Am 20.06.2013 21:50, schrieb Dr. Joachim Neudert:
> Am 20.06.13 21:44, schrieb Johannes Leckebusch:
>> Aber ich muss
>> zugeben: Wenn man früher eine rein mechanische Kamera und die Objektive
>> von damals (sagen wir mal, 70er Jahre) hatte, kann man heute nur weinen.
>> Aber bei welchem System, das Du sonst verwendest, ist das besser bzw.
>> annähernd so gut wie damals?
>>
>
> An der Nikon D800E kann ich heute noch Nikkore der 60er und 70er Jahre
> verwenden, mit derselben Funktionalität wie damals.
Aber oft nicht mit der von heute. Ich habe diese Nikon-Diskussionen nur
am Rande verfolgt. Glaub mir - als damals Canon den Bajonettwechsel
machte, war ich sehr sauer und habe überlegt, zu Nikon zu wechseln (noch
voll im "Filmzeitalter"), heute bin ich froh, das Canon damals den
Schnitt gemacht hat. Als meine erste DSLR (von Canon ...) erwarb, habe
ich auch lange überlegt, ob ich versuchen soll, meine alten Objektive
mit irgendwelchen Adaptern weiterzuverwenden (bhei ein paar der
Festbrennweiten hätte sich das lohnen können, wenn man sie ohne
Zwischenlinse hätte benutzen können - aber AF hatte von denen ohnehin
keines, auch am alten System nicht. Dafür eine sauber und sanft
funktionierende Einstellschnecke, die ... ach, Trübsal. Ich habe sie gut
an Liebhaber verkauft). Dass ich bei Canon "geblieben" bin (persönlich),
hatte verschiedene Gründe, erstens, weil ich sowieso einen Systemwechsel
machen musste, da war es im Prinzip wurscht, ob nun zu EOS oder Nikon,
zum anderen, weil die Presseagentur von Canon damals viel
entgegenkommender war und ich auch teurere Kameras manchmal länger
ausleihen, gründlicher kennenlernen und in eigenen Web-Artikeln
besprechen konnte - Nikon schien das eher wurscht, selbst Redakteure der
c't klagten, Nikon würde sich ziemlich zieren, überhaupt Testgeräte zu
überlassen - also liefen die vielleicht irgendwie durch die Testlabore
der Redaktion(en), waren mir später als Fremdautor aber gar nicht
zugänglich, obwohl ich mich darum bemühte. Ulkigerweise lief das noch
früher bei P.M. wieder anders, da bekam ich so ziemlich von allen
Herstellern Kompaktknipsen über die Redakteurin in die Hand (und manche
genialen Teile von Nikon, deren Konzepte die seltsamerweise wieder
aufgegeben haben, die wie in der Mitte in zwei gegeneiner verdrehbare
Hälften geteilte Knipse), und all die Kodak-hüstel-versuche.
Wie dem auch sei - zufällig hatte ich dann eben angefangen, mir
persönlich ein EOS-System aufzubauen, und damit war die Sache gelaufen.
Und im Wesentlichen habe ich nicht das Gefühl, damit einen Fehler
gemacht zu haben - natürlich gibt es immer mal was bei "den anderen",
was man gerne im eigenen System hätte, aber so hektisch wie der Markt
immer noch ist, gleicht sich das oft über kurz oder lang wieder aus.
> Aber ich versteh trotzdem was Du meinst, ich habe auch noch ein paar
> Zeiss Objektive für die Contax, Made in Germany... so ein seidenweicher
> Lauf beim Fokussieren...
Zum ...
> Großer Seufzer...
... Beispiel. Man kann nicht immer alles haben. Und bestimmt macht auch
Canon heute nicht alles gut, ich hatte Kameras von denen in der Hand, da
war ich froh, wenn ich sie wieder zurücksenden konnte. Aber auch
legendär schöne Kompaktkameras ... obwohl das so oder so nicht mein
Metier ist.
Inzwischen bin ich eher wieder auf dem Status von bis 1980-1990: Es ist
mir eigentlich wurscht, wie der Hersteller meiner Kamera heißt, ich habe
ein paar Original- und ein paar Fremdobjektive, hin und wieder brauche
ich eine Ergänzung der Ausrüstung, aber an sich interessiert mich die
Fotografie damit und nicht, wer wie viele Pixel oder welchen Lack auf
den Gehäusen hat.
So, aber eigentlich ging es hier ja darum, dass ich nun doch in gewissem
Maße ein kleines "Blitzsystem" anschaffen will, und wie ich das am
geschicktesten tue, ohne die Welt zu erschaffen. Und ich schnibble auch
mal neue Joghurtbecher oder schneide Löcher in Plakatkartons oder hänge
die an Mikrofonständern auf (die haben in den letzten Jahren schon alles
mögliche getragen, nur keine Mikrophone, für die beiden Sennheiser MD
421 herrscht zur Zeit eine Art Vorruhestand ... aber weg dürfen sie auch
nicht, wer weiß, was plötzlich wieder daherkommen könnte. Eigentlich
waren sie für eine Hochzeit ausgeliehen (wo ich überhaupt nicht
fotografiert habe, sondern Ton gemacht), und nachdem /beide/ vom
Publikum gegen Ende der Feier beschädigt wurden, hat der Bräutigam für
einen die Reparatur bezahlt bzw. habe ich denn dann behalten, und den
anderen ein bisschen selbst zusammengeflickt.)