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F: Lichtempfindlichkeit Auge?!

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Robert Klenk

unread,
Sep 18, 2000, 3:00:00 AM9/18/00
to
Hallo,

ich hoffe ich rühre nicht einen alten Eintopf nochmal um..

weiss jemand wie man das menschliche Auge mit
Fotoobjektiven/Filmen vergleichen kann?

wenn ich durch einen Kameraverschluss gucke und
auslöse, erkenne ich etliches auch bei 1/500. sec -
aber wieviel davon ist "nachleuchten" im Gehirn?

any ideas?

Gruss
Robert

Thilo Schmid

unread,
Sep 18, 2000, 3:00:00 AM9/18/00
to
Robert Klenk <r...@bigfoot.de> schrieb in im Newsbeitrag:
8q5qrk$eicbb$1...@ID-49177.news.cis.dfn.de...
.
.
.

> aber wieviel davon ist "nachleuchten" im Gehirn?

Du solltest damit nicht in einen Kernreaktor sehen...

Robert Klenk

unread,
Sep 18, 2000, 3:00:00 AM9/18/00
to
Hi Thilo,

> > aber wieviel davon ist "nachleuchten" im Gehirn?
> Du solltest damit nicht in einen Kernreaktor sehen...

abgesehen davon dass ich a) sowas nicht zu Hause habe
b) sicherlich nicht diese Aktion
machen kann und hinterher lange
genug lebe um es weiterzusagen


... bin ich so schlau wie vorher.....
:-)


danke
Robert

BertholdSW

unread,
Sep 18, 2000, 3:00:00 AM9/18/00
to
Hallo drf - Robert

> weiss jemand wie man das menschliche Auge mit
> Fotoobjektiven/Filmen vergleichen kann?

Eine andere Augensache:
Versuch mal das im kleinen Detail gesehene Motiv
(z.B. Landschaft aber mit Normal-Brennweite aufgenommen) auf das Papier zu
bringen (24x36cm Papier) und dort zu sehen. Wenn man das schaft, ist es
schon gut.
Wenn man noch mehr als das Auge an Details sieht, ist man spitze (24x36cm
Papier) .
Oftmals löst mein Auge beim Motiv mehr auf, als ich in meinen Bildern wieder
finde. Jedenfalls bei 24x36cm Papier. Bei grösseren Abzügen gelingt das
besser.
Egal ob KB oder MF.
Meine Kette: Stativ, Zeiss, Technical-Pan, Apo-Radagon, Multigrade4.

--
Allen noch tolle SW-Motive BertholdSW.
Berthold Jochheim Sauerland
Berth...@thjochheim.de

Pino Buso

unread,
Sep 18, 2000, 7:06:48 PM9/18/00
to
Robert Klenk schrieb:


> wenn ich durch einen Kameraverschluss gucke und
> auslöse, erkenne ich etliches auch bei 1/500. sec -
> aber wieviel davon ist "nachleuchten" im Gehirn?

naja, selbst wenn es nur nachleuchten im Gehirn ist, heisst das aber
doch, dass das Auge empfindlich genug war, diese Lichtmenge an das
Gehirn weitergeben zu können.
Im Vergleich z.B. Auge = Objektiv, Gehirn = Film. Das auf dem Film wäre
ja dann auch 'nachleuchten'. Wenn aber das Objektiv (Äugli) nicht
lichtstark genug ist, gibbet auch nix auf'm Film (Hirnli).

Mehr weiss i nix zu sagen... :)

Ciao
Pino

--
"Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf englisch." (Walter Krämer, bezügl.
Anglizismen.)
http://www.pino.spitzenmann.de
mailto:pi...@gmx.net

Dieter Michel

unread,
Sep 18, 2000, 7:36:21 PM9/18/00
to
Hallo Robert,

> weiss jemand wie man das menschliche Auge mit
> Fotoobjektiven/Filmen vergleichen kann?

