Obwohl selbstverständlich nicht die geringste Nachfrage nach einem zweiten
Teil meines Party-Film-Specials[1] besteht, kann ich nicht umhin, an dieser
Stelle weitere Downlights des absolut anspruchslosen Films zu erwähnen. Die
Regeln sollten klar sein: Nicht dem Cineast; nicht dem anspruchsvollen
Zuschauer ist dieses Special gewidmet, sondern dem komplett verblödetem,
stets in Scharen versammelten chips- und alkoholvertilgendem Publikum,
welches sich hilflos ob der unglaublichen Begebenheiten, die sich gleich
hoffentlich auf der Mattscheibe abspielen werden, auf dem Boden kugeln
möchte. Weder die Schauspielkunst noch die Leistung des Regisseurs bestimmt
die Qualität der folgenden Ausgeburten zelluloiden Wahnsinns, sondern
lediglich die Anzahl der absurden Einfälle, dramaturgischen Ausfälle,
Leistungsverweigerung der F/X-Crew und selbstverständlich der möglichst
sinnfreien Handlung. Auf lächerliche Auswüchse der modernen Zivilisation wie
Geschmack, Ästhetik oder Kotzgrenze kann einfach keinerlei Rücksicht
genommen werden.
Was haltet ihr davon, wenn wir mit einem Film anfangen, dessen Handlung nur
aus der Schilderung der Erlebnisse einer absoluten Hohlbirne besteht, die
einfach mal so richtig vögeln möchte? Dieses Problem ist zumindest den
männlichen Lesern nicht ganz unbekannt: Da will man nur einmal den Freuden
der sinn- und folgenfreien Vermehrung fröhnen und findet einfach nicht die
richtige Gelegenheit bzw. das paarungsbereite Gegenstück. Der Held von
"Getting any?" hat jedoch einen Plan: Ein Auto muß her, damit die Frauen auf
ihn fliegen. Nach kurzer Probiererei mit einem ebenso kurzem Honda ist es
Zeit für ein Cabrio - auch wenn Opa dafür als unfreiwilliger Organspender
verscherbelt werden muß. Selbstverständlich führt auch das Gefährt mit der
größtmöglichen Frischluftzufuhr (in jeder Richtung) nicht zum gewünschten
Erfolg, worauf der "Held", der tumber einfach nicht sein könnte, Karrieren
als Filmstar, Yakuza oder auch als Versuchskaninchen für total überflüssigen
wissenschaftlichen Forscherdrang einschlägt. Der Film besteht tatsächlich
aus nichts anderem als der völlig sinnfreien Aneinanderreihung von mehr oder
weniger gelungenen Gags, ist allerdings so abgedreht, daß man ihn sehen muß,
um's zu glauben. Regie und Buch dieser absurden japanischen Komödie stammen
übrigens von einem vollkommen unbekannten Regisseur namens Takeshi Kitano,
der unter seinem üblichen Pseudonym "Beat Takeshi" auch eine kleine Rolle
als debiler Wissenschaftler übernahm (leider die einzige Komödie des
ursprünglichen StandUp-Comedians). Nach dem ersten Kasten Bier unbedingt
empfehlenswert. Prost!
Hat man "Getting any?" geistig unbeschadet überstanden (ein Umstand, dem ich
kaum Glauben schenken kann) und möchte dies dringendst ändern, empfehle ich
den von DRAGON aufgelegten Streifen "Back from the Dead". Ob diese
australische Z-Film-Vergewaltigung jemals in einem Filmlexikon erwähnt wird,
wage ich zu bezweifeln. Gegen dieses Stümper-Werk (dessen Schnitt allerdings
gar nicht mal so übel ist) wirkt ein "Fantom Killer" wie Shakespeare -
allerdings ist dieser weniger lustig (zumindest nicht, bevor man nicht die
zweite Palette Aldi-Bier in Angriff genommen hat). Wenn ich mein nur noch
lückenhaft funktionierendes Gehirn auswringe, geht es in dem Müllhaufen von
einem Film um einen Mann, der von einem Ex-Nazi in sein vorheriges Leben als
Kannibale versetzt wird. Das hat irgendwelche Auswirken auf die Gegenwart
und irgendwie spielt da noch ein Bandwurm mit, der einem Freak von Mutter
aus dem Magen krabbelt und sich am Festtagskuchen ergötzt - den Rest habe
ich erfolgreich verdrängt. Seltsam, daß ich mich noch an die Anwesenheit
eines Chirurgen und eines Sozial-Pädagogen erinnern kann, die sich ebenso
wie ich vor Lachen kaum halten konnten. Seltsames Volk, diese Studierten!
