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MIFA ist pleite

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Hasso

unread,
Sep 30, 2014, 3:51:30 AM9/30/14
to
der ostdeutsche Fahrradhersteller MIFA ist wohl endgᅵltig pleite. Ein
Verlust fᅵr die Fahrradwelt oder eher nicht?

Hasso

Dirk Wagner

unread,
Sep 30, 2014, 5:00:24 AM9/30/14
to
Hasso <isen...@gmx.de> wrote:

> der ostdeutsche Fahrradhersteller MIFA ist wohl endg�ltig pleite. Ein
> Verlust f�r die Fahrradwelt oder eher nicht?

Von den bei Wikipedia genannten "Marken" MIFA, Germatec, FunLiner,
McKenzie und Cyco habe ich bisher noch nichts geh�rt:
Ausgenommen Cyco - die wurdn hier mal bei Radsport Albrecht verkauft...

Auch "Grace" und "Steppenwolf" sind mir unbekannt...

Ein Fehler?

Ciao

dirk

Frank Möller

unread,
Sep 30, 2014, 5:02:06 AM9/30/14
to
Hasso schrieb am Tue, 30 Sep 2014 09:51:30 +0200:

> der ostdeutsche Fahrradhersteller MIFA ist wohl endg�ltig pleite. Ein
> Verlust f�r die Fahrradwelt oder eher nicht?

Selbst zu T�t�r�-Zeiten war man schon der Meinung, da� MIFA am besten auf
dem Schrottplatz aufgehoben ist.

"Wer MIFA f�hrt, ist Dresche wert."

"Wer MIFA lenkt, geh�rt aufgeh�ngt."

Solche Texte gab es bzgl. der "Konkurrenz" namens "Diamant" nie. Aus gutem
Grund.

--

Harald Meyer

unread,
Sep 30, 2014, 6:24:54 AM9/30/14
to
Am 30.09.2014 11:00:24 +0200, meinte Dirk Wagner:

>Hasso <isen...@gmx.de> wrote:
>
>> der ostdeutsche Fahrradhersteller MIFA ist wohl endg�ltig pleite. Ein
>> Verlust f�r die Fahrradwelt oder eher nicht?
>
"Endg�ltig" ist f�r ein noch schwebendes Verfahren eine etwas gewagte
Prognose, obwohl es bei MIFA schon seit dem Fr�jahr laut rumorte.

>Von den bei Wikipedia genannten "Marken" MIFA, Germatec, FunLiner,
>McKenzie und Cyco habe ich bisher noch nichts geh�rt:
>Ausgenommen Cyco - die wurdn hier mal bei Radsport Albrecht verkauft...
>
>Auch "Grace" und "Steppenwolf" sind mir unbekannt...
>
>Ein Fehler?
>
Ja, aber nur ein unwesentlicher. An deren Kauf hat sich die MIFA
m�chtig verhoben und au�erdem im fsachlen Segment gewildert - es sind
Marken, die im Widerspruch zu einem traditionellen Billigproduzenten
stehen, dem die Absatzwege f�r Edelmarken fehl(t)en.

<http://www.faz.net/aktuell/finanzen/cfo/mifa-beantragt-insolvenz-13180198.html>

HTH

Beste Gr��e -Harald-

--
Man muss die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann. [Mark Twain]

Chr. Maercker

unread,
Sep 30, 2014, 6:40:11 AM9/30/14
to
Hasso wrote:
> der ostdeutsche Fahrradhersteller MIFA ist wohl endgᅵltig pleite. Ein
> Verlust fᅵr die Fahrradwelt oder eher nicht?

Eher nicht. Weit weg vom einstigen DDR-Spruch
Wer MIFA fᅵhrt, ist Dresche wert"
sind sie nicht gekommen.
--


CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren

Chr. Maercker

unread,
Sep 30, 2014, 6:44:14 AM9/30/14
to
Frank M�ller wrote:
> Selbst zu T�t�r�-Zeiten war man schon der Meinung, da� MIFA am besten auf
> dem Schrottplatz aufgehoben ist.

Wobei ich keinen konkreten Fall hatte.

> "Wer MIFA f�hrt, ist Dresche wert."
> "Wer MIFA lenkt, geh�rt aufgeh�ngt."

Den zweiten habe ich zu DDR-Zeiten nie geh�rt.

> Solche Texte gab es bzgl. der "Konkurrenz" namens "Diamant" nie. Aus gutem
> Grund.

Mein Diamant-Sport hatte leider mehr Pannen als das MIFA. Lag mit an der
Kilometerleistung, aber auch an den miserablen Alu-Felgen. Von denen
brauchte ich dank damaligem Stra�enzustand etwa alle zwei Jahre neue.
Ansonsten Pedalbr�che, ein Kettenriss, st�ndige Probleme mit dem
Tretlager u.a.m. Das Tourenrad von Diamant muss deutlich besser gewesen
sein - und war folgerichtig so zut wie nie im DDR-Handel zu bekommen.

Roland White

unread,
Sep 30, 2014, 7:35:57 AM9/30/14
to
Dirk Wagner <usenet...@diwasoft.de> schrieb:
> Hasso <isen...@gmx.de> wrote:
>
>> der ostdeutsche Fahrradhersteller MIFA ist wohl endg�ltig pleite. Ein
>> Verlust f�r die Fahrradwelt oder eher nicht?
>
> Von den bei Wikipedia genannten "Marken" MIFA, Germatec, FunLiner,
> McKenzie und Cyco habe ich bisher noch nichts geh�rt:
> Ausgenommen Cyco - die wurdn hier mal bei Radsport Albrecht verkauft...

Im Audio/ TV-Bereich war's zumindest zu meiner Zeit (wird sich nicht
viel ge�ndert haben) �blich, weitgehend oder vollkommen identische
Ger�te unter verschiedenen Labels anzubieten, um dem Kunden die
(Preis-)Vergleichbarkeit zu erschweren. D�rfte hier �hnlich sein.

> Auch "Grace" und "Steppenwolf" sind mir unbekannt...
>
> Ein Fehler?

Klar, mu� man alles im Schlaf aufsagen k�nnen.

Gru�

R-


--
,,Ein bi�chen Gummi, ein bi�chen Draht, fertig ist das MIFA-Rad!''
Message has been deleted
Message has been deleted

Alexander Landau

unread,
Sep 30, 2014, 10:44:11 AM9/30/14
to
Frank M�ller schrieb

> "Wer MIFA f�hrt, ist Dresche wert."
> "Wer MIFA lenkt, geh�rt aufgeh�ngt."

> Solche Texte gab es bzgl. der "Konkurrenz" namens "Diamant" nie.
> Aus gutem Grund.

Diamant.
Weltbekannt.
Im Ausland Schrott genannt.

Mit sozialistischem Gru�
Alex

Nico Hoffmann

unread,
Sep 30, 2014, 2:33:27 PM9/30/14
to
Alexander Landau schreibt:

> Frank Möller schrieb
>
>> "Wer MIFA fährt, ist Dresche wert."
>> "Wer MIFA lenkt, gehört aufgehängt."

Ein guterhaltenes Mifa aus Friedenszeiten (1984) steht fahrbereit im
Keller :-) Zumindest _war_ es vor zwei Jahren fahrbereit, als ich es
das letzte Mal benutzte. Allerdings habe ich Alufelgen (Westware,
Rigida, iirc) eingespeicht, da die Stahlfelgen nicht mehr gut zu
zentrieren waren.

Immerhin habe ich eine zeitgenössische, urgewaltige
3-Gang-Kettenschaltung nachgerüstet. Wow!


>> Solche Texte gab es bzgl. der "Konkurrenz" namens "Diamant" nie.
>> Aus gutem Grund.
>
> Diamant.
> Weltbekannt.
> Im Ausland Schrott genannt.

Davon habe ich einen gut gebrauchten Rahmen aus den späten 70ern
liegen. Wartet auf Wiederauferstehung. Ein ganzes Kistchen Teile hätte
ich auch schon gesammelt. Incl. eines neuen(!) Tectoron-Schaltwerks.
Ich werd's aber nicht dranbauen, das bleibt in der Vitrine.


> Mit sozialistischem Gruß

N., heute, 25 Jahre nach der Wende, kriegt man immer noch preiswerte
Teile. Was muß seinerzeit gehamstert und gehortet worden sein...
--
Rubbelsignatur: Unter dem Streifen befindet sich der Code für ein glückliches
Leben - einfach abrubbeln! #############################

Andre Eiger

unread,
Sep 30, 2014, 6:08:01 PM9/30/14
to
Am Tue, 30 Sep 2014 12:44:14 +0200 schrieb Chr. Maercker:

> Frank Möller wrote:
>> Selbst zu Tätärä-Zeiten war man schon der Meinung, daß MIFA am besten
auf
>> dem Schrottplatz aufgehoben ist.
>
> Wobei ich keinen konkreten Fall hatte.
>
>> "Wer MIFA fährt, ist Dresche wert."
>> "Wer MIFA lenkt, gehört aufgehängt."
>
> Den zweiten habe ich zu DDR-Zeiten nie gehört.
>
Ich habe den Eindruck, dass viele solcher Sprüche erst nach Ende der DDR
erfunden wurden. Vielleicht fehlte mir auch einfach der Kontakt zur
Fahrradszene.

>> Solche Texte gab es bzgl. der "Konkurrenz" namens "Diamant" nie. Aus
gutem
>> Grund.
>
> Mein Diamant-Sport hatte leider mehr Pannen als das MIFA. Lag mit an
der
> Kilometerleistung, aber auch an den miserablen Alu-Felgen. Von denen
> brauchte ich dank damaligem Straßenzustand etwa alle zwei Jahre neue.

Das mit den Alu-Felgen hatte ich anders erlebt. Als Student hatte ich
Ende 80er ein Sportrad von Diamant, das vor dem Wohnheim vor sich hin
rottete, wieder instandgesetzt und dabei die Laufräder (für Drahtreifen)
neu einspeichen müssen, die dann mehrere Jahre unauffällig blieben. Etwas
Praxis mit dem Einspeichen hatte ich vorher in meiner "Benzinphase" mit
Moped- und Motorradrädern gesammelt. Zu den zeitgenössischen
Schlauchreifenfelgen kann ich jedoch nichts sagen.
Der mittlere Zustand des studentischen Fahrradfuhrparks war allerdings
schon ein Symbol der Vergänglichkeit alles Irdischen, Laufräder
inbegriffen.
Auch rückblickend finde ich die damaligen Alufelgen wirklich nicht
schlecht, vor allem nachdem ich nach der Wende diese gruseligen
verchromten Stahlfelgen mit Felgenbremse zu Gesicht bekommen habe. Was
das für das Nassbremsverhalten bedeutet, habe ich später selbst erfahren,
nachdem ich in Mainz völlig unbekümmert ein Klapp^WFaltrad mit einer
solchen Kombination im örtlichen Fachhandel gekauft hatte.

> Ansonsten Pedalbrüche, ein Kettenriss, ständige Probleme mit dem
> Tretlager u.a.m. Das Tourenrad von Diamant muss deutlich besser gewesen
> sein - und war folgerichtig so zut wie nie im DDR-Handel zu bekommen.

Die Ketten waren ein Stück weit Glückssache. Ein Kommilitone hatte mal
von der (einzigen) Produktionsstätte für Rollenketten berichtet: Der
Härtevorgang war nicht vollautomatisiert und hing durchaus von der Kunst
des Werkers ab. Und Importware hatte ich nie gesehen, für Fahrradketten
wurden sicher keine Devisen eingesetzt.

Beim Tretlager (BSA, Keil) hatte ich bei der Aufrüstung zu 2 x 5 zum
Doppelkettenblatt notwendigerweise auch eine längere Tretlagerwelle
gekauft. Die war gewalzt statt gedreht. Bei den Keilen gab es auch eine
Qualität, die nicht nach spanabhebender Fertigung aussah. An dieser Kombi
musste ich dann nie mehr herumschrauben, wobei ich mir damals mangels
Erfahrung gar nicht bewusst war, welches Ärgerpotential in diesem Antrieb
schlummerte.
Die Rostocker Fahrradwerkstatt hatte auch andere Teile vorrätig wie
Rennlenker mit Vorbau, Leder-Rennsattel, längere Sattelstütze, Rasant-
Rennbremsen und Rennpedale mit Haken. Die Speichen waren vernickelt und
nur durch häufige Pflege rostfrei zu halten.
An komplette neue Rennräder kann ich mich jedoch nicht mehr entsinnen,
die standen damals nicht auf meiner Wunschliste.

Auf dem Lande 100 km von Rostock entfernt war ich mit meinem aufgebauten
Rennrad irgendwie ein Alien. Das Image des Radfahrens war auf einem
Tiefpunkt, obwohl durchaus noch mehr mit dem Rad gefahren wurde als heute.

Thomas Wedekind

unread,
Sep 30, 2014, 6:51:02 PM9/30/14
to
Am Tue, 30 Sep 2014 12:44:14 +0200 schrieb "Chr. Maercker"
<Zwei...@gmx-topmail.de>:

> Frank Möller wrote:

> > "Wer MIFA fährt, ist Dresche wert."
> > "Wer MIFA lenkt, gehört aufgehängt."
>
> Den zweiten habe ich zu DDR-Zeiten nie gehört.

Doch, gab es, Zeitschiene 70er Jahre.

> Mein Diamant-Sport hatte leider mehr Pannen als das MIFA. Lag mit
> an der Kilometerleistung, aber auch an den miserablen Alu-Felgen.
> Von denen brauchte ich dank damaligem Straßenzustand etwa alle zwei
> Jahre neue. Ansonsten Pedalbrüche, ein Kettenriss, ständige
> Probleme mit dem Tretlager u.a.m.

Alles bestens bekannt.

> Das Tourenrad von Diamant muss
> deutlich besser gewesen sein - und war folgerichtig so zut wie nie
> im DDR-Handel zu bekommen.

