Trotz intensiver Suche im Web und in DejaNews konnte ich keine
Hinweise auf die Haltbarkeit von Selen-Belichtungszellen (wie sie in
alten Kameras und einigen Belichtungsmessern eingebaut sind) finden.
Mich würde folgendes interessieren:
* Woven hängt die Lebensdauer solcher Selenzellen ab?
* Gibt es ein Ersatzmaterial, mit dem man defekte Zellen austauschen
kann?
Grüße,
Herbert
Nur als statistische Information :) :
Bei meiner alten Zenit-E von 1976 geht die Zelle noch.
Und misst auch noch ziemlich dasselbe, wie ein neuer Apparat.
mfg
Hans
Wenn Deine Selenzelle falsch mißt kann das an Dauerlichteinwirkung liegen.
Dann reicht es normalerweise die Kamera für einige Zeit im Dunkeln
aufzubewahren und sie funktioniert wieder einwandfrei.
Meine Voigtländer Vitomatic 1 mißt noch einwandfrei.
Wann wurden die eigentlich gebaut?
Grüße,
Michael
zwischen 1957 und 1960
Rainer
>Herbert Anton schrieb in Nachricht <37846b0d...@news.telecom.at>...
>>Mich würde folgendes interessieren:
>>* Woven hängt die Lebensdauer solcher Selenzellen ab?
>>* Gibt es ein Ersatzmaterial, mit dem man defekte Zellen austauschen
>>kann?
>Wenn Deine Selenzelle falsch mißt kann das an Dauerlichteinwirkung liegen.
>Dann reicht es normalerweise die Kamera für einige Zeit im Dunkeln
>aufzubewahren und sie funktioniert wieder einwandfrei.
Das ist, mit Verlaub, falsch. Ein Selenelement besteht aus einer
hauchdünnen Gold- oder Platinfolie auf einem Eisenträger, der mit
einer Selenschicht bedampft ist. Die Goldfolie verbraucht sich wenn
Licht auf das Element trifft. Bei ständigem Gebrauch ist so ein
Element nach etwa zehn Jahren hinüber. Das ist nicht reversibel
(Nachzulesen zB. bei J. Marchesi, "Profesionelle Beleuchtungstechnik"
im Kapitel über Belichtungsmessung).
Lagerung im Dunkeln verlängert die Lebensdauer, "heilt" ein
Selenelement aber nicht.
bis dann
Stefan
> "Michael Pusch" <michae...@nwn.de> wrote:
>> Herbert Anton schrieb in Nachricht
>> <37846b0d...@news.telecom.at>...
>>> Mich würde folgendes interessieren:
>>> * Woven hängt die Lebensdauer solcher Selenzellen ab?
>>> * Gibt es ein Ersatzmaterial, mit dem man defekte Zellen
>>> austauschen
>>> kann?
>> Wenn Deine Selenzelle falsch mißt kann das an Dauerlichteinwirkung
>> liegen. Dann reicht es normalerweise die Kamera für einige Zeit im
>> Dunkeln aufzubewahren und sie funktioniert wieder einwandfrei.
> Das ist, mit Verlaub, falsch. Ein Selenelement besteht aus einer
> hauchdünnen Gold- oder Platinfolie auf einem Eisenträger, der mit
> einer Selenschicht bedampft ist. Die Goldfolie verbraucht sich wenn
> Licht auf das Element trifft.
Wie, 'verbraucht'?
> Bei ständigem Gebrauch ist so ein
> Element nach etwa zehn Jahren hinüber. Das ist nicht reversibel
> (Nachzulesen zB. bei J. Marchesi, "Profesionelle
> Beleuchtungstechnik" im Kapitel über Belichtungsmessung).
Ich will es ja gerne glauben, vor allem weil es sich mit meinen
Beobachtungen an alten Selen-Zellen deckt (...this parrot is dead!),
aber steht da auch, was da genau passiert?
--
Oliver Jennrich JILA, University of Colorado @ Boulder
Gravity. It's not just a good idea, it's the law!
