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Normaler Regen in Filmen

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Jon J Panury

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Mar 13, 2013, 2:58:33 PM3/13/13
to
Ich beobachte es immer wieder: Wenn "Regen", dann aber gleich
Sturzsolcher!

Kann es in einem Film nicht auch mal Nieseln oder nur leicht regnen?

Aber dann bleibt/bliebe es nicht im Gedächtnis.
Welche dramaturgische bzw. ikonografische Funktion hat eigentlich
dieser heftige Regen im Film? Symbolisiert der irgendwas? Irgend ein
Gefühl?

Wunderte mich nicht, wenn dazu sogar Literatur gäbe, wenigstens einen
Fachzeitschriftenartikel. °zaunpfahl°, °wink°...

Christian Potzinger

unread,
Mar 13, 2013, 4:21:37 PM3/13/13
to
Jon J Panury schrieb:

> Symbolisiert der irgendwas? Irgend ein Gef�hl?

Trauer... bei Beerdigungen _beliebt_...
Trauer... wenn der/die Hauptdarsteller/in verlassen wird...
Trauer... um generell Trauer darzustellen... (*)

(*) "I'm singing in the Rain..."

SCNR.
--
ryl: G'Kar

gordon walter

unread,
Mar 13, 2013, 5:18:54 PM3/13/13
to
Jon J Panury wrote:

> Ich beobachte es immer wieder: Wenn "Regen", dann aber gleich
> Sturzsolcher!
>
> Kann es in einem Film nicht auch mal Nieseln oder nur leicht regnen?
>
> Aber dann bleibt/bliebe es nicht im Gedächtnis.
> Welche dramaturgische bzw. ikonografische Funktion hat eigentlich
> dieser heftige Regen im Film? Symbolisiert der irgendwas? Irgend ein
> Gefühl?

Vielleicht hats auch einfach nur geregnet während der Dreharbeiten?
Zumindest bei Außenaufnahmen wäre das durchaus möglich.

> Wunderte mich nicht, wenn dazu sogar Literatur gäbe, wenigstens einen
> Fachzeitschriftenartikel. °zaunpfahl°, °wink°...

Nennt sich Wetterbericht.

gw

Manfred Polak

unread,
Mar 13, 2013, 6:56:42 PM3/13/13
to
Jon J Panury schrieb:

>Kann es in einem Film nicht auch mal Nieseln oder nur leicht regnen?

Das tut es in vielen Filmen, die in London spielen.

>Welche dramaturgische bzw. ikonografische Funktion hat eigentlich
>dieser heftige Regen im Film? Symbolisiert der irgendwas? Irgend ein
>Gef�hl?

Ich glaube nicht, dass man da eine pauschale Antwort geben kann. Das
k�nnte anders aussehen, wenn man sich auf Regisseure konzentriert,
die Regen h�ufig verwenden (z.B. Kurosawa, Tarkowskij, Tarr), und
jeden gesondert untersucht. Da mag man dann beim einen oder anderen
eine Symbolik herausarbeiten k�nnen, und dar�ber k�nnte es auch
schon Literatur geben.


Manfred
--
Das Arbeiterkollektiv und der gerechte Mord
http://whoknowspresents.blogspot.de/2013/02/das-arbeiterkollektiv-und-der-gerechte.html

Karl-Josef Ziegler

unread,
Mar 14, 2013, 1:31:35 PM3/14/13
to
Am 13.03.2013 19:58, schrieb Jon J Panury:

> Ich beobachte es immer wieder: Wenn "Regen", dann aber gleich
> Sturzsolcher!
>
> Kann es in einem Film nicht auch mal Nieseln oder nur leicht regnen?

Wobei der Regen ja dann meist künstlich erzeugt wird. Ich frage mich, ob
man Nieselregen überhaupt simulieren kann. Was ich auf Bildern bei
Aussendrehs gesehen habe, waren meist Tankwagen mit Wasserwerfern,
teilweise wurde wohl auch die Feuerwehr eingesetzt. Für 'ein bischen
Wasser' wird sich der finanzielle Aufwand kaum lohnen.

Zudem muss Regen natürlich auch für die Kamera sichtbar sein, wenn er
denn als Stilmittel dienen soll. Das ist starker Regen (oder auch Rauch,
Nebel) sicherlich, aber 'sieht' man Nieselregen überhaupt bei einer
Kameraaufnahme?

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Uwe Borchert

unread,
Mar 14, 2013, 9:56:09 PM3/14/13
to
Hallo,

Am 14.03.2013 18:31, schrieb Karl-Josef Ziegler:

...[...]...

> Zudem muss Regen natürlich auch für die Kamera sichtbar sein, wenn er
> denn als Stilmittel dienen soll. Das ist starker Regen (oder auch Rauch,
> Nebel) sicherlich, aber 'sieht' man Nieselregen überhaupt bei einer
> Kameraaufnahme?