Naja, Diamant sollte ja in den 70ern planmäßig abgewickelt werden,
weil Ulbricht die Überlegenheit des Sozialismus auch damit
demonstrieren wollte, dass man es in der DDR nicht mehr nötig hätte,
Rad zu fahren. Das Diamant-Sport kam in den 80ern dann von Mifa.
Allgemein kippte ca. Ende der 70er die Teilequalität in Richtung
unbrauchbar (Felgen aus Kochtopf-Alu usw.), ich kann ein Liedchen von
Ermüdungsbrüchen an allen möglichen Teilen singen (toll war: Ausbruch
des Bowdenzug-Auges aus dem Handbremshebel, genau dann, wenn man
bremsen MUSSTE).

2. Hälfte der 80er boomte das Radfahren in der DDR plötzlich, da gab
es m.W. neue Firmen in Nordhausen und irgendwo in Ostsachsen.

--
Viele Grüße, Thomas

Chr. Maercker

unread,
Oct 1, 2014, 7:24:17 AM10/1/14
to
Andre Eiger wrote:
[Wer MIFA fährt, ist Dresche wert
Wer MIFA lenkt, gehört aufgehängt]

> Ich habe den Eindruck, dass viele solcher Sprüche erst nach Ende der DDR
> erfunden wurden. Vielleicht fehlte mir auch einfach der Kontakt zur
> Fahrradszene.

Den ersten Spruch kenne ich seit den frühen 1970ern, den zweiten erst
seit wenigen Tagen.

> Das mit den Alu-Felgen hatte ich anders erlebt. Als Student hatte ich
> Ende 80er ein Sportrad von Diamant, das vor dem Wohnheim vor sich hin
> rottete, wieder instandgesetzt und dabei die Laufräder (für Drahtreifen)
> neu einspeichen müssen, die dann mehrere Jahre unauffällig blieben. Etwas
> Praxis mit dem Einspeichen hatte ich vorher in meiner "Benzinphase" mit
> Moped- und Motorradrädern gesammelt. Zu den zeitgenössischen
> Schlauchreifenfelgen kann ich jedoch nichts sagen.

Die damaligen Stahlfelgen hielten definitiv um Größenordnungen länger.
Pech nur, dass es die für 28 x 1 3/8 x 1 5/8 nicht (mehr) gab. Nur die
passten in den schmalen Rahmen/Gabel des Diamant Sport.

> Der mittlere Zustand des studentischen Fahrradfuhrparks war allerdings
> schon ein Symbol der Vergänglichkeit alles Irdischen, Laufräder
> inbegriffen.

Logo, bei dem damaligen Angebot, Ersatzteile inbegriffen. Mein altes
Diamant fuhr erst ordentlich, als ich es abgeschrieben hatte und so gut
wie nicht mehr gepflegt. ;-)

> Auch rückblickend finde ich die damaligen Alufelgen wirklich nicht
> schlecht, vor allem nachdem ich nach der Wende diese gruseligen
> verchromten Stahlfelgen mit Felgenbremse zu Gesicht bekommen habe.

Die billigen Stahlfelgen sind zwar beim Bremsen nur mit "ausreichend"
einzustufen, aber im Vergleich zu einstigem Alu-Schrott halten sie ewig.
Für das Diamant Topas, was ich Anno 1996 gekauft hatte, brauchte ich 15
Jahre lang nur zwei Laufradsätze. Das Hinterrad wurde nur zusammen mit
der Schaltnabe einmal getauscht. Heute sind natürlich die Straßen in
bessrem Zustand und ich fahre kaum noch auf "Radwegen", aber diese oder
jene Holperstrecke kommt schon noch vor. Alu-Felgen hätte ich im
gleichen Zeitraum mind. vier Sätze verschlissen, auf den damaligen
Straßen wären es 6..8 geworden.

> das für das Nassbremsverhalten bedeutet, habe ich später selbst erfahren,
> nachdem ich in Mainz völlig unbekümmert ein Klapp^WFaltrad mit einer
> solchen Kombination im örtlichen Fachhandel gekauft hatte.

Mit dem o.g. Rad gab es keine einzige brenzlige Situation wegen
mangelhafter Bremswirkung. Natürlich musste man mehr Druck auf den
Bremshebel bringen, aber das ist bei heutigen V-Brakes am Hinterrad
nicht anders, nur vorn geht es mit wesentlich weniger Kraft. Beim
Diamant Topas dürfte außerdem der Rücktritt von Vorteil gewesen sein,
weil dessen Bremswirkung nicht so wetterabhängig ist. Hattest Du vorn +
hinten Felgenbremsen?

>> Ansonsten Pedalbrüche, ein Kettenriss, ständige Probleme mit dem
>> Tretlager u.a.m. Das Tourenrad von Diamant muss deutlich besser gewesen
>> sein - und war folgerichtig so zut wie nie im DDR-Handel zu bekommen.

> Die Ketten waren ein Stück weit Glückssache. Ein Kommilitone hatte mal
> von der (einzigen) Produktionsstätte für Rollenketten berichtet: Der
> Härtevorgang war nicht vollautomatisiert und hing durchaus von der Kunst
> des Werkers ab. Und Importware hatte ich nie gesehen, für Fahrradketten
> wurden sicher keine Devisen eingesetzt.

Kaum. Und wenn, dann wurden Fahrradteile aus dem Osten eingekauft, wie
jene "Bananenschalen" aus Vietnam, die als Reifen angeboten wurden.

> Beim Tretlager (BSA, Keil) hatte ich bei der Aufrüstung zu 2 x 5 zum
> Doppelkettenblatt notwendigerweise auch eine längere Tretlagerwelle
> gekauft. Die war gewalzt statt gedreht. Bei den Keilen gab es auch eine
> Qualität, die nicht nach spanabhebender Fertigung aussah. An dieser Kombi
> musste ich dann nie mehr herumschrauben, wobei ich mir damals mangels
> Erfahrung gar nicht bewusst war, welches Ärgerpotential in diesem Antrieb
> schlummerte.

Das Problem mit meinem Tretlager habe ich seinerzeit mit einem
Schweißpunkt auf die kettenblattseitige Lagerschale gelöst. ;-)
die Tretlagerwellen waren übrigens ziemlich unkaputtbar, egal ob gedreht
oder geschmiedet. Ganz im Gegensatz zu einem Baumarkt-Rad, was ich
Anfang 1990er kurzzeitig hatte. Pechschwarzer Stahl(???), schon die
alten Kelten konnten besseren herstellen, sonst hätten ihnen die Römer
keine Schwerter abgekauft.

> Auf dem Lande 100 km von Rostock entfernt war ich mit meinem aufgebauten
> Rennrad irgendwie ein Alien. Das Image des Radfahrens war auf einem
> Tiefpunkt, obwohl durchaus noch mehr mit dem Rad gefahren wurde als heute.

Fahrräder galten spätestens ab den 1980ern als Arme-Leute-Vehikel,
ebenso wie schon lange vorher in der Alt-BRD.
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.

Chr. Maercker

unread,
Oct 1, 2014, 7:33:53 AM10/1/14
to
Thomas Wedekind wrote:
[Wer MIFA fährt, ist Dresche wert]
Wer MIFA lenkt, gehört aufgehängt]

> Doch, gab es, Zeitschiene 70er Jahre.

Vielleicht regionale Unterschiede.

>> Mein Diamant-Sport hatte leider mehr Pannen als das MIFA. Lag mit
>> an der Kilometerleistung, aber auch an den miserablen Alu-Felgen.
>> Von denen brauchte ich dank damaligem Straßenzustand etwa alle zwei
>> Jahre neue. Ansonsten Pedalbrüche, ein Kettenriss, ständige
>> Probleme mit dem Tretlager u.a.m.

> Alles bestens bekannt.

Es gab allerdings einige Teile, die hielten bei Produktion vor 1980
ewig, z.B. Rahmen, Gabel, Tretlagerachse, Laufradachsen oder Dynamo.

> Naja, Diamant sollte ja in den 70ern planmäßig abgewickelt werden,
> weil Ulbricht die Überlegenheit des Sozialismus auch damit
> demonstrieren wollte, dass man es in der DDR nicht mehr nötig hätte,
> Rad zu fahren. Das Diamant-Sport kam in den 80ern dann von Mifa.

Ach deshalb klagten zur selben Zeit die Fahrradhändler über diverse
Rahmenbrüche ...

Ich habe ca. 1983 ein zweites Diamant Sport erstanden, das hatte in der
Tat einige Bauteile und konstruktive Details, die eher für MiFa typisch
waren. Die Karre hat denn auch viel eher den Geist aufgegeben als ihr
Vorgänger von Anno 1972. Das fährt heute noch, allerdings nicht mehr in
meinem Rennstall. ;-)

> Allgemein kippte ca. Ende der 70er die Teilequalität in Richtung
> unbrauchbar (Felgen aus Kochtopf-Alu usw.), ich kann ein Liedchen von
> Ermüdungsbrüchen an allen möglichen Teilen singen (toll war: Ausbruch
> des Bowdenzug-Auges aus dem Handbremshebel, genau dann, wenn man
> bremsen MUSSTE).

Passt: Mein erstes Rad war Baujahr 1972. Der erste Satz Felgen war
1974/75 hinüber. Zu dieser Zeit war das zu einem gut Teil jugendlicher
Fahrweise geschuldet. Bei den späteren Felgen nicht mehr, da wusste ich
bereits, dass sie wie rohe Eier behandelt werden müssen.

> 2. Hälfte der 80er boomte das Radfahren in der DDR plötzlich, da gab
> es m.W. neue Firmen in Nordhausen und irgendwo in Ostsachsen.

??? Nie davon gehört. Einen wirklich Fahrrad-Boom habe ich in dieser
Zeit auch nicht bemerkt, allenfalls innerhalb der winzigen Öko-Szene der
DDR. Die zählte aber gegenüber der großen Masse nicht, die lieber'n
dickes Auto als 'n dicken Kopp haben wollte.

Bernhard Kraft

unread,
Oct 1, 2014, 8:11:47 AM10/1/14
to
Am 01.10.2014 00:51, schrieb Thomas Wedekind:
>
> 2. Hälfte der 80er boomte das Radfahren in der DDR plötzlich, da gab
> es m.W. neue Firmen in Nordhausen und irgendwo in Ostsachsen.
>

Bei der Suche nach Produktionsstätten in Ostsachsen bin ich auf dieses
Wiki gestoßen:

<http://ddr-fahrradwiki.bplaced.net/Fortschritt>

Message has been deleted

Chr. Maercker

unread,
Oct 1, 2014, 11:47:48 AM10/1/14
to
Ralf . K u s m i e r z wrote:
> Ein bi�chen Rohr, ein bi�chen Draht, fertig ist das Mifa-Rad...

Ah, eine Abwandlung des einstigen Hanomag-Spruchs aus Reichszeiten.

--


CU Chr. Maercker.

Chr. Maercker

unread,
Oct 1, 2014, 12:08:59 PM10/1/14
to
Bernhard Kraft wrote:
> Bei der Suche nach Produktionsstätten in Ostsachsen bin ich auf dieses
> Wiki gestoßen:
>
> <http://ddr-fahrradwiki.bplaced.net/Fortschritt>

Danke! Wenn die nur max. 26"-Räder gebaut haben, konnte ich sie kaum
kennen. So was bin ich nur in Ausnahmefällen gefahren.
Wahrscheinlich war das eine jener Ausgeburten von zwanghafter
Konsumgüter-Produktion durch Betriebe mit völlig anderer Ausrichtung,
die WIMRE um 1976 auf dem VIII. Parteitag der SED beschlossen wurde.

Thomas Wedekind

unread,
Oct 1, 2014, 3:05:24 PM10/1/14
to
Am Wed, 01 Oct 2014 13:33:53 +0200 schrieb "Chr. Maercker"
<Zwei...@gmx-topmail.de>:

> Einen wirklich Fahrrad-Boom habe ich in
> dieser Zeit auch nicht bemerkt, allenfalls innerhalb der winzigen
> Öko-Szene der DDR. Die zählte aber gegenüber der großen Masse
> nicht, die lieber'n dickes Auto als 'n dicken Kopp haben wollte.

In Thüringen hat man es gemerkt, wenn es auch ein Mini-Boom war. Die
SrV ergab für Jena von 1982 zu 87 immerhin eine Steigerung des
Fahrradanteils von 1,2 auf 1,8% (man sah bei der Fahrt durch die
Stadt ab und an auch mal neue Gesichter auf dem Rad, nicht jeden Tag
dieselben, wie in den Jahren vorher). Auf einer 50-km-Tour durch den
Landkreis konnte man einer Handvoll anderen Radfahrern (meist mit
neuen Fahrrädern) begegnen, was ein bedeutender Fortschritt war (in
den 70ern üblicherweise keinem einzigen). Die Jenaer Radläden hatten
nun eine Grundausstattung immer vorrätig (je ein Damen- und
Herrenmodell in 26 und 28 Zoll); was vorher da abging, hatte ich
hier mal geschrieben.



--
Viele Grüße, Thomas

green man

unread,
Oct 1, 2014, 3:50:05 PM10/1/14
to
"Chr. Maercker" <Zwei...@gmx-topmail.de> Wrote in message:
> Andre Eiger wrote:

> Die damaligen Stahlfelgen hielten definitiv um Gr��enordnungen l�nger.
> Pech nur, dass es die f�r 28 x 1 3/8 x 1 5/8 nicht (mehr) gab. Nur die
> passten in den schmalen Rahmen/Gabel des Diamant Sport.

Ja, die R�der auf'm Dorf hatten durchg�ngig Stahlfelgen und
Klotzbremse vorn.

>
>> Der mittlere Zustand des studentischen Fahrradfuhrparks war allerdings
>> schon ein Symbol der Verg�nglichkeit alles Irdischen, Laufr�der
>> inbegriffen.
>
> Logo, bei dem damaligen Angebot, Ersatzteile inbegriffen. Mein altes
> Diamant fuhr erst ordentlich, als ich es abgeschrieben hatte und so gut
> wie nicht mehr gepflegt. ;-)
>
Von Ersatzteilmangel kann ich eigentlich nicht berichten. Der
Zustand vieler Studentenr�der hatte nach meinem Gef�hl eher mit
mangelnder Wertsch�tzung zu tun. W�hrend der Regelstudienzeit von
viereinhalb Jahren wurde keine Wartungseinheit investiert.
Die Qual der Wahl bei Fahrradersatzteilen beschr�nkte sich
allerdings meist auf nehmen oder nicht nehmen, z.B. gab es nur
genau das eine R�cklichtmodell, das gerade in Ruhla in Produktion
war.
Innovationen gab es nach meiner Beobachtung kaum. Mir ist einzig
der Speichendynamo Ende 80er aufgefallen.

