien, organischen Stoffen, etc.

Stimmt, der prozentuale Anteil an Nährstoffen ist eher gering, aber man haut
vom Mist wesentlich mehr als die Hand voll Dünger aus der Tüte auf den
Quadratmeter. Hauptsächlich ist Mist und Kompost tatsächlich zur
Bodenverbesserung, aber in der Sume sind hinreichend Nährstoffe drin. Sonst
währen Generationen vor uns, die nur mit Mist düngten schlicht verhungert...


>
> Der düngende Effekt träte hauptsächlich durch die wegen dem Mist
> erfolgten Verbesserungen im Boden auf, die aber einige Monate
> bräuchten. Fand ich recht erstaunlich, war auch eigentlich immer der
> Ansicht, daß Mist eben düngend wirken sollte.

Da hast Du etwas missverstanden. Mist und Kompost düngen tatsächlich. Die
Nährstoffe liegen aber hauptsächlich in organisch gebundener Form vor. Wie
bei anderen organischen Düngern auch müssen diese durch biochemischen Umbau
mineralisiert werden, damit die Pflanze die aufnehmen kann. Das dauert je
nach Bodenbelebung, Feuchte und Temperatur seine Zeit. Daher ist es z. B.
bei Kompost so, daß im Ausbringungsjahr nur ca. 10 % des darin gebundenen
Stickstoffes pflanzenverfügbar wird.
Auf der anderen Seite hat man so einen nachhaltig wirkenden Nährstoffvorrat
im Boden.

Um nochmal auf den Ursprung zurückzukommen: 1/3 Kompost ist wenn der
nährstoffreich ist - das hängt stark vom Ausgangsmaterial ab - nicht gerade
zu wenig Nährstoff im Bodegemisch.


>
> >(Fast) Purer Kompost geht bei Kürbis, Zuchini, Tomaten und Co ganz gut.
>
> Das werd ich für meine Tomaten nächstes Jahr mal im Hinterkopf
> behalten. Danke für das Feedback und bis denne!

Stephan Romahn

unread,
Oct 31, 2001, 6:25:23 AM10/31/01
to
Hallo Gerhard,

[..]


>
> Also erstens sind 0,8 % Stickstoff im Kompost ein sehr hoher Wert.
> Spricht dafür, das Küchenabfälle usw. verkompostiert worden sein
> müssten. Mir sind für Kompost bisher nur Angaben zwischen 0,3 u 0,5 % N
> untergekommen.


Muß ich Dir widersprechen: Habe gerade die abgehefteten regelmäßig zu
erstellenden Prüfzeugnisse meiner Kompostlieferanten angesehen. Da beläuft
sich der Stickstoffanteil - je nach Jahreszeit der Aufsetzung der
Kompostmiete, d. H. abhängig vom Ursprungsmaterial- auf 1-1,5 % Stickstoff.
Wir sprechen hier ausschließlich von mit persönlcih bekannten
Grüngut-Kompost-Mieten, die aus Laub, Gehölzschnitt und Rasen/Wiesenschnitt
bestehen.

Haushaltsabfälle ("Bio-Kompost") kommen da sicher nicht rein. Dieser Kompost
wäre sicherlich noch viel Nährstoffhaltiger, vor allem beim Stickstoff.


>
> Und mit Normalkompost wird ja seit der stickstoffallergischen Biowelle
> auch noch verdammt geizig umgegangen.
> So 2 l je qm sollen bereits reichen u 4 oder 6 l/qm liegen dann schon an
> der oberen Grenze von dem, was man in Biohausen so als Kompostgaben
> zulassen will.

Wo ist Biohausen??
Es stimmt allerdings wenn Du damit sagen willst, daß man auch mit Kompost
überdüngen kann.


>
> Bei der von dir angepeilten Mischung sieht das aber dramatisch anders
> aus:
> Pro qm willst du 50 cm hoch von der Mischung ausbringen. Das wären dann
> 500 l/qm. Davon wären ein Drittel Kompost u das wiederum wären nach Adam
> Riese so um die 166 l Kompost je qm. Da der untergemischte Kompost nicht
> bei üblichen ca. 0,4 % sondern bei 0,8 % N liegen soll, macht der in den
> 166 l Kompost je qm enthaltene Stickstoff schon geradezu schwindelig....

Einzurechnen ist aber, daß der Stickstoff nicht direkt üpflanzenverfügbar
ist. In den Gutachten steht immer "Anrechenbarer Stickstoff im
Anwendungsjahr 10 %".
Es dauert halt seine Zeit, bis der pflanzenverfügbar mineralisiert ist.


>
> >Angeblich soll er sich auch prima
> >eignen, um z.B. Rosen vor Frost zu schützen und gleichzeitig über
> >Winter die Bodenstruktur zu verbessern. Bei stark düngender Wirkung
> >sollte man sowas sicherlich nicht über Winter auflegen, oder?
>
> Ob man die Rosen mit Mist oder obigem Gemisch über den Winter anhäufelt,
> wird sich nicht viel schenken. Für diesen Zweck wäre das in Ordnung.
>
> >
> >Für alle möglichen Pflanzen wird angegeben, daß man nicht in puren
> >Kompost pflanzen soll, für Container wird z.B: gesagt, daß man nur 25%
> >Kompost-Humus und 75% alte Blumenerde nehmen soll.
>
> Jo. Kommt bei normal-stickstoffhaltigem Kompost hin, wobei man wohl
> davon ausgehen kann, dass die alte Blumenerde ausgemergelt ist.
>
> M. E. ist das von der Kompostieranlage angebotene Gemisch nicht für eine
> Ausbringung in 50 cm Stärke geeignet.

Geeignet schon... aber ich würde tendenziell auch eher 25- höchstens 30 cm
von dem Zeug aufbringen.

>Schließlich ist ein hoher Anteil
> Kompost. Und Kompost soll man nur oberflächlich einzuhacken u nicht in
> tiefere Schichten vergraben, da er zur weiteren Verrottung Sauerstoff
> braucht. Soll der in den tieferen Schichten liegende dann wohl
> verfaulen?

Da ist bei diesem Substrat die gute Durchlüftung durch den Laavaanteil vor.
Oder andersrum: Warum soll 0,5 m komposthaltiges strukturstabiles Substrat
faulen, während in einer wesentlich größeren Kompostmiete noch genübend Luft
ist??


>
> Also ich würde bestensfalls für die oberen 20 cm obiges Gemisch
> hernehmen u darunter 30 cm guten, durchlässigen Mutterboden einbringen.
> Und dann reichts im ersten Jahr immer noch für die stärksten
> Starkzehrer....:-)

So in etwa. Zumindest einen nicht so sehr oder ganz humuslosen Unterboden
einbringen. Beimengung von Lava oder Sand wäre in dem Fall bei bindigem
Unterboden gut.
Noch was für Frederik: Vor Einbringung von Boden die Sohle deiner Grube
tiefstmöglcih auflockern.

Frederick Page

unread,
Oct 30, 2001, 8:27:44 PM10/30/01
to
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> wrote:

>>Stickstoff: 0,8%
>>Phosphor: 0,3%
>>Kalium: 0,6%
>>Magnesium: 0,3%
>>CaO: 2,4%

>Wenn ich obiges richtig verstehe, ist von je einem Drittel Mutterboden,
>Lavagranulat u Kompost(-Humus) auszugehen.

Richtig.

>Also erstens sind 0,8 % Stickstoff im Kompost ein sehr hoher Wert.
>Spricht dafür, das Küchenabfälle usw. verkompostiert worden sein
>müssten.

Das schreiben sie auch entsprechend im Katalog bzw. auf der Webseite,
sie lassen erst in geschlossener Halle vorkompostieren, damit sich
evtl. Geruchsbelästigungen reduzieren. Sie haben einen Ausstoß von
30.000 Kubikmetern Kompost pro Jahr (eigene Angabe).

>Mir sind für Kompost bisher nur Angaben zwischen 0,3 u 0,5 % N
>untergekommen.

Aha, diese Werte kannte ich nicht. Mir erschien nur weniger als ein
Prozent "niedrig" zu sein. Nährsalze sind mit 18% Stickstoff oder so
angegeben.

>Und mit Normalkompost wird ja seit der stickstoffallergischen Biowelle
>auch noch verdammt geizig umgegangen.

Och, damit hab ich weniger Probleme, ich möchte nur daß meine Pflanzen
schön wachsen.

>Pro qm willst du 50 cm hoch von der Mischung ausbringen.

Ja.

>Das wären dann 500 l/qm. Davon wären ein Drittel Kompost u das
>wiederum wären nach Adam Riese so um die 166 l Kompost je qm.

Okay, aber auf eine Tiefe von 50cm verteilt.

>Da der untergemischte Kompost nicht bei üblichen ca. 0,4 % sondern
>bei 0,8 % N liegen soll, macht der in den 166 l Kompost je qm
>enthaltene Stickstoff schon geradezu schwindelig....

Befürchtest Du, daß die Pflanzen das nicht vertragen werden? Sollte
ich tatsächlich erstmal keine Ziergehölze reinsetzen, sondern erstmal
Starkzehrer?

>M. E. ist das von der Kompostieranlage angebotene Gemisch nicht für
>eine Ausbringung in 50 cm Stärke geeignet.

Komisch, sie etikettieren es extra als "Kompost-Mutterboden" unter der
Überschrift "Pflanzgemisch". Es steht allerdings nichts zur Stärke der
Schicht da, bzw. irgendwelche Einschränkungen bezüglich der Menge.

Für Rosen wird z.B. eine ganzjährige Auflage reinen Komposts von 5 cm
Stärke empfohlen.

>Und Kompost soll man nur oberflächlich einzuhacken u nicht in tiefere
>Schichten vergraben, da er zur weiteren Verrottung Sauerstoff
>braucht. Soll der in den tieferen Schichten liegende dann wohl
>verfaulen?

Hm, ich dachte immer, daß Kompost bereits das Endprodukt der Rotte
sei? Aber Deine Argumente klingen für mich sehr plausibel.

