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Anmerkungen zu 300

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Johannes Pietsch

unread,
May 6, 2007, 11:22:00 AM5/6/07
to
Natürlich: Verfilmungen geschichtlicher Begebenheiten brauchen nicht und
können natürlich auch nicht historisch exakt sein, sondern sollen in
erster Linie der Dramaturgie der Leinwand gehorchen. Dies gilt umso
mehr, wenn sich die Verfilmung nicht auf historische Quellen stützt,
sondern auf eine litarische Adaption wie im Falle von "300" auf einen
Comic von Frank Miller. Künstlerische Freiheit nennt man so was.

Wenn allerdings ein Film die tatsächlichen Zusammenhänge, Ursachen und
Folgen einer wirklich großen und wichtigen historischen Schlacht derart
auf den Kopf stellt und der Verleih Warner in seinem Presseheft davon
faselt, bei den Thermopylen hätten "300 junge Männer einen Pass so lange
verteidigt, bis sich die restlichen Griechen zum Widerstand aufgerufen
fühlten", dann kann Pietsch, der alte Miesmacher, nicht anders, als
seinen Besserwisser-Senf dazuzugeben. Und das kann und soll durchaus als
Filmkritik verstanden werden: Die Verfälschungen gegenüber der Historie
wogen für mich beim Schauen des Films nämlich so schwer und haben mich
fortwährend dermaßen genervt, dass sie mir letztendlich die Freude an
einem rein optisch herausragenden, stellenweise wirklich grandiosen
Schlachten-Actioner vergällt haben.

Ich greife mir dazu nur einmal die Punkte heraus, die mich am meisten
geärgert haben. Geärgert vor allem deshalb, weil man die Zusammenhänge
überhaupt nicht in dieser Weise hätte verändern müssen, um trotzdem
einen guten Film daraus zu machen.

"300" stellt die Verteidigungsmission der Spartaner bei den Thermopylen
als kleines, spartanisches Himmelfahrtskommando dar, zu welchem sich
König Leonidas eigenmächtig und gegen den erklärten Willen der Ephoren
entschied, und daß Rest-Griechenland erst durch den Opfertod der
Spartaner zum Widerstand gegen die Perser aufgerüttelt worden sei.
Totaler Käse. Richtig ist vielmehr, daß der Abwehrkampf gegen die Perser
eine schon lange beschlossene konzertierte Aktion zahlreiche
griechischer Stadtstaaten war, allen voran Athen und Sparta, zu der man
sich im Spätherbst 481 auf einem Kongreß in Korinth beraten hatte. Daß
die Perser kommen würden, wusste man seit deren Niederlage 490 bei
Marathon. Daß es nach Marathon noch zehn Jahre dauerte, lag nicht nur an
Xerxes unglaublich aufwendiger Mobilmachung, sondern auch an
militärischen Angelegenheiten in Ägypten, die zuvor bereinigt werden
mussten.

Bei den Thermopylen haben mitnichten von Anfang an nur 300 Spartaner
gekämpft. Vielmehr sperrte Leonidas den Paß mit einem
gemischt-griechischen Heer von 7000 Kriegern. Dabei stand nur ein
kleiner Teil des spartanischen Heeres bei den Thermopylen. Der weitaus
größere schwamm mit der griechischen Flotte auf dem Meer.

Über die Idee, einen historischen Schlachtenfilm mit Fantasy-Elementen
zu versehen, mag man streiten. Den Verräter Ephialtes als
Gollum-Verschnitt lasse ich auch gerade noch einmal durchgehen. Die
spartanischen Ephoren jedoch zu persisch bestochenen
Lord-Voldemort-Imperator-Palpatine-Klone zu degradieren, ist schlicht
beknackt. Überflüssig zu erwähnen, dass es natürlich die in der
Außenpolitik nahezu allmächtigen Ephoren waren, die entschieden, das
Unterwerfungsangebot Xerxes' abzulehnen und den Kampf gegen die Perser
aufzunehmen.

"300" lässt die persische Flotte vor der Schlacht bei den Thermopylen
durch einen Sturm zugrunde gehen. Nun ja. Richtig ist, dass Xerxes zwar
durch zwei Stürme mehrere hundert Trieren verlor. Es blieben ihm jedoch
noch genügend Schiffe übrig, um jederzeit an nahezu jedem beliebigen Ort
Griechenlands Truppen zu landen. Der alles entscheidende Sieg gegen
diese Flotte wurde einen Monat nach den Thermopylen in der Seeschlacht
von Salamis errungen.

Zeitgleich zur Schlacht bei den Thermopylen kämpften die griechischen
Schiffe unter Befehl von Eurybiades und Themistokles in der Meerenge bei
Artemision, die in Sichtweite der Thermopylen liegt. Xerxes' Vormarsch
auf Mittelgriechenland war dadurch in doppelter Weise blockiert. "300"
übergeht die Seeschlacht bei Artemison völlig, doch ohne sie bekommen
die Thermopylen eine komplett andere Bedeutung. Als nämlich der Verräter
Ephialtes die Perser in den Rücken der Griechen führte und deren
Niederlage abzusehen war, entließ Leonidas einen Großteil seiner
Krieger, um deren Leben für den nun bevorstehenden Kampf um
Mittelgriechenland zu bewahren. Er selbst blieb mit 300 seiner
Spartiaten sowie 700 Thesbiern zurück, aber nicht etwa aus irgend
welchen abstrakt heroischen Blut- und Ehre-Vorstellungen, sondern der
klaren, taktischen Überlegung, die Perser so lange aufzuhalten, bis sich
die griechische Flotte durch den Sund zwischen dem Festland und der
Insel Euböa in Sicherheit gebracht hatte. Leonidas wusste zu genau, daß
ohne diese Flotte jede Verteidigung gegen die Perser und ihre Seemacht
sinnlos war.

Ein sehr ärgerlicher Schönheitsfehler in "300" ist Leonidas' abfällige
Bemerkung über die Athener, die er als Knabenliebhaber und Philosophen
bezeichnet. Zum einen war das wie ein militärischer Bienenstock
organisierte Sparta selbst eine Hochburg der Paiderastia, der
Knabenliebe. Das ging so weit, dass diese Form der Sexualität nicht der
freien Marktwirtschaft (= Prostitution) anheim gestellt war, sondern
eine feste Ordensregel wurde. "Jeder Versuch gegen die Knabenliebe hätte
in Spartas hoher Zeit umstürzlerisch gewirkt und wäre als ungesund und
volksverrätierisch aufgenommen worden." (Theodor Däubler) Zum zweiten
hatten die Spartaner im Jahr 480 nun wahrlich keinen Grund zum Hochmut
gegenüber Athen. Zehn Jahre zuvor waren es nämlich die Athener ganz
allein gewesen, die das von Dareios geschickte persische Expeditionsheer
bei Marathon besiegt hatten. Die Spartaner waren einen Tag zu spät
anmarschiert, um in Marathon mitzukämpfen, und hatten sich somit für
immer um den Ruhm gebracht, allein das Schwert Griechenlands zu sein.

Und noch eine Randanekdote: "300" beginnt mit der Ermordung einiger
persischer Unterhändler durch die Spartaner. Dies steht tatsächlich so
bei Herodot, und trotzdem fehlt im Film der eigentliche Clou der
Geschichte. Nachdem Sparta die Unterhändler einen Kopf kürzer gemacht
hatte, verdunkelten sich die Orakel, und die spartanischen Priester
prophezeiten schwere Vergeltung durch die Götter. Die Ephoren
entschlossen sich daher zu einem typisch-spartanischen Sühneopfer und
schickte als Wiedergutmachung zwei junge Offiziere, die sich natürlich
freiwillig dazu gemeldet hatten, zu Xerxes in den Tod. Die beiden
erschienen vor dem persischen Großkönig in Susa und erklärten ihm ihre
Mission. Xerxes dachte jedoch gar nicht daran, die beiden umzubringen,
sondern bot ihnen an, in seine Dienste zu treten. Daraufhin beleidigten
ihn die Spartaner so sehr, dass nun größte Chancen auf Erfüllung ihres
Auftrags bestanden. Aber Xerxes hörte sich die Beleidigungen in Ruhe an
und schickte die beiden mit der Antwort nach Hause: "Zwischen uns gibt
es keine Vergleiche. Ich habe nicht die Absicht, zu tun, was ich bei
euch abscheulich fand."

