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[URL] "Wer darf in Schulen fotografieren?"

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Jörn G. Steinmann

unread,
May 21, 2005, 2:00:23 AM5/21/05
to
Ein Artikel über "Schulfotografen" in der - davon abgesehen
gewohnt dürftigen - Online-Ausgabe der Hannoverschen Allgemeinen
Zeitung:
http://www.haz.de/hannover/279545.html

js

--
http://www.mixed-pixels.de

Peter Ofenbaeck

unread,
May 21, 2005, 3:33:44 AM5/21/05
to
Jörn G. Steinmann schrieb:

> Ein Artikel über "Schulfotografen" in der - davon abgesehen
> gewohnt dürftigen - Online-Ausgabe der Hannoverschen Allgemeinen
> Zeitung:
> http://www.haz.de/hannover/279545.html
>

Schulfotografen machen sich einige Eigenarten des Umfeldes "Schule" zunutze, um
eine unerwünschte bzw. überflüssige Dienstleistung zu verkaufen. Eine Schule
bietet gleich hunderte potentieller Kunden auf einem Fleck. Das Angebot wird
gegenüber den Schülern gemacht, die einem starken Gruppendruck ausgesetzt sind.
Wer es ablehnt, gerät schnell in den Verdacht, es sich nicht leisten zu können.
Den Eltern präsentiert sich die Aktion in offiziöser Weise, so dass nicht wenige
davon ausgehen dürften, dass das Anfertigen von Schülerfotos eine von der Schule
angeordnete Pflichtveranstaltung ist, der sie sich nicht entziehen können. Und
der Geldbetrag ist im Einzelfall zwar ärgerlich, aber nicht so hoch, dass man
dafür Unanehmlichkeiten in Kauf nimmt.
Ich würde die Schule als kommerzfreien Raum definieren, in dem weder Werbung
noch Handel etwas verloren haben. Wie Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieb,
so sollte man sie auch nicht in die Schulen lassen.

Gruß

PeterOinDO

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Wolfgang Paul

unread,
May 21, 2005, 5:47:28 AM5/21/05
to
Peter Ofenbaeck <peter.o...@online.de> wrote:

> [...]


> Ich würde die Schule als kommerzfreien Raum definieren, in dem weder
> Werbung noch Handel etwas verloren haben. Wie Jesus die Händler aus dem
> Tempel vertrieb, so sollte man sie auch nicht in die Schulen lassen.

Die Realität sieht anders aus.
Schon damals(tm) wurden bei uns (HH) in der Pausenhalle in regelmäßigen
Abständen im Frühjahr div. Pflanzen und im Herbst z.B. handgetöpferte
Keramik-Artikel zum Kauf angeboten und auch erworben ...

Und mein "schönstes Schulbild" zeige ich auch gerne mal ... :)


Wolfgang "Wolfbert" Paul

(@ Peter: Deine Zeilen sind zu lang ...)
[Ssed]
--
Only my personal Opinion
nospam4me is valid -- but for mail please use Reply-To:

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Martin D. Bartsch

unread,
May 21, 2005, 6:42:25 AM5/21/05
to
On Sat, 21 May 2005 09:33:44 +0200, "Peter Ofenbaeck"
<peter.o...@online.de> wrote:

>Ich würde die Schule als kommerzfreien Raum definieren, in dem weder Werbung
>noch Handel etwas verloren haben.

Wobei diese Klassenfotos später doch eine schöne Erinnerung sind.
Natürlich, man könnte es privat im Elternkreis organisieren, aber täte
man es dann auch?

Und auch die Einzelfotos die hier in Buc (F) gemacht werden, sind
wirklich gelungen und ein willkommenes Geschenk für die Großeltern.

Heinrich Muehlenmeier

unread,
May 21, 2005, 6:51:10 AM5/21/05
to
Martin D. Bartsch schrieb:

> On Sat, 21 May 2005 09:33:44 +0200, "Peter Ofenbaeck"
> <peter.o...@online.de> wrote:

[...]

> Wobei diese Klassenfotos später doch eine schöne Erinnerung sind.
> Natürlich, man könnte es privat im Elternkreis organisieren, aber täte
> man es dann auch?

Habenn wir, als Eltern in einen Kindergarten schon gemacht. Preis und
Qualitaet waren deutlich besser als bei den Schul- und
Kindergarten-Reisefotografen.

Der oertliche Fotograf freute sich ueber den Auftrag und hatte einen
guenstigen Preis gemacht. Dies ist dann auch ans. mehrfach wiederholt
worden.

Der Zwang auf die Eltern war geringer, weil jeder vorher gefragt wurde.
Sogar Geschwisterkinder und Familiengruppen wurden aufgenommen und
zahlten weniger als den Normalpreis.

Es hatte sich so für alle gelohnt.

Gruss

Heinrich

Peter Rohrer

unread,
May 21, 2005, 7:55:05 AM5/21/05
to
Martin D. Bartsch wrote:

> On Sat, 21 May 2005 09:33:44 +0200, "Peter Ofenbaeck"
> <peter.o...@online.de> wrote:
>
>>Ich würde die Schule als kommerzfreien Raum definieren, in dem weder
>>Werbung noch Handel etwas verloren haben.
>
> Wobei diese Klassenfotos später doch eine schöne Erinnerung sind.
> Natürlich, man könnte es privat im Elternkreis organisieren, aber täte
> man es dann auch?
>

Tja, bei der Qualität der Abzüge, die meine Schwester bekommen hat (irgend
ein schlechter digitaler Druck oder Ausbelichtung) wage ich zu bezweifeln,
dass man da in ein paar Jahren die Leute noch erkennen kann. Man musste
schon jetzt fast wissen, wer welche Haarlänge hat und sich wie kleidet, um
zu wissen, wer da auf den Bildern war.

> Und auch die Einzelfotos die hier in Buc (F) gemacht werden, sind
> wirklich gelungen und ein willkommenes Geschenk für die Großeltern.
>

Während die Portraits bei meiner Schwester aus fotografischer Sicht noch ok
sein mögen, ist auch dort der Ausdruck unter aller Sau. Soweit ich mich
erinnere war der irgendwie körnig (es wurde aber schon digital
fotografiert), ich habe jedenfalls davon abgeraten, eines der Bilder
kaufen, und der Meinung waren dann auch meine Schwester und die Eltern.

Die Schule glaub ich einen Beamer bekommen vom Fotografen, für mich riecht
das schon sehr deutlich nach Bestechung, vor allem, wenn man die Qualität
der Bilder anschaut.

Gruss

Peter

Andreas Neste

unread,
May 21, 2005, 8:40:27 AM5/21/05
to
Hallo Jörn,
Jörn G. Steinmann schrieb:

> Ein Artikel über "Schulfotografen" in der - davon abgesehen
> gewohnt dürftigen - Online-Ausgabe der Hannoverschen Allgemeinen
> Zeitung:
> http://www.haz.de/hannover/279545.html

IMHO nicht zu fassen, wo sich die Justiz mit beschäftigt...

Ich habe kein Verständnis dafür, dass Leuten, die eine Dienstleistung
anbieten, kriminelles Handeln unterstellt wird, wenn sie ganz
gewöhnliche Rabattaktionen zum Ausüben ihres Berufes nutzen.

Ebenso wenig, habe ich Verständnis dafür, dass den Schulleitern
Bestechlichkeit unterstellt wird. Ich nehme doch ganz stark an, dass der
dabei erzielte "Gewinn" in den aller meisten Fällen, der Schule, also
den Kindern, in irgend einer Form zu Gute kommt.

Muss man denn wirklich aus solchen Nichtigkeiten ein riesen Problem
machen? Die Kohle die dieser Blödsinn, den Justizaparat in Bewegung zu
setzen, kostet, würde ich lieber in die Schulen investiert sehen...

Wenn die Justiz wirklich nichts besseres zu tun hat, sollte man mal
drüber nachdenken, ob es dort nicht einige Stellen gibt, die man abbauen
könnte... Das Geld würde, in Bildung investiert, sicherlich besser
angelegt sein...

Eine eheliche Verbindung zwischen einer Schulleiterin und einem
Staatsanwalt, scheint mir irgendwie ziemlich gemeingefährlich zu sein...

Viele Grüße
Andreas

Peter Ofenbaeck

unread,
May 21, 2005, 9:41:19 AM5/21/05
to
Andreas Neste schrieb:

> Hallo Jörn,


>
> IMHO nicht zu fassen, wo sich die Justiz mit beschäftigt...

Soweit d'accord.


>
> Ich habe kein Verständnis dafür, dass Leuten, die eine Dienstleistung
> anbieten, kriminelles Handeln unterstellt wird, wenn sie ganz
> gewöhnliche Rabattaktionen zum Ausüben ihres Berufes nutzen.

Ich habe kein Verständnis dafür, wenn überflüssige Dienstleistungen
unter Ausnutzung der spezifischen Struktur des Umfeldes "Schule"
angeboten werden. Es bezahlt da nämlich kaum einer für die
Dienstleistung, sondern um einem subjektiv wahrgenommenen Druck
nachzugeben.


>
> Ebenso wenig, habe ich Verständnis dafür, dass den Schulleitern
> Bestechlichkeit unterstellt wird. Ich nehme doch ganz stark an, dass
> der dabei erzielte "Gewinn" in den aller meisten Fällen, der Schule,
> also den Kindern, in irgend einer Form zu Gute kommt.

Irrelevant, weil der ganze Ansatz unethisch ist.
> >
Gruß

PeterOinDO

Christian Zahn

unread,
May 21, 2005, 10:09:29 AM5/21/05
to
Peter Ofenbaeck <peter.o...@online.de> wrote:
> Andreas Neste schrieb:

> > Ich habe kein Verständnis dafür, dass Leuten, die eine Dienstleistung
> > anbieten, kriminelles Handeln unterstellt wird, wenn sie ganz
> > gewöhnliche Rabattaktionen zum Ausüben ihres Berufes nutzen.
> Ich habe kein Verständnis dafür, wenn überflüssige Dienstleistungen
> unter Ausnutzung der spezifischen Struktur des Umfeldes "Schule"
> angeboten werden.

Kann ich mich nur anschließen. Der Gruppendruck ist bei solchen Anlässen
recht hoch.

Ich erinnere mich gut daran, bei meinem Dienstantritt bei der BW 1987
eine ähnliche Fotografen-Geschichte erlebt zu haben. Dort wurde
ebenfalls vom "zugelassenen" Fotografen jeder Rekrut in seinen neuen
Staatsklamotten abgelichtet. Wer kein Bild abnahm, wurde nicht nur vom
Fotograf schief angeguckt. An die Preise erinnere ich mich allerdings
nicht mehr, ist zu lange her.

> Es bezahlt da nämlich kaum einer für die Dienstleistung, sondern um einem
> subjektiv wahrgenommenen Druck nachzugeben.

Wer gar nichts abnahm, hatte es recht schwer, das durchzuhalten.
Ich habe nur ein kleines Erinnerungsbild genommen, 13x18. Fand der
Fotograf nicht so gut, denn an den massenhaft verkauften 18x24 und
20x30, teilweise gleich gerahmt abgesetzt, hat er mehr verdient. Mancher
nahm gleich soviele Abzüge für alle Freundinnen, daß der erste Wehrsold
am Ende des ersten Monats (dann kam der Fotograf nämlich mit den
Bildern) ziemlich zusammenschrumpfte.

bis die tage... chris .
--
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http://www.ChrZahn.de
Dort auch Tipps zum Entwickeln von Farb- und SW-Dias

Andreas Neste

unread,
May 21, 2005, 10:12:15 AM5/21/05
to
Hallo Peter,
Peter Ofenbaeck schrieb:

> Andreas Neste schrieb:

>>Ich habe kein Verständnis dafür, dass Leuten, die eine Dienstleistung
>>anbieten, kriminelles Handeln unterstellt wird, wenn sie ganz
>>gewöhnliche Rabattaktionen zum Ausüben ihres Berufes nutzen.

> Ich habe kein Verständnis dafür, wenn überflüssige Dienstleistungen
> unter Ausnutzung der spezifischen Struktur des Umfeldes "Schule"
> angeboten werden.

sorry, ich sehe da rein gar nichts ausgenutzt.

> Es bezahlt da nämlich kaum einer für die
> Dienstleistung, sondern um einem subjektiv wahrgenommenen Druck
> nachzugeben.

Das mag Deine Sicht sein. Ich hingegen, bin da anderer Meinung. Objektiv
werden wir beide das sicherlich nicht beurteilen können. Die Beweggründe
für den Erwerb dieser Fotos werden sicherlich nicht einzig Deiner
Sichtweise zuzuordnen sein. Wie hoch der Anteil der Erwerber ist, die
das tatsächlich einzig aus dem von Dir angenommen Grund tun, kannst Du
auch nur mutmassen. Gezwungen sich fotografieren zu lassen, oder gar die
Fotos dann auch zu erwerben, wird da sicherlich keiner.

>>Ebenso wenig, habe ich Verständnis dafür, dass den Schulleitern
>>Bestechlichkeit unterstellt wird. Ich nehme doch ganz stark an, dass
>>der dabei erzielte "Gewinn" in den aller meisten Fällen, der Schule,
>>also den Kindern, in irgend einer Form zu Gute kommt.

> Irrelevant, weil der ganze Ansatz unethisch ist.

Wenn man den Hausverstand abschaltet, mag das irrelevant sein.
Unethisch... na ja....

Viele Grüße
Andreas


Christian Kolinski

unread,
May 21, 2005, 11:52:49 AM5/21/05
to
Andreas Neste <sw...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:
> Hallo Peter,
> Peter Ofenbaeck schrieb:

>> Andreas Neste schrieb:

>> Es bezahlt da nämlich kaum einer für die


>> Dienstleistung, sondern um einem subjektiv wahrgenommenen Druck
>> nachzugeben.

> Das mag Deine Sicht sein. Ich hingegen, bin da anderer Meinung. Objektiv
> werden wir beide das sicherlich nicht beurteilen können. Die Beweggründe
> für den Erwerb dieser Fotos werden sicherlich nicht einzig Deiner
> Sichtweise zuzuordnen sein. Wie hoch der Anteil der Erwerber ist, die
> das tatsächlich einzig aus dem von Dir angenommen Grund tun, kannst Du
> auch nur mutmassen. Gezwungen sich fotografieren zu lassen, oder gar die
> Fotos dann auch zu erwerben, wird da sicherlich keiner.

Bei uns lief das immer so ab das der Unterricht unterbrochen, die Klasse samt
Lehrer zum Fotografen in die Aula geführt wurde, und nach dem Klassenfoto jeder
einzeln abgelichtet wurde. Währen der Schulzeit und für den Schüler durchaus
Zwang, da man sich ja nicht absetzen konnte da Unterrichtszeit.

Und abgegeben wurde z.B. das Klassenfoto nur als "Klassensatz", also war
der Druck eines zu nehmen schon da, da sonst alle anderen mehr bezahlen
müssten.

Also ich finde das schon reichlich daneben.

Christian

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Rolf R. Kopp

unread,
May 21, 2005, 1:25:12 PM5/21/05
to
"Peter Ofenbaeck" <peter.o...@online.de> schrieb:

>Jörn G. Steinmann schrieb:
>
>> Ein Artikel über "Schulfotografen" in der - davon abgesehen
>> gewohnt dürftigen - Online-Ausgabe der Hannoverschen Allgemeinen
>> Zeitung:
>> http://www.haz.de/hannover/279545.html
>>
>Schulfotografen machen sich einige Eigenarten des Umfeldes "Schule" zunutze, um
>eine unerwünschte bzw. überflüssige Dienstleistung zu verkaufen.

>[...]
>
Seit nun mehr 40 Jahren mit einer inzwischen emeritierten
(pensionierten?) Lehrerin kann ich dir nur beipflichten. Regelmäßig
kündigte sich der Schulfotograf bei der Schulleitung an, die sein
Erscheinen am "schwarzen Brett" rechtzeitig verkündete. Der
Schiulfotograf kam dann auch und machte mehr oder weniger schlechte
Fotos, oft auch erheblich lieblos. Die Klassenlehrer wurden mit einer
Bildermappe mit Portraits von Ihnen selbst bestochen, damit sie die
Verteilung und Geldeintreibung organisierten. Die sozialen
Verhältnisse der Kinder an Hauptschulen sind heutzutage leider so,
dass immer einige Schüler diese Bilder *nicht* kaufen können oder
dürfen. Was vor zwanzig Jahren noch problemlos funktionierte, endete
in den letzten Jahren häufig mit nicht bezahlten, aber auch nicht
zurückgegebenen Bildern. Diese Ausgrenzung tat dem "Schulfotografen"
natürlich nur in soweit weh, als dass er hier auf einen Gewinn
verzichten musste. Dafür hatte er aber schon vorher durch saftige
Preiskorrektur diesen Ausfällen vorgebeugt.

Eine ordentliche Schulleitung und/oder Elternpflegschaft sollte in der
Lage sein, diese sicherlich wichtigen regelmäßigen Fototermine
sozialverträglich in eigener Regie zu organisieren.

>Wie Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieb,
>so sollte man sie auch nicht in die Schulen lassen.
>

Einladen nach eigenen Regeln sollte man sie schon. Ich bin allerdings
sicher, dass sich sogar in jeder Lehrerschaft und/oder Elternschaft
ein Fotograf findet, der solche Bilder mit sehr viel mehr Zuwendung
herstellen kann, als ein berufsmäßiger Hobbyfotograf (mehr kann ich
leider anhand der meisten Ergebnisse nicht vermuten).

