ich habe heute Einiges auf dieser Seite über die genannten Filme
gelesen. Die Meinungen bei direkten Vergleichen gingen teilweise stark
auseinander. Natürlich werde ich noch eigene direkte Vergleiche
durchführen.
Vorab würde ich aber gerne schon einmal sieben, was die Stärken und
Schwächen der oben erwähnten Filme Ihrer Meinung nach sind. Ein
eigener Vergleich lässt sich dann viel besser durchführen.
Damit Ihre Antworten leichter vergleichbar sind, habe ich einige
Punkte aufgeführt, auf die es mir ankommt:
1. Der Preis spielt keine Rolle (Realitätsfern, aber für Objektivität
wichtig)
2. 80% der Aufnahmen sind Landschaften auf Reisen mit Stativ
3. 20% Portraits
4. 50% der Aufnahmen bei mehrwöchige Aufenthalten in heißem und
luftfeuchtem Klima, meist ohne Kühlungsmöglichkeit
Fragen:
1. Ist zwischen Velvia und Provia 100F noch Korn und Schärfe zu
unterscheiden?
2. Wie stark sind die Farbunterschiede noch zwischen den beiden und
vs. Sensia?
3. Ist einer von den beiden im Vergleich zum Sensia 100 als
Portraitfilm geeignet, oder eher nur nach dem Motto: wenn kein anderer
Film zur Hand ist...
4. Ändert sich Velvia/Provia im vergleich zum Sensia stärker bei
fehlender Kühlung über einen Zeitraum von 4-6 Wochen nach Entnahme
(aber immernoch in der Haltbarkeitszeit)
5. Sonstige Erfahrungen (Farbkippen, keine Zeichnung mehr bei dunklen
Partien, Aufnahmen bei sonnigem vs. bedecketem Himmel etc.), die Ihnen
aufgefallen sind.
Ich weiß, daß dies viel Schreiberei ist, aber es wird sicher auch
vielen Anderen weiterhelfen.
Vielen, vielen Dank im Voraus
Dirk Seffern
> 1. Ist zwischen Velvia und Provia 100F noch Korn und Schärfe zu
> unterscheiden?
k.A.
> 2. Wie stark sind die Farbunterschiede noch zwischen den beiden und
> vs. Sensia?
Velvia und Sensia unterscheiden sich imho deutlich. Die ganze
Charakteristik ist anders, wenngleich die Grundabstimmung
(Farbtendenz) ähnlich ist.
> 3. Ist einer von den beiden im Vergleich zum Sensia 100 als
> Portraitfilm geeignet, oder eher nur nach dem Motto: wenn kein anderer
> Film zur Hand ist...
Portraits würde ich nicht auf Dia machen. Velvia soll ja als
Portraitfilm gehen, mir ist er gerade dafür aber zu "schwierig".
Sensia: nunja, wirklich begeistern tut mich das Ergebnis nicht.
Kodak Elite ist dafür besser, wenn es schon Dia sein soll.
> 4. Ändert sich Velvia/Provia im vergleich zum Sensia stärker bei
> fehlender Kühlung über einen Zeitraum von 4-6 Wochen nach Entnahme
> (aber immernoch in der Haltbarkeitszeit)
Bisher habe ich da nichts festgestellt, die Filme sind aber bei mir
meist gut gekühlt.
> 5. Sonstige Erfahrungen (Farbkippen, keine Zeichnung mehr bei dunklen
> Partien, Aufnahmen bei sonnigem vs. bedecketem Himmel etc.), die Ihnen
> aufgefallen sind.
Velvia hat die Tendenz zum Farbkippen, insbesondere wenn man knapp
belichtet. Die Farbigkeit der Schatten ist imho ziemlich
gewöhnungsbedürftig. Allerdings muss man dabei auch das natürliche
Verblauen berücksichtigen. Wenn man Aufnahmen komplett im Schatten
macht, wirkt das Verblauen bei Velvia ganz interessant.
Sensia ist imho unkritisch, dafür ist die Schattenzeichnung eher
mäßig.
Zu erwähnen wäre noch der tiefdunkle Himmel mit Velvia, gerade wenn
man etwas knapp belichtet. Das Phänomen ist imho einmal :-)
Noch zu den Farbstimmung: Sensia hat die Tendenz, bei bedecktem Himmel
"käsig" zu werden, insbesondere wenn man reichlich belichtet. Dabei
geht die Grundfarbe leicht nach cyan, und Strukturen werden imho
schlecht wiedergegeben. Mit Velvia ist mir das noch nie passiert, mit
dem Kodak Elite hingegen schon.