Und zu allerletzt ist mir völlig unverständlich, weshalb sowohl Comic
als auch Film auf zwei besonders dramatische Facetten der Schlacht an
den Thermopylen verzichten, die sich als Handlungselemente insbesondere
im Film wunderbar gemacht hätten. Als sich Leonidas sowie seine 300
Spartaner und 700 Thesbier in den letzten Verzweiflungskampf stürzten,
wüteten sie derart rasend unter den Persern, dass diese mit Peitschen
vorangetrieben werden mussten. Dabei fielen sogar zwei Söhne des Xerxes
in der Schlacht. Als Leonidas starb, war die Wut der Perser über den
Feind so groß, dass sie sich an seinem Leichnam vergingen. Daraufhin
erkämpften seine Leibwächter den Leichnam zurück und schützten ihn bis
zu ihrem eigenen Tod.

Johannes
--
Last seen:
"Spider-Man 3" "300"
"The Shooter" "Verführung einer Fremden"
http://www.filmfacts.de/filme_johannes.htm

Roy Batty

unread,
May 6, 2007, 12:19:46 PM5/6/07
to
Johannes Pietsch <Jojo.P...@web.de> wrote:

>dann kann Pietsch, der alte Miesmacher, nicht anders, als
>seinen Besserwisser-Senf dazuzugeben.

[...Senf...]


Danke. :-)

Roy
--
heute ohne Sig

Message has been deleted

Frank Beck

unread,
May 6, 2007, 3:42:48 PM5/6/07
to

Johannes Pietsch schrieb:
>
> [...] Dies steht tatsächlich so bei Herodot

War der eigentlich embedded?

Schöne Grüsse
Frank

Letzte 3: »Full Metal Village«
»Little Children«
»Am Limit«

Johannes Pietsch

unread,
May 6, 2007, 4:17:06 PM5/6/07
to
Björn Schreiber wrote:
> Aha, auch den Fernau gelesen und zur -äh - Inspiration genutzt ("Rosen für
> Apoll").

Sowohl gelesen als auch die Hörbuchfassung mit dem wirklich wunderbaren
Dieter Mann genossen. Erwähnte ich allerdings bereits in

<ev2cms$pi6$03$1...@news.t-online.com>

wodurch sich sogar ein eigener Sub-Thread über Fernau entwickelte.
Empfehlenswert, weil extrem unterhaltsam.

Johannes Pietsch

unread,
May 6, 2007, 4:33:30 PM5/6/07
to
Ingrid:

> Die
> spartanischen Ephoren jedoch zu persisch bestochenen
> Lord-Voldemort-Imperator-Palpatine-Klone zu degradieren, ist schlicht
> beknackt.

Verlucht, ich kann nicht anders, es ÄRGERT mich einfach so sehr, das mir
so etwas von Leuten vorgesetzt wird, die zuvor ein Meisterwerk wie "Sin
City" oder den wirklich hervorragenden "Dawn of the dead" realisierten.

Die Ephoren werden in "300" als sinistre, okkulte Weise, Priester und
Orakeldeuter dargestellt, Leonidas hingegen als die Ratio in Person.

Wattenquatsch. In Wahrheit waren die Ephoren praktisch das führende
Regierungsgremium des Staates Sparta, eine Art Zentralkomitee, das
übrigens gewählt wurde (ach ne!) und dabei oberste exekutive,
legislative und judikative Instanz zugleich.

Die Könige vielmehr erfüllten eine Funktion als Vertreter des Volkes vor
den Göttern, als oberste Priester und als Heerführer. Übrigens (und auch
das übergeht "300" geflissentlich): Sparta hatte immer zwei.
Gleichberechtigter Mitkönig neben Leonidas war ein gewisser Leotychides,
der sich vor allem 479 bei der Schlacht in der Bucht von Mykale einen
Namen machte. Dort wurde mit den aus Salamis davongekommenen persischen
Schiffen aufgeräumt.

Ekkart Kleinod

unread,
May 6, 2007, 5:37:30 PM5/6/07
to
Johannes Pietsch wrote:

> Verlucht, ich kann nicht anders, es ÄRGERT mich einfach so sehr, das mir
> so etwas von Leuten vorgesetzt wird, die zuvor ein Meisterwerk wie "Sin
> City" oder den wirklich hervorragenden "Dawn of the dead" realisierten.

Du meinst aber damit jetzt nicht, dass "Sin City" und "Dawn of the dead"
näher an der Wirklichkeit waren?

SCNR, Ekkart 8)

Manfred Polak

unread,
May 6, 2007, 7:34:00 PM5/6/07
to
Frank Beck schrieb:

>> [...] Dies steht tatsächlich so bei Herodot
>
>War der eigentlich embedded?

Als Vierjähriger wohl eher nicht ...

Manfred

Karsten Schreurs

unread,
May 6, 2007, 9:00:17 PM5/6/07
to
"Ekkart Kleinod" <ekn...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:463e...@news.arcor-ip.de...

> Du meinst aber damit jetzt nicht, dass "Sin City" und "Dawn of the dead"
> näher an der Wirklichkeit waren?

...und warum auch bei "300" die künstlerische Freiheit ausklammern? Wurde
hier auch mal "Herr der Ringe" auf historische Korrektheit zerpflückt?

Grüße!


Frank Beck

unread,
May 6, 2007, 9:08:57 PM5/6/07
to

Manfred Polak schrieb:

Tja. War halt kein Spartaner. :-)

Andre Timmer

unread,
May 7, 2007, 2:20:45 AM5/7/07
to
Johannes Pietsch tat kund:

>[300 vs. Realität]

Also ganz ehrlich, wenn ich einen Dokumentarfilm sehen will, schalte
ich auf arte oder Discovery Channel.

Message has been deleted

Karsten Schreurs

unread,
May 7, 2007, 6:41:19 AM5/7/07
to
"Thomas Koller" <tko...@gmx.at> schrieb im Newsbeitrag
news:eb9$463ee450$51dfcef4$93...@news.inode.at...
> Wobei ich mich bei manchen Kritiken von 300 frage, wie man dabei
> eigentlich
> historische Korrektheit erwarten kann. Abgesehen vom legendenhaften
> Grundsetting hat das ganze ja wohl nichts mit den historischen
> Geschehnissen gemein.

Dieses krampfige vor den Bug scheissen zu wollen hat ja seit jeher Methode.
Und "300" bildet eine bequeme Vorlage historisch oder politisch in die
Vollen zu gehen, aber Snyder macht es einem nun wirklich nicht schwer, den
Film als ein eigenständiges Szenario verstehen zu können. Ich glaube kaum,
das die Besucher eine Story mit wolkenkratzergroßen Elefanten oder Musikern
mit Ziegen-Köpfen als überaus authentisch empfinden...

Grüße!


Message has been deleted

Andreas Kneib

unread,
May 7, 2007, 8:17:24 AM5/7/07
to
* Cornell Binder:

> Karsten Schreurs <in...@grobi-grafik.de> tat schreiben tun:

>> Und "300" bildet eine bequeme Vorlage historisch oder politisch in
>> die Vollen zu gehen, aber Snyder macht es einem nun wirklich nicht
>> schwer, den Film als ein eigenständiges Szenario verstehen zu können.
>> Ich glaube kaum, das die Besucher eine Story mit wolkenkratzergroßen
>> Elefanten oder Musikern mit Ziegen-Köpfen als überaus authentisch
>> empfinden...

