Nikita (1990)

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F. W.

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Oct 21, 2021, 2:49:08 AM10/21/21
to
Frankreichs Kino steckt voller Überraschungen. Viele Filme habe ich erst
spät gesehen, weil gerade in den 80er und 90er Jahren das Boxoffice-Kino
doch sehr englisch und amerikanisch war. Aber es lohnt sich nicht erst
seit "Amelie" mal genauer hinzuschauen.

Meine neueste Entdeckung ist "Nikita". Der Film ist uralt (1990), wirkt
aber sehr modern und hat wegen seiner Geschichte auch eine Serie (2010)
nach sich gezogen.

https://www.imdb.com/title/tt0100263/?ref_=fn_al_tt_2

"Nikita" ist eine Anti-James-Bond-Geschichte. Und doch für Bond-Fans
sehenswert. Denn sie könnte erklären, warum die Figur Bond in keiner
festen Beziehung ist. Nikita ist in einer und man merkt, wie schwierig
das ist.

Aber von vorn. Die Punkerin Nikita überfällt - ziemlich spektakulär -
zusammen mit ihren Drogenfreunden eine Apotheke und scheitert. Als die
Polizei kommt, bricht eine wilde Schießerei los, deren kinoeske
Inszenierung über den folgenden Film hinweg täuscht. Nikita ist kein
abgedrehter Drogenfilm.

Nikita wird vom französischen Nachrichtendienst (oder etwas ähnlichem)
für tot erklärt, ihre Beerdigung inszeniert und es wird ihr ein Angebot
gemacht. Sie arbeitet für den Nachrichtendienst oder sie wird wirklich
sterben.

Nach einigen Anlaufproblemen wird sie wirklich zu einer Agentin
ausgebildet (Schießen konnte sie schon immer). Und bald schon erhält sie
ihren ersten Auftrag: ein Mann soll in einem Restaurant erschossen
werden. Ihre Flucht ist bereits organisiert, aber sie scheitert, weil
eine gefährliche Sperre eingebaut ist. Das Fenster, durch das sie
fliehen soll, ist zugemauert.

Nikita entkommt trotzdem (wieder ziemlich spektakulär) und spätestens
jetzt sieht man, wie ein weiblicher Bond aussehen könnte: nicht weniger
attraktiv als ein männlicher und mit eigenem Reiz. Ich empfehle an
dieser Stelle mal wieder, einen der vielen ausgezeichneten "Yoko
Tsuno"-Comics von Roger Leloup zu verfilmen. Aber ich schweife ab.

Nach bestandener "Prüfung" erhält sie ihre Ausrüstung und wartet auf
Aufträge. Sie richtet eine Wohnung ein und lernt sogar jemanden kennen,
der ihr fester Partner wird.

Nun dreht sich die Geschichte. Luc Besson könnte uns in das Leben eines
weiblichen Agenten mitnehmen und voller Bewunderung ihren Witz und ihre
Fertigkeiten loben. Aber das tut er nicht.

Im Mittelpunkt steht nun eher die Beziehung, die eine Art Normalität
verspricht. In diese Normalität bricht der Staat immer wieder ein, wenn
er "Josefine", so Nikitas Deckname, an scheinbar allen Orten der Welt
erreicht und beauftragt.

Ein Auftrag geht schief und man sendet ihr einen "Reinigungsmann"
(großartig Jean Reno). Das Grauen, das nun passiert, lässt Nikitas
Entscheidung in völlig anderem Licht erscheinen.

Unterhaltsamer Film, vermutlich im Fahrwasser der 80er-Jahre-Filme mit
guten Storys und recht wenig Effekten. Derzeit bei PRIME VIDEO.

FW

Stephan Seitz

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Oct 21, 2021, 3:27:06 AM10/21/21
to
F. W. <m...@home.com> wrote:
> Nikita entkommt trotzdem (wieder ziemlich spektakulär) und spätestens
> jetzt sieht man, wie ein weiblicher Bond aussehen könnte: nicht weniger
> attraktiv als ein männlicher und mit eigenem Reiz. Ich empfehle an
> dieser Stelle mal wieder, einen der vielen ausgezeichneten "Yoko
> Tsuno"-Comics von Roger Leloup zu verfilmen. Aber ich schweife ab.