>Also ich würde bestensfalls für die oberen 20 cm obiges Gemisch
>hernehmen u darunter 30 cm guten, durchlässigen Mutterboden einbringen.
>Und dann reichts im ersten Jahr immer noch für die stärksten
>Starkzehrer....:-)

Hm, noch ne Fuhre Erde ankommen lassen? Ich hab schon genügend Streß
mit den 12 Kubikmetern, weil der LKW vom Kompostwerk mir das Zeugs in
einer Art "Wurst" vor's Grundstück kippen will. Jetzt überlege ich
diverse Möglichkeiten: entweder Folie auslegen und separate Hilfe
mieten, um die ca. 150 Schubkarren ins Beet bringen oder nochmals den
Menschen bemühen, der ausgebaggert hat, daß er eben einige Male (sein
LKW packt nur 2 Kubikmeter) fährt und das Zeugs direkt mit seinem
Bagger an Ort und Stelle bringt. Der Riesen-LKW vom Kompostwerk kommt
nicht nah genug an das Beet ran.

Trotzdem schönen Dank für Dein Feedback, jetzt bin ich mir gar nicht
mehr so sicher, was ich nun machen soll. Der Nachbar hat diesen
Mutterboden und ist sehr zufrieden, allerdings hat er auch nur wenige
cm aufgetragen.

Auf jeden Fall werd ich den Tip mit dem Winterweizen aufgreifen,
notfalls nächstes Jahr nur eine Gründüngung säen und die im Früjahr
2003 untergraben und dann erst pflanzen.

FFPX Frederick

--
How do you get a priest to have sex with a nun?
Dress her up like an altar boy.

Stephan Romahn

unread,
Nov 1, 2001, 2:20:18 AM11/1/01
to
Hallo Frederik,

>
> Aha, diese Werte kannte ich nicht. Mir erschien nur weniger als ein
> Prozent "niedrig" zu sein. Nährsalze sind mit 18% Stickstoff oder so
> angegeben.

Daraus lese ich, daß dieser Anteil des Stickstoffes mineralisiert und als
Nährsalz direkt pflanzenverfügbar ist. 18 % sofort pflanzenverfügbar ist
ziemlich viel.!!

>
> >Und mit Normalkompost wird ja seit der stickstoffallergischen Biowelle
> >auch noch verdammt geizig umgegangen.
>
> Och, damit hab ich weniger Probleme, ich möchte nur daß meine Pflanzen
> schön wachsen.

Nur wir alle haben irgendwann mal ein Problem wenn der überschüssige
Nitratstickstoff im Grundwasser ist. Aus diesem Grund gibt es per
Düngeverordnung Begrenzung der Stickstoffdüngung.


>
> >Pro qm willst du 50 cm hoch von der Mischung ausbringen.
>
> Ja.
>
> >Das wären dann 500 l/qm. Davon wären ein Drittel Kompost u das
> >wiederum wären nach Adam Riese so um die 166 l Kompost je qm.
>
> Okay, aber auf eine Tiefe von 50cm verteilt.

Das ist erst recht viel.


>
> >Da der untergemischte Kompost nicht bei üblichen ca. 0,4 % sondern
> >bei 0,8 % N liegen soll, macht der in den 166 l Kompost je qm
> >enthaltene Stickstoff schon geradezu schwindelig....
>
> Befürchtest Du, daß die Pflanzen das nicht vertragen werden?

Da haben evtl. salzempfindliche Pflanzen ihre Probleme .

>Sollte ich tatsächlich erstmal keine Ziergehölze reinsetzen, sondern
erstmal
> Starkzehrer?

Starkzehrende Gehölze ;-))
Auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole: Die Hälfe von dem guten Zeug
reicht auch schon massig.


>
> >M. E. ist das von der Kompostieranlage angebotene Gemisch nicht für
> >eine Ausbringung in 50 cm Stärke geeignet.
>
> Komisch, sie etikettieren es extra als "Kompost-Mutterboden" unter der
> Überschrift "Pflanzgemisch". Es steht allerdings nichts zur Stärke der
> Schicht da, bzw. irgendwelche Einschränkungen bezüglich der Menge.

Damit haben sie womöglich gesetzlich genug getan, da sie durch die
"Streckung" des Kompost sich an den Beschränkungen des Düngemittelrechtes
vorbei gemogelt haben.


>
> Für Rosen wird z.B. eine ganzjährige Auflage reinen Komposts von 5 cm
> Stärke empfohlen.

Mit der Masse könnte man bei diesem Kompost schon mit dem Düngemittelrecht
in Konflikt kommen...aber irgendwie müssen die ihr Zeug ja los kriegen.


>
> >Und Kompost soll man nur oberflächlich einzuhacken u nicht in tiefere
> >Schichten vergraben, da er zur weiteren Verrottung Sauerstoff
> >braucht. Soll der in den tieferen Schichten liegende dann wohl
> >verfaulen?
>
> Hm, ich dachte immer, daß Kompost bereits das Endprodukt der Rotte
> sei?

Das Endprodukt der Rotte ist, wenn der Kompost so mineralisiert ist, daß er
nicht mehr da ist ;-) Aber das dauert etwas länger.

>Aber Deine Argumente klingen für mich sehr plausibel.

>
> >Also ich würde bestensfalls für die oberen 20 cm obiges Gemisch
> >hernehmen u darunter 30 cm guten, durchlässigen Mutterboden einbringen.
> >Und dann reichts im ersten Jahr immer noch für die stärksten
> >Starkzehrer....:-)
>
> Hm, noch ne Fuhre Erde ankommen lassen? Ich hab schon genügend Streß
> mit den 12 Kubikmetern, weil der LKW vom Kompostwerk mir das Zeugs in
> einer Art "Wurst" vor's Grundstück kippen will. Jetzt überlege ich
> diverse Möglichkeiten: entweder Folie auslegen und separate Hilfe
> mieten, um die ca. 150 Schubkarren ins Beet bringen oder nochmals den
> Menschen bemühen, der ausgebaggert hat, daß er eben einige Male (sein
> LKW packt nur 2 Kubikmeter) fährt und das Zeugs direkt mit seinem
> Bagger an Ort und Stelle bringt. Der Riesen-LKW vom Kompostwerk kommt
> nicht nah genug an das Beet ran.
>
> Trotzdem schönen Dank für Dein Feedback, jetzt bin ich mir gar nicht
> mehr so sicher, was ich nun machen soll. Der Nachbar hat diesen
> Mutterboden und ist sehr zufrieden, allerdings hat er auch nur wenige
> cm aufgetragen.
>
> Auf jeden Fall werd ich den Tip mit dem Winterweizen aufgreifen,

Gut.

> notfalls nächstes Jahr nur eine Gründüngung säen und die im Früjahr
> 2003 untergraben und dann erst pflanzen.

Mit der Gründüngung konservierst Dudie Nährstoffe, bzw. trägst bei
Leguminosen neue ein. Pflanze nächstes Jahr im Zweifelsfall Kartoffeln,
Kohl, Kürbis, Tomaten und andere Starkzehrer, damit von den Nährstoffen was
abgeführt wird. >


Freundliche Grüße

Stephan Romahn
Garten- und Landschaftsarchitekt
--
http://www.sr-gruenhaus.de
Ökologische Dachbegrünung

.


Frederick Page

unread,
Oct 31, 2001, 6:26:27 PM10/31/01
to
"Stephan Romahn" <s_ro...@hotmail.com> wrote:

>>(...) meinte, daß ich lieber die normale (pro Kubikmeter ca. 10,- DM


>>billigere) Muttererde (ohen Zusatz granulierter Lava) nehmen soll.
>>Die Lava eher schädlich für normale Beete.

[Erklärung bezüglich Lava]

>Also glaub dem Menschen nichts und nimm im Zweifelsfall das gute Zeug
>mit der Lava drin.

Danke vielmals. Das ist sehr wertvolle Info, ich hätte mich sicherlich
nachträglich geärgert, wenn ich den "normalen" Boden hätte und das
dann natürlich nicht mehr rückgängig machen kann. Da werd ich dann
ruhig die zusätzlichen 120,- DM ausgeben.

>>Kann es sein, daß der Boden durch das Lavagranulat bessere Drainage
>>kriegt, sprich nicht so feucht ist?

>Du hast durch die Lava auf jeden Fall ein günstigeres
>Boden-Lufl-Verhältnis, das die Speciherung pflanzenverfügbaren
>Wassers stark verbessert. Vernässung ist da ziemlich ausgeschlossen.

Jau, das leuchtet mir ein. Regnen tut es hier (Aachen) wahrlich
genügend, ist nicht ganz umsonst als "Regenloch" verschrieen, weil es
in einem Talkessel liegt.

>Mist und Kompost düngen tatsächlich. Die Nährstoffe liegen aber
>hauptsächlich in organisch gebundener Form vor. Wie bei anderen
>organischen Düngern auch müssen diese durch biochemischen Umbau
>mineralisiert werden, damit die Pflanze die aufnehmen kann. Das
>dauert je nach Bodenbelebung, Feuchte und Temperatur seine Zeit.

Danke nochmals für die Info.

Bis denne!

Frederick

--
Stupidity has a certain charm - ignorance does not.

Frederick Page

unread,
Oct 31, 2001, 6:31:53 PM10/31/01
to
"Stephan Romahn" <s_ro...@hotmail.com> wrote:

[Interessante Diskussion um Stickstoffanteile, bzw. Bodenqualität gesnipped]

>Noch was für Frederik: Vor Einbringung von Boden die Sohle deiner Grube
>tiefstmöglcih auflockern.

Das hab ich gleich den Bagger machen lassen: so tief wie möglich
reinbaggern und alles umgraben, da hab ich sogar mal geschaltet ;-)

FFPX Frederick

--
f y cn rd ths, y mst hv bn sng nx!