> Warum erfindete er dann nicht einfach seine eigene Schlacht, sondern
> reitet auf der Authentizität rum?

Hat Snyder das gemacht? Das wäre in der Tat ziemlich peinlich.

Gruß,
Andreas

Werner Spahl

unread,
May 7, 2007, 8:40:03 AM5/7/07
to
On Mon, 7 May 2007, Cornell Binder wrote:

> Warum erfindete er dann nicht einfach seine eigene Schlacht,
> sondern reitet auf der Authentizität rum?

Apropos, wo doch Troja letztens noch erst im Free-TV lief und gerade auch
wieder als DC im Kino ist. So haette man 300 verfilmen koennen, denn trotz
weitaus fantastischerer Vorlage ist Troja viel realer und besser gewesen.

--
Werner Spahl (sp...@cup.uni-muenchen.de) Freedom for
"The meaning of my life is to make me crazy" Vorlonships

Andreas Kneib

unread,
May 7, 2007, 8:50:59 AM5/7/07
to
* Werner Spahl:

> Apropos, wo doch Troja letztens noch erst im Free-TV lief und gerade
> auch wieder als DC im Kino ist. So haette man 300 verfilmen koennen,

So langweilig verfilmen wie dieses Pat Britt-Vehikel?
Ähh Pit Bratt...
Achverdammt...


Gruß,
Andreas

Karsten Schreurs

unread,
May 7, 2007, 8:52:45 AM5/7/07
to
"Cornell Binder" <co...@dafhs.org> schrieb im Newsbeitrag
news:f1n2t7$vf...@cobis.msgid.de...

> Warum erfindete er dann nicht einfach seine eigene Schlacht,
> sondern reitet auf der Authentizität rum?

Es *ist* seine eigene Schlacht! Genauso wie die "Herr der Ringe"-Verfilmung
Peter Jacksons "Herr der Ringe" ist. Und gerade "300" ist so artifiziell
gestaltet, dass selbst ich als Geschichts-Laie allerhöchstens im Titel eine
realistische Grundlage ausmachen kann.

Grüße!


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Message has been deleted

Werner Spahl

unread,
May 7, 2007, 9:56:53 AM5/7/07
to
On Mon, 7 May 2007, Thomas Koller wrote:

> Auch wenn einem die Ironie hier mitten ins Gesicht fliegt, im Usenet
> schadet's nicht sowas zu kennzeichnen. Sonst kommt jemand noch auf die
> Idee das sei ernst gemeint.

Das war es auch. In meinen Augen ist "Troja" meilenweit der bessere und
natuerlich der realistischere Film. Mir ging es dabei aber nicht um eine
Verfilmung der "Ilias", sondern um Schlachten in dieser Zeit.

Werner Spahl

unread,
May 7, 2007, 9:58:51 AM5/7/07
to
On Mon, 7 May 2007, Andreas Kneib wrote:

> * Werner Spahl:
>
>> Apropos, wo doch Troja letztens noch erst im Free-TV lief und gerade
>> auch wieder als DC im Kino ist. So haette man 300 verfilmen koennen,
>
> So langweilig verfilmen wie dieses Pat Britt-Vehikel?

Warst du etwa derjenige, dem in 300 zuviel geredet wurde? Dann hast du
natuerlich Recht. Aber manchmal macht Hintergrund eben auch Spannung und
Bratt Pitt wurde doch von Eric Bana sowieso an die Wand gespielt ;)...

Andreas Kneib

unread,
May 7, 2007, 10:09:59 AM5/7/07
to
* Werner Spahl schrieb:

> On Mon, 7 May 2007, Andreas Kneib wrote:

> > * Werner Spahl:

> >> Apropos, wo doch Troja letztens noch erst im Free-TV lief und gerade
> >> auch wieder als DC im Kino ist. So haette man 300 verfilmen koennen,

> > So langweilig verfilmen wie dieses Pat Britt-Vehikel?

> Warst du etwa derjenige, dem in 300 zuviel geredet wurde?

Nein.

> Dann hast du natuerlich Recht. Aber manchmal macht Hintergrund eben
> auch Spannung und Bratt Pitt wurde doch von Eric Bana sowieso an die
> Wand gespielt ;)...

Brad Pitt.

;)


Gruß,
Andreas

Message has been deleted

Werner Spahl

unread,
May 7, 2007, 11:14:47 AM5/7/07
to
On Mon, 7 May 2007, Thomas Koller wrote:

> Du willst doch nicht ernsthaft andeuten, dass die Schlachten bei Troja
> so dargestellt wurden wie sie im Antiken Kleinasien tatsächlich so
> stattfinden hätten können? Von historischer Treue war das Ding doch
> ebensoweit entfernt wie von Werktreue zur Ilias.

Aber verglichen mit 300 war das doch praktisch eine Dokumentation ;)!

Message has been deleted

Thomas Dahmen

unread,
May 7, 2007, 1:25:16 PM5/7/07
to
Am 07.05.2007 13:35 meinte Cornell Binder:

> Warum erfindete er dann nicht einfach seine eigene Schlacht,
> sondern reitet auf der Authentizität rum?

Das tut er wo? Bei "300" handelt es sich um eine Umsetzung der Comics
von Frank Miller.

Gruß,
Thomas

--
I am the right hand of vengeance and the boot that's gonna kick your
sorry ass all the way back to earth. I am death incarnate. And the last
living thing that you are ever going to see. GOD sent me.
[Ivanova, Babylon5]

Johannes Pietsch

unread,
May 7, 2007, 2:25:30 PM5/7/07
to
Thomas Dahmen wrote:
> Am 07.05.2007 13:35 meinte Cornell Binder:
>
>> Warum erfindete er dann nicht einfach seine eigene Schlacht,
>> sondern reitet auf der Authentizität rum?
>
> Das tut er wo?

Zum Beispiel im Verleihheft der Warner zu "300".

Thomas Dahmen

unread,
May 7, 2007, 2:36:33 PM5/7/07
to
Am 07.05.2007 20:25 meinte Johannes Pietsch:

>>> Warum erfindete er dann nicht einfach seine eigene Schlacht,
>>> sondern reitet auf der Authentizität rum?
>>
>> Das tut er wo?
>
> Zum Beispiel im Verleihheft der Warner zu "300".

Was steht denn dort?

http://300themovie.warnerbros.com/
-> Enter Site
-> About the Film
-> Synopsis:
| Based on the epic graphic novel by Frank Miller, "300" is a ferocious
| retelling of [..]

http://de.wikipedia.org/wiki/300_%28Comic%29
| Der Comic wurde von Warner Bros. unter der Regie von Zack Snyder
| verfilmt. [...]

Karsten Schreurs

unread,
May 7, 2007, 2:51:56 PM5/7/07
to
"Johannes Pietsch" <Jojo.P...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:f1nqv1$i01$01$1...@news.t-online.com...

> Zum Beispiel im Verleihheft der Warner zu "300".

Solang's nur da ist...;)...

Grüße!


Andre Timmer

unread,
May 8, 2007, 3:30:45 AM5/8/07
to
Thomas Koller tat kund:

>Verglichen mit einem Mann ist ein Eunuch auch ziemlich fraulich.
>Zur echten Frau fehlt dennoch sehr viel. ;-)

Zur echten Frau muss ja auch was fehlen... ;)

Patrick Jesionek

unread,
May 8, 2007, 7:22:11 AM5/8/07
to
Hallo Johannes,
> "Johannes Pietsch" schrieb:

> [Historisches zur Ersten Schlacht bei den Thermopylen vs. Film 300]

Darf ich respektvoll erfahren, woher du die Informationen über die
Schlacht hast? Dein Wissen ist da sehr detailiert.