Was hat denn die arme Yoko mit Agenten zu tun? Dafür passen die
Geschichten doch gar nicht. Oder haben sich die Comics seit meiner
Kindheit so gewandelt?

Stephan

--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+...@rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |

F. W.

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Oct 21, 2021, 3:32:40 AM10/21/21
to
Am 21.10.2021 um 09:27 schrieb Stephan Seitz:
> F. W. <m...@home.com> wrote:

>> Nikita entkommt trotzdem (wieder ziemlich spektakulär) und
>> spätestens jetzt sieht man, wie ein weiblicher Bond aussehen
>> könnte: nicht weniger attraktiv als ein männlicher und mit eigenem
>> Reiz. Ich empfehle an dieser Stelle mal wieder, einen der vielen
>> ausgezeichneten "Yoko Tsuno"-Comics von Roger Leloup zu verfilmen.
>> Aber ich schweife ab.

> Was hat denn die arme Yoko mit Agenten zu tun? Dafür passen die
> Geschichten doch gar nicht. Oder haben sich die Comics seit meiner
> Kindheit so gewandelt?

Yoko ist natürlich keine Agentin. Dennoch meine ich - gerade, nachdem
ich kürzlich meine Lieblingsfolgen nachgekauft habe - dass eine
Verfilmung sehr gut in die Zeit passen würde.

FW

Stephan Seitz

unread,
Oct 21, 2021, 5:17:46 AM10/21/21
to
F. W. <m...@home.com> wrote:
> Yoko ist natürlich keine Agentin. Dennoch meine ich - gerade, nachdem
> ich kürzlich meine Lieblingsfolgen nachgekauft habe - dass eine
> Verfilmung sehr gut in die Zeit passen würde.

Hm, dazu finde ich ein einzelnes Comics zu kurz, um daraus einen Film
zu machen. Das müßte dann doch sehr aufgebauscht werden, und das geht
meistens daneben.

Und welches Thema möchtest du nehmen? Die Aliens? Die
Zeitreisegeschichten? Oder die "normalen" Abenteuer?

Bei den ersten beiden Themen brannte mir immer das Logikmodul durch.

Ich hatte damals die Comics aus der Bücherei ausgeliehen und bin
ausgestiegen, als Yoko die kleine Chinesin adoptiert hat.
Das roch mir dann so nach "Frau will Nachwuchs, aber ohne
Beziehungsentscheidung". Oder man wollte Sex, Schwangerschaft und
Beziehung wegen der Zielgruppe raushalten. Zumal sich Yoko dann hätte
zwischen den beiden Männern im Team entscheiden müssen.

Andy Angerer

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Oct 21, 2021, 5:18:02 AM10/21/21
to
Am 21.10.21 um 08:49 schrieb F. W.:

> Ich empfehle an
> dieser Stelle mal wieder, einen der vielen ausgezeichneten "Yoko
> Tsuno"-Comics von Roger Leloup zu verfilmen. Aber ich schweife ab.

Da schweife ich mit:
Was gefällt dir an denen?


--
Die Pandemie setzt den Individuen Masken auf,
der Gesellschaft reißt sie die ihre herunter.

www.angerer-bodenlos.de

F. W.

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Oct 21, 2021, 5:27:52 AM10/21/21
to
Am 21.10.2021 um 11:17 schrieb Stephan Seitz:

> F. W. <m...@home.com> wrote:

>> Yoko ist natürlich keine Agentin. Dennoch meine ich - gerade,
>> nachdem ich kürzlich meine Lieblingsfolgen nachgekauft habe - dass
>> eine Verfilmung sehr gut in die Zeit passen würde.

> Hm, dazu finde ich ein einzelnes Comics zu kurz, um daraus einen
> Film zu machen. Das müßte dann doch sehr aufgebauscht werden, und das
> geht meistens daneben.
>
> Und welches Thema möchtest du nehmen? Die Aliens? Die
> Zeitreisegeschichten? Oder die "normalen" Abenteuer?
>
> Bei den ersten beiden Themen brannte mir immer das Logikmodul durch.
>

Mein Liebling ist die "Orgel des Teufels". Ich denke schon, dass man bei
gutem Timing (und ohne Zusatzerfindungen bitte) daraus einen spannenden
und abendfüllenden Film machen könnte. Stoff und Schauplatz geben das
locker her.