Obwohl das oft so dargestellt wird, sind
Auge und Kamera nur sehr bedingt vergleichbar,
abgesehen vielleicht davon, daß es im Auge auch eine
Linse gibt, die zusammen mit der Hornhautkrümmung
auf der Netzhaut so etwas wie ein Bild erzeugt.

Dieses Bild ist aber nicht unbedingt das, was
man von einer Kamera kennt, die Linse ist nicht
farbkorrigiert, die Bild"ebene" ist extrem gekrümmt
und die Auflösung des "Filmmaterials" (vulgo Netzhaut)
ist nicht annähernd gleichförmig. Im Grunde wird
das Bild nur in einem sehr kleinen Bereich,
der Fovea, auf der Netzhaut scharf gesehen.

Das "Bild" entsteht deshalb eigentlich nicht
auf der Netzhaut, sondern im Gehirn, und zwar
durch systematische Abtastung des Gesichtsfeldes.
Die Augen sind ja im Grund auch so eine Art licht-
empfindliche Ausstülpung des Gehirns mit einer
guten (Datenrate) und direkten Verbindung ins Sehzentrum.

Zu alledem kommt, daß man mit dem Auge zunächst
eigentlich nur das wahrnimmt, was das Gehirn
identifizieren kann. Das hat seinen tiefern Sinn
wohl darin, daß Gefahrenquellen schnell erkannt
werden sollen.

Für ein Posting zu dieser Nachtzeit führt es
jetzt eigentlich schon ein bißchen zu weit.
Was diese Analogie Auge/Kamera und einiges
an Wahrnehmungspsychologie angeht kann ich
ein Buch von Werner van Appeldorn sehr empfehlen,
das "Handbuch der Film- und Fernsehproduktion"
heißt. Meiner Meinung nach sehr interessant und
lesenswert. (ISBN übrigens 3805831986).

> wenn ich durch einen Kameraverschluss gucke und
> auslöse, erkenne ich etliches auch bei 1/500. sec -
> aber wieviel davon ist "nachleuchten" im Gehirn?

Zum Teil wird es wohl ein Nachbild auf der
Netzhaut sein, so eine Art chemischer Kurz-
zeitspeicher. Auf der Ebene der Netzhaut ist
Sehen ja zunächst einmal ein chemischer Prozeß,
obwohl es auch dort schon eine Art Bildvorver-
arbeitung auf der Ebene der Nervenzellen gibt.

Viele Grüße,

Dieter Michel

Robert Kosara

unread,
Sep 19, 2000, 12:30:17 AM9/19/00
to
Hi,

Dieter Michel wrote:
>
> Hallo Robert,
>
> > weiss jemand wie man das menschliche Auge mit
> > Fotoobjektiven/Filmen vergleichen kann?
>
> Obwohl das oft so dargestellt wird, sind
> Auge und Kamera nur sehr bedingt vergleichbar,
> abgesehen vielleicht davon, daß es im Auge auch eine
> Linse gibt, die zusammen mit der Hornhautkrümmung
> auf der Netzhaut so etwas wie ein Bild erzeugt.

Noch ein paar Infos, um etwas deutlicher zu machen, dass
der Vergleich *sehr* hinkt: Wir sehen nur in einem Bereich von
etwa 1° wirklich scharf, alles andere ist mehr oder minder
verschwommen. Nur merken wir uns halt, was dort ist, und merken
dadurch nicht, wie stark die Wahrnehmung ueber den Bereich
reagiert. Deshalb bewegen wir auch zB unsere Augen ueber die
Seite beim Lesen, obwohl wir ohne weiteres die ganze Seite
im Blickfeld haben.

Die sehr peripheren Bereiche des Auges sehen fast ueberhaupt
keine Farben mehr, aber reagieren dafuer stark auf Bewegung
(Reflexartiges Hinschauen bei einer Bewegung). Das ist
entwicklungsgeschichtlich sinnvoll (Reaktion auf Angreifer),
fehlt den meisten Filmen aber, afaik ...