Grüße von Rolf

Ralf Kühne

unread,
May 21, 2005, 1:56:59 PM5/21/05
to
Hallo Andreas,

durch solche "Nebensächlichkeiten" und "Rabattaktionen" entsteht allein
im Bereich der Öffentlichen Hand jährlich Schaden in Milliardenhöhe, vom
Schaden für die freie Wirtschaft ganz zu schweigen. Ob Du auch so
reagieren würdest, wenn Du von einem Konkurrenten auf derart unfaire Art
um ein Geschäft gebracht oder gezwungen wirst, regelmäßig "Schutzgeld"
zu bezahlen, um Dein Auskommen zu haben; oder Du als Kunde auf Grund
solcher "Absprachen" gezwungen bist, eine überteuerte und schlechte
Dienstleistung nach dem Prinzip "Friss oder stirb" abzunehmen?

Staatsanwaltschaften, die sich mit Korruption beschäftigen sind geradezu
Profitcenter. Der Schadenersatz, den überführte Straftäter leisten und
der Schaden, der verhindert wird, indem korrupten Personen das Handwerk
gelegt wird, übersteigt meist die Kosten für eine solche
Staatsanwaltschaft um ein Mehrfaches. Wenn es zutrifft, dass es ein
übliches Verfahren bei Schulfotografen ist, Bestechungsgelder zu zahlen,
um an Aufträge zu kommen, handelt es sich allein hier um sechs- bis
siebenstellige Beträge...

Die Reaktionen der Beschuldigten gleichen sich übrigens oft. Erst wird
der Verdacht empört von sich gewiesen, dann hatte man doch nur Gutes im
Sinn und schließlich kommt die Forderung, doch erst mal alle anderen
dranzukriegen, die ebenso korrupt sind wie man selbst.

Gruß

Ralf

Luigi Rotta

unread,
May 21, 2005, 2:02:05 PM5/21/05
to
Am Sat, 21 May 2005 15:41:19 +0200 schrieb "Peter Ofenbaeck"
<peter.o...@online.de>:

>Ich habe kein Verständnis dafür, wenn überflüssige Dienstleistungen
>unter Ausnutzung der spezifischen Struktur des Umfeldes "Schule"
>angeboten werden. Es bezahlt da nämlich kaum einer für die
>Dienstleistung, sondern um einem subjektiv wahrgenommenen Druck
>nachzugeben.

Also als Elternteil erwarte ich sogar, dass der Lehrer ein
Klassenfoto organisiert. Dass ein fairer Preis verlangt wird
setze ich voraus. Das ist jetzt nun echt Aufgabe des Lehrers
(oder Schulleiter, ihr habt ja solches). Ein Klassenfoto
hab ich immer genommen, wenn der Fotograf fähig war auch
ein Porträt. Der ganze Rest ging gnadenlos zurück.


--

Gruss

Luigi


"Künstliche Intelligenz ist das Perpetuum Mobile
der Informationstechnologie."

Bernd Laengerich

unread,
May 21, 2005, 2:28:11 PM5/21/05
to
Peter Ofenbaeck schrieb:

> Ich habe kein Verständnis dafür, wenn überflüssige Dienstleistungen
> unter Ausnutzung der spezifischen Struktur des Umfeldes "Schule"
> angeboten werden. Es bezahlt da nämlich kaum einer für die
> Dienstleistung, sondern um einem subjektiv wahrgenommenen Druck
> nachzugeben.

NAK. Wir haben die Dienstleistung recht gerne in Anspruch genommen.
Und deutlich günstiger als eine normale Fotosession beim Fotografen
waren die Aufnahmen auch, allerdings gab es natürlich auch nur ein Motiv
von allen Kindern.
Es kommt hier immer der gleiche Fotograf (alle zwei Jahre), der ganz in
der Nähe sein Studio hat. Wir haben übrigens auch schon die Portraits,
obwohl wir uns die problemlos leisten können, zurückgegeben, weil sie
überhaupt nicht unseren Vorstellungen/Ansprüchen entsprachen. Das war
das eine Jahr im Kindergarten, als mal ein anderer Fotograf
"ausprobiert" wurde.

Bernd, findet leider nur noch zwei Klassenbilder, eines der ersten
Klasse und eines der vierten, von sich. Portraits gab es gar nicht.

Bernhard Ess

unread,
May 21, 2005, 4:50:09 PM5/21/05
to
"Peter Ofenbaeck" <peter.o...@online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:d6ndhn$por$1...@online.de...

> Ich habe kein Verständnis dafür, wenn überflüssige Dienstleistungen
> unter Ausnutzung der spezifischen Struktur des Umfeldes "Schule"
> angeboten werden. Es bezahlt da nämlich kaum einer für die
> Dienstleistung, sondern um einem subjektiv wahrgenommenen Druck
> nachzugeben.

Schön, dass du den Leuten jegliche Selbstständigkeit absprichst. Ich kann
aus eigener Erfahrung sagen, dass dieser vermeintliche Gruppenzwang oder
Druck einzig in deiner Wahrnehmung existiert. Es gehen in solchen Fällen
Listen rum, und wer will, trägt sich ein oder nicht - end of story. Der
psychologische Druck, ein Handy zu haben und möglichst ein schickes, dürfte
im real life weitaus größer sein, und er kostet die Eltern bei jedem neuen
Handy mehr als alle Klassenbilder von der 1.-13. Klasse zusammen. Beim
Klassenbild gehts im Endeffekt um 4 oder 5 Euro pro Bild, dafür kriegt der
Sprössling nicht mal 2 Hamburger.

Und ob die Dienstleistung "Klassenfoto" überflüssig ist oder nicht, sollte
auch jeder selbst entscheiden - vielleicht findet dein Kind es in 30 oder 40
Jahren mal schade, keins zu haben, weil Papa das für überflüssig erachtet
hat. Bei solchen Fotos ist denn der Erinnerungswert auch weitaus wichtiger
als die fotografische Qualität.

Bernhard


Tom Rohwer

unread,
May 21, 2005, 5:18:12 PM5/21/05
to
Peter Ofenbaeck wrote:

> Schulfotografen machen sich einige Eigenarten des Umfeldes "Schule" zunutze, um
>
> eine unerwünschte bzw. überflüssige Dienstleistung zu verkaufen.

Das ist ja noch nicht mal das Problem. Aber überschreitet nun mal die
Grenze zur Bestechung, wenn man Beamten für Entscheidungen in deren
offizieller Funktion (Schulleiter, Lehrer) Geld oder geldwerte Vorteile
anbietet, wenn diese einem dafür einen kommerziellen oder sonstigen
Vorteil in ihrem Dienstbereich verschaffen.

Wenn das bereits seit 25 Jahren unbemerkt und unbeanstandet läuft,
müssen ziemlich viele Leute einen ziemlich großen Helm aufgehabt haben,
um nicht darüber zu stolpern...

--
"If you reject the food, ignore the customs, fear the religion and avoid the people, you might better stay home."

Dominique Ecken

unread,
May 21, 2005, 5:29:54 PM5/21/05
to
Peter Ofenbaeck schrieb am Sat, 21 May 2005 15:41:19 +0200:

>Ich habe kein Verständnis dafür, wenn überflüssige Dienstleistungen
>unter Ausnutzung der spezifischen Struktur des Umfeldes "Schule"
>angeboten werden. Es bezahlt da nämlich kaum einer für die
>Dienstleistung, sondern um einem subjektiv wahrgenommenen Druck
>nachzugeben.

Papperlapapp. Den ersten Satz kann ich ja noch verstehen,das ist eben deine
Meinung. Aber der zweite ist wegen der Verallgemeinerung und der blossen
Behauptung totaler Blödsinn. Ich kenne etliche Eltern, die gerne die Bilder
kaufen. Auch wenn sie vom Ausdruck her manchmal nicht optimal sind, so
genügen sie jedoch vielen Eltern durchaus als nette Erinnerung. Und zu dem
Preis, zu dem der Schulfotograf so ein Set anbietet, würde ich es nicht
machen wollen.

Und ich bin froh, dass ich so ein erstes Schuljahr-Bild habe
http://www.fotoecken.de/noname.jpg , und das Gruppenbild mit den ganzen
Pappnasen von früher.

Und wie kommst du dazu, arrogant tausende von Eltern zu verunglimpfen, sie
könnten nicht eingenverantwortlich entscheiden, was sie kaufen und was
nicht.

Schönen Tag noch!
Dominique

Dominique Ecken

unread,
May 21, 2005, 5:38:10 PM5/21/05
to
Andreas Neste schrieb am Sat, 21 May 2005 16:12:15 +0200:

>> Irrelevant, weil der ganze Ansatz unethisch ist.
>
>Wenn man den Hausverstand abschaltet, mag das irrelevant sein.
>Unethisch... na ja....

Du bist selbst bei dem größen Unfug immer so zurückhaltend... ;-)


Schönen Tag noch!
Dominique

Daniela Duerbeck

unread,
May 21, 2005, 7:36:32 PM5/21/05
to
Peter Ofenbaeck wrote:

> eine unerwünschte bzw. überflüssige Dienstleistung zu verkaufen.

Nö. Jahre später freut man sich über die Bilder.

Viele Grüße von Dani

Daniela Duerbeck

unread,
May 21, 2005, 7:39:13 PM5/21/05
to
Wolfgang Paul wrote:

> Schon damals(tm) wurden bei uns (HH) in der Pausenhalle in regelmäßigen
> Abständen im Frühjahr div. Pflanzen und im Herbst z.B. handgetöpferte
> Keramik-Artikel zum Kauf angeboten und auch erworben ...

Bei uns gab es den Weihnachtsbasar. Eieiei, was ich da zum Teil an
Selbstgebasteltem an den Mann gebracht habe ...

Viele Grüße von Dani

Tom Rohwer

unread,
May 22, 2005, 3:08:49 AM5/22/05
to
Andreas Neste wrote:

> IMHO nicht zu fassen, wo sich die Justiz mit beschäftigt...

> Ich habe kein Verständnis dafür, dass Leuten, die eine Dienstleistung
> anbieten, kriminelles Handeln unterstellt wird, wenn sie ganz
> gewöhnliche Rabattaktionen zum Ausüben ihres Berufes nutzen.

Aha...

Nun - Du kannst davon ausgehen, daß es so eine "Foto-Aktion" maximal
einmal im Schuljahr geben wird, schon aus Zeit- und
Organisaitionsgründen, und weil Schüler üblicherweise in der Schule
sind, um zu lernen.

Und wenn dann nur der Anbieter zum Zuge kommt, der dem Direktor oder den
Lehrern die besten "Prämien" zahlt, dann nennt man das ... Bestechung.

Beamte und sonstige Mitarbeiter im öffentlichen Dienst dürfen nun einmal
keine "Prämien" oder sonstige Vorteile von außen annehmen. Finde ich
auch ganz gut so.

> Ebenso wenig, habe ich Verständnis dafür, dass den Schulleitern
> Bestechlichkeit unterstellt wird. Ich nehme doch ganz stark an, dass der
> dabei erzielte "Gewinn" in den aller meisten Fällen, der Schule, also
> den Kindern, in irgend einer Form zu Gute kommt.

Du sagst es selbst: "in den allermeisten Fällen". Und nach der dritten
Aktion kommt dann Foto-Bimmsel und sagt "Lieber Herr Schuldirektor - bei
UNS bekommen sie nicht nur diese nette Prämie für Ihre Schule, sondern
auch noch dieses feine französische Parfum für Ihre Gattin!"

Und schneller als wir alle gucken können, haben wir im Schulwesen
dieselben Zustände wie in der Bauindustrie bei der Vergabe öffentlicher
Bauaufträge. (Nach einer Schätzung eines Frankfurter Staatsanwaltes in
zwei Drittel aller Fälle korruptionsbehaftet...)


--
"Ist der Mensch nach Ausfall aller Gehirnfunktionen wirklich tot, oder einfach nur ein deutscher Abgeordneter?" (Matthias Richling)

Tom Rohwer

unread,
May 22, 2005, 3:10:38 AM5/22/05
to
Christian Kolinski wrote:

> Bei uns lief das immer so ab das der Unterricht unterbrochen, die Klasse samt
> Lehrer zum Fotografen in die Aula geführt wurde, und nach dem Klassenfoto jeder
>
> einzeln abgelichtet wurde. Währen der Schulzeit und für den Schüler durchaus
> Zwang, da man sich ja nicht absetzen konnte da Unterrichtszeit.

Und das vor dem Hintergrund enormer Unterrichtsausfälle... Da fasst man
sich wirklich an den Kopf, auf was für Ideen manche Schulleiter
kommen...

Tom Rohwer

unread,
May 22, 2005, 3:13:32 AM5/22/05
to
Bernhard Ess wrote:

> Ich kann
> aus eigener Erfahrung sagen, dass dieser vermeintliche Gruppenzwang oder
> Druck einzig in deiner Wahrnehmung existiert.

Du wirst aber zugestehen, daß andere Menschen andere Erfahrungen gemacht
haben? Viele Menschen vermutlich sogar?

> Der
> psychologische Druck, ein Handy zu haben und möglichst ein schickes, dürfte
> im real life weitaus größer sein

Völlig richtig. Lassen wir doch gleich die Handy-Vertreter in die
Schulen. Gruppentarife, da wird's dann auch etwas billiger.

Ich bin ja nun wirklich bekanntermaßen ein entschiedener Anhänger der
freien Marktwirtschaft. Aber ich fände es schon schön, wenn _Schulen_
möglichst kommerzfrei blieben. Die haben wirklich andere Aufgaben als
die Förderung der lokalen Handwerkswirtschaft.

Sascha Rheker

unread,
May 22, 2005, 3:23:20 AM5/22/05
to

Man stelle sich das mal ein wenig anders vor:

Die ganze Klasse unterbricht den Unterricht und geht statt Unterricht zu
machen mit dem Lehrer in einen örtlichen Elektronikfachmarkt, wo den
Kindern ein neues Handy vorgeführt wird, das sie dann später als
Sammelbestellung kaufen dürfen, aber nur wenn alle kaufen.


Ein Klassenfoto kann ein Lehrer oder eine Schule auch selber
organisieren, fotografieren und dann für 20 Cent pro Abzug an die
Schüler weitergeben.

Paßfotos von den Kindern können dann die Eltern die sowas wirklich
brauche woanders machen lassen.

SASCHA

Sascha Rheker

unread,
May 22, 2005, 3:28:03 AM5/22/05
to
Tom Rohwer wrote:
> Peter Ofenbaeck wrote:
>
>> Schulfotografen machen sich einige Eigenarten des Umfeldes "Schule"
>> zunutze, um
>> eine unerwünschte bzw. überflüssige Dienstleistung zu verkaufen.
>
>
> Das ist ja noch nicht mal das Problem. Aber überschreitet nun mal die
> Grenze zur Bestechung, wenn man Beamten für Entscheidungen in deren
> offizieller Funktion (Schulleiter, Lehrer) Geld oder geldwerte Vorteile
> anbietet, wenn diese einem dafür einen kommerziellen oder sonstigen
> Vorteil in ihrem Dienstbereich verschaffen.


Eine Freundin von mir (Grundschullehrerin) hatte mich mal gefragt, ob
ich das nicht machen könnte, weil die Gruppenbilder so teuer wären, daß
nicht alle Kinder sich die leisten könnten.

Ging aber nicht, weil die Schule da exclusive Veträge unterschreiben
mußte, die scheinbar sogar den Lehrern selbst das Anfertigen von
Klassenfotos untersagten.

SASCHA

Sascha Rheker

unread,
May 22, 2005, 3:41:02 AM5/22/05
to
Andreas Neste wrote:
> Hallo Jörn,
> Jörn G. Steinmann schrieb:
>
>> Ein Artikel über "Schulfotografen" in der - davon abgesehen
>> gewohnt dürftigen - Online-Ausgabe der Hannoverschen Allgemeinen
>> Zeitung:
>> http://www.haz.de/hannover/279545.html
>
>
> IMHO nicht zu fassen, wo sich die Justiz mit beschäftigt...
>
> Ich habe kein Verständnis dafür, dass Leuten, die eine Dienstleistung
> anbieten, kriminelles Handeln unterstellt wird, wenn sie ganz
> gewöhnliche Rabattaktionen zum Ausüben ihres Berufes nutzen.


Rabattaktionen bei denen nicht der Kunde sondern ein Dritter einen
Rabatt bekommt sind keine.

>
> Ebenso wenig, habe ich Verständnis dafür, dass den Schulleitern
> Bestechlichkeit unterstellt wird. Ich nehme doch ganz stark an, dass der
> dabei erzielte "Gewinn" in den aller meisten Fällen, der Schule, also
> den Kindern, in irgend einer Form zu Gute kommt.

Den Begriff des Schutzbefohlenen kennst Du nicht, oder?

Wenn eine Schulleitung Kinder in die Arme eines Wirtschaftsunternehmens
treibt (was ja wohl ohne Zweifel nicht die Aufgabe des
steuerfinanzierten Schulsystems ist) und dafür kassiert (die
Schulleitung ist in der Regel nicht der Sachaufwandsträger) und mit dem
Geld dann irgendwas macht, was kein Mensch kontrollieren kann,


>
> Muss man denn wirklich aus solchen Nichtigkeiten ein riesen Problem
> machen? Die Kohle die dieser Blödsinn, den Justizaparat in Bewegung zu
> setzen, kostet, würde ich lieber in die Schulen investiert sehen...
>

Und ab morgen gibt es das Pausenessen von MacDonalds und die
Schulleitung paßt im Gegenzug für einen "Rabatt" die Lehrpläne mal ein
wenig an?

