Regie: Tom Tykwer
Drehbuch: Tom Tykwer
Kamera: Frank Griebe
Schnitt: Mathilde Bonnefoy
Musik: Tom Tykwer, Johnny Klimek, Reinhold Heil
Darsteller:
Franka Potente (Lola), Moritz Bleibtreu (Manni), Herbert Knaup (Papi),
Joachim Król (Penner), Ludger Pistor (Herr Maier), Nina Petri (Frau
Hansen), Armin Rhode (Herr Schuster), Heino Ferch (Ronnie)
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URL der Filmpage: http://surf.to/filmpage/
URL dieser Kritik:
http://stud.fbi.fh-darmstadt.de/~willi/Filmpage/enhanced/lolarennt1.html
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Story:
Lola ist verzweifelt: Ihr Herzallerliebster Manni hat bei seinem ersten
Kurierdienst für den Berliner Unterweltboß Ronnie Mist gebaut und die
Tüte mit 100.000 Mark in der U- Bahn liegen lassen, so daß sich ein
Penner das Geld schnappen konnte. Und nun weiß auch sie keinen Ausweg
mehr. Denn in 20 Minuten ist Übergabe. Also rennt das
Großstadtfrüchtchen los, um bei ihrem Vater zu betteln. Denn dieser ist
ein hohes Tier in einer Bank. Und Lola rennt und rennt und rennt...
Kritik:
Der deutsche Kinomief nervt. Jedes Jahr kommen knapp 5 teutonische Filme
wirklich in deutsche Kinos. Und alle bieten sie das Selbe: Da wird
irgendein ach so lockerer Beziehungsquatsch von mehr oder weniger
begabten Jungdarstellern in Fernsehatmosphäre verkrampft- lustig
dargeboten, wobei im Hintergrund, ähnlich einer billigen Soap- Opera die
gerade angesagt Musik läuft. Echt trendy, aber auch total aufgesetzt.
Wenn man in „Lola rennt“ sitzt, so überkommt einem erst einmal das
Gefühl, hier wieder ähnlich gelangweilt zu werden. Im Hintergrund
wummert der trendig- psychedelische Copmutermix und der Verspann sieht
aus, als hätte Quentin Tarantino unter Drogen gestanden. Doch spätestens
nach fünf Minuten Film, läßt dieses Gefühl nach und verschwindet dann
auch ganz. Denn alles paßt ins Bild und ergibt einen großartigen Film.
Wirkt der unruhige Stil Tykwers am Anfang noch klar auf die MTV-
Generation abgestimmt (extreme Closeups wechseln mit hippen Verwackeln
der Kamera), so entwickelt das Ganze dann aber ein symbiotisches
Eigenleben, dessen Faszination man sich nur schwerlich entziehen kann.
Die Kamera ist nicht nur ein einfacher Erguß sämtlicher MTV- Klischees,
wie es uns Michael Bay immer wieder vorsetzt, sie glänzt durch
ausgefeihlte Symbolik und Farbdramaturgie, verfeinert die Charaktere in
nicht unmaßgeblicher Art. Auch Musik und Schnitt passen sich dem
hervorragend an. Beide harmonieren großartig. Man merkt einfach, daß Tom
Tykwer auch hier seine Hände im Spiel hatte. Ähnlich eines John
Carpenter ergibt sich so ein starker Schnittrythmus, der dem Thema
entsprechend recht schnell daherkommt.
Überhaupt ist die Thematik des Films die wahre Glanzleistung. Tykwer
experimentiert mit der Wahrscheinlichkeit und dem Zufall. Er erzählt
seine kleine Geschichte drei Mal. Jedes Mal verändert sich das Ganze
durch eine Kleinigkeit, die Lola im Treppenhaus widerfährt. Dort hat sie
es nämlich mit einem bösen Hund und dessen Herrchen zu tun. Einmal
schreckt sie vor dem Tier zurück, einmal stellt ihr das widerwärtige
Herrchen ein Bein und einmal hüpft sie elegant über das ekelerregende
Duo hinweg.
Was dies für Konsequenzen hat, zeigt sich später. Durch ihre
zeitversetzte Ankunft knallt sie einmal in eine Frau mit Kinderwagen
rein, ein andermal kann sie diese noch gerade so umschiffen. Jedes mal
dreht sich diese Dame um und lästert hinter Lola her. Doch die Art des
Lästerns (je nachdem, was passiert) verändert ihr ganzes Leben, das von
Tykwer auch prompt erzählt wird. Er friert das Bild ein, um darauf in
schnell hintereinander geschnittenen Fotofolgen den weiteren Lebenslauf
zu umschreiben. Das eine Mal wird der Dame das Kind weggenommen, das
nächste Mal gewinnt sie im Lotto. Dieses Stilmittel wendet Tykwer auf
die verschiedensten Figuren an. Es fasziniert immer aufs Neuste, den
Rest des Lebens dieser Menschen verfolgen zu können.