Gerhard Zahn

unread,
Nov 1, 2001, 4:06:14 PM11/1/01
to
On 30 Oct 2001 01:10:54 +0100 Frederick Page <fp...@gmx.de> wrote:

Hallo Frederick,

>Zur düngenden Wirkung von Mist hab ich da im engl. TV einen Professor


>gehört, der meinte, daß Mist nur 0,25 Prozent (ein Viertel Prozent)
>Nährstoffe enthielte und hauptsächlich nur Bodenverbesserung beitrüge,
>wegen Bakterien, organischen Stoffen, etc.

das mit den Angaben zu Inhaltsstoffen ist mit Vorsicht zu genießen.
Immer sollte da auch stehen, ob von Gewichts- oder Volumenprozenten die
Rede ist u bei Mist sollte allemal die tierische Herkunft angegeben
sein.
Hm. Und 0,25 % "Nährstoffe"....
Welche Nährstoffe sind denn da wohl gemeint? Alle lösbaren Salze oder
wie?

Zu Mist liegen mir zB folgende Angaben vor (also schaltet mal um auf
'Fixed Pitch Font':

N P K
Schafmist 0,8 0,3 2,6
Schweinemist 0,4 0,2 2,0
Hühnerdung 1,6 1,5 1,65
Stallmist 0,5 0,3 1,6
Gänsedung 0,6 0,5 1,2
Taubendung 1,8 1,8 1
Kaninchenmist 0,5 0,5 1
Ziegenmist 0,4 0,5 0,8
Entendung 1,0 1,4 0,7

(Kompost 0,5 0,3 1,6)

Wie du siehst findet sich da absolut kein Wert von 0,25 %, nicht einmal
ein Einzelwert....

>Der düngende Effekt träte hauptsächlich durch die wegen dem Mist
>erfolgten Verbesserungen im Boden auf, die aber einige Monate
>bräuchten.

Monate? Ich bin bisher davon ausgegangen, dass eine Düngung mit Mist
sich wenigstens zwei Jahre positiv bemerkbar macht.

>Fand ich recht erstaunlich, war auch eigentlich immer der
>Ansicht, daß Mist eben düngend wirken sollte.

Das tut er auch. Er bringt aber auch organische Stoffe mit u wirkt auf
geheimnisvole Weise zumindest bei Mittel- u Starkzehrern noch positiver
als Kompost...

Gerhard Zahn

unread,
Nov 1, 2001, 4:06:15 PM11/1/01
to
On Wed, 31 Oct 2001 12:09:42 +0100 "Stephan Romahn"
<s_ro...@hotmail.com> wrote:

Hallo Stephan,

>Da hast Du etwas missverstanden. Mist und Kompost düngen tatsächlich. Die
>Nährstoffe liegen aber hauptsächlich in organisch gebundener Form vor. Wie
>bei anderen organischen Düngern auch müssen diese durch biochemischen Umbau
>mineralisiert werden, damit die Pflanze die aufnehmen kann. Das dauert je
>nach Bodenbelebung, Feuchte und Temperatur seine Zeit. Daher ist es z. B.
>bei Kompost so, daß im Ausbringungsjahr nur ca. 10 % des darin gebundenen
>Stickstoffes pflanzenverfügbar wird.

was? Im Ausbringungsjahr nur 10 % Stickstofffreisetzung?
Das habe ich ja noch nie gehört.
Bin bisher von einer Wirkung für ein bis zwei Jahre ausgegangen.
Und wie geht das dann weiter? Alle Jahre 10 % oder wie?

>Auf der anderen Seite hat man so einen nachhaltig wirkenden Nährstoffvorrat
>im Boden.

Ja schon, nachhaltig wäre das schon. Aber wo bitte bleibt die Wirkung,
wenn nur so minimale Stickstoffanteile freigegeben werden?

Und wie ist das dann, bei fortlaufender Kompostausbringung?
Nach zehn Jahren Kompostwirtschaft würden dann im zehnten Jahr aus jedem
der vorherigen Ausbringungsjahre je 10 % N zur Verfügung stehen?

Gerhard Zahn

unread,
Nov 1, 2001, 4:06:18 PM11/1/01
to
On Wed, 31 Oct 2001 12:25:23 +0100 "Stephan Romahn"
<s_ro...@hotmail.com> wrote:

Hallo Stephan,

>> Also erstens sind 0,8 % Stickstoff im Kompost ein sehr hoher Wert.


>> Spricht dafür, das Küchenabfälle usw. verkompostiert worden sein
>> müssten. Mir sind für Kompost bisher nur Angaben zwischen 0,3 u 0,5 % N
>> untergekommen.
>
>Muß ich Dir widersprechen: Habe gerade die abgehefteten regelmäßig zu
>erstellenden Prüfzeugnisse meiner Kompostlieferanten angesehen. Da beläuft
>sich der Stickstoffanteil - je nach Jahreszeit der Aufsetzung der
>Kompostmiete, d. H. abhängig vom Ursprungsmaterial- auf 1-1,5 % Stickstoff.
>Wir sprechen hier ausschließlich von mit persönlcih bekannten
>Grüngut-Kompost-Mieten, die aus Laub, Gehölzschnitt und Rasen/Wiesenschnitt
>bestehen.

Grübel....
1 - 1,5 % N?
Das würde alle Werte übertreffen, die mir bisher zu Kompost
untergekommen sind.

So hohe N-Gehalte haben ja die wenigsten tierischen Dünger u bei denen
ist bekannt, dass sie triebig wirken, zB Taubenmist. Das schafft Kompost
nicht.

>Es stimmt allerdings wenn Du damit sagen willst, daß man auch mit Kompost
>überdüngen kann.

Überdüngen kann man mit Kompost sehr wohl, aber nicht beim N, sondern
auffallenderweise beim P. Das haben bei uns Serien von
Bodenuntersuchungen gezeigt, die in ausschließlich kompost-gedüngten
Gemüsegärten gezogen wurden u in solchen, die mit Kompost + Blaukorn
düngten, wo also jeweils zuviel Voll-Dünger zum Einsatz kam, obwohl man
nur den Stickstoff zugeben wollte. Die Zugabe von Stickstoffdüngern
hätte das Problem gelöst.

>> Bei der von dir angepeilten Mischung sieht das aber dramatisch anders
>> aus:
>> Pro qm willst du 50 cm hoch von der Mischung ausbringen. Das wären dann
>> 500 l/qm. Davon wären ein Drittel Kompost u das wiederum wären nach Adam
>> Riese so um die 166 l Kompost je qm. Da der untergemischte Kompost nicht
>> bei üblichen ca. 0,4 % sondern bei 0,8 % N liegen soll, macht der in den
>> 166 l Kompost je qm enthaltene Stickstoff schon geradezu schwindelig....

>Einzurechnen ist aber, daß der Stickstoff nicht direkt üpflanzenverfügbar
>ist. In den Gutachten steht immer "Anrechenbarer Stickstoff im
>Anwendungsjahr 10 %".
>Es dauert halt seine Zeit, bis der pflanzenverfügbar mineralisiert ist.

Es dauert. Die Frage ist nur wie lange. Und 10 % im Erstjahr bringen
mich ins Grübeln.
Warum fragt dann mein Bodenanalyse-Institut nur nach vorausgegangener
Kompostdüngung des letzten Jahres? Bei 10 % wären ja etliche Jahre
hinsichtlich der Kompostausbringung von Bedeutung.

>>Schließlich ist ein hoher Anteil
>> Kompost. Und Kompost soll man nur oberflächlich einzuhacken u nicht in
>> tiefere Schichten vergraben, da er zur weiteren Verrottung Sauerstoff
>> braucht. Soll der in den tieferen Schichten liegende dann wohl
>> verfaulen?
>
>Da ist bei diesem Substrat die gute Durchlüftung durch den Laavaanteil vor.
>Oder andersrum: Warum soll 0,5 m komposthaltiges strukturstabiles Substrat
>faulen, während in einer wesentlich größeren Kompostmiete noch genübend Luft
>ist??

Dass in einer gut geführten größeren Kompostmiete noch genügend Luft
zugeführt wird, glaube ich wohl. Siehe den angenehmen Geruch beim
Umsetzen.
Trotzdem wird doch seit jeher gepredigt, Kompost nach dem Ausbringen nur
oberflächlich einzuhacken, damit er weiterhin gut Luft bekommt.

In einer Kompostmiete sind die Humusteilchen halt nicht mit Erde
vermischt u von allen Seiten zugepappt, sondern sie sind mehr oder
weniger unter sich.

Gerhard Zahn

unread,
Nov 1, 2001, 4:06:23 PM11/1/01
to
On 31 Oct 2001 02:27:44 +0100 Frederick Page <fp...@gmx.de> wrote:

Hallo Frederick,

>>>Stickstoff: 0,8%


>>>Phosphor: 0,3%
>>>Kalium: 0,6%
>>>Magnesium: 0,3%
>>>CaO: 2,4%
>
>>Wenn ich obiges richtig verstehe, ist von je einem Drittel Mutterboden,
>>Lavagranulat u Kompost(-Humus) auszugehen.
>
>Richtig.
>
>>Also erstens sind 0,8 % Stickstoff im Kompost ein sehr hoher Wert.
>>Spricht dafür, das Küchenabfälle usw. verkompostiert worden sein
>>müssten.
>
>Das schreiben sie auch entsprechend im Katalog bzw. auf der Webseite,
>sie lassen erst in geschlossener Halle vorkompostieren, damit sich
>evtl. Geruchsbelästigungen reduzieren.

na, dann habe ich mit meiner Vermutung, dass bei 0,8 % N Küchenabfälle
im Spiel sein müssten doch richtig getickt.

>>Mir sind für Kompost bisher nur Angaben zwischen 0,3 u 0,5 % N
>>untergekommen.

>Aha, diese Werte kannte ich nicht. Mir erschien nur weniger als ein
>Prozent "niedrig" zu sein.

Das ist natürlich relativ. Von Hornprodukten, mit 10 - 14 % N nimmt man
kleine Händchen voll je qm, für Kompost kommt schon eher die Schaufel
zum Zug....:-)

>Nährsalze sind mit 18% Stickstoff oder so angegeben.