Und die NPD sponsert eine Schule in Dresden und im Gegenzug darf Holger
Apfel den Politikunterricht in der Obestufe, bei den über 18jährigen,
halten?

>
> Eine eheliche Verbindung zwischen einer Schulleiterin und einem
> Staatsanwalt, scheint mir irgendwie ziemlich gemeingefährlich zu sein...

Ein geschäftliche Verbindung zwischen dem Schulfotografen und der
Schulleitung ist für Dich aber völlig ok?


Langsam kann man Deinen dummen Populismus hier nicht mehr lesen.


SASCHA

Sascha Rheker

unread,
May 22, 2005, 3:44:42 AM5/22/05
to
Bernhard Ess wrote:

> Und ob die Dienstleistung "Klassenfoto" überflüssig ist oder nicht, sollte
> auch jeder selbst entscheiden - vielleicht findet dein Kind es in 30 oder 40
> Jahren mal schade, keins zu haben, weil Papa das für überflüssig erachtet
> hat. Bei solchen Fotos ist denn der Erinnerungswert auch weitaus wichtiger
> als die fotografische Qualität.
>


Klassenfoto ist IMHO ja auch was anderes als ein Set mit 15 kitschigen
Portraits und 25 Paßbildaufklebern.

Das Klassenfoto war bei uns damals z.B. so organisiert, daß das selbst
gemacht wurde und dann zum Selbstkostenpreis an die Schüler ging.

Mittlerweile macht das bestimmt auch ein kommerzieller.


SASCHA

Sascha Rheker

unread,
May 22, 2005, 3:58:00 AM5/22/05
to
Andreas Neste wrote:

> Muss man denn wirklich aus solchen Nichtigkeiten ein riesen Problem
> machen? Die Kohle die dieser Blödsinn, den Justizaparat in Bewegung zu
> setzen, kostet, würde ich lieber in die Schulen investiert sehen...
>


Da Du ja so auf populistisch angehauchte Sparvorschläge stehst, würde
ich folgendes vorschlagen:


Alle Schulen die Schulfotografen an die Schüler ranlassen, verlieren das
Recht Fotolabore zu haben oder einzurichten oder sonstiges
fotografisches Gerät zu haben oder anzuschaffen.

Die Sachaufwandsträger streichen alles zahlungen für derartige Posten
und besonders für Verbrauchsmaterial.

Der Sachaufwandsträger streicht jegliche Unterrichtszeit, die von
Lehrkräften zur Betreuung einer Foto-AG aufgewendet werden könnte.


Nur bei Schulen, deren Fotokurse und Foto-AGs einmal pro Jahr
Klassenfotos (Gruppenbilder) aller Klassen anbieten und diese zum
Selbstkostenpreis oder mit maximal 100% Gewinn* (der dann für die
Finanzierung der Foto AG verwendet wird) abgeben, dürfen weiterhin
Fotokurse bzw. Arbeitsgemeinschaften anbieten. Obendrein lernen die
Schüler die das machen auch noch was zum Thema Fotografie und BWL, und
der einzelne Shüler bekäme sein Klassenbild immernoch *deutlich* billiger.


* bei einer Schule mit 1000 Schülern wären das bei einem Klassenfoto in
13x18cm zu 50 Cent im EK und 1 Euro im VK immerhin 500 Euro für die Foto
AG pro Jahr und der einzelne Shüler bekäme sein Klassenbild immernoch
*deutlich* billiger, als vom kommerziellen Anbieter.

Was das Klassenfoto beim kommerzielle Anbieter kosten muß und was der
an der Aktion verdient, kann sich jeder ausrechnen, wenn man den im OP
angesprochenen Artikel liest, denn der Anbieter da bietet der
Schulleitung pro fotografiertem Schüler 1,50 bis 2,50 Euro „Rückzahlung“...

SASCHA

Andreas Neste

unread,
May 22, 2005, 3:52:48 AM5/22/05
to
Moin Tom,

Tom Rohwer schrieb:
> Andreas Neste wrote:

>> IMHO nicht zu fassen, wo sich die Justiz mit beschäftigt...

>> Ich habe kein Verständnis dafür, dass Leuten, die eine Dienstleistung
>> anbieten, kriminelles Handeln unterstellt wird, wenn sie ganz
>> gewöhnliche Rabattaktionen zum Ausüben ihres Berufes nutzen.

> Aha...

> Nun - Du kannst davon ausgehen, daß es so eine "Foto-Aktion" maximal
> einmal im Schuljahr geben wird, schon aus Zeit- und
> Organisaitionsgründen, und weil Schüler üblicherweise in der Schule
> sind, um zu lernen.

IMHO ist es doch absolut uninteressant wovon ich oder Du ausgehst...

> Und wenn dann nur der Anbieter zum Zuge kommt, der dem Direktor oder den
> Lehrern die besten "Prämien" zahlt, dann nennt man das ... Bestechung.

Das mag für Leute, die hinter allem gleich Böses vermuten und keinem
irgendwas gönnen, zutreffen. Ich ziehe es vor, mir den Einzelfall zu
betrachten und zu schauen, was da am Ende bei rausgekommen ist. Springt
dabei dann z.B. irgend was raus, was der Schule und somit den Schülern
zu Gute kommt, mag das von mir aus streng juristisch betrachtet nicht in
Ordnung sein. Mir ist das aber ehrlich gesagt vollkommen egal. Ich habe
auch ein Kind und freue mich eigentlich, wenn Lehrer oder auch Erzieher
in Kindergärten, etwas "Einfallsreichtum" zeigen, um den Kindern was zu
bieten, was sie sonst von keiner Schulbehörde, oder von keinem Träger
bewilligt bekommen hätten.

> Beamte und sonstige Mitarbeiter im öffentlichen Dienst dürfen nun einmal
> keine "Prämien" oder sonstige Vorteile von außen annehmen. Finde ich
> auch ganz gut so.


IMHO sollte man seinen Kopf benutzen und erst mal schauen, was da
eigentlich angenommen wurde. IMHO ist es nicht erforderlich aus jeder
Mücke einen Elefanten zu machen.

IMHO kann eine Gesellschaft auch an ihrer Überkorrektheit ersticken.

>> Ebenso wenig, habe ich Verständnis dafür, dass den Schulleitern
>> Bestechlichkeit unterstellt wird. Ich nehme doch ganz stark an, dass
>> der dabei erzielte "Gewinn" in den aller meisten Fällen, der Schule,
>> also den Kindern, in irgend einer Form zu Gute kommt.
>
>
> Du sagst es selbst: "in den allermeisten Fällen".

Und zwar ganz bewusst....

> Und nach der dritten
> Aktion kommt dann Foto-Bimmsel und sagt "Lieber Herr Schuldirektor - bei
> UNS bekommen sie nicht nur diese nette Prämie für Ihre Schule, sondern
> auch noch dieses feine französische Parfum für Ihre Gattin!"

Selbst wenn da nach der dritten Aktion _zusätzlich_ ein Fläschchen
Chanel für die Gattin bei rummkommen würde, juckt mich das nicht. Sorry,
aber ich selbst würde nie auf die Idee kommen, deshalb jemanden
anzuschwärzen. Kommt bei einer solchen Aktion was für die Schüler
nutzbares bei rum, finde ich, dass der Verantwortliche richtig gehandelt
hat. IMHO hat er sich als jemand gezeigt, der die Realität in den
Schulen nicht verkennt und weiss, dass er ohne solche kleinen
"Unkorrektheiten" nicht das Schwarze unter den Fingernägeln für seine
Schule bekommen würde.

> Und schneller als wir alle gucken können, haben wir im Schulwesen
> dieselben Zustände wie in der Bauindustrie bei der Vergabe öffentlicher
> Bauaufträge. (Nach einer Schätzung eines Frankfurter Staatsanwaltes in
> zwei Drittel aller Fälle korruptionsbehaftet...)

Ich sehe es schon auf uns zukommen, dass demnächst für den Auftrag von
Schulfotos Ausschreibungen vorgeschrieben werden und eine Kommission
gebildet werden muss, die diese Ausschreibungen auswertet und den
Auftrag dann vergibt. Ob es dann noch Schulfotos gibt? Ob dann noch
kleine "Prämien" gezahlt werden, die den Schülern der Schule zu Gute kommen?

Eins sollte man bei der ganzen Hysterie um Korruption nicht ausser Acht
lassen. Es wird viel in der Presse hochgekocht (Die leben halt von
Sensationsmeldungen) und die Aufgabe eines Staatsanwalt liegt nicht
darin etwas zu schätzen, sondern darauf zu achten, dass nur angeklagt
wird, wenn Beweise vorliegen. Als Inqusitor scheint man als Staatsanwalt
gut die Karriereleiter hochzukommen.

Das öffentliche Bauwesen mit den Peanutsaufträgen von Schulfotos zu
vergleichen, finde ich auch ziemlich gewagt. Bei einem Auftrag für
Schulfotos, springt vielleicht mal ein Beamer für die Schule bei raus
und vielleicht sogar mal ein Fläschchen Chanel für wen auch immer. Die
Summen, um die es bei der Vergabe von öffentlichen Bauaufträgen geht und
wer da dann Nutzniesser von den "Zuwendungen" der beauftragten Firmen
ist, ist IMHO was völlig anderes. Diese Bauaufträge werden zu dem von
Steuergeldern bezahlt und somit von den Steuerzahlern. Schulfotos meines
Wissens aber nicht....

Viele Grüße
Andreas

Sascha Rheker

unread,
May 22, 2005, 4:42:09 AM5/22/05
to
Andreas Neste wrote:

> Das mag für Leute, die hinter allem gleich Böses vermuten und keinem
> irgendwas gönnen, zutreffen. Ich ziehe es vor, mir den Einzelfall zu
> betrachten und zu schauen, was da am Ende bei rausgekommen ist. Springt
> dabei dann z.B. irgend was raus, was der Schule und somit den Schülern
> zu Gute kommt, mag das von mir aus streng juristisch betrachtet nicht in
> Ordnung sein. Mir ist das aber ehrlich gesagt vollkommen egal. Ich habe
> auch ein Kind und freue mich eigentlich, wenn Lehrer oder auch Erzieher
> in Kindergärten, etwas "Einfallsreichtum" zeigen, um den Kindern was zu
> bieten, was sie sonst von keiner Schulbehörde, oder von keinem Träger
> bewilligt bekommen hätten.

Einfallsreichtum nennst Du das?

Vielleicht wäre es ja sinnvoller den Kindern auch in Sachen Bestechung
und Vorteilsnahme als positives Beispiel zu dienen statt
"Einfallsreichtum" zu beweisen.

Und außerdem bieten die den Kindern nichts, was die nicht selber durch
die überteuerten Bilder finanzieren würden.


SASCHA

Peter Ofenbaeck

unread,
May 22, 2005, 5:02:50 AM5/22/05
to
Dominique Ecken schrieb:

> Und wie kommst du dazu, arrogant tausende von Eltern zu
> verunglimpfen, sie könnten nicht eingenverantwortlich entscheiden,
> was sie kaufen und was nicht.
>

Was heisst schon "eigenverantworlich entscheiden ? Es ist auch
verantwortungsvoll, die paar Euro abzudrücken um sich wichtigeren Dingen
zuzuwenden. Und genau darauf spekuliert der "Dienstleister". Ich bleibe
dabei, Schulfotografen handeln unethisch. So etwa auf dem Niveau von
Quengelware an Supermarktkassen.

Gruß

PeterOinDO

Luigi Rotta

unread,
May 22, 2005, 7:16:28 AM5/22/05
to
Am Sun, 22 May 2005 09:28:03 +0200 schrieb Sascha Rheker
<sas...@srheker.de>:

>Ging aber nicht, weil die Schule da exclusive Veträge unterschreiben
>mußte, die scheinbar sogar den Lehrern selbst das Anfertigen von
>Klassenfotos untersagten.

Nun gut, "C'è la legge, c'è la scappatoia" wie meine Landsleute
sagen.

Erstens bin ich als Elternteil nicht gezwungen, mich an das was
die Schulleitung unterschrieben hat zu halten, zweitens sollte es
dem Lehrer keine Mühe bereiten, irgend einen Anlass für die Klasse
auf die Beine zu stellen wo, welcher Zufall, ein Elternteil ein
Foto schiesst auf dem alle Schüler mitstamt Lehrer zu erkennen ist.
Wäre sogar reizvoll, mal ein Klassenphoto in action statt den
üblichen "Reih-und-Glied-und-Sonntagsstaat"-Photos. ;)

Luigi Rotta

unread,
May 22, 2005, 7:21:27 AM5/22/05
to
Am Sun, 22 May 2005 11:02:50 +0200 schrieb "Peter Ofenbaeck"
<peter.o...@online.de>:

>Ich bleibe


>dabei, Schulfotografen handeln unethisch. So etwa auf dem Niveau von
>Quengelware an Supermarktkassen.

Papperlapapp, du bist einfach neidisch dass du den Job nicht
gekriegt hast.

Peter Ofenbaeck

unread,
May 22, 2005, 8:16:53 AM5/22/05
to
Luigi Rotta schrieb:

>
> Papperlapapp, du bist einfach neidisch dass du den Job nicht
> gekriegt hast.

Noe. Wenn ich an Schulen was machen würde, dann würde ich ein paar
Stunden über Energie, Energiegewinnung und -verschwendung sowie
gefährdete und brachliegende Ressourcen unterrichten. Das war's aber
auch schon.

Gruß

PeterOinDO

Bernhard Ess

unread,
May 22, 2005, 8:47:29 AM5/22/05
to
Sascha Rheker wrote:
> Das Klassenfoto war bei uns damals z.B. so organisiert, daß das selbst
> gemacht wurde und dann zum Selbstkostenpreis an die Schüler ging.
>
> Mittlerweile macht das bestimmt auch ein kommerzieller.

Mittlerweile? 1973 machte das bei uns in der Schule bereits der
Schulfotograf und verkaufe die eher kleinen Abzüge für 5DM. Billig? Nein.
Ein echter Schaden? Nein. Bestand Gruppenzwang? Nicht das ich wüsste - 5
Mark waren denn doch nicht viel.

B.


Bernhard Ess

unread,
May 22, 2005, 8:52:11 AM5/22/05
to
Peter Ofenbaeck wrote:
>> Papperlapapp, du bist einfach neidisch dass du den Job nicht
>> gekriegt hast.
>
> Noe. Wenn ich an Schulen was machen würde, dann würde ich ein paar
> Stunden über Energie, Energiegewinnung und -verschwendung sowie
> gefährdete und brachliegende Ressourcen unterrichten. Das war's aber
> auch schon.

Damit würdest du aber nicht so viel Geld wie der Schulfotograf verdienen,
der pro Schule, wenn er es geschickt anstellt, einen 4- stelligen Eurobetrag
einnimmt. Unethisch? Warum? Jeder muss leben in diesen Zeiten und für
Fotografen ist es in Zeiten von Digitalfotografie vermutlich recht rauh
geworden - und Schul- Fotografie ist noch was anderes als Werbung in
Schulen, die in Berlin seit einiger Zeit zulässig ist - da werden
Werbetafeln für ein paar Wochen aufgestellt, z.B. für lokale Radiosender,
die Beträge, die die Schulen dafür bekommen, sind nach meiner Kenntnis
lächerlich gering (150 Euro habe ich als Zahl im Kopf).

Bernhard


Bernhard Ess

unread,
May 22, 2005, 8:59:18 AM5/22/05
to
Sascha Rheker wrote:
> Langsam kann man Deinen dummen Populismus hier nicht mehr lesen.

Warum so heftig. Schulfotografen, die mit mittelmäßigen Bildern ihr
Einkommen etwas aufbessern durch freiwillige Abnahme von Seiten der Schüler
gibt es seit Jahrzehnten, und es war nie ein Problem. Es ist auch jetzt
keins, trotz des Zeitungsartikels.

Ich bin mir übrigens relativ sicher, dass wir in sagen wir 10 Jahren
wesentlich mehr Sponsoring und Werbung an Schulen haben, die öffentliche
Hand an vielen Stellen praktisch Pleite ist - so z.B. hier in Berlin. Ob man
das als "moralisch" gut oder nicht gut erachtet, ist dabei zweitrangig. Die
Kohle siegt am Ende.

Bernhard


Bernhard Ess

unread,
May 22, 2005, 9:08:04 AM5/22/05
to
Sascha Rheker wrote:
> Alle Schulen die Schulfotografen an die Schüler ranlassen, verlieren
> das Recht Fotolabore zu haben oder einzurichten oder sonstiges
> fotografisches Gerät zu haben oder anzuschaffen.

Autoritär bist du gar nicht....

> Der Sachaufwandsträger streicht jegliche Unterrichtszeit, die von
> Lehrkräften zur Betreuung einer Foto-AG aufgewendet werden könnte.

In Berlin gibt es i.d.R: keine Unterrichtszeit, die für AGs angerechnet
wird. Es gibt auch nur noch sehr wenige.


