Sandsäcke und Klebeband, um die Kabel am Boden zu befestigen haben wir
auch, aber im Studio sind so schon "genug" Stolpermöglichkeiten, die
nicht nur Kinder gern mitnehmen, sogar gelegentlich man selbst.
Wir haben nach dem ersten Workshop als Gruppe sofort auf Funk
umgestellt, schon bevor es Schäden dieser Art auftraten. (Da ging und
nur ein Blitz kaputt, der ab Werk defekt war und noch originalverpackt
durchschmorte.)
Für die Studioblitze habe ich optional drei Batteriepacks, verlege deren
Kabel sonst seitlich von hinten. Die Kameras lösen die Blitze per Funk
aus, wofür ich fünf Sender mit einfachem Mittenkontakt, kompatibel zu
Nikon wie Canon und vier Empfänger in den Blitzen habe.
Damit schnelle Bilder zur Ansicht verfügbar sind, haben wir früher RAW +
JPG parallel aus der Box speichern lassen, JPG zur schnelleren
Übertragung per Eyefi verkleinert. Weil Eyefi sich dann als unseriös
erwies und nach Kauf der letzten Pro Karten sogar deren Konfiguration
(geht nur online) selbst für die blockierte, die Daten über ihren
eigenen Router oder direkt zum Gerät laden, haben wir dann auf Transcend
gewechselt.
dSRLdasboard haben wir vor Jahren ausprobiert, zu dritt, aber das
funktionierte, wie Anfangs auch Eyefi nur bis zum übernächsten Update
von App oder Firmware und hatte, wenn es spontan gebraucht wird und
vorher keine Vorbereitungszeit war, es nach den letzten Updates noch mal
zu überprüfen und gegebenenfalls die Firmware des Routers zu
aktualisieren (das geht unterwegs mit den Möglichkeiten dort nicht per
Tablet), bei 5 von 7 Einsätzen nicht funktioniert. 1-2 Updates und schon
musste man diesen zeitraubenden Scheiss ganz neu konfigurieren.
Ausserdem fraß die Lösung im stundenlangen Dauerbetrieb die Akkus
regelrecht und bei Anschluss des kleinen Routers an die Kamera erwärmten
sich Router und Kamera sehr. Da weiss man, dass das in dem Maße für die
Elektronik gar nicht gut ist und deshalb sind wir davon weg.
Was bei Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven noch am meisten
benutzt wurde, sind meine zwei Kabelauslöser mit Livebild, dann aber
auch keine Stolperfalle, weil direkt am Stativ im Einsatz.
Für die andere Zwecke habe ich mir zwei Sony QX-10 gegönnt, eigentlich
ans Handy clipbare Minikameras, die fast nur aus einem Objektiv, mit
Akku und Chip hinten dran bestehen. Die laufen mit der gleichen App wie
die Sony Actionkameras. Das liegt qualitativ deutlich unter der DSLR und
ist auch wieder nur automatisch zu nutzen, funktioniert aber sofort,
wenn man es braucht.
DSLRDasboard würde ich bestenfalls noch für Makros verwenden, dann
jeweils nur kurz und direkt mein kleines Tablet statt dem Router, weil
der Aufwand, diese durch Updates wieder zur Zusammenarbeit mit der App
zu bewegen, uns im Laufe der Jahre unfassbar viel Zeit weg geschmissen
hat, ganz zu schweigen von den Wegen, weil der Mist dann erst daheim am
PC geflasht werden musste.
Leider eine Erfahrung, die wie zu zweit ebenso gemacht haben, wie mein
Kollege unabhängig von uns. Da versagte die Lösung praktisch in allen
drei Fällen ziemlich zeitgleich mit neuen Versionen der App. Da wir alle
drei Smartphone + Tablets verwenden und keine Lust haben, alle drei Tage
für jede einzelne App separat zu bestätigen, was aktualisiert werden
darf, laufen die Updates alle bei Erreichen des heimischen WLANs
automatisch ab. Ergebnis war mehrfach, dass diese Lösung dann erst
wieder mit einem Firmwareupdate des Routers lief, das man nicht
unterwegs per Tablet machen kann.
Wirklich jedes Mal den ganzen Mist vorher auszuprobieren, ob er nach dem
letzten automatischen Update noch funktioniert, habe ich beim besten
Willen keinen Bock mehr. Dass es mal nach einem Update nicht ginge, ok,
aber bei uns hat es in der überwiegenden Mehrzeit aller spontan sich
ergebenden Einsätze versagt und musste immer wieder erst erneut durch
Update der Firmware und neue Konfiguration zur Zusammenarbeit überredet
werden. Dafür geht dann auch jedes Mal bis zu einer Stunde Zeit drauf,
bis man dann wieder los starten kann, also noch einmal Wege fahren muss
und dann im Stau landet, sich das Wetter verschlechtert oder andere
Termine anstehen.
Deshalb, eben weil es bei uns auch mal sehr spontan funktionieren muss,
hat DSLRDashboard sich bei uns allen dreien unabhängig voneinander durch
die absolut gleichen Unzuverlässigkeitserscheinungen vor bereits über
zwei Jahren völlig disqualifiziert. Eyefi war leider auch nur so lange
eine Lösung, bis sich deren Hersteller als zu unseriös erwiesen hat und
selbst die Onlinekonfiguration bestehender Karten für diejenigen
abgeschaltet hat, die ohne andere Dienste auskommen. D.H. die
vorgeschobenen Sicherheitsgründe (die zudem per Firmwareupdate lösbar
wären) sind eine glatte Lüge gewesen, um neue Produkte zu verkaufen.