Du verwirrst mich!
"oder so" kann ich hier nicht gelten lassen.:-)
Was steht denn da genau?

>>Und mit Normalkompost wird ja seit der stickstoffallergischen Biowelle
>>auch noch verdammt geizig umgegangen.
>
>Och, damit hab ich weniger Probleme, ich möchte nur daß meine Pflanzen
>schön wachsen.

Das wollen wir alle. Nur lässt sich das nicht beliebiger Steigerung der
Kompostgaben erreichen. Kompost gilt als zu stickstoffarm für Mittel- u
Starkzehrer. Und wenn halt nur Stickstoff fehlt, dann darf auch nur
Stickstoff nachgeschoben werden. Sonst kommen die Nährstoffverhältnisse
im Boden im Laufe von Jahren in eine deutliche Schieflage.

>>Pro qm willst du 50 cm hoch von der Mischung ausbringen.
>
>Ja.
>
>>Das wären dann 500 l/qm. Davon wären ein Drittel Kompost u das
>>wiederum wären nach Adam Riese so um die 166 l Kompost je qm.
>
>Okay, aber auf eine Tiefe von 50cm verteilt.

Okay. Aber, die von den Bios zugebilligten 4 l je qm werden auch nur in
die oberen 10 cm eingehackt. Für weiter unten ist rein gar nichts
vorgesehen u schon gar nicht von 166 l je ein Fünftel auf jeweils 10 cm,
das wären ja immer noch 33 l je 10 cm Bodenschicht....

>>Da der untergemischte Kompost nicht bei üblichen ca. 0,4 % sondern
>>bei 0,8 % N liegen soll, macht der in den 166 l Kompost je qm
>>enthaltene Stickstoff schon geradezu schwindelig....
>
>Befürchtest Du, daß die Pflanzen das nicht vertragen werden? Sollte
>ich tatsächlich erstmal keine Ziergehölze reinsetzen, sondern erstmal
>Starkzehrer?

Das ist ja auch für Starkzehrer zuviel. Du musst einfach die anteilige
Kompostzufuhr deutlich reduzieren. Viel hilft viel gilt hier nicht.

Schau mal in dein schlaues Kompostbuch u schieb uns rüber, von welchen
Nährstoffgehalten im Kompost die ausgehen u wieviel Liter je qm die
empfehlen. Ich brauche da langsam dringenst Aufklärung...

>>M. E. ist das von der Kompostieranlage angebotene Gemisch nicht für
>>eine Ausbringung in 50 cm Stärke geeignet.
>
>Komisch, sie etikettieren es extra als "Kompost-Mutterboden" unter der
>Überschrift "Pflanzgemisch".
>Es steht allerdings nichts zur Stärke der
>Schicht da, bzw. irgendwelche Einschränkungen bezüglich der Menge.

Unter Pflanzgemisch würde ich auch etwas ganz anderes verstehen als eine
flächige Bodenaufbringung. Ein sog. Pflanzgemisch stellt man her für die
Pflanzgrube oder für den Blumenkasten. Und das sind viel kleinere
Dimensionen.

>Für Rosen wird z.B. eine ganzjährige Auflage reinen Komposts von 5 cm
>Stärke empfohlen.

Gegen 5 cm ist m.E. bei Rosen nichts einzuwenden. Wird ja auch nur
unmittelbar um die Pflanze ausgebracht u nicht flächig auf das ganze
Beet.

>>Und Kompost soll man nur oberflächlich einzuhacken u nicht in tiefere
>>Schichten vergraben, da er zur weiteren Verrottung Sauerstoff
>>braucht. Soll der in den tieferen Schichten liegende dann wohl
>>verfaulen?
>
>Hm, ich dachte immer, daß Kompost bereits das Endprodukt der Rotte
>sei? Aber Deine Argumente klingen für mich sehr plausibel.

Nö. Kompost verrottet immerzu weiter. Deshalb muss man ja laufend
nachliefern. Das gilt für alle organischen Stoffe, die den Boden
verbessern, aber eben nur auf Zeit.

>Trotzdem schönen Dank für Dein Feedback, jetzt bin ich mir gar nicht
>mehr so sicher, was ich nun machen soll.

Siehste. Damit hat die Diskussion wieder mal ihre Berechtigung
bewiesen...:-)

>Der Nachbar hat diesen
>Mutterboden und ist sehr zufrieden, allerdings hat er auch nur wenige
>cm aufgetragen.

Aha!
Und warum willst du dann ausprobieren, ob 50 cm nicht funktionieren?:-)

>Auf jeden Fall werd ich den Tip mit dem Winterweizen aufgreifen,
>notfalls nächstes Jahr nur eine Gründüngung säen und die im Früjahr
>2003 untergraben und dann erst pflanzen.

Damit verschenkst du ein wertvolles Gartenjahr....
Ich würde im Frühjahr anfangen zu pflanzen.

Stephan Romahn

unread,
Nov 2, 2001, 2:29:50 AM11/2/01
to
Hallo Gerhard, #

>
> >Da hast Du etwas missverstanden. Mist und Kompost düngen tatsächlich. Die
> >Nährstoffe liegen aber hauptsächlich in organisch gebundener Form vor.
Wie
> >bei anderen organischen Düngern auch müssen diese durch biochemischen
Umbau
> >mineralisiert werden, damit die Pflanze die aufnehmen kann. Das dauert je
> >nach Bodenbelebung, Feuchte und Temperatur seine Zeit. Daher ist es z. B.
> >bei Kompost so, daß im Ausbringungsjahr nur ca. 10 % des darin gebundenen
> >Stickstoffes pflanzenverfügbar wird.
>
> was? Im Ausbringungsjahr nur 10 % Stickstofffreisetzung?
> Das habe ich ja noch nie gehört.

Aber ich in diversen Gutachten aus akkreditierten Untersuchungslabors
gelesen.

> Bin bisher von einer Wirkung für ein bis zwei Jahre ausgegangen.
> Und wie geht das dann weiter? Alle Jahre 10 % oder wie?

Die 10 % dürften ein "wissenschaftlich untermauerter Schätzwert" sein, da
die Mineralisierungsrate organisch gebundener Nährstoffe ja vielen nicht
beeinflussbaren Faktoren (Bodenart, Feuchtigkeit, Temperatur, Bodenleben,
Kultur, pH) unterliegt.
Daher würde ich auch nicht stur von linear X % Mineralisierung ausgehen. Bis
organische Masse vollständig mineralisiert ist, dauert das sehr lange. Laß
doch mal einen Kompost liegen, bis er nur noch aus mineralischen Stoffen
besteht ;-)) Da stirbst Du sicher drüber.


>
> >Auf der anderen Seite hat man so einen nachhaltig wirkenden
Nährstoffvorrat
> >im Boden.
>
> Ja schon, nachhaltig wäre das schon. Aber wo bitte bleibt die Wirkung,
> wenn nur so minimale Stickstoffanteile freigegeben werden?

Da sehe bitte in jeden mit Kompost oder Mist gedüngten Garten :-)) Zudem hat
nahezu jeder Boden vor der Versorgung mit Mist oder Kompost schon Vorräte,
die sich in der Mineralisierung befinden. Jede Düngung ist eigentlich eine
Auffüllung des Reservoirs an natürlicher Bodenfruchtbarkeit.

Sehe Dir Wälder und Wiesen an, die trotz minimaler bzw. keiner Düngung doch
seit Urzeiten recht üppig wachsen.

> Und wie ist das dann, bei fortlaufender Kompostausbringung?
> Nach zehn Jahren Kompostwirtschaft würden dann im zehnten Jahr aus jedem
> der vorherigen Ausbringungsjahre je 10 % N zur Verfügung stehen?

Das wird wohl so genau kein Mensch quantifizieren können, da im gesunden
Boden Humus nicht nur abgebaut wird, sondern auch ein Humus-Aufbau
geschieht. Ein gewisser Teil des Stickstoffes ist sicher in sehr feste
Eiweißbestandteile und in Huminsäuren eingelagert, die mehr als einige
Menschenleben halten.
Ich sehe es einfach als stetig fleißende Nährstoffquelle und interessiere
mich da wenig für absolute Zahlen.

Frederick Page

unread,
Nov 1, 2001, 9:14:01 PM11/1/01
to
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> wrote:

>>>>Stickstoff: 0,8%
>>>>Phosphor: 0,3%
>>>>Kalium: 0,6%
>>>>Magnesium: 0,3%
>>>>CaO: 2,4%

>na, dann habe ich mit meiner Vermutung, dass bei 0,8 % N Küchenabfälle


>im Spiel sein müssten doch richtig getickt.

Jaja, diese Firma arbeitet im Auftrag der Stadt und betreibt das
städtische Kompostierwerk. Sie erhalten den Inhalt aller grünen Tonnen
im Stadtgebiet, plus die Inhalte der wöchentlich aufgestellten
Container, die jeder kostenlos mit beliebigen Mengen füllen kann.
Zusätzlich noch holen sie zweimal im Jahr nach Anruf größere Baum- und
Strauchschnitte kostenlos ab. Dieses ganze Zeugs wird dann
geschreddert und sie müssen es halt wieder loswerden, sie erhalten nach
eigener Angabe 30.000 Kubikmeter Kompost pro Jahr aus der gesammelten
Biomasse.

>>Aha, diese Werte kannte ich nicht. Mir erschien nur weniger als ein
>>Prozent "niedrig" zu sein.

>Das ist natürlich relativ. Von Hornprodukten, mit 10 - 14 % N nimmt man
>kleine Händchen voll je qm, für Kompost kommt schon eher die Schaufel
>zum Zug....:-)

Stimmt, sowas verteilt man mit dem Eßlöffel, zumindest ich mach das so.

>>Nährsalze sind mit 18% Stickstoff oder so angegeben.

>Was steht denn da genau?

