Dredd

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Andy Angerer

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Nov 26, 2021, 8:53:40 AM11/26/21
to
Hab mir vor ein paar Tagen im TV "Dredd" angeschaut.
Nachdem ich seinerzeit den Stallone-Vorgänger nach einer
Viertelstunde ausgemacht hatte, erwartete ich Gleiches
auch hier. Doch ich blieb bis zum Schluss dabei.

Dass so etwas heute noch gemacht wird, wundert mich.
Eine völlig hemmungslose Gewaltorgie; fies & gemein,
finster & dreckig. Und ohne irgendwelchen scheinheiligen
Entschuldigungen oder Rechtfertigungen. Dabei ausreichend
oberflächlich, dass es den Betrachter nicht quält;
Ernsthaftigkeit ist nicht gegeben.

Man muss in der Stimmung für so etwas sein;
dann aber ist der Film richtig geil.


--
! NEU !
Kurzgeschichten
eine davon ist von mir
<www.amazon.de/dp/B09K26CCXH?ref_=pe_3052080_397514860>

Andreas M. Kirchwitz

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Nov 28, 2021, 10:33:19 AM11/28/21
to
Andy Angerer <and...@angerer-bodenlos.de> wrote:

> Hab mir vor ein paar Tagen im TV "Dredd" angeschaut.
> Nachdem ich seinerzeit den Stallone-Vorgänger nach einer
> Viertelstunde ausgemacht hatte, erwartete ich Gleiches
> auch hier. Doch ich blieb bis zum Schluss dabei.

Beides sind meiner Meinung nach Filme ihrer Zeit, und das sollte man
fairerweise im Hinterkopf behalten, vielleicht stimmt Dich das gnädig.
Während der Stallone-Dredd arg albern geraten ist für einen ansonsten
brutalen Action-Film (allerdings waren viele Filme damals so), fehlt
dem Urban-Dredd ein bisschen Lockerheit, der ist trotz Bemühungen
irgendwie etwas verkrampft.

Ich fand beide Filme auf ihre Art sehr unterhaltsam. Beide habe ich
im Kino gesehen, als sie jeweils rausgekommen sind. Beide hatten ihren
jeweils passenden Charme.

Beim Stallone-Dredd kann ich mich merkwürdigerweise an viel mehr
Szenen erinnern, beim Urban-Dredd erinnern sich die meisten nur
an die Hochhausszene mit der Minigun, einer damals wohl nicht
realen, sondern erfundenen Mischung aus GAU-19 und M61 Vulcan.
Der Urban-Dredd hatte passend zu seiner harten, schmutzigen Action
einen brachialen Soundtrack, dadurch war alles noch bedrückender,
das war gut gelungen.

https://www.youtube.com/watch?v=yoqav3uEXWI

> Man muss in der Stimmung für so etwas sein;
> dann aber ist der Film richtig geil.

Ich mag sie beide, auch wenn sie grundverschieden sind. Wäre der
Stallone-Dredd und generell Filme ähnlicher Machart nicht Teil meiner
(angenehmen) Jugend, würde ich ihn aus rein heutiger Sicht vermutlich
trashig finden und den Urban-Dredd stimmiger. Aber es ist, wie es ist.

Beide Filme haben meiner Meinung nach Potential verschenkt, während
der Stallone-Dredd sich nicht entscheiden konnte, ob er Action oder
Komödie sein will, wirkt der Urban-Dredd auf mich unfertig und ohne
nachwirkendes Statement, zu viel Hochhaus, zu wenig Background-Story.
Der Stallone-Dredd ist zumindest erzählerisch eine runde Sache.

Dredd könnte man ruhig nochmals neu verfilmen, oder eine Serie draus
machen. Der Stoff gibt eine Menge her, finde ich.

Grüße, Andreas

Kay Martinen

unread,
Nov 28, 2021, 1:20:02 PM11/28/21
to
Am 28.11.21 um 16:33 schrieb Andreas M. Kirchwitz:
> Andy Angerer <and...@angerer-bodenlos.de> wrote:
>
>> Hab mir vor ein paar Tagen im TV "Dredd" angeschaut.
>> Nachdem ich seinerzeit den Stallone-Vorgänger nach einer
>> Viertelstunde ausgemacht hatte, erwartete ich Gleiches
>> auch hier. Doch ich blieb bis zum Schluss dabei.
>
> Beides sind meiner Meinung nach Filme ihrer Zeit, und das sollte man
> fairerweise im Hinterkopf behalten,

*Ack*

> Ich fand beide Filme auf ihre Art sehr unterhaltsam. Beide habe ich
> im Kino gesehen, als sie jeweils rausgekommen sind. Beide hatten ihren
> jeweils passenden Charme.

Ich sah beide im Free TV und fand jeden auf seine Art ebenfalls
unterhaltend. Unter berücksichtigung deines obigen Einwands.

> Beim Stallone-Dredd kann ich mich merkwürdigerweise an viel mehr
> Szenen erinnern,

Ich erinnere vor allem das er mehrfach mit Tiefer Zufriedenheit sagte
"Ich WUSSTE das er das sagen würde" und an ein Rigoroses "Rechts"system
das man rein gefühlsmäßig für ungerecht hält.

> beim Urban-Dredd erinnern sich die meisten nur
> an die Hochhausszene mit der Minigun, einer damals wohl nicht
> realen, sondern erfundenen Mischung aus GAU-19 und M61 Vulcan.

Ich erinnere da vor allem an den Sturz in die Tiefe der Bösen in
Zeitlupe der AFAIR gleich zu anfang und dann auch später zur Gänze
gezeigt wird.

Karl Urban als Schauspieler gefällt mir in vielen Rollen. Z.b. auch in
Startrek als Pille. Kann ich von "Arnie" nicht so behaupten obwohl er
als "Terminator" auch nicht schlecht war. Aber so ÜberGut-Böse Rollen
wie er sie früher spielte fand ich oft zu klischeehaft.


Bye/
/Kay

--
🅟🅞🅢🅣🅔🅓 🅥🅘🅐 🅛🅔🅐🅕🅝🅞🅓🅔

Andy Angerer

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Nov 29, 2021, 9:16:47 AM11/29/21
to
Am 28.11.21 um 16:33 schrieb Andreas M. Kirchwitz:
> Andy Angerer <and...@angerer-bodenlos.de> wrote:
>
>> Hab mir vor ein paar Tagen im TV "Dredd" angeschaut.
>> Nachdem ich seinerzeit den Stallone-Vorgänger nach einer
>> Viertelstunde ausgemacht hatte, erwartete ich Gleiches
>> auch hier. Doch ich blieb bis zum Schluss dabei.
>
> Beides sind meiner Meinung nach Filme ihrer Zeit, und das sollte man
> fairerweise im Hinterkopf behalten, vielleicht stimmt Dich das gnädig.