Tykwer ist jedes noch so verqueerte Stilmittel recht, um seine
experimentelle Geschichte auch ins rechte Licht zu rücken. Er wechselt
virtuos zwischen Film, Video und Zeichentrick hin und her. Zeitweise
setzt er sogar MPEG- Komprimierungen ein, um eine Sichtebene außerhalb
der Hauptcharaktere abzugrenzen. Nicht immer scheint es klar, was Tykwer
erreichen will, aber es ist interessant, mit welchen Mitteln er den
Zuschauer zu manipulieren sucht. Der Film ist eben in erster Linie ein
Experiment am Zuschauer.
Das große Pluspunkt ist aber, daß das Ganze auch noch wirklich gut
unterhält. Der Film ist sehr humorvoll und glänzt mit wirklich starken,
wenn auch sehr realitätsfernen, Figuren. Man fiebert mit Manni und Lola
mit. Es erstaunlich, daß der Film funktioniert, obwohl er so
augenscheinlich in Szene gesetzt wurde. Er hält sich nicht an die
Grundsätze eines Billy Wilder, der von einer unsichtbaren Kamera
schwärmt. Tykwers Kamera ist sichtbar, sie zeigt dem Zuschauer, wie
irreal die Story ist, versucht gar nicht erst eine Realität
vorzugaukeln. Er spielt mit außergewöhnlichen Kameraeinstellungen und
–schwenks. Der Zuschauer soll merken, was vor sich geht. Es ist nur eine
weitere Möglichkeit einer Realität, es gibt tausend weitere, und es
liegt am Zuschauer, ob er sich für eine entscheidet. Denn
Entscheidungen, wie klein sie auch sein mögen, verändern unser Leben in
krassester Weise. Das zeigt der Film.
Leider ergibt sich aus dieser außergewöhnlichen Regie auch so manche
kleine Schwäche. An wenigen Punkten, besonders zu Beginn, wirkt die
Regie aufgesetzt und zeitweise auch verkrampft. Nach der ersten viertel
Stunde nimmtsich Tykwer etwas zurück und läßt seine Handlung walten. Der
Film wirkt auch selten wirklich spontan. Er hat das Problem eines
Kubricks. Technische Perfektion verhindert das Gefühl der Spontanität.
Dies ist zwar kein richtiger Negativpunkt, aber so mancher Zuschauer
läßt sich von solch einer Art Film abstoßen, da das menschliche Element
hinter der Kamera kaum spürbar bleibt.
„Lola rennt“ bleibt aber ganz großes Kino. Ein wunderbarer, höchst
innovativer Film, der auf vielen Ebenen funktioniert –auch als
Entertainment- und dann auch noch nach einem wirklichen Kinofilm
aussieht. Einer der besten Filme Deutschlands, seit Jahren...
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Knut Brockmann
E- Mail: Knut.Br...@darmstadt.netsurf.de
Die Filmpage des Knut B.:
http://stud.fbi.fh-darmstadt.de/~willi/Filmpage/index.html
Knut.Brockmann wrote:
>
>
> „Lola rennt“ bleibt aber ganz großes Kino. Ein wunderbarer, höchst
> innovativer Film, der auf vielen Ebenen funktioniert –auch als
> Entertainment- und dann auch noch nach einem wirklichen Kinofilm
> aussieht. Einer der besten Filme Deutschlands, seit Jahren...
> -----------------------------------------------------------------------
Dieser Meinung bin ich auch. Ich glaube es ist sogar der beste...aber das
ist ja auch egal. Ich schreibe das hier, weil ich den vielen, die jetzt aus
irgendwelchen (meist unqualifizierten) Gründen über den Film heriehen,
zuvorkommen will.Was mir zu den von Knut erwähnten Facts besonders gefallen
hat, war daß man als Zuseher des Films nicht ständig eine Sexszene erwartet.
Das hat man bei dt. Filmen selten.
Das war´s,
mfg, Tom.
--
****************************************************
Thomas Rademacher
Tel. 0212/816643
t...@gmx.de
"As a matter of fact, I´m there right now."
Mystery Man, Lost Highway
****************************************************
>„Lola rennt“ bleibt aber ganz großes Kino. Ein wunderbarer, höchst
>innovativer Film, der auf vielen Ebenen funktioniert –auch als
>Entertainment- und dann auch noch nach einem wirklichen Kinofilm
>aussieht. Einer der besten Filme Deutschlands, seit Jahren...
Wenn ich das jetzt mit der Kritik von Andreas vergleiche, wundere
ich mich ueber das riesige Fragezeichen ueber meinem Kopf gar nicht
mehr. Gegensaetzlicher koennen Kritiken wohl nicht sin.
Thomas
--
Thomas Meyer, Bremen, Germany
mailto:i0...@zfn.uni-bremen.de -- http://www1.uni-bremen.de/~i03a/
Es gibt halt immer Leute, die bei bestimmten Filmen absolut nicht dazu
in der Lage sind, die richtige Brille für diesen Film aufzusetzen. Da
kann man dann auch nichts machen. Die Kritik von "Zugvögel" im letzten
Prinz war auch mal wieder so ein Fall. Natürlich muß man Filme wie
"Zugvögel" nicht mögen. Aber als Kritiker hätte man doch zumindest
merken müßen, daß das was er in "Zugvögel" als Langeweile empfindet,
bewußt nach guten Kaurismäki-Stil intiniert ist.
