Richtig, aber zusätzlich zur eigenen Erfahrung habe ich auch die Chance
genutzt, auch mal ein Coaching für Blitzanlagen mitzunehmen. Statt mit
meiner Bekannten und einem Model erst mal im kleinen Kreis mit der BA zu
üben, habe ich ihr ein Coaching spendiert und als dieses mangels
Teilnehmern zu platzen drohte, entschlossen auch selbst teilzunehmen. So
kam dieses mit 4 statt 8 Teilnehmern doch noch zustande und alle konnten
zudem doppelt so viele Setups selbständig entwickeln, wie angedacht.
Kostet, aber wir hatten so keinen Extra Aufbau und ich musste nicht zum
Üben keinen Raum chartern, das Zeug transportieren und Termine mit
Modellen machen und es reichte so gemütlich ein Tag.
Bei unseren Workshops zuvor hatten wir oft keine Striplights verwendet,
weil meine vorhandenen Striplights nicht geeignet sind laufend auf- und
abgebaut zu werden. Alles andere, abgesehen von einer Fresnel Linse und
einem Gobo-Halter hatten wir schon, d.h. auch verschiedene Softboxen,
Oktabox, Reflexschirme, Beauty Dish, Reflektoren, Snoot, Galgenstativ,
Aufheller weiss, silber, gold, Abdunkler, Abschirmklappen, also so
ziemlich das haushaltsübliche Programm.
Bei Coaching stand dann ausgerechnet die gleiche Blitzanalage bereit,
wie ich sie habe. Das war von der Bedienung natürlich ein echtes
Heimspiel und half auch der Dame dann auch in der Folge mit meiner
Anlage zu denken. Die hatte im Job immer Profis aktiviert, aber nie
selbst das Licht setzen müssen.
Vor allem hilft diese Erfahrung vorher zu wissen, was überhaupt
gebraucht wird, wenn man spontan mit kleinem Setup starten will und dann
keine weiteren Teile des Equimpents mehr ran karren kann.
Und auch Stripboxen lagen beim Coaching bereit und man setzte diese so
auch direkt für verschiedene Setups ein und konnte deren speziellen
Zweck praktisch erfahren, auch sofort und direkt sehen, wie unersetzlich
diese sind.
Eine meiner Stripboxen hatte ich vorher nicht verwendet, weil dort der
Speedring mal klemmte, um mit etwas mehr Kraft ganz heraus zu fallen.
Somit stand dann etwa kein Zangenlicht zur Verfügung, um nicht die
Röhren zu gefährden, bis ich den erst einmal repariert, d.h. andere
Schrauben und Unterlegscheiben verwendet und fixiert habe, die nicht
mehr verklemmen oder sich lösen.
Eine weitere Erfahrung war die Nutzung von Gleitträgerstativen, mit
denen man ohne Stativwechsel bis runter zum Boden arbeiten kann, also
auch bei Sitzposition oder Kindern. Das war vorher immer viel zu viel
Gerödel, wenn z.B. bei Familien im Wechsel Eltern und Kinder oder Eltern
mit Kind vor der Kamera standen, man laufend am Anschlag des Statives
nach unten war und wieder wechseln musste.
Daher kaufte ich mir direkt selbst ein Gleitträgerstativ und nachdem
dieses den Vereinskollegen gezeigt wurde, im Verein auch noch eines für
den Verein. So haben wir zwei, bzw. bei zwei Studios je eines und ich
selbst bei Bedarf ein eigenes, statt verschiedene Stative zu nutzen, von
denen das kleine dann arg wakelig war.
Das Thema Ringblitz, seinerzeit hier besprochen, erledigte sich da durch
praktische Erfahrung auch gleich. Uns gefiel nämlich die Wirkung beiden
nicht, d.h. wir empfinden den Augenreflex als unschön und alienmäßig.
Durch die Bowens Pleite hätte ich den Ringblitzkonverter am Ende für
<200 EUR erstehen können, spare mir aber dieses sperrige Teil.
Statt dessen habe ich im Verein, wo es doch sinnvoll ist, den Effekt zu
demonstrieren, aber auch für Objekte zu nutzen, ein Ring-Röhrenlicht für
schmales Geld gekauft. Speziell für manche Objekte kaufte ich mir dann
ein LED Ringlicht, das mit Sony Camcorder Akkus betrieben wird wie meine
kleinen LED Flächen-Leuchten, bei denen ich in gleicher Weise auch die
Farbtemperatur wärmer machen kann. Nur eine Tasche, als Halter ein
Lampenstativ und ein kleiner optionaler Mini-Galgen und gut is, weil
eben die Erkentniss gereift war, dass wir das nicht bei Portäts mögen,
damit aber bestimmte Objekte eben doch besser befunzeln können.
Alles nichts, wobei einem Prospekte helfen können, sondern nur Praxis.
Hat man ein Studio, kann man sich auch flux mal Teile als Ergänzung
leihen, aber ohne Studio für einen aussagefähigen Test mal eben viel
Gerödel zu packen, gerade wenn man sich einen Raum und womöglich noch
Wagen mieten muss, ist nicht so praktikabel.
Da ist dann so ein Coching eine tolle Gelegenheit auch mal weitere Dinge
zu testen und durch diesen Eindruck zu schauen, ob man in Sachen
Equipment noch Optimierungsbedarf hat. Statt dem Kauf des Ringblitzes
für die Blitzanlage, das ich nach unserer Diskussion hier und dem
eigenen Eindruck beim Workshop vom Einkaufszettel gerissen hatte, kamen
dann also besagte Gleitträgerstative hinzu und die Ringdauerlichter.
Der Ringblitzvorsatz für die Bowensblitze hätte kein Einstell-Licht
geboten und wäre nur sperriger Ballast geworden, zumal er auch bei der
Fokussierung so keine Hilfe wäre und bei Brillen der Reflex erst im Bild
zu sehen ist, wenn der Blitz zündet. Man hätte also mehrfach frontal in
die Augen blitzen müssen, bis es dann zufällig mal passt und schon das
war dann keine Option.
Dafür wurde dann mal das erwähnte Striplight aus den ganzen Taschen
gewühlt und endlich so umgebaut, dass es sich vernünftig einsetzen läßt.
Außerdem haben wir nun 2 Schirm-Striplights für den Verein gekauft, die
direkt vor Ort bereit liegen und mit der vereinseigenen Bowens Anlage
nutzen werden, bei der wir 3 ähnliche 400 Ws Blitze mit Funk gekauft
haben, auch kompatibel zur bei mir vorhandenen Anlage.
So zeigt sich in der Praxis was wirklich hilft und nützt, auch im Verein
ist es dann zu zeigen und allen anschaulich zu machen, was für die
Zwecke dort Sinn und Zweck hat. Auch wieder für diejenigen, die es sich
dann ausleihen wollen und damit umgehen müssen.
Leute wie Du, Michael und Klaus habt da naturgemäß mehr Routine und bei
eigenem Studio auch jederzeit die Option Neuanschaffungen z.B. durch
Rental oder auch entsprechende Testangebote vorab einmal zu testen.
Heino, der wohl komplett vor einer Neuanschaffung steht, schlage ich
deshalb erst einmal ein Blitzanlage Coaching vor, wie es Calumet zum
Beispiel böte. Dort bekäme er nach zuvor Bowens nun Elinchrom inklusive
Service und auch den Rental im Haus, bei dem er sich Zeugs ausleihen
könnte.
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SCHÖNE GRÜẞE
JÜRGEN