>> das f�r das Nassbremsverhalten bedeutet, habe ich sp�ter selbst erfahren,
>> nachdem ich in Mainz v�llig unbek�mmert ein Klapp^WFaltrad mit einer
>> solchen Kombination im �rtlichen Fachhandel gekauft hatte.
>
> Mit dem o.g. Rad gab es keine einzige brenzlige Situation wegen
> mangelhafter Bremswirkung. Nat�rlich musste man mehr Druck auf den
> Bremshebel bringen, aber das ist bei heutigen V-Brakes am Hinterrad
> nicht anders, nur vorn geht es mit wesentlich weniger Kraft. Beim
> Diamant Topas d�rfte au�erdem der R�cktritt von Vorteil gewesen sein,
> weil dessen Bremswirkung nicht so wetterabh�ngig ist. Hattest Du vorn +
> hinten Felgenbremsen?

Das Faltrad war irgendein englischer Hersteller. R�cktrittbremse
in Dreigangnabe und schlabbrige Felgenbremse vorn. Die Scharniere
mit Schnellverschluss hatten schnell ein gewaltiges Spiel
entwickelt. Mehr als den Hund ausf�hren ist mit diesem Teil
gewagt.

>

> die Tretlagerwellen waren �brigens ziemlich unkaputtbar, egal ob gedreht
> oder geschmiedet. Ganz im Gegensatz zu einem Baumarkt-Rad, was ich
> Anfang 1990er kurzzeitig hatte. Pechschwarzer Stahl(???), schon die
> alten Kelten konnten besseren herstellen, sonst h�tten ihnen die R�mer
> keine Schwerter abgekauft.

Mit den Keilen hatte ich mehr Trouble. Lag aber auch an fehlender
Fachkenntniss.


Andre

Jürgen Stadermann

unread,
Oct 2, 2014, 4:38:46 AM10/2/14
to
Ich finde es sehr schade, das ᅵber Mifa hier so abwertend geschrieben wird.
Habe mir vor ca. 15 Jahren ein Germatec GT 4 gekauft.
Neben dem tᅵgl. Gebrauch habe ich mit diesem Rad viele Fernradtouren
gefahren.
Jeweils von einem Jahr auf das andere immer in einer Woche:
Den Saaleradweg,
von Prag die Moldau und Elbe bis Magdeburg
von der Neiᅵequelle bis zum Oderhaff,
von Swinemᅵnde bis nach Lᅵbeck,
von Passau bis nach Budapest,
von der Spreequelle bis nach Berlin
und in diesem Jahr Leinetal zur Unstrut, sollte dann weiter ᅵber Wettin,
Ascherslebe Blankenburg Wernigerrode Hornburg nach Braunschweig.
Muᅵte leider wegen Sturz abgebrochen werden.
Das Germatec GT4 hat mich NIE im Stich gelassen !!!
Das ich dann mal den vorderen und hinteren Zahnkranz gewechselt habe
muss ja wohl als Verschleiᅵ gesehen werden.
Durch Dreck und Matsch sind wir gefahren!
Da musste ich mir von einem sogenannten Radprofi-Laden hier in BS
anhᅵren, ich solle statt neuem Zahnkranz mir bei REAL gleich ein neues
MIFA kaufen.
Dieser "Profi" war so schlecht in seinem kᅵnnen,dass der mich nie wieder
sieht.
Ja der verkauft Kalkhoffrᅵder und meint wohl die sind absolute Qualitᅵt.
Dem habe ich erzᅵhlt, dass es nur wenige Radrahmenhersteller gibt, die
ihre Rahmen an die verschiedensten Radhersteller liefern, diese die
Rahmen farblich passend dann spritzen und als ihre Qualitᅵt verkaufen.
Das hatte den ᅵberhaupt nicht gepasst
Also, mein Germatec GT4 ist ein Stᅵck von mir geworden, das geb ich
nicht mehr her.
Sauber verarbeiteter (schᅵn leichter) Alurahmen,
Markenschaltung und Tretlager,
Marken-V-Brake-Bremsen,
Alufelgen,bis heute keine acht drin und auch kein sonstiges ᅵrgernis damit.
Nirostaschutzbleche
Zugegeben,bei dem jetzigen Sturz ist mir die Federgabel (Markenartikel)
entzweigegangen. Federung defekt.
ᅵber REAL-Braunschweig bei MIFA innerhalb sehr kurzer Zeit eine
Markenfedergabel -die auch farblich hervorragend passt- bekommen; fᅵr
Rad mehr als 15 Jahre alt.
Federgabel und Reparatur fᅵr 50,- EUR.

Nun hᅵrt auf diese Marke schlecht zureden!
Da soll mal so manches "Markenrad" das erst mal hinter sich bringen.
Die sogenannten Fachhᅵndler machen MIFA schlecht, weil es daran nichts
zu verdienen gibt; mein Eindruck.
Und was ich mit dem Fachhᅵndler Radprofi hier in BS erlebt habe, ist mit
der Werkstatt bei REAL nicht zu vergleichen.
Ich hoffe dass MIFA irgendwie wieder auf die Beine kommt.

So, wem dieses Statement nicht passt, kann sich ja jetzt mit gekonnter
Intelligenz austoben.

Jᅵrgen





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Chr. Maercker

unread,
Oct 2, 2014, 7:24:17 AM10/2/14
to
green man wrote:
> Ja, die Räder auf'm Dorf hatten durchgängig Stahlfelgen und
> Klotzbremse vorn.

Stimmt, das war einer der deutlichsten Unterschiede in der Ausrüstung
von Diamant- und MIFA-Rädern. Mindestens bis 1960er, wahrscheinlich länger.

> Von Ersatzteilmangel kann ich eigentlich nicht berichten.

Oh doch: Selbst Pedalkeile waren zeitweise Mangelware, ebenso
Kettenblätter u.v.a.m. Manchmal musste ich wochenlang auf mein Rad
warten, weil selbst meine Werkstatt nicht alle Teile bekam.
Fahrradwerkstätten waren oft noch kleine Privatbuden, die wurden bei
Materialversorgung besonders geschnitten.
Ab Ende 1970er hatte ich aber so viele Ersatzteile gehortet, dass ich
kaum noch welche kaufen brauchte. Die letzten habe ich vor zwei Jahren
mit meinem 1972er Diamant abgegeben. ;-)

> Zustand vieler Studentenräder hatte nach meinem Gefühl eher mit
> mangelnder Wertschätzung zu tun. Während der Regelstudienzeit von
> viereinhalb Jahren wurde keine Wartungseinheit investiert.

War vielleicht besser so: wie gesagt, mein Rad hat mir regemäßige
Wartung ebenso regemläßig mit Pannen gedankt.

> Die Qual der Wahl bei Fahrradersatzteilen beschränkte sich
> allerdings meist auf nehmen oder nicht nehmen, z.B. gab es nur
> genau das eine Rücklichtmodell, das gerade in Ruhla in Produktion
> war.

Ebent. Wer zuverlässige Beleuchtung haben wollte, musste
a) Lampen aus den 1950ern auftreiben
b) die Dynamoleistung irgendwie drosseln (*) und
c) ordentliche Litze aus dem Elektrobedarf verlegen

(*) damals entweder mit leistungsstarken Z-Dioden oder mit
Vorwiderständen. Ich habe schließlich letzteres bevorzugt, weil mir
selbst gekühlte 1A-Z-Dioden regelmäßig durchgebrannt sind.

> Innovationen gab es nach meiner Beobachtung kaum. Mir ist einzig
> der Speichendynamo Ende 80er aufgefallen.

Abgesehen von der ab Ende 1960er angebotenen "Elektrik" ab, die diesen
Namen mit Ausnahme des Dynamos nicht mehr verdiente.

>> Mit dem o.g. Rad gab es keine einzige brenzlige Situation wegen
>> mangelhafter Bremswirkung. Natürlich musste man mehr Druck auf den
>> Bremshebel bringen, aber das ist bei heutigen V-Brakes am Hinterrad
>> nicht anders, nur vorn geht es mit wesentlich weniger Kraft. Beim
>> Diamant Topas dürfte außerdem der Rücktritt von Vorteil gewesen sein,
>> weil dessen Bremswirkung nicht so wetterabhängig ist. Hattest Du vorn +
>> hinten Felgenbremsen?

> Das Faltrad war irgendein englischer Hersteller. Rücktrittbremse
> in Dreigangnabe und schlabbrige Felgenbremse vorn. Die Scharniere
> mit Schnellverschluss hatten schnell ein gewaltiges Spiel
> entwickelt. Mehr als den Hund ausführen ist mit diesem Teil
> gewagt.

OK, dann war die Karre schlechter als das Faltrad von MIFA. ;-)
Das war vor allem eins: schwerfällig.

>> die Tretlagerwellen waren übrigens ziemlich unkaputtbar, egal ob gedreht
>> oder geschmiedet. Ganz im Gegensatz zu einem Baumarkt-Rad, was ich
>> Anfang 1990er kurzzeitig hatte. Pechschwarzer Stahl(???), schon die
>> alten Kelten konnten besseren herstellen, sonst hätten ihnen die Römer
>> keine Schwerter abgekauft.

> Mit den Keilen hatte ich mehr Trouble. Lag aber auch an fehlender
> Fachkenntniss.

Dito bei mir. Deshalb kann ich mich so gut dran erinnern, dass es
seinerzeit keine im Handel gab. ;-)

Bernd Ullrich

unread,
Oct 2, 2014, 9:36:28 AM10/2/14
to
Am 02.10.2014 um 13:24 schrieb Chr. Maercker:
> green man wrote:
>> Ja, die R�der auf'm Dorf hatten durchg�ngig Stahlfelgen und
>> Klotzbremse vorn.
>
> Stimmt, das war einer der deutlichsten Unterschiede in der Ausr�stung
> von Diamant- und MIFA-R�dern. Mindestens bis 1960er, wahrscheinlich l�nger.
>
>> Von Ersatzteilmangel kann ich eigentlich nicht berichten.
>
> Oh doch: Selbst Pedalkeile waren zeitweise Mangelware,

Wie hast du fertiggebracht dieses Eisenzeug zu schlachten?


> ebenso
> Kettenbl�tter u.v.a.m. Manchmal musste ich wochenlang auf mein Rad
> warten, weil selbst meine Werkstatt nicht alle Teile bekam.

Mein Rad hat damals wie heute keine Werkstatt von innen gesehen.

> Fahrradwerkst�tten waren oft noch kleine Privatbuden, die wurden bei
> Materialversorgung besonders geschnitten.
> Ab Ende 1970er hatte ich aber so viele Ersatzteile gehortet, dass ich
> kaum noch welche kaufen brauchte. Die letzten habe ich vor zwei Jahren
> mit meinem 1972er Diamant abgegeben. ;-)
>
>> Zustand vieler Studentenr�der hatte nach meinem Gef�hl eher mit
>> mangelnder Wertsch�tzung zu tun. W�hrend der Regelstudienzeit von
>> viereinhalb Jahren wurde keine Wartungseinheit investiert.
--------------------------------------
> War vielleicht besser so: wie gesagt, mein Rad hat mir regem��ige
> Wartung ebenso regeml��ig mit Pannen gedankt.

Villeleichtht hast du 4 linke H�nde?

BU

Gerald E:scher

unread,
Oct 2, 2014, 10:32:13 AM10/2/14
to
Am 02.10.14 um 11:03 stänkerte w-buechs...@web.de:
>
> Am Donnerstag, 2. Oktober 2014 10:38:46 UTC+2 schrieb Jürgen
> Stadermann:
>
>> Ich finde es sehr schade, das ï¿oeber Mifa hier so abwertend
>> geschrieben wird.
>
> ...was aber nicht weiter wundert. Die Räder sind schon allein
> aufgrund ihres Verkaufspreises (nicht 4stellig) nicht
> d.r.f.-Regular-konform und MÜSSEN daher abgewertet werden, egal ob
> eigene Erfahrungen damit vorliegen oder nicht.

Die Leute, die hier eben über Mifa lästern sind allesamt in der Zone
aufgewachsen und beziehen sich auf deren Räder aus DDR-Zeiten.


--
Gerald

| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ |
| Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de |

Joerg

unread,
Oct 2, 2014, 1:23:45 PM10/2/14
to
w-buechs...@web.de wrote:
> X-No-archive: Yes
>
> Am Donnerstag, 2. Oktober 2014 10:38:46 UTC+2 schrieb J�rgen
> Stadermann:
>
>> Ich finde es sehr schade, das �oeber Mifa hier so abwertend
>> geschrieben wird.
>
> ...was aber nicht weiter wundert. Die R�der sind schon allein
> aufgrund ihres Verkaufspreises (nicht 4stellig) nicht
> d.r.f.-Regular-konform und M�SSEN daher abgewertet werden, egal ob
> eigene Erfahrungen damit vorliegen oder nicht.


ROFL! Volltreffer, der war echt gut.

Falls Mifa Export-Fahrraeder fuer Quelle und Neckermann gebaut hat, die
waren wirklich nicht schlecht. Ich hatte so ein 26" Rad der Hausmarke
als Kind. Ok, irgendwann ratschte die Ruecktrittnabe durch, aber bis
dahin hatte ich das Dingen schon jahrelang ueber Motocross
Trainingspisten gepruegelt. Mit Spruengen, Crashes und allem.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

Sepp Ruf

unread,
Oct 2, 2014, 3:56:24 PM10/2/14
to
Am 02.10.2014 schrieb Gerald E:scher:
> Am 02.10.14 um 11:03 stᅵnkerte w-buechs...@web.de:
>> Am 2. Oktober 2014 10:38:46 UTC+2 schrieb Jᅵrgen Stadermann:
>>
>>> Ich finde es sehr schade, das ᅵoeber Mifa hier so abwertend
>>> geschrieben wird.

Ich finde es nur schade, dass nicht auch Maschmeyer die Luxusuhr gepfaendet
wurde.