Moment, ich hol die Packung mal gerade hoch, es handelt sich um "Degro
Nährsalz" und das hat folgende Angaben:

12% Gesamtstickstoff
2,5% Nitratstickstoff
9,5% Ammoniumstickstoff

10% Phosphor
8% Kaliumoxid
3% Magnesiumoxid

Dann noch einige 0,0x% Angaben für Eisen, Zink, Kupfer, Bor, Molybdän
und anderes Zeugs.

Okay, waren "nur" 12% Stickstoff, sorry wegen meiner Falschangabe,
bzw. dem "oder so" ;-)

[Keine beliebigen Mengen von Kompost aufbringen]

>Kompost gilt als zu stickstoffarm für Mittel- u Starkzehrer. Und wenn
>halt nur Stickstoff fehlt, dann darf auch nur Stickstoff
>nachgeschoben werden. Sonst kommen die Nährstoffverhältnisse im Boden
>im Laufe von Jahren in eine deutliche Schieflage.

Das ist allerdings ein sehr plausibles und nachvollziehbares Argument.

>Du musst einfach die anteilige Kompostzufuhr deutlich reduzieren.
>Viel hilft viel gilt hier nicht.

Argl ... was ich nur nicht kapiere: wenn der Komposthersteller ein
Substrat mit 33% Kompostanteil als Pflanzgemisch ausgibt, dann
verstehe ich darunter, daß man Pflanzen auch da reinsetzen kann. Ob
jetzt diese Schicht 10cm oder 50cm dick ist macht doch nichts an der
generellen Zusammensetzung?

>Schau mal in dein schlaues Kompostbuch u schieb uns rüber, von
>welchen Nährstoffgehalten im Kompost die ausgehen

Das steht ganz oben in diesem Artikel: der reine Kompost hat die
angegebenen Werte, der Mutterboden besteht zu 33% aus Kompost, 33%
Lavagranulat und 33% "Mutterboden" (nicht näher angegeben).

>u wieviel Liter je qm die empfehlen.

Zitat on:

Bodenverbesserung bei Pflanzungen: Kompost, 20 bis 40 Liter pro qm

Zier- und Gebrauchsrasen: Kompost, 10 bis 30 Liter pro qm

Bodenauftrag: vorhandenen Boden mit bis zu 30% Kompost mischen oder
ein Gemisch von Humus-Kompost und Mutterboden auftragen.

Rasenpflege: im Frühjahr nach dem Vertikutieren 1 bis 2 Liter/qm
Kompost dünn ausstreuen oder 5 bis 10 Liter/qm aufbringen und evtl.
leicht einharken

Pflege von Grünflächen: bei jährlicher Anwendung 5 Liter/qm oder im
mehrjährigen Rhythmus bis 15 Liter/qm Kompost aufbringen

Blumenkübel, Balkonkasten: Ein Teil Humus-Kompost mit 4 Teilen alter
Erde mischen.

Rosen: bis 5 cm Auflage um Wurzelstock ganzjährig, im Winter als
Frostschutz geeignet.

Zitat off.

>Ich brauche da langsam dringenst Aufklärung...

Ähnliche Mengen sind da noch für Bäume, Obst, etc. angegeben, obiges
sollte hoffentlich erstmal ausreichen.

>Unter Pflanzgemisch würde ich auch etwas ganz anderes verstehen als
>eine flächige Bodenaufbringung. Ein sog. Pflanzgemisch stellt man her
>für die Pflanzgrube oder für den Blumenkasten. Und das sind viel
>kleinere Dimensionen.

Aber siehe oben das Zitat: sie empfehlen es generell für Bodenauftrag
genauso.

>>Trotzdem schönen Dank für Dein Feedback, jetzt bin ich mir gar nicht
>>mehr so sicher, was ich nun machen soll.

>Siehste. Damit hat die Diskussion wieder mal ihre Berechtigung
>bewiesen...:-)

Jaja, ich bin da auch richtig froh drüber, denke auch mal, daß andere
Leute mit Interesse mitgelesen haben.

>>Der Nachbar hat diesen Mutterboden und ist sehr zufrieden,
>>allerdings hat er auch nur wenige cm aufgetragen.

>Aha!

Der ist allerdings sehr sparsam, er hat eine niederländische Ehefrau,
und die Niederländer sagen ja von sich selbst, daß sie für ihre
Sparsamkeit berühmt sind.

>Und warum willst du dann ausprobieren, ob 50 cm nicht funktionieren?:-)

Eigentlich möchte ich ja ausprobieren, *daß* 50 cm funktionieren ;-)

>>notfalls nächstes Jahr nur eine Gründüngung säen und die im Früjahr
>>2003 untergraben und dann erst pflanzen.

>Damit verschenkst du ein wertvolles Gartenjahr....

Stimmt, außerdem (wie Stefan ja richtig anmerkte) entziehe ich durch
eine Gründüngung dem Boden ja nichts, sondern gebe ihm durch
Untergraben genau das wieder, was er in Form der Pflanzen
hervorgebracht hat.

>Ich würde im Frühjahr anfangen zu pflanzen.

Das werde ich dann auch machen. Selbstverständlich werde ich
berichten, wie es denn gegangen ist. Eventuell mit Asche auf dem Haupt
und im härenen Büßergewand ;-)

Nochmals danke für Dein und Stefans Feedback.

FFPX Frederick

--
Trouble with Windows? Reboot!
Trouble with Unix? Be root!

Frederick Page

unread,
Nov 1, 2001, 8:34:39 PM11/1/01
to
"Stephan Romahn" <s_ro...@hotmail.com> wrote:

>>Nährsalze sind mit 18% Stickstoff oder so angegeben.

>Daraus lese ich, daß dieser Anteil des Stickstoffes mineralisiert und
>als Nährsalz direkt pflanzenverfügbar ist. 18 % sofort
>pflanzenverfügbar ist ziemlich viel.!!

Ja, das Zeugs soll natürlich nur recht vorsichtig dosiert und vorher
in Wasser aufgelöst werden. Ich hab das für meine künftige Datura bzw.
Brugmansia gekauft, die extrem Dünger fressen wird. Lt. dem Buch von
Monika Gottschalk reicht normaler Flüssigdünger nicht aus, sie
empfiehlt gar tägliches Gießen von 1 Teelöffel Nährsalz auf 10 Liter
Wasser.

>Nur wir alle haben irgendwann mal ein Problem wenn der überschüssige
>Nitratstickstoff im Grundwasser ist. Aus diesem Grund gibt es per
>Düngeverordnung Begrenzung der Stickstoffdüngung.

Prima, ich wußte nichtmals von der Existenz dieser Verordnung,
geschweige denn von ihrem Inhalt. Könnte mir gut vorstellen, daß dies
zig meiner Mitgärtner genauso geht. Welches Hirn erläßt Vorschriften,
die kein Mensch zur Kenntnis nimmt, bzw. deren Einhaltung nicht
kontrollierbar ist? Du bist vom Fach, Du kennst sowas und beachtest es
vermutlich auch um keinerlei Ärger zu bekommen, aber was ist mit Erna
und Otto Normalverbraucher?

[Lava-Mutterboden mit 33% gutem Kompost ausbringen]

>>Okay, aber auf eine Tiefe von 50cm verteilt.

>Das ist erst recht viel.

Also ich hab jetzt die Vorbereitungen ziemlich abgeschlossen, habe den
Menschen mit LKW und Bagger nochmals für Ende nächster Woche
angeheuert, muß morgen noch mit dem Kompostwerk abklären, daß sie dann
auch auf jeden Fall die Mengen vorrätig halten, bzw. wir die insgesamt
6 Fuhren (2 Kubikmeter passen auf seinen LKW) holen kommen.

>>Befürchtest Du, daß die Pflanzen das nicht vertragen werden?

>Da haben evtl. salzempfindliche Pflanzen ihre Probleme .

Welche bekannteren Teile wären das? Ich wollte im ersten Jahr kaum
permanente Bepflanzung (sprich mehrjährige, winterharte Teile),
sondern erstmal einige Bambus Sämlinge, zwei oder drei Rosen, aber
viele meiner Canna- und Dahlien-Rhizome rein, plus eine Menge
einjährige Sachen. Naja, einige Tulpenzwiebeln zwischendrin, aber
bevor ich keinen kompletten "Lageplan" bzw. genaue Pflanzenliste
zusammengestellt habe, wollte ich halt erstmal nichts "Permanentes"
haben, ich mag ungern umsetzen, weil das für die Pflanzen immer so
einen Wurzelschock gibt.

>Auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole: Die Hälfe von dem guten
>Zeug reicht auch schon massig.

Nach dem ganzen Aufwand bezüglich Ausbuddeln, Wegkarren, der ganzen
Organisation möchte ich jetzt ungern weitere "Komplikationen" haben,
sprich erstmal wieder "normalen" Boden rein und dann erst das gute
Zeugs drauf. Die Einjährigen, bzw. Cannas/Dahlien können ordentlich
Dünger ab, die Rosen (eine "wilde" historische ist dabei) denke ich
auch und übernächstes Jahr ist der Boden dann schon etwas
"ausgelaugter".

>>Komisch, sie etikettieren es extra als "Kompost-Mutterboden" unter der
>>Überschrift "Pflanzgemisch".

>Damit haben sie womöglich gesetzlich genug getan, da sie durch die


>"Streckung" des Kompost sich an den Beschränkungen des
>Düngemittelrechtes vorbei gemogelt haben.

Solange die Pflanzen nicht kaputtgehen, kann mir das doch nur recht
sein? Die wachsen doch in solchem Gemisch sicherlich wunderprächtig.
Mir ist bekannt, daß durch Überdüngung einige Dinger nicht blühen,
sondern nur massig Laub treiben, aber das hört ja irgendwann mal auf.
Besonders wenn das Zeugs jetzt noch vor'm Winter draufkommt, wird es
von den Niederschlägen ja erstmal gut durchgespült.

>>Für Rosen wird z.B. eine ganzjährige Auflage reinen Komposts von 5 cm
>>Stärke empfohlen.

