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Erfahrungsbericht Arca Swiss B1

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Oliver Skibbe

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Jun 5, 1999, 3:00:00 AM6/5/99
to
Hallo,

nachdem ich seit kurzem stolzer Besitzer des o.g. Kugelkopfes (und um
einige Hunnis ärmer) bin, dachte ich mir, ich berichte Euch von meinen
vorläufigen Eindrücken. Vielleicht hilft es ja dem einen oder der
anderen bei der persönlichen Meinungsbildung.
Einen richtigen Vergleich mit anderen Köpfen in der Preisklasse >500 DM
kann ich allerdings nicht liefern, obwohl ich vor dem Kauf recht viele
Konkurrenten (z.B. Linhof, Novoflex, Schoon) befingert habe.

Ich habe mir den Monoball B1 mit Schnellwechsel-Basis zugelegt. Der Kopf
besitzt eine Kugel mit 54 mm Durchmesser und wiegt ewa 700 g. Er ist für
Kameras bis hin zum Großformat konzipiert.

Die Bedienungselemente sind für rechtshändigen Gebrauch ausgelegt.
Eigentlich nicht ideal, denn zumindest bei KB-Fotografie benötigt man
die rechte Hand ja zum Auslösen der Kamera.
Neben einer (verlustsicheren) Arretierschraube für die Panoramafunktion
findet sich ein großer, kombinierter Friktions/Feststellknopf für die
Kugel. Die Friktion ist sehr präzise anhand einer (justierbaren) Skala
einzustellen. Eine kleine, im Feststellknopf integrierte Schraube
ermöglicht es, eine Mindest-Friktion festzulegen. Das ist eigentlich
ziemlich genial gelöst, denn dadurch kann sich der Kopf niemals
unbeabsichtigt so stark lösen, daß die Kamera zu "wandern" anfängt.
Der eigentliche Witz am Monoball ist, daß seine Kugel in Wirklichkeit
asphärisch, also etwas "eierig" ist. Das führt dazu, daß die Friktion
automatisch zunimmt, wenn man die Kamera neigt.

In der Praxis heißt das: ich ermittele empirisch die für meine
Kameraausrüstung ideale Mindestfriktion, und dann kann ich die Kamera
auf dem Kugelkopf mit geringem Kraftaufwand soweit verschwenken, wie es
mir gefällt. Wenn ich die Kamera nun loslasse, behält sie ihre
Ausrichtung präzise bei. Natürlich kann man den Feststellknopf jetzt
etwas anziehen, aber man _muß_ es nicht. Ich habe das beispielsweise mit
dem 90er Makro bei 1:2 und auch mit dem 400er Tele ausprobiert. Selbst
wenn man mit dem Knöchel gegen die Kamera pocht, bleibt das Bild auf der
Mattscheibe absolut ruhig.
Bei Arbeit mit der Großformat-Kamera sollte man den Kugelkopf allerdings
deutlich strammer fixieren, sonst gibt es Probleme beim Einsetzen der
Kassetten. Auch beim Transport der Kamera auf dem Stativ darf man nicht
vergessen, den Kopf festzuziehen, sonst gibt es u.U. Scherben.

Das Schnellwechselsystem von Arca ist zwar nicht wirklich schnell, aber
sehr solide. Die Wechselplatten sitzen mit einer Schwalbe in einer
schraubstockartigen, per Drehknopf feststellbaren Basis. Im Gegensatz zu
den fast baugleichen Systemen von Graf oder Hama besitzt der
Aufnahmeschlitten der Basis keine Endanschläge. Das ist einerseits nett,
denn so kann man bei Makroaufnahmen wie mit einen Einstellschlitten
einige cm nach vorn oder hinten rutschen. Andererseits besteht das
Risiko, daß einem die Kamera unfreiwillig aus der Halterung rutscht,
falls man den Drehknopf nicht ordentlich festgezogen hat.

Ich verwende übrigens die preiwerten Hama ProPlate-Wechselplatten. Die
sind deutlich günstiger als die entsprechenden Platten von Arca und
passen trotzdem perfekt.

So, nachdem ich mir das jetzt von der Seele geredet habe, sollte ich
wohl lieber wieder ein paar Bilder machen ;-)

Gruß,

Oliver

Adrian Ranfft

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Jun 5, 1999, 3:00:00 AM6/5/99
to
Hallo Oliver,

kommst Du am 19.6. auch zum Treffen? Wenn ja, könntest Du den Monoball
zu ausprobieren mitbringen?