Die abgespaceten Abenteuer kann man ja außen vor lassen. Als James Bond
in "Moonraker" durchs All flog, kriegte Broccoli der Legende nach
Haarausfall und entschied, dass nach Moore ein realistischer Bond kommen
muss.

Der Background als Fernsehteam erlaubt viele Settings. Warum nicht mal
einen Kriminalfall auf einer Karibikinsel, im Zirkus, in China, unter
Computerexperten, den Karpaten, auf einer Bohrinsel oder bei den
Olympischen Spielen? Alles kein Problem. Am Anfang kann immer ein
Reportageauftrag stehen. Und Technik ist auch immer dabei.

> Ich hatte damals die Comics aus der Bücherei ausgeliehen und bin
> ausgestiegen, als Yoko die kleine Chinesin adoptiert hat. Das roch
> mir dann so nach "Frau will Nachwuchs, aber ohne
> Beziehungsentscheidung". Oder man wollte Sex, Schwangerschaft und
> Beziehung wegen der Zielgruppe raushalten. Zumal sich Yoko dann
> hätte zwischen den beiden Männern im Team entscheiden müssen.

Muss sie das?

Yoko Tsuno zeigt eine selbstsichere Frau, die keine Krücken wie Gendern
oder Quoten braucht. Sie überzeugt durch Leistung, nicht durch
Formalien. Das machte sie immer sympathisch.

FW

F. W.

unread,
Oct 21, 2021, 5:29:20 AM10/21/21
to
Am 21.10.2021 um 11:17 schrieb Andy Angerer:

> Am 21.10.21 um 08:49 schrieb F. W.:

>> Ich empfehle an dieser Stelle mal wieder, einen der vielen
>> ausgezeichneten "Yoko Tsuno"-Comics von Roger Leloup zu verfilmen.
>> Aber ich schweife ab.

> Da schweife ich mit: Was gefällt dir an denen?

1. Yoko ;-)
2. Der Humor
3. https://de.wikipedia.org/wiki/Ligne_claire

FW

Andy Angerer

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Oct 21, 2021, 5:37:42 AM10/21/21
to
Am 21.10.21 um 11:17 schrieb Stephan Seitz:

> Zumal sich Yoko dann hätte
> zwischen den beiden Männern im Team entscheiden müssen.

Welche beiden Männer?
Achso: den Kasperl zählst du mit.

Maik Koenig

unread,
Oct 21, 2021, 5:55:36 AM10/21/21
to
Am 21.10.2021 um 08:49 schrieb F. W.:
> Frankreichs Kino steckt voller Überraschungen. Viele Filme habe ich erst
> spät gesehen, weil gerade in den 80er und 90er Jahren das Boxoffice-Kino
> doch sehr englisch und amerikanisch war. Aber es lohnt sich nicht erst
> seit "Amelie" mal genauer hinzuschauen.
>
> Meine neueste Entdeckung ist "Nikita". Der Film ist uralt (1990), wirkt
> aber sehr modern und hat wegen seiner Geschichte auch eine Serie (2010)
> nach sich gezogen.

Zwei Serien... "La Femme Nikita", 1997 bis 2001, gabs auch noch. Und aus
meiner Sicht besser als die von 2010.

Greetz,
MK
--
Kopp-Verlag-Gläubige, Religionsdeppen, rechte Vollidioten
und ähnlicher Bio-Abfall werden ohne Hinweis ignoriert!
Ich lese die Gruppen in denen ich schreibe: KEINE Mailkopie.

