Frank Kemper schrieb:
> Mein erster eigener Fotoapparat war eine Agfamatic 4008 Pocket, die
> hatte mir meine Tante Hildegard zur Konfirmation geschenkt.
Ah! 8-)
> Gemessen daran, dass viele Pocketkameras damals absoluter Schrott waren,
> war die ein ziemliches Sahneschnittchen.
Die Siebziger waren das Jahrzehnt, in dem die Pockettechnik ihren
Aufstieg nahm und schlie�lich zum Ende der Dekade in den bekannten
Topmodellen kulminierte. Was dagegen ab Mitte der Achtziger noch neu zu
haben war, gen�gt in den meisten F�llen Deiner Bewertung.
> Sie hatte eine elektronische
> Belichtungsautomatik, bei der (�hnlich wie bei Olympus) die
> Verschlusszeit w�hrend der Belichtung nachgeregelt wurde.
Waaaas? Erz�hl mal mehr davon. Das interessiert mich jetzt.
> Die erw�hnte
> Agfa-Kette war �ber eine Schraube an der Kamera befestigt. Schraubte man
> sie ab, hatte man ein Stativgewinde. und neben dem auff�lligen,
> orangenen "Sensor-Ausl�ser" (damals ein Erkennungsmerkmal aller Agfa-
> Knipsen)
Keineswegs aller. Meine Agfa Autostar X-126 etwa hatte den nicht. War
einfach zu teuer f�r eine Kamera der (gesch�tzt) 29-Marks-Preisklasse.
Ich meine, mein Exemplar wurde seinerzeit in der �rtlichen Foto-Drogerie
erworben. Da bekam man Filme und Fotoarbeiten von ernsten Herren in
wei�en Kitteln. 8-)
> Ich kann mich erinnern, dass die aufzusetzenden Blitzlicht-Module
> (X-W�rfel waren das nicht)
Mit Umstellung der Serie x000 auf x008 (das d�rfte ab 1975 gewesen sein)
wurde statt X-W�rfeln das neue Topflash-System verwendet. Ich fand aber
Blitzw�rfel viel k3WL3r. Daf�r konnte man bei Topflash durch geeignete
Handhabung durchaus mehrere Blitzbirnchen auf einmal z�nden und damit
die Leitzahl und Reichweite ganz erheblich vergr��ern. 8-)
> in meinen Augen extrem teuer waren. Meine Eltern haben mir dann
> irgendwann einmal das dazu passende Elektronenblitzger�t geschenkt.
Das Pocket Lux. 8-)
> H�hepunkt des Systemausbaus war damals die Original-Nahlinse,
Die Natarix.
> eine Art Metallgeh�use, das man an die Kamerafront steckte und das auch die
> Sucherparallaxe passend ver�nderte.
Sowas h�tte ich f�r meine damaligen Modellbahn-Fotos gebrauchen k�nnen.
Ich habe seinerzeit einfach die Knipse direkt auf die Gleise gelegt,
Blitzw�rfel drauf, und dann ausgel�st. Die Ergebnisse waren von stark
impressionistischem Ausdruck. <8)
> Ich erinnere mich noch an die (etwas grobschl�chtige)
> Bereitschaftstasche aus Jeansstoff, die mir meine Mutter gen�ht hatte,
> weil die Kamera mit Blitz in die Original-Bereitschaftstasche nicht
> hineinpasste. Und ich erinnere mich an die Bildqualit�t, die insgesamt
> so schlecht war, dass es keinen Spa� machte.
Ich kann von der Agfamatic 2000 sagen, dass die Bilder deutlich sch�rfer
waren als von der gleichzeitig verwendeten Instamatic. Kein Wunder bei
einem Dreilinser gegen�ber einer Einzellinse. F�r das �bliche 9x11 oder
10x13 war das locker kompatibel.
Ich h�tte hier noch irgendwo einen Bericht von Alexander Borell selig,
der nach Einf�hrung der Agfa Pockets eines der Modelle getestet, �h:
"ausprobiert" hatte und von der Bildqualit�t angenehm �berrascht war.
Pocket hatte durchaus Potenzial. Allerdings auch die gleiche Schw�che
wie Instamatic: keine Andruckplatte, das machte die Kassette selbst.
> Manisch zu fotorafieren
> habe ich erst angefangen, als ich mit 18 eine alte gebrauchte russische
> SLR bekam (Revueflex E).
Ich hatte w�hrend der Pocket/Instamatic-Phase eine Weile auf eine
"echte" Zenit EM reflektiert. Die gab es bei Neckermann f�r 200 Mark
oder nicht viel mehr inklusive Standardobjektiv. Ich habe dann aber doch
noch etwas l�nger gespart und bin dann mit der AE-1 angefangen. 8-)
> Those were the days - alle pleite heute.
Zenit auch?
Dieter