Grüße, Harald
Bin selten einer Meinung mit Andreas.
Wir haben halt ganz unterschiedliche Auffassungen von Kino.
Bis dann,
Knut B.
> Wenn ich das jetzt mit der Kritik von Andreas vergleiche, wundere
> ich mich ueber das riesige Fragezeichen ueber meinem Kopf gar nicht
> mehr. Gegensaetzlicher koennen Kritiken wohl nicht sin.
Ich bin immer noch der Meinung, den schlechtesten Film seit Jahren
gesehen zu haben. Wer in einem Amateurfilm mit Filmhochschul-Flair
irgendeine künstlerische Ambition sieht, oder die Tatsache, daß keine
Sexszene vorkommt, als Pluspunkt verbucht, kann sich ja glücklich
schätzen. Ich hasse den Film von grundauf, und um es mal anmaßend und
provokativ zu formulieren: Wer "Lola rennt" toll findet, hat keinen
Gespür für gute o. schlechte Filme. Auf daß man mich steinigt :-)
Ciao
Andreas
Andreas Bach wrote:
> Ich bin immer noch der Meinung, den schlechtesten Film seit Jahren
> gesehen zu haben.
Wenn Du meinst...
> Wer in einem Amateurfilm mit Filmhochschul-Flair
> irgendeine künstlerische Ambition sieht, oder die Tatsache, daß keine
> Sexszene vorkommt, als Pluspunkt verbucht, kann sich ja glücklich
> schätzen.
Ich schätze mich überhaupt nicht glücklich. Ich bin glücklich endlich mal
einen so genialen deutschen Film gesehen zu haben. Wenn jemand auf der
Filmhochschule so einen Film dreht, hat er wohl Talent. Dabei kommt das
Flair natürlich auch nicht rüber, nur so BTW.Daß man nicht ständig mit
ner Sexszene rechnet ist ein Pluspunkt. Wenn Du deutsche Liebeskomödien
nicht satt bist, hast Du ja noch viel Auswahl zum Sehen.
> Ich hasse den Film von grundauf, und um es mal anmaßend und
> provokativ zu formulieren: Wer "Lola rennt" toll findet, hat keinen
> Gespür für gute o. schlechte Filme.
Vielleicht hast Du auch kein Gespür für gute oder schlechte Filme.
> Auf daß man mich steinigt :-)
>
>
Bitte,bitte
> Ich bin immer noch der Meinung, den schlechtesten Film seit Jahren
> gesehen zu haben. Wer in einem Amateurfilm mit Filmhochschul-Flair
> irgendeine künstlerische Ambition sieht, oder die Tatsache, daß keine
> Sexszene vorkommt, als Pluspunkt verbucht, kann sich ja glücklich
> schätzen.
Deine Meinung ist deine Meinung. Nur richtig begruenden sollte man
schon...
> Ich hasse den Film von grundauf, und um es mal anmaßend und
> provokativ zu formulieren:
Meisnt du hassen? Seit wann kann man denn einen Film hassen? Ich habe
aehnliche Gefuehle bezueglich Filmen wie ID4 oder Armageddon, aber
Hass... das ist schon etwas zu schlimmes, um es einem Film zu
verguetlichen.
> Wer "Lola rennt" toll findet, hat keinen
> Gespür für gute o. schlechte Filme. Auf daß man mich steinigt :-)
DAS ist nicht provokant, es ist nur dumm.
Bis dann,
Knut B.
Touché #B->
> > Auf daß man mich steinigt :-)
> Bitte,bitte
Nana, wer wird denn gleich ... hier ist das Land _der Meinungsfreiheit_
schlechthin.
<pax vobiscum> Hendrik
--
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Hendrik Siegeln, mailto:sie...@siegeln.do.uunet.de, Tel. 0231/7217390
Vassago
--
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-----
- Please allow me to introduce
-
- Why I'm a man of wealth
-
- I've been around for a long, long
-
- Stole many a man's soul and
-
-
-
- The Rolling Stones "Sympathy for the
-
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-
ttp://home.t-online.de/home/Sven.Boeyng/index.htm -
-
en.B...@t-online.de -
-
ss...@emsbox.westfalen.de -
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So habe ich es auch meistens gehalten. Nur bei LA Confidential hat er
mal genau das richtige Mass getroffen... Erstaunlich ;-)
Bis dann,
Knut B.
Ich fasse mal kurz zusammen: die ARD Redaktion Film, die ZDF Redaktion
Film, die Cinema Redaktion Kino, usw. haben alle kein Gespür für gute
Filme. Welche Qualifikation hast Du denn? Vielleicht kommst Du auch
einfach mit dem deutschen Film nicht klar, und verstehst ihn nicht mehr,
sobald er keine Komödie ist.