F. W.

unread,
Oct 21, 2021, 6:19:00 AM10/21/21
to
Am 21.10.2021 um 11:48 schrieb Maik Koenig:
> Am 21.10.2021 um 08:49 schrieb F. W.:
>> Frankreichs Kino steckt voller Überraschungen. Viele Filme habe ich erst
>> spät gesehen, weil gerade in den 80er und 90er Jahren das Boxoffice-Kino
>> doch sehr englisch und amerikanisch war. Aber es lohnt sich nicht erst
>> seit "Amelie" mal genauer hinzuschauen.
>>
>> Meine neueste Entdeckung ist "Nikita". Der Film ist uralt (1990), wirkt
>> aber sehr modern und hat wegen seiner Geschichte auch eine Serie (2010)
>> nach sich gezogen.
>
> Zwei Serien... "La Femme Nikita", 1997 bis 2001, gabs auch noch. Und aus
> meiner Sicht besser als die von 2010.
>
> Greetz,
> MK
>

Danke, ich suche nachher mal...wirklich guter "Stoff".

FW

Andy Angerer

unread,
Oct 21, 2021, 7:02:59 AM10/21/21
to
Am 21.10.21 um 11:29 schrieb F. W.:
> Am 21.10.2021 um 11:17 schrieb Andy Angerer:
>
>> Am 21.10.21 um 08:49 schrieb F. W.:
>
>>> Ich empfehle an dieser Stelle mal wieder, einen der vielen
>>> ausgezeichneten "Yoko Tsuno"-Comics von Roger Leloup zu verfilmen.
>>> Aber ich schweife ab.
>
>> Da schweife ich mit: Was gefällt dir an denen?
>
> 1. Yoko ;-)

Gute Heldin; in der Tat.

> 2. Der Humor

Echt? Das erstaunt mich.
Ich finde die Geschichten bierernst und das bisschen
obligatorischen Pflichthumor erzwungen und verkrampft.
Und der zuständige Humorbeauftragte Knut nervt gewaltig.
Und die Texte sind oft geradezu schmerzhaft albern.

> 3. https://de.wikipedia.org/wiki/Ligne_claire

Bist du dir sicher, dass das noch unter Ligne claire fällt?
Diese ganzen gnadenlos überfrachteten Wimmelbilder?
Ich weiß: die nackte Definition von Ligne claire
wäre vermutlich anwendbar. Aber echte Ligne-
claire-Comics sehen einfach anders aus.

Die Zeichnungen sind gekonnt, aber steril; die Gesichter maskenhaft.
Außerdem sind die Gesichter extrem kindlich und bambimäßig;
in den ersten Bänden war das besonders schlimm.
Und die Farben sind ausgesprochen kitschig.

Man merkt: ich mags nicht besonders.

Manfred Polak

unread,
Oct 21, 2021, 7:09:08 AM10/21/21
to
Maik Koenig schrieb:

>Zwei Serien... "La Femme Nikita", 1997 bis 2001, gabs auch noch. Und aus
>meiner Sicht besser als die von 2010.

Und natürlich das unvermeidliche Hollywood-Remake mit Bridget Fonda.


Manfred

Manfred Polak

unread,
Oct 21, 2021, 7:09:08 AM10/21/21
to
F. W. schrieb:

>Im Mittelpunkt steht nun eher die Beziehung, die eine Art Normalität
>verspricht. In diese Normalität bricht der Staat immer wieder ein, wenn
>er "Josefine", so Nikitas Deckname, an scheinbar allen Orten der Welt
>erreicht und beauftragt.
>
>Ein Auftrag geht schief und man sendet ihr einen "Reinigungsmann"
>(großartig Jean Reno). Das Grauen, das nun passiert, lässt Nikitas
>Entscheidung in völlig anderem Licht erscheinen.

Ich finde auch die weiteren Nebenfiguren gut gezeichnet, vor allem die
Figur von Tchéky Karyo, der ja fast die eigentliche tragische Figur ist,
weil er sozusagen zur Einsamkeit verdammt ist (und es auch weiß),
während es für Nikita Licht am Ende des Tunnels gibt.

>Unterhaltsamer Film, vermutlich im Fahrwasser der 80er-Jahre-Filme mit
>guten Storys und recht wenig Effekten. Derzeit bei PRIME VIDEO.