Ohne jetzt qualvoll über die historische Relevanz des Films zu
diskutieren, hier nur kurz meine Darstellung:

>[...]
> Bei den Thermopylen haben mitnichten von Anfang an nur 300 Spartaner
> gekämpft. Vielmehr sperrte Leonidas den Paß mit einem
> gemischt-griechischen Heer von 7000 Kriegern.

In dieser Allianz haben aber trotzdem nur 300 Spartiaten gekämpft. Die
Heloten (sog. Leibeigene) mal nicht mit eingerechnet, die ca mit 5 pro
Spartiaten vermutet werden. Die Zahl wird heute so anerkannt.

Weiters hatte Leonidas das Oberkommando am Land. Und er hat die
Kampfstärke der Perser unterschätzt. Daher nur die 300 Spartiaten.
(Hinweis: Spartiaten waren die männlichen Vollbürger Spartas, die
Spartaner das ganze Volk)

> Dabei stand nur ein kleiner Teil des spartanischen Heeres bei den
> Thermopylen.Der weitaus größere schwamm mit der griechischen
> Flotte auf dem Meer.

Sicher? Die Spartaner waren ein Landvolk, die Athener eher die
Seefahrer. Was sollten Spartaner auf einem Schiff machen? Dort wären sie
unbrauchbar. Außerdem wollte Leonidas einen reinen Landkampf. Und sogar
nicht auf den Thermopylen sondern am Isthmus von Korinth. (=Landzunge
zwischen Festland und Halbinsel Peleponnes, dort wo Sparta lag).

Überhaupt war der erste Versuch des Widerstandes fast zum Scheitern
verurteilt, weil die Allianz keine straffe Führung hatte und jedes
griechisches Volk an der Strategie mitreden wollte (typische griechische
Demokratie).

> Als nämlich der Verräter Ephialtes die Perser in den Rücken der
> Griechen führte und deren Niederlage abzusehen war, entließ Leonidas
> einen Großteil seiner Krieger, um deren Leben für den nun
> bevorstehenden Kampf um Mittelgriechenland zu bewahren.

Heute geht man davon aus, dass es diesen Ephilates, griechisch für
"Verräter", gar nicht gegeben hat. Man (oder Helodot) wollte den Fehler
von Leonidas vertuschen, der den Paßübergang nur unzureichend gesichert
hat.

Und als die Perser dran waren, die Hellenen einzukesseln, gab Leonidas
den Befehl zum Rückzug. Seine Spartaner und ein paar andere Völker, die
nahe des Passes beheimatet waren und Angst vor Plünderungen hatten,
wollten die Perser solange wie möglich aufhalten, damit der rest fliehen
konnte.

Ich würde meinen, es war eine versuchte und notwendige Wiedergutmachung
des taktischen Fehlers von Leonidas, kein Altruismus oder Heldentum.

Noch was: Herodot hat die Geschichte - die einzige bekannte Quelle über
diese Schlacht - viele Jahre später aufgeschrieben, und war selbst von
den Legenden und Erzählungen sehr beeinflußt. Wieviele Griechen und
Perser bei den Thermopylen genau gekämpft haben ist eigentlich egal,
fest steht, dass die Perser zahlenmäßig sehr überlegen waren und dass
der heftige Widerstand durchaus bemerkenswert ist. Aber genutzt hat es
halt nix.

Überhaupt wollten die Spartaner selbst nicht, dass ihr Leben genau
dokumentiert wird. Darum weiß man heute verhältnismäßig wenig über das
Leben der Spartaner. Sie wollten dadurch einem möglichen Feind (aber
auch den Rivalen Athen) nie genaue Details über ihre Kampfkraft
und-stärke liefern. Sie waren der Legendenbildung und Darstellung als
"brutales Volk" nie abgeneigt. Wer weiß, vielleicht waren die Spartiaten
in Wahrheit Totalversagen und Angsthasen. Aber wie so oft im Leben: Es
zählt nicht nur das, was man ist, sondern wie man sich präsentiert.

> Er selbst blieb mit 300 seiner Spartiaten sowie 700 Thesbiern zurück,
> aber nicht etwa aus irgend welchen abstrakt heroischen Blut- und
> Ehre-Vorstellungen, sondern der klaren, taktischen Überlegung,
> die Perser so lange aufzuhalten, bis sich die griechische Flotte durch
> den Sund zwischen dem Festland und der Insel Euböa in Sicherheit
> gebracht hatte.

Ack. Wobei diese taktische Überlegung aufgrund seines Fehlers der
mangelnden Absicherung des Passes erfolgt ist.

---

Abschließend will ich nur erwähnen, dass der Film "300" der
ausschlaggebende Grund war, nach 12 Jahren (!) wieder ins Kino zu gehen.
Hauptsächlich um Surroundsound im Kino kennenzulernen und zu erfahren.
Und dieser Film war damals eine gute Gelegenheit.

Obwohl durch die Bildkomposition und die unrealistischen Figuren immer
bewußt ist, dass es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt, kann
ich deinen Ärger schon verstehen. Die Historie wurde derart verfremdet,
dass es sicher eine zur große Irreführung ist, hier noch von einer
(teil)wahren Begebenheit zu sprechen.

Danke für die umfassende Aufklärung und Richtigstellung.

Patrick.

Johannes Pietsch

unread,
May 8, 2007, 12:07:50 PM5/8/07
to
Patrick Jesionek wrote:
> Hallo Johannes,

Moinsen, Patrick

> Weiters hatte Leonidas das Oberkommando am Land. Und er hat die
> Kampfstärke der Perser unterschätzt. Daher nur die 300 Spartiaten.

Das überrascht mich jetzt zwar, weil ich es anders in Erinnerung hatte,
aber Hans Delbrücks "Geschichte der Kriegskunst" bestätigt Dich.

>> Dabei stand nur ein kleiner Teil des spartanischen Heeres bei den
>> Thermopylen.Der weitaus größere schwamm mit der griechischen
>> Flotte auf dem Meer.
>
> Sicher? Die Spartaner waren ein Landvolk, die Athener eher die
> Seefahrer. Was sollten Spartaner auf einem Schiff machen?

Fraglos waren es die Athener und insbesondere ihr erster Mann
Themistokles, die den Flottenbau forcierten und Griechenland ganz auf
Seemacht umrüsteten. Bei Artemision stand jedoch eine
gemischt-griechische Flotte: 147 Schiffe aus Athen, 20 aus Chalkidike,
40 aus Korinth, 20 aus Megara, 18 aus Ägina, 12 aus Sikyon und 10 aus
Sparta. Oberbefehlshaber war - man staune - kein Athener, sondern
ausgerechnet ein Spartaner, ein gewisser Eurybiades. Themistokles, der
eigentliche Griechenlandretter und Erfinder des genialen Salamis-Planes,
war nur erster strategischer Berater und hatte sich mit Eurybiades
häufig genug in der Wolle.

> Noch was: Herodot hat die Geschichte - die einzige bekannte Quelle über
> diese Schlacht - viele Jahre später aufgeschrieben, und war selbst von
> den Legenden und Erzählungen sehr beeinflußt. Wieviele Griechen und
> Perser bei den Thermopylen genau gekämpft haben ist eigentlich egal,
> fest steht, dass die Perser zahlenmäßig sehr überlegen waren und dass
> der heftige Widerstand durchaus bemerkenswert ist.

Die dreitausend mal tausend Perser, von denen Herodot schreibt, hat es
garantiert nicht gegeben. Heute geht man realistisch von ca. 170.000
Persern aus.