>Licht auf das Element trifft. Bei ständigem Gebrauch ist so ein
>Element nach etwa zehn Jahren hinüber. Das ist nicht reversibel
>(Nachzulesen zB. bei J. Marchesi, "Profesionelle Beleuchtungstechnik"
>im Kapitel über Belichtungsmessung).
>
Bedeutet das jetzt, wenn ich den Belichtungsmesser nur so ein paar mal
im Jahr nutze, und ihn sonst im Schrank aufbewahre, halten die Zellen
dann "ewig" bzw. sehr lange oder gibt es auch bei Nichtbenützung einen
"Verfall"?
Sterben die Zellen eigentlich schön langsam, oder sind die dann von
heute auf morgen hinüber?
Grüße,
Herbert
> On Thu, 08 Jul 1999 09:10:53 GMT, herber...@gmx.at (Herbert Anton)
> wrote:
> >Mich würde folgendes interessieren:
> >* Woven hängt die Lebensdauer solcher Selenzellen ab?
> >* Gibt es ein Ersatzmaterial, mit dem man defekte Zellen austauschen
> >kann?
Selenbelis degenerieren rel. schnell. Das liegt wohl an der Difussion der
dotierten Stöoerstellen im Material. Einzige Moeglichkeit dies zu
verhindern, ist die Se-Zelle soweit zu kuehlen, dass man die
Difussionsenergie geringer ist als kT (Boltzmankonstante*Temperatur). Ich
haette gesagt, dass Du mit fluessigem Stickstoff (-77C) auf der sicheren
Seite bist (vielleicht) - sonst nimm einfach fluessiges Helium (-270C).
Aber Spaßss bei Seite - clevere Ingenieure haben das mit der Difussion
natuerlich bald erkannt und in hochwertigere Belis Plastikeinsaetze
gebaut, die man herausbrechen kann => groessere belichtete Flaeche =>
Beli geht wieder richtig - einfach 'mal probieren!
J
Ich hab hier einen Gossen Sixtomat, der im Schrank gelagert wurde. Der
ist noch so genau wie mein Lunasix. Ein noch älterer Eos (hat nix mit
Canon zu tun) ist dagegen unbrauchbar; er stand in einer Vitrine.
Alex
--
Alexander Selzer http://selzer.home.pages.de/
sel...@iname.com http://photokine.home.pages.de/
http://drf.home.pages.de/
> >Mich würde folgendes interessieren:
> >* Woven hängt die Lebensdauer solcher Selenzellen ab?
> >* Gibt es ein Ersatzmaterial, mit dem man defekte Zellen austauschen
> >kann?
> >
> Austauschmaterial wird es wohl kaum geben. Vielleicht passen die Daten
> einer anderen, ebenso alten Selenzelle zufällig ;(
Es gibt einen Selen-Beli von Leica, den Leicameter MC. Dieser wird immer
noch von Leica repariert, wenn er hin ist. Es gibt also Möglichkeiten,
nur ob sich das immer so lohnt...
--
Gruß,
Matthias
Ich kann mich im Wesentlichen den Ausführungen der anderen Leute anschließen.
Ich habe als Sammler schon dutzende von Selen-Belis in die Finger bekommen und
die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht. Die Abhängigkeit der Lebensdauer
von der Lagerung ist unbestritten. Mein Sixtomat X3 von 1956 mißt mit einer
Abweichung von weniger als einer halben Blende im Vergleich zu einem modernen
Sixtomat digital. Desgleichen messen viele Belis in Sammelkameras, die in der
Bereitschaftstasche aufbewahrt wurden, ebenfalls noch erstaunlich genau.
Anderen mußte ich schon mal einen neuen (kleineren) Vorwiderstand vor dem
Meßwerk verpassen, und bei manchen schließlich ist Hopfen und Malz verloren.
Abweichungen von zwei oder mehr Stufen, die dazu noch nichtlinear sind.
Selenzellen sind durch kein anderes Material zu ersetzen, weil durch den
speziellen Kurvenverlauf des Selens das Meßwerk bzw. der Nachführzeiger nicht
mehr "passen" würden.
Selenzellen werden übrigens noch hergestellt, der "Russe" baut z. B. noch immer
Kameras (Zorki) mit Selen-Beli.
Gruß, Holger.