Er steht auf jeden Fall in der Tradition der Neo-Noirs, die in den 80ern
einen Höhepunkt erreichte und in den 90ern fortlebte, z.B. "Tchao
pantin" (1983), "Polar" (1984) [1], "Poussière d'ange" (1987) oder "L'ange
noir" (1994).


Manfred

[1] https://whoknowspresents.blogspot.com/2013/10/ein-fisch-als-detektiv.html

Christian Weisgerber

unread,
Oct 21, 2021, 7:30:07 AM10/21/21
to
On 2021-10-21, F. W. <m...@home.com> wrote:

> Meine neueste Entdeckung ist "Nikita".

Wie ist es so, nach über 30 Jahren in einer Höhle nun wieder in die
Zivilisation zurückzukehren?

> Der Film ist uralt (1990), wirkt
> aber sehr modern und hat wegen seiner Geschichte auch eine Serie (2010)
> nach sich gezogen.

- ein amerikanisches Remake, _Point of No Return_ (1993)
- eine anglokanadische Fernsehserie, _La Femme Nikita_ (1997-2001)
- eine amerikanische Fernsehserie, _Nikita_ (2010-2013)

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Stephan Seitz

unread,
Oct 21, 2021, 7:33:24 AM10/21/21
to
F. W. <m...@home.com> wrote:
> Mein Liebling ist die "Orgel des Teufels". Ich denke schon, dass man bei

Okay, die Story funktioniert. Aber ich glaube, durch PC wirst du für
einen einzelnen Film ganz andere Charaktere erhalten.

Die Geschichte in Japan mit dem Sturm ginge wohl auch.

> Der Background als Fernsehteam erlaubt viele Settings. Warum nicht mal

Richtig, aber wie häufig war das in den Comics auch der Fall?

> Yoko Tsuno zeigt eine selbstsichere Frau, die keine Krücken wie Gendern
> oder Quoten braucht. Sie überzeugt durch Leistung, nicht durch

Öh, es ging um Schwangerschaft. Da braucht auch eine Frau wie Yoko
einen Mann für. Im Interesse des Kindes (und natürlich auch des
Partners) sollte sie dann den nicht außen vorlassen.

Stephan Seitz

unread,
Oct 21, 2021, 7:35:48 AM10/21/21
to
Andy Angerer <and...@angerer-bodenlos.de> wrote:
>> 2. Der Humor
> Echt? Das erstaunt mich.

Ja, so komisch finde ich sie auch nur bedingt.

> Ich finde die Geschichten bierernst und das bisschen
> obligatorischen Pflichthumor erzwungen und verkrampft.
> Und der zuständige Humorbeauftragte Knut nervt gewaltig.
> Und die Texte sind oft geradezu schmerzhaft albern.

Liegt das vielleicht an der Übersetzung?

Andy Angerer

unread,
Oct 21, 2021, 8:23:16 AM10/21/21
to
Am 21.10.21 um 13:35 schrieb Stephan Seitz:
> Andy Angerer <and...@angerer-bodenlos.de> wrote:

>> Ich finde die Geschichten bierernst und das bisschen
>> obligatorischen Pflichthumor erzwungen und verkrampft.
>> Und der zuständige Humorbeauftragte Knut nervt gewaltig.
>> Und die Texte sind oft geradezu schmerzhaft albern.
>
> Liegt das vielleicht an der Übersetzung?

Das kann ich leider überhaupt nicht beurteilen.
Die einzige Fremdsprache, die ich mehr als nur
rudimentär verstehe, ist Hochdeutsch.

Andy Angerer

unread,
Oct 21, 2021, 8:46:25 AM10/21/21
to
Am 21.10.21 um 13:02 schrieb Andy Angerer:
> Am 21.10.21 um 11:29 schrieb F. W.:

>> 3. https://de.wikipedia.org/wiki/Ligne_claire
>
> Bist du dir sicher, dass das noch unter Ligne claire fällt?

Jaja: <https://de.wikipedia.org/wiki/Yoko_Tsuno#Stil>

F. W.

unread,
Oct 21, 2021, 9:06:54 AM10/21/21
to
Am 21.10.2021 um 13:33 schrieb Stephan Seitz:
> F. W. <m...@home.com> wrote:

>> Mein Liebling ist die "Orgel des Teufels". Ich denke schon, dass
>> man bei

> Okay, die Story funktioniert. Aber ich glaube, durch PC wirst du für
> einen einzelnen Film ganz andere Charaktere erhalten.