Gruß,
Adrian

--
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Oliver Skibbe

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Jun 6, 1999, 3:00:00 AM6/6/99
to
Adrian Ranfft <adrian...@gmx.de> wrote:

> kommst Du am 19.6. auch zum Treffen?

Vielleicht, wenn ich es einrichten kann...

>Wenn ja, könntest Du den Monoball zu ausprobieren mitbringen?
>

Klar, falls ich vorbeischaue, bring´ ich das Ding mit.


Gruß,

Oliver

Sophie Frisch

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Jun 7, 1999, 3:00:00 AM6/7/99
to
In article <1999060514...@skibbe.dialup.fu-berlin.de>,
Oliver Skibbe <ski...@zedat.fu-berlin.de> wrote:

[Arca Swiss B1]


>Die Bedienungselemente sind für rechtshändigen Gebrauch ausgelegt.

Wie meinst du das? Das einzige Bedienelement, das man oefter angreift,
ist doch dieser Friktionseinstellknopf fuer den Ball, und den kann man
durch Drehen der Basis beliebig positionieren, sofern man den Schlitz
im Lager des Balles (dessen relative Position zum Einstellknopf
natuerlich fix bleibt) nicht an einer bestimmten Stelle braucht.

Wenn du den Schlitz links hast, ist der Einstellknopf vorne (auf der
photographenabgewandten Seite), in der mMn bequemsten Position, und mit
beiden Haenden gleichermassen zu erreichen; analog: Schlitz rechts,
Knopf hinten. Die einzige Stellung, wo der Einstellknopf nur mit der
rechten Hand zu erreichen ist, ist, wenn der Schlitz vorne ist, dh.,
wenn du in einem steilen Winkel nach unten photographierst. Dafuer
ist der Knopf links, und nur mit der linken Hand gut zu ereichen, wenn
du in einem steilen Winkel nach oben photographierst (Schlitz hinten).

Sophie

Wolfgang Kommerell

unread,
Jun 7, 1999, 3:00:00 AM6/7/99
to
Sophie Frisch <fri...@blah.math.tu-graz.ac.at> wrote:

> Wenn du den Schlitz links hast, ist der Einstellknopf vorne (auf der
> photographenabgewandten Seite), in der mMn bequemsten Position, und mit
> beiden Haenden gleichermassen zu erreichen; analog: Schlitz rechts,
> Knopf hinten. Die einzige Stellung, wo der Einstellknopf nur mit der
> rechten Hand zu erreichen ist, ist, wenn der Schlitz vorne ist, dh.,
> wenn du in einem steilen Winkel nach unten photographierst. Dafuer
> ist der Knopf links, und nur mit der linken Hand gut zu ereichen, wenn
> du in einem steilen Winkel nach oben photographierst (Schlitz hinten).

<schmunzel>
Sehr schön erklärt!

W.

Andreas Loesch

unread,
Jun 7, 1999, 3:00:00 AM6/7/99
to

stimmt, ich kann mir die Lage des Knopfes und des Schlitzes bildlich
vorstellen :-))

Andreas

Oliver Skibbe

unread,
Jun 8, 1999, 3:00:00 AM6/8/99
to
Sophie Frisch <fri...@blah.math.tu-graz.ac.at> wrote:

> In article <1999060514...@skibbe.dialup.fu-berlin.de>,
> Oliver Skibbe <ski...@zedat.fu-berlin.de> wrote:
>
> [Arca Swiss B1]
> >Die Bedienungselemente sind für rechtshändigen Gebrauch ausgelegt.
>
> Wie meinst du das? Das einzige Bedienelement, das man oefter angreift,
> ist doch dieser Friktionseinstellknopf fuer den Ball, und den kann man
> durch Drehen der Basis beliebig positionieren, sofern man den Schlitz
> im Lager des Balles (dessen relative Position zum Einstellknopf
> natuerlich fix bleibt) nicht an einer bestimmten Stelle braucht.
>

Du hast natürlich Recht, für die Bedienung des B1 stellt das kein
größeres Problem dar. Bei Kugelköpfen ohne vergleichbare
Friktionskontrolle sieht das möglicherweise anders aus, denn hier muß
eine Hand praktisch ständig am Feststellknopf bleiben.
Daß der Monoball tatsächlich für rechthändige Bedienung ausgelegt ist,
erkennt man beispielsweise an der Beschriftung des Friktionsknopfes (ich
weiß, das ist jetzt ein ganz schwaches Argument :-).
Für mich ist das mit der Rechts/Links-Bedienbarkeit auch kein
wesentlicher Punkt, ich habe es mehr der Vollständigkeit halber erwähnt.

Gruß

Oliver

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