TomV
--
Biete MAF 100-300xi, MAF 4/35-70.
Der Provia ist wesentlich Farbneutraler als der Velvia. Der Velvia ist
sehr
kräftig in den Farben. Für Portraits, wenn viel Haut zusehen ist, IMHO
unbrauchbar. Auch ist die Farbe des Himmels gewöhnungsbedürftig (OK!
Das kann auch am Labor gelegen haben ;-))
Also mein Tip:
Für Landschaft m. Stativ und wenn es bunt sein soll der Velvia.
Und für Personenaufnahmen, weil etwas schneller und neutraler, den
Provia/Sensia.
HTH
Ciao Piet
> 1. Der Preis spielt keine Rolle (Realitätsfern, aber für Objektivität
> wichtig)
Ist je nach Einkauf auch nicht mehr von Bedeutung. Velvias kann man genau so
"preisgünstig" einkaufen wie andere Filme.
> 2. 80% der Aufnahmen sind Landschaften auf Reisen mit Stativ
Klarer Favorit bei mir ist Velvia.
> 3. 20% Portraits
Portraits auf Reisen mit Einbezug der Reiseumgebung? Dann geht Velvia noch.
Wenn's aber Portraits ohne dokumentarischem Aspekt geht, bei denen die
Hautwiedergabe sehr wichtig ist, macht Velvia deutlich das Schlusslicht. Dia
ist wie schon gesagt wurde da wenig geeignet, im schlimmsten Fall würde ich
ebenfalls Kodak bevorzugen:
> 4. 50% der Aufnahmen bei mehrwöchige Aufenthalten in heißem und
> luftfeuchtem Klima, meist ohne Kühlungsmöglichkeit
Hatte nie Probleme mit Velvia, aber auch nicht mit anderen Filmen.
> 5. Sonstige Erfahrungen (Farbkippen, keine Zeichnung mehr bei dunklen
> Partien, Aufnahmen bei sonnigem vs. bedecketem Himmel etc.), die Ihnen
> aufgefallen sind.
Velvia sehr präzise belichten, lieber zuviel als zuwenig. Im Zwielicht
(bedeckter, bewölkter Himmel) ist Velvia manchmal etwas...hilflos (mir fällt
nichts bessers ein), während er für grüne Regenwetterpartien (Wald, Wiese
etc. im Regen) hingegen wieder ganz toll ist. Schattenpartien neigen beim
Velvia gerne zum Absaufen, wenn man nicht aufpasst
Grüsse
Michi
--
http://home.datacomm.ch/m.szoenyi/
Project Australia: http://home.datacomm.ch/ozmail
new: Berlin 2001 http://home.datacomm.ch/ozmail/berlin01/
> Fragen:
>
> 1. Ist zwischen Velvia und Provia 100F noch Korn und Schärfe zu
> unterscheiden?
> 2. Wie stark sind die Farbunterschiede noch zwischen den beiden und
> vs. Sensia?
Antworten:
1. Jeweils einen Film kaufen, fotografieren, entwickeln, gucken.
2. Jeweils einen Film kaufen, fotografieren, entwickeln, gucken.
Sorry, aber das *kann* man praktisch nicht beschreiben, zumal es sehr
subjektiv vom Fotografen und seinem Empfinden abhängt. Und 3 Testfilme
zu machen kann ja soo schlimm nicht sein ;-)
> 3. Ist einer von den beiden im Vergleich zum Sensia 100 als
> Portraitfilm geeignet, oder eher nur nach dem Motto: wenn kein anderer
> Film zur Hand ist...
Der Provia geht da durchaus, siehe aber auch 1. und 2.
> 5. Sonstige Erfahrungen (Farbkippen, keine Zeichnung mehr bei dunklen
> Partien, Aufnahmen bei sonnigem vs. bedecketem Himmel etc.), die Ihnen
> aufgefallen sind.
Ja, der Velvia ist recht empfindlich auf die Chemie. Am besten ein gutes
Fachlabor mit Fuji-Chemie, ansonsten gibt's schonmal Telekom-Schatten.