Du meinst "political correctness"?

Ich sehe da keine Probleme. Man kann ja auch ein paar diverse Leute in
die Geschichten einbauen. Warum muss Luigi, der an der Bahnstrecke steht
und Yoko treffen will, unbedingt ein Weißer sein? So etwas wird ja heute
überall gemacht.

Roger hat sich vor ein paar Jahren übrigens mal zu einer Verfilmung
geäußert. Wegen mangelnder Proben hat das wohl nie geklappt.

http://bavardagesyokoemilia.blogspot.com/2018/07/cinema.html
(Bitte ggf. übersetzen lassen)

Wenn, dann steht wohl ein Animationsfilm ins Haus - kein Realfilm.
Obwohl ich gerade letzteres sehr interessant finde.

Der Mann ist allerdings 88 Jahre alt. Wenn er das Zeitliche segnet, wird
sicher neu verhandelt. Die Erben können vielleicht besser zählen als
zeichnen. :-D

FW

Stephan Seitz

unread,
Oct 21, 2021, 9:26:03 AM10/21/21
to
F. W. <m...@home.com> wrote:
> Du meinst "political correctness"?

Jepp.

> Ich sehe da keine Probleme. Man kann ja auch ein paar diverse Leute in
> die Geschichten einbauen. Warum muss Luigi, der an der Bahnstrecke steht
> und Yoko treffen will, unbedingt ein Weißer sein? So etwas wird ja heute
> überall gemacht.

Ja, aber dann brauche ich keine Verfilmung, wenn ich eh alles anpasse.
Dann kann man sich auch gleich komplett Neues ausdenken.

> Der Mann ist allerdings 88 Jahre alt. Wenn er das Zeitliche segnet, wird
> sicher neu verhandelt. Die Erben können vielleicht besser zählen als
> zeichnen. :-D

Und dann kommt so was raus wie beim Herrn der Ringe. Ich weiß schon,
warum ich eine Abneigung gegen Verfilmungen habe. Das taugt alles
nichts.

Andreas M. Kirchwitz

unread,
Oct 21, 2021, 9:27:38 AM10/21/21
to
F. W. <m...@home.com> wrote:

> Meine neueste Entdeckung ist "Nikita". Der Film ist uralt (1990), wirkt
> aber sehr modern und hat wegen seiner Geschichte auch eine Serie (2010)
> nach sich gezogen.

Ich hatte den Film von Luc Besson damals tatsächlich relativ zeitnah
gesehen und habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Toll gemacht,
tolle Schauspieler, wirkte auf mich stimmig.

Wenige Jahre darauf hat John Badham ein US-Remake gedreht mit Musik
von Hans Zimmer. War durchaus okay, Badham weiß schon, was er tut,
alles ein bisschen bunter, größer und lauter, halt so ein typisches
US-Remake, doch insgesamt wirkte es auf mich etwas zu glatt, das
passte für mich nicht zur eigentlich doch ziemlich bitteren und
"dreckigen" Story, das hat Besson für mich besser rübergebracht.

Grüße, Andreas

F. W.

unread,
Oct 21, 2021, 9:57:35 AM10/21/21
to
Am 21.10.2021 um 15:26 schrieb Stephan Seitz:

>> Ich sehe da keine Probleme. Man kann ja auch ein paar diverse Leute
>> in die Geschichten einbauen. Warum muss Luigi, der an der
>> Bahnstrecke steht und Yoko treffen will, unbedingt ein Weißer sein?
>> So etwas wird ja heute überall gemacht.

> Ja, aber dann brauche ich keine Verfilmung, wenn ich eh alles
> anpasse. Dann kann man sich auch gleich komplett Neues ausdenken.

So läuft das nicht. :-D

Wenn der Produzent sagt "Hey, ich kann den Film besser in den USA, in
Afrika und in Asien verkaufen, wenn sich diese Leute auch irgendwie
wiederfinden", dann dürfte das das Hauptargument für die heute weit
verbreitete Diversität sein.