Wenn Dir die "unruhige" Kamera ein Graus ist, dann geh' bitte auf gar
keinen Fall in "Saving Private Ryan". Denn dann hälst Du auch Steven
Spielberg für einen "Amateurfilmer mit Filmhochscul-Flair".
>Ich hab Lola rennt zwar noch nicht gesehen, musste aber schon
>öfters feststellen, daß AB-Kritiken meist zu 100% von meinen Kriterien für
>gute Filme abwichen.
>Mein Vorschlag:
>Je weniger Punkte (von 100) bei AB, desto besser der Film! (Ausnahmen
>bestätigen die Regel!)
Nabends allerseits,
bin noch recht neu in dieser Gruppe und moechte Andreas Bach (aufgrund
des noch-nicht-Kennens) auch nicht zu nahe treten, aber ich muss
zugeben, dass ich ebenfalls finde, dass die Kritik an "Lola rennt"
groesstenteils unberechtigt ist.
Wer sich nicht an kleinen Details und kleinen Aenderungen im Film und
dem absurden Spiel mit Bildern erfreuen kann (ich sage nur Baz
Luhrmanns "Romeo & Juliet"), der wird an diesem Film nicht viel Freude
haben.
Ich mochte den Film jedenfalls sehr.
Lange Rede, wenig Sinn: Wer mag, kann meine vollstaendige Kritik zu
"Lola rennt" (hint, hint :)) unter
http://www.geocities.com/SunsetStrip/Club/2795/film/lolarennt/loladeu.htm
nachlesen.
Gruesse von
Jan.
> Wer sich nicht an kleinen Details und kleinen Aenderungen im Film und
> dem absurden Spiel mit Bildern erfreuen kann (ich sage nur Baz
> Luhrmanns "Romeo & Juliet"), der wird an diesem Film nicht viel Freude
> haben.
> Ich mochte den Film jedenfalls sehr.
Ohoh. Mit mir hast du ein Exemplar vor dir, das Romeo und Julia genial
fand, Lola Rennt hingegen sehr bemüht und effektheischend. Der
Unterschied ist einfach der, dass in R+J die optischen Effekte (ich
meine nicht unbedingt special FX) immer im Dienste der Handlung
standen, bzw. eine bestimmte Athmosphäre erzeugt haben. Lola Rennt ist
hingegen ein völlig unemotionales Konstrukt, das auf einer einzigen
simplen Idee beruht und mit dieser nur mühsam unterhält. Ich
jedenfalls habe mich streckenweise ziemlich gelangweilt und kann das
Gerede vom tollen "Tempo" dieses Films nicht nachvollziehen. Wer
schnelle Schnitte von einer rennenden Frau für Tempo hält, ist im
MTV-Zeitalter hängengeblieben. Wie vermutlich auch Tom Tykwer. Dieser
Film ist nocht nicht mal modern, er wäre es vielleicht vor ein paar
Jahren gewesen.
Lola Rennt und R+J zu vergleichen ist zumindest sehr gewagt. Ich halte
Lola Rennt sogar für einen Rückschritt im Vergleichen zu Tom Tykwers
ebenfalls nicht berauschenden "Winterschläfer".
Wenn das das Non-Plus-Ultra des aktuellen deutschen Films sein soll,
dann gute Nacht.
>Lola Rennt und R+J zu vergleichen ist zumindest sehr gewagt.
In gewisser Weise hast du recht, ich meinte das mehr in dem Sinne,
dass R+J vom Stil her als Einstimmung nicht verkehrt ist, um sich an
die Geschwindigkeit der Kamera und der Schnitte zu gewoehnen. Im
direkten Vergleich finde ich R+J auch besser. :)
> Ich halte
>Lola Rennt sogar für einen Rückschritt im Vergleichen zu Tom Tykwers
>ebenfalls nicht berauschenden "Winterschläfer".
*grins* Dann muessen wir uns wohl darauf einigen, uns nicht einig zu
sein, ich fand Winterschlaefer naemlich absolut klasse. :))
Allerdings finde ich Winterschlaefer und Lola rennt so gegensaetzlich,
daß mir ein Vergleich zwischen den beiden ohnehin schwerfaellt. Jeder
der beiden Filme ist wie ein Extrem: Der eine in Sachen Hektik, der
andere in Sachen Ruhe.
Gruss,
Jan.
Sorry, aber was Du hier schreibst ist ja wohl hanebuechender Unsinn.
Welche ´Qualifikation´ muss man denn haben, um sich ueber einen Film
ein Urteil erlauben zu koennen ? Entweder der Film gefaellt mir, oder
eben nicht, und das einzige worauf es beim verfassen einer Kritik an-
kommt ist, das der Kritiker seine Meinung ausreichend begruenden kann.