>
> Nur bei Schulen, deren Fotokurse und Foto-AGs einmal pro Jahr
> Klassenfotos (Gruppenbilder) aller Klassen anbieten und diese zum
> Selbstkostenpreis oder mit maximal 100% Gewinn* (der dann für die
> Finanzierung der Foto AG verwendet wird) abgeben, dürfen weiterhin
> Fotokurse bzw. Arbeitsgemeinschaften anbieten. O

Du unterschätzt vermutlich den organisatorischen Aufwand, für Leute, die
noch was anderes zu tun haben (in diesem Fall Lehrer und Schüler). Eine
Schule dürften je nach Schultyp um die 15- 20 Klassen sein. Schulfotografen
halten sich ein paar Tage an der Schule auf und machen eine Klasse nach der
anderen, Schüler und Lehrer haben jeden Tag Unterricht.

>Obendrein lernen die
> Schüler die das machen auch noch was zum Thema Fotografie und BWL,

Das würden sie auch in Foto- AGs, die du verbieten willst, nur weil die
Klassenbilder der Fotograf gemacht hat. Und BWL ist etwas mehr als
einsammeln von 1 Euro pro Schüler.

Bernhard


Peter Ofenbaeck

unread,
May 22, 2005, 9:25:26 AM5/22/05
to
Bernhard Ess schrieb:

> Peter Ofenbaeck wrote:
>> Noe. Wenn ich an Schulen was machen würde, dann würde ich ein paar
>> Stunden über Energie, Energiegewinnung und -verschwendung sowie
>> gefährdete und brachliegende Ressourcen unterrichten. Das war's aber
>> auch schon.
>
> Damit würdest du aber nicht so viel Geld wie der Schulfotograf
> verdienen, der pro Schule, wenn er es geschickt anstellt, einen 4-
> stelligen Eurobetrag einnimmt.

Ich würde es ausschließlich umsonst machen.

> Unethisch? Warum? Jeder muss leben in
> diesen Zeiten und für Fotografen ist es in Zeiten von

> Digitalfotografie vermutlich recht rauh geworden....

Ob man sich ethisches Verhalten leisten kann oder will, ist eine andere
Frage. Aber eine Ware oder Dienstleistung anzubieten, die meist nicht
ihretwegen sondern wegen der unangenehmen Seiteneffekte des Angebots
gekauft wird, ist unethisch. Eine eventuelle juristische Würdigung ist
da für mich eher sekundär.

Gruß

PeterOinDO

Jürgen Gerkens

unread,
May 22, 2005, 9:35:30 AM5/22/05
to
Daniela Duerbeck haute in die Tasten:

> Nö. Jahre später freut man sich über die Bilder.

Dazu kann sie auch jemand privat gegen Erstattung seiner Kosten machen.

bis denne
Jürgen Gerkens

Andreas Neste

unread,
May 22, 2005, 11:05:45 AM5/22/05
to
Hallo Sascha,
Sascha Rheker schrieb:
> Andreas Neste wrote:

> Und ab morgen gibt es das Pausenessen von MacDonalds und die
> Schulleitung paßt im Gegenzug für einen "Rabatt" die Lehrpläne mal ein
> wenig an?

> Und die NPD sponsert eine Schule in Dresden und im Gegenzug darf Holger
> Apfel den Politikunterricht in der Obestufe, bei den über 18jährigen,
> halten?

Du stellst Vergleiche an.

Aber schau Dich doch mal im Umfeld von Hochschulen um. Sponsoring ist da
nix fremdes.

>> Eine eheliche Verbindung zwischen einer Schulleiterin und einem
>> Staatsanwalt, scheint mir irgendwie ziemlich gemeingefährlich zu sein...

> Ein geschäftliche Verbindung zwischen dem Schulfotografen und der
> Schulleitung ist für Dich aber völlig ok?

Für mich geht sogar die eheliche Verbindung eines Staatsanwalts und
einer Schulleiterin in Ordnung :-)

Wenn ich so was wie in dem von Jörn hier bekanntgegebenen Artikel lese,
lasse ich mich halt schon mal zu einer solchen überspitzen Äusserung
hinreissen. Wenn Du Dich daran hochziehen willst - nur zu....

> Langsam kann man Deinen dummen Populismus hier nicht mehr lesen.

Populismus? Achherje...

Wenn Du meine Postings nicht mehr lesen kannst, dann lass es doch
einfach. Hinter jeder Kleinigkeit gleich schlechtes zu vermuten,
erscheint mir hingegen wirklich Populismus in Reinkultur zu sein. Deine
Vergleiche weiter oben, sind ja auch so passend...

Du verdienst doch auch Dein Geld mit Fotografie, oder? Warum gönnst Du
Deinen Berufskolegen eigentlich nicht die Butter auf dem Brot und
kriminalisierst sie, wenn sie Einfallsreichtum zeigen?

Woher willst Du eigentlich wissen, dass diese "Geschäftspraktik" nicht
sogar in Einklang mit allen Beteiligten läuft? Also, dass von Eltern,
Schülern, und Lehrern ganz bewusst jemand beauftragt wird, der bei einem
gewissen Umsatz was für die Schule springen lässt.

Setz Dich doch mal bitte mit den Realitäten an Schulen auseinander. Wenn
Du Kinder hast, überleg Dir doch mal, was für die Kinder besser ist.
Alles an Überkorrektheit scheitern zu lassen, oder auch mal durch solche
Fotoaktionen, etwas für die Kinder anschaffen zu können, was es sonst
nicht gegeben hätte.

Mir als Vater würde es natürlich auch besser gefallen, wenn Schulen ohne
solche Aktionen an gewünschte Mittel kommen würden. Die Realität in den
Schulen sieht aber leider anders aus. Klassen werden nicht selten von
Lehrern und Eltern in den Ferien gestrichen. Rechner - sprich Computer -
stammen oft aus Spenden. Lehrer, die kein Bock darauf haben für jede
Kopie im Sekretariat eine Rechtfertigung abzuliefern, benutzen lieber
den eigenen um Unterrichtsmaterial zu erstellen. Es ist zwar äusserst
populär auf Beamte und Lehrer im speziellen rumzuhacken, aber in der
Realität gibt es zum Glück noch viele dieser Berufsgattung, die sich
über ihre beruflichen Pflichten hinaus für die Kinder engagieren.

Viele Grüße
Andreas

Bernd Laengerich

unread,
May 22, 2005, 1:40:15 PM5/22/05
to
Sascha Rheker schrieb:

> Nur bei Schulen, deren Fotokurse und Foto-AGs einmal pro Jahr

Funktioniert nicht. Seinerzeit (so 1978-1982) waren ein Freund und ich
die einzigen, die das Fotolabor im Gymnasium regelmäßig nutzten. Eine
Foto-AG bestand nicht mehr, das Labor durften wir nach Anmeldung und
Schlüsselabholung beim verantwortlichen Lehrer nutzen.
Im Gymnasium, auf das ab Sommer mein Sohn geht, gibts es soweit ich weiß
nicht mal ein Labor.

Bernd

Jürgen Gerkens

unread,
May 22, 2005, 2:12:46 PM5/22/05
to
Bernd Laengerich haute in die Tasten:

> Funktioniert nicht. Seinerzeit (so 1978-1982) waren ein Freund und ich
> die einzigen, die das Fotolabor im Gymnasium regelmäßig nutzten. Eine
> Foto-AG bestand nicht mehr, das Labor durften wir nach Anmeldung und
> Schlüsselabholung beim verantwortlichen Lehrer nutzen.

Bei uns war es ähnlich und alles in einem Zustand, bei dem einem sofort das
Interesse vergehen konnte.

Auch in der Firma hatten wir als Pendant zu Betriebssportgruppen auch mal
eine Fotogruppe mit eigenem Labor. Die starb wohl aus ähnlichen Gründen.

Nur wären diejenigen, die heute Schulfotos machen wollten, darauf ja nicht
mal mehr angewiesen. Digitale Fotos für schmales Geld ausbelichten zu lassen
geht ja inzwischen überall recht gut und entsprechende Kameras sind weit
verbreitet.

bis denne
Jürgen Gerkens

Helmut Barth

unread,
May 22, 2005, 4:22:49 PM5/22/05
to
Salut!

Luigi Rotta schrieb:

> Erstens bin ich als Elternteil nicht gezwungen, mich an das was
> die Schulleitung unterschrieben hat zu halten, zweitens sollte es
> dem Lehrer keine Mühe bereiten, irgend einen Anlass für die Klasse
> auf die Beine zu stellen wo, welcher Zufall, ein Elternteil ein
> Foto schiesst auf dem alle Schüler mitstamt Lehrer zu erkennen ist.
> Wäre sogar reizvoll, mal ein Klassenphoto in action statt den
> üblichen "Reih-und-Glied-und-Sonntagsstaat"-Photos. ;)

Ich erinnere mich da an so ein Foto. Da war eine Schulklasse in
mexikanischer Aufmachung (Sombrero, Decken, Stiefel) zu einem Grillplatz
gewandert, der in einem Steinbruch lag. Für das Gruppenfoto waren die
Kinder auf verschiedenen Abbaustufen des Steinbruchs plaziert. Weitere
Fotos gab es von gestellten Szenen und Sketchen.

Gezeigt hatte die Bilder ein Lehrer als Anregung vor einem Ausflug mit
einem Schiff auf dem Neckar. Das ganze liegt so etwa 30 Jahre zurück.
Ich habe keine Ahnung, ob es später noch solche Themenausflüge gab, oder
ob davon irgendwo noch Bilder existieren. WIMRE waren das damals nicht
die offiziellen "Wandertage" sondern eine "Privatveranstaltung" des
Lehrers und der Elternbeiräte.

Grüßle, Helmut

--
Und wann wird diese Bescheinigung nicht geholt wenn man 'se tatsächlich
wirklich gebrauchen könnte - also mein Tip wäre 'se zu holen wenn man
'se dringender gebrauchen könnte als welche die 'se sich holen obwohl
'se wirklich diese ohne wirklich zu gebrauchen sich holen würden?!

Bernd Laengerich

unread,
May 22, 2005, 4:33:13 PM5/22/05
to
Jürgen Gerkens schrieb:

> Bei uns war es ähnlich und alles in einem Zustand, bei dem einem sofort
> das Interesse vergehen konnte.

Das war bei uns eigentlich schon ordentlich, alte Vergrößerer störten
mich nicht und für Farbe hatte ich einfach kein Geld, der Packen
Cibachrome hätte wohl das Taschengeld mehrerer Monate gesprengt.
Außerdem konnte ich mir seinerzeit gar nicht vorstellen, beim entwickeln
nicht zuzusehen...

Bernd

Tom Rohwer

unread,
May 22, 2005, 6:39:01 PM5/22/05
to
Bernhard Ess wrote:

> Nicht das ich wüsste - 5
> Mark waren denn doch nicht viel.

Du hast 1973 noch nicht gelebt, oder? 1973 waren 5 Mark ungefähr der
Stundenlohn eines Facharbeiters... 1973 kostete ein normales
Rowohlt-Taschenbuch 2,80 Mark...

--
"Wo Sie gar nicht zu sehen sind, ist im Radio."
Caren Miosga (N3-Magazin "Zapp") zu Tagesthemen-Moderatorin Anne Will

Tom Rohwer

unread,
May 22, 2005, 6:46:53 PM5/22/05
to
Andreas Neste wrote:

> IMHO ist es doch absolut uninteressant wovon ich oder Du ausgehst...

Nö. Das ist ja nun eine Lebenserfahrung, die im übrigen durch die
Berichterstattung über Korruption im öffentlichen Dienst gestützt wird.

> Das mag für Leute, die hinter allem gleich Böses vermuten und keinem
> irgendwas gönnen, zutreffen. Ich ziehe es vor, mir den Einzelfall zu
> betrachten und zu schauen, was da am Ende bei rausgekommen ist.

Dem Bericht zufolge ist es kein Einzelfall, sondern wird flächendeckend
seit 1980 (!) so gehandhabt...! Wobei ich es schon erschütternd finde,
daß sich 25 Jahre lang (!) kein beamteter Lehrer oder Schulleiter
offensichtlich mal die Frage gestellt hat, ob das so eigentlich zulässig
ist. Bzw. den Juristen im Kultusministerium diese Frage gestellt hat.
(Die werden schließlich dafür bezahlt.)


>> Beamte und sonstige Mitarbeiter im öffentlichen Dienst dürfen nun einmal
>> keine "Prämien" oder sonstige Vorteile von außen annehmen. Finde ich
>> auch ganz gut so.

> IMHO sollte man seinen Kopf benutzen und erst mal schauen, was da
> eigentlich angenommen wurde.

Geld?

> IMHO ist es nicht erforderlich aus jeder
> Mücke einen Elefanten zu machen.

25 Jahre dauernde Vorteilsannahme im Schulwesen einer Stadt kann ich
nicht mehr als "Mücke" empfinden. Das ist ein veritabler Skandal.

> IMHO kann eine Gesellschaft auch an ihrer Überkorrektheit ersticken.

Was Bestechlichkeit im öffentlichen Dienst angeht, ist das nicht zu
erwarten. Da steht Deutschland laut "Transparency International"
inzwischen irgendwo zwischen Äthopien und Aserbaidschan, wenn ich's
richtig erinnere. Jedenfalls ziemlich tief...

> Selbst wenn da nach der dritten Aktion _zusätzlich_ ein Fläschchen
> Chanel für die Gattin bei rummkommen würde, juckt mich das nicht.

Nicht? Nun, wenn Du der auf diese Weise ausgebootete Konkurrent wärest,
würdest Du das sicher anders sehen.

> Sorry, aber ich selbst würde nie auf die Idee kommen, deshalb jemanden
> anzuschwärzen.

Du möchtest Korruption auch noch decken?

> Ich sehe es schon auf uns zukommen, dass demnächst für den Auftrag von
> Schulfotos Ausschreibungen vorgeschrieben werden

Exakt so ist es gesetzlich, nicht nur in Deutschland, sondern auch von
der EU, vorgeschrieben.

Tom Rohwer

unread,
May 22, 2005, 6:48:49 PM5/22/05
to
Sascha Rheker wrote:

> Rabattaktionen bei denen nicht der Kunde sondern ein Dritter einen
> Rabatt bekommt sind keine.

ACK. Sondern im Gegenteil fast immer Bereicherung von zwei Leuten auf
Kosten eines Dritten.

> Und die NPD sponsert eine Schule in Dresden und im Gegenzug darf Holger
> Apfel den Politikunterricht in der Obestufe, bei den über 18jährigen,
> halten?

Nun sei doch nicht so kleinlich... Wenn dadurch ein Beamer für die
Schule herausspringt...;-)

Tom Rohwer

unread,
May 22, 2005, 6:50:07 PM5/22/05
to
Bernhard Ess wrote:

> Schulfotografen, die mit mittelmäßigen Bildern ihr
> Einkommen etwas aufbessern durch freiwillige Abnahme von Seiten der Schüler
> gibt es seit Jahrzehnten, und es war nie ein Problem.

Ich bin in 13 Jahren Schule keinem einzigen "Schulfotografen" begegnet.
In meinen beiden Schulen wäre eine solche Verquickung von Schule und
Gewerbe Lehrern wie Eltern ziemlich sauer aufgestossen.

Bernhard Ess

unread,
May 22, 2005, 8:09:31 PM5/22/05
to
Tom Rohwer wrote:
> Ich bin in 13 Jahren Schule keinem einzigen "Schulfotografen"
> begegnet.

Ich jedes Jahr. Den Lehrern würde ich es heutzutage aber generell nicht
zumuten wollen, sich auch noch ums Foto zu kümmern.

Bernhard


Bernhard Ess

unread,
May 22, 2005, 8:08:15 PM5/22/05
to
Tom Rohwer wrote:
>> Nicht das ich wüsste - 5
>> Mark waren denn doch nicht viel.
>
> Du hast 1973 noch nicht gelebt, oder? 1973 waren 5 Mark ungefähr der
> Stundenlohn eines Facharbeiters...

Und? Das Foto habe ich heute noch, 32 Jahre später - ist da nun 5 Mark viel
oder nicht? Das Auto meines Vaters für mehr als 5000 Mark ist schon längst
Schrott.

Also - ganz cool bleiben. Nein, wir waren nicht reich.

Bernie


Bernhard Ess

unread,
May 22, 2005, 8:16:37 PM5/22/05
to
Tom Rohwer wrote:
>> Ich sehe es schon auf uns zukommen, dass demnächst für den Auftrag
>> von Schulfotos Ausschreibungen vorgeschrieben werden
>
> Exakt so ist es gesetzlich, nicht nur in Deutschland, sondern auch von
> der EU, vorgeschrieben.

Ich kann dir sagen, was die Konsequenz daraus sein wird: Keine Schulleitung/
Lehrer hat Lust und Zeit, den kranken bürokratischen Aufwand für sowas zu
betreiben. Also wirds i.d.R. dann keine Schulfotos mehr geben.

Mein Gedanke dazu: Einfach entspannen - bei Schulfotos gehen keine Steuern
drauf, wenn sich allerdings Schulleiter mit öffentlichen Ausschreibungen
befassen "dürfen", ist dies sehr wohl der Fall. Die haben nämlich eigentlich
Wichtigeres zu tun.

Und nochmal: Bei solchen läppischen Dingern von "Bestechung" oder "Skandal"
zu sprechen (noch dazu wo keiner zu irgendwas verpflichtet ist, noch
Steuergelder verklopft werden), ist wieder mal typisch deutsch. Aber mach
ruhig weiter - ist ja dein Vergnügen.