>> ...was aber nicht weiter wundert. Die Rᅵder sind schon allein
>> aufgrund ihres Verkaufspreises (nicht 4stellig) nicht
>> d.r.f.-Regular-konform und MᅵSSEN daher abgewertet werden, egal ob
>> eigene Erfahrungen damit vorliegen oder nicht.
>
> Die Leute, die hier eben ᅵber Mifa lᅵstern sind allesamt in der Zone
> aufgewachsen und beziehen sich auf deren Rᅵder aus DDR-Zeiten.

Genau, danach gab es dank Marktwirtschaft Alternativen. Damals, vor Merkel.

--
"Affen wollen Nuesse."

Thomas Wedekind

unread,
Oct 3, 2014, 4:40:26 AM10/3/14
to
Am Thu, 02 Oct 2014 10:23:45 -0700 schrieb Joerg
<ne...@analogconsultants.com>:

> Falls Mifa Export-Fahrraeder fuer Quelle und Neckermann gebaut hat,
> die waren wirklich nicht schlecht. Ich hatte so ein 26" Rad der
> Hausmarke als Kind. Ok, irgendwann ratschte die Ruecktrittnabe
> durch, aber bis dahin hatte ich das Dingen schon jahrelang ueber
> Motocross Trainingspisten gepruegelt. Mit Spruengen, Crashes und
> allem.

Sollte nicht verwundern, weil Mifa noch bis kurz vor der Wende solide
Vorkriegsware praktisch 1:1 nachgebaut hat (sogar selten noch in
Schwarz mit weißen Zierlinien). Mitte der 80er gab es selten noch
Glocken-Tretlager ab Werk, nur von der Gestänge-Handbremse hat man
sich wohl schon relativ früh verabschiedet (die bremste wenigstens
noch brauchbar, die Stempelbremse mit Seilzug war ein Witz dagegen).

Ich denke auch, dass man mit einem groß übersetzten Antrieb ohne
Schaltung (das 28er Diamant-Sport hatte 48:18 Zähne, die Mifas WIMRE
46:20) schlicht und einfach nicht so viele Kräfte in das Fahrrad
einleitet, so dass etliche Schäden kaum auftreten. Ein körperlich
sehr stabiler Bekannter fuhr z.B. viele Jahre unauffällig ein
Diamant-Sport, hatte aber nach der Wende Hinterbaubrüche in Serie,
nachdem er eine Trekking-Gangschaltung bis herunter zur 1:1-
Übersetzung angebaut hatte.

--
Viele Grüße, Thomas

Harald Meyer

unread,
Oct 3, 2014, 5:38:44 AM10/3/14
to
Am 02.10.2014 15:36:28 +0200 meinte Bernd Ullrich:

>Am 02.10.2014 um 13:24 schrieb Chr. Maercker:
>> green man wrote:
>>> Ja, die R�der auf'm Dorf hatten durchg�ngig Stahlfelgen und
>>> Klotzbremse vorn.
>>
>> Stimmt, das war einer der deutlichsten Unterschiede in der Ausr�stung
>> von Diamant- und MIFA-R�dern. Mindestens bis 1960er, wahrscheinlich l�nger.
>>
>>> Von Ersatzteilmangel kann ich eigentlich nicht berichten.
>>
>> Oh doch: Selbst Pedalkeile waren zeitweise Mangelware,
>
>Wie hast du fertiggebracht dieses Eisenzeug zu schlachten?
>
Vor allem:
Wie hat es der technisch hochbegabte Nixmaercker nur fertiggebracht,
Pedalen mit *Keilen* an den Kurbelarmen zu befestigen? DDR-Folklore?

Staunende Gr��e -Harald-

--
Warum wird eigentlich zunehmend das gute Usenetprinzip "Keiner hat
Anspruch darauf, von jedem gelesen zu werden." in Richtung "Ich darf
jeden Bl�dfug schreiben, weil's eh ja keiner Lesen *mu�*" mi�braucht?
[*Ulrich F. Heidenreich in hamster.de.talk*]

Harald Meyer

unread,
Oct 3, 2014, 6:01:35 AM10/3/14
to
[Umbruchlosen Guugelm�ll etwas aufger�umt]

Am 02.10.2014 02:03:56 -0700 (PDT) meinte w-buechs...@web.de:
>
>Am Donnerstag, 2. Oktober 2014 10:38:46 UTC+2 schrieb J�rgen Stadermann:
>
>> Ich finde es sehr schade, das �oeber Mifa hier so abwertend geschrieben wird.
>
>...was aber nicht weiter wundert. Die R�der sind schon allein aufgrund ihres
>Verkaufspreises (nicht 4stellig) nicht d.r.f.-Regular-konform und M�SSEN daher
>abgewertet werden, egal ob eigene Erfahrungen damit vorliegen oder nicht.

... was bei ahnungslosen und lernresistenten Usenet-Arschl�chern, wie
z.B. W. B�xenschiss, nicht weiter wundert, ist das vorurteilsbeladene
D�npfiffgelaber, welches l�genderwaise als Faktum gepostet wird.

Beste Gr��e -Harald-

Andre Eiger

unread,
Oct 3, 2014, 6:27:40 AM10/3/14
to
Am Thu, 02 Oct 2014 10:23:45 -0700 schrieb Joerg:

> w-buechs...@web.de wrote:
>> X-No-archive: Yes
>>
>> Am Donnerstag, 2. Oktober 2014 10:38:46 UTC+2 schrieb Jürgen
>> Stadermann:
>>
>>> Ich finde es sehr schade, das ï¿oeber Mifa hier so abwertend
>>> geschrieben wird.
>>
>> ...was aber nicht weiter wundert. Die Räder sind schon allein aufgrund
>> ihres Verkaufspreises (nicht 4stellig) nicht d.r.f.-Regular-konform und
>> MÜSSEN daher abgewertet werden, egal ob eigene Erfahrungen damit
>> vorliegen oder nicht.
>
>
> ROFL! Volltreffer, der war echt gut.
>
> Falls Mifa Export-Fahrraeder fuer Quelle und Neckermann gebaut hat, die
> waren wirklich nicht schlecht. Ich hatte so ein 26" Rad der Hausmarke
> als Kind. Ok, irgendwann ratschte die Ruecktrittnabe durch, aber bis
> dahin hatte ich das Dingen schon jahrelang ueber Motocross
> Trainingspisten gepruegelt. Mit Spruengen, Crashes und allem.

Nee, was mit DDR zu tun hat, MUSS abgewertet werden. Selbst wenn sich
etwas positiv anhört, muss es mindestens durch irgendeinen Nachsatz
relativiert werden. Das gehört zur aktuellen political correctness.
Message has been deleted

Daniel Seuthe

unread,
Oct 3, 2014, 12:01:07 PM10/3/14
to
Frank M�ller schrieb:
> "Wer MIFA f�hrt, ist Dresche wert."

Ich kenne nur: �Wer MIFA f�hrt, f�hrt nie verkehrt, weil MIFA �berhaupt nicht f�hrt�

Daniel
--
http://seuthe.org

Joerg

unread,
Oct 3, 2014, 12:32:47 PM10/3/14
to
Da gab es schon robuste Sachen. In der Kueche haengt ein Barometer "Made
in GDR" und in meinem Labor gibt es Netzteile "Made in USSR". Die
funktionieren selbst im Lande des Klassenfeindes sehr schoen. Ok, eines
der Russennetzteile hat inzwischen die spektakulaere Abrauche hingelegt,
kann mal passieren.

Sogar einige Trabbis sind bis Amerika vorgedrungen:

http://www.youtube.com/watch?v=v87C4d4l4kI
http://www.youtube.com/watch?v=ijlf3gbtNcc
http://www.youtube.com/watch?v=l3NF4xRfG3M

Roland Vitt

unread,
Oct 3, 2014, 7:09:10 PM10/3/14
to
Am 03.10.2014 18:32, schrieb Joerg:

DU halte die Fuesse still. hier ist Usenet, .de Usenet, keiner hier will
nach US Rules leben, also schlucks runter und fertig!

Deine Kunden möchten dies nicht wissen, ebenso wenig wie WIR User, ok!
Danke!

RV

Harald Meyer

unread,
Oct 4, 2014, 4:34:02 AM10/4/14
to
Am 04.10.2014 01:09:10 +0200 frankberkelte Roland Vitt:

>Am 03.10.2014 18:32, schrieb Joerg:
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Die Introduction konntest du dir sparen! Wenn kein Wort des Vorposters
zitiert wird, ist das f�llich sinnfrei u. da das Nachstehende und hier
Untergeschobene nicht vom US-Troll stammt, ist das Zitatf�lschung. :-(
Lerne dringend usenet�bliches Posten!
>
>DU halte die Fuesse still. hier ist Usenet, .de Usenet, keiner hier will
>nach US Rules leben, also schlucks runter und fertig!
>
Lerne du Flachpfeife erst einmal nach im deutschen Usenet �blichen
Regeln zu posten, bevor du hier den Allwissenden mackierst. :-P

>Deine Kunden m�chten dies nicht wissen, ebenso wenig wie WIR User, ok!

Da ist gar nix ok, du Dummd�del! Seit wann spricht ein unwissender
NG-Newbie nicht nur f�r eine NG, sondern f�rs gesamte .de-Usenet?

Halte DU lieber deine Finger von der Tastatur fern, bevor du hier
wieder den erbrochenen Rotz eines Gr��enwahnsinnigen abkotzt. Danke.

Gerald E:scher

unread,
Oct 4, 2014, 4:21:22 PM10/4/14
to
Am 04.10.14 um 01:09 schrieb Roland Vitt:
> Am 03.10.2014 18:32, schrieb Joerg:
>
> DU halte die Fuesse still. hier ist Usenet, .de Usenet, keiner hier will
> nach US Rules leben, also schlucks runter und fertig!

Welches Zeug auch immer du letzte Nacht genommen hast, lass es bleiben,
es tut dir wirklich nicht gut.

Roland Vitt

unread,
Oct 4, 2014, 7:00:26 PM10/4/14
to
Hi

Am 04.10.2014 22:21, schrieb Gerald E:scher:
> Am 04.10.14 um 01:09 schrieb Roland Vitt:
>> Am 03.10.2014 18:32, schrieb Joerg:
>>
>> DU halte die Fuesse still. hier ist Usenet, .de Usenet, keiner hier will
>> nach US Rules leben, also schlucks runter und fertig!
>
> Welches Zeug auch immer du letzte Nacht genommen hast, lass es bleiben,
> es tut dir wirklich nicht gut.
>

Da isses ja wieder, so langsam finde ich es etwas komisch. Du haeltst
"normale" Radfahrer also als NG-Cop fern, ok, kann man ja ueber Jahre
nachlesen, ist dies sinnvoll? Musst DU wissen.

RV

BTW: Alles ok bei Dir?
Message has been deleted

Chr. Maercker

unread,
Oct 6, 2014, 7:19:12 AM10/6/14
to
Bernd Ullrich wrote:
[Pedalkeile]
> Wie hast du fertiggebracht dieses Eisenzeug zu schlachten?

�berhaupt kein Problem:
1. M�glichkeit: Mutter fest ziehen. Schon mit durchschnittlichem
(jugendlichen) Kraftaufwand l�sst sich das Gewinde problemlos abscheren.

2. M�glichkeit: festsitzenden Keil mittels Hammer aus der Bohrung
bef�rdern, nachdem die gleiche �bung unter Zuhilfenahme von Hartholz
oder Metallstift, um das Gewinde zu schonen, hoffnungslos gescheitert ist

Keile mit verbogenem Gewinde habe ich auch schon gesehen.

> Mein Rad hat damals wie heute keine Werkstatt von innen gesehen.

Meine auch nur selten. Wobei Fahrr�der auch deutlich komplexer geworden
sind ...

> Villeleichtht hast du 4 linke H�nde?

Zugegeben, ich bin kein Handwerk-Genie und obendrein 100% Autodidakt,
was Fahrrad-Reparaturen betrifft. Etliches ist mir trotzdem gelungen. An
Schaltnaben habe ich mich z.B. bisher nicht herangewagt, da respektiere
ich (bisher) meine Grenzen. Die alten Torpedos habe ich aber erfolgreich
zerlegt und zusammengebaut.
--


CU Chr. Maercker.

Chr. Maercker

unread,
Oct 6, 2014, 7:23:27 AM10/6/14
to
Gerald E:scher wrote:
> Die Leute, die hier eben ᅵber Mifa lᅵstern sind allesamt in der Zone
> aufgewachsen und beziehen sich auf deren Rᅵder aus DDR-Zeiten.

Das wage ich zu bezweifeln und zwar deswegen, weil ich mich vor einigen
Jahren ᅵber die damals relativ neu angelaufene Produktion von MIFA
hierzugroups erkundigt hatte. Die schon damals nicht eben begeisternden
Produktkritiken stammten WIMRE beileibe nicht nur von ehem.
DDR-Insassen. Sie wurden vor allem anhand von Webseiten, auf denen
genauere Spezifikationen von MIFA-Fahrrᅵdern zu finden waren, abgegeben.

Chr. Maercker

unread,
Oct 6, 2014, 7:27:53 AM10/6/14
to
Joerg wrote:
> Falls Mifa Export-Fahrraeder fuer Quelle und Neckermann gebaut hat, die
> waren wirklich nicht schlecht.

Wobei es mich nicht wundern w�rde, wenn deren Exportversionen
irgendwelche "Sollbruchstellen" aka bestellte Schwachstellen gehabt
h�tten. Wie schon geschrieben, derartige Bestellungen von westw�rts muss
es gegeben haben. Das war kein DDR-internes Ger�cht, sondern ging wohl
irgendwann mal bei ARD/ZDF auf Sendung.

> Ich hatte so ein 26" Rad der Hausmarke
> als Kind. Ok, irgendwann ratschte die Ruecktrittnabe durch, aber bis
> dahin hatte ich das Dingen schon jahrelang ueber Motocross
> Trainingspisten gepruegelt. Mit Spruengen, Crashes und allem.