Ob ich dann mit dieser Meinung konform gehe oder nicht, liegt immer
noch ganz bei mir. Kritiken sind nie objektiv, und das sollen sie auch
nicht sein - das ist uebrigens etwas ganz anderes als eine ´ungerechte´
Kritik die z.B. auf mangelndem technischem Sachverstand beruht.
Wie auch immer....
--
http://www.geocities.com/SiliconValley/Sector/6037/index.html
Software, Systemberatung, Entwicklung - UNIX & NT, UML, C++, RDBMS
e-mail: bo...@castle.aball.de - phone: 49 511 7244795
Original-URL: http://www.zelluloid.de/heinz/filme98/lola.htm
Archiv-URL: http://www.zelluloid.de/heinz/imho.htm
Rating: 95%
Experimentalfilm/ Thriller/ Kult,
Deutschland, 1998, 81 Min.,
Originaltitel: Lola rennt,
Regie: Tom Tykwer
Darsteller: Franka Potente, Moritz Bleibtreu, Herbert Knaup,
Joachim Król, Ludger Pistor, Nina Petri, Lars Rudolph,
Heino Ferch, Armin Rohde, Sebastian Schipper, Suzanne von Borsody
Lola rennt - ein recht ungewöhnlicher Film aus deutschen Landen, und
zur Abwechslung mal wieder einer, der es wirklich verdient hat, in den
Kinos gezeigt zu werden. Tom Tykwer (Winterschläfer) zeigt, wie
einzelne kurze Ereignisse, die für sich gesehen kaum länger im
Gedächtnis bleiben würden, den Lauf der Dinge und das Schicksal vieler
Menschen stark beeinflussen können.
Manni (Moritz Bleibtreu, Knockin' On Heaven's Door) hat ein Problem:
soeben hat er erfolgreich ein illegales Geschäft abgeschlossen, bei
dem er DM 100.000 kassiert hat, dieses Geld hat er jedoch in Panik in
der U-Bahn liegen lassen, und befindet sich nun in den Händen eines
Penners (kaum zu erkennen: Joachim Król, der bewegte Mann). Um 12:00
Uhr muß Manni das Geld bei seinem Chef abliefern, ansonsten sieht er
seine Asche in 100.000 kleinen Stückchen Richtung Nordsee fließen.
Er ruft bei seiner Freundin Lola (Franka Potente, eine der Drei
Mädels von der Tankstelle) an, die ihn eigentlich abholen sollte, aber
ihr Mofa wurde gestohlen und der Taxifahrer... auf jeden Fall war sie
nicht da, und wenn sie ihm nicht helfen kann, und in zwanzig Minuten
das Geld bringt, wird er einen Supermarkt überfallen. Lola denkt nach,
was sie wohl tun könnte um dies zu verhindern, rennt aus der Wohnung
in den Hausflur, mit dem Ziel: Vater.
Im Hausflur trifft sie auf einen Mann mit Hund. Bis hier ist die
Story eindeutig; nach dem Zusammentreffen folgen drei völlig
unterschiedliche Teile. Einmal rennt sie einfach an Mann und Hund
vorbei, einmal wird Lola vom Hund gebissen und einmal springt sie an
ihm vorbei. Diese Abweichung von Sekundenbruchteilen hat weitere
Ereignisse zur Folge - oder eben auch nicht. Weitere Personen treffen
zusammen - oder eben auch nicht, was nicht nur das Beschaffen des
Geldes sondern auch das weitere Leben einiger Personen entscheidend
beeinflußt.
Strenggenommen ist das Zusammentreffen mit dem Mann mit Hund im
Hausflur für sich betrachtet kein Ereignis, das die Welt verändern
kann, doch durch die Phantasie von Autor und Regisseur Tom Tykwer wird
ein solches daraus. Abhängig vom Ausgang dieser Begegnung hat Lola
einige Sekundenbruchteile gewonnen oder verloren, was für einige
Menschen, vor allem aber für den Film, ganz unterschiedliche
Perspektiven eröffnet. "Lola rennt" ist schnell, laut, mutig und sehr
ungewöhnlich. Der erste Eindruck läßt den Zuschauer an ein modernes
Musikvideo aus dem Technobereich denken, und das nicht nur wegen des
dazu passenden Soundtracks, an dem neben Thomas D. von den
Fantastischen Vier und Tom Tykwer auch Hauptdarstellerin Potente als
Sängerin mitgewirkt hat. Zeichentricksequenzen, verschiedene
Kameraformate und high-speed Diashows verstärken diesen Eindruck,
ansonsten liegt der Film irgendwo zwischen "Und täglich grüßt das
Murmeltier" und "Nirvana".