> > wenn ich durch einen Kameraverschluss gucke und
> > auslöse, erkenne ich etliches auch bei 1/500. sec -
> > aber wieviel davon ist "nachleuchten" im Gehirn?
>
> Zum Teil wird es wohl ein Nachbild auf der
> Netzhaut sein, so eine Art chemischer Kurz-
> zeitspeicher. Auf der Ebene der Netzhaut ist

Bei 1/500 erkennt man gar nix. Dass man doch was
erkennt, wenn man durch den Verschluss schaut, liegt
schlicht und einfach daran, dass man weiss, was man sich
erwartet, und bei einem Lichtblitz dann einfach ergaenzt.
Eine minimale Hell/Dunkel-Verteilung schafft das Auge da
vielleicht noch, aber mehr nicht. Der Rest ist Einbildung.

Also der Vergleich Film<->Auge hinkt extrem. Und zum Thema
Lichtempfindlichkeit: Die ist auch wesentlich komplizierter
als bei Film, weil es zwei verschiedene Systeme (Zaepfchen und
Staebchen) gibt, die sich noch dazu in einem sehr grossen Bereich
an die herrschenden Verhaeltnisse anpassen koennen. Dadurch
koennen wir sowohl im gleissenden Licht am Gletscher wie auch
in der DuKa halbwegs sehen, obwohl da doch ein gewisser Unterschied
besteht.


Gruesse,

Robert

--
***************************************************************************
Robert Kosara * _
rob...@kosara.net * /_)_ / __ __ 7 //_ _ __ __ __
http://www.kosara.net/ * / \(_)/_)(- / / /\(_)_\(_// (_/

Thomas 'TomV' Steffen

unread,
Sep 19, 2000, 2:06:19 AM9/19/00
to
Dieter Michel <dmi...@prosound.de> writes:

> Dieses Bild ist aber nicht unbedingt das, was man von einer Kamera
> kennt, die Linse ist nicht farbkorrigiert,

Das stimmt nicht ganz, das Auge ist in etwa wie ein Achromat
aufgebaut. Nicht das die Korrektur perfekt waere, und einiges wird
wohl auch noch spaeter korrigiert, aber einen Ansatz gibt es.

>> wenn ich durch einen Kameraverschluss gucke und
>> auslöse, erkenne ich etliches auch bei 1/500. sec -
>> aber wieviel davon ist "nachleuchten" im Gehirn?
>
> Zum Teil wird es wohl ein Nachbild auf der
> Netzhaut sein, so eine Art chemischer Kurz-
> zeitspeicher.

Warum eigentlich zum Teil? Und wieviel denn nun genau? :-)

Das Auge braucht ungefaehr 50ms, um etwas wahrzunehmen. Kuerzere Reize
kann man auch sehen, aber eben nicht getrennt voneinander, sondern nur
vermischt. Insofern vermischt sich das kurze Bild von 1/500s mit 48ms
Dunkelheit, und man sieht ein deutlich dunkleres Bild.

TomV
--
Suche Minolta AF 24-50, biete 4.5-5.6/100-300xi.

Thomas 'TomV' Steffen

unread,
Sep 19, 2000, 2:12:23 AM9/19/00
to
"BertholdSW" <Berth...@thjochheim.de> writes:

> Eine andere Augensache: Versuch mal das im kleinen Detail gesehene
> Motiv (z.B. Landschaft aber mit Normal-Brennweite aufgenommen) auf
> das Papier zu bringen (24x36cm Papier) und dort zu sehen. Wenn man
> das schaft, ist es schon gut. Wenn man noch mehr als das Auge an
> Details sieht, ist man spitze (24x36cm Papier) .

Keine Frage. Die typische Aufloesung des Auges ist imho eine
Bogenminute. Das entspricht bei 50mm einer Aufloesung von 70lp/mm.
Nicht unmoeglich, aber schon ziemlich gut.