Bei solcher Behandlung sehe ich dem R�cktritt den Ausfall nach. Ich habe
in ca. 20 DDR-Fahrrad-Jahren einen einzigen kaputt oder besser
verschlissen bekommen. Dessen Belag war so weit runter, dass selbst
�l/Fett nicht mehr viel half, der blockierte fast nur noch. ;-)

Chr. Maercker

unread,
Oct 6, 2014, 7:29:59 AM10/6/14
to
Andre Eiger wrote:
> Nee, was mit DDR zu tun hat, MUSS abgewertet werden. Selbst wenn sich
> etwas positiv anhört, muss es mindestens durch irgendeinen Nachsatz
> relativiert werden. Das gehört zur aktuellen political correctness.
^^^^^^^^^
Nee, das war zu DDR-Zeiten fast noch schlimmer. Nur eben DDR-intern und
nicht von Leuten, die nicht recht wissen, wovon sie reden.

Chr. Maercker

unread,
Oct 6, 2014, 7:36:43 AM10/6/14
to
w-buechs...@web.de wrote:
> Es w�rde sich mancher (der damals nicht noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum gezogen ist) wundern, was vor der Wende an in der DDR produzierten Waren hierzulande als Qualit�tsprodukt unter West-Label verkauft wurde. Da sind Fahrradrahmen wohl eher die Spitze des Eisbergs.

*Damals* in der DDR habe ich das auch nicht geglaubt und zwar aus einem
ganz einfachen Grund: Betriebe, die keine Konkurrenz haben, k�nnen sich
jeden Murks leisten, andere nicht. Auf die Idee, es k�nnte sich lohnen,
*absichtlich* Mist zu produzieren, w�re ich damals nicht gekommen. Eine
pervertierte Pseudowissenschaft namens "Betriebswirtschaft" spielte in
der DDR eine eher untergeordnete Rolle bzw. sie wurde nicht streng von
Volkswirtschaft getrennt. Der Gedanke, gesellschaftssch�digende
Wirtschaftsweise k�nnte sich f�r einzelne Betriebe lohnen, war damals
kein Thema bzw. galt nur f�r den Kapitalismus.

Chr. Maercker

unread,
Oct 6, 2014, 7:41:43 AM10/6/14
to
Joerg wrote:
> Da gab es schon robuste Sachen.

ACK, das meiste davon waren weiterentwickelte Gerätschaften aus dem
Reich. Wobei die Originale, von denen etliche noch in Betrieb waren,
schon Maßstäbe setzten. Die Russen haben davon übrigens auch etliches
nachgebaut, teilweise allerdings in erschreckender Fertingungs-Qualität:

> in GDR" und in meinem Labor gibt es Netzteile "Made in USSR".

evtl. hast Du da ein Gerät aus der Rüstungsproduktion erwischt? Das war
in der UdSSR ein völlig getrennter Sektor, die Trennung Zivil - Militär
muss dort noch viel stärker ausgeprägt gewesen sein als im übrigen
Ostblock. Russische Militärtechnik war robust, daran gips wenig zu
deuteln, egal ob Funkgeräte oder Kalaschnikow.

Christoph Strauch

unread,
Oct 6, 2014, 8:15:11 AM10/6/14
to
On Monday, October 6, 2014 1:36:43 PM UTC+2, Chr. Maercker wrote:
> w-buechs...@web.de wrote:
>
> > Es würde sich mancher (der damals nicht noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum gezogen ist) wundern, was vor der Wende an in der DDR produzierten Waren hierzulande als Qualitätsprodukt unter West-Label verkauft wurde. Da sind Fahrradrahmen wohl eher die Spitze des Eisbergs.
>
> *Damals* in der DDR habe ich das auch nicht geglaubt und zwar aus einem
> ganz einfachen Grund: Betriebe, die keine Konkurrenz haben, können sich
> jeden Murks leisten, andere nicht. Auf die Idee, es könnte sich lohnen,
> *absichtlich* Mist zu produzieren, wäre ich damals nicht gekommen.

Diese Idee ist auch so absurd, dass du sie schnellstens vergessen solltest.

Gerald E:scher

unread,
Oct 6, 2014, 10:32:01 AM10/6/14
to
Am 06.10.14 um 13:23 schrieb Chr. Maercker:
> Gerald E:scher wrote:
>> Die Leute, die hier eben über Mifa lästern sind allesamt in der Zone
>> aufgewachsen und beziehen sich auf deren Räder aus DDR-Zeiten.
>
> Das wage ich zu bezweifeln

Welcher "Wessie" hat denn gelästert?

> und zwar deswegen, weil ich mich vor einigen
> Jahren

Nicht vor einigen Jahren, mit "eben" bezog ich mich auf diesen Thread.

Gerald E:scher

unread,
Oct 6, 2014, 10:44:59 AM10/6/14
to
Am 06.10.14 um 14:15 schrieb Christoph Strauch:
> On Monday, October 6, 2014 1:36:43 PM UTC+2, Chr. Maercker wrote:
>>
>> *Damals* in der DDR habe ich das auch nicht geglaubt und zwar aus einem
>> ganz einfachen Grund: Betriebe, die keine Konkurrenz haben, kᅵnnen sich
>> jeden Murks leisten, andere nicht. Auf die Idee, es kᅵnnte sich lohnen,
>> *absichtlich* Mist zu produzieren, wᅵre ich damals nicht gekommen.
>
> Diese Idee ist auch so absurd, dass du sie schnellstens vergessen solltest.

Noch nie von geplanter Obsoleszenz gehᅵrt?
https://de.wikipedia.org/wiki/Geplante_Obsoleszenz

Joerg

unread,
Oct 6, 2014, 10:50:47 AM10/6/14
to
Muss wohl. Ist alles tropenfest vergossen drin, haufenweise QS-Stempel
in den Heftchen, Hinweise bei Betrieb unter 40C und so weiter.

Chr. Maercker

unread,
Oct 6, 2014, 11:03:32 AM10/6/14
to
Christoph Strauch wrote:
> Diese Idee ist auch so absurd, dass du sie schnellstens vergessen solltest.

Meine Idee isses nicht. Und ich w�re sehr froh, wenn ich sie vergessen
*k�nnte*. Dann m�sste das Angebot gew�hnlicher Einzelhandelsketten aber
sehr anders aussehen ...
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue F�chse fahren Fahrbahn.

Christoph Strauch

unread,
Oct 6, 2014, 11:47:47 AM10/6/14
to
On Monday, October 6, 2014 4:44:59 PM UTC+2, Gerald E:scher wrote:
> Am 06.10.14 um 14:15 schrieb Christoph Strauch:
> > On Monday, October 6, 2014 1:36:43 PM UTC+2, Chr. Maercker wrote:
>
> >> *Damals* in der DDR habe ich das auch nicht geglaubt und zwar aus einem
> >> ganz einfachen Grund: Betriebe, die keine Konkurrenz haben, kï¿oennen sich
> >> jeden Murks leisten, andere nicht. Auf die Idee, es kï¿oennte sich lohnen,
> >> *absichtlich* Mist zu produzieren, wï¿oere ich damals nicht gekommen.
>
> > Diese Idee ist auch so absurd, dass du sie schnellstens vergessen solltest.
>
> Noch nie von geplanter Obsoleszenz gehört?
>
> https://de.wikipedia.org/wiki/Geplante_Obsoleszenz

Doch, genau das meinte ich mit absurd.

Christoph Strauch

unread,
Oct 6, 2014, 11:51:13 AM10/6/14
to
On Monday, October 6, 2014 5:03:32 PM UTC+2, Chr. Maercker wrote:
> Christoph Strauch wrote:
>
> > Diese Idee ist auch so absurd, dass du sie schnellstens vergessen solltest.
>
> Meine Idee isses nicht.

Das weiß ich, du vertrittst diese These aber recht häufig in drf.

> Und ich ware sehr froh, wenn ich sie vergessen
> *könnte*. Dann müsste das Angebot gewöhnlicher Einzelhandelsketten aber
> sehr anders aussehen ...

Dass es viel Müll zu kaufen gibt, ist bekannt....
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Chr. Maercker

unread,
Oct 7, 2014, 7:36:25 AM10/7/14
to
Christoph Strauch wrote:
[Verkauf von Billigschrott lohnt sich betriebswirtschaftlich]
> Das wei� ich, du vertrittst diese These aber recht h�ufig in drf.

Es gibt halt einige gut nachvollziehbare Gr�nde zuviel, die daf�r sprechen.

> Dass es viel M�ll zu kaufen gibt, ist bekannt....

Soviel, dass die Suche nach ordentlichen Produkten allm�hlich zur Suche
nach Goldst�cken in riesigen Sch...Haufen wird. Da macht Einkaufen Spa� ...
--


CU Chr. Maercker.

Thomas Sçhlueter

unread,
Oct 7, 2014, 9:19:39 AM10/7/14
to
Am 07.10.2014 um 13:36 schrieb Chr. Maercker:
> Christoph Strauch wrote:

>> Dass es viel Müll zu kaufen gibt, ist bekannt....
>
> Soviel, dass die Suche nach ordentlichen Produkten allmählich zur Suche
> nach Goldstücken in riesigen Sch...Haufen wird. Da macht Einkaufen Spaß ...

Du sagst es: Einkaufen macht Spaß. Das permanente Checken des Marktes
und das finale In-Besitz-Nehmen bereitet Wollust. Nicht jeder ist dafür
gleich anfällig, und auch die jeweils beobachteten Güter sind nicht bei
allen gleich. Aber unter dem Strich ist das Kauferlebnis als zentrale
Triebkraft des Wirtschaftskreislaufes für diesen unentbehrlich.

Bei Textilien und Schuhen hat sich die Industrie dafür schon seit langem
die "Mode" einfallen lassen. Darauf fallen offenbar v.a. Frauen herein.
Es ist sicher kein Zufall, dass in den entsprechenden Kaufhäusern die
Verkaufsflächen der Damenabteilungen immer mindestens 5-mal größer sind
als das Angebot der entsprechenden Herrenabteilungen.

Bei technischem Gerät, das wohl (noch?) hauptsächlich von Männern
ausgesucht und angeschafft wird, fällt der Mode-Aspekt "schmückt
ungemein" (noch?) weitgehend weg, und die zum ersehnten Neukauf führende
Entwertung des Altgerätes muss entweder über einen Quantensprung im
technischen Fortschritt erfolgen, oder ein "irreparabler" Defekt als
Rechtfertigung herhalten, um den eigenen Geiz oder die häusliche
Finanzministerin auszutricksen.

Tom

Christoph Strauch

unread,
Oct 7, 2014, 9:56:18 AM10/7/14
to
On Tuesday, October 7, 2014 1:36:25 PM UTC+2, Chr. Maercker wrote:
> Christoph Strauch wrote:
>
> [Verkauf von Billigschrott lohnt sich betriebswirtschaftlich]
>
> > Das weiß ich, du vertrittst diese These aber recht häufig in drf.
>
> Es gibt halt einige gut nachvollziehbare Gründe zuviel, die dafür sprechen.

Verkauf von "Billigschrott" also qualitativ minderwertigen Produkten ist
aber etwas anderes als geplante Obsoleszenz.

>
> > Dass es viel Müll zu kaufen gibt, ist bekannt....
>
> Soviel, dass die Suche nach ordentlichen Produkten allmählich zur Suche
> nach Goldstücken in riesigen Sch...Haufen wird.

Um wieder einmal halbwegs on Topic zu werden, ein im gehobenen Fachhandel
gekauftes Fahrrad wird i.d.R. ordentliche Qualität haben.

Chr. Maercker

unread,
Oct 8, 2014, 7:04:35 AM10/8/14
to
Christoph Strauch wrote:
> Verkauf von "Billigschrott" also qualitativ minderwertigen Produkten ist
> aber etwas anderes als geplante Obsoleszenz.

Der Effekt ist �hnlich bis gleich: Es werden mehr Komplettger�te gekauft
statt Ersatzteile. Sobald die Produktvielfalt ausreichend verwirrend
und/oder Ger�te ausreichend komplex sind, f�hrt das nicht sofort und
zwangsl�ufig zum Abwandern der Kundschaft zu besseren Produkten.
Letztere m�ssen sie z.B. im gro�en Misthaufen erst mal finden. Die
Frage, ob sich die damit f�llige deutlich h�here Ausgabe wirklich
gelohnt hat, kann zudem oft erst Jahre sp�ter beantwortet werden.
Bei mangelhafter Software mit ausreichend hohem Marktanteil kommt z.B.
hinzu, dass sich Fachzeitschriften, Programmierer u.v.a. goldene Nasen
mit Tips, Tools, Patches etc. verdienen k�nnen. Damit ist es nicht nur
f�r Hersteller und H�ndler profitabel, Murks zu produzieren. Die j�ngere
Technik-Geschichte kennt daf�r einige namhafte Beispiele.

> Um wieder einmal halbwegs on Topic zu werden, ein im gehobenen Fachhandel
> gekauftes Fahrrad wird i.d.R. ordentliche Qualit�t haben.

Ich will es hoffen. In ca. acht Jahren kann ich beantworten, ob es bei
meinem Fahrrad stimmt oder nicht. ;-)

Chr. Maercker

unread,
Oct 8, 2014, 7:15:06 AM10/8/14
to
Christoph Strauch wrote:
[Geplante Obsoleszenz / Billigproduktion mit min. Lebensdauer]
>>> Diese Idee ist auch so absurd, dass du sie schnellstens vergessen solltest.
>> Noch nie von geplanter Obsoleszenz geh�rt?
>> https://de.wikipedia.org/wiki/Geplante_Obsoleszenz

> Doch, genau das meinte ich mit absurd.