"Lola rennt" ist auf jeden Fall ein Highlight des deutschen Kinos,
das in der letzten Zeit nur allzuselten durch positive Schlagzeilen
für Gespräche sorgte. Zumindest für einige Zeit wird dieser Film das
ändern.
heinz
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Alexander Werner Jachmann aka. Heinz
e-mail: he...@zelluloid.de
URL: http://www.zelluloid.de/heinz/
>Es gibt halt immer Leute, die bei bestimmten Filmen absolut nicht dazu
>in der Lage sind, die richtige Brille für diesen Film aufzusetzen. Da
Das ist doch Blödsinn. Damit setzt du voraus, es gäbe eine absolute
Wahrheit über einen Film. Dem ist jedoch nicht so. Gerade der Film
Lola Rennt, um zum Thema zurück zu kommen, polarisiert extrem. Das
heisst doch aber nicht, dass die Seite der Befürworter bzw. die Seite
der "Ablehner" die "falsche Brille" für diesen Film aufhaben. Wahr ist
vielmehr, dass jeder andere Erwartungen an einen Film hat. Das gilt
für Kritiker genauso wie für normale Kinogänger.
Bei "Lola Rennt" spielt es zum Beispiel eine grosse Rolle, dass der
deutsche Film schon länger nichts ordentliches mehr zustande gebracht
hat und sich jetzt alle auf dieses Filmchen stürzen. (Man muss es sich
mal vor Augen halten: ein Film wie "Lola Rennt" soll heute den
deutschen Film retten, während Fassbinder und Ballhaus hier noch vor
20 Jahren international Maßstäbe setzten... Das kann doch nicht wahr
sein!)
>kann man dann auch nichts machen. Die Kritik von "Zugvögel" im letzten
>Prinz war auch mal wieder so ein Fall. Natürlich muß man Filme wie
>"Zugvögel" nicht mögen. Aber als Kritiker hätte man doch zumindest
>merken müßen, daß das was er in "Zugvögel" als Langeweile empfindet,
>bewußt nach guten Kaurismäki-Stil intiniert ist.
Das wird dem Kritiker nicht entgangen sein. Er scheint nur deine
Einschätzung, dass dies auch funktioniert hat, nicht zu teilen.
Du haust hier jede Menge Polemik in die Diskussion. Wie wär es denn mal
mit Begründungen zu Deinen Standpunkten? Wo ist LR warum schlecht? Warum
überzeugen SFX in R&J, nicht aber in LR?
Es ist immer sehr einfach ohne Argumentation etwas zu kritisieren. Damit
bleibt man nämlich gegenüber fremder Kritik fast unangreifbar. Aber
leider auch unglaubwürdig. Du findest LR halt nicht so toll, in Ordnung.
Aber bitte, bitte, warum?
>Kjell Peterson wrote:
>>
>> Ohoh.
>[schnippschnapp]
>> gute Nacht.
>
>Du haust hier jede Menge Polemik in die Diskussion. Wie wär es denn mal
>mit Begründungen zu Deinen Standpunkten? Wo ist LR warum schlecht? Warum
>überzeugen SFX in R&J, nicht aber in LR?
>Es ist immer sehr einfach ohne Argumentation etwas zu kritisieren. Damit
>bleibt man nämlich gegenüber fremder Kritik fast unangreifbar. Aber
>leider auch unglaubwürdig. Du findest LR halt nicht so toll, in Ordnung.
>Aber bitte, bitte, warum?
Warum findest du ihn denn so toll, wenn du schon so anfängst?
Ich will niemanden angreifen, oder so, ich habe einfach eine andere
Meinung zu diesem Film und wundere mich über die allgemeine Hysterie.
Für dich nochmal der Kritikpunkt aus dem Posting, auf das du dich
beziehst::
>>(...) Der Unterschied ist einfach der, dass in R+J die optischen
Effekte (ich meine nicht unbedingt special FX) immer im Dienste der
Handlung standen, bzw. eine bestimmte Athmosphäre erzeugt haben. Lola
Rennt ist hingegen ein völlig unemotionales Konstrukt, das auf einer
einzigen simplen Idee beruht und mit dieser nur mühsam unterhält.
...<<
Geh doch lieber darauf ein.
Und:
Für mich hatte der Film, was die optischen Stilmittel angeht, nicht
genug Linie. Der Vorspann im Werbefilmstil, die Video-Sequenzen, die
(zugegebenermassen sehr gut gemachten) Animationen, die rot
eingefärbten Dialoge, der Abspann "verkehrtrum" ("seht her, " sagt uns
der Film zum Schluss nochmal, "ich bin anders!") usw...
Das war mir einfach zu dick aufgetragen. Tom Tykwer hat scheinbar
alles, was ihm an optischen Gags eingefallen ist, reingepackt in
diesen Film. Das hat ihm aber nicht unbedingt gutgetan, finde ich.
Dadurch wirkte der Film auf mich etwas kalt und konstruiert. Lolas und
Mannis Verzweiflung angesichts ihrer ausweglosen Situation sind bei
mir nicht angekommen (und das war nicht die Schuld der beiden
großartigen Dartseller). Anders gesagt: Der Film hat mich einfach
nicht berührt.
Gruß,
Kjell
Lies den Thread noch einmal, lies Deine Mail noch einmal, und dann
cancel das Ding.