>Mit der Masse könnte man bei diesem Kompost schon mit dem
>Düngemittelrecht in Konflikt kommen...aber irgendwie müssen die ihr
>Zeug ja los kriegen.

Das ist deren Problem: sie sammeln aus der ganzen Stadt Grünzeug ein,
sie stehen wöchentlich mit großen Containern an zentralen Punkten, wo
dann jeder in beliebigen Mengen Biomasse bringen kann, auch Baum- und
Strauchschnitt. Und irgendwie müssen sie das Zeugs ja wieder
losbekommen, viele Leute sind einfach nur froh, wenn sie ihre
"Abfälle" dort kostenlos abgeben können und kaufen keinen neuen
Kompost, ich sehe viele Leute hier in der Nachbarschaft, die gar nix
mit ihrem Boden machen bzw. nichtmals nen kleinen Komposthaufen haben,
die haben tatsächlich größtenteils die Grüne Tonne.

Und wie ich schon sagte: Düngemittelrecht? Das dürfte wohl die
wenigsten Gärtner interessieren, besonders nicht, wenn durch eine
solche Auflage ihre Rosen schöner als je zuvor kommen. Eben das ist ja
das Problem: eine Vorschrift, deren Einhaltung nicht kontrollierbar
ist, kann man IMHO gleich seinlassen.

Der reine Kompost kostet im 40 Liter Sack ganze 5,- DM. Dafür krieg
ich nichtmals ne gute Marken Blumenerde und wer will kontrollieren,
wieviele Säcke Kompost ich um meine Pflanzen lege?

>>Auf jeden Fall werd ich den Tip mit dem Winterweizen aufgreifen,

>Gut.

Das sollte etwas Substanz aus dem Boden ziehen, sodaß er im Frühjahr
nicht mehr so "fett" sein dürfte.

>Mit der Gründüngung konservierst Dudie Nährstoffe

Oh ja, stimmt. Das was die Pflanzen dem Boden entnehmen, grab ich ja
gleich wieder unter und geb es dem Boden somit wieder zurück.

>Pflanze nächstes Jahr im Zweifelsfall Kartoffeln, Kohl, Kürbis,
>Tomaten und andere Starkzehrer, damit von den Nährstoffen was
>abgeführt wird.

Stimmt, das ist eine gute Idee, ich hab die Kartoffeln eigentlich
immer im Container, aber warum nicht dahin setzen? Sieht bestimmt cool
aus: Kartoffeln, Canna, Kohl, Dahlie, Rose, Kürbis, etc. ;-)

FFPX Frederick

--
Heart Attacks...God's Revenge For Eating His Animal Friends

Gerhard Zahn

unread,
Nov 4, 2001, 3:43:10 PM11/4/01
to
On 2 Nov 2001 03:14:01 +0100 Frederick Page <fp...@gmx.de> wrote:

Hallo Frederick,

>>>Nährsalze sind mit 18% Stickstoff oder so angegeben.


>
>>Was steht denn da genau?
>
>Moment, ich hol die Packung mal gerade hoch, es handelt sich um "Degro
>Nährsalz" und das hat folgende Angaben:
>
>12% Gesamtstickstoff
> 2,5% Nitratstickstoff
> 9,5% Ammoniumstickstoff
>
>10% Phosphor
> 8% Kaliumoxid

12 - 10 - 8 für N P K ist ein eher hundsordinärer Volldünger mit etwas
abgemagertem Kali-Anteil. Na ja, Kali braucht das unholzige Grünzeug
auch kaum.

> 3% Magnesiumoxid
>
>Dann noch einige 0,0x% Angaben für Eisen, Zink, Kupfer, Bor, Molybdän
>und anderes Zeugs.

Hm. Das kriegt man auch mit Blaukorn spezial hin, wenn man zwischendurch
mal mit einem Stickstoffdünger nachhilft.

>>Du musst einfach die anteilige Kompostzufuhr deutlich reduzieren.
>>Viel hilft viel gilt hier nicht.
>
>Argl ... was ich nur nicht kapiere: wenn der Komposthersteller ein
>Substrat mit 33% Kompostanteil als Pflanzgemisch ausgibt, dann
>verstehe ich darunter, daß man Pflanzen auch da reinsetzen kann. Ob
>jetzt diese Schicht 10cm oder 50cm dick ist macht doch nichts an der
>generellen Zusammensetzung?

Jo, schon. Aber ein Pflanzgemisch ist halt keine Gartenerde, die man auf
der Gesamtfläche ausbringen kann.

>>Schau mal in dein schlaues Kompostbuch u schieb uns rüber, von
>>welchen Nährstoffgehalten im Kompost die ausgehen

>>u wieviel Liter je qm die empfehlen.

>Zitat on:

Was du da zitiert hast, dürfte vom dem Humus-Kompost-Vertreiber stammen.
Ich wollte aber eigentlich wissen, ob auch dein neues schlaues
Kompostbuch die Inhaltsstoffe von Kompost in Prozenten oder so verrät.

Wenn da nämlich auch etwas von 1 - 1,5 % N = Reinstickstoff steht, dann
schmeiß' ich einige Gartenbücher weg....:-)

Frederick Page

unread,
Nov 4, 2001, 6:39:37 PM11/4/01
to
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> wrote:

>>"Degro Nährsalz" und das hat folgende Angaben:

(...)


>12 - 10 - 8 für N P K ist ein eher hundsordinärer Volldünger mit
>etwas abgemagertem Kali-Anteil.

Hm, ich dachte, daß das Zeugs ziemlich konzentriert sei und für z.B.
Datura (Brugmansia) geeignet. Werde mir wohl doch am besten dafür nen
Spezialdünger zulegen.

>Hm. Das kriegt man auch mit Blaukorn spezial hin, wenn man zwischendurch
>mal mit einem Stickstoffdünger nachhilft.

Das scheint mir eine gute Idee. Blaukorn hab ich auch hier rumliegen
und kann Deine Erfahrungen damit nur bestätigen: es wirkt auch bei
sparsamer Verwendung und ist sehr billig. Etwas puren Stickstoffdünger
sollte man überall im Handel kriegen (oder?).

>Was du da zitiert hast, dürfte vom dem Humus-Kompost-Vertreiber stammen.

Ja.

>Ich wollte aber eigentlich wissen, ob auch dein neues schlaues
>Kompostbuch die Inhaltsstoffe von Kompost in Prozenten oder so
>verrät.

Leider hab ich kein Kompostbuch, mir ist schon bekannt, daß der Trend
zum Zweitbuch geht ;-)

>Wenn da nämlich auch etwas von 1 - 1,5 % N = Reinstickstoff steht,
>dann schmeiß' ich einige Gartenbücher weg....:-)

Hab sicherlich deutlich weniger Gartenerfahrung als Du, Deine Bücher
sind sicherlich okay, daher ist mir Dein Feedback ja auch
hochwillkommen, ich lerne halt immer dazu.

FFPX Frederick

--
The day Microsoft makes something that doesn't suck
is probably the day they start making vacuum cleaners

Gerhard Zahn

unread,
Nov 5, 2001, 4:57:47 PM11/5/01
to
On 5 Nov 2001 00:39:37 +0100 Frederick Page <fp...@gmx.de> wrote:

Hallo Frederick,

>>>"Degro Nährsalz" und das hat folgende Angaben:


>(...)
>>12 - 10 - 8 für N P K ist ein eher hundsordinärer Volldünger mit
>>etwas abgemagertem Kali-Anteil.
>
>Hm, ich dachte, daß das Zeugs ziemlich konzentriert sei und für z.B.
>Datura (Brugmansia) geeignet.

Ist ja ziemlich konzentriert. Aber ziemlich ist halt relativ. Schau mal
nach auf deinem Blaukorn-Beutel, du wirst nichts sensationell anderes
entdecken.

>Werde mir wohl doch am besten dafür nen Spezialdünger zulegen.

Von pflanzenbezogenen Spezialdüngern halte ich eher nix.
Und eine Pflanze, deren Ansprüche hauptsächlich auf übermäßiges
Stickstofffressen abstellen, kann man noch am leichtesten zufrieden
stellen.


>
>>Hm. Das kriegt man auch mit Blaukorn spezial hin, wenn man zwischendurch
>>mal mit einem Stickstoffdünger nachhilft.
>
>Das scheint mir eine gute Idee. Blaukorn hab ich auch hier rumliegen
>und kann Deine Erfahrungen damit nur bestätigen: es wirkt auch bei
>sparsamer Verwendung und ist sehr billig. Etwas puren Stickstoffdünger
>sollte man überall im Handel kriegen (oder?).

Im normalen Gartenhandel kriegt man Stickstoffdünger seltener. Musst
halt nach Kalkammonsalpeter oder Schwefelsaurem Ammoniak fragen.
Der Landhandel hat's u wenn du so einen 50-kg-Sack mit 'nem Nachbarn
teilst, seid ihr beide für längere Zeit gut versorgt.
Aber Vorsicht mit dem Zeugs: die Anwendungshinweise lesen u einen
Messbecher benutzen ist da erste Bürgerpflicht.
Ansonsten sollte man natürlich auf Hornmehl oder Hornspäne ausweichen.
Haben 10 - 14 % Stickstoff, wirken allerdings nicht ganz so flugs, wie
mineralische Dünger.