Aber ohne mich, bzw. ohne uns, zumal das "nette" Upgradeangebot von Eyfi
für Bestandskunden noch teurer war als neue Karten bei Amazon, sogar
noch Versandkosten oben drauf kämen.
Deshalb hatte sich auch diese Lösung disqualifiziert und ich Madame
lieber eine 70D mit WLAN an Bord spendiert, mir selbst eine Nikon 1 J5.
Im Studio sind wir wieder dazu übergegangen den Kartenleser zu
verwenden, machen die Aufnahmen nacheinander im Wechsel und sichten
zwischendurch im Mäusekino.
Früher hatten wir die Bilder drahtlos gesammelt und gleich weiter
gegeben, aber durch die grossen Dateien aus inzwischen drei D800 ist die
direkte Weitergabe an unsere Modelle ohnehin unmöglich geworden.
Die kommen dann mit USB Sticks an, auf denen man vor 8-12 Jahren mal
jemand Highspeed gebrandet hatte und bis zu 45 Minuten für die
Übertragung der Bilder von 4-5 Fotografen brauchen.
Das Übertragen von mehreren Eye-fi auf das Notebook ging ganz gut, wenn
endlich jeder geschnallt hatte, seine Kamera mindestens 5 Minuten auf
Standby zu lassen, statt den Wifi-Karten nach 1 Minuten mitten in der
Übertragung den Saft abzuklemmen.
Inzwischen sammle ich die ganzen Daten am Ende ein, während wir alles
einpacken, habe das Notebook seitlich im Studio stehen, über die Kabel
zur Steckdose einen ganzen Tisch 90° quer stehen, auf dem wir auch die
gerade nicht gebrauchten Kameras parken und Akkus laden.
Somit gibt es auch da keine Stolperfallen und die Akkus halten ohne
drahtlosen Datenverkehr weitaus länger.
D.h. doch, eine Wifi-Kamera (d.h. 2 inkl. baugleicher zweiter Kamera)
verwende ich dann doch: Zwei wasserdichte Nikon W100, die ich für
Segel-, Paddelboot und zum Schnorcheln gekauft habe.
Die sind ganz vorzüglich geeignet, wenn kleine Kinder im Studio mal
selbst mitmachen möchten.
"Guck mal, du nimmst die kleine modere Kamera, nicht die große
altmodische schwere!" ... die sie ohnehin kaum in Blickrichtung halten
könnten. Die Bilder landen dann ohne ewiges Gefummel mit Karten in
Kinderhand dann direkt auf dem Tablet, die Kurzen haben das Gefühl,
etwas viel cooleres zu nutzen und sind dann in der Folge bei Aufnahmen
sehr kooperativ.
Das Problem, dass sie dann zu Hause auch eine solche Kamera haben
wollen, hab' ja nicht ich. ;-)
Um selbst nur Bilder einzusammeln habe ich schnelle USB 3 Kartenleser
von Transcend. Die ziehen die Bilder ohne Akkustrom der Kameras zu
verbrauchen auf den PC, während ich gerade mal die ersten Bilder sichten
kann.
Zu Hause habe ich den Kartenleser dazu mit Tesa Powerstrips unter der
Tischplatte seitlich an den Tisch geklebt, wo er bequem zu erreichen ist.
Übrigens lasse ich die letzten Aufnahmen immer noch eine Weile auf der
Karte, benenne dazu aber den Ordner mit den Bildern nach dem jeweiligen
Thema.
Am PC sichte ich sie dann erst einmal, lösche unscharfe Bilder und mache
das nächste Datenbackup erst danach. Das System auf C: wird separat
gesichert, Lightroom und Thumbs liegen mit den archiven sogar auf einem
weiteren physikalischem Laufwerk P:, einer zweiten SSD am eigenen Post.
So kann ich diese Anwendungen separat wieder herstellen, die Sicherungen
von C: sind schlank und schnell gemacht und meine Daten (D:) und
Fotoarchive (F:) kann ich dann sichern, wenn ich vor der Bearbeitung
ausgemistet habe.
War ich dabei mal zu voreilig, liegen die Originale noch auf der Karte,
die erst bei späteren Aufnahmen wieder mal in die Kamera kommt und erst
gelöscht wird, wenn diese sonst nicht mehr hinauf passen würden.
Fazit: Viel weniger Mühe mit drahtlosem Zeug, deutlich (!) längere
Akkulaufzeiten, nur die Modelle im Studio kriegen ihre Bilder nun erst
1-2 Wochen nach den Shootings, statt sofort danach.
Das lag aber vor allem an den mitgebrachten schnarchlangsamen USB Sticks
mit meist maximal 6 MB/s Schreib"geschwindigkeit", die bei uns den
ganzen Datenverkehr blockiert hatten.
Nun übertragen wir die Daten erst bevor ein Fotograf abhaut, dann aber
schnell per Kartenleser.
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SCHÖNE GRÜẞE
JÜRGEN