Dazu muss man aber auch sagen, dass das Auge diese Aufloesung eben
nicht im optischen Sinne erreicht, sondern erst durch das staendige
Zittern und massive Nachverarbeitung. Aus mehreren "Bildern" wird dann
im Gehirn eine Sicht der Welt zusammengesetzt, die wesentlich mehr
Details enthaelt, als jedes einzelne Bild. Das ist genau das gleich
Prinzip, dass jetzt bei Digitalkameras als "Weltneuheit" angepriesen
wird.

Erik Krause

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
"Robert Klenk" <r...@bigfoot.de> schrieb:

> weiss jemand wie man das menschliche Auge mit
> Fotoobjektiven/Filmen vergleichen kann?

Ein paar Daten (aus "Augenheilkunde", Enke Verlag):

Brechkraft des Gesamtsystems: 61,5-76,0 Dioptrien entspricht 16,26 bis
13,15 mm Brennweite. Zum Pupillendurchmesser habe ich nichts gefunden,
aber er bewegt sich AFAIK zwischen 1mm und 9mm. Das entspräche einer
Lichtstärke von "Blende" 1,4 bis 16, wenn man den Durchmesser gleich
der Eintrittspupille setzt (was nicht genau stimmt, da die Hornhaut
vor der Iris auch schon eine Linse darstellt).

Die Sehschärfe nimmt von der Netzhautmitte zum Rand hin rapide ab. 10°
von der Mitte beträgt sie nur noch etwas mehr als 20%, bei 30° sinkt
sie unter 10%. Farbsehen konzentriert sich auch auf die Netzhautmitte.
Das Auge ist, wie jemand anderes schon geschrieben hat, ein sehr
schlecht korrigierter Achromat.

Die Lichtempfindlichkeit nach 60 Minuten Dunkeladaption beträgt
normalerweise ca. 9-10 Mikrolux. Farbsehen ist dabei nicht möglich,
die Untergrenze dafür liegt bei 20000-30000 Mikrolux. Wie man das in
Din/Iso umrechnen kann, weiß ich nicht.

Erik "Objektivrecycler" Krause
..sucht defekten EOS-Kram & Gittermattscheibe EOS 600
Die FAQ der drf schon besucht? Kleinanzeigen, Deja etc.:
http://www.drf-faq.de

Michael Pilipp

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
> Ein paar Daten (aus "Augenheilkunde", Enke Verlag):

Geil!

Mark Eggenstein

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to

Robert Kosara wrote:
> Die sehr peripheren Bereiche des Auges sehen fast ueberhaupt
> keine Farben mehr, aber reagieren dafuer stark auf Bewegung
> (Reflexartiges Hinschauen bei einer Bewegung). Das ist
> entwicklungsgeschichtlich sinnvoll (Reaktion auf Angreifer),
Kleine Anmerkung: Die peripheren Bereiche reagieren nicht
auf Bewegung, da sind nur die helligkeitsempfindlichen Stäbchen,
mehr nicht. Die Bewegungsanalyse macht das Gehirn durch die
Verarbeitung "aufeinanderfolgender" Bilder, und das auch über
den gesamten Blickbereich. IIRC.

Gruß, Mic.

Thomas 'TomV' Steffen

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Mark Eggenstein <m...@mcmurph.de> writes:

> Kleine Anmerkung: Die peripheren Bereiche reagieren nicht
> auf Bewegung,

...

Wo wir gerade dabei sind: die Verarbeitung erfolgt in verschiedenen
Kanaelen (imho 3 Stueck). Farbe und raeumliches Sehen erfolgen zum
Beispiel getrennt. Es gibt dazu einen netten Versuch, bei dem eine
perspektivische Szene mit 2 Farben dargestellt wird. Sobald die beiden
Farben den gleichen Helligkeitswert haben, verschwindet der
perspektivische Eindruck.