Wenn dann am Ende wieder ein paar Fotografen das Handtuch schmeißen müssen,
weil die Papas der Schüler das selber in die Hand nehmen, haben wir halt
wieder einen Arbeitslosen mehr.

Schönen Gruß aus der/ in die korrupte Welt,

Bernhard


Jürgen Gerkens

unread,
May 22, 2005, 9:00:19 PM5/22/05
to
Bernhard Ess haute in die Tasten:

> Und? Das Foto habe ich heute noch, 32 Jahre später - ist da nun 5
> Mark viel oder nicht? Das Auto meines Vaters für mehr als 5000 Mark
> ist schon längst Schrott.

Echt "toller" Vergleich. Wenn es danach ginge, müßten Papierabzüge also mehr
kosten, als Autos oder ein Beutel Murmeln mehr als eine LKW Ladung Heizöl!?

Schon mal überschlagen, was heute ein Fahrzeug der gleichen Klasse in etwa
kostet?

Günstige Papierabzüge aus dem Großlabor hat man heute auch noch. Wenn es
nicht gerade Phorst Königsbilder waren, die schon vor 10 Jahren übelst
vergilbt wären (jedenfalls unserer Erfahrung nach), kann man auch die heute
noch in recht guter Qualität haben. Auch das hätte man damals in
Eigeninitiative machen können, ohne jemandem höhere Kosten aufzunötigen.

bis denne
Jürgen Gerkens

Andreas Neste

unread,
May 23, 2005, 3:20:55 AM5/23/05
to
Hallo Tom,

Tom Rohwer schrieb:
> Andreas Neste wrote:

>> Ich sehe es schon auf uns zukommen, dass demnächst für den Auftrag von
>> Schulfotos Ausschreibungen vorgeschrieben werden

> Exakt so ist es gesetzlich, nicht nur in Deutschland, sondern auch von
> der EU, vorgeschrieben.

Seit wann werden denn Schulfotos von Steuergeldern bezahlt? Deshalb
dürfte Deine _Annahme_ diesbezüglich schlicht falsch sein.

Falls Du aber eine Quelle haben solltest, die Deine Annahme bestätigt,
sei so nett und nenne sie mir.

Ich weiss nicht, wie die Statuten für vorgeschriebene Ausschreibungen
bei öffentlichen Aufträgen im Detail aussehen, aber meines Wissens sind
diese nur dann vorgeschrieben, wenn eine gewisse Auftragssumme
überschritten wird. Ich nehme nicht an - selbst wenn Du mit Deiner
Annahme, was die Schulfotos betrifft, recht haben solltest, was ich für
falsch halte - , dass diese Summe beim Erstellen von Schulfotos
überschritten wird.

Die Nebelkerzen, was den Kern der ganzen Angelegenheit betrifft, mal
aussen vor gelassen, empfehle ich auch Dir, Dich mal mit den Realitäten
an den Schulen auseinander zu setzen.

Bildung kostet Geld. Deutschland scheint nicht gewillt, oder nicht in
der Lage dazu zu sein, für Bildung ausreichend Mittel zur Verfügung zu
stellen. Damit den Kindern in den Schulen unseres schönen Landes in
Zukunft wieder ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, wird sich vieles
ändern müssen. Das Länder und Kommunen das allein bewerkstelligen
können, oder wollen, erwarte ich nicht. Über viele Varianten des
Schulsponsorings - nicht nur in den Hochschulen, wo es das schon gibt -
wird an vielen Orten zumindest offen diskutiert. Ob man das nun ethisch
für vertretbar hält oder nicht, ist IMHO schon lange zweitrangig
geworden. Zumindest dann, wenn man die Zukunft der Kinder unseres Landes
für das wichtigere Gut hält. Ich gehöre zu diesen Leuten. Jeder Euro,
der zusätzlich in Schulen landet, ist ein guter Euro. Wenn es
Rabattgewährungen bei Schulfotoaufträgen sind, die mal was zusätzlich
für Schulen rausspringen lassen, kann ich das nur begrüssen. Da bin ich
sicherlich nicht der Einzige. Eltern, denen ihre Kinder wichtig sind,
führen halt nicht gern unnütze ethische Diskussionen. Denen ist es meist
wichtiger, dass ihren Kindern, ohne grosses Bohei, was ermöglicht wird.
Schulfotos von einem Fotografen erstellen zu lassen, der bereit ist bei
einer gewissen Umsatzsumme was springen zu lassen, dürfte den meisten
Eltern nicht ungelegen kommen. Ob da nun tatsächlich die zu erwerbenden
Fotos 1 Euro, oder welch kleine Summe auch immer, mehr dafür gezahlt
werden muss - was aber auch im Vergleich zur Konkurrenz genau geprüft
werden müsste. Es ist ja nicht auszuschliessen, dass die Konkurrenz
sogar teurer wäre. Auch ohne "Rabatte zu gewähren. - bringt sie meist
nicht in Gewissenskonflikte. Sie sehen halt ein, dass alle Seiten was
davon haben. Schon mal versucht in einer Schule, oder einem
Kindergarten, Spenden für irgendwas zu sammeln, wo es erst mal keine
Gegenleistung für gibt? Ich ja...

Viele Grüße
Andreas

Dominique Ecken

unread,
May 23, 2005, 4:04:16 AM5/23/05
to
Jürgen Gerkens schrieb am Sun, 22 May 2005 15:35:30 +0200:

>> Nö. Jahre später freut man sich über die Bilder.
>
>Dazu kann sie auch jemand privat gegen Erstattung seiner Kosten machen.

Diese Einlassung geht aber meilenweit an der Realität vorbei. Für jemand,
der das nicht routinemäßig macht, ist so eine Aktion ungeheuer
zeitaufwändig, und auch wenig erquicklich.

Schönen Tag noch!
Dominique

Dominique Ecken

unread,
May 23, 2005, 4:04:17 AM5/23/05
to
Sascha Rheker schrieb am Sun, 22 May 2005 10:42:09 +0200:

>Und außerdem bieten die den Kindern nichts, was die nicht selber durch
>die überteuerten Bilder finanzieren würden.

Was kosten denn solche Bilder, konkret?

Schönen Tag noch!
Dominique

Dominique Ecken

unread,
May 23, 2005, 4:04:18 AM5/23/05
to
Sascha Rheker schrieb am Sun, 22 May 2005 09:41:02 +0200:

>Und ab morgen gibt es das Pausenessen von MacDonalds und die
>Schulleitung paßt im Gegenzug für einen "Rabatt" die Lehrpläne mal ein
>wenig an?
>

>Und die NPD sponsert eine Schule in Dresden und im Gegenzug darf Holger
>Apfel den Politikunterricht in der Obestufe, bei den über 18jährigen,
>halten?

Ist schon erstaunlich, zu welchen hirnlosen Vergleichen sich manche
bemüßigt fühlen. Fällt dir echt nichts sachliches mehr ein?

Schönen Tag noch!
Dominique

Dominique Ecken

unread,
May 23, 2005, 4:04:17 AM5/23/05
to
Bernhard Ess schrieb am Mon, 23 May 2005 02:16:37 +0200:

>Und nochmal: Bei solchen läppischen Dingern von "Bestechung" oder "Skandal"
>zu sprechen (noch dazu wo keiner zu irgendwas verpflichtet ist, noch
>Steuergelder verklopft werden), ist wieder mal typisch deutsch.

Ack.

>Aber mach ruhig weiter - ist ja dein Vergnügen.

Aber ich finde er sollte seinen Eifer über "Korruption" im öffentlichen
Dienst in der passenden Gruppe austoben und hier nicht ständig mit seinem
dollen Rechtsanschauungen nerven.

>Wenn dann am Ende wieder ein paar Fotografen das Handtuch schmeißen müssen,
>weil die Papas der Schüler das selber in die Hand nehmen, haben wir halt
>wieder einen Arbeitslosen mehr.

Da mach dir mal keine Sorgen. Da werden sich kaum Papas finden, da steht
nämlich der Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zum Ertrag mehr.

Ich habe das mal nur in einer Klasse (meiner Tochter) gemacht, um dann
anschließend mit Nachbestellungen in der Größenordnung von 3 Passbildern
konfrontiert zu werden.

Und selbst so ein ganzes Foto-Set für 15,00 Euro mit einem 15x20, mehreren
13x18, (Farbe und schwarz-weiß), 10x15, 7x10, Passbildern und Stickern
würde sich nicht lohnen. Alleine die Zeit, die für das Aussuchen und
zusammenstellen der unterschiedlichen Größen draufging war immens.

Und bis ich mal ein Labor gefunden hatte, dass überhaupt die beliebten
Sticker herstellt, hat ewig gedauert. Und dann zahle ich 3 Euro, alleine
für die 8 Sticker.

Ablauf der Aktion: Studioblitz in der Klasse aufbauen, Fotos machen,
Auswahl treffen, verschiedene Größen zusammstellen, teilweise nach s/w
konvertieren, Cd brennen, zum Labor bringen, wieder abholen, wahrscheinlich
noch Reklamieren, wieder abholen, Bilder in die Schule bringen, Zettel mit
Konto-Nummer dabei, auf das Geld warten, hinterher telefonieren... etc

Und dann noch auf die unterschiedlichen Format- und Anzahl Wünsche der
Eltern eingehen?

Und weil ich es ja ordentlich machen wollte, gingen dabei sogar zwei
Schulstunden und die große Pause drauf. Aber hauptsache, die Besserwisser
hier haben mal wieder Anlaß über "Unterrichtssausfall durch korrupte
Schulfotografen" zu schwafeln.

Diese ganze Diskuusion hier wird mal wieder von Leuten geführt, die sich
offensichtlich lieber theoretisch über Formalien auslassen, aber von der
Praxis keine Ahnung haben, und glauben zu jedem Thema ihren Senf dazugeben
zu müssen.


Schönen Tag noch!
Dominique

Dominique Ecken

unread,
May 23, 2005, 4:04:16 AM5/23/05
to
Sascha Rheker schrieb am Sun, 22 May 2005 09:23:20 +0200:

>Man stelle sich das mal ein wenig anders vor:
>
>Die ganze Klasse unterbricht den Unterricht und geht statt Unterricht zu
>machen mit dem Lehrer in einen örtlichen Elektronikfachmarkt, wo den
>Kindern ein neues Handy vorgeführt wird, das sie dann später als
>Sammelbestellung kaufen dürfen, aber nur wenn alle kaufen.

Ich dachte, ich treffe den Meister der abstrusesten Vergleiche bei der
Landtagswahl, zu er sich angemeldet hatte, aber war ja nix...

Schönen Tag noch!
Dominique

Andreas Neste

unread,
May 23, 2005, 4:08:44 AM5/23/05
to
Hallo Jürgen,
Jürgen Gerkens schrieb:


>> Und? Das Foto habe ich heute noch, 32 Jahre später - ist da nun 5
>> Mark viel oder nicht? Das Auto meines Vaters für mehr als 5000 Mark
>> ist schon längst Schrott.

> Echt "toller" Vergleich. Wenn es danach ginge, müßten Papierabzüge also
> mehr
> kosten, als Autos oder ein Beutel Murmeln mehr als eine LKW Ladung Heizöl!?

> Schon mal überschlagen, was heute ein Fahrzeug der gleichen Klasse in etwa
> kostet?

IMHO verstehst Du den Kern von Bernhards Beispiel vollkommen falsch.
Absicht?

> Auch das hätte man damals in
> Eigeninitiative machen können, ohne jemandem höhere Kosten aufzunötigen.

"Hätte", trifft es gut. "Hätte", "Wenn" und "Aber", ist im Nachhinein
leicht gesagt. "Hätte", "Wenn" und "Aber" hat noch nie ein vorzeigbares
Ergebnis hervorgebracht.

Ein mal im Jahr, kommt in unseren Kindergarten die Fotografin. Auch wenn
ich das sicherlich trotz meiner beschränkten Fähigkeiten auch hinkriegen
würde biete ich mich dafür nicht an. Das hat mehrere Gründe. Die Eltern
nehmen den Termin für eine offizielle Fotografin viel ernster und sehen
eher zu, das ihre Kinder an dem Tag auch da sind. Den Eltern gefallen
allgemein die erzielten Ergebnisse. Die Fotografin macht ihren Job - die
Kinder in kurzer Zeit alle durchzuschleusen - gut. Die Fotografin
verdient ihren Lebensunterhalt damit.

Schon mal den Aufwand, solche Mappen zusammenzustellen, die von Schul-
oder Kindergartenfotografen getrieben werden, gemacht? Den Papa finde
mal, der das freiwillig macht. Und was soll ich Dir sagen - genau drauf
stehen die Eltern. 1 Stck. 13x18, 4 Stck. Passfotos und 4 Stck. 10 x 15.
Macht echt Spass und ist überhaupt nicht Zeitaufwendig.

Viele Grüße
Andreas

Thomas Kersten

unread,
May 23, 2005, 5:09:42 AM5/23/05
to
Dominique Ecken wrote:

> Was kosten denn solche Bilder, konkret?

Erst letzte Woche bei Freunden als Kindergartenvariante gesehen:
Nur das Gruppenbild knapp 10 Euro, dann staffelt sich's in einem
System, bei dem man am Ende das Gruppenbild, ein 13x18 vom eigenen
Kind, dazu Sticker auf 10x15(?) und noch ein 13x18 mit einem Foto
9x13 und mehreren kleinen Bildern allerdings ungeschnitten für etwas
über 20 Euro bekam.
Die Aufnahmen wie die Ausbelichtungen waren technisch in Ordnung,
absolut gesehen wäre es mir zu teuer gewesen. Bis auf das Gruppenfoto
hätte man das alles auch selber zuhause hingekriegt. Wobei auf dem
Gruppenfoto die Hälfte der Kinder eh geguckt hat wie vor einem
Erschießungskommando :-/

Thomas

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 5:36:39 AM5/23/05
to

Bernhard Ess schrieb:

> Ich kann dir sagen, was die Konsequenz daraus sein wird: Keine Schulleitung/
> Lehrer hat Lust und Zeit, den kranken bürokratischen Aufwand für sowas zu
> betreiben. Also wirds i.d.R. dann keine Schulfotos mehr geben.

Das glaube ich eher nicht. So wie es in jedem Beruf tätigkeiten gibt,
welche keinen Spaß machen aber trotzdem erledigt werden müssen - so wird
auch dies im Interesse der Schüler und Eltern erledigt werden - wenn
nicht von der Schulleitung (an Lehrer glaube ich hier nicht, wäre zu
aufwendig die Absprachen 20 Mal individuell für jeden Klassenverband zu
führen), oder eben von der häufig sehr engagierten Elternvertretung.

> Mein Gedanke dazu: Einfach entspannen - bei Schulfotos gehen keine Steuern
> drauf,

Wo ist der (grosse) Unterschied zwischen Steuern als Solidarabgabe und
der Bezahlung der Bilder/Leistung durch die Schüler direkt - mit
Ausnahme, das es beim Direktbezahlen auch nur die Betroffenen bzw. deren
Eltern selbst trifft, gleichgültig ob sie wollen/können oder nicht? Es
ist jedesmal im Wesentlichen "unser" Geld - welches so nicht ausgegeben
werden müsste.

> wenn sich allerdings Schulleiter mit öffentlichen Ausschreibungen
> befassen "dürfen", ist dies sehr wohl der Fall. Die haben nämlich eigentlich
> Wichtigeres zu tun.

Ich habe auch ein Problem damit, wenn Kunde A (Schüler) eine Leistung
überteuert bezahlt, wovon Kunde B (Schule) profitiert - auch wenn diese
Überteuerung indirekt wieder Kunde A zugute kommt.
Hätte Kunde B diesen Beamer (oder was auch immer) wirklich gebraucht und
über die Elternschaft mittels Bitte einer kleinen Spende in Höhe von
1,00 € pro Schüler direkt finanziert ohne zuzulassen, dass die Schüler
bzw. deren Eltern meist unbewußt (ich erfuhr erst durch diesen Thread
von diesen Bestechungs-Vorwürfen) diese Subventionierung vornehmen -
wäre mir sehr viel wohler.

IMHO ist es auch Aufgabe der Schulleitung, die Schüler und deren Eltern
zu schützen, ihnen ein gutes Beispiel zu sein und strafbare Handlungen
per se abzulehnen bzw. nicht zu unterstützen.

> Und nochmal: Bei solchen läppischen Dingern von "Bestechung" oder "Skandal"
> zu sprechen

20 Jahre x X-tausend Schulen x je 1 Beamer - da kommen Beträge zusammen,
welche sooo niedrig nicht sind. Zumal man solches in aller Regel ja
zahlt, um sich vom (preiswerteren) Mitbewerber zu schützen - die
Bildpreise also damit mindestens um den Betrag des Beamers, in aller
Regel aber um einen höheren Betrag überteuert sind. Wenn ich dem
Entscheidungsträger im Bauamt für eine Genehmigung einers nicht ganz
"sauberen" Umbaus meines Einfamilien-Hauses 500,00 € "für die
Kaffee-Kasse" dalasse, dann ist dies mit Recht Bestechung und strafbar.
Warum soll dies bei Schulen Anders sein - selbst wenn der Beamer dann
tatsächlich im Besitz der Schule bleibt und dort zum Einsatz kommt? Mit
welcher Inventarnummer eigentlich? Wer ist denn dann formell Besitzer
des Gerätes? Wenn es nicht die Schule sondern die Stadt, der Kreis, das
Land ist, wird denen das dann mitgeteilt, damit ggf. eine Inventarnummer
erfragt werden kann? Wer kann/darf darüber verfügen? Wer kommt für
Wartung/Reparatur und (im öffentlichen Dienst wichtig) späteren Ersatz auf?