Es ändert die Story ja auch nicht. Und in allen Gruppen von Menschen
gibt es heute mehr Geld. Und Streaming ist eine weltweite Veranstaltung,
die billiger ist als Kino, Parkgebühren und Popcorn.

Die Welt ist über Nacht also nicht besser geworden - nur reicher und
breiter. Daher diese ganzen Geschichten.

>> Der Mann ist allerdings 88 Jahre alt. Wenn er das Zeitliche segnet,
>> wird sicher neu verhandelt. Die Erben können vielleicht besser
>> zählen als zeichnen. :-D

> Und dann kommt so was raus wie beim Herrn der Ringe. Ich weiß schon,
> warum ich eine Abneigung gegen Verfilmungen habe. Das taugt alles
> nichts.

Verfilmungen leiden immer darunter, dass sich der Leser beim Lesen ein
eigenes Bild macht. Das ist bei Comics etwas gefahrloser...

FW

F. W.

unread,
Oct 21, 2021, 9:59:37 AM10/21/21
to
Am 21.10.2021 um 12:31 schrieb Christian Weisgerber:

> On 2021-10-21, F. W. <m...@home.com> wrote:

>> Meine neueste Entdeckung ist "Nikita".

> Wie ist es so, nach über 30 Jahren in einer Höhle nun wieder in die
> Zivilisation zurückzukehren?

Ganz gut, danke. Meinst Du, dieses "Internet" wird sich durchsetzen?

>> Der Film ist uralt (1990), wirkt
>> aber sehr modern und hat wegen seiner Geschichte auch eine Serie (2010)
>> nach sich gezogen.
>
> - ein amerikanisches Remake, _Point of No Return_ (1993)
> - eine anglokanadische Fernsehserie, _La Femme Nikita_ (1997-2001)
> - eine amerikanische Fernsehserie, _Nikita_ (2010-2013)
>

Thx

FW

F. W.

unread,
Oct 21, 2021, 10:00:15 AM10/21/21
to
Sage ich doch: eine Art Anti-James-Bond.

FW

Stephan Seitz

unread,
Oct 21, 2021, 10:15:59 AM10/21/21
to
F. W. <m...@home.com> wrote:
> Verfilmungen leiden immer darunter, dass sich der Leser beim Lesen ein
> eigenes Bild macht. Das ist bei Comics etwas gefahrloser...

Das sehe ich genau andersrum. Beim Comic bekommt der Leser das Bild
gleich vorgesetzt. Wenn dann die Bilder im Film nicht passen, stört
es.

Andy Angerer

unread,
Oct 21, 2021, 10:19:20 AM10/21/21
to
Am 21.10.21 um 15:59 schrieb F. W.:
> Am 21.10.2021 um 12:31 schrieb Christian Weisgerber:
>
>> On 2021-10-21, F. W. <m...@home.com> wrote:
>
>>> Meine neueste Entdeckung ist "Nikita".
>
>> Wie ist es so, nach über 30 Jahren in einer Höhle nun wieder in die
>> Zivilisation zurückzukehren?
>
> Ganz gut, danke. Meinst Du, dieses "Internet" wird sich durchsetzen?

Nie im Leben!
Der Umgang mit Computern ist nichts für Laien.
Aber es gibt ja sogar Phantasten, die an kleine Mobiltelefone glauben.
Dabei hat sich doch nicht einmal das Beamen durchsetzen können.

F. W.

unread,
Oct 22, 2021, 2:39:12 AM10/22/21
to
Am 21.10.2021 um 16:19 schrieb Andy Angerer:

> Aber es gibt ja sogar Phantasten, die an kleine Mobiltelefone
> glauben. Dabei hat sich doch nicht einmal das Beamen durchsetzen
> können.

Danke. Ich wunderte mich schon, warum alle in ihren Taschenrechner rein
quasseln.

FW

Andy Angerer

unread,
Oct 22, 2021, 6:38:42 AM10/22/21
to
Am 22.10.21 um 08:39 schrieb F. W.:
Das sind bestimmt Diktaphone.
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