Der dortige Quellenverweis auf
http://www.golem.de/news/geplante-obsoleszenz-wo-die-sollbruchstellen-in-der-elektronik-liegen-1306-99957.html

ist z.B. so absurd nicht: Vor ca. 2008 gebaute Mainboards halten
signifikant l�nger als neuere Produktion. Wegen der besagten Elkos. Wir
haben hier mehrere tausend Computer in Betreuung, ich wei� also, wovon
ich schreibe.
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Anton Ertl

unread,
Oct 8, 2014, 10:11:24 AM10/8/14
to
"Chr. Maercker" <Zwei...@gmx-topmail.de> writes:
>Christoph Strauch wrote:
>[Geplante Obsoleszenz / Billigproduktion mit min. Lebensdauer]
>>>> Diese Idee ist auch so absurd, dass du sie schnellstens vergessen solltest.
>>> Noch nie von geplanter Obsoleszenz geh�rt?
>>> https://de.wikipedia.org/wiki/Geplante_Obsoleszenz
>
>> Doch, genau das meinte ich mit absurd.
>
>Der dortige Quellenverweis auf
>http://www.golem.de/news/geplante-obsoleszenz-wo-die-sollbruchstellen-in-der-elektronik-liegen-1306-99957.html
>
>ist z.B. so absurd nicht: Vor ca. 2008 gebaute Mainboards halten
>signifikant l�nger als neuere Produktion. Wegen der besagten Elkos.

Die Elkos waren immer schon dort, und zwar aus zwei Gruenden:

1) Die sollen ja die Spannung stabil halten und
Stromverbrauchsschwankungen abpuffern, und dazu muessen sie moeglichst
nah am Verbraucher, also dem Prozessor liegen.

2) Die Elkos werden selbst heiss und brauchen Kuehlluft, und beim
Prozessor bekommen sie die ab. Dass die Luft schon vom
Prozessorkuehler erwaermt wurde, ist zwar nicht so toll, aber immer
noch besser, als wenn sie gar keine Luft abbekommen. Daher auch
lieber Kuehler in Top-Blower-Bauform, als Tower-Kuehler.

Also wenn Holger Krumme das kritisiert, dann stellt das seine Kompetenz
in diesem Bereich schon in Frage.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/

Joerg

unread,
Oct 8, 2014, 10:54:53 AM10/8/14
to
Anton Ertl wrote:
> "Chr. Maercker" <Zwei...@gmx-topmail.de> writes:
>> Christoph Strauch wrote:
>> [Geplante Obsoleszenz / Billigproduktion mit min. Lebensdauer]
>>>>> Diese Idee ist auch so absurd, dass du sie schnellstens vergessen solltest.
>>>> Noch nie von geplanter Obsoleszenz geh�rt?
>>>> https://de.wikipedia.org/wiki/Geplante_Obsoleszenz
>>> Doch, genau das meinte ich mit absurd.
>> Der dortige Quellenverweis auf
>> http://www.golem.de/news/geplante-obsoleszenz-wo-die-sollbruchstellen-in-der-elektronik-liegen-1306-99957.html
>>
>> ist z.B. so absurd nicht: Vor ca. 2008 gebaute Mainboards halten
>> signifikant l�nger als neuere Produktion. Wegen der besagten Elkos.
>
> Die Elkos waren immer schon dort, und zwar aus zwei Gruenden:
>
> 1) Die sollen ja die Spannung stabil halten und
> Stromverbrauchsschwankungen abpuffern, und dazu muessen sie moeglichst
> nah am Verbraucher, also dem Prozessor liegen.
>
> 2) Die Elkos werden selbst heiss ...


Bei gescheiten Design geschieht dies nicht.


> ... und brauchen Kuehlluft, und beim
> Prozessor bekommen sie die ab. Dass die Luft schon vom
> Prozessorkuehler erwaermt wurde, ist zwar nicht so toll, aber immer
> noch besser, als wenn sie gar keine Luft abbekommen. Daher auch
> lieber Kuehler in Top-Blower-Bauform, als Tower-Kuehler.
>
> Also wenn Holger Krumme das kritisiert, dann stellt das seine Kompetenz
> in diesem Bereich schon in Frage.
>

Meine Kunden wuerden mir den Kopf waschen, wenn selbsterhitzende Elkos
im Design waeren. Ich versuche Elkos wenn irgend moeglich komplett zu
vermeiden und das geht.

Chr. Maercker

unread,
Oct 8, 2014, 1:09:48 PM10/8/14
to
w-buechs...@web.de wrote:
> das glaube ich dir. Ich denke aber auch, daß viele Frühausfälle bei modernen Geräten dem Drang nach immer mehr Leistung auf immer weniger Raum geschuldet wird.

Ausfälle nach 2..4 Jahren würde ich nicht mehr als Frühausfälle
bezeichnen. Und Elkos lassen sich so verteilen, dass sie nicht zu nahe
an Bauteilen, die heiß werden, liegen. Oder es müssen halt Teile verbaut
werden, die solche Temperaturen aushalten. Soll es tatsächlich geben,
sind halt nur ein paar Ct. teurer.

> Vor langen Jahren kamen PCs noch locker mit 200W-Netzteilen aus. Heute werden locker 400W verbraten. Und die PC-Gehäuse sind kleiner geworden, mancher wird sich noch an die Tower-Gehäuse erinnern. Welche Grafikkarte brauchte früher einen eigenen Ventilator?

Midi-Tower sind nach wie vor weit verbreitet. Manche haben sogar
ausgefeilte Belüftung, mit optimiertem Luftstrom etc. Wobei das meist
Servergehäuse sind.

> Und irgendwo sind dann eben der Physik bei der Abfuhr von relativ zum Gerätenutzen möglicherweise geringeren, absolut aber größeren Wärmemengen Grenzen gesetzt.

Logo, die Prozessortakte haben sich denn auch bei 3..3,4 GHz seit
einigen Jahren eingependelt. Wobei die Frage ist, ob die Thermik oder
das HF-Verhalten von Frequenzen im Mikrowellenbereich die Grenzen setzen.

> Bei so einigen Dingen komme ich allerdings auch nicht ganz mit. Z.B. Mainboards mit Prozessorkühlern, bei denen der Ventilator so angeordnet ist, daß er Heißluft vom Netzteil ansaugt oder welche in dessen Lufteinlaßöffnung bläst.

Eben. Und nur zwei Beispiele von diversen Möglichkeiten, Bauteile zu
zerheizen. Dabei ist seit langem bekannt, wie es besser geht.

Chr. Maercker

unread,
Oct 8, 2014, 1:13:19 PM10/8/14
to
an...@mips.complang.tuwien.ac.at (Anton Ertl) wrote:
> Die Elkos waren immer schon dort, und zwar aus zwei Gruenden:

Bei den Boards in den hiesigen PCs, gehen nicht nur die Elkos direkt am
Prozessor schneller kaputt als fr�her. Allenfalls �fter als die �brigen.

Chr. Maercker

unread,
Oct 8, 2014, 1:20:46 PM10/8/14
to
Joerg wrote:
> Meine Kunden wuerden mir den Kopf waschen, wenn selbsterhitzende Elkos
> im Design waeren. Ich versuche Elkos wenn irgend moeglich komplett zu
> vermeiden und das geht.

FULL ACK. Den erforderlichen Mehrpreis tolerieren Deine Kunden? Unsere
Einrichtung *w�rde* ihn tolerieren, wenn es die Lebensdauer der Ger�te
signifikant verl�ngert. Kompletten Rechnertausch alle 2..3 Jahre k�nnen
sich nur Banken und Multis leisten.

Es ist im �brigen nicht nur eine Frage des Geldes: Ger�te, die sich
bew�hrt haben, m�chte ich so lange es geht, nutzen, egal ob Computer
oder Fahrr�der. Angesichts des allgegenw�rtigen Murkses birgt jeder
Neukauf das Risiko, unzuverl�ssige Technik angedreht zu bekommen!

Joerg

unread,
Oct 8, 2014, 1:37:36 PM10/8/14
to
Chr. Maercker wrote:
> Joerg wrote:
>> Meine Kunden wuerden mir den Kopf waschen, wenn selbsterhitzende Elkos
>> im Design waeren. Ich versuche Elkos wenn irgend moeglich komplett zu
>> vermeiden und das geht.
>
> FULL ACK. Den erforderlichen Mehrpreis tolerieren Deine Kunden? ...


Ja, alle. Ich entwickle allerdings fast nur Hi-Rel Sachen. Elektronik
fuer Flugzeuge, Kardiologie, Raumfahrt, Agrar, Industrie, Oel/Gas und so.

Der Mehrpreis ist nicht so wild. Man kann heute recht guenstig
Keramikkondensatoren mit zig Mikrofarad bekommen. Muss man nur bei
Bauformen ueber 1210 darauf achten, dass wenig Verwindungskraefte
wirken. In Flugzeugen hat man dann noch das Problem, dass die 400/800Hz
ziemlich nervig fiepen. Denn Kondensatoren sind unbeabsichtigt auch
Schallwandler.


> ... Unsere
> Einrichtung *w�rde* ihn tolerieren, wenn es die Lebensdauer der Ger�te
> signifikant verl�ngert. Kompletten Rechnertausch alle 2..3 Jahre k�nnen
> sich nur Banken und Multis leisten.
>

Bei Flugzeugen moechte man gern Elektronik, die die normale Airline
Gebrauchsdauer von 30 Jahren uebersteigt.


> Es ist im �brigen nicht nur eine Frage des Geldes: Ger�te, die sich
> bew�hrt haben, m�chte ich so lange es geht, nutzen, egal ob Computer
> oder Fahrr�der. Angesichts des allgegenw�rtigen Murkses birgt jeder
> Neukauf das Risiko, unzuverl�ssige Technik angedreht zu bekommen!


Ja. Und Elkos wuerde ich weder in Deutschland noch hier in Fahrraedern
sehen wollen. Bei Euch wuerden sie u.U. im klirrenden Frost platzen,
hier wuerden sie im Hochsommer zerkochen. Elektronik ist bei Fahrzeugen
meist ein wunder Punkt. Die letzen zwei Tage weigerte sich z.B. der
nichtmal zwei Monate alte Cateye Padrone am MTB, abzuschalten. Nach ein
paarmal Durchklimpern der Modi tat er es endlich. Ist ja nun wirklich
keine Billigware. Etwas enttaeuschend, sowas.

Chr. Maercker

unread,
Oct 9, 2014, 7:02:46 AM10/9/14
to
Joerg wrote:
>>> Meine Kunden wuerden mir den Kopf waschen, wenn selbsterhitzende Elkos
>>> im Design waeren. Ich versuche Elkos wenn irgend moeglich komplett zu
>>> vermeiden und das geht.
>>
>> FULL ACK. Den erforderlichen Mehrpreis tolerieren Deine Kunden? ...
>
> Ja, alle. Ich entwickle allerdings fast nur Hi-Rel Sachen. Elektronik
> fuer Flugzeuge, Kardiologie, Raumfahrt, Agrar, Industrie, Oel/Gas und so.

> Der Mehrpreis ist nicht so wild.

Das will ich meinen. Die Hersteller sparen durch Billig-Bauteile meist
nur wenige Cent/Gerät. Die würden sehr viele Kunden gern bezahlen, wenn
die Technik dann entsprechend länger hält. Um solche Geräte heute
überhaupt noch zu finden, ist einiger Aufwand vonnöten. Den scheuen
viele Leute natürlich und kaufen nur deswegen den gewöhnlichen Mist im
nächsten Baumarkt. Im Online-Handel läuft es kaum anders.

> Man kann heute recht guenstig
> Keramikkondensatoren mit zig Mikrofarad bekommen.

Danke, bei denen war ich nicht mehr auf dem aktuellen Stand, sonst hätte
ich sie als Alternative zu Elkos betrachtet, egal ob auf Motherboards
oder in Fahrradelektrik.

> Bei Flugzeugen moechte man gern Elektronik, die die normale Airline
> Gebrauchsdauer von 30 Jahren uebersteigt.

Bei Computern spricht der "moralische Verschleiß" dagegen, selbst wenn
die Hersteller die Entwicklung nicht so gewaltsam forcieren würden, wie
das seit gut 20 Jahren üblich ist. Bei Fahrradelektrik oder
Haushaltgeräten eher nicht. 15..25 Jahre Lebensdauer bei
durchschnittlichem Betrieb würden für die meisten dieser Geräte reichen.
Bei Fahrradlicht würde ich mir allerdings mehr wünschen, weil ich
a) trotz schlapper 3.500 km/Jahr überdurchschnittlich viel fahre
b) LED-Beleuchtung erheblich teurer ist als der frühere Mist und weil es
sich
c) um vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung handelt

>> Es ist im übrigen nicht nur eine Frage des Geldes: Geräte, die sich
>> bewährt haben, möchte ich so lange es geht, nutzen, egal ob Computer
>> oder Fahrräder. Angesichts des allgegenwärtigen Murkses birgt jeder
>> Neukauf das Risiko, unzuverlässige Technik angedreht zu bekommen!

> Ja. Und Elkos wuerde ich weder in Deutschland noch hier in Fahrraedern
> sehen wollen. Bei Euch wuerden sie u.U. im klirrenden Frost platzen,
> hier wuerden sie im Hochsommer zerkochen. Elektronik ist bei Fahrzeugen
> meist ein wunder Punkt.

ACK, Umgebungs-Temperaturen sind bei Computern hingegen nicht das Thema.
Wenn deren Elkos seit einigen Jahren trotzdem reihenweise abschmieren,
ist das eindeutig Murks, egal ob absichtlich oder aus anderen Gründen.

> Die letzen zwei Tage weigerte sich z.B. der
> nichtmal zwei Monate alte Cateye Padrone am MTB, abzuschalten. Nach ein
> paarmal Durchklimpern der Modi tat er es endlich. Ist ja nun wirklich
> keine Billigware. Etwas enttaeuschend, sowas.

Leider sind hohe Preise keine Garantie für hohe Qualität. Sie machen
letztere bestenfalls etwas wahrscheinlicher. Andernfalls würde König
Kunde diesen ganzen Billigmist in den Baumarkt-Regalen verrecken lassen. :-\
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.

Christoph Strauch

unread,
Oct 9, 2014, 7:24:54 AM10/9/14
to
On Thursday, October 9, 2014 1:02:46 PM UTC+2, Chr. Maercker wrote:
> Joerg wrote:
>
> >>> Meine Kunden wuerden mir den Kopf waschen, wenn selbsterhitzende Elkos
> >>> im Design waeren. Ich versuche Elkos wenn irgend moeglich komplett zu
> >>> vermeiden und das geht.
>
> >> FULL ACK. Den erforderlichen Mehrpreis tolerieren Deine Kunden? ...
>
> > Ja, alle. Ich entwickle allerdings fast nur Hi-Rel Sachen. Elektronik
> > fuer Flugzeuge, Kardiologie, Raumfahrt, Agrar, Industrie, Oel/Gas und so.
>
> > Der Mehrpreis ist nicht so wild.