Braucht es nicht; ich muss mir "Judge Dredd" ja nicht anschauen.

> Während der Stallone-Dredd arg albern geraten ist für einen ansonsten
> brutalen Action-Film (allerdings waren viele Filme damals so), fehlt
> dem Urban-Dredd ein bisschen Lockerheit, der ist trotz Bemühungen
> irgendwie etwas verkrampft.

Stimmt; Lockerheit sucht man da vergeblich. Falls man sie sucht.

> Ich fand beide Filme auf ihre Art sehr unterhaltsam. Beide habe ich
> im Kino gesehen, als sie jeweils rausgekommen sind. Beide hatten ihren
> jeweils passenden Charme.

Gerade für Stallone bin ich nur sehr selten ins Kino gegangen....

> Beim Stallone-Dredd kann ich mich merkwürdigerweise an viel mehr
> Szenen erinnern, beim Urban-Dredd erinnern sich die meisten nur
> an die Hochhausszene mit der Minigun, einer damals wohl nicht
> realen, sondern erfundenen Mischung aus GAU-19 und M61 Vulcan.

Wieso GAU-19?
Ich dachte da vielmehr erstmal an die sechsläufige GAU-17,
wobei die Wirkung schon eher der M61 entsprach, schätz ich.
Diese beiden vom bloßen Anschauen zu unterscheiden, traue
ich mir nicht zu.

> Der Urban-Dredd hatte passend zu seiner harten, schmutzigen Action
> einen brachialen Soundtrack, dadurch war alles noch bedrückender,
> das war gut gelungen.

In der Tat!

> https://www.youtube.com/watch?v=yoqav3uEXWI

Was anderes als Heavy Metal kommt da nicht in Frage.

>> Man muss in der Stimmung für so etwas sein;
>> dann aber ist der Film richtig geil.
>
> Ich mag sie beide, auch wenn sie grundverschieden sind. Wäre der
> Stallone-Dredd und generell Filme ähnlicher Machart nicht Teil meiner
> (angenehmen) Jugend, würde ich ihn aus rein heutiger Sicht vermutlich
> trashig finden und den Urban-Dredd stimmiger. Aber es ist, wie es ist.

Viele Filme, die mir damals gefielen, gefallen mir heute weit weniger.

> Beide Filme haben meiner Meinung nach Potential verschenkt, während
> der Stallone-Dredd sich nicht entscheiden konnte, ob er Action oder
> Komödie sein will, wirkt der Urban-Dredd auf mich unfertig und ohne
> nachwirkendes Statement, zu viel Hochhaus, zu wenig Background-Story.

Man könnte auch "kein Ballast" sagen.
Er ist auf die pure Substanz reduziert; mir hat gerade das gefallen.

> Dredd könnte man ruhig nochmals neu verfilmen, oder eine Serie draus
> machen. Der Stoff gibt eine Menge her, finde ich.

Vielleicht.
Aber die Firlefanzgefahr halte ich dabei für extrem hoch.

Andy Angerer

unread,
Nov 29, 2021, 9:21:43 AM11/29/21
to
PS:

Am 28.11.21 um 16:33 schrieb Andreas M. Kirchwitz:

> Beim Stallone-Dredd kann ich mich merkwürdigerweise an viel mehr
> Szenen erinnern, beim Urban-Dredd erinnern sich die meisten nur
> an die Hochhausszene mit der Minigun, einer damals wohl nicht
> realen, sondern erfundenen Mischung aus GAU-19 und M61 Vulcan.

<https://de.wikipedia.org/wiki/Dredd>

Hier ist von 'Maschinenkanonen' die Rede, was für die M61 spricht.

Andy Angerer

unread,
Nov 29, 2021, 9:29:38 AM11/29/21
to
Am 28.11.21 um 19:10 schrieb Kay Martinen:

> Karl Urban als Schauspieler gefällt mir in vielen Rollen.

Dito; mir ist er vor allem in R.E.D. aufgefallen.

> Kann ich von "Arnie" nicht so behaupten obwohl er
> als "Terminator" auch nicht schlecht war.

Und vor allem auch als Conan fand ich ihn prima.
In anderen Filmen, insbesondere in "Red Heat", macht
er den Fehler, einen Terminator zu spielen.

> Aber so ÜberGut-Böse Rollen
> wie er sie früher spielte fand ich oft zu klischeehaft.

Was meinst du mit ÜberGut-Böse Rollen?

Christian Weisgerber

unread,
Nov 29, 2021, 6:30:05 PM11/29/21
to
On 2021-11-29, Andy Angerer <and...@angerer-bodenlos.de> wrote:

>> Beim Stallone-Dredd kann ich mich merkwürdigerweise an viel mehr
>> Szenen erinnern, beim Urban-Dredd erinnern sich die meisten nur
>> an die Hochhausszene mit der Minigun, einer damals wohl nicht
>> realen, sondern erfundenen Mischung aus GAU-19 und M61 Vulcan.
>
><https://de.wikipedia.org/wiki/Dredd>
>
> Hier ist von 'Maschinenkanonen' die Rede, was für die M61 spricht.

Es war eine zusammengebastelte Requisite für den Film:
http://www.imfdb.org/wiki/Dredd#Prop_Minigun

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Andy Angerer

unread,
Nov 30, 2021, 8:46:13 AM11/30/21
to
Am 29.11.21 um 23:36 schrieb Christian Weisgerber:
Auch hier die Frage:
Was hat die dreiläufige GAU-19 damit zu tun?
Außerdem heißt "Minigun" das MG und nicht die MK.

Andreas M. Kirchwitz

unread,
Nov 30, 2021, 4:07:14 PM11/30/21
to
Andy Angerer <and...@angerer-bodenlos.de> wrote:

>> Es war eine zusammengebastelte Requisite für den Film:
>> http://www.imfdb.org/wiki/Dredd#Prop_Minigun
>
> Auch hier die Frage:
> Was hat die dreiläufige GAU-19 damit zu tun?
> Außerdem heißt "Minigun" das MG und nicht die MK.

Die GAU-19 war laut verschiedenen Wikis anscheinend die Basis der
Miniguns im Film Dredd. Ich gebe das nur wieder, ich hab's mir nicht
ausgedacht. Kann nur vermuten, dass Filmemacher nicht Zugriff auf
beliebige echte Waffensysteme haben, sondern sich teilweise das
zusammenbasteln müssen, was sie eigentlich zeigen wollen.

Deswegen entstehen diverse Filme oder Serien ja auch in einer
Zusammenarbeit mit dem Militär, welches dann natürlich immer makellos
und besonders wohlwollend gezeigt werden muss, dafür muss man sich
nichts selbst basteln, sondern die bringen ihr Zeugs einfach mit.