Haben einfach kein Niveau! "Bullshit!" "No, Bulls_eye_!"
Wo wir bei Freaks sind, möchte ich jenen absoluten FREAK von einer
Polizistenfrau, wie er in "Bloodsucking Pharaohs in Pittsburgh" auftritt,
einfach nicht unerwähnt lassen. Die miese Bewertung dieses Machwerks in der
IMDB stößt sich an meiner absoluten Fassungslosigkeit die Birne wund.
Alleine die hier gebotene, wenn auch im Falle der erwähnten Dame vollkommen
wirkungslose "Anti-Rauch-Therapie" wird gerade die Nikotin-Süchtigen
bzw. -Hasser unter uns über alle Maßen erheitern. Lose angelegt an den
Schund-Klassiker "Blood Feast" von Splatter-Vorkämpfer H. G. Lewis folgt der
Krampf den Ermittlungen zweier unbeliebter Polizisten, die einen
Serienmörder verfolgen. Das ist zwar vollkommen strunzdämlich, bietet jedoch
neben der oben erwähnten Sucht-Entwöhnung die beste Deeskalations-Szene
aller Zeiten. Dem Kultpotential seines Streifens konnte der
höchstwahrscheinlich geldgierige, geltungssüchtige und auch sonst um
Aufmerksamkeit heischende Regisseur des Filmes nicht mehr entgehen und
spendierte dem vormaligen "Alan Smithee"-Streifen sogar seinen richtigen
Namen. Wenn in den "Deleted Scenes" der US-DVD übrigens alles enthalten ist,
was ihn vormals gehindert hat, mit seinem vollen Namen einzutreten, kann ich
nur die blutige Birne der IMDB-Bewertung hilflos den Ausguß heruntertreten.
Wenden wir für einen kurzen Moment wieder dem asiatischen Film zu und werfen
den Blick auf ein Filmchen, das (in dieser Auflistung eher die Ausnahme)
sogar nüchtern mehr als nur erträglich ist. Johnny To, bekannt für seine
stilvoll inszenierten Gangster-Balladen, versucht sich auch im Genre der
Komödien. Die DVD seines "Help!!!" hat ein so langweiliges Cover, daß man
befürchten muß, daß der potentielle Käufer, nimmt er die Hülle zur Hand,
umgehend im Tiefschlaf versinkt (sofort verprügeln und ausrauben, würde ich
vorschlagen - solche Gelegenheiten sind leider viel zu selten). Der Film
selbst dagegen legt von Anfang an ein unglaubliches Tempo vor und enthält
eine erschlagende Anzahl an zündenden, teilweise aufeinander aufbauenden und
die Absurdität auf die Spitze treibenden Gags, daß das ZAZ-Team sich
neidisch schmollend in eine Höhle verkriechen müßte. Die Handlung spielt
fast komplett in einem Krankenhaus, dessen Personal den Zustand des
vollkommenen Irreseins schon weit hinter sich gelassen hat. Drei Ärzte -
darunter die schnuckelige Cecilia Cheung, die auf jeden Fall ein Ergebnis
des streng geheimen asiatischen Luderzuchtsprogramm ist, das genmanipulierte
Viecher wie Ziyi Zhang, Shu Qi oder Maggie Q auf das männliche, vollkommen
wehrlos sabbernde Publikum loslässt - versuchen verzweifelt, dieses
Tollhaus, dessen Krankenschwestern nicht mal davor zurückschrecken, den Arzt
während einer schwierigen Operation zur eigenen Belustigung und zum
Leidwesen des Patienten zu verarschen, wieder auf Vordermann zu bringen.