Johannes Boysen

unread,
Nov 6, 2001, 7:00:41 AM11/6/01
to
Hallo,
40 Gramm in der Woche? Kein Wunder, das die 2,5 m hoch gewachsen sind.
Überfüttert, die müssen ja Bauchschmerzen haben. Solche "Gärtner" , die
soviel Dünger verbrauchen, verpesten das Grundwasser, warum ist Blaukorn
wohl gekörnt? Damit es sich langsam löst, damit die Pflanze sich dann das
nehmen kann, wann sie es braucht. Bei flüssiger Form muß man schon jede
Woche geben, weil ja 90 % ins Grundwasser gehen - Prost! Die so etwas
machen,
sind schult, das die Landwirtschaft eins auf den Decke bekommt, wegen dem
hohen Stickstoffgehalt im Grundwasser. Genauso ist es mit den
Spritzmitteln - viel hilft viel, eine Kopfschmerztablette hilft für einen
tag, eine ganze Schachtel voll auf mal genommen hilft für immer und ewig.
Beim spritzen auch, genau nach Vorschrift - OK, aber das doppelte - sind die
Läuse halt doppelt tot.
"Wir haben die Welt nur geliehen", denkt an die Kinder.
Ich habe nichts gegen Dünger, wir verwenden ihn auch im Betrieb, aber nur
soviel, wie dei Pflanze verbrauchen kann.
--
Viele Grüße aus dem schönen Nordfriesland

Johannes Boysen
Baumschulen 25899 Niebüll
E.Mail: in...@baumschule-boysen.de
www.baumschule-boysen.de
"Konrad Wilhelm" <wil...@onlinehome.de> schrieb im Newsbeitrag
news:rjcfutk3es15q31op...@4ax.com...


> On Mon, 05 Nov 2001 22:57:47 +0100, Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de>
> wrote:
>
> >On 5 Nov 2001 00:39:37 +0100 Frederick Page <fp...@gmx.de> wrote:
> >
> >Hallo Frederick,
> >
> >>>>"Degro Nährsalz" und das hat folgende Angaben:
> >>(...)
> >>>12 - 10 - 8 für N P K ist ein eher hundsordinärer Volldünger mit
> >>>etwas abgemagertem Kali-Anteil.
> >>
> >>Hm, ich dachte, daß das Zeugs ziemlich konzentriert sei und für z.B.
> >>Datura (Brugmansia) geeignet.
> >
> >Ist ja ziemlich konzentriert. Aber ziemlich ist halt relativ. Schau mal
> >nach auf deinem Blaukorn-Beutel, du wirst nichts sensationell anderes
> >entdecken.
> >

> Und meine Brugmansien haben sich mit aufgelöstem Blaukorn (15/5/20/2)
> offenbar sehr wohl gefühlt:
> Aldi-Pflanzen (kleine Stecklingspflanzen aus der Wachstumsregion) sind
> auf 2,50 Höhe und 5 cm Stammdurchmesser gewachsen und haben ohne Ende
> geblüht. Noch jetzt im Wintergarten sind ca 10 Blüten und noch viele
> Knospen da.
> Mein Blaukorn löst sich schlecht, Geduld und oft schütteln. Es löst
> sich auch nicht vollständig, offenbar schwimmen die Phosphate ungelöst
> drin rum, also vor Verwendung schütteln.
> Und ganz so viel wie die liebe Frau Gottschalk meint haben sie auch
> nicht bekommen. Eher 40 g/Woche.
>
> k.


> >>Werde mir wohl doch am besten dafür nen Spezialdünger zulegen.
> >
> >Von pflanzenbezogenen Spezialdüngern halte ich eher nix.
> >Und eine Pflanze, deren Ansprüche hauptsächlich auf übermäßiges
> >Stickstofffressen abstellen, kann man noch am leichtesten zufrieden
> >stellen.
> >>
> >>>Hm. Das kriegt man auch mit Blaukorn spezial hin, wenn man
zwischendurch
> >>>mal mit einem Stickstoffdünger nachhilft.
> >>
> >>Das scheint mir eine gute Idee. Blaukorn hab ich auch hier rumliegen
> >>und kann Deine Erfahrungen damit nur bestätigen: es wirkt auch bei
> >>sparsamer Verwendung und ist sehr billig. Etwas puren Stickstoffdünger
> >>sollte man überall im Handel kriegen (oder?).
> >
> >Im normalen Gartenhandel kriegt man Stickstoffdünger seltener. Musst
> >halt nach Kalkammonsalpeter oder Schwefelsaurem Ammoniak fragen.
> >Der Landhandel hat's u wenn du so einen 50-kg-Sack mit 'nem Nachbarn
> >teilst, seid ihr beide für längere Zeit gut versorgt.
> >Aber Vorsicht mit dem Zeugs: die Anwendungshinweise lesen u einen
> >Messbecher benutzen ist da erste Bürgerpflicht.
> >Ansonsten sollte man natürlich auf Hornmehl oder Hornspäne ausweichen.
> >Haben 10 - 14 % Stickstoff, wirken allerdings nicht ganz so flugs, wie
> >mineralische Dünger.
>
> --

> Konrad Wilhelm <wil...@onlinehome.de
> ******* AMMI GO HOME *******


Frederick Page

unread,
Nov 5, 2001, 6:45:05 PM11/5/01
to
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> wrote:

[Nährsalz]

>>Hm, ich dachte, daß das Zeugs ziemlich konzentriert sei und für z.B.
>>Datura (Brugmansia) geeignet.

>Ist ja ziemlich konzentriert. Aber ziemlich ist halt relativ. Schau mal
>nach auf deinem Blaukorn-Beutel, du wirst nichts sensationell anderes
>entdecken.

Stimmt, hab ich gerade mal überflogen.

>>Werde mir wohl doch am besten dafür nen Spezialdünger zulegen.

>Von pflanzenbezogenen Spezialdüngern halte ich eher nix.

Wenn man so im Gartencenter vor den Regalen mit Dünger steht, dann
bekommt man den Eindruck, als sollte man sich zig Packungen kaufen, um
fast jeder Pflanze ihre Extrawurst zu braten. Ist vermutlich so von
der Industrie gewollt.

Ich hab hier nen speziellen Rosen-Dünger, der ist bezüglich der
Inhaltsstoffe auch kaum verschieden. Ich glaube, daß Du recht hast und
das mit den Spezialdüngern hauptsächlich gut für die Kassen der
jeweiligen Hersteller scheint. Mit Blaukorn habe ich bei recht
geringer Dosierung wirklich gute Erfahrungen, bei meinen Cannas hab
ich im Frühjahr zwei Hände voll in jeden großen Container
untergemischt und sie waren merklich schöner als letztes Jahr.
Nächstes Jahr werde ich ihnen eine Ladung Kompost in der Erde gönnen.

Das Zeugs verhökern sie in der lokalen Kompostanlage wirklich super
billig. Laut Webseite kosten 40 Liter reiner Kompost 5,- DM, wenn man
den fertig abgepackten Sack nimmt, der z.B. an dem Container
erhältlich ist, der wöchentlich bei uns in der Nähe für 2 Stunden
steht.

Fährt man hingegen gleich zum Kompostwerk (3 km von mir) und sich
nicht zu schade ist, das Zeugs selbst in Pfandsäcke abzufüllen, dann
kosten 100 Liter gerade mal 3,50 DM. (Kein Tippfehler: Hundert Liter
für Drei Mark fünfzig). Körnung bis 15 mm, wenn man Körnung bis 30 mm
nimmt, kosten die 100 Liter gar nur 2,50 DM. Hab für 6 große Säcke
ganze 8,- DM heute gezahlt.

>Und eine Pflanze, deren Ansprüche hauptsächlich auf übermäßiges
>Stickstofffressen abstellen, kann man noch am leichtesten zufrieden
>stellen.

Genau das werd ich dann machen und versuchen, einen reinen
Stickstoffdünger zu kriegen, um Teile wie Canna, etc. zu versorgen.

>Im normalen Gartenhandel kriegt man Stickstoffdünger seltener.

Ahnte ich doch, daß ein Haken dabei war. :-( Hab sowas auch nicht
bewußt bisher wahrgenommen.

>Musst halt nach Kalkammonsalpeter oder Schwefelsaurem Ammoniak
>fragen. Der Landhandel hat's u wenn du so einen 50-kg-Sack mit 'nem
>Nachbarn teilst, seid ihr beide für längere Zeit gut versorgt.

Ich hätte hier nen Futterhandel in der Nähe, der könnte sowas haben.
Danke für den Tip.

>Ansonsten sollte man natürlich auf Hornmehl oder Hornspäne ausweichen.

Die haben quasi nur Stickstoff, nix anderes, bzw. nicht in
nennenswerter Konzentration? Gut zu wissen, das Zeugs kostet in
besagtem Futterhandel auch nur ganz wenig Geld im großen Sack. Du hast
auch völlig recht: sobald es ganz fein gemahlen im kleinen Tütchen
ist, steigt auf einmal der Wert horrend ;-)

>Haben 10 - 14 % Stickstoff, wirken allerdings nicht ganz so flugs, wie
>mineralische Dünger.

Das ist ja nicht so schlimm, wenn man das vorher weiß, dann tut man
das gleich mit dem Kompost im Frühjahr drauf. Danke für Deine Tips,
ich hab anfangs fast gar nicht gedüngt, aber merke deutlich, daß es
mit Dünger erheblich besser geht.

FFPX Frederick

--
Linux: Life beyond the Bluescreen

Frederick Page

unread,
Nov 6, 2001, 3:14:38 PM11/6/01
to
"Johannes Boysen" <baumschu...@foni.net> wrote:

>Hallo,

Hallo Vollquottel, Kamm-Formatierer und TOFU-Schreiber.

>40 Gramm in der Woche? Kein Wunder, das die 2,5 m hoch gewachsen sind.
>Überfüttert, die müssen ja Bauchschmerzen haben.

Du hast gelesen, daß es Brugmansia sind? Dir ist bekannt, daß die viel
Dünger brauchen?

>Solche "Gärtner" , die soviel Dünger verbrauchen, verpesten das
>Grundwasser

Die Brugmansia wird im Kübel gehalten und sicherlich gießt jeder
normale Halter nicht derart, daß es literweise unten wieder rausläuft.
Lies doch mal die entsprechenden Bücher zur Engelstrompete.

>warum ist Blaukorn wohl gekörnt? Damit es sich langsam löst

Und genau daher löst er Blaukorn ja auf, weil das "langsame" nicht für
Brugmansia reicht. Ich verwende gleich ein Nährsalz, was sich prima
auflöst.

>Bei flüssiger Form muß man schon jede Woche geben, weil ja 90 % ins
>Grundwasser gehen - Prost!

Bei Kübelpflanzen?