Die GAU-19 verwendet als Munition .50 BMG wie im Film, verballert
davon etwa 1300 pro Minute, maximal 2000, hat aber nur 3 Läufe,
das sah den Machern vielleicht nicht imposant genug aus. Man hätte
auch eine M134 Minigun nehmen können, aber die ist ja noch kleiner,
für besonders coole Typen fast eine Handfeuerwaffe, siehe Predator.

Die M61 Vulcan hat 6 Läufe und verballert als Munition 20 mm, davon
bis zu 6000 pro Minute. Das ist eine etwas andere Hausnummer, kennt
man unter anderem als Phalanx CIWS aus der Serie "The Last Ship".

Möglicherweise kommt man spontan nicht so einfach an drei M61 Vulcan
ran, oder vielleicht nur für sehr viel Geld, dann bastelt man eben
selbst welche, denn der normale Zuschauer kann das alles eh nicht
voneinander unterscheiden. Ich ebenfalls nicht, sondern ich lese es
auch bloß nach, wenn eine Szene besonders beeindruckend ist. :-)

Grüße, Andreas

Andy Angerer

unread,
Nov 30, 2021, 5:54:43 PM11/30/21
to
Am 30.11.21 um 22:07 schrieb Andreas M. Kirchwitz:
> Andy Angerer <and...@angerer-bodenlos.de> wrote:
>
>>> Es war eine zusammengebastelte Requisite für den Film:
>>> http://www.imfdb.org/wiki/Dredd#Prop_Minigun
>>
>> Auch hier die Frage:
>> Was hat die dreiläufige GAU-19 damit zu tun?
>> Außerdem heißt "Minigun" das MG und nicht die MK.
>
> Die GAU-19 war laut verschiedenen Wikis anscheinend die Basis der
> Miniguns im Film Dredd. Ich gebe das nur wieder, ich hab's mir nicht
> ausgedacht.

Schon klar.
Aber es könnte halt auch ein Fehler sein, den dann alle
abgeschrieben haben. Sowas soll schon vorgekommen sein....

> Die GAU-19 verwendet als Munition .50 BMG wie im Film,

Ist das im Film so?
Mir schien die Wirkung der Geschosse jenseits von Gewehrmunition und der
Begriff "Maschinenkanone" plausibel. Aber ich kann das nicht beurteilen.

> Man hätte
> auch eine M134 Minigun nehmen können, aber die ist ja noch kleiner,
> für besonders coole Typen fast eine Handfeuerwaffe, siehe Predator.

Diese (auch GAU-17 gennant) ist eben ein Standard in Streifen wie den
Predator- oder Terminator-Filmen und auch bei Dredd hab ich erstmal an
sie gedacht. Die Idee einer MK tauchte erst bei der anschließenden
Wikipedia-Lektüre auf, schien mir aber, wie gesagt, plausibel.

> Die M61 Vulcan hat 6 Läufe und verballert als Munition 20 mm, davon
> bis zu 6000 pro Minute. Das ist eine etwas andere Hausnummer, kennt
> man unter anderem als Phalanx CIWS aus der Serie "The Last Ship".

Und als Bordwaffe fast aller US-Kampfflugzeuge seit der Phantom.
Und wenn ich mir anschaue, was im Film der Beschuss mit den
Hauswänden gemacht hat....

> Möglicherweise kommt man spontan nicht so einfach an drei M61 Vulcan
> ran, oder vielleicht nur für sehr viel Geld, dann bastelt man eben
> selbst welche, denn der normale Zuschauer kann das alles eh nicht
> voneinander unterscheiden.

Eben; vor allem nicht eine sechsläufige GAU-17 von einer dito M61.
Eine dreiläufige GAU-19 hingegen schon. Deshalb bezweifle ich die
Bastelarbeit, sondern vermute, dass die einfach etwas Reales
genommen haben, das sowieso in der Requisitenkammer lag:
die GAU-17.
Die Einschläge dann heftiger zu gestalten,
ist im Film ja kein Problem.
(Aber rückblickend muss ich zugeben, dass die Dinger
für Miniguns vielleicht tatsächlich etwas wuchtig wirkten.)

Andreas M. Kirchwitz

unread,
Dec 1, 2021, 5:47:05 AM12/1/21
to
Andy Angerer <and...@angerer-bodenlos.de> wrote:

> Aber es könnte halt auch ein Fehler sein, den dann alle
> abgeschrieben haben. Sowas soll schon vorgekommen sein....

Meine erste gefundene Quelle war diese Seite hier:
https://judgedredd.fandom.com/wiki/Minigun

Wie man unten am Kommentar sieht, wurde die Waffe von Zusehern
zunächst für ein M61 Vulcan gehalten, und vermutlich war das
auch genau die Intention jener Szene, schließlich sieht die Waffe
auf den ersten Blick ähnlich aus und die im Film dargestellte
zerstörerische Wirkung könnte grob passen für 20 mm.

Anscheinend muss es wohl mal ein Interview mit dem
"Concept Designer" gegeben haben, und der deckte dann
auf, dass sie eine gute Illusion erzeugt haben.

Ich finde das immerhin beruhigend, dass man selbst mit dem Budget
einer mittelgroßen Filmproduktion nicht so einfach an solch schweres
Gerät kommt, sondern man sich selbst was basteln muss. :-)

Grüße, Andreas

Andy Angerer

unread,
Dec 1, 2021, 8:58:13 AM12/1/21
to
Am 01.12.21 um 11:47 schrieb Andreas M. Kirchwitz:

> Meine erste gefundene Quelle war diese Seite hier:
> https://judgedredd.fandom.com/wiki/Minigun

Danke; das beantwortet tatsächlich.

> Ich finde das immerhin beruhigend, dass man selbst mit dem Budget
> einer mittelgroßen Filmproduktion nicht so einfach an solch schweres
> Gerät kommt, sondern man sich selbst was basteln muss. :-)

Nicht, dass so eine Vulcan dann versehentlich mit scharfer
Munition geladen wird, wie das ja schon mal vorkommen kann....

Kay Martinen

unread,
Dec 2, 2021, 1:10:02 PM12/2/21
to
Am 01.12.21 um 14:58 schrieb Andy Angerer:
> Am 01.12.21 um 11:47 schrieb Andreas M. Kirchwitz:
>
>> Ich finde das immerhin beruhigend, dass man selbst mit dem Budget
>> einer mittelgroßen Filmproduktion nicht so einfach an solch schweres
>> Gerät kommt, sondern man sich selbst was basteln muss. :-)

Wie; vorher; schon gesagt ist die Einbindung des Militärs ja auch nicht
ohne Gegenforderungen und ich könnte mir vorstellen das Postapokalypsen
bei denen nicht geliebt werden. Oder der Regisseur/Produzent hatte was
dagegen. Michael Moore hätte vermutlich abgewunken... :)

> Nicht, dass so eine Vulcan dann versehentlich mit scharfer
> Munition geladen wird, wie das ja schon mal vorkommen kann....