> >Es gibt halt immer Leute, die bei bestimmten Filmen absolut nicht dazu
> >in der Lage sind, die richtige Brille für diesen Film aufzusetzen. Da
>
> Das ist doch Blödsinn. Damit setzt du voraus, es gäbe eine absolute
> Wahrheit über einen Film. Dem ist jedoch nicht so. Gerade der Film
> Lola Rennt, um zum Thema zurück zu kommen, polarisiert extrem. Das
> heisst doch aber nicht, dass die Seite der Befürworter bzw. die Seite
> der "Ablehner" die "falsche Brille" für diesen Film aufhaben. Wahr ist
> vielmehr, dass jeder andere Erwartungen an einen Film hat. Das gilt
> für Kritiker genauso wie für normale Kinogänger.
Es geht darum, dass man gewisse technische Qualitaeten anerkennen muss,
die nun mal vorahnden sind. Mir gefaellt zum Beispiel ID4 ueberhaupt
nicht, da er von vorne bis hinten geklaut ist und keine eigene Note hat
(Aalglatt). Leider ist er routiniert in Szene gesetzt und hat nette
Effekte. So etwas muss man dann auch zugeben koennen. Bei "Lola Rennt"
ist es nunmal so, dass der Film einen ganz eiigenen Rhytmus findet und
konsequent umsetzt. Ob das fuer dich funktion iert, ist eine andere
Sache. Ich war erstaunt: Obwohl ich dem Videoclip- Stil der 90er und
Techno im allgemeinen ueberhaupt nichts abgewinnen kann, so hat der
Film dennoch fuer mich hervorragend funktioniert. Er hat dem Stil
naemlich einen eigenen cinematographgischen Sinn und rafinierte Symbolik
gegeben.
> Bei "Lola Rennt" spielt es zum Beispiel eine grosse Rolle, dass der
> deutsche Film schon länger nichts ordentliches mehr zustande gebracht
> hat und sich jetzt alle auf dieses Filmchen stürzen. (Man muss es sich
> mal vor Augen halten: ein Film wie "Lola Rennt" soll heute den
> deutschen Film retten, während Fassbinder und Ballhaus hier noch vor
> 20 Jahren international Maßstäbe setzten... Das kann doch nicht wahr
> sein!)
Kaum vergleichbar!!! Anderer Stil. Als deutscher Film ist Lola Rennt
auch ueber die ganze NAchkriegszeit hinweg weit oben anzusiedeln. Kein
"Das Boot" und auch kein "Schtonk", aber immerhin ein eigenstaendiges
und technisch hervorragend umgesetztes Konzept.
> >kann man dann auch nichts machen. Die Kritik von "Zugvögel" im letzten
> >Prinz war auch mal wieder so ein Fall. Natürlich muß man Filme wie
> >"Zugvögel" nicht mögen. Aber als Kritiker hätte man doch zumindest
> >merken müßen, daß das was er in "Zugvögel" als Langeweile empfindet,
> >bewußt nach guten Kaurismäki-Stil intiniert ist.
>
> Das wird dem Kritiker nicht entgangen sein. Er scheint nur deine
> Einschätzung, dass dies auch funktioniert hat, nicht zu teilen.
Es ist ihm entgangen. Ich habe die Kritik gelesen. Prinz ist in letzter
Zeit da soundso sehr anfaellig, wenn es um Filmkultur geht, der geht
eher in die Richtung Kino gleich Fun gleich Explosion. Kommt mir
jedenfalls so vor...
Bis dann,
Knut B.
> "Lola rennt" ist auf jeden
> Fall ein Highlight des deutschen Kinos, das in der
> letzten Zeit nur allzuselten durch positive Schlagzeilen
> für Gespräche sorgte. Zumindest für einige Zeit wird
> dieser Film das ändern.
Kann ich so unterschreiben...
Ich fand allerdings, daß der Film hätte noch ein bisserl länger gehen
können...
Ciao,
Olli
--
Oliver Jung o...@badboy.ruhr.de
"Hey mich hat das Leben wieder, die Freude, die ist riesengroß, ich sing
jetzt nur noch fröhliche Lieder, denn ich bin die Scheiße los..."
( Cosmo Kramer nach einem Einlauf )
Gell! Da wären mir noch ein paar Möglichkeiten nicht ungelegen
gekommen; ich hatte es mir grad in meinem Sitz gemütlich gemacht...
Chris
>
>Es geht darum, dass man gewisse technische Qualitaeten anerkennen muss,
>die nun mal vorahnden sind. Mir gefaellt zum Beispiel ID4 ueberhaupt
Technische Qualitäten erkenne ich bei Lola Rennt gerne an, zumal mir
Tom Tykwers Kameramann schon in Winterschläfer gut gefiel. Die Frage
ist nur, ob der Film stilistisch stringent war, will sagen ob der
Regisseur an vielen Stellen nicht zuviel wollte. Siehe dazu mein
anderes Posting in diesem Thread.
[...]