"Help!!!" zeigt eindrucksvoll die Vielseitigkeit des gleichen Teams, das
auch hinter "Full Time Killer" stand. Mein Lieblings-Running-Gag ist ein
sich stetig am Sack kratzender Obdachloser, der das Herz der Cheung mit
allen Mitteln gewinnen möchte. Leider gibt es das Ding nur als HK-Import, so
daß die Zuschauer schon in der Lage sein müssen, die englischen Subs
mitzulesen - kein leichtes Unterfangen, wenn man ständig die Bierflasche vor
der Birne hat oder um die Chips-Tüte rangelt.
Jene bedauernswerten Partyfilmfreunde, welche sich noch an den ersten Teil
dieses Specials erinnern, werden sich wahrscheinlich die nächste Tüte
Aldi-Knabberfraß grabbeln und lauthals die imaginäre Freundin nach einem
weiteren Bier anmaulen, während sie zu artikulieren versuchen, wo denn die
das Kleinkaff überfallenden Außerirdischen blieben, die vormals eine
beherrschende Rolle spielten. Keine Angst, sie gibt es noch! Ein gewisser
Matt Groening, der irgendwelche pissgelben Figuren gezeichnet hat, soll Bill
Plympton, den Macher hinter dem nächsten Streifen, als GOTT bezeichnet
haben. Recht hat er (ich wollte eigentlich "Er hat vollkommen Recht!"
schreiben, weiß allerdings nicht, ob man "Recht" in diesem Falle groß oder
klein schreibt. Mirdochscheissegal!). "Mutant Aliens" ist zwar crappy
gezeichnet, nicht jeder Gag zündet, allerdings hat alleine die Schlafszene
der mutierten "Außerirdischen" mein Herz erobert. Plympton bietet trotz
einiger Hänger eine ganze Menge; nämlich Sodomie, sinn- und hirnlose Gewalt,
Sex und an den großen Picha erinnernden Humor. Tausend Liebespunkte gehen an
das Label Anolis, das es mir erst ermöglichte, dieses Kleinod der
außergewöhnlichen Animation zu sichten. Die Story ist aber auch absolut
niedlich: Ein Astronaut, der von seinen Auftragsgebern verraten wird, muß
alleine in den endlosen, alkoholfreien Weiten des Alles zurechtkommen,
während seine kleine, fingerabbeissende Tochter auf der schnöden Erde
zurückbleibt. Sein Kampf mit den außergewöhnlichen Umständen wird
größtenteils in Rückblenden erzählt, denen man (nachgeschlagen: "man" kommt
von "Mensch"! Ein "frau" ist also absolut überflüssig, ihr ver§$%&
Emanzenschlampen!) nicht unbedingt Glauben schenken sollte. Meine
Lieblingsszenen sind neben den oben erwähnten schlafenden "Aliens" die
"Geburtsszene (*BAMM*) nebst Genveränderungen sowie jegliche weitere
Anwandlungen der "Aliens"! Einfach niedlich! Naja, irgendwie sozialethisch
desorientierend. Wen kümmert's? Ich zumindest würde diese kleinen
genetischen Scheißhaufen sofort adoptieren.
Schrieb ich gerade den Namen Picha? Wo ist dieser Zeichentrickkünstler
eigentlich abgeblieben? Lebt der noch? Die Kritik ging nicht gerade gut mit
ihm um (irgendwer wünschte ihm, er möge in dem Sperma ersaufen, daß seine
Stahlhelmsoldatenprengel in "Tarzoon" absonderten). Hat er's sich so zu
Herzen genommen, daß er neben dem schon erwähnten "Tarzan"-Verschnitt, der
ohne Probleme in diese Anhäufung niveauloser Streifen passen würde, nichts
anderes als den nur teilweise amüsanten "Der große Knall" abgeliefert hat?