Du meinst wie im Aktuellen Fall zuletzt? Da würde wohl ein kurzer
Schwenk reichen um das ganze Set zu eliminieren.

Ich hab den Film gestern erneut gesehen und wenn ich sehe wie da die
Gesamte Etage bis zur Außenwand weg gefetzt wird denke ich unwillkürlich
in Richtung Granaten, also Sprengmunition. Spräche für Maschinenkanone oder?

Weiß nicht wieso es mir jetzt dazu einfällt aber: Damals bei der BW als
wir Wache laufen sollten bekamen wir zwar Magazine mit Scharfer
Munition, aber ganz oben auf war eine Platzpatrone geklippt. Das sollte
AFAIR Vorschrift und Wirkung verbinden.

Vorschrift bei Sichtung nicht autorisierter Personen war, Anruf,
Warnschuß in die Luft, 2. Anruf, gezielt feuern (extremitäten
bevorzugt). Und nach der Platzpatrone mußte man manuell neu laden - beim
G3. Sollte also nicht vorkommen das man versehentlich auf Dauerfeuer
stellte und das ganze Magazin verballert. Nach dem ersten Schuß ist erst
mal Sense. Gilt natürlich nur für Rückstoß-lader.

Bye/
/Kay

--
🅟🅞🅢🅣🅔🅓 🅥🅘🅐 🅛🅔🅐🅕🅝🅞🅓🅔

Andy Angerer

unread,
Dec 2, 2021, 2:24:54 PM12/2/21
to
Am 02.12.21 um 19:01 schrieb Kay Martinen:
> Am 01.12.21 um 14:58 schrieb Andy Angerer:

>> Nicht, dass so eine Vulcan dann versehentlich mit scharfer
>> Munition geladen wird, wie das ja schon mal vorkommen kann....
>
> Du meinst wie im Aktuellen Fall zuletzt?

Ich konnte mir die fiese Anspielung nicht verkneifen.

> Ich hab den Film gestern erneut gesehen und wenn ich sehe wie da die
> Gesamte Etage bis zur Außenwand weg gefetzt wird denke ich unwillkürlich
> in Richtung Granaten, also Sprengmunition. Spräche für Maschinenkanone oder?

Sogidoch.

> Weiß nicht wieso es mir jetzt dazu einfällt aber: Damals bei der BW als
> wir Wache laufen sollten bekamen wir zwar Magazine mit Scharfer
> Munition, aber ganz oben auf war eine Platzpatrone geklippt. Das sollte
> AFAIR Vorschrift und Wirkung verbinden.

Eine gute Ihee, find ich.

> Vorschrift bei Sichtung nicht autorisierter Personen war, Anruf,
> Warnschuß in die Luft, 2. Anruf, gezielt feuern (extremitäten
> bevorzugt). Und nach der Platzpatrone mußte man manuell neu laden - beim
> G3. Sollte also nicht vorkommen das man versehentlich auf Dauerfeuer
> stellte und das ganze Magazin verballert. Nach dem ersten Schuß ist erst
> mal Sense. Gilt natürlich nur für Rückstoß-lader.

So?
Kann eine Platzpatrone das Gassystem eines Gasdruckladers betätigen?
Das wage ich zu bedreifeln....

Andy Angerer

unread,
Dec 3, 2021, 12:20:12 PM12/3/21
to
Am 03.12.21 um 16:55 schrieb Michael 'Mithi' Cordes:
> Andy Angerer füllte insgesamt 40 Zeilen u.a. mit:
>
>> Kann eine Platzpatrone das Gassystem eines Gasdruckladers betätigen?
>
> Nein, das ist ja der in diesem speziellen Fall erwünschte Effekt.
> "Peng" und dann musst du nochmal manuell durchladen für "Rattatata".

Eben; also nix mit "Gilt natürlich nur für Rückstoß-lader".

> Natürlich gibt es für Platzpatronen, AKA Manöverpatronen ein
> Manöverpatronen-Gerät (MPG) den man statt des Mündungsfeuerdämpfers auf
> den Lauf schraubt um den Gasdruck zu erhöhen. Dieser verbietet dann aber
> kategorisch die Benutzung von scharfer Munition.

Das ist auch mein Informationsstand; danke.

> (Erfahrung: BW-Zeit '92-93, G3)

(Erfahrung: passiv durch de.alt.technik.waffen :-)

Kay Martinen

unread,
Dec 3, 2021, 1:00:02 PM12/3/21
to
Am 03.12.21 um 18:20 schrieb Andy Angerer:
> Am 03.12.21 um 16:55 schrieb Michael 'Mithi' Cordes:
>> Andy Angerer füllte insgesamt 40 Zeilen u.a. mit:
>>
>>> Kann eine Platzpatrone das Gassystem eines Gasdruckladers betätigen?
>>
>> Nein, das ist ja der in diesem speziellen Fall erwünschte Effekt.
>> "Peng" und dann musst du nochmal manuell durchladen für "Rattatata".
>
> Eben; also nix mit "Gilt natürlich nur für Rückstoß-lader".

Mein Fehler. Da bin ich wohl nicht halb so ein Waffen-Kenner wie andere.
Ich schrieb Rückstoß aber gemeint war halt das die Abgefeuerte Patrone
die nächste in den Lauf schiebt. Wenn das Gasdruck-lader sind (bei dem
wort denke ich an was anderes) dann ist es wohl das. Bezog sich alles
auf ein damaliges G3!

>> Natürlich gibt es für Platzpatronen, AKA Manöverpatronen ein
>> Manöverpatronen-Gerät (MPG) den man statt des Mündungsfeuerdämpfers auf
>> den Lauf schraubt um den Gasdruck zu erhöhen. Dieser verbietet dann aber
>> kategorisch die Benutzung von scharfer Munition.
>
> Das ist auch mein Informationsstand; danke.

Das war gemeint. Ohne MPG wird nicht neu geladen und man muß den
Handgriff selbst machen.

>> (Erfahrung: BW-Zeit '92-93, G3)
>
> (Erfahrung: passiv durch de.alt.technik.waffen :-)

Bei mir: BW-Zeit '85-86, auch G3.