>> hat und sich jetzt alle auf dieses Filmchen stürzen. (Man muss es sich
>> mal vor Augen halten: ein Film wie "Lola Rennt" soll heute den
>> deutschen Film retten, während Fassbinder und Ballhaus hier noch vor
>> 20 Jahren international Maßstäbe setzten... Das kann doch nicht wahr
>> sein!)
>
>Kaum vergleichbar!!! Anderer Stil. Als deutscher Film ist Lola Rennt
>auch ueber die ganze NAchkriegszeit hinweg weit oben anzusiedeln. Kein
>"Das Boot" und auch kein "Schtonk", aber immerhin ein eigenstaendiges
>und technisch hervorragend umgesetztes Konzept.
Meinst du wirklich, das macht ihn zu einem der besten deutschen Filme
aller Zeiten? Ich weiss ja nicht...
BTW: du verwendest im Zusammenhang mit diesem Film andauernd das Wort
"technisch", ich finde das sagt schon ein bischen was über diesen Film
aus...
Viele Grüße,
Kjell
> >> der "Ablehner" die "falsche Brille" für diesen Film aufhaben. Wahr ist
> >> vielmehr, dass jeder andere Erwartungen an einen Film hat. Das gilt
> >> für Kritiker genauso wie für normale Kinogänger.
>
> >
> >Es geht darum, dass man gewisse technische Qualitaeten anerkennen muss,
> >die nun mal vorahnden sind. Mir gefaellt zum Beispiel ID4 ueberhaupt
>
> Technische Qualitäten erkenne ich bei Lola Rennt gerne an, zumal mir
> Tom Tykwers Kameramann schon in Winterschläfer gut gefiel. Die Frage
> ist nur, ob der Film stilistisch stringent war, will sagen ob der
> Regisseur an vielen Stellen nicht zuviel wollte. Siehe dazu mein
> anderes Posting in diesem Thread.
Dann ist ja gut...
> >> hat und sich jetzt alle auf dieses Filmchen stürzen. (Man muss es sich
> >> mal vor Augen halten: ein Film wie "Lola Rennt" soll heute den
> >> deutschen Film retten, während Fassbinder und Ballhaus hier noch vor
> >> 20 Jahren international Maßstäbe setzten... Das kann doch nicht wahr
> >> sein!)
> >
> >Kaum vergleichbar!!! Anderer Stil. Als deutscher Film ist Lola Rennt
> >auch ueber die ganze NAchkriegszeit hinweg weit oben anzusiedeln. Kein
> >"Das Boot" und auch kein "Schtonk", aber immerhin ein eigenstaendiges
> >und technisch hervorragend umgesetztes Konzept.
>
> Meinst du wirklich, das macht ihn zu einem der besten deutschen Filme
> aller Zeiten? Ich weiss ja nicht...
Es geht darum. Gerade Deutschland ist kaum innovativ. Damit ist jede
Innovation hoch anzurechnen. Ausserdem funktioniert dieser Film in
meinen Augen. Du magst das anders sehen. Ich sage nicht, er sei der
beste deutsche Film aller Zeiten, ich sage er ist sehr, sehr gut. Das
ist in Dt. leider selten, und damit ist der Film ziemlich weit oben.
Spricht gegen den dt. Film, nicht nur fuer Lola Rennt.
> BTW: du verwendest im Zusammenhang mit diesem Film andauernd das Wort
> "technisch", ich finde das sagt schon ein bischen was über diesen Film
> aus...
Klar. In der Kritik, die ich auch hier gepostet habe, erwaehnte ich,
dass der sehr technische Stil vielen aufstossen mag. Kubrick gilt auch
als umstritten, da er sehr technisch filmt. Deshalb verstehe ich ja auch
deine Ablehnung. Nur, auch ein sehr technischer Film kann Kunst sein.
Siehe Kubrick. Tykwer will ich natuerlich nicht mit den beiden
technischen Filmgenies vergleichen: Kubrick und Welles sind klare
MEister, den Titel muss sich Tykwer noch verdienen.
Bis dann,
Knut B.
>Es geht darum. Gerade Deutschland ist kaum innovativ. Damit ist jede
>Innovation hoch anzurechnen.
Das auf jeden Fall.
>Ausserdem funktioniert dieser Film in
>meinen Augen. Du magst das anders sehen. Ich sage nicht, er sei der
>beste deutsche Film aller Zeiten, ich sage er ist sehr, sehr gut. Das
>ist in Dt. leider selten, und damit ist der Film ziemlich weit oben.
>Spricht gegen den dt. Film, nicht nur fuer Lola Rennt.
Den letzten Satz kann ich unterschreiben. Denn meine "Aufregung" galt
nicht nur Lola Rennt (den ich garnicht grottenschlecht fand, nur eben
nicht soo toll), sondern der deutschen Filmlandschaft, in der ein Film
wie dieser gefeiert wird wie schon lange keiner mehr. Ich hatte
einfach das Gefühl, viele Kritiker verschliessen aus lauter
Begeisterung über das Innovative, was ich "Lola Rennt" garnicht
streitig machen will, die Augen vor Schwächen dieses Films.