Bye,
Michael
> 2. Wie stark sind die Farbunterschiede noch zwischen den beiden und
> vs. Sensia?
Hallo Dirk!
Beim Velvia mit dem Polfilter aufpassen, ich fotografierte auf Santorin
eine weisse Kirche vor blauen Himmel, trotz besseren Wissens nahm ich
einen Polfilter - es sah fast aus wie eine SW-Aufnahme, weisse Kirche vor
schwarzen Himmel.
Horst
--
Meine Signatur (mir fehlt der gute Spruch noch)
Horst
>1. Ist zwischen Velvia und Provia 100F noch Korn und Schärfe zu
>unterscheiden?
Eher nein, allerdings haenge ich nicht mit der Lupe vor der
Dialeinwand. Im direkten Vergleich wirst du daran aber keinen Gedanken
verschwenden. (siehe Punkt2)
>2. Wie stark sind die Farbunterschiede noch zwischen den beiden und
>vs. Sensia?
Deutlich. Die Filme passen eigentlich garnicht zueinander. Ich werde
aber trotzdem beide weiter verwenden da beide ihre Berechtigung haben.
BTW: Ich fand uebrigens das ein 100F und ein Kodachrome 200 gut
zueinander passen.
>4. Ändert sich Velvia/Provia im vergleich zum Sensia stärker bei
>fehlender Kühlung über einen Zeitraum von 4-6 Wochen nach Entnahme
>(aber immernoch in der Haltbarkeitszeit)
Zu Provia kann ich nichts sagen, aber meine Erfahrungen mit Velvia
sind da sehr gut. Ich vermute mal das mit sinkender
Lichtempfindlichkeit auch die Empfindlichkeit auf falsche Lagerung
abnimmt.
Olaf
--
D.i.e.s.S. (K.)
Und was kann man dagegen machen? <:-) Velvia grundsaetzlich ohne
Polfilter??
Mit freundlichen Gruessen,
Florian
:) ... gut, dass da ein Smiley steht ;)
Man kann diese Erkenntnis in seinen Erfahrungsschatz aufnehmen
und fuerderhin praktisch nutzen.
> Velvia grundsaetzlich ohne Polfilter??
Noe, ... erstens kann man mit der Kombination wunderbar dramatische
(oder gewollt uebertriebene) Farbstimmungen erzeugen und zweitens
gibt es ja noch andere Einsatzfelder fuer Polfilter (Beseitigung
von Reflexionen).
"Meistens" wird ein Polfilter ja nur zu dem Zweck eingesetzt
den Himmel richtig schoen blau zu machen. Dies ist beim Velvia
nur in den seltensten Faellen notwendig. (Gleiches gilt, ... wenn
auch in abgeschwaechter Form, fuer den Provia, der Himmelsblau auch
deutlich satter abbildet als Sensia oder EliteChrome.)
-Andreas
--
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-- H. F. in d.r.f
> Der Velvia ist sehr kräftig in den Farben.
> Für Portraits, wenn viel Haut zusehen ist, IMHO unbrauchbar.
..vorausgesetzt, die Haut ist mitteleuropäisch weiß, die kommt dann
nämlich schweinchenrosa. Für farbige Haut, Indios, Nepalesis etc.
kommt er sehr gut.
--
Erik "Objektivrecycler" Krause
..sucht defekte EOS-Blitzgeräte und Bodies!
Die FAQ der drf schon besucht? Kleinanzeigen, Deja etc.:
http://www.drf-faq.de
Komisch alle Fotografen wollen das beste Material.
Meint Ihr etwa wenn Ihr den besten Tennisschlaeger habt gewinnt Ihr
Wimbledon??? Die Bilder entstehen im <kopf des Fotografen. Die Kamera und
die Filme sind nur Mittel zum Zweck.
Gruss Wolfgang
O.k. :-) Konkret besteht die Erfahrung dann darin, dass bei manchen
Motiven Velvia + Pol-Filter keine guten Ergebnisse liefern? Ich frag
nur deshalb so penetrant und dumm (ich hab persönlich keine Erfahrung
mit der Kombination), weil ich jemanden kenne, der sowohl auf Velvia
schwört als auch sein Pol-Filter eigentlich niemals abschraubt bei
Landschaftsaufnahmen... hat mich halt einfach gewundert, als Du
erwähnt hattest, dass Velvia+Pol auch mal schlechte Ergebnisse bringt.