Bye/
/Kay

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Andy Angerer

unread,
Dec 3, 2021, 1:44:32 PM12/3/21
to
Am 03.12.21 um 18:54 schrieb Kay Martinen:
> Am 03.12.21 um 18:20 schrieb Andy Angerer:
>> Am 03.12.21 um 16:55 schrieb Michael 'Mithi' Cordes:
>>> Andy Angerer füllte insgesamt 40 Zeilen u.a. mit:
>>>
>>>> Kann eine Platzpatrone das Gassystem eines Gasdruckladers betätigen?
>>>
>>> Nein, das ist ja der in diesem speziellen Fall erwünschte Effekt.
>>> "Peng" und dann musst du nochmal manuell durchladen für "Rattatata".
>>
>> Eben; also nix mit "Gilt natürlich nur für Rückstoß-lader".
>
> Mein Fehler. Da bin ich wohl nicht halb so ein Waffen-Kenner wie andere.
> Ich schrieb Rückstoß aber gemeint war halt das die Abgefeuerte Patrone
> die nächste in den Lauf schiebt. Wenn das Gasdruck-lader sind (bei dem
> wort denke ich an was anderes) dann ist es wohl das.

Es geht bei sowohl als auch.; bei jeder (halb)automatischen Waffe.
Einfach weil die Knallerbse nicht ausreichend Kraft entwickelt, um
den Repetiermechanismus zu betätigen; wie auch immer der funktioniert.

Andy Angerer

unread,
Dec 3, 2021, 1:57:53 PM12/3/21
to
Am 03.12.21 um 19:44 schrieb Ingrid Angerer:

> Es geht bei sowohl als auch; bei jeder (halb)automatischen Waffe.
> Einfach weil die Knallerbse nicht ausreichend Kraft entwickelt, um
> den Repetiermechanismus zu betätigen; wie auch immer der funktioniert.

Ich hatte das extra mal in der Waffengruppe nachgefragt, weil in sehr
vielen Filmen automatische Waffen mit Platzpatronen betrieben werden,
was mir unlogisch erschien.
Also innerhalb der Handlung mit Platzpatronen betrieben; in "Stirb
langsam 2" zB wird ein ganzes Feuergefecht mit MPs derart gefaked.
Sogar Hitchcock hat diesen Fehler gemacht; im "unsichtbaren
Dritten" zB werden gegen Schluss mehrfach hintereinander
mit einer Walther Schüsse simuliert.

Kay Martinen

unread,
Dec 3, 2021, 6:00:18 PM12/3/21
to
Am 03.12.21 um 19:57 schrieb Andy Angerer:
> Am 03.12.21 um 19:44 schrieb Ingrid Angerer:
>
>> Es geht bei sowohl als auch; bei jeder (halb)automatischen Waffe.
>> Einfach weil die Knallerbse nicht ausreichend Kraft entwickelt, um
>> den Repetiermechanismus zu betätigen; wie auch immer der funktioniert.

Du meinst die Zündladung in der Patrone. Die soll doch nur die
Treibladung zünden. Ich denke wenn die Knallerbse Stärker wäre müsste
auch die Hülse massiver werden, und die Waffe auch, und sie Schießt
nicht mehr so gut, wird zu schwer u.s.w. u.s.f.

> Ich hatte das extra mal in der Waffengruppe nachgefragt, weil in sehr
> vielen Filmen automatische Waffen mit Platzpatronen betrieben werden,
> was mir unlogisch erschien.

Ja, wenn man jetzt mal drüber nachdenkt kommt das seltsam vor. Der Laie
denkt da warscheinlich an Film-Magie sprich die Experten am Set die das
"möglich" machen. Das "wie" interessiert dann nicht mehr.

Das Thema Bullshit-Magie (wenn's für mich eben nicht zusammenpasst) ist
nicht nur bei Asylum Billigfilmen nervig. Aber manchmal ist man
vielleicht selbst auch nicht in Stimmung sich in die Handlung rein
ziehen zu lassen und solche Fehler gnädig zu ignorieren.

> Also innerhalb der Handlung mit Platzpatronen betrieben; in "Stirb
> langsam 2" zB wird ein ganzes Feuergefecht mit MPs derart gefaked.

Ich erinnere mich gut dran weil ich den oft und gern sah. Man sieht aber
nicht ob die evtl. MPGs auf ihren Waffenläufen hätten oder die irgendwie
"ein" gebaut sind das man sie nicht sieht. Man braucht doch nur eine
Verengung im Lauf damit der Gasdruck nicht komplett nach vorne abhaut.
Und ich meine mal gelesen zu haben das es echte Waffen gibt bei denen
das schon (abschaltbar) eingebaut ist.

Was man sieht sind die Farbstreifen an den Magazinen und das McLane
auffällt das er mit einem Blauen Magazin keinen Kill landen konnte. Und
das Demonstriert er bei der Flughafen-Polizei indem er den Boss weg
schubst und auf ihn schießt - und er es überlebt.

Es könnte ja auch sein das die (Risikofreudigen) Amerikaner im Film
einfach mal die Schiessenden von der Seite zeigen, die dann auf nicht
sichtbare Kugelfänger ballern. Effekt gerettet= Realität und zugleich
Geld gespart für sonst nötige Special Effects.

Aber wenn; wie beim Letzten Vorfall; direkt in oder an der Kamera vorbei
geschossen werden soll wird's richtig gefährlich.

Bye/
/Kay

--
🅟🅞🅢🅣🅔🅓 🅥🅘🅐 🅛🅔🅐🅕🅝🅞🅓🅔

Andy Angerer

unread,
Dec 3, 2021, 7:44:06 PM12/3/21
to
Am 03.12.21 um 23:54 schrieb Kay Martinen:
> Am 03.12.21 um 19:57 schrieb Andy Angerer:
>> Am 03.12.21 um 19:44 schrieb Ingrid Angerer:
>>
>>> Es geht bei sowohl als auch; bei jeder (halb)automatischen Waffe.
>>> Einfach weil die Knallerbse nicht ausreichend Kraft entwickelt, um
>>> den Repetiermechanismus zu betätigen; wie auch immer der funktioniert.
>
> Du meinst die Zündladung in der Patrone. Die soll doch nur die
> Treibladung zünden.

Mit "Knallerbse" meine ich natürlich "Platzpatrone".

>> Ich hatte das extra mal in der Waffengruppe nachgefragt, weil in sehr
>> vielen Filmen automatische Waffen mit Platzpatronen betrieben werden,
>> was mir unlogisch erschien.
>
> Ja, wenn man jetzt mal drüber nachdenkt kommt das seltsam vor. Der Laie
> denkt da warscheinlich an Film-Magie sprich die Experten am Set die das
> "möglich" machen. Das "wie" interessiert dann nicht mehr.

Der Laie denkt wahrscheinlich überhaupt nichts,
weil er keine Ahnung von Repetiermechanismen hat.

>> Also innerhalb der Handlung mit Platzpatronen betrieben; in "Stirb
>> langsam 2" zB wird ein ganzes Feuergefecht mit MPs derart gefaked.
>
> Ich erinnere mich gut dran weil ich den oft und gern sah. Man sieht aber
> nicht ob die evtl. MPGs auf ihren Waffenläufen hätten oder die irgendwie
> "ein" gebaut sind das man sie nicht sieht.