> (noch dazu wo keiner zu irgendwas verpflichtet ist,

Stichwort: "Gruppenzwang".

> noch
> Steuergelder verklopft werden), ist wieder mal typisch deutsch. Aber mach
> ruhig weiter - ist ja dein Vergnügen.

Also ich bin kein Deutscher, finde Korruption und
Wettbewerbsbehinderung, sowie die damit i.d.R. einhergehende Belastung
für die Volkswirtschaft (Steuern können/müssen nicht die einzige
Belastung für eine Volkswirtschaft sein!), jedoch dennoch zum Kotzen -
überall auf dieser Welt.

> Wenn dann am Ende wieder ein paar Fotografen das Handtuch schmeißen müssen,
> weil die Papas der Schüler das selber in die Hand nehmen, haben wir halt
> wieder einen Arbeitslosen mehr.

1.) Glaube ich nicht an fotografierende Papas, welche den Fotografen in
diesem Umfang (ganze Schule) Arbeit wegnehmen könnten oder wollten,
diese haben i.d.R. weder die (technische) Möglichkeit, noch die
Zeit/Erfahrung/Lust dazu.

2.) Möchte ich nicht wissen, wievielen Fotografen vor Ort dadurch die
Existenz gesichert werden würde, wenn sie bei einer Ausschreibung oder
Anfrage regulär und Marktüblich mitbieten dürften - ohne Bestechung und
Knebelverträge.

> Schönen Gruß aus der/ in die korrupte Welt,
>
> Bernhard
>
>

Gruß

Daniel

--
http://foto.franzinelli.de
Für Emails bitte "spam.abfang" durch "d.franzinelli" ersetzen.
-> Die hier im Usenet vom Verfasser gemachten Äußerungen sind rein
private Äußerungen des Verfassers. <-

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 5:44:47 AM5/23/05
to

Dominique Ecken schrieb:

> Da mach dir mal keine Sorgen. Da werden sich kaum Papas finden, da steht
> nämlich der Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zum Ertrag mehr.

Ich gebe Dir Recht - jedoch aus anderem Grund: Der Ertrag würde bei
einer solchen Aktion in meinem Verständnis ohnehin kein Beweggrund und
auch nicht Ziel sein. Wenn derartiges geschehen dürfte - dürfte das
Ergebnis auf Seiten der Schule/Klasse im Vordergrund stehen.

Dennoch gebe ich Dir Recht, dass sich i.d.R. keine "Papas" dafür finden
lassen werden, da nicht jede Klasse/Schule einen (Studio-) Fotografen in
der Elternschaft hat (und davon auch weiß!).

> Ich habe das mal nur in einer Klasse (meiner Tochter) gemacht, um dann
> anschließend mit Nachbestellungen in der Größenordnung von 3 Passbildern
> konfrontiert zu werden.

War zu erwarten.

> Und selbst so ein ganzes Foto-Set für 15,00 Euro mit einem 15x20, mehreren
> 13x18, (Farbe und schwarz-weiß), 10x15, 7x10, Passbildern und Stickern
> würde sich nicht lohnen. Alleine die Zeit, die für das Aussuchen und
> zusammenstellen der unterschiedlichen Größen draufging war immens.

Klar.

> Und bis ich mal ein Labor gefunden hatte, dass überhaupt die beliebten
> Sticker herstellt, hat ewig gedauert. Und dann zahle ich 3 Euro, alleine
> für die 8 Sticker.

Auch klar.

> Ablauf der Aktion: Studioblitz in der Klasse aufbauen, Fotos machen,
> Auswahl treffen, verschiedene Größen zusammstellen, teilweise nach s/w
> konvertieren, Cd brennen, zum Labor bringen, wieder abholen, wahrscheinlich
> noch Reklamieren, wieder abholen, Bilder in die Schule bringen, Zettel mit
> Konto-Nummer dabei, auf das Geld warten, hinterher telefonieren... etc

Der normale Weg, die normale Arbeit also.

> Und dann noch auf die unterschiedlichen Format- und Anzahl Wünsche der
> Eltern eingehen?

Macht der Schulfotograf i.d.R. doch auch nicht wirklich - und wenn ja,
dann zu horenden Preisen.

> Und weil ich es ja ordentlich machen wollte, gingen dabei sogar zwei
> Schulstunden und die große Pause drauf.

Ich habe mal mit einem weiteren Fotografen und drei Assis in etwas
weniger mehr als 2 Stunden rund 135 Personen durch zwei beim Veranstater
aufgebaute "Studio-Boxen" á 3x3m) durchgejagt. Die Ergebnisse waren mehr
als brauchbar - so what? Zugegeben, es waren keine Kinder. ;-)

> Aber hauptsache, die Besserwisser
> hier haben mal wieder Anlaß über "Unterrichtssausfall durch korrupte
> Schulfotografen" zu schwafeln.

Wenn ich mir überlege, durch was alles Unterricht ausfällt, habe ich mit
dieser Stunde dann auch kein Problem mehr.

> Diese ganze Diskuusion hier wird mal wieder von Leuten geführt, die sich
> offensichtlich lieber theoretisch über Formalien auslassen, aber von der
> Praxis keine Ahnung haben,

Ähem, wie meinen?

> und glauben zu jedem Thema ihren Senf dazugeben

> zu müssen.`

Dann zähl' mich einfach dazu! ;-)

>
>
> Schönen Tag noch!
> Dominique

Jürgen Gerkens

unread,
May 23, 2005, 6:05:56 AM5/23/05
to
Andreas Neste haute in die Tasten:

> IMHO verstehst Du den Kern von Bernhards Beispiel vollkommen falsch.
> Absicht?

Es war schlicht und ergreifend unsinnig, da der Einfluß der Inflation in der
Tat nicht zu leugnen ist und bei Gebrauchsartikeln wie Fahrzeuge schon vor
dem Kauf klar ist, daß diese rasch an Wert verlieren und nach einer gewissen
Zeit ihre Erhaltung nicht mehr wirtschaflich ist.

> "Hätte", trifft es gut. "Hätte", "Wenn" und "Aber", ist im Nachhinein
> leicht gesagt. "Hätte", "Wenn" und "Aber" hat noch nie ein
> vorzeigbares Ergebnis hervorgebracht.

Bei uns gab es zwar keine Klassenfotos, die jedes Jahr gemacht wurden, aber
Fotos von Schulfesten oder Klassenreisen, aucn Gruppenfotos. Und die waren
teilweise ganz ordentlich, obwohl sie kein Profi gemacht hat. Das
Jahrgangsfoto wurde im Rahmen der Foto AG gemacht und groß als Poster
abgezogen, ebenfalls ganz ordentlich. Alle anderen Fotos wurden wie gesagt
privat gemacht und im Großlabor entwickelt.

> Ein mal im Jahr, kommt in unseren Kindergarten die Fotografin. Auch
> wenn ich das sicherlich trotz meiner beschränkten Fähigkeiten auch
> hinkriegen würde biete ich mich dafür nicht an. Das hat mehrere
> Gründe. Die Eltern nehmen den Termin für eine offizielle Fotografin
> viel ernster und sehen eher zu, das ihre Kinder an dem Tag auch da
> sind.

Wenn sich die Eltern dazu aber genötig fühlen, fände ich das nicht ok.
Man sollte ihnen wenigstens die Option lassen, daß z.B. jemand von Ihnen
oder Schüler eine AG Fotos die Fotos machen.

> Den Eltern gefallen allgemein die erzielten Ergebnisse. Die
> Fotografin macht ihren Job - die Kinder in kurzer Zeit alle
> durchzuschleusen - gut. Die Fotografin verdient ihren Lebensunterhalt
> damit.

Das ist ja auch ok, solange niemand mehr oder weniger genötig wird. Das
kenne ich zwar aus der Schule nicht, weil es dort keine solche Termine
gab, aber wie hier auch schon angesprochen von der Bunderwehr. Da ich
das nicht aus Gewissensgründen abgelehnt habe, aber die Y-Tours-Show
gerade zu der Zeit ausgesprochen sinnlos und albern fand und keinerlei
Noten zu befürchten hatte, die mal Auswirkungen auf den Job haben werden,
war es mir allerdings ausgesprochen schurz, wie schief man mich anguckte,
daß ich keine Fotos in Uniform machen wollte und auch gar nicht erst meine
Sippe samt Freundin zum Gelöbnis anreisen ließ, weil schon mir der ganze
Kasperkram zu lächerlich war. Andere hatten aber ein entschieden dünneres
Fell und sich da klein kriegen lassen.

> Schon mal den Aufwand, solche Mappen zusammenzustellen, die von Schul-
> oder Kindergartenfotografen getrieben werden, gemacht? Den Papa finde
> mal, der das freiwillig macht. Und was soll ich Dir sagen - genau
> drauf stehen die Eltern. 1 Stck. 13x18, 4 Stck. Passfotos und 4 Stck.
> 10 x 15. Macht echt Spass und ist überhaupt nicht Zeitaufwendig.

Ist das denn wirklich alles so gewünscht, ohne Gruppenzwang? Ein
Gruppenfoto, zur Sicherheit ein paar mal ausgelöst, frißt ja digital kein
Brot und fertig. Individuelle Fotos kann jeder selbst machen, wenn er will.
Wir haben auf Schulfesten und Klassenreisen auch selbst Fotos gemacht, die
durchaus noch erhalten sind.

Und die finde ich sogar wertvoller und natürlicher, als wenn die ganze
Truppe für gestellte Fotos aufmarschieren soll.

Ansonsten kann ich den Aufwand schon einschätzen, da ich im Dunstkreis
schon mal Hochzeitsfotos oder Kinderbilder mache, wenn man mich darum
bittet. Und seitdem das digital geht, d.h. man die Ergebnisse
kontrollieren kann, sind solche Aufnahmen viel leichter nett hin zu
bekommen. Besonders kleine Kinder lassen sich viel leichter vor die
Kamera kriegen, wenn man ihnen die Aufnahmen gleich zeigen kann.

Jürgen Gerkens

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 6:04:06 AM5/23/05
to

Andreas Neste schrieb:

> Hallo Tom,
> Tom Rohwer schrieb:
>
>> Andreas Neste wrote:
>
>
>>> Ich sehe es schon auf uns zukommen, dass demnächst für den Auftrag
>>> von Schulfotos Ausschreibungen vorgeschrieben werden
>
>
>> Exakt so ist es gesetzlich, nicht nur in Deutschland, sondern auch von
>> der EU, vorgeschrieben.
>
>
> Seit wann werden denn Schulfotos von Steuergeldern bezahlt? Deshalb
> dürfte Deine _Annahme_ diesbezüglich schlicht falsch sein.

Ist Bestechung und Korruption nur verwerflich, wenn sie über
Steuergelder immer alle trifft? Gibt es dann in Firmen keine Korruption
und die Volkswirtschaft wird dadurch nicht stark geschwächt? *kopfschüttel*

> Falls Du aber eine Quelle haben solltest, die Deine Annahme bestätigt,
> sei so nett und nenne sie mir.

s.o.

> Ich weiss nicht, wie die Statuten für vorgeschriebene Ausschreibungen
> bei öffentlichen Aufträgen im Detail aussehen, aber meines Wissens sind
> diese nur dann vorgeschrieben, wenn eine gewisse Auftragssumme
> überschritten wird. Ich nehme nicht an - selbst wenn Du mit Deiner
> Annahme, was die Schulfotos betrifft, recht haben solltest, was ich für
> falsch halte - , dass diese Summe beim Erstellen von Schulfotos
> überschritten wird.

Ich weis es nicht - jedoch bei einer maximal zu erwirtschaftenden
Auftragssumme von 1.400 Schülern mal 20,00 € = 28.000,00 € (potentiell,
nicht realistisch!) ist davon auszunehmen, das der Rahmen für eine
Ausschreibung - so sie denn auch für Schulen gefordert sind - erreicht
sein dürfte.

> Die Nebelkerzen, was den Kern der ganzen Angelegenheit betrifft, mal
> aussen vor gelassen, empfehle ich auch Dir, Dich mal mit den Realitäten
> an den Schulen auseinander zu setzen.

Haben wir ja gelesen: 20 Jahre geht dies nun schon so. Traurig, traurig ...

> Bildung kostet Geld. Deutschland scheint nicht gewillt, oder nicht in
> der Lage dazu zu sein, für Bildung ausreichend Mittel zur Verfügung zu
> stellen. Damit den Kindern in den Schulen unseres schönen Landes in
> Zukunft wieder ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, wird sich vieles
> ändern müssen. Das Länder und Kommunen das allein bewerkstelligen
> können, oder wollen, erwarte ich nicht. Über viele Varianten des
> Schulsponsorings - nicht nur in den Hochschulen, wo es das schon gibt -
> wird an vielen Orten zumindest offen diskutiert. Ob man das nun ethisch
> für vertretbar hält oder nicht, ist IMHO schon lange zweitrangig
> geworden.

Hoppla - da bringen wir aber etwas durcheinander: Nichts gegen Schul-
oder Hochschulsponsoring, auch nichts gegen Gegenleistungen hierfür -
solange rechtlich und ethisch vetretbar - nur muss dies 1.) transparent
geschehen, und 2.) für den die Gegenleistung aufbringenden einen
direkten Vorteil (Diplomarbeit, Arbeitszeugnis etc.) bieten.
Strafrechtlich relevante Bestechung und Korruption mit Schul- und
Hochschulsponsoring zu verwechseln und die gänzlich unterschiedlichen
Ansatzpunkte gleichzusetzen, wird dem hierzulande in der Tat benötigten
und auch meist sinnvoll umgesetzten Schul- und Hochschulsponsoring nicht
gerecht. Hier halte ich Deine Aussage für mehr als nur eine Nebelkerze.
Sorry.

> Zumindest dann, wenn man die Zukunft der Kinder unseres Landes
> für das wichtigere Gut hält. Ich gehöre zu diesen Leuten. Jeder Euro,
> der zusätzlich in Schulen landet, ist ein guter Euro.

Dann zahle ihn doch! Freiwillig, Transparent und Zielführend. Aber heiße
Doch nicht gut, dass die Kinder - gemessen am Wert - 3,00 Euro mehr als
nötig zahlen !müssen!, um davon die Hälfte der Schule und die andere
Helfte dem Fotografen zukommen zu lassen. Mach es doch direkt - ist viel
effektiver, da die "Verwaltungskosten" wegfallen!

> Wenn es
> Rabattgewährungen bei Schulfotoaufträgen sind,

Fände ich O.K.. Der Fotograf sagt vorher: "Die Bilder kosten im Set
zwischen 15,00 und maximal 20,00 €, jenachdem wie groß die
Gesamtabnahmemenge der Schule ist. Der Rabatt kommt den zu
rabattierenden - den Käufern - direkt zugute - alles O.K. (vom
zusätzlichen Arbeitsaufwand mal abgesehen).

> die mal was zusätzlich
> für Schulen rausspringen lassen, kann ich das nur begrüssen.

Ich nicht, das ist illegal.

> Da bin ich
> sicherlich nicht der Einzige.

Hoffentlich doch.

> Eltern, denen ihre Kinder wichtig sind,
> führen halt nicht gern unnütze ethische Diskussionen.

Stimmt. Die nehmen die Sache im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst in die
Hand - statt lange zu reden oder Korruption zu unterstützen: Wird ein
Beamer gebraucht, und kommt er anders nicht bei - wird gesammelt oder
gespendet. in dieser Form schon erlebt.

> Denen ist es meist
> wichtiger, dass ihren Kindern, ohne grosses Bohei, was ermöglicht wird.

Stimmt. S.o..

> Schulfotos von einem Fotografen erstellen zu lassen, der bereit ist bei
> einer gewissen Umsatzsumme was springen zu lassen, dürfte den meisten
> Eltern nicht ungelegen kommen.

Mir nicht - obwohl wir noch keine Kinder haben kommt noch. ;-)

> Ob da nun tatsächlich die zu erwerbenden
> Fotos 1 Euro, oder welch kleine Summe auch immer, mehr dafür gezahlt
> werden muss - was aber auch im Vergleich zur Konkurrenz genau geprüft
> werden müsste.

Eben, und das geschieht ja eben nicht. Das ist ja algemein der
eigentliche Sinn von Korruption.

> Es ist ja nicht auszuschliessen, dass die Konkurrenz
> sogar teurer wäre.

Wenn sie dann den Auftrag nicht bekäme, wäre ja alles in Ordnung.

> Auch ohne "Rabatte zu gewähren. - bringt sie meist
> nicht in Gewissenskonflikte. Sie sehen halt ein, dass alle Seiten was
> davon haben. Schon mal versucht in einer Schule, oder einem
> Kindergarten, Spenden für irgendwas zu sammeln, wo es erst mal keine
> Gegenleistung für gibt? Ich ja...

Und dann muss man es kriminalisieren, den Schülern ein schlechtes
Beispiel sein? Nein danke.

>
> Viele Grüße
> Andreas

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 6:12:37 AM5/23/05
to

Bernhard Ess schrieb:


> Warum so heftig. Schulfotografen, die mit mittelmäßigen Bildern ihr

> Einkommen etwas aufbessern durch freiwillige Abnahme von Seiten der Schüler
> gibt es seit Jahrzehnten,

Dagegen sagt ja keiner etwas.