> Obwohl durch die Bildkomposition und die unrealistischen Figuren immer
> bewußt ist, dass es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt, kann
> ich deinen Ärger schon verstehen. Die Historie wurde derart verfremdet,
> dass es sicher eine zur große Irreführung ist, hier noch von einer
> (teil)wahren Begebenheit zu sprechen.

Ebend. Als Fantasy-Film wär's genial gewesen.

> Danke für die umfassende Aufklärung und Richtigstellung.

[X] Dank für Deinen Beitrag retour.

Johannes Pietsch

unread,
May 8, 2007, 2:37:32 PM5/8/07
to
Andre Timmer wrote:
> Also ganz ehrlich, wenn ich einen Dokumentarfilm sehen will, schalte
> ich auf arte oder Discovery Channel.

Darum geht's nicht. Micht ärgert's, wenn sich durch die vielbeschworenen
künstlerischen Freiheiten gegenüber der tatsächlichen Historie
Logiklöcher ergeben, die so groß sind, daß sich darin eine ganze Herde
persischer Kriegselefanten (Harrr!) ihre Wohnzimmersuite einrichten
könnte. Dann macht nämlich auch ein halb- oder quasi-fiktionales
Historienspektakel keinen wirklichen Spaß mehr.

Zum Beispiel ist die Vorstellung, daß ganz Griechenland mit Ausnahme von
300 spartanischen Elitekriegern und ein paar Arkadiern und Phokern vor
sich hinpennt und völlig teilnahmslos eine mehrere hunderttausend Mann
starke persische Invasionsarmee quer durch ihre Vorgärten krajohlen
läßt, einfach nur hirnrissig.

Nur Frank Miller und Zack Snyder behaupten wirklich allen Ernstes
(nachzuschlagen im Warner-Presseheft zu "300"), es habe des heroischen
Opfertodes der 300 bedurft, um Restgriechenland zu den Waffen greifen
und das Abendland retten zu lassen.

Karsten Schreurs

unread,
May 8, 2007, 3:29:51 PM5/8/07
to
"Johannes Pietsch" <Jojo.P...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:f1qg1i$ro0$02$1...@news.t-online.com...

> Darum geht's nicht. Micht ärgert's, wenn sich durch die vielbeschworenen
> künstlerischen Freiheiten gegenüber der tatsächlichen Historie
> Logiklöcher ergeben, die so groß sind, daß sich darin eine ganze Herde
> persischer Kriegselefanten (Harrr!) ihre Wohnzimmersuite einrichten
> könnte. Dann macht nämlich auch ein halb- oder quasi-fiktionales
> Historienspektakel keinen wirklichen Spaß mehr.

Ich freu' mich schon auf Bays "Transformers" - irgendwelche Automechaniker
anwesend...?!

SCNR...;)...

Grüße!


Andre Timmer

unread,
May 8, 2007, 3:33:30 PM5/8/07
to
Johannes Pietsch tat kund:

> Nur Frank Miller und Zack Snyder behaupten wirklich allen Ernstes
> (nachzuschlagen im Warner-Presseheft zu "300"), es habe des heroischen
> Opfertodes der 300 bedurft, um Restgriechenland zu den Waffen greifen
> und das Abendland retten zu lassen.

Der Film (Comic) hiess aber nun mal 300 und nicht 30000.
Es muss ja auch nicht die Erde in unserem Universum gewesen sein, oder hast
du schonmal so einen Ogermenschen, bzw Fettwanst mit Krabbenhänden gesehen?

Message has been deleted

Marco Grau

unread,
May 8, 2007, 5:03:58 PM5/8/07
to
On Tue, 08 May 2007 22:12:01 +0200, Thomas Koller <tko...@gmx.at>
wrote:

>Welche Filme, die als Inspiration griechische (oder andere) Legenden haben,
>gibts denn, die bei dir auf Zustimmung stossen?

Wahrscheinlich Clash of the Titans;-)

SCNR Marco :-)

Andre Timmer

unread,
May 9, 2007, 2:28:08 AM5/9/07
to
Johannes Pietsch tat kund:

>Ebend. Als Fantasy-Film wär's genial gewesen.

Das wars doch auch. Ich habe den Film NIE, auch nicht ansatzweise als
Tatsachenbericht verstanden. Dieser Ogermensch, die grossen
HDR-Elefanten und der Krebsscherenhändige haben den Eindruck doch sogar
noch verstärkt.

Andreas Kneib

unread,
May 9, 2007, 3:27:20 AM5/9/07
to
* Andre Timmer:

> Johannes Pietsch tat kund:

Der Musiker mit dem Ziegenkopf, der drei Meter große Xerxes mit
Synthesizer-Stimme, die tiermenschartige Leibgarde. 300 *ist* ein
Fantasy-Streifen.


Gruß,
Andreas

Peter Bruells

unread,
May 9, 2007, 3:51:26 AM5/9/07
to
Johannes Pietsch <Jojo.P...@web.de> writes:

> Ingrid:
> > Die
> > spartanischen Ephoren jedoch zu persisch bestochenen
> > Lord-Voldemort-Imperator-Palpatine-Klone zu degradieren, ist schlicht
> > beknackt.
>
> Verlucht, ich kann nicht anders, es ÄRGERT mich einfach so sehr, das mir
> so etwas von Leuten vorgesetzt wird, die zuvor ein Meisterwerk wie "Sin
> City" oder den wirklich hervorragenden "Dawn of the dead" realisierten.

Du meinst, "Sin City" (einen Comic von Frank Miller) werkgetreu zu
verfilmen war gut, "300" (einen Comic von Frank Miller) jedoch nicht?

Message has been deleted

Peter Bruells

unread,
May 9, 2007, 7:21:27 AM5/9/07
to
Cornell Binder <co...@dafhs.org> writes:

> Peter Bruells <p...@ecce-terram.de> tat schreiben tun:


> >
> > Du meinst, "Sin City" (einen Comic von Frank Miller) werkgetreu zu
> > verfilmen war gut, "300" (einen Comic von Frank Miller) jedoch nicht?
>

> Hmm, also gerade bezüglich der Werktreue gabs hier aber
> Stimmen, die sich bitterlich über starke Abweichungen
> ausgelassen haben. Weiblich und Rätische z.B.. War das
> alles gelogen? Oder ist werktreue sowas schwammiges?

Wenn ich sehe was inhaltlich an 300 kritisiert wird, dann kann ich nur
feststellen, daß das kritisierte dem Comic entspricht.

Marco Grau

unread,
May 9, 2007, 7:22:51 AM5/9/07
to
On 9 May 2007 10:43:33 GMT, Cornell Binder <co...@dafhs.org> wrote:

>Hmm, also gerade bezüglich der Werktreue gabs hier aber
>Stimmen, die sich bitterlich über starke Abweichungen
>ausgelassen haben. Weiblich und Rätische z.B.. War das
>alles gelogen? Oder ist werktreue sowas schwammiges?

Gerade die zusätzlichen Szenen gaben dem Film noch etwas mehr Tiefe.
Und ab und an mal eine Ruhepause zwischen den Schlachten tat gut. Mir
kam der Film im Kino beiweitem nicht so lang vor wie er war, trotz der
zusätzlichen Szenen.

Es grüßt Marco

Rainer Georg Blankenagel

unread,
May 9, 2007, 1:13:02 PM5/9/07
to
Marco Grau <Marco Grau <neke...@on-luebeck.de>>:

> On 9 May 2007 10:43:33 GMT, Cornell Binder <co...@dafhs.org> wrote:
>
>> Hmm, also gerade bezüglich der Werktreue gabs hier aber
>> Stimmen, die sich bitterlich über starke Abweichungen
>> ausgelassen haben. Weiblich und Rätische z.B.. War das
>> alles gelogen? Oder ist werktreue sowas schwammiges?
>
> Gerade die zusätzlichen Szenen gaben dem Film noch etwas mehr Tiefe.