Die MPGs, die ich mir angeschaut habe, sind überdeutlich erkennbar
und das ist so wohl auch unbedingt erwünscht, kann ich mir vorstellen.

> Man braucht doch nur eine
> Verengung im Lauf damit der Gasdruck nicht komplett nach vorne abhaut.

Theoretisch ja.
Aber wer baut sowas?

> Und ich meine mal gelesen zu haben das es echte Waffen gibt bei denen
> das schon (abschaltbar) eingebaut ist.

Das würde mich interessieren.
Vor allem, wie man dabei versehentliche
Fehlbedienung zuverlässig verhindert....

Stephan Hellwig

unread,
Dec 3, 2021, 11:18:17 PM12/3/21
to
Moinsen,

Kay Martinen schrieb hier:

> Es könnte ja auch sein das die (Risikofreudigen) Amerikaner im Film
> einfach mal die Schiessenden von der Seite zeigen, die dann auf nicht
> sichtbare Kugelfänger ballern. Effekt gerettet= Realität und zugleich
> Geld gespart für sonst nötige Special Effects.

Niemand ballert in geschlossenen Räumen mit scharfer Munition. Zumindest
nicht ohne doppelten Gehörschutz, also Selectone oder ComFit mit
MickyMäusern. Gleiches gilt für Platzpatronen.
Selbst wenn dabei in Kugelfänge geschossen werden sollte, haut es _jedem_
Anwesenden dort die Flimmerhärchen und das Trommelfell weg. So ein
Knalltrauma ist kein Spaß.

> Aber wenn; wie beim Letzten Vorfall; direkt in oder an der Kamera vorbei
> geschossen werden soll wird's richtig gefährlich.

Niemand, der sein Gehör behalten will, schießt mit Munition größer als KK
ohne jeglichen Gehörschutz. Egal, ob im Gebäude oder draußen auf der
Wiese. Schon gar nicht mit dem G3.
Ist denn eigentlich inzwischen geklärt worden, woher die scharfe Munition
im Baldwin-Fall gekommen sein soll?

Gruß
Stephan
-- 
Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu bauen. Wowereit

Andy Angerer

unread,
Dec 4, 2021, 10:27:49 AM12/4/21
to
Am 04.12.21 um 04:44 schrieb Stephan Hellwig:

> Ist denn eigentlich inzwischen geklärt worden, woher
> die scharfe Munition im Baldwin-Fall gekommen sein soll?

In der Waffen-NG wusste jemand zu berichten,
dass sich die Herrschaft*innen in den Drehpausen
gerne mit Schießübungen auf Dosen vergnügt hätten.

Gerald Gruner

unread,
Dec 4, 2021, 10:58:44 AM12/4/21
to
Andy Angerer schrieb am 3.12.21:

> Am 03.12.21 um 18:54 schrieb Kay Martinen:
>> Am 03.12.21 um 18:20 schrieb Andy Angerer:
>>> Am 03.12.21 um 16:55 schrieb Michael 'Mithi' Cordes:
>>>> Andy Angerer füllte insgesamt 40 Zeilen u.a. mit:
>>>>
>>>>> Kann eine Platzpatrone das Gassystem eines Gasdruckladers betätigen?
>>>>
>>>> Nein, das ist ja der in diesem speziellen Fall erwünschte Effekt.
>>>> "Peng" und dann musst du nochmal manuell durchladen für "Rattatata".
>>>
>>> Eben; also nix mit "Gilt natürlich nur für Rückstoß-lader".
>>
>> Mein Fehler. Da bin ich wohl nicht halb so ein Waffen-Kenner wie andere.
>> Ich schrieb Rückstoß aber gemeint war halt das die Abgefeuerte Patrone
>> die nächste in den Lauf schiebt. Wenn das Gasdruck-lader sind (bei dem
>> wort denke ich an was anderes) dann ist es wohl das.
>
> Es geht bei sowohl als auch.; bei jeder (halb)automatischen Waffe.
> Einfach weil die Knallerbse nicht ausreichend Kraft entwickelt, um
> den Repetiermechanismus zu betätigen; wie auch immer der funktioniert.

Nein, weil das Projektil fehlt, das für den nötigen Staudruck sorgt.
Bei Platzpatronen muss daher ein MPG (BW-Sprech) vor den Lauf geschraubt
werden, das ihn weitgehend verschließt und so Druck erzeugt.

MfG
Gerald

--
It is quite possible - overwhelmingly probable, one might guess - that we
will always learn more about human life and personality from novels than
from scientific psychology.
- Noam Chomsky

Heinz-Juergen Kronemeyer

unread,
Dec 4, 2021, 11:23:49 AM12/4/21
to
Am 04.12.21 um 01:44 schrieb Andy Angerer:

>> Man braucht doch nur eine
>> Verengung im Lauf damit der Gasdruck nicht komplett nach vorne abhaut.
>
> Theoretisch ja.
> Aber wer baut sowas?
>

Filmausstatter.
Die ruft man an und bestellt z.B. 40 AK47 und 40 M16 plus passende
Platzpatronen. Die kommen dann zum Set, bringen die Waffen mit, schulen
die Schauspieler und sind für die Sicherheit am Set im Waffenumgang
zuständig.

Filmwaffen sind ein unendliches Thema.
In Zeiten der digitalen Nachbearbeitung braucht man am Set eigentlich
keine funktionieren (Film) Waffen mehr. Sollte allerdings schon gut
gemacht sein. Eine AK47 mit Flammenwerfermündungsfeuer ohne sichtbaren
Repetiervorgang und Hülsenauswurf sieht blöd aus.

Das Zeitalter von echten Waffen und Platzpatronen am Set sollte
eigentlich vorbei sein. Früher war das üblich, aber seit langen gibt es
Alternativen. Die günstigste Variante sind reine Attrappen aus
Hartgummi. So rüstet man z.B. eine Komparsenarmee aus. Effekte entstehen
dann in der Post Production. Die auf Platz umgebaute Marlin 1895 in
einem der Jurassic World Filme wurde in Szenen, in denen sie nur geführt
wurde, durch eine Gummi Attrappe ersetzt. Oder man nimmt reine Deko
Waffen, die außer gut aussehen nichts können.

Weiter gibt es mittlerweile sehr echt aussehende Airsoft Waffen mit
realistischen Repetiervorgang. Fehlt halt der Hülsenauswurf und
Mündungsfeuer. Wobei es auch Airsoft mit Hülsenauswurf gibt.