Thilo Schmid

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to

Robert Klenk <r...@bigfoot.de> schrieb in im Newsbeitrag:
8q61fv$ea4un$1...@ID-49177.news.cis.dfn.de...
> Hi Thilo,

>
> > > aber wieviel davon ist "nachleuchten" im Gehirn?
> > Du solltest damit nicht in einen Kernreaktor sehen...
> abgesehen davon dass ich a) sowas nicht zu Hause habe

Waaaas? Du hast keinen Kernreaktor zu Hause. Tzsss.


Robert Klenk

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Hi Erik,

> Ein paar Daten (aus "Augenheilkunde", Enke Verlag):

[...]
das hat mir bisher am meisten als Antwort gebracht :-)
danke! :-)

> Erik "Objektivrecycler" Krause
> ..sucht defekten EOS-Kram & Gittermattscheibe EOS 600

..wenn ich mal was sehe denk ich an Dich ;-)

Gruss
Robert


Robert Klenk

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Vielen Dank für die vielen informativen Antworten.. :-)
*freu*

nach der Kernreaktor-Antwort hab ich eigentlich fast nix
Sinnvolles mehr erwartet ;-)))))

bye
Robert

Roland Holfeld

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to

Hallo Robert Klenk

> weiss jemand wie man das menschliche Auge mit
> Fotoobjektiven/Filmen vergleichen kann?

> wenn ich durch einen Kameraverschluss gucke und
> auslöse, erkenne ich etliches auch bei 1/500. sec -

> aber wieviel davon ist "nachleuchten" im Gehirn?

Ich komme mit deiner Frage nicht klar.
Wenn du durch die Kamera siehst und auslöst, sieht du in dem Moment
nichts mehr, wenn der Spiegel oben ist. Erst wenn er wieder in seine
Ausgangsstellung zurückklappt, ist der Blick wieder frei.
1/500stel Sekunde nimmt das Auge nicht mehr wahr, denn dazu ist es
viel zu träge.
Nur, was hat jetzt die Verschlußzeit mit der Filmempfindlichkeit zu
tun?

bye Roland H.

Erik Krause

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
"Robert Klenk" <r...@bigfoot.de> schrieb:

> > Ein paar Daten (aus "Augenheilkunde", Enke Verlag):
>
> [...]
> das hat mir bisher am meisten als Antwort gebracht :-)
> danke! :-)

Bitte, bitte, gern geschehen. Allerdings hatte ich gehofft, daß hier
jemand die 9-10 Mikrolux in eine Filmempfindlichkeit:Belichtungszeit
umrechnen kann. Im Solf finde ich zwar eine "charakteristische Kurve
einer Negativemulsion", deren nutzbarer Bereich bei ca. 0,008-0,010
Luxsekunden beginnt, aber welche Empfindlichkeit die hat, steht da
leider nicht...

Erik "Objektivrecycler" Krause
..sucht defekten EOS-Kram & Gittermattscheibe EOS 600

Stefan Lutherdt

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
> 1/500stel Sekunde nimmt das Auge nicht mehr wahr, denn dazu ist es
> viel zu träge.
> Nur, was hat jetzt die Verschlußzeit mit der Filmempfindlichkeit zu

Imho richtig, und was hat das ganze mit Lichtempfindlichkeit zu tun? Die ist
beim Auge stark abhängig von der Wellenlänge des Lichtes und auch noch
unterschiedlich für Zapfen und Stäbchen, sprich Farb- und Hell/Dunkelsehen.
Diese Frage solltest Du vielleicht auch in einer anderen NG stellen, zb.
de.sci.medizin.misc.
Gruß Stefan

Dirk Breuer

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Thomas 'TomV' Steffen wrote:

> Wo wir gerade dabei sind: die Verarbeitung erfolgt in verschiedenen
> Kanaelen (imho 3 Stueck). Farbe und raeumliches Sehen erfolgen zum
> Beispiel getrennt. Es gibt dazu einen netten Versuch, bei dem eine
> perspektivische Szene mit 2 Farben dargestellt wird. Sobald die beiden
> Farben den gleichen Helligkeitswert haben, verschwindet der
> perspektivische Eindruck.