Werd ich wohl mal selber ausprobieren müssen :-)
*winkt*
Florian
Nein, nicht "keine guten", sondern einfach nur "uebertriebene"
Ergebnisse.
Die Farbsaettigung des Velvias ist so hoch, dass ein kuenstliches
Einblaeuen des Himmels in den meisten Faellen einfach nicht notwendig
ist.
> nur deshalb so penetrant und dumm (ich hab persönlich keine Erfahrung
> mit der Kombination), weil ich jemanden kenne, der sowohl auf Velvia
> schwört als auch sein Pol-Filter eigentlich niemals abschraubt bei
> Landschaftsaufnahmen...
Hmmm. Sicher, dass das ein Pol-Filter ist? Ein Pol-Filter ist nun
wirklich ein Effektfilter, den man eher nicht 'staendig' vor der
Linse hat, sondern nur dann benutzt, wenn man seine Wirkung
tatsaechlich bildgestalterisch einsetzen moechte.
> Werd ich wohl mal selber ausprobieren müssen :-)
Definitiv.
Ich denke, dass man als Landschafts-/Naturfotograf den Velvia
zumindest mal probieren sollte. Man muss ihn anschliessend ja
nicht moegen, aber man sollte erfahren, welche Moeglichkeiten
er bietet.
Ich liebe z.B. als Schlechtwetter-/Regenwetter-Film. Standardfilme
werden mir dann haeufig zu schwammig, schummerig in der Farbwiedergabe.
Der Velvia gibt dann jedoch man subjektives Farbempfinden der
"Live-Situation" am besten wieder.
Bei knalligem Licht ist er mir haeufig schon zu kraeftig.
Achso, ... wenn Du schonmal "Velvia" ausprobierst, nimm auch
gleich ein paar Provia 100F mit ;)
Yep! Ist mir später auch eingefallen.
Ciao Piet
> Komisch alle Fotografen wollen das beste Material. Meint Ihr etwa
> wenn Ihr den besten Tennisschlaeger habt gewinnt Ihr Wimbledon???
> Die Bilder entstehen im <kopf des Fotografen. Die Kamera und die
> Filme sind nur Mittel zum Zweck.
Du hast ja Recht, aber so wie du das sagst, hast du einfach noch
keinen Velvia ausprobiert. Geil, geil, geil das Teil :-)
>Komisch alle Fotografen wollen das beste Material.
>Meint Ihr etwa wenn Ihr den besten Tennisschlaeger habt gewinnt Ihr
>Wimbledon???
Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.
>Die Bilder entstehen im <kopf des Fotografen. Die Kamera und
>die Filme sind nur Mittel zum Zweck.
Gerade mit Filmen kann man die Bildwirkung gezielt steuern, dazu noch
relativ konstant. Warum soll ich mich mit einem minderwertigen Film
begnügen, wenn ich bei der Aufnahme schon mit Stativ, Wasserwaage,
Drahtauslöser, Gittermattscheibe etc. herumhantiere? Sei mir nicht
böse, aber das klingt wie: Egal wie schrottig die Ausrüstung/Film ist,
man kann damit trotzdem herzeigbare Bilder machen. Was soll ich mit
einer gutgemeinten Aufnahmeidee, wenn die Farben flau, die Ränder
dunkel und das Bild nur wenig scharf ist? Soetwas landet bei mir in
der Rundablage.
Ich bin ebenso der Meinung, dass sich die Technik dem Fotografen
unterordnen soll. Wenn die Technik aber nicht das liefert, was ich mir
vorgestellt habe (z.B. geringes Korn, weil ich die Aufnahme
vergrössern will, usw...), dann behindert sie mich in meiner Arbeit.
Deswegen achte ich zuerst auf einen halbwegs hohen Qualitätsstandard
meiner Ausrüstung (dazu gehören nun mal auch die Filme), damit ich mir
dann bei der Aufnahme deswegen keine Gedanken mehr machen muss.
Gruss,
Markus
Eben, und wenn ich die Wahl habe, wähle ich das beste bzw. geeignetste
Werkzeug, um meine Ziele zu erreichen.
Analogie: Ein bildender Küstler sollte sich nicht darum kümmern, mit
welchem Material er Arbeitet?? Praxiteles hätte Deiner Meinung
nach seinen Hermes aus Sandstein anstatt feinstem Marmor formen
sollen??
Florian