Scheint leider so! Wenigstens ist uns sein "Das fehlende Glied" als seltene
Leih-VHS erhalten geblieben. In diesem wahrhaft wunderbaren und absolut
liebenswerten Streifen schildert Picha die Geschichte des ersten "Homo
Sapiens", der von seiner tumben Höhlenmenschen-Verwandtschaft verstoßen
wird. "O" - so der einfallsreiche Name des ersten Genies der
Weltgeschichte - erlebt die wichtigsten Errungenschaften der werdenden
Menschheit mit. Ist natürlich irgendwie ziemlich Kacke, daß wir uns seitdem
nicht mehr wirklich weiterentwickelt haben. "Das fehlende Glied" steckt als
"Partyfilm" allerdings in einem Zwiespalt, weil selbst der nüchterne
Zeitgenosse (alkoholisch gesehen - natürlich) der Geschichte ein paar
Facetten abgewinnen könnte, wenn er den Film nur mal zu sehen bekäme.
Unschlagbar für den fortgeschrittenen Debiliker sind natürlich jene
Zwischensequenzen, die das alltägliche Leben in der Urzeit beschreiben
(Pichas Stärke scheint eh' in solchen Szenen zu liegen, wenn ich mir den
"großen Knall" zu vergegenwärtigen versuche). Das verstehen selbst
Sozial-Pädagogen.
Kehren wir zurück zu den Aliens - und damit zu den Westfalen. Die absolute
Krücke "Captain Cosmotic" ist nicht nur unterirdisch, dämlich, sexistisch,
mies getrickst, beschissen geschauspielert und billigst inszeniert, sondern
auch absolut unterhaltsam. Ein Versicherungsvertreter wird zu "Captain
Cosmotic" und eine Hausfrau, die ansonsten von ihrem schmierigem Ehemann
mißhandelt wird, zur "Power Bitch". Gemeinsam kämpfen sie gegen Aliens,
deren Beweggründe ich bereits vollkommen versoffen habe (irgendwas war da
mit einer Absaugeeinheit - weiß nur nich' mehr, wofür). Was will man von
einem Streifen erwarten, dessen Nebendarstellerin den verhängnisvollen Namen
"Sonja Poppen" trägt? Mein Mitgefühl für solch eine Person war natürlich
sofort geweckt (und das hatte nicht im geringsten mit dem Latex-Outfit der
Dame Poppen zu tun - ehrlich! Das mag ja sehenswert sein und meine einzige
wirkliche Erinnerung an den Streifen, aber das zählt nich'). Anzumerken wäre
zu dieser absoluten Zeitverschwendung von Film - der natürlich ab und zu in
meinen Player wandert -, daß er fast vollkommen die Köppe dahinter ruiniert
hätte. Der "Captain" wird übrigens von einem Member der Band "Thumb"
gespielt, die ich an dieser Stelle natürlich überhaupt nicht empfehle.
Sollte sich nach der Vorführung aller vormals genannter Streifen immer noch
irgendwelches Pack in der Behausung befinden, daß noch nicht den Zustand des
absoluten Pupillenstillstandes erreicht hat (sozusagen eine irdische
Vollendung des geistigen Nirvanas), so könnte sich der bereits erwähnte
polnische "Fantom Killer" als in Notwehr verabreichter Hirnkiller erweisen.