Wenn Du wirklich wissen willst, wieviel das Gehirn dazupfuscht und uns
betrügt, dann sieh' dir mal ein hohles Gesicht an. Also die Innenseite
einer Maske, eines Abdruckes, am Computer gehts auch.

Solange man sich das Teil schräg ansieht, erkennt man ein eindeutig die
Hohlform. Wenn man genau grade draufsieht ist das dann plötzlich
richtig- weil unser Gehirn weiss, daß es keine hohlen Gesichter gibt.

Der Effekt ist wirklich verblüffend, muß man mal gesehen haben!

Gruß, Dirk.

Thilo Schmid

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Erik Krause <erik....@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
qr8bf5XWBGsb-p...@pD4B89ACB.dip0.t-ipconnect.de...
.
.
.

> Bitte, bitte, gern geschehen. Allerdings hatte ich gehofft, daß hier
> jemand die 9-10 Mikrolux in eine Filmempfindlichkeit:Belichtungszeit
> umrechnen kann. Im Solf finde ich zwar eine "charakteristische Kurve
> einer Negativemulsion", deren nutzbarer Bereich bei ca. 0,008-0,010
> Luxsekunden beginnt, aber welche Empfindlichkeit die hat, steht da
> leider nicht...

Die DIN-Angabe ist gemäss DIN 4512/1 so definiert, daß man anhand des
Film-Datenblattes die Dichtekurve bei 0,1 über Schleier auf der
logarithmischen Belichtungsachse abliest. Steht da z.B. -2,1 (was etwa den
genannten 0,008 entspricht), dann hat der Film eine Empfindlichkeit von 21
DIN.
Da nun die Belichtungsachse verständlicherweise in Luxsekunden abgebildet
ist, wird man das nicht ohne Zeitbezug umrechnen können.

Dieter Lefeling

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Thilo Schmid schrieb:

> Die DIN-Angabe ist gemäss DIN 4512/1 so definiert, daß man anhand des
> Film-Datenblattes die Dichtekurve bei 0,1 über Schleier auf der
> logarithmischen Belichtungsachse abliest. Steht da z.B. -2,1 (was etwa den
> genannten 0,008 entspricht), dann hat der Film eine Empfindlichkeit von 21
> DIN.
> Da nun die Belichtungsachse verständlicherweise in Luxsekunden abgebildet
> ist, wird man das nicht ohne Zeitbezug umrechnen können.

Das ist der Punkt. Diese 0,008 lxs sind also beispielsweise 0,008 lx mal
eine Sekunde Belichtungszeit. Und das gilt dann auch nur fuer eine sehr
schwache Belichtung im Kurvenfuss (eben Dichte 0,1 logD).

Kann man vielleicht von rund 1/15 s ausgehen, weil das Auge in etwa
Ereignisse in dieser Groessenordnung (15 B/s) noch aufloesen kann?
Dann waeren das rund 1600 ASA.

Dieter


Thilo Schmid

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Dieter Lefeling <lefe...@icsmedia.de> schrieb in im Newsbeitrag:
61shsssu5qqbsdnt5...@4ax.com...
.
.

.
> Kann man vielleicht von rund 1/15 s ausgehen, weil das Auge in etwa
> Ereignisse in dieser Groessenordnung (15 B/s) noch aufloesen kann?
> Dann waeren das rund 1600 ASA.

Vermutlich muß man eine Ableitung bilden. Es verhält sich damit ähnlich, wie mit
dem Begriff "Momentangeschwindigkeit". Auch wenn der Tachometer eines Autos eine
solche anzeigt, kann er sie eigentlich nicht messen, sondern nur errechnen.
Messen kann man allenfalls, welchen Weg das Fahrzeug in einer bestimmten Zeit
zurücklegt.