Die nächste Variante wären sogenannte FireCaps Prop Guns. Sehen aus wie
echte, funktionieren wie echte. Werden mit Ladehülsen betrieben, in
denen etwas bessere Varianten von Knallplättchen geladen werden. Das
sorgt für Funktion, Knall, Funken und Rauch. Auch in Full Auto. So etwas
z.B.:
https://www.russ-guns-de.net/mgc-mp-thompson-m1921-m1928-chicago-firecaps

Und ein paar Infos zu Modellwaffen und FireCaps:
https://de.wikipedia.org/wiki/Modellwaffe

In den USA sind halt noch auf Platz umgebaute echte Waffen im
Filmeinsatz. Echt aussehende Schreckschusswaffen wie hier gibt es dort
so nicht.
Halb- oder Vollautomatische Waffen werden so umgebaut, dass sie nur noch
Platzpatronen verschießen können. Die Patronenlager werden so verändert,
das sie nur noch die für Filmaufnahmen üblichen Platzpatronen aufnehmen
können. Echte Munition passt nicht mehr. Läufe werden verengt, um den
für eine einwandfreie Repetierfunktion nötigen Gasdruck zu erzeugen. Die
Verriegelungsysteme werden umgebaut, Verriegelungswarzen entfernt,
schwächere Federn verwendet. Das sind im Grunde Edel
Schreckschusswaffen, die aus echten Waffen entstanden sind.

Bei Repetierlangwaffen baut man das Patronenlager um und hat noch
Laufblockaden in Mündungsnähe um zu verhindern, das Dreck oder Steine
versehentlich durch den Gasdruck der Platzpatrone "verschossen" werden.
Es gibt auch noch Salutwaffen, die aus alten Militärkarabinern
entstanden sind. 8mm Knall in Ladehülse. Der Lauf ist verschlossen.
Ausschuss erfolgt durch eine Bohrung in der Nähe des Visiers.

Schwieriger wird es bei Revolvern. Trommel und Lauf kann man so umbauen,
das auch hier nur Platzpatronen gehen. Sieht in Nahaufnahme nur blöd
aus. Für Nahaufnahmen verwendet man dann schon mal echte oder nicht
Schussfähige Waffen mit Deko Munition. Für den Schuss dann die
Platzpatronenversion. Scharfe Munition am Set ist ein absolutes NoGo.
Bei der Verwendung echter Waffen mit Platz- oder Dekopatronen ist
absolute Sicherheit erforderlich. Und da hat man bei Rust und Baldwin
geschlampt. Übrigens auch bei Brandon Lee in Crow.

Für Dekopatronen gibt es auch verschiedene Varianten. Die üblichste ist
wohl die Verwendung einer scharfen Patrone, bei der man das Pulver
entfernt und den Zündsatz entschärft hat. Üblicherweise durch Abschlagen
der leeren Hülse in der Waffe. Es knallt mal kurz und der Zündsatz ist
verbrannt. Sieht man gelegentlich bei Nahaufnahmen vom aufmunitionieren.
Die Zündsätze haben alle einen Schlagbolzeneindruck.
Natürlich sollte noch eine zusätzlich Kennung z.B. durch einen Farbring
am Hülsenmund vorhanden sein.

Bei Brandon Lee war es eine scharfe Waffe am Set und eine Dekopatrone,
bei der der Zündsatz nicht abgeschlagen war. Schlamperei bei der
Kontrolle. Bei einer Szene sollte mit der Waffe nicht geschossen werden.
Nahaufnahmen, auf eine Person zielen und ähnliches war wohl geplant.
Dazu waren die Dummys geladen, darunter auch die mit dem scharfen
Zündsatz. Es wurde auch wohl abgedrückt und man vernahm am Set ein
leisen Knall, den man aber nicht zuordnen konnte. Keiner dachte dabei an
die Waffe. Der Gasdruck des Zündsatzes reichte aus, um das Geschoss aus
der Hülse durch die Trommel und den Laufkonus in den Lauf zu treiben, wo
es dann stecken blieb. Man versäumte die Kontrolle der Waffe und packte
sie weg. Tage später sollte mit der gleichen Waffe und Platzpatronen auf
Lee geschossen werden. Auch hier versäumte man die Kontrolle der Waffe
und das Drama nahm seinen Lauf. Der Gasdruck der Platzpatrone entsprach
hier fast einer echten Patrone und reichte aus, das Geschoss aus dem
Lauf zu treiben und für tödliche Verletzungen bei Brandon Lee zu sorgen.
So ein Laufstecker ist mir selber mal mit Fabrikmunition passiert.
Erster und zweiter Schuss normal, der dritte irgendwie schlapp und beim
vierten machte es nur Patsch anstatt Bumm und der Rückstoß fehlte. Das
ganze passierte beim Training für eine Zeitserie (5 Schuss in X
Sekunden), der Hammer war für den fünften Schuss schon gespannt. Da mir
das ganze aber recht komisch vorkam drückte ich glücklicherweise nicht
ab. Waffe entspannt, Trommel ausgeschwenkt und entladen und siehe da,
knapp nach dem Laufkonus grinste mich der Geschossboden im Lauf an. Hui.
629 Classic, 8 3.8 Zoll Lauf in .44 Magnum. Die nächste Murmel auf den
Laufstecker hätte fies ausgehen können. Da hatte die Pulverfüllmaschine
beim Hersteller wohl Schluckauf gehabt. Die fünfte wie auch alle anderen
Patronen der Packung hatten wieder volle Pulverladung wie wir später
nachgemessen haben.

Bei Rust und Baldwin war es auch eine scharfe Waffe am Set, die
Vermischung von Deko mit scharfen Patronen und schlampige Kontrolle.
Dazu eine alte Waffe im wohl schlechten Zustand. Es gab ja vorher schon
ungewollte Schussabgaben mit dem Ding.
Die Szene, für die geprobt wurde, ist ja ein typisches Drohszenario. Der
Schütze zieht die Waffe, richtet sie auf den Zuschauer (in die Kamera),
und spannt zur Verstärkung der Drohwirkung den Hahn der Waffe. Da leere
Kammern von vorne für den Zuschauer blöd aussehen, sollte die Waffe
dabei mit Dekopatronen geladen sein. Es sollte nicht abgedrückt oder
geschossen werden.
Cold Gun heißt für den Schauspieler, die Waffe ist entweder leer oder
mit Deko geladen und sicher. Hot Gun heißt, es sind Platzpatronen
geladen. Halte das Ding niemanden ins Gesicht.