> Das will ich meinen. Die Hersteller sparen durch Billig-Bauteile meist
> nur wenige Cent/Gerät. Die würden sehr viele Kunden gern bezahlen, wenn
> die Technik dann entsprechend länger hält.

Woher weißt du das? Wie viele Konsumenten gibt es denn, die sich - wie du -
darüber freuen, dass der 20 Jahre alte 15" Monochrom Bildschirm wie am
ersten Tag funktioniert und die nicht doch einmal mit einem Farb-LED-Monitor
liebäugeln?

> Um solche Geräte heute
> überhaupt noch zu finden, ist einiger Aufwand vonnöten. Den scheuen
> viele Leute natürlich und kaufen nur deswegen den gewöhnlichen Mist im
> nächsten Baumarkt. Im Online-Handel läuft es kaum anders.

Und? Laß' sie doch. Es hindert dich doch niemand hochwertige und langlebige
Geräte zu kaufen. Bei Fahrrädern bspw. ist das doch völlig unproblematisch.

>
> Bei Computern spricht der "moralische Verschleiß" dagegen, selbst wenn
> die Hersteller die Entwicklung nicht so gewaltsam forcieren würden, wie
> das seit gut 20 Jahren üblich ist. Bei Fahrradelektrik oder
> Haushaltgeräten eher nicht. 15..25 Jahre Lebensdauer bei
> durchschnittlichem Betrieb würden für die meisten dieser Geräte reichen.
> Bei Fahrradlicht würde ich mir allerdings mehr wünschen, weil ich
> a) trotz schlapper 3.500 km/Jahr überdurchschnittlich viel fahre
> b) LED-Beleuchtung erheblich teurer ist als der frühere Mist und weil es
> sich
> c) um vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung handelt

Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstanden habe, aber ich glaube
nicht, dass es außer dir hier jemanden gibt, der mit >20 Jahre alter Fahrrad-
beleuchtung herumfahren möchte.

>
> >> Es ist im übrigen nicht nur eine Frage des Geldes: Geräte, die sich
> >> bewährt haben, möchte ich so lange es geht, nutzen, egal ob Computer
> >> oder Fahrräder.

Ich hätte noch ein funktionierendes 486er-Notebook (schon mit Win95!!!) gegen
Porto abzugeben....Bewährte Qualität von SNI....Interesse?

Joerg

unread,
Oct 9, 2014, 10:15:42 AM10/9/14
to
Christoph Strauch wrote:
> On Thursday, October 9, 2014 1:02:46 PM UTC+2, Chr. Maercker wrote:

[...]

>> Um solche Geräte heute
>> überhaupt noch zu finden, ist einiger Aufwand vonnöten. Den scheuen
>> viele Leute natürlich und kaufen nur deswegen den gewöhnlichen Mist im
>> nächsten Baumarkt. Im Online-Handel läuft es kaum anders.
>
> Und? Laß' sie doch. Es hindert dich doch niemand hochwertige und langlebige
> Geräte zu kaufen. Bei Fahrrädern bspw. ist das doch völlig unproblematisch.
>

Wenn damit auch viele Gelaendefahrten bewaeltigt werden muessen, nicht
mehr. Das Fahrrad selbst mag noch gehen, doch bei den notwendigen
Einzelteilen (Reifen, Lampen, etc.) sieht das gegenueber motorisierten
Fahrzeugen echt alt aus.

[...]

Christoph Strauch

unread,
Oct 9, 2014, 10:35:36 AM10/9/14
to
Die meisten Menschen außer dir bekommen das ganz gut hin.....

Joerg

unread,
Oct 9, 2014, 10:50:54 AM10/9/14
to
Noe. Bei anderen MTB Fahrern hier halten Hinterreifen und Bremsbelaege
ebenfalls keine 1000km. Lampen nur, wenn sie aus Vollmetall und mit
massivem Halter versehen sind. Nicht diese 5mm Drahtbuegelchen.

Anton Ertl

unread,
Oct 9, 2014, 11:49:23 AM10/9/14
to
"Chr. Maercker" <Zwei...@gmx-topmail.de> writes:
>Um solche Geräte heute
>überhaupt noch zu finden, ist einiger Aufwand vonnöten.

Also bei den Motherboards, von denen vorher die Rede waren, ist der
Aufwand gering. Zum Beispiel finde ich auf
<http://geizhals.at/?cat=mbp4_1150> einen Knopf fuer
"all-solid-capacitors", und das waehlt mir aus den 350 Boards dieser
Kategorie die 259 aus, die keine Elkos haben (und das billigste bei
meiner Suche hat dieses Feature uebrigens). Im uebrigen denke ich,
dass da 2008 noch deutlich weniger mit diesem Feature zu bekommen
waren. Also wenn Du tatsaechlich eine Verschlechterung der
Lebensdauer seit 2008 festgestellt hast, fragt sich, ob das wirklich
von den Elkos kommt.

Arno Welzel

unread,
Oct 9, 2014, 10:18:47 PM10/9/14
to
Chr. Maercker schrieb am 2014-10-08 um 13:15:

> Christoph Strauch wrote:
> [Geplante Obsoleszenz / Billigproduktion mit min. Lebensdauer]
>>>> Diese Idee ist auch so absurd, dass du sie schnellstens vergessen solltest.
>>> Noch nie von geplanter Obsoleszenz gehört?
>>> https://de.wikipedia.org/wiki/Geplante_Obsoleszenz
>
>> Doch, genau das meinte ich mit absurd.
>
> Der dortige Quellenverweis auf
> http://www.golem.de/news/geplante-obsoleszenz-wo-die-sollbruchstellen-in-der-elektronik-liegen-1306-99957.html
>
> ist z.B. so absurd nicht: Vor ca. 2008 gebaute Mainboards halten
> signifikant länger als neuere Produktion. Wegen der besagten Elkos. Wir
> haben hier mehrere tausend Computer in Betreuung, ich weiß also, wovon
> ich schreibe.

Dann habe ich wohl Glück - hier werkelt ein Asus P5Q seit etwa 5-6
Jahren und macht keinerlei Probleme. Das muss von etwa 2008 oder 2009
sein, genau weiss ich es nicht mehr.

Das Problem bei Elkos ist aber nicht unbedingt eine *absichtlich*
verschleißfördernde Konstruktion, sondern häufig einfach billiges Material.


--
Arno Welzel
http://arnowelzel.de
http://de-rec-fahrrad.de
http://fahrradzukunft.de

Arno Welzel

unread,
Oct 9, 2014, 10:23:10 PM10/9/14
to
Joerg schrieb am 2014-10-09 um 16:50:

> Christoph Strauch wrote:
>> On Thursday, October 9, 2014 4:15:42 PM UTC+2, Joerg wrote:
>>> Christoph Strauch wrote:
>>>> On Thursday, October 9, 2014 1:02:46 PM UTC+2, Chr. Maercker wrote:
>>> [...]
>>>
>>>
>>>
>>>>> Um solche Ger�te heute
>>>>> �berhaupt noch zu finden, ist einiger Aufwand vonn�ten. Den scheuen
>>>>> viele Leute nat�rlich und kaufen nur deswegen den gew�hnlichen Mist im
>>>>> n�chsten Baumarkt. Im Online-Handel l�uft es kaum anders.
>>>> Und? La�' sie doch. Es hindert dich doch niemand hochwertige und langlebige
>>>> Ger�te zu kaufen. Bei Fahrr�dern bspw. ist das doch v�llig unproblematisch.
>>>
>>> Wenn damit auch viele Gelaendefahrten bewaeltigt werden muessen, nicht
>>> mehr. Das Fahrrad selbst mag noch gehen, doch bei den notwendigen
>>> Einzelteilen (Reifen, Lampen, etc.) sieht das gegenueber motorisierten
>>> Fahrzeugen echt alt aus.
>>
>> Die meisten Menschen au�er dir bekommen das ganz gut hin.....
>>
>
> Noe. Bei anderen MTB Fahrern hier halten Hinterreifen und Bremsbelaege
> ebenfalls keine 1000km. Lampen nur, wenn sie aus Vollmetall und mit
> massivem Halter versehen sind. Nicht diese 5mm Drahtbuegelchen.

Das w�rde bei einer w�chentlichen Fahrleistung von 100 km bedeuten, man
m�sste alle 2-3 Monate neuen Reifen und neue Bremsbel�ge besorgen.

Das glaubst Du doch selbst nicht, oder doch?

Reindl Wolfgang

unread,
Oct 10, 2014, 11:08:20 AM10/10/14
to
Am 30.09.14 20:33, schrieb Nico Hoffmann:


> Immerhin habe ich eine zeitgenᅵssische, urgewaltige
> 3-Gang-Kettenschaltung nachgerᅵstet. Wow!

Hierzuthread wurde ja mal auf eine TᅵTᅵRᅵ-Fahrrad-Wiki verwiesen. Darin
fand ich auch die 3-Gang-Kettenschaltung.

Mein Vater hatte ein (Vorkriegs-)Rad mit dem Original von F&S. Ich hab'
die Schaltung selber ca. 10 Jahre lang gefahren - ich fand sie gut (u.a.
Tour durch Eire und Scotland).
In der 2. Nutzungshᅵlfte hab' ich die 3-Gang Kettenschaltung mit einer
3-Gang Torpedo kombiniert (dazu muᅵte ich die "Nasen" im Ritzel mᅵhsam
abrunden, damit sie in die Aufnahme passten, befestigt dann mit
Stabilit, weil 3-er Ritzel eine Spur zu dick fᅵr die ᅵblichen
Federring-Nut - was man in der Jugend nicht so macht ...). Die
Kombination ergab 9 schᅵn gleichmᅵᅵig abgestufte Gᅵnge ohne ᅵberlappung
(hab' ich vor dem Umbau genau durchgerechnet).
Das ganze latᅵrnich mit Rᅵckschrittbremse.

Viele Jahre Spᅵter hat dann F&S meine Idee abgekupfert, Naben- und
Kettenschaltung zu kombinieren.

Wolfgang


--
If Microsoft produces anything that doesn't suck it will be a vacuum cleaner

Joerg

unread,
Oct 10, 2014, 11:49:26 AM10/10/14
to
Ich _habe_ beides nach gut einem halben Jahr wechseln muessen. Die neuen
Belaege sind bereits wieder 1/3 runter, der neue Reifen ist jetzt
geschaetzt 10-15% runter. Es waeren tatsaechlich nur 3 Monate gewesen,
wenn ich nicht noch ein RR und ein altes MTB haette. Deren
felgenbremsbelaege halten laenger, reichen aber auf manchen Strecken von
der Bremsleistung her nicht (oder man muesste Huegel runterkriechen).


> Das glaubst Du doch selbst nicht, oder doch?
>

Nicht glauben, sondern erlebt.

Nico Hoffmann

unread,
Oct 10, 2014, 12:59:17 PM10/10/14
to
Reindl Wolfgang schreibt:

> In der 2. Nutzungshälfte hab' ich die 3-Gang Kettenschaltung mit einer
> 3-Gang Torpedo kombiniert (dazu mußte ich die "Nasen" im Ritzel mühsam
> abrunden, damit sie in die Aufnahme passten, befestigt dann mit
> Stabilit, weil 3-er Ritzel eine Spur zu dick für die üblichen
> Federring-Nut - was man in der Jugend nicht so macht ...). Die
> Kombination ergab 9 schön gleichmäßig abgestufte Gänge ohne Überlappung
> (hab' ich vor dem Umbau genau durchgerechnet).
> Das ganze latürnich mit Rückschrittbremse.

Das hat sich mit dem Schaltwerk vertragen?


> Viele Jahre Später hat dann F&S meine Idee abgekupfert, Naben- und
> Kettenschaltung zu kombinieren.

Ja, aber Rückschritt fe_lt.

N.
--
Signaturen - die wichtigste Nebensache der Welt

Bernd Ullrich

unread,
Oct 10, 2014, 1:59:25 PM10/10/14
to
Am 10.10.2014 um 18:59 schrieb Nico Hoffmann:
> Reindl Wolfgang schreibt:
>
>> In der 2. Nutzungshᅵlfte hab' ich die 3-Gang Kettenschaltung mit einer
>> 3-Gang Torpedo kombiniert (dazu muᅵte ich die "Nasen" im Ritzel mᅵhsam
>> abrunden, damit sie in die Aufnahme passten, befestigt dann mit
>> Stabilit, weil 3-er Ritzel eine Spur zu dick fᅵr die ᅵblichen
>> Federring-Nut - was man in der Jugend nicht so macht ...).

-----------------------------------------------------------------
>> Die
>> Kombination ergab 9 schᅵn gleichmᅵᅵig abgestufte Gᅵnge ohne ᅵberlappung
>> (hab' ich vor dem Umbau genau durchgerechnet).
>> Das ganze latᅵrnich mit Rᅵckschrittbremse.

> Das hat sich mit dem Schaltwerk vertragen?
[...]
Der Troll hat nur vorne gebremst, was sonst!

BU

Bernhard Kraft

unread,
Oct 10, 2014, 2:28:07 PM10/10/14
to
Doch das geht mit dem Bremsen. Ich habe auch mal so etwas gebaut. Das
Schaltwerk wurde halt maximal gestreckt. Das sah nicht schᅵn aus und war
bestimmt nicht gut fᅵr das Schaltwerk, aber gebremst hat es. Die
Konstruktion wurde auch nicht lange genutzt.

Bernd Ullrich

unread,
Oct 10, 2014, 2:55:40 PM10/10/14
to
Am 10.10.2014 um 20:28 schrieb Bernhard Kraft:

[...]
> Doch das geht mit dem Bremsen. Ich habe auch mal so etwas gebaut. Das
> Schaltwerk wurde halt maximal gestreckt. Das sah nicht schᅵn aus und war
> bestimmt nicht gut fᅵr das Schaltwerk, aber gebremst hat es.
--------------------------------------------
> Die
> Konstruktion wurde auch nicht lange genutzt.