Erik Krause

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Dieter Lefeling <lefe...@icsmedia.de> schrieb:

> > Da nun die Belichtungsachse verständlicherweise in Luxsekunden abgebildet
> > ist, wird man das nicht ohne Zeitbezug umrechnen können.
>
> Das ist der Punkt. Diese 0,008 lxs sind also beispielsweise 0,008 lx mal
> eine Sekunde Belichtungszeit. Und das gilt dann auch nur fuer eine sehr
> schwache Belichtung im Kurvenfuss (eben Dichte 0,1 logD).

Auch das Auge befindet sich dabei sozusagen im Kurvenfuß...

> Kann man vielleicht von rund 1/15 s ausgehen, weil das Auge in etwa
> Ereignisse in dieser Groessenordnung (15 B/s) noch aufloesen kann?
> Dann waeren das rund 1600 ASA.

Das ist, denke ich, recht realistisch. Das tolle Buch sagt leider nur,
daß nach 60 Minuten Adaption eine solche Helligkeit wahrgenommen
werden kann, aber nicht, wie lange jemand dazu braucht, das
wahrzunehmen.

Erik Krause

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
"Roland Holfeld" <RHol...@t-online.de> schrieb:

> > weiss jemand wie man das menschliche Auge mit
> > Fotoobjektiven/Filmen vergleichen kann?
> > wenn ich durch einen Kameraverschluss gucke und
> > auslöse, erkenne ich etliches auch bei 1/500. sec -
> > aber wieviel davon ist "nachleuchten" im Gehirn?
>
> Ich komme mit deiner Frage nicht klar.
> Wenn du durch die Kamera siehst und auslöst, sieht du in dem Moment
> nichts mehr, wenn der Spiegel oben ist. Erst wenn er wieder in seine
> Ausgangsstellung zurückklappt, ist der Blick wieder frei.

> 1/500stel Sekunde nimmt das Auge nicht mehr wahr, denn dazu ist es
> viel zu träge.

Er schaut durch den *Verschluß* (s.o.), bei geöffneter Rückwand, sieht
also genau das Licht, das auch der Film abbekommt. Da ist übrigens
auch bei wesentlich kürzeren Zeiten noch was zu sehen, und auch beim
Licht eines gedrosselten Blitzes, der evtl. nur 1/50000 Sekunde
leuchtet, kann man noch was erkennen.

Das "Nachleuchten" findet dabei nicht im Gehirn, sondern direkt in der
Netzhaut statt. Durch die "Belichtung" wird ein chemischer Prozess in
Gang gesetzt, der relativ langsam ist... (Quelle: "Augenheilkunde"
Enke Verlag)

Dirk Müller

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Thomas 'TomV' Steffen wrote:
>
> Wo wir gerade dabei sind: die Verarbeitung erfolgt in verschiedenen
> Kanaelen (imho 3 Stueck). Farbe und raeumliches Sehen erfolgen zum
> Beispiel getrennt.

Farbsehen wird durch die Zapfen-Zellen geregelt, Helligkeitssehen durch
die Staebchen-Zellen. Es gibt eben diese drei verschiedenen
Zapfen-Zellen,
die Rot-, Gruen- und Blau-empfindlich sind.

Raeumliches Sehen entsteht IMHO ueberhaupt nicht durch das Auge (die
Optik) sondern dadurch, was das Gehirn aus den Informationen von zwei
Augen mit ueberlappenden Gesichtsfeld macht.

> Es gibt dazu einen netten Versuch, bei dem eine
> perspektivische Szene mit 2 Farben dargestellt wird. Sobald die beiden
> Farben den gleichen Helligkeitswert haben, verschwindet der
> perspektivische Eindruck.

Das 'raeumliche Sehen' in diesem Fall ist lediglich auf die Erfahrung
zurueckzufuehren, dass etwas weiter weg zu sein scheint, weil es bei
derselben Beleuchtung dunkler erscheint. Das laesst sich aber sonst
physikalisch nicht begruenden. Daher ist dieser Versuch eigentlich
nur logisch, unterstreicht aber keinen besonderen Zusammenhang
zwischen Farb- und Raum-Sehen.