Dann müssten Dir eigentlich die alten Actioner mit van Damme gefallen ...

> Und ab und an mal eine Ruhepause zwischen den Schlachten tat gut. Mir
> kam der Film im Kino beiweitem nicht so lang vor wie er war, trotz der
> zusätzlichen Szenen.

Was bei Dir als Tiefe angekommen ist, waren leider nur platte Klischees und
Dialoge des Grauens.


Rainer

Johannes Pietsch

unread,
May 9, 2007, 1:57:45 PM5/9/07
to
Andre Timmer wrote:
> Der Film (Comic) hiess aber nun mal 300 und nicht 30000.
> Es muss ja auch nicht die Erde in unserem Universum gewesen sein, oder hast
> du schonmal so einen Ogermenschen, bzw Fettwanst mit Krabbenhänden gesehen?

Ja. Der war sogar von 1983 bis 1998 Bundeskanzler.

Johannes Pietsch

unread,
May 9, 2007, 1:51:50 PM5/9/07
to
Rainer Georg Blankenagel wrote:
> Marco Grau <Marco Grau <neke...@on-luebeck.de>>:
>
>> Gerade die zusätzlichen Szenen gaben dem Film noch etwas mehr Tiefe.
>
> Dann müssten Dir eigentlich die alten Actioner mit van Damme gefallen ...

Besonders "Cyborg" und "Double - Komm schon! - Impact", gelle?

>> Und ab und an mal eine Ruhepause zwischen den Schlachten tat gut. Mir
>> kam der Film im Kino beiweitem nicht so lang vor wie er war, trotz der
>> zusätzlichen Szenen.
>
> Was bei Dir als Tiefe angekommen ist, waren leider nur platte Klischees und
> Dialoge des Grauens.

Aber besser als bei "Troja" waren sie!

Johannes Pietsch

unread,
May 9, 2007, 1:56:47 PM5/9/07
to
Thomas Koller wrote:

> Johannes Pietsch <Jojo.P...@web.de> wrote:
>> Darum geht's nicht. Micht ärgert's, wenn sich durch die vielbeschworenen
>> künstlerischen Freiheiten gegenüber der tatsächlichen Historie
>> Logiklöcher ergeben, die so groß sind, daß sich darin eine ganze Herde
>> persischer Kriegselefanten (Harrr!) ihre Wohnzimmersuite einrichten
>> könnte.
>
> Ärgert's dich auch wenn ein Spiderman durch das tatsächliche New York
> schwingt, und dabei ebensolche Logiklöcher aufreisst?

Nein, denn der wird mir vom Verleih auch nicht angepriesen mit den
Worten: Erleben Sie "Spider-Man", das heroische Zeitgemälde über den
unvergessenen Peter Parker, ohne dessen glorreichen und
aufopferungsvollen Kampf gegen das Böse die Welt heute von grünen
Goblins und Wissenschaftlern mit mechanischen Krakenarmen beherrscht würde!

Marco Grau

unread,
May 9, 2007, 2:00:22 PM5/9/07
to
On Wed, 9 May 2007 19:13:02 +0200, Rainer Georg Blankenagel
<fr...@leganeknalb.de> wrote:

>> Gerade die zusätzlichen Szenen gaben dem Film noch etwas mehr Tiefe.
>
>Dann müssten Dir eigentlich die alten Actioner mit van Damme gefallen ...

Wie kommst Du da drauf?

>Was bei Dir als Tiefe angekommen ist, waren leider nur platte Klischees und
>Dialoge des Grauens.

Bei 300 ging es nur um pure Aktion, das hätte jedem klar sein sollen,
der sich den Film im Kino angesehen hat. Von Historischer Korektheit
durfte man da von Vorne herrein nichts erwarten, zumal man ja auch
nachlesen konnte, welcher Film Hernn Miller zu 300 inspirite, also den
Comic zu erstellen. Wenn ich durchgehend Action mit viel Gewallt haben
möchte, schaue ich mir mal wieder Starship Troopers an, die längeren
Dialogszenen paßten sehr gut zu den ersten Szenen, wo über die
männlichkeit der Perser geflachst wurde, eben das es auch solche
Weicheier unter den Spartanern gab.

Es grüßt Marco

Johannes Pietsch

unread,
May 9, 2007, 2:03:49 PM5/9/07
to
Andre Timmer wrote:
> Der Film (Comic) hiess aber nun mal 300 und nicht 30000.
> Es muss ja auch nicht die Erde in unserem Universum gewesen sein, oder hast
> du schonmal so einen Ogermenschen, bzw Fettwanst mit Krabbenhänden gesehen?

Ja. Der war sogar von 1982 bis 1998 Bundeskanzler.

Manfred Polak

unread,
May 9, 2007, 3:11:28 PM5/9/07
to
Johannes Pietsch schrieb:

>> Es muss ja auch nicht die Erde in unserem Universum gewesen sein, oder hast
>> du schonmal so einen Ogermenschen, bzw Fettwanst mit Krabbenhänden gesehen?
>
>Ja. Der war sogar von 1982 bis 1998 Bundeskanzler.

Jetzt verwechselst Du was - das Kaff hieß (und heißt vermutlich immer
noch) Oggersheim, nicht Ogersheim ...

Manfred

Andre Timmer

unread,
May 10, 2007, 2:37:34 AM5/10/07
to
Johannes Pietsch tat kund:

>Nein, denn der wird mir vom Verleih auch nicht angepriesen mit den
>Worten: Erleben Sie "Spider-Man", das heroische Zeitgemälde über den
>unvergessenen Peter Parker, ohne dessen glorreichen und
>aufopferungsvollen Kampf gegen das Böse die Welt heute von grünen
>Goblins und Wissenschaftlern mit mechanischen Krakenarmen beherrscht
>würde!

Klingt aber gut so!

Dieter Bruegmann

unread,
May 10, 2007, 4:40:56 AM5/10/07
to
Manfred Polak (Wed, 09 May 2007 21:11:28 +0200):

... und ist seit 1938 ein Ortsteil von Ludwigshafen.


Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (b Berlin) http://bruhaha.de
Wußten Sie schon, daß ein Hochofen meistens im Parterre steht?

Patrick Jesionek

unread,
May 10, 2007, 11:03:28 AM5/10/07
to
Hallo,
> "Thomas Koller" schrieb:

[Historische Unwahrheiten im Film 300 ärgern Johannes]

> Ärgert's dich auch wenn ein Spiderman durch das tatsächliche New York
> schwingt, und dabei ebensolche Logiklöcher aufreisst?

Spider-Man wird ja nicht als wahre Begebenheit deklariert.

> > Dann macht nämlich auch ein halb- oder quasi-fiktionales
> > Historienspektakel keinen wirklichen Spaß mehr.

> Was es ja auch nicht ist, sondern eher ein voll-fiktionales
> Fantasyspektakel.

Nur haben einige Medien - wahrscheinlich ungeprüft 1:1 aus dem
Presseheft kopiert - diesen Film so vorgestellt, dass der Eindruck
entsteht, es handelt sich um eine korrekte wahre Begebenheit.

Ich zitiere mal aus der "Kronen Zeitung", Österreichs meistgelesene
Tageszeitung:

<Zitat Anfang>
"300" ist die unerbittliche Filmversion der historischen Schlacht an den
Thermopylen: Im antiken Griechenland starb König Leonidas mit 300
Spartanern im Kampf gegen Xerxes und sein gigantisches persisches Heer.
Ihr Mut und ihre Opferbereitschaft angesichts der ausweglosen Situation
inspirierte die griechischen Stämme zum Bündnis gegen die Perser - so
entstand eine Urzelle der Demokratie.
</Zitat Ende>

Österreichischer Rundfunk bereichtete so:
<http://orf.at/070403-10871/10872txt_story.html>

<Zitat Anfang>
Im Mittelpunkt des blutigen Sandalenfilms steht eine der spektakulärsten
und berühmtesten Schlachten der Geschichte. Als 480 v. Chr. ein riesiges
Heer persischer Krieger gegen das antike Griechenland marschiert,
stellen sich ihm lediglich 300 unerschrockene Spartaner entgegen.