Dieses surrealistische Meisterwerk glänzt nicht nur mit dauernden Brechreiz
erregenden Formatänderungen, sondern auch mit absoluten Knallchargen und
einer selbst im Zusammenhang dieses Specials vollkommen sinnlosen Handlung,
die sich zudem glücklicherweise absolut ernst nimmt. Sehr gelungen ist der
Einfallsreichtum des Regisseurs, wenn er zu erklären versucht, auf welche
Weise seine weiblichen drüsenvergrößerten Testosteron-Erreger zufällig ihre
Kleidung verlieren. Hinreißend ist besonders jene Szene, in der irgendeine
Pornoschnalle mit dem "Helden" darum wettet, daß es ihm nicht gelänge,
innerhalb einer Minute einen Kochlöffel aus ihrem Arsch zu ziehen (es
braucht Stunden, um sich von dieser Sternstunde des Filmes auch nur halbwegs
zu erholen). Ansonsten - um es mit einer Dialogzeile dieses Stumpfsinnes zu
sagen - ist da so wenig los, da könnte man gleich arbeiten gehen. Ehrlich,
das ertragen nur die abgestumpftesten Partyfilmschauer - aber es gibt ja die
Vorspultaste (die ist - um Thomas Schweer zu zitieren - nie so wertvoll
gewesen wie heute).
Hat das immer noch nicht gereicht, um die Bude leerzufegen bzw. befindet
sich das für jede sinnvolle Tätigkeit verlorene Pack vor dem Fernseher in
dem Glauben, das Geschehen auf der Mattscheibe sei bereits die Auswirkung
des gewohnten Sonntag-Nachmittag-Deliriums, so ist eh alles wurscht.
Schmeißt einfach die unsägliche VCL-DVD von "Schlachtfest der Giganten" in
den Player. Das Publikum wird es als völlig glaubwürdig einstufen, daß der
in einem billigen Gorilla-Kostüm eingehüllte Affenarsch, welcher King Kong
darstellen soll, sich mit irgendwelchem orangen Zeug die Kante gibt, bis er
einfach umfällt. Es wird nicht fragen, ob es wirklich asiatische Farbige
gibt; es wird es als völlig normal einstufen, daß Forscher einem kleinen
Jungen eine Zigarette anbieten (warum auch nicht: Bevor diese
Unterprivilegierten noch auf den Gedanken kommen, sich gegen uns
aufzulehnen, haben wir ihnen längst Raucherlungen und Taucherbeine verpasst.
Ziemlich gute Taktik das, wenn auch langwierig). Seid dabei, wenn Godzi wild
groarend dem blöden Affen das Brusthaar versengt oder einen Baum ins Maul
gestopft bekommt. Genießt den debilen toternsten amerikanischen Kommentator,
der behauptet, Godzis Hirn sei so groß wie das einer Erdnuß. Die
Nachwirkungen dürften allerdings verheerend sein: Ich sehe schon Horden von
begeisterten Fans in selbstgebastelten Gummikostümen und Plaketten mit der
Aufschrift "Ich überlebte die Filmpartynacht", die jene von den Medien zur
Zeit rund um die Uhr mit irgendwelchen Specials beworbene riesige
Modellbahnausstellung stürmen und alles platttrampeln, was ihnen vor die
benebelte Optik gerät. Meine Schuld isset nich'! Glaubichwenigstens!