> und es war nie ein Problem.

Weil man um die Zusammenhänge nicht wußte.
Ich wurde in 13 Jahren Schule abermals fotografiert, das ich die Schule
damit subventioniere, war mir und meinen Eltern nicht klar.

> Es ist auch jetzt
> keins, trotz des Zeitungsartikels.

Stimmt. Dieses Wird jetzt dank des Anschwärzens des "Erwischten"
hoffentlich großflächig verfolgt, die Bestechung wird wohl großflächig
mit dem Bewußtsein des Illegalen und der Erwartung der künftigen
Strafverfolgung eingestellt und die Bilder in dieser Folge theoretisch
um diese Euros für Bestechung und Profit aus Bestechung günstiger. Dies
selbstverständlich nicht weil es die Täter einsehen, sondern weil der
Marktpreis dank nicht mehr geschlossener Knebelverträge (Anreiz fehlt)
und der Möglichkeit der Alternativangebots-Einholung sinken - sich dem
Marktwert angleichen wird. Theoretisch wenigstens. ;-)

> Ich bin mir übrigens relativ sicher, dass wir in sagen wir 10 Jahren
> wesentlich mehr Sponsoring und Werbung an Schulen haben, die öffentliche
> Hand an vielen Stellen praktisch Pleite ist - so z.B. hier in Berlin. Ob man
> das als "moralisch" gut oder nicht gut erachtet, ist dabei zweitrangig. Die
> Kohle siegt am Ende.

Selbstverständlich - nur ist Sponsoring und Korruption glücklicherweise
ein seeeeeehr großer Unterschied! Glücklicherweise.

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 6:13:31 AM5/23/05
to

Bernhard Ess schrieb:

Ne, aber den Eltern. Manche von Ihnen haben dafür mehr als ausreichend
Zeit - und dafür auch ausreichend Profilierungssucht. ;-)

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 6:31:40 AM5/23/05
to

Andreas Neste schrieb:

> Du stellst Vergleiche an.
>
> Aber schau Dich doch mal im Umfeld von Hochschulen um. Sponsoring ist da
> nix fremdes.

Sponsoring nicht, über Korruption an Hochschulen kann ich hingegen
nichts sagen.

Trotz Sponsoring an meiner Hochschule habe ich meines Wissens niemals
auch nur einen Cent direkt oder indirekt an einen Sponsor bezahlt - ganz
im Gegenteil habe ich im "Ausgleich" zur Wahrnehmung direkt oder
indirekt Leistungen z.B. in Form von Sachleistungen direkt oder indirekt
bekommen. Die Hochschule und Ihre Studenten waren hier nicht direkte
Kunden, sondern z.B. vielmehr Werbekunden, welche über die Möglichkeiten
und Leistungen eines Anbieters aufgeklärt werden sollten. Z.B. um sich
künftig (auch) beim werbenden Unternehmen um einen Platz für das
Praktikum, die Diplomarbeit oder eine spätere Anstellung zu bewerben.
Selbstverständlich letztendlich auch mit dem Zweck, allgemeingültige
Werbung zu betreiben.


> Du verdienst doch auch Dein Geld mit Fotografie, oder? Warum gönnst Du
> Deinen Berufskolegen eigentlich nicht die Butter auf dem Brot und
> kriminalisierst sie, wenn sie Einfallsreichtum zeigen?

Weil sich diese Bestechungen i.d.R. gegen andere Berufskollegen (den
niedergelassenen Fotografen) sittenwiedrig richten. Zu wem willst Du
jetzt halten: Zu den Schulfotografen bei illegalem Vorgehen, oder zu den
niedergelassenen Fotografen, den Opfern der Korruption?

> Woher willst Du eigentlich wissen, dass diese "Geschäftspraktik" nicht
> sogar in Einklang mit allen Beteiligten läuft? Also, dass von Eltern,
> Schülern, und Lehrern ganz bewusst jemand beauftragt wird, der bei einem
> gewissen Umsatz was für die Schule springen lässt.

Alle Beteiligten schließt sie Konkurrenz mit ein. Wenn die Konkurenz die
Möglichkeit erhält hier offen "mitbieten" zu dürfen, sieht es juristisch
vielleicht etwas anders aus.

> Es ist zwar äusserst
> populär auf Beamte und Lehrer im speziellen rumzuhacken, aber in der
> Realität gibt es zum Glück noch viele dieser Berufsgattung, die sich
> über ihre beruflichen Pflichten hinaus für die Kinder engagieren.

Sagt doch keiner was dagegen - aber Doch bitte nicht korrupt und
illegal! Laßt die Konkurrenz doch auch leben!

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 6:37:11 AM5/23/05
to

Dominique Ecken schrieb:


> Ist schon erstaunlich, zu welchen hirnlosen Vergleichen sich manche
> bemüßigt fühlen. Fällt dir echt nichts sachliches mehr ein?

Moment! Wo ist denn die Grenze zu ziehen?

Korruption ist bereits höchstgradig illegal - die juristische Grenze
wird es also nicht sein.

Es billigend in Kauf nehmen, dass niedergelassene Fotografen auch mit
supergünstigen Angeboten keinen Auftrag bekommen - weil sie um das
erforderliche Bakschisch nicht wissen und deshalb auf Dauer vielleicht
ihre Existenz verlieren macht auch eine moralische Betrachtung obsolet.

Wo fangen wir also an? Wo hören wir auf?
Illegal ist nur schlimm, wenn es uns nicht betrifft? Wofür haben wir den
Regeln in unserem Rechtsstaat? Wollen wir wirklich zur "Bananenrepublik"?

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 6:44:19 AM5/23/05
to

Christian Kolinski schrieb:

> Bei uns lief das immer so ab das der Unterricht unterbrochen, die Klasse samt
> Lehrer zum Fotografen in die Aula geführt wurde, und nach dem Klassenfoto jeder
> einzeln abgelichtet wurde. Währen der Schulzeit und für den Schüler durchaus
> Zwang, da man sich ja nicht absetzen konnte da Unterrichtszeit.
>
> Und abgegeben wurde z.B. das Klassenfoto nur als "Klassensatz", also war
> der Druck eines zu nehmen schon da, da sonst alle anderen mehr bezahlen
> müssten.
>
> Also ich finde das schon reichlich daneben.
>
> Christian


Full ACK!

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 6:58:28 AM5/23/05
to

Luigi Rotta schrieb:


> Also als Elternteil erwarte ich sogar, dass der Lehrer ein
> Klassenfoto organisiert. Dass ein fairer Preis verlangt wird
> setze ich voraus. Das ist jetzt nun echt Aufgabe des Lehrers
> (oder Schulleiter, ihr habt ja solches). Ein Klassenfoto
> hab ich immer genommen,

Full ACK!

> wenn der Fotograf fähig war auch
> ein Porträt. Der ganze Rest ging gnadenlos zurück.

Wegen dem Gruppenzwang leider auch ohne Bedarf bei uns leider nicht. Ich
"musste" immer alles nehmen - sieht ja sonst komisch aus, wenn der
liebe nette Fotograf schon seine Zeit geopfert, und das Material ja auch
schon etwas gekostet hat ... ;-) Leider ...

Lars Mueller

unread,
May 23, 2005, 7:00:17 AM5/23/05
to
Andreas Neste wrote:
>
> Hallo Peter,
> Peter Ofenbaeck schrieb:
>
> > Andreas Neste schrieb:
>
> >>Ich habe kein Verständnis dafür, dass Leuten, die eine Dienstleistung
> >>anbieten, kriminelles Handeln unterstellt wird, wenn sie ganz
> >>gewöhnliche Rabattaktionen zum Ausüben ihres Berufes nutzen.
>
> > Ich habe kein Verständnis dafür, wenn überflüssige Dienstleistungen
> > unter Ausnutzung der spezifischen Struktur des Umfeldes "Schule"
> > angeboten werden.
>
> sorry, ich sehe da rein gar nichts ausgenutzt.
>

Ich habe das gerade einer aus dem entsprechenden Gebiet vorgelesen.
Spontane Reaktion: "Ja, diese Schulfotos kenne ich. Das war um die 7.-8.
Klasser herum. Die hat man nehmen und bezahlen _müssen_!"

Soviel dazu: Kein Druck, kein Ausnutzen, keine Korruption usw. Sind
Korruption und Bestechung schon so üblich, daß man das als völlig normal
und rechtmäßig empfindet?

Gruß Lars

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 7:05:14 AM5/23/05
to

Bernhard Ess schrieb:

> Schön, dass du den Leuten jegliche Selbstständigkeit absprichst. Ich kann
> aus eigener Erfahrung sagen, dass dieser vermeintliche Gruppenzwang oder
> Druck einzig in deiner Wahrnehmung existiert.

Zu meiner Schulzeit existierte er. In meiner Klasse (in jüngeren Jahren,
nicht auf dem Gymnasium) hätten es sich manche nicht leisten können und
dürfen - wollten ihr Gesicht jedoch nicht verlieren. Bei Ausländischen
Kindern um so mehr. Traurig, was Gruppenzwang bewirken konnte und kann.

> Es gehen in solchen Fällen
> Listen rum, und wer will, trägt sich ein oder nicht - end of story.

Listen gab es bei uns IMHO nicht. Es war letztlich auch kein Geheimnis
(da ofen abgerechnet), wer was nahm und was nicht.

> Der
> psychologische Druck, ein Handy zu haben und möglichst ein schickes, dürfte
> im real life weitaus größer sein, und er kostet die Eltern bei jedem neuen
> Handy mehr als alle Klassenbilder von der 1.-13. Klasse zusammen.

Ich hatte in der 4 Klasse kein Handy, genauso wenig wie irgendein Lehrer
meiner Schule.

> Beim
> Klassenbild gehts im Endeffekt um 4 oder 5 Euro pro Bild, dafür kriegt der
> Sprössling nicht mal 2 Hamburger.

Ja, nur nahm man seinerzeit nicht "nur" das Klassenbild, sondern traute
sich nicht die anderen Pilder, Sticker, Schlüsselanhänger mit Foto drin
etc. zurückzugeben. Und in der Summe war es - u.a. auch gemessen an der
Kaufkraft - deutlich mehr als ein Hamburger.

> Und ob die Dienstleistung "Klassenfoto" überflüssig ist oder nicht, sollte
> auch jeder selbst entscheiden - vielleicht findet dein Kind es in 30 oder 40
> Jahren mal schade, keins zu haben, weil Papa das für überflüssig erachtet
> hat. Bei solchen Fotos ist denn der Erinnerungswert auch weitaus wichtiger
> als die fotografische Qualität.

ACK.

Lars Mueller

unread,
May 23, 2005, 7:24:36 AM5/23/05
to
Andreas Neste wrote:

> Aber schau Dich doch mal im Umfeld von Hochschulen um. Sponsoring ist da
> nix fremdes.

Ach ja? Und das geschieht völlig inoffiziel und in der Form, daß die
minderjährigen, schutzbefohlenen, unmündigen Studenten da zu einer Firma
hingeführt werden und überteuerte Produkte kaufen müssen, oder was?

Oder ist es vielleicht doch eher so, daß die Studenten in der Regel
volljährig sind, die Wahl haben und ihnen die Sache eher zugute kommt,
da die Firmen hier Geld investieren, anstatt Geld abzugreifen?

Lars

Lars Mueller

unread,
May 23, 2005, 7:32:11 AM5/23/05
to
Luigi Rotta wrote:

> Papperlapapp, du bist einfach neidisch dass du den Job nicht
> gekriegt hast.

Und dein Geschribsel klingt wie die unreife trotzreaktion eines
Menschen, der sich bei der Korruption ertappt fühlt.

Lars Mueller

unread,
May 23, 2005, 7:37:46 AM5/23/05
to
Daniela Duerbeck wrote:
>
> Peter Ofenbaeck wrote:
>
> > eine unerwünschte bzw. überflüssige Dienstleistung zu verkaufen.

>
> Nö. Jahre später freut man sich über die Bilder.

Mir ist kein Gesetz bekannt, daß vorschreibt, daß man sich daran zu
erfreuen hat.
Anstatt Korruptionsgeschenke zu finanzieren, hätte man auch einfach
einen guten und günstigen Fotografen auswählen können. Ich meine, das
ist wirklich nicht zuviel verlangt! Auch meine ich, daß man
minderjährigen Schülern nicht einfach etwas zwangsverkaufen darf, wie
das an dieser Stelle üblicherweise geschieht. Sobald hier irgend welche
vom Auftrag abhängigen Geschenke an die Schule gehen, ist definitiv
etwas gründlich schief gelaufen.

Lars

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 7:49:45 AM5/23/05
to

Lars Mueller schrieb:

> Anstatt Korruptionsgeschenke zu finanzieren, hätte man auch einfach
> einen guten und günstigen Fotografen auswählen können. Ich meine, das
> ist wirklich nicht zuviel verlangt! Auch meine ich, daß man
> minderjährigen Schülern nicht einfach etwas zwangsverkaufen darf, wie
> das an dieser Stelle üblicherweise geschieht. Sobald hier irgend welche
> vom Auftrag abhängigen Geschenke an die Schule gehen, ist definitiv
> etwas gründlich schief gelaufen.

Full ACK!

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 7:54:24 AM5/23/05
to

Lars Mueller schrieb:


> Oder ist es vielleicht doch eher so, daß die Studenten in der Regel
> volljährig sind, die Wahl haben und ihnen die Sache eher zugute kommt,
> da die Firmen hier Geld investieren, anstatt Geld abzugreifen?

Yep, genau so. Ist ja der Grundgedanke des Sponsorings - im Gegensatz
zur illegalen Korruption.

Uwe Hercksen

unread,
May 23, 2005, 8:16:42 AM5/23/05
to

Peter Ofenbaeck schrieb:

> Ich würde die Schule als kommerzfreien Raum definieren, in dem weder Werbung
> noch Handel etwas verloren haben. Wie Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieb,
> so sollte man sie auch nicht in die Schulen lassen.

Hallo,

schön wärs, ist aber Utopie. Auch wenn man den Handel direkt aus den
Schulen aussperrt, indirekt ist er über die Kleidung der Schüler, Schuhe
Handys, Zigaretten, Unterhaltungselektronik usw. in den Schulen fest
verwurzelt. Auch mit einheitlicher Schulkleidung kommt man dagegen nicht
mehr an.

Bye

Andreas Neste

unread,
May 23, 2005, 9:17:29 AM5/23/05
to
Hallo Lars,
Lars Mueller schrieb:

> Andreas Neste wrote:

>>Peter Ofenbaeck schrieb:

>>>Andreas Neste schrieb:

>>>>Ich habe kein Verständnis dafür, dass Leuten, die eine Dienstleistung
>>>>anbieten, kriminelles Handeln unterstellt wird, wenn sie ganz
>>>>gewöhnliche Rabattaktionen zum Ausüben ihres Berufes nutzen.

>>>Ich habe kein Verständnis dafür, wenn überflüssige Dienstleistungen
>>>unter Ausnutzung der spezifischen Struktur des Umfeldes "Schule"
>>>angeboten werden.

>>sorry, ich sehe da rein gar nichts ausgenutzt.

> Ich habe das gerade einer aus dem entsprechenden Gebiet vorgelesen.
> Spontane Reaktion: "Ja, diese Schulfotos kenne ich. Das war um die 7.-8.
> Klasser herum. Die hat man nehmen und bezahlen _müssen_!"

meinst Du jetzt ernsthaft, weil Dir irgendein Namenloser das erzählt
hat, ich dem irgendeine Bedeutung beimesse?

> Soviel dazu: Kein Druck, kein Ausnutzen, keine Korruption usw. Sind
> Korruption und Bestechung schon so üblich, daß man das als völlig normal
> und rechtmäßig empfindet?

So in etwa hat die heilige Inquisition funktioniert...

Irgendwer hat erzählt und behauptet und schwupp kam man auf den
Scheiterhaufen...

Zum Glück leben wir aber mittlerweile in einem Rechtsstaat. Der hier zur
Diskussion stehende Artikel, handelt von einer aufgenommen Ermittlung.
Komisch das sich hier so viele beflissen fühlen, gleich vorzuverurteilen
und nicht an sich halten können Beispiele für die bösen Machenschaften
aufzuzählen.

Das was einen Rechtsstaat auszeichnet, ist, dass jeder als unschuldig
gilt, der nicht verurteilt ist. Was die Bürger eines Rechtsstaates
auszeichnen sollte, ist IMHO, dass sie sich das zu Herzen nehmen.

Nur in einem "Unrechtsstaat" ist es umgekehrt. Da gilt jeder von vorn
herein für schuldig und muss bei jedem Verdacht selbst seine Unschuld
beweisen.

Für mich ist die Diskussion an dieser Stelle beendet und ich wünsch Dir
und den übrigen noch viel Spass beim Vorverurteilen und dabei mich in
die Ecke eines Korruptionsbeführworter zu stellen...

Viele Grüße
Andreas

Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 9:32:28 AM5/23/05
to

Andreas Neste schrieb:

> Zum Glück leben wir aber mittlerweile in einem Rechtsstaat.

Ja, glücklicherweise. Und glücklicherweise ist Korruption illegal.

> Der hier zur
> Diskussion stehende Artikel, handelt von einer aufgenommen Ermittlung.

Was für einen rechtsstaat auch richtig und wichtig ist!