Beim proben der Szene hatte Baldwin Hutchins wohl gefragt, wie sie es
den haben wolle und sie hat ihn wohl aufgefordert, die Waffe in ihre
Richtung (Kamera) zu halten. In der Szene sollte der Hahn gespannt
werden und Baldwin fragte Hutchins, ob sie das auch sehen wolle. Sie
bejahte und Baldwin spannte den Hammer halb. Er lies ihn wieder los oder
der Hammer rutschte ihm weg und dabei löste sich dann der Schuss ohne
Betätigung des Abzuges. Die Konstruktion der Waffe lässt so etwas bei
schlechtem Zustand der Waffe leider zu.
Der Colt SAA 1873 wurde in den Jahren 1871/72 konstruiert und bis kurz
vor den 2000er nahezu unverändert gefertigt. Großartige Sicherungen hat
der 1873 nicht. Der Hahn hat drei Rasten.
Sicherungsrast, die ihren Namen nicht verdient. Dabei wird der Hahn mit
Schlagstift etwas vom Rahmen angehoben, damit der Schlagstift den
Zündsatz der Patrone bei Stoß oder Fall nicht erreichen kann. War so
sicher, das es schon recht schnell die Empfehlung gab, aus dem
Sixshooter einen Fiveshooter zu machen und die Kammer unter dem Hahn
leer zu lassen.
Die nächste Rast auf halben Weg ist die Laderast. Die Trommel ist frei
drehbar und die Waffe kann durch die Ladeklappe ent- oder geladen werden.
Die dritte Rast ist die Spannrast. Der Hahn ist voll gespannt und die
Waffe ist schussbereit.
Aus der Sicherheits- und Laderast sollte man die Waffe bei betätigen des
Abzuges nicht abfeuern können. Das geht nur aus der Spannrast.
Zusätzlich sollten Sicherheits- und Laderast den Hahn fangen wenn er
einem entgleitet. Bei älteren Waffen können diese Rasten verschliessen
sein und dann funktioniert das fangen nicht mehr.
Will man die Waffe aus der Lade- oder Spannrast entspannen, zieht man
den Hahn etwas zurück, zieht den Abzug und lässt den Hahn langsam nach
vorne gleiten. Lässt man den Abzug los, wird der Hahn entweder in der
Laderast oder der Sicherheitsrast gehalten. Sind die Rasten im Eimer und
der Hahn schnellt nach vorne, knallt es auch ohne Abzug.
Moderne Revolver haben zusätzlich Sicherungen verbaut, die das verhindern.

So, langer Text. Genug geschrieben.

Heinz-Juergen Kronemeyer

unread,
Dec 4, 2021, 11:30:54 AM12/4/21
to
Am 04.12.21 um 04:44 schrieb Stephan Hellwig:

>
> Niemand ballert in geschlossenen Räumen mit scharfer Munition. Zumindest
> nicht ohne doppelten Gehörschutz, also Selectone oder ComFit mit
> MickyMäusern. Gleiches gilt für Platzpatronen.
> Selbst wenn dabei in Kugelfänge geschossen werden sollte, haut es _jedem_
> Anwesenden dort die Flimmerhärchen und das Trommelfell weg. So ein
> Knalltrauma ist kein Spaß.

Früher hat man das am Set wohl nicht so wild gesehen und munter mit
Platzpatronen ohne Gehörschutz geschossen. Frag mal Bruce Willis, woher
seine Schwerhörigkeit kommt. Und da ist er nicht der einzige. Die netten
unauffälligen In Ohr Gehörschutz Sets gibt es ja auch noch nicht so lange.



> Ist denn eigentlich inzwischen geklärt worden, woher die scharfe Munition
> im Baldwin-Fall gekommen sein soll?

Nun ja, scharfe Waffen am Set. Jemand bringt scharfe Munition für das
Fun Shooting nach Drehschluss mit, schlampige Kontrollen... was soll da
schon schiefgehen?

Andy Angerer

unread,
Dec 4, 2021, 12:12:13 PM12/4/21
to
Am 04.12.21 um 17:23 schrieb Heinz-Juergen Kronemeyer:
> Am 04.12.21 um 01:44 schrieb Andy Angerer:
>
>>> Man braucht doch nur eine
>>> Verengung im Lauf damit der Gasdruck nicht komplett nach vorne abhaut.
>>
>> Theoretisch ja.
>> Aber wer baut sowas?
>
> Filmausstatter.
> Die ruft man an und bestellt z.B. 40 AK47 und 40 M16 plus passende
> Platzpatronen. Die kommen dann zum Set, bringen die Waffen mit, schulen
> die Schauspieler und sind für die Sicherheit am Set im Waffenumgang
> zuständig.

Das leuchtet ein; danke dir!
Auch für den hochinteressanten, ausführlichen Rest!

F. W.

unread,
Dec 7, 2021, 8:38:08 AM12/7/21
to
Am 26.11.2021 um 14:53 schrieb Andy Angerer:

> Man muss in der Stimmung für so etwas sein; dann aber ist der Film
> richtig geil.

Ja, ich warte vergeblich auf einen Stimmungsumschwung hier. Nicht wegen
"Dredd" sondern wegen "I spit on your grave (1978)" und "Irreversibel
(2002)". Ich müsste mir wegen der häufigen Erwähnung in der
Fachliteratur mal ansehen, habe aber eigentlich keine große Lust auf
Blutorgien...

FW

Andy Angerer

unread,
Dec 7, 2021, 9:18:58 AM12/7/21
to
Am 07.12.21 um 14:37 schrieb F. W.:
Nach der Lektüre der Wikipedia-Artikel fürchte ich,
dass ich für diese beiden nie in der Stimmung sein werde.
Ein Glück, dass mir Erwähnungen in der Fachliteratur egal sind.


--
! NEU !
Kurzgeschichten
eine davon ist von mir
<http://www.amazon.de/dp/B09K26CCXH>

Michael Ottenbruch

unread,
Dec 24, 2021, 10:02:04 AM12/24/21
to
Am 04 Dec 2021 04:44:00 +0100, schrieb Stephan Hellwig:

> Moinsen,
>
> Kay Martinen schrieb hier:
>
> > Es könnte ja auch sein das die (Risikofreudigen) Amerikaner im Film
> > einfach mal die Schiessenden von der Seite zeigen, die dann auf nicht
> > sichtbare Kugelfänger ballern. Effekt gerettet= Realität und zugleich
> > Geld gespart für sonst nötige Special Effects.
>
> Niemand ballert in geschlossenen Räumen mit scharfer Munition. Zumindest
> nicht ohne doppelten Gehörschutz, also Selectone oder ComFit mit
> MickyMäusern. Gleiches gilt für Platzpatronen.
> Selbst wenn dabei in Kugelfänge geschossen werden sollte, haut es _jedem_
> Anwesenden dort die Flimmerhärchen und das Trommelfell weg. So ein
> Knalltrauma ist kein Spaß.

Bruce Willis hat diese Regel bei den Dreharbeiten zum ersten Teil von
"Die Hard" einmal nicht beachtet. Seitdem ist er auf dem linken Ohr fast
taub.
https://www.imdb.com/title/tt0095016/trivia?item=tr5897681

>
> [...]
>

--
...und tschuess!

Michael
E-mail: M.Otte...@sailor.ping.de
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