Nachtrag: Sozusagen nach Redaktionsschluß dieses Specials (sieht ungefähr so
aus, daß ich auf der Tattatur einschlafe) fiel mir ein absoluter Glücksfall
in Sachen "Party-Film" in die Grabscher. "Creatures from the Abyss" (wenig
spektakulärer Originaltitel: "Plankton") galt Gerüchten zufolge als letzter
Film des Regie-Legastehnikas Joe d'Amato. Ob und wieviel das Untalent zu
diesem Streifen etwas beigetragen hat, ist genauso wenig nachvollziehbar wie
die sich absolut ernstnehmende Handlung: Irgendwelche schweinischen
Wissenschaftler haben auf einer Yacht fiese Experimente mit Urzeitfischen
durchgeführt. In einer Gewitternacht verschlägt es eine Bande von saublöden
Teenies auf das Schiff - und sie erleben den puren HORROR. Der Zuschauer
dagegen dürfte sich die gesamte Laufdauer über hilflos am Boden krümmen,
weil das Ding nicht nur die absolut dümmsten Dialoge des Jahres bietet
("Siehst Du was da unten?" "Ja - fickende Ratten!"), sondern auch die
Effekte größtenteils unter aller Sau sind. Die Ausfälle des Drehbuchautors
sollten nur dann wiedergegeben werden, wenn man um eine Zwangseinweisung
bettelt. Bei einer Dialogzeile haben wir haben wir uns so ungläubig vor
Lachen weggeschmissen, daß wir dreimal zurückgespult haben, weil wir
dachten, wir hätten uns verhört. Die Antwort auf die gestellte Frage ist
deshalb erst beim wiederholten Anschauen der Szene bei uns angekommen - und
die führte zu erneutem Herumkugeln[2]. Ausnahmsweise sind die Dialogperlen
nicht der deutschen Synchronisation zuzuschreiben: Stichproben ergaben, daß
die englische Tonspur sogar noch ein wenig dämlicher ist. Daß Oliver "das
Krekulum" Krekel bzw. sein Label "Marketing" diesen Scheiß hierzulande auch
noch als ernstzunehmenden Horror-Schocker vermarkten möchte, führte bei Jodo
zum Wunsch, den störrisch-eigenwilligen Labelchef demnächst mit folgender,
durchaus berechtigter Frage zu konfrontieren: "Sach ma, Olli, säufst Du?"
FF
Hanni
[1] Wer's denn versäumt hat, der erste Teil handelte folgende Meisterwerke
ab:
- Story of Ricky
- Angriff der Riesenspinne
- Psychos in Love
- Mike Mendez' Killers
- Killer Klowns from outer Space
- Bad Taste
- C. H. U. D. II - Bud the Chud
- Die Killerhand (Idle Hands)
- Guano / Lava-Lava!
[2] VORSICHT! Weiterlesen versaut eine der großen Überraschungen des Filmes.
Na gut, ihr habt es so gewollt. "Plankton" handelt - das ist wirklich keine
Erfindung von mir - von eigentlich harmlosen, schwulen Urzeitfischen, die
von Forschern genetisch verändert und - festhalten - sexuell mißbraucht
wurden, was sie unheimlich sauer macht. Der angemerkte Dialog geht denn auch
so: "Professor, seit wann bumsen Sie diese Fische?" "Sie hatten das richtige
Alter!" (in englisch: "They were old enough!")
[sehr lesenswerter Artikel]
Danke vielmals. Sollte ich die Chance haben, an einen dieser Titel
ranzukommen (insbesondere Plankton), werde ich ihn mir nicht entgehen lassen
:-)
mfg, Sebastian
> [1] Wer's denn versäumt hat, der erste Teil handelte folgende
> Meisterwerke ab:
> [...]
Für Interessierte: <3d1300a2$1...@netnews.web.de>
(Bei der Suche hat es mich etwas Zeit gekostet, dass du das Subject
umgestellt hast.... *grrrr* ;))
-Markus
Nachtrag: Also Creatures from the abyss haben wir uns für unsere 2. "Nacht
des schlechten Films" schon gesichert :-)
mfg, Sebastian
...einen ausgesprochen lustigen Artikel höchster Güte. Dein Poszing ist
wahrlich ein Kleinod des Usenet, ich habe mich köstlich amüsiert. In
unterhaltsamer Weise wurde die "Büchse der Trash-Pandorra" geöffnet und
deren schmutziger Dreck effektvoll präsentiert. Vielen Dank und
weiterhin solch fruchtbare Text-Ergüsse.