Der spartanische Rat hat Leonidas untersagt, Soldaten einzusetzen, und
so zieht er nur mit seiner Leibgarde in den Krieg. Es ist eigentlich ein
aussichtsloses Unterfangen, doch die Spartaner haben einen tollkühnen
Plan: Sie fangen die Eindringlinge an einem schmalen Gebirgspass in den
Thermopylen ab.
</Zitat Ende>

Und wie wir mittlerweile wissen, haben zwar 300 Spartaner gekämpft, aber
auch andere Griechen. Das griechische Bündnis gab es bereits in dieser
Schlacht (Hellenenbund), wie auch die Anfänge der Demokratie.

Ich habe im Vorfeld zwar gewußt, dass der Film kein Geschichtsunterricht
sein wird, aber nach Recherchen war ich doch erstaunt, dass die wahre
Schlacht doch sehr anders verlaufen ist und absolut nicht ruhmreich.

Aber gut, ich habe kein Problem damit, ich ordne es in den Bereich der
Sagen ein.

Mir hat der Film auch aus einem anderen Grund gefallen: Endlich mal ein
Film mit herrlich kitschigem Pathos, wo keine Amerikaner darin
vorkommen. Dieser ganze US-Patriotismus war ja nicht mehr auszuhalten.
Ich erinnere nur an die Szene im - ansonst recht guten - Antikriegsfilm
'Der schmale Grat', wo der im Sterben liegende Soldat zu seinem
Kommandanten seufzte: "Schade, dass ich nur ein Leben habe, das ich für
Amerika opfern kann." Brr ;-)

Patrick.


Patrick Jesionek

unread,
May 10, 2007, 11:04:00 AM5/10/07
to
Hallo,
> "Johannes Pietsch" schrieb:

> > Weiters hatte Leonidas das Oberkommando am Land. Und er hat die
> > Kampfstärke der Perser unterschätzt. Daher nur die 300 Spartiaten.

> Das überrascht mich jetzt zwar, weil ich es anders in Erinnerung
> hatte, aber Hans Delbrücks "Geschichte der Kriegskunst" bestätigt
> Dich.

Fein, dass ich grob richtig liege, denn ich habe meine Informationen aus
verschiedenen Quellen. Wäre sehr mühsam gewesen, überall nachzusehen :-)

> >> Dabei stand nur ein kleiner Teil des spartanischen Heeres bei den
> >> Thermopylen.Der weitaus größere schwamm mit der griechischen
> >> Flotte auf dem Meer.

> > Sicher? Die Spartaner waren ein Landvolk, die Athener eher die
> > Seefahrer. Was sollten Spartaner auf einem Schiff machen?

> Fraglos waren es die Athener und insbesondere ihr erster Mann
> Themistokles, die den Flottenbau forcierten und Griechenland ganz auf
> Seemacht umrüsteten. Bei Artemision stand jedoch eine
> gemischt-griechische Flotte: 147 Schiffe aus Athen, 20 aus Chalkidike,
> 40 aus Korinth, 20 aus Megara, 18 aus Ägina, 12 aus Sikyon und 10 aus

> Sparta. [...]

Interessant zu lesen. Da die Stadt Sparta in der Mitte der Halbinsel
liegt, kam mir nie der Gedanke, dass die Spartaner auch eine Marine
besessen haben. Jetzt, wo du es erwähnst, fällt mir ein, dass Sparta die
Hauptstadt von Lakonien war.

> Die dreitausend mal tausend Perser, von denen Herodot schreibt, hat es
> garantiert nicht gegeben. Heute geht man realistisch von ca. 170.000
> Persern aus.

Ack. Trotzdem ist das Verhältnis von ca. 6000 Griechen vs 170.000
Persern immer noch groß.

> > Die Historie wurde derart verfremdet,
> > dass es sicher eine zur große Irreführung ist, hier noch von einer
> > (teil)wahren Begebenheit zu sprechen.

> Ebend. Als Fantasy-Film wär's genial gewesen.

Tja, ich glaube nicht, dass 300 als deklariert reines Fantasy-Spektakel
gut angekommen wäre.

Wenn die Handlung nur fiktiv wäre, also erfundenes Zeitalter, erfundene
Schlacht und erfundene Völkernamen, hätte der Film eventuell gar keinen
so großen Anreiz. (Ich wäre hier wahrscheinlich nicht mehr ins Kino
gegangen, weil mich typische Fantasy-Filme wie Herr der Ringe,
Spider-Man gar nicht interessieren.)

So aber war aber die Vorstellung "es hätte ja so sein können", durchaus
reizvoll.

Ich würde den Film jetzt auch nicht unbedingt als Fantasy bezeichnen,
sondern als typisches antikes Märchen wie eben die chinesischen
Wuxia-Filme 'Hero' und 'Tiger & Dragon'.

Patrick.


Message has been deleted

Werner Spahl

unread,
May 10, 2007, 12:28:37 PM5/10/07
to
On Thu, 10 May 2007, Patrick Jesionek wrote:

> Mir hat der Film auch aus einem anderen Grund gefallen: Endlich mal ein
> Film mit herrlich kitschigem Pathos, wo keine Amerikaner darin
> vorkommen. Dieser ganze US-Patriotismus war ja nicht mehr auszuhalten.

Naja, die Spartaner sahen doch irgendwie aus wie Superman oder He-Man und
angesichts der Tatsache, dass sie die Demokratie gegen die Boesen aus dem
Nahen Osten verteidigt haben, wares es doch praktisch Amerikaner ;)!

--
Werner Spahl (sp...@cup.uni-muenchen.de) Freedom for
"The meaning of my life is to make me crazy" Vorlonships

Rainer Georg Blankenagel

unread,
May 10, 2007, 12:57:36 PM5/10/07
to
Johannes Pietsch <Johannes Pietsch <Jojo.P...@web.de>>:

> Rainer Georg Blankenagel wrote:
>> Marco Grau <Marco Grau <neke...@on-luebeck.de>>:
>>
>>> Gerade die zusätzlichen Szenen gaben dem Film noch etwas mehr Tiefe.
>>
>> Dann müssten Dir eigentlich die alten Actioner mit van Damme gefallen ...
>
> Besonders "Cyborg" und "Double - Komm schon! - Impact", gelle?

"Hard Target", "Universal Soldier" und "Timecop" habe ich durchaus mit
Vergnügen gesehen.

>>> Und ab und an mal eine Ruhepause zwischen den Schlachten tat gut. Mir
>>> kam der Film im Kino beiweitem nicht so lang vor wie er war, trotz der
>>> zusätzlichen Szenen.
>>
>> Was bei Dir als Tiefe angekommen ist, waren leider nur platte Klischees und
>> Dialoge des Grauens.
>
> Aber besser als bei "Troja" waren sie!

Das schlimmste an Troja war das Publikum (irgendwo in Bayern auf dem
platten Land in einem Großkinokomplex). Aber darüber habe ich mich nicht so
langanhaltend geärgert wie über alles in 300, was kein abgeschlagener Arm
war.

Aber ist ja auch egal, sollen halt irgendwelche Leute ihr "Ey, das is'
Kult, Alter" brummeln und damit glücklich werden.