Möller: Allgemeine Meteorogie Band 1; S 211ff
BI-Hochschultaschenbücher Band 276; ISBN 3-411-00276-X
Tröpfchendurchmesser zwischen 0,08 mm und 0,3 mm

Empirische Formel: Regentropfen mit Radius r < 4 mm fallen mit einer
Geschwindigkeit von v = r · 2000/s im freien Fall. Damit hat man dann:
Fallgeschwindigkeiten zwischen 0,16 m/s und 0,6 m/s

Jetzt könnte man ausrechnen welche (Winkel-) Auflösung die Aufzeichnung
haben müsste um einen Tropfen in vorgegebener Entfernung noch auflösen
zu können. Bei einem leichten Weitwinkelobjektiv (KB Brennweite 35 mm)
hat man in einem Meter IIRC etwa ein Meter Bilddiagonale. Die Tropfen
wären max. 1/3000 der Diagonalen, also unter der Auflösungsgrenze. Dazu
bewegen diese sich pro Frame nicht unerheblich.

„Darstellen“ kann man den Niesel aber durch seine Wirkung auf Pfützen,
glatte Flächen und/oder in dem man Licht an den Tropfen reflektieren
lässt. Du musst da also „schummeln“. Zur weiteren Info: Richtig fette
Regentropfen haben etwa 5 mm. Sehr viel größere Durchmesser gehen aus
aerodynamischen Gründen nicht, die Tropfen zerlegen sich. Dabei fallen
diese mit knapp unter 9 m/s. Diese Tropfen haben dann also beim obigen
Beispiel etwa 1/200 der Bilddiagonale und sind damit (wegen der sehr
schnellen Bewegung als eine Spur durch das Bild) sichtbar.

MfG

Uwe Borchert

Harry Hirsch

unread,
Mar 15, 2013, 7:46:43 AM3/15/13
to
Am 13.03.2013 19:58, schrieb Jon J Panury:
> Ich beobachte es immer wieder: Wenn "Regen", dann aber gleich
> Sturzsolcher!
>
> Kann es in einem Film nicht auch mal Nieseln oder nur leicht regnen?

starken Regen sieht man besser, leichten Regen müsste man eher durch die
Schauspieler darstellen: nasse Wege, Mäntel, eingezogene Köpfe, nasse
Haare usw. Gibt es auch, fällt eben nur nicht so auf ;)

Christian Weisgerber

unread,
Mar 15, 2013, 11:05:47 AM3/15/13
to
Karl-Josef Ziegler <PLPRXO...@spammotel.com> wrote:

> Zudem muss Regen natürlich auch für die Kamera sichtbar sein, wenn er
> denn als Stilmittel dienen soll. Das ist starker Regen (oder auch Rauch,
> Nebel) sicherlich, aber 'sieht' man Nieselregen überhaupt bei einer
> Kameraaufnahme?

Ich erinnere mich da an eine Folge von BtVS, wo Giles im sonnigen
England über die Wiese reitet. Im DVD-Kommentar wurde erklärt, dass
es zur Drehzeit geregnet hat, aber das sieht man im Bild nicht.

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Dirk Jung

unread,
Mar 14, 2013, 3:50:49 PM3/14/13
to
Am 13.03.2013 19:58, schrieb Jon J Panury:
> Ich beobachte es immer wieder: Wenn "Regen", dann aber gleich
> Sturzsolcher!

Ist mir gerade gestern wieder in "Les Miserables" aufgefallen..

> Kann es in einem Film nicht auch mal Nieseln oder nur leicht regnen?

Das wird sicherlich auch ein Problem der Film-Regen-Erzeugung und der
Sichtbarkeit sein, wie schon erw�hnt.

> Welche dramaturgische bzw. ikonografische Funktion hat eigentlich
> dieser heftige Regen im Film? Symbolisiert der irgendwas? Irgend ein
> Gef�hl?

Allgemein: einen Wendepunkt, �bergang, vielleicht auch Reinwaschung oder
gar Taufe - bei einer Diskussion �ber "Bruce Allm�chtig" letzte Woche
kam diese Idee auf. Dort regnet es, als Bruce nach einer Zeit der
Allm�chtigkeit wieder zur�ck m�chte und zu Gott fleht.

In "Magnolia" ist die Regenszene ja die, wo die Handlung stillsteht und
alle Protagonisten das Lied von Aimee Mann mitsingen.

Au�erdem (wie bei den Miserablen) kann Regen auch ganz einfach gut
aussehen auf der Leinwand...

Tsch�ss, Dirk

PS: Ich erinnere mich bei der Gelegenheit auch an eine
Open-Air-Vorf�hrung von "American Beauty", bei der es just zum Regen auf
der Leinwand im letzten Akt auch auf dem Gel�nde zu regnen begann - was
die Filmerfahrung gleich viel intensiver machte ;-)
--
aber ich hab zu ihm gesagt es gen�gt wenn man lesen kann dann lernt man
was man noch nit gewuszt hat indes wenn man schreibet dann schreibt man
immer nur was man schon weisz - Umberto Eco, Baudolino
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