Davon ispiriert möchte ich einen Film vorstellen, den mir ein Kollege
2003 zufällig ausgeliehen hat, weil er "so abgefahren sei". Ich selbst
fand den Film "Fear and Loathing in Las Vegas" so seltsam und putzig, so
schlecht und so schräg, das ich ihn selbst erwarb. In der Summe gesehen
ist der Film ein geradezu irritierend-verstörendender Trip, hat man die
erste halbe Stunde nicht abgeschaltet, wird dem Zuschauer echt was
geboten: Johnny Depp (z.B."Nick of Time") und Benicio del Torro (mir nur
bekannt als Polizist aus "Traffic") spielen die Hauptrollen in diesem
mitunter psychedelischem Machwerk. Die Geschichte spielt 1971 in Nevada,
wo Raoul (J.Depp),ein Journalist, für ein Magazin einen Bericht zum
hiesigem Autorennen schreiben soll. Er wird von einem befreundetem
Anwalt, Dr.Gonzo (B.d.Toro), begleietet. Das ist schon die ganze
Rahmenhandlung, die (zugegeben) nicht viel hermacht. Die Geschichte lebt
aber A) vom excessivem Lebensstil der beider Protagonisten und B) von
der Athmospäre, die der Film zweifellos aufbaut. In der ersten halben
Stunde erfahren wir die beiden Männer als Drogenkrank und abgerückt
jeder Norm, konsumiert wird alles, was irgendwie "high" macht. Eine
Horde aus alkoholisierter Dorfjugend und bekifftem Geschmeiß ist gegen
die zwei eine artige Pfadfinderversammlung: Allein auf der Hinfahrt wird
häufig und beherzt in den eigens als Drogensortimentsbehältnis benutzten
Koffer gegriffen, der Trip nach Las Vegas gerät seinerselbst zum Trip,
der sich stetig steigert. Im Hotel angekommen macht der Zuschauer die
Bekanntschaft mit allerlei skurillen- bis merkwürdigen Figuren: Da ist
die junge Frau, die nur Portraits von Barbara Streisand malt, und die
mit Drogen versetzt zeitweise als Bettgespielin des Dr.Gonzo herhalten
muß. Da sind die anderen Hotelgäste und das Personal, die in der
wunderbar verspielten 70er-Jahre-Kulisse so herrlich putzig agieren.
Hier gibt es auch ein Wiedersehen mit Jenette Goldstein (zb. "T2" oder
"Aliens") und vielen anderen Darstellern, die man nach zwanzig Jahren
Kinokonsum so kennt. Die Ausstattung des Films ist sehr gelungen, alle
Stilelemente passen genau. Es entsteht einfach ein stimmiges- und
glaubhaftes Bild. Dies ist die perfekte Kulisse für das Feuerwerk,
welches der Film nach der ersten halben Stunde zündet (also durchhalten
und nicht abschalten): Die Darstellung der Drogenerfahrungen selbst-,
sowie das "davor" und "danach", sind sehr schön anzusehen. Die Aktionen
und Reaktionen der Umwelt auf diese zwei scheinbar immer weiter
entrückenden Gestalten lassen den Betrachter in die Stimmung eintauchen.
Kamera, Schnitt und Musik tun ihr Übriges und wissen Szenenweise
wahrlich zu fesseln. Der Höhepunkt IMHO ist der finale Trip in einem
sehr großem Hotelzimmer, der durch einen Zeitsprung entzerrt wird.
Hierbei geschehen die absonderlichsten Dinge, wobei die Fantasie des
Zuschauers zusätzlich stimuliert wird. Da werden Mahlzeiten an Wänden
fixiert, der untere Teil des Zimmers steht zwanzig Zentimeter unter
Wasser, das WC ist durch Erbrochendes verschmutzt und Raoul hat sich das
Mikrofon seines Tonbandgerätes in sein Gesicht geklebt. Er trägt ferner
einen Dinosaurierschwanz aus Gummi und Angler-Gummistiefel, im
Hintergrund laufen Fernseher mit Kriegsbildern. Passagenweise sondert
Raoul Drogengeschwängerte Monologe ab, die durch psychedelische Szenen
unterbrochen- oder ergänzt werden.
Kurzum: Dieser Streifen ist eine Erfahrung, die ich jedem Cineasten ans
Herz legen möchte.
Gruß , JENS
Den dürfte wohl jeder Cineast kennen ;-)
mfg, Sebastian