Dirk

Dirk Müller

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
Dieter Lefeling wrote:
>
> [...] Diese 0,008 lxs sind also beispielsweise 0,008 lx mal

> eine Sekunde Belichtungszeit. Und das gilt dann auch nur fuer eine sehr
> schwache Belichtung im Kurvenfuss (eben Dichte 0,1 logD).
>
> Kann man vielleicht von rund 1/15 s ausgehen, weil das Auge in etwa
> Ereignisse in dieser Groessenordnung (15 B/s) noch aufloesen kann?
> Dann waeren das rund 1600 ASA.

So, jetzt habe ich in meinem schlauen Buch [1] nochmal gewuehlt und
eine halbwegs relevante Antwort gefunden auf die Frage, welche
Hoechst-Frequenz das Auge als 'Bewegung' noch aufloesen kann. Das
ist (wie oben zum Teil schon richtig erwaehnt) abhaengig von der
aktuellen mittleren Leuchtdichte (bei voll adaptiertem Auge) und
vom Modulationsgrad der flimmernden Flaeche (man unterschied bei
diesem Versuch nicht unter: Bewegung/Nicht-Bewegung, sondern unter
fimmerndes/nicht-flimmerndes Licht. Das Licht war hier eine
sinusfoermig pulsierende selbstleuchtende Lichtquelle). Demnach
haben wir bei einer Leuchtdichte von 0.85lx und einem
Modulationsgrad von 100% (soll heissen, die dunkle Flaeche ist Null
und die helle 2 * 0.85lx) eine Hoechstfrequenz von ca. 15 Hz, die
bei hoeheren Modulationsgrad nur noch geringfuegig steigt. Zum
Vergleich: bei einem Modulationsgrad von 20% dieser Leuchtdichte
liegt diese Frequenz gerade mal bei 8 Hz.

Dirk

[1] Systemtheorie der visuellen Wahrnehmung, G.Hauske.

Oliver Jennrich

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
* ller writes:

> sinusfoermig pulsierende selbstleuchtende Lichtquelle). Demnach
> haben wir bei einer Leuchtdichte von 0.85lx und einem
> Modulationsgrad von 100% (soll heissen, die dunkle Flaeche ist Null

^

> und die helle 2 * 0.85lx) eine Hoechstfrequenz von ca. 15 Hz, die
> bei hoeheren Modulationsgrad nur noch geringfuegig steigt. Zum

^

Huh? nach dunkel kommt negatives Licht[tm]?


--
Oliver Jennrich JILA, University of Colorado at Boulder
FAQ-Verweisberechtigter der drf, erster offizieller solcher.
---> <http://www.drf-faq.de/faqdrf.htm>

Dirk Müller

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
Oliver Jennrich wrote:
>
> * ller writes:
>
> > sinusfoermig pulsierende selbstleuchtende Lichtquelle). Demnach
> > haben wir bei einer Leuchtdichte von 0.85lx und einem
> > Modulationsgrad von 100% (soll heissen, die dunkle Flaeche ist Null
> ^
> > und die helle 2 * 0.85lx) eine Hoechstfrequenz von ca. 15 Hz, die
> > bei hoeheren Modulationsgrad nur noch geringfuegig steigt. Zum
> ^
>
> Huh? nach dunkel kommt negatives Licht[tm]?

Na klar ... um das aufzunehmen, braucht man aber phluoreszierenden
Film, damit Du die Dunkelheit aufnehmen kannst. Du weisst doch, wenn
drei Leute in den Bus steigen und fuenf steigen aus, muessen zwei
wieder rein, damit der Bus leer ist .. :)

Nein, der Gleichanteil hier ist 0.85lx und die zulaessigen Werte
der pulsierenden Lichtquelle sind entsprechend 100% Modulationsgrad
0 und 2 * 0.85lx.

Dirk

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