> Das was einen Rechtsstaat auszeichnet, ist, dass jeder als unschuldig
> gilt, der nicht verurteilt ist. Was die Bürger eines Rechtsstaates
> auszeichnen sollte, ist IMHO, dass sie sich das zu Herzen nehmen.

Klar. Stimmt. An der einen Person macht es hier doch auch keiner fest.
Namen habe ich hier keine gelesen. Illegal ist jedoch illegal - gleich
ob es einer praktiziert hat oder nicht.
Täter werden für ein Verbot nicht benötigt - der Staat kann
diesbezüglich glücklicherweise präventiv handeln.

> Nur in einem "Unrechtsstaat" ist es umgekehrt. Da gilt jeder von vorn
> herein für schuldig und muss bei jedem Verdacht selbst seine Unschuld
> beweisen.

Was hier weder ist, noch jemand tut.

> Für mich ist die Diskussion an dieser Stelle beendet und ich wünsch Dir
> und den übrigen noch viel Spass beim Vorverurteilen und dabei mich in
> die Ecke eines Korruptionsbeführworter zu stellen...

Du hast hier Korruption zumindest indirekt offen befürwortet - auch wenn
Du Korruption möglicherweise anders als der Gesetzgeber oder der eine
oder andere hier zu definieren scheinst.
Das man daran Anstoß findet ist für mich nicht unbedingt verwunderlich.

Jürgen Gerkens

unread,
May 23, 2005, 2:00:30 PM5/23/05
to
Dominique Ecken haute in die Tasten:

> Diese Einlassung geht aber meilenweit an der Realität vorbei. Für
> jemand, der das nicht routinemäßig macht, ist so eine Aktion ungeheuer
> zeitaufwändig, und auch wenig erquicklich.

Abgesehen davon, daß längst nicht immer auch gewünscht wird, was der Profi
abliefert, munkelt man auch, daß sogar Amateure über Routine verfügen
können.

Für die Schüler selbst ist es ab einem gewissen Jahrgang auch nicht mal so
unflott, praktisch zu lernen, wie man an so etwas heran geht. Wenn ich mir
manche Praktikanten oder Azubis ansehe, sollten die viel mehr üben
selbständig mal etwas zu tun.

bis denne
Jürgen Gerkens

Luigi Rotta

unread,
May 23, 2005, 3:57:40 PM5/23/05
to
Am Mon, 23 May 2005 13:32:11 +0200 schrieb Lars Mueller
<l...@despammed.com>:

Wenn deine Schwester heiratet und du mir den Hochzeitsfotojob
zuschanzst kriegst du von mir eine Heizdecke.


--

Gruss

Luigi


"Künstliche Intelligenz ist das Perpetuum Mobile
der Informationstechnologie."

Bernhard Ess

unread,
May 23, 2005, 5:00:51 PM5/23/05
to
Daniel V. Franzinelli wrote:
> Ich habe auch ein Problem damit, wenn Kunde A (Schüler) eine Leistung
> überteuert bezahlt, wovon Kunde B (Schule) profitiert - auch wenn
> diese Überteuerung indirekt wieder Kunde A zugute kommt.

Soso, ein "Problem" hast du, wenn ein anderer eine Leistung überteuert
bezahlt (ohne die Qualität zu kennen, den konkreten Aufwand usw.)

Die ganze elende Diskussion entsteht dadurch, dass du und andere dir
Gedanken über "Kunde A". "Kunde B" machst (in beiden Fällen nicht du),
anstatt deinen Kram zu machen und den (hoffentlich mündigen) Eltern zu
überlassen, das Klassenfoto für schrecklich überteuerte 5 Euro zu kaufen
oder nicht. Du demna Wenn dein Sohn/ Tochter dran ist, organisiere das
Knipsen selbst, mach den ganzen Organisationsscheiß und gut ist.

Und ich steige jetzt aus diesem allgemeinen Moralgeblubbere aus.

Tschüß.

Bernhard


Daniel V. Franzinelli

unread,
May 23, 2005, 6:40:41 PM5/23/05
to

Bernhard Ess schrieb:

> Soso, ein "Problem" hast du, wenn ein anderer eine Leistung überteuert
> bezahlt (ohne die Qualität zu kennen, den konkreten Aufwand usw.)

Überteuert durch Korruption begünstigt ist nun einmal aus gutem Grund
illegal - und dies lehne ich nunmal ab.

> Die ganze elende Diskussion entsteht dadurch, dass du und andere dir
> Gedanken über "Kunde A". "Kunde B" machst (in beiden Fällen nicht du),
> anstatt deinen Kram zu machen und den (hoffentlich mündigen) Eltern zu
> überlassen, das Klassenfoto für schrecklich überteuerte 5 Euro zu kaufen
> oder nicht. Du demna Wenn dein Sohn/ Tochter dran ist, organisiere das
> Knipsen selbst, mach den ganzen Organisationsscheiß und gut ist.

Ich habe die letzten zwei Jahre hier bei uns in Dietzenbach jeweils den
aktuellen ABI-Jahrgang für das Abi-Buch gänzlich kostenfrei fotografiert
- selbst die Unkosten (Material, Studioabschreibung,
Hintergrundabnutzung etc.) habe ich selbst übernommen. Also keine
Bestechung, keine Korruption, kein Profit, keine Kosten für Schüler oder
Eltern - aber nunmal auch kein Beamer. Dies waren jedesmal um die 70
Personen pro Jahr. Mehr möchte ich nun wirklich nicht. ;-)

Für dieses Jahr bestand das gleiche Angebot zu gleichen Konditionen:
Nämlich für Lau im Blitzstudio mittels DSLR.

Genommen wurde statt dessen ein Hobbyknipser, welcher sich
Heißlichtleuchten ohne Hintergrund und eine digitale Kompaktkamera
zusammenlieh. Er kassierte 500,00 €, die Fotos sind heute - vier Wochen
vor dem Abiball - noch nicht fertig, die Termine wurden zum Ärger der
Schüler teils keine 24 Stunden vorher bekanntgegeben. Die Kosten in Höhe
von 500,00 € sollen zudem noch nachverhandelt werden, denn der Gute
musste unerwarteter Weise das Equipment öfter als nur einmal ausleihen.
Wie kam es dazu? Ganz einfach: Mein Angebot wurde nicht bekanntgegeben,
die "Eingeweihten" Schüler zum Schweigen verurteilt. Genommen wurde der
Hobbyknipser, weil er der Freund der Organisatorin ist.
Was ist der Schaden? Die Schüler berappen nun mindestens 500,00 €,
wahrscheinlich mehr. Statt im Februar vor dem schriftlichen Abitur mit
den Bildern fertig zu sein, sind die Schüler nun alle in der Stressphase
ggf. mit Übergewicht (Nervennahrung) aufgenommen worden, mussten dafür
wertvolle "Lernzeit" opfern. Das Abibuch wird voraussichtlich nicht mehr
rechtzeitig zum Abiball fertig, es wird damit nicht die gewünschte
Anzahl an Abnehmer finden (können).
Grund: Korruption. Danke. :-(

Für den nächsten Abi-Jahrgang (2006) wiederum, habe ich die Zusage
voraussichtlivch wieder. ;-)

> Und ich steige jetzt aus diesem allgemeinen Moralgeblubbere aus.

Dein gutes Recht. ;-)

> Tschüß.

Manfred Poland

unread,
May 23, 2005, 6:45:22 PM5/23/05
to
Lars Mueller <l...@despammed.com> wrote:
>Daniela Duerbeck wrote:

>> Nö. Jahre später freut man sich über die Bilder.
>
>Mir ist kein Gesetz bekannt, daß vorschreibt, daß man sich daran zu
>erfreuen hat.

Hmmm, wenn ich mir diese Antwort auf Danis Aussage mal so richtig
ansehe ...

Machst du dir denn tatsächlich noch dauernd in die Hosen, nur weil dir
kein Gesetz bekannt ist, daß vorschreibt, daß man besser Toiletten
benutzen möchte?

Albern, nicht wahr? BTW: Gehst du zum "dich freuen" wenigstens ab und
zu mal in den Keller?

manfred

--

Lars Mueller

unread,
May 23, 2005, 7:21:55 PM5/23/05
to
Andreas Neste wrote:

> meinst Du jetzt ernsthaft, weil Dir irgendein Namenloser das erzählt
> hat, ich dem irgendeine Bedeutung beimesse?

Äh woher weißt du Troll denn, daß langjärhige Bekannte von mir namenlos
sind?

> So in etwa hat die heilige Inquisition funktioniert...

Jaja, geh woanders trollen. *PLONK*

Lars Mueller

unread,
May 23, 2005, 7:23:34 PM5/23/05
to
Luigi Rotta wrote:

> Wenn deine Schwester heiratet und du mir den Hochzeitsfotojob
> zuschanzst kriegst du von mir eine Heizdecke.

*PLONK* Schöner Thread zum Filtern.

Lars Mueller

unread,
May 23, 2005, 7:25:18 PM5/23/05
to
Manfred Poland wrote:

> Albern, nicht wahr? BTW: Gehst du zum "dich freuen" wenigstens ab und
> zu mal in den Keller?

[ ] Du hast verstanden.

Manfred Poland

unread,
May 23, 2005, 8:17:19 PM5/23/05
to
Lars Mueller <l...@despammed.com> wrote:
>Andreas Neste wrote:
>
>> meinst Du jetzt ernsthaft, weil Dir irgendein Namenloser das erzählt
>> hat, ich dem irgendeine Bedeutung beimesse?
>
>Äh woher weißt du Troll denn, daß langjärhige Bekannte von mir namenlos
>sind?

Woher willst du wissen, ob deiner "langjärhige Bekannte" irgendjemand
irgend eine Bedeutung beimisst?

>> So in etwa hat die heilige Inquisition funktioniert...
>
>Jaja, geh woanders trollen. *PLONK*

Gutes Argument.

--

Manfred Poland

unread,
May 23, 2005, 8:23:52 PM5/23/05
to
Lars Mueller <l...@despammed.com> wrote:

Ja, noch eine Gelegenheit um deine geistige Überlegenheit zu zeigen.
Schade aber auch, dass du es auch diesmal nicht geschafft hast.


Manfred Poland

unread,
May 23, 2005, 8:48:31 PM5/23/05
to
Lars Mueller <l...@despammed.com> wrote:

>Manfred Poland wrote:
>>Daniela Duerbeck wrote:

>>> Nö. Jahre später freut man sich über die Bilder.

Nur, damit deine Antwort darauf nicht so einfach vergessen wird:

>Mir ist kein Gesetz bekannt, daß vorschreibt, daß man sich daran zu
>erfreuen hat.

Findest du deine Antwort etwa irgendwie intelligent oder wenigstens
witzig? Ich nicht, das Wort "Dummschwatz" verkneife ich mir jetzt
einfach mal.

>> Albern, nicht wahr? BTW: Gehst du zum "dich freuen" wenigstens ab und
>> zu mal in den Keller?
>
>[ ] Du hast verstanden.

Wow, du bist ja noch nicht mal in der Lage, an der richtigen Stelle
ein Kreuz einzufügen. Ist dir das nicht peinlich? Oder bist du dazu
nur gerade nicht in der Lage? Ein einfaches "Plonk" hätte es, als
deine persönliche Meinungsäusserung, auch getan. Hätte auch zu deinen
vorherigen Postings in diesem Thread gepasst. Schon unangenehm für den
klassischen Opportunisten, wenn die *eigene* Meinung nicht so gut
ankommt.

Aber egal, und nur mal so zum Verständnis. Da schreibt jemand, man
könne sich ja auch Jahre später über die Bilder freuen. Und du hast
nix anderes als deine momentane Hasskappe auf dem Kopf und glaubst
unbedingt erzählen zu müssen dass es dazu kein Gesetz gibt.

Armer Kerl.

Tom! Striewisch

unread,
May 24, 2005, 4:30:39 AM5/24/05
to
Dominique Ecken <a...@gmx.net> schrub:

>Ich habe das mal nur in einer Klasse (meiner Tochter) gemacht, um dann
>anschließend mit Nachbestellungen in der Größenordnung von 3 Passbildern
>konfrontiert zu werden.

Ich drück den Eltern eine CD mit den Bildern in die Hand, dann kann
jeder selber schauen, was er daraus machen lässt.
Heutzutage ist das doch kein großes Problem mehr...

Tom! ******
--
Digitalfotokurs / Zeche Zollverein: http://zollverein.fotolehrgang.de/
Ein Fotolehrgang: http://www.fotolehrgang.de (Buch in 2.Aufl. lieferbar)
Digitale Kugelpanoramen: http://www.langebilder.de/
Neu hier? FAQ! : http://www.drf-faq.de/ oder http://www.drffaq.de

Tom Rohwer

unread,
May 24, 2005, 5:25:48 AM5/24/05
to
Bernhard Ess wrote:

> Ich kann dir sagen, was die Konsequenz daraus sein wird: Keine Schulleitung/
> Lehrer hat Lust und Zeit, den kranken bürokratischen Aufwand für sowas zu
> betreiben. Also wirds i.d.R. dann keine Schulfotos mehr geben.

Was wirklich kein großer Verlust ist. Wenn die Eltern sowas haben
wollen, sollen sie es bitteschön selber organisieren.

Die Schulleitung sollte sich vielleicht, statt gegen kleine Geschenke
das lokale Fotografengewerbe zu fördern, lieber ihren eigentlichen Job
machen und für vernünftigen Unterricht an ihrer Schule sorgen. Damit hat
sie eigentlich ja wohl mehr als genug zu tun...

> bei Schulfotos gehen keine Steuern drauf

Wenn die örtlichen Fotografen sich einen "Bestechungswettbewerb" um den
Auftrag liefern, werden über kurz oder lang ziemlich viele Steuergelder
dabei drauf gehen. Das zeigt die Situation bei öffentlichen Bauvorhaben
nur zu gut.

Und wenn die Schulleitung meint, sich fehlende Ausstattung auf diese
Weise sponsorn zu lassen, dann werden über kurz oder lang die Schüler
nicht mehr zum Lernen kommen, weil sie dreimal in der Woche einen
Fototermin haben.

Die Schule ist dann vielleicht irgendwann perfekt ausgestattet, aber die
Schüler haben auch nichts davon, weil sie gerade fotografiert werden.

> Und nochmal: Bei solchen läppischen Dingern von "Bestechung" oder "Skandal"
> zu sprechen (noch dazu wo keiner zu irgendwas verpflichtet ist, noch
> Steuergelder verklopft werden), ist wieder mal typisch deutsch.

Es ist nicht "typisch deutsch", es ist schlicht und einfach rechtswidrig
und - vermutlich, aber dafür gibt es Gerichte, die das klären - sogar
eine Straftat.

Und das ist es übrigens in allen EU-Ländern. Nicht nur in Deutschland.

--
"Ist der Mensch nach Ausfall aller Gehirnfunktionen wirklich tot, oder einfach nur ein deutscher Abgeordneter?" (Matthias Richling)

Tom Rohwer

unread,
May 24, 2005, 5:32:30 AM5/24/05
to
Andreas Neste wrote:

> Seit wann werden denn Schulfotos von Steuergeldern bezahlt? Deshalb
> dürfte Deine _Annahme_ diesbezüglich schlicht falsch sein.

WENN es eine Veranstaltung in der Schule ist, die mit Segen der
Schulleitung stattfindet, dann ist es ein öffentlicher Auftrag (auch
wenn am Ende die Eltern einzeln die Bilder bezahlen). Und der sollte
öffentlich ausgeschrieben werden.

WENN es eine private unternehmerische Aktion des Fotografen ist, braucht
er ja auch überhaupt keine Erlaubnis der Schulleitung, und alles ist
gut. Dann braucht der Fotograf auch keine "kleinen Aufmerksamkeiten" an
Schulleitung und Lehrer zu verteilen.

> Ich weiss nicht, wie die Statuten für vorgeschriebene Ausschreibungen
> bei öffentlichen Aufträgen im Detail aussehen, aber meines Wissens sind
> diese nur dann vorgeschrieben, wenn eine gewisse Auftragssumme
> überschritten wird.

Das ist im Prinzip richtig, wobei es hier Ausnahmen gibt, z.B. nämlich
um Wettbewerbsverzerrung zu verhindern. Da ging es mir aber auch mehr um
das Grundsätzliche, denn es ist nun mal eine vom Steuerzahler teuer
bezahlte Tatsache, daß "freihändig" von der Verwaltung vergebene
Aufträge fast immer überteuert vergeben werden.

Und der Schulleiter wird schon in Versuchung kommen, nicht z.B. den für
die Eltern günstigsten Fotografen anzuheuern, sondern den, der ihm am
meisten "kleine Aufmerksamkeiten" gibt. Ist ja auch nur menschlich...

> Die Nebelkerzen, was den Kern der ganzen Angelegenheit betrifft, mal
> aussen vor gelassen, empfehle ich auch Dir, Dich mal mit den Realitäten
> an den Schulen auseinander zu setzen.

Die Realitäten von Schulen sehen zweifellos so aus, daß sich
Schulleitungen um andere Dinge kümmern sollten als Fotos von den
Schülern.

> Bildung kostet Geld. Deutschland scheint nicht gewillt, oder nicht in
> der Lage dazu zu sein, für Bildung ausreichend Mittel zur Verfügung zu
> stellen.

Richtig. Ich bezweifle allerdings stark, daß sich daran durch die
Verbreitung der Korruption im öffentlichen Dienst etwas zum Guten ändern
wird...

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