Rainer

Rainer Georg Blankenagel

unread,
May 10, 2007, 1:03:54 PM5/10/07
to
Marco Grau <Marco Grau <neke...@on-luebeck.de>>:

> On Wed, 9 May 2007 19:13:02 +0200, Rainer Georg Blankenagel


> <fr...@leganeknalb.de> wrote:
>
>>> Gerade die zusätzlichen Szenen gaben dem Film noch etwas mehr Tiefe.
>>
>> Dann müssten Dir eigentlich die alten Actioner mit van Damme gefallen ...
>
> Wie kommst Du da drauf?

Die hatten - im Gegensatz zu 300 - etwas mehr Tiefe in den Dialogen. Und
dabei waren selbst schon so flach wie das Steinhuder Meer.

>> Was bei Dir als Tiefe angekommen ist, waren leider nur platte Klischees und
>> Dialoge des Grauens.
>
> Bei 300 ging es nur um pure Aktion, das hätte jedem klar sein sollen,
> der sich den Film im Kino angesehen hat.

Wenn es darum ging, warum hat man das dann nicht auch umgesetzt, sondern
einen Großteil des Film mit überflüssigem und vor allen Dingen schlechtem
Geschwätz gefüllt?

> Von Historischer Korektheit
> durfte man da von Vorne herrein nichts erwarten, zumal man ja auch
> nachlesen konnte, welcher Film Hernn Miller zu 300 inspirite, also den
> Comic zu erstellen. Wenn ich durchgehend Action mit viel Gewallt haben
> möchte, schaue ich mir mal wieder Starship Troopers an, die längeren
> Dialogszenen paßten sehr gut zu den ersten Szenen, wo über die
> männlichkeit der Perser geflachst wurde, eben das es auch solche
> Weicheier unter den Spartanern gab.

Ich kann Dir hier zugegebenermaßen nicht folgen. Ich habe keine Ahnung,
worauf Du hinaus möchtest.


Rainer

Andreas Kneib

unread,
May 10, 2007, 1:44:25 PM5/10/07
to
* Werner Spahl:

> On Thu, 10 May 2007, Patrick Jesionek wrote:

>> Mir hat der Film auch aus einem anderen Grund gefallen: Endlich mal ein
>> Film mit herrlich kitschigem Pathos, wo keine Amerikaner darin
>> vorkommen. Dieser ganze US-Patriotismus war ja nicht mehr auszuhalten.

> Naja, die Spartaner sahen doch irgendwie aus wie Superman oder He-Man und
> angesichts der Tatsache, dass sie die Demokratie gegen die Boesen aus dem
> Nahen Osten verteidigt haben, wares es doch praktisch Amerikaner ;)!

Sittenstrenge, bärtige Männer, die sich im Selbstmordkommando gegen eine
dekadente Invasionsarmee aus vielen Nationen stellen, kann man aber auch
ganz anders deuten. ;)


Gruß,
Andreas

Marco Grau

unread,
May 10, 2007, 3:18:47 PM5/10/07
to

Der Anfangsdialog, wo der Perser um die Kapitulation gebeten hatte,
aber wenn Du den Film nur so Oberflächlich betrachtet hast, ist dieser
Hinweis eh hinfällig, und du möchtest nichts Gutes an 300 finden. Aber
zum Glück sind Geschmäcker eben verschieden, mir hat 300 sehr gute
gefallen, Dir eben nicht. Damit kann ich leben und du wohl auch.

Es grüßt Marco

Thorsten Günther

unread,
May 10, 2007, 4:43:57 PM5/10/07
to
Björn Schreiber wrote:
> Aber dieser Thread zeigt sehr schön, dass auch anderen als z.B. unsereiner
> Techniker und Ingenieure eigenes Hintergrundwissen das Filmegeniessen
> behindern können ;-). Für meinereiner gibt es z.B. exakt zwei Rennfilme: Le
> Mans und Grand Prix. Ausnahmslos alle anderen sind unsehbar.

IBTD.

Es gibt durchaus eine Reihe von Filmen, wo mich solche und vergleichbare
unrealistische Darstellungen überhaupt nicht stören - auch "300" zählt
dazu, ich habe den Film genossen, was ich aus bereits von Anderen
genannten Gründen aber weder an der Handlung noch an den Dialogen
festmachen möchte, sondern einzig und allein an der visuellen Umsetzung,
die mich absolut in ihren Bann geschlagen hat. Um mir einen solchen Film
zu verleiden, muß die Handlung schon deutlich blödsinniger sein als
ausgerechnet "300" - "Van Helsing" wäre so ein Fall, wo mir eine
burtoneske Optik durch die beschissene Handlung und dumme Charaktere
(ich denke da an den schwuchteligen Dracula) verleidet wurde.

Nbb. habe ich natürlich eine Reihe solcher Filme, selbst B-Movies wie
"Moontrap" (mit Walter Koenig und Bruce Campbell) oder "Arena" (mit
Claudia Christian, Armin Shimerman und Marc Alaimo) oder japanische
Filme wie "Ganheddo" oder "Zeiram", hier aus meist genau diesem Grund im
Original stehen - leider gibt es manche davon nicht einmal in einer mir
verständlichen Sprache auf DVD.


Thorsten

Rainer Georg Blankenagel

unread,
May 10, 2007, 4:41:32 PM5/10/07
to
Marco Grau <Marco Grau <neke...@on-luebeck.de>>:

> On Thu, 10 May 2007 19:03:54 +0200, Rainer Georg Blankenagel

Nein, mir ist einfach nur nicht klar, was Du aussagen möchtest. Ist der
Anfangsdialog jetzt so gut, daß er alles andere rausreißt? Oder ist er für
Dich ein Beispiel für die vielen anderen guten Dialoge im Film?

Daß der Film (als Ganzes) uns unterschiedlich gut gefallen hat, ist
offensichtlich. Bei den Actionszenen stimmen wir vermutlich auch überein.
Aber beim Rest interessiert mich schon, wo genau da "Tiefe" gewesen sein
soll. Vielleicht ist es ja auch nur eine unterschiedliche Vorstellung von
Tiefe.


Rainer

Christian Weisgerber

unread,
May 10, 2007, 6:43:09 PM5/10/07
to
Thorsten Günther <guen...@dilgar.de> wrote:

> Nbb. habe ich natürlich eine Reihe solcher Filme, selbst B-Movies wie
> "Moontrap" (mit Walter Koenig und Bruce Campbell) oder "Arena" (mit
> Claudia Christian, Armin Shimerman und Marc Alaimo) oder japanische
> Filme wie "Ganheddo" oder "Zeiram", hier aus meist genau diesem Grund im
> Original stehen -

Apropos, falls jemand von einer DVD-Ausgabe von "Ganheddo" mit
brauchbarer Bildqualität weiß - die R1 ist kläglich und die japanische
angeblich gleich - lasse er mich das bitte wissen.

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Jörg Jetzen

unread,
May 11, 2007, 3:01:48 AM5/11/07
to
na...@mips.inka.de (Christian Weisgerber) wrote:

Laut

http://www.ofdb.de/view.php?page=fassung&fid=3295&vid=200348

ist die japanische DVD wohl doch besser als die amerikanische.

Jörg Jetzen
--
http://www.intervocative.com/DVDCollection.aspx/Roderigg
http://www.gnod.net/

Patrick Jesionek

unread,
May 15, 2007, 7:28:54 AM5/15/07
to
Hallo,
> "Johannes Pietsch" schrieb:

> Nur Frank Miller und Zack Snyder behaupten wirklich allen Ernstes
> (nachzuschlagen im Warner-Presseheft zu "300"), [...]

Apropos, wie und wo bekommt man solche Presse- oder Filmhefte?

Und steht da was Interessantes drinnen? Oder sind das wieder diese
leidigen "Wir sind alle super"-Botschaften wie in den Making-Ofs?

Danke,
Patrick!


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