>Die so etwas machen, sind schult, das die Landwirtschaft eins auf den
>Decke bekommt, wegen dem hohen Stickstoffgehalt im Grundwasser.

Die sind wahrscheinlich auch dran schuld, daß Du TOFU schreibst, Kamm
formatierst, einen kaputten Sig-Trenner hast, ungültige MIME-Header
verwendest (genauer: sie fehlen), den Vollquottel markierst und im
Glashaus mit Steinen wirfst. Du, lieber Freund kippst hier Sondermüll
in's Usenet.

http://www.kirchwitz.de/~amk/dni/netiquette
http://oe-faq.de
http://learn.to/quote

>Genauso ist es mit den Spritzmitteln - viel hilft viel, eine
>Kopfschmerztablette hilft für einen tag, eine ganze Schachtel voll
>auf mal genommen hilft für immer und ewig.

Du schwadronierst. Solche Fehler mögen zwar häufig vorkommen, haben
aber nichts mit dem Vorposter bzw. den Düngegaben für Brugmansien zu
tun.

FFPX Frederick

[Formatierung korrigiert, Fullquote im TOFU-Stil entsorgt]

--
Did you hear about the baby, that was born with two sexes?
It had both: a cunt *and* a brain.

Gerhard Zahn

unread,
Nov 7, 2001, 3:45:31 PM11/7/01
to
On 6 Nov 2001 00:45:05 +0100 Frederick Page <fp...@gmx.de> wrote:

Hallo Frederick,

>>Ansonsten sollte man natürlich auf Hornmehl oder Hornspäne ausweichen.


>
>Die haben quasi nur Stickstoff, nix anderes, bzw. nicht in
>nennenswerter Konzentration?

ein schlaues Buch in unterschiedlicher Auflage nennt einmal neben
Stickstoff (12 - 13 bzw. 10 - 14 %) noch 5 % Phosphat u 6 % Magnesium.

Der Phosphatgehalt wäre ja noch gnädig niedrig, aber die 6 % Mg sind
schon etwas happig...
Es hat halt alles seine zwei Seiten.

>Gut zu wissen, das Zeugs kostet in
>besagtem Futterhandel auch nur ganz wenig Geld im großen Sack.

Na ja, billig ist das Zeugs nicht gerade. Ich habe für den letzten
25-kg-Sack immerhin 65 Märker hingeblättert. Und dann braucht man auch
noch Kali...(u da ist leider auch Mg bei).
Blaukorn spezial kostet nur 24 Märker u wenn es nur um den Stickstoff
geht, kommt die erforderliche Menge Kalkammonsalpeter gerade mal auf 9
Mark. Und 65 statt 9 Mark, das bringt so manche Kostenrechnung mehr als
ins Wanken.
Da muss man sich nicht wundern, wenn alle Welt mit mineralischen Düngern
aufhantiert, von den 3 % Bio-Erzeugnissen mal abgesehen.

Nur gut, dass Hobbygärtner nicht rechnen...:-)

Gerhard Zahn

unread,
Nov 11, 2001, 2:39:05 PM11/11/01
to
On Fri, 2 Nov 2001 08:29:50 +0100 "Stephan Romahn"
<s_ro...@hotmail.com> wrote:

Hallo Stephan,

>> >Da hast Du etwas missverstanden. Mist und Kompost düngen tatsächlich. Die


>> >Nährstoffe liegen aber hauptsächlich in organisch gebundener Form vor.
>Wie
>> >bei anderen organischen Düngern auch müssen diese durch biochemischen
>Umbau
>> >mineralisiert werden, damit die Pflanze die aufnehmen kann. Das dauert je
>> >nach Bodenbelebung, Feuchte und Temperatur seine Zeit. Daher ist es z. B.
>> >bei Kompost so, daß im Ausbringungsjahr nur ca. 10 % des darin gebundenen
>> >Stickstoffes pflanzenverfügbar wird.
>>
>> was? Im Ausbringungsjahr nur 10 % Stickstofffreisetzung?
>> Das habe ich ja noch nie gehört.
>
>Aber ich in diversen Gutachten aus akkreditierten Untersuchungslabors
>gelesen.

das widerspricht ja allem, was man sonst so in der Gartenliteratur zu
Kompost findet. Dem sollte mal nach gegangen werden. Hab' Gutachten mit
solchen Aussagen aber nie gesehen.

>> Bin bisher von einer Wirkung für ein bis zwei Jahre ausgegangen.
>> Und wie geht das dann weiter? Alle Jahre 10 % oder wie?
>
>Die 10 % dürften ein "wissenschaftlich untermauerter Schätzwert" sein, da
>die Mineralisierungsrate organisch gebundener Nährstoffe ja vielen nicht
>beeinflussbaren Faktoren (Bodenart, Feuchtigkeit, Temperatur, Bodenleben,
>Kultur, pH) unterliegt.
>Daher würde ich auch nicht stur von linear X % Mineralisierung ausgehen. Bis
>organische Masse vollständig mineralisiert ist, dauert das sehr lange.

Freilich dauert das. Und von ausschlaggebender Bedeutung dürfte das
Ausgangsmaterial sein. Grünschnitt u Küchenabfälle rücken ihre
Stickstoffgehalte sicher eher raus als Holzhäcksel oder Hobelspäne.
Letztere haben aber eh' nur minimale Stickstoffgehalte, auf die braucht
man erst gar nicht zu warten.
Grünzeugs u pflanzliche Küchenabfälle geben schon nach wenigen Monaten
einen einigermaßen düngenden Frischkompost u nach 12 Monaten immer noch
einen ernst zu nehmenden Nährstofflieferanten fürs erste Jahr nach der
Ausbringung. Ab dem zweiten, dritten Jahr würde ich mir davon nichts
Erwähnenswertes mehr erhoffen, von der Humuszufuhr mal abgesehen.

> Laß
>doch mal einen Kompost liegen, bis er nur noch aus mineralischen Stoffen
>besteht ;-)) Da stirbst Du sicher drüber.

Lass' doch mal Grünkompost zwei Jahre liegen, dann hast du Reifekompost
u kannst ihn fast pur als Saat- oder Blumenerde verwenden, fast.

>> >Auf der anderen Seite hat man so einen nachhaltig wirkenden
>Nährstoffvorrat im Boden.
>>
>> Ja schon, nachhaltig wäre das schon. Aber wo bitte bleibt die Wirkung,
>> wenn nur so minimale Stickstoffanteile freigegeben werden?
>
>Da sehe bitte in jeden mit Kompost oder Mist gedüngten Garten :-))

Jo. Da muss man aber schnell schauen, nämlich im ersten u zweiten Jahr.
Speziell bei Mist wird empfohlen, ihn alle zwei Jahre auszubringen. Da
scheint man wohl auch davon auszugehen, dass er ab dem dritten Jahr
nicht mehr viel bringt, wenn überhaupt noch spürbar etwas.

>Zudem hat
>nahezu jeder Boden vor der Versorgung mit Mist oder Kompost schon Vorräte,

Nahezu jeder kommt wohl hin. Was aber nicht bedeutet, dass es sehr gute
u sehr schlechte Böden gibt. Will man darauf gärtnern, werden beide
gedüngt. Der eine mit mehr, der andere mit weniger Erfolg.

>die sich in der Mineralisierung befinden. Jede Düngung ist eigentlich eine
>Auffüllung des Reservoirs an natürlicher Bodenfruchtbarkeit.

Das sehe ich nicht so. Jede Düngung im Garten ist doch eher die
Anpassung des Nährstoffgehalts an den höheren Nährstoffbedarf der nun
einmal gefräßigeren Kulturpflanzen, im Vergleich zu den genügsameren,
Wildpflanzen. Und der liegt nun mal üblicherweise höher als die
natürliche Bodenfruchtbarkeit hergibt. Zumindest ist mir kein noch so
guter Boden bekannt, auf dem geerntet, aber gar nicht gedüngt wird.

>Sehe Dir Wälder und Wiesen an, die trotz minimaler bzw. keiner Düngung doch
>seit Urzeiten recht üppig wachsen.

Üppig? Hier vor der Haustüre gibt es ein Waldstück mit Kiefern, die
haben Stämmchen mit 10 - 15 cm Durchmesser. Jeder schätzt die auf
vielleicht 30 Jahre, tatsächlich sind sie über 130....

Und wie man Wiesen düngt, das lass' dir von einem Bauern erzählen, der
drei Mal im Jahr Gras oder Heu heimfahren will.
Auch hier gilt: Von nix kommt nix.
Und bei den wirklich ungedüngten Berg- u Magerwiesen kann ja wohl von
üppig keine Rede sein. Ist ja auch gut so, dafür gibt's da Vielfalt.

>> Und wie ist das dann, bei fortlaufender Kompostausbringung?
>> Nach zehn Jahren Kompostwirtschaft würden dann im zehnten Jahr aus jedem
>> der vorherigen Ausbringungsjahre je 10 % N zur Verfügung stehen?
>
>Das wird wohl so genau kein Mensch quantifizieren können, da im gesunden
>Boden Humus nicht nur abgebaut wird, sondern auch ein Humus-Aufbau
>geschieht. Ein gewisser Teil des Stickstoffes ist sicher in sehr feste
>Eiweißbestandteile und in Huminsäuren eingelagert, die mehr als einige
>Menschenleben halten.

Na, letztere spielen ja dann bei der Nährstoffversorgung keinerlei
Rolle.

>Ich sehe es einfach als stetig fleißende Nährstoffquelle und interessiere
>mich da wenig für absolute Zahlen.

Mit absoluten Zahlen wird da auch kaum jemand aufwarten können, da schon
die Ausgangsböden u die Ausgangskomposte sehr unterschiedlich sind.

Aber ob man von 10 % Stickstofffreisetzung im ersten Jahr nach der
Kompostausbringung ausgehen kann oder davon, dass sich ab dem zweiten
Jahr diesbezüglich nicht mehr viel tut, das ist für den Normalgärtner
schon von Interesse.

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