Weils den Mᅵll nach kurzer Zeit zerlegt hat oder wurdest Du von dem Mᅵll
zerlegt?

BU


Reindl Wolfgang

unread,
Oct 10, 2014, 4:30:19 PM10/10/14
to
Am 10.10.14 18:59, schrieb Nico Hoffmann:
> Reindl Wolfgang schreibt:

>> Kombination ergab 9 schᅵn gleichmᅵᅵig abgestufte Gᅵnge ohne ᅵberlappung
>> (hab' ich vor dem Umbau genau durchgerechnet).
>> Das ganze latᅵrnich mit Rᅵckschrittbremse.
>
> Das hat sich mit dem Schaltwerk vertragen?

Schon die Originalausfᅵhrung mit Einfachritzel hatte eine
Rᅵckschrittbremse.
Das Schaltwerk hatte nur ein Kettenfᅵhrungsrad, axial verschiebbar (per
Federkraft Richtung groᅵes Ritzel, per Schaltzug Richtung kleines
Ritzel) an einem massiven ca 4 mm dicken Blechteil und wurde beim
Bremsen halt soweit nach oben gezogen, bis der untere Kettenstrang
gerade verlief.
Um den oberen Kettenstrang war ein "Gerᅵst" montiert, das verhindert
hat, daᅵ die beim Bremsen lose Kette sich beim Bremsen zwischen
Kettenstrebe und Kurbel verklemmte (und damit womᅵglich die Bremse auf
halbem Weg blockiert hᅵtte), zusᅵtzlich war am Sattelrohr ein Stift
festgeschraubt, knapp hinter der Stelle, an der die Kette aufs
Kettenblatt lᅵuft um zu verhindern, daᅵ beim Wiederantritt die Kette vom
Kettenblatt lief.


>> Viele Jahre Spᅵter hat dann F&S meine Idee abgekupfert, Naben- und
>> Kettenschaltung zu kombinieren.
>
> Ja, aber Rᅵckschritt fe_lt.

Nedamal Abkupfern haben's gekonnt ;-) (wie Mickysoft)

Reindl Wolfgang

unread,
Oct 10, 2014, 4:36:33 PM10/10/14
to
Am 10.10.14 19:59, schrieb Bernd Ullrich:

> Der Troll hat nur vorne gebremst, was sonst!

Danke fᅵr die Blumen. Vorher informieren, dann ᅵberlegen, ob man
jemanden beleidigt!

unter
http://ddr-fahrradwiki.bplaced.net/Gangschaltung#FuS-Dreigang-Schaltwerk

steht ᅵbrigens ebenpfalz, daᅵ auch die FuS-Version mit einer
Rᅵckschrittbremse kombiniert werden konnte (aber halt nur einer
eingᅵngigen Rᅵckschrittbremsnabe, weil in der TᅵTᅵRᅵ keine
Nabenschaltungen produziert wurden).

Noch Fragen Kienzle?

Bernd Ullrich

unread,
Oct 12, 2014, 2:06:57 PM10/12/14
to
Am 10.10.2014 um 22:36 schrieb Reindl Wolfgang:
> Am 10.10.14 19:59, schrieb Bernd Ullrich:
>
>> Der Troll hat nur vorne gebremst, was sonst!
>
> Danke für die Blumen. Vorher informieren, dann überlegen, ob man
> steht übrigens ebenpfalz, daß auch die FuS-Version mit einer
> Rückschrittbremse kombiniert werden konnte (aber halt nur einer
> eingängigen Rückschrittbremsnabe, weil in der TäTäRä keine
> Nabenschaltungen produziert wurden).

> Noch Fragen Kienzle?

In einer wiki kannn viel stehen, 3 gang schaltung biss 10 gangschaltung
in der ddr bin ich selber gefahren. Rücktritt mit KettenSchaltung war
damals pöse.

BU

Reindl Wolfgang

unread,
Oct 13, 2014, 7:07:38 AM10/13/14
to
Am 12.10.14 20:06, schrieb Bernd Ullrich:
> Am 10.10.2014 um 22:36 schrieb Reindl Wolfgang:
>> Am 10.10.14 19:59, schrieb Bernd Ullrich:
>>


>> Vorher informieren, dann überlegen, ob man
>> jemanden beleidigt!


Unter

http://ddr-fahrradwiki.bplaced.net/images/1/16/FuSOptimaSchaltung.JPG

ist das Schaltwerk in der Version abgebildet, nachdem die Produktion
baugleich von Optima übernommen worden war.

Und unter

http://ddr-fahrradwiki.bplaced.net/images/5/5b/Renak_schaltung.JPG

sieht man sehr schön, wie das Schaltwerk im Kettenverlauf liegt. Beim
Bremsen wird es einfach nach vorne gezogen (im oberen Kettenstrang
gibt's halt entsprechend "Schlacker", drum der Stift an der Stelle, wo
die Kette aufs Kettenblatt läuft und der Kettenfänger auf halber Länge).

> In einer wiki kannn viel stehen, 3 gang schaltung biss 10 gangschaltung
> in der ddr bin ich selber gefahren.

Die Produktion dieser Bauart lief (soweit ich der Wiki entnehme) bis
1964. Ich schätze mal, da hat er noch kein Radl mit Schaltung gefahren.

> Rücktritt mit KettenSchaltung war
> damals pöse.

Nach '64 gab es in der TäTäRä nur noch Schaltwerke mit 2 Umlenkrollen
(wie die heutigen auch) - und da würde der untere Kettenstrang bei
Rückschrittbremse selbstverständlich Kräfte in das Schaltwerk einleiten,
die es nicht verträgt. Meine vorkriegs-F&S Schaltung und die baugleichen
von FuS, Optima und Renak aus TäTäRä-Fertigung hatten keinen Anschlag in
Richtung Kettenstrebe, d.h. beim Bremsen wurde der untere Kettenstrang
einfach gerade gezogen, auf das Schaltwerk haben keine Kräfte eingewirkt.
Mit 2 Umlenkrollen würde der "Schlacker" im oberen Kettenstrang auch
entsprechend größer - der Rückschrittwinkel und die Ansprechverzögerung
auch. Bei der F&S-Schaltung mußte ich ca. 1/5 Umdrehung weiter getreten
haben wie bei einer Rückschrittbremse ohne diese Schaltung, um den
Bremsfuß in optimaler Position zu haben. Die 3 Gänge unterschieden sich
um 4 Ritzel-Zähne, entsprechend variierte die optimale
Brems-anfangs-Pedalstellung.


>>> Der Troll

>> Danke für die Blumen.

>>> hat nur vorne gebremst, was sonst!
>>

Übrigens ist die originale Vorkriegs-Rückschrittnabe den Hitzetod
gestorben, nachdem ich eine 32%-Gefällestrecke damit runter bin. Das war
der Grund für den Umbau mit der 3-Gang Torpedo.

Von jemandem wie ihm erwarte ich jetzt aber nicht, daß er zugibt,
einfach aus Nichtwissen 'vorsorglich' beleidigt zu haben.


W
R

Chr. Maercker

unread,
Oct 13, 2014, 7:12:08 AM10/13/14
to
Christoph Strauch wrote:
> Woher wei�t du das? Wie viele Konsumenten gibt es denn, die sich - wie du -
> dar�ber freuen, dass der 20 Jahre alte 15" Monochrom Bildschirm wie am
> ersten Tag funktioniert und die nicht doch einmal mit einem Farb-LED-Monitor
> lieb�ugeln?

Computertechnik u.�. Technik mit hohem moralischem Verschlei� habe ich
schon mehrfach von solchen Betrachtungen ausgenommen. Dazu werde ich
mich nicht wiederholen. F�r Fahrr�der gilt das nicht unbedingt.

> Und? La�' sie doch. Es hindert dich doch niemand hochwertige und langlebige
> Ger�te zu kaufen. Bei Fahrr�dern bspw. ist das doch v�llig unproblematisch.

Wollte nur darauf hingewiesen haben, dass eben das einen gewissen
Aufwand erfordert, bei manchen Ger�ten sogar ziemlich hohen. Schon das
l�sst etliche Kunden lieber Billigschrott kaufen.

>> Bei Computern spricht der "moralische Verschlei�" dagegen, selbst wenn
>> die Hersteller die Entwicklung nicht so gewaltsam forcieren w�rden, wie
>> das seit gut 20 Jahren �blich ist. Bei Fahrradelektrik oder
>> Haushaltger�ten eher nicht. 15..25 Jahre Lebensdauer bei
>> durchschnittlichem Betrieb w�rden f�r die meisten dieser Ger�te reichen.
>> Bei Fahrradlicht w�rde ich mir allerdings mehr w�nschen, weil ich
>> a) trotz schlapper 3.500 km/Jahr �berdurchschnittlich viel fahre
>> b) LED-Beleuchtung erheblich teurer ist als der fr�here Mist und weil es
>> sich
>> c) um vorgeschriebene Sicherheitsausr�stung handelt

> Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstanden habe, aber ich glaube
> nicht, dass es au�er dir hier jemanden gibt, der mit >20 Jahre alter Fahrrad-
> beleuchtung herumfahren m�chte.

Nein.
Du hast mich falsch verstanden. "LED-Beleuchtung" sollte das kl�ren.

>>>> Es ist im �brigen nicht nur eine Frage des Geldes: Ger�te, die sich
>>>> bew�hrt haben, m�chte ich so lange es geht, nutzen, egal ob Computer
>>>> oder Fahrr�der.
>
> Ich h�tte noch ein funktionierendes 486er-Notebook (schon mit Win95!!!) gegen
> Porto abzugeben....Bew�hrte Qualit�t von SNI....Interesse?

Daf�r gips eine spezielle Newsgroup, das ist hier OT.
--


CU Chr. Maercker.

Chr. Maercker

unread,
Oct 13, 2014, 7:16:01 AM10/13/14
to
an...@mips.complang.tuwien.ac.at (Anton Ertl) wrote:
> Also bei den Motherboards, von denen vorher die Rede waren, ist der
> Aufwand gering. Zum Beispiel finde ich auf
> <http://geizhals.at/?cat=mbp4_1150> einen Knopf fuer
> "all-solid-capacitors", und das waehlt mir aus den 350 Boards dieser
> Kategorie die 259 aus, die keine Elkos haben (und das billigste bei
> meiner Suche hat dieses Feature uebrigens).

Danke f�r den Tip.

> dass da 2008 noch deutlich weniger mit diesem Feature zu bekommen
> waren. Also wenn Du tatsaechlich eine Verschlechterung der
> Lebensdauer seit 2008 festgestellt hast, fragt sich, ob das wirklich
> von den Elkos kommt.

Eindeutig. Einzelne Boards haben meine Kollegen repariert. Geht leider
nicht bei allen und ist zudem im Profibetrieb zu aufw�ndig.
--


CU Chr. Maercker.

Chr. Maercker

unread,
Oct 13, 2014, 7:19:57 AM10/13/14
to
Arno Welzel wrote:
> Dann habe ich wohl Gl�ck -

Durchaus m�glich. Das Mainboard meines Office-PC ist von Ende 2007. Es
hat sich vor gut einem Monat verabschiedet. Die Kiste war 1..2 Jahre
wenig bis gar nicht in Betrieb, bevor ich sie vor 2..3 Jahren bekam.

> Das Problem bei Elkos ist aber nicht unbedingt eine *absichtlich*
> verschlei�f�rdernde Konstruktion, sondern h�ufig einfach billiges Material.

Auch m�glich, f�r die Endverbraucher aber gleich �rgerlich.

Chr. Maercker

unread,
Oct 15, 2014, 7:40:40 AM10/15/14
to
Arno Welzel wrote:
> Das Problem bei Elkos ist aber nicht unbedingt eine *absichtlich*
> verschlei�f�rdernde Konstruktion, sondern h�ufig einfach billiges Material.

Mir scheint, es l�sst sich oft genug nicht feststellen, ob Absicht
dahinter steckt oder einfach billig-billig produziert wird. Wir hatten
in unserem Haushalt zwei Suppenkellen:
Modell 1: Holzgriff mit eingesteckter Metallkelle. Direkt am Griff war
das Bleck so d�nn + schmal, dass es sich st�ndig verbogen hat und bei
regelm��igem normalen Gebrauch sehr bald abgebrochen w�re. Nur dank
Roh-Ei-Behandlung hat das Sch..Teil einige Jahre durchgehalten. Aus
meiner Sicht entweder Fehlkonstruktion oder absichtlich Bruchstelle
eingebaut.
Modell 2: Simples rostfreies Stanzblech, also alles aus einem "Guss".
Herstellung d�rfte billiger sein als Modell 1. Trotzdem h�lt das Teil,
dank aureichender Materialst�rke! So sieht f�r mich ein Billigprodukt
aus, welches nicht nach kurzer Zeit kaputtgehen *soll*.

�hnliche Unterschiede zwischen (absichtlichem?) Murks und (relativ)
haltbaren Billigprodukten kenne ich z.B. bei K�chenmessern.
Message has been deleted

Chr. Maercker

unread,
Oct 15, 2014, 1:30:25 PM10/15/14
to
Ralf . K u s m i e r z wrote:
> Gegenfrage: Warum sollte es denn? Was veranlaßt den Hersteller zu der
> Annahme, daß der Konsument so dämlich wäre, den gleichen Schrott ein
> zweites Mal zu kaufen, anstatt den Hersteller zu wechseln und seine
> Meinung über ihn kundzutun?

Wie denn? Bei solchem Krempel wie Haushaltgeräten oder auch Fahrradlicht
weiß König Kunde bestenfalls noch, in welchem Super-/Baumarkt er den
Mist gekauft hat. Falls er in seltenen Fällen die Hersteller rauskriegt
(auf vieler Ramschware steht seit Ewigkeiten keiner mehr drauf),
verramschen die ihren Müll längst unter anderem Namen, sind in anderen
Firmen aufgegangen sind, haben sich einfach neue Briefkästen zugelegt
... Bevor König Kunde den Aufwand auf sich nimmt, nach haltbaren
Alternativen zu suchen, muss der Leidensdruck ausreichend groß sein.
Ansonsten kauft er nur Ramsch mit anderem Namen in anderen
Super-/Baumärkten. Einige Könige tun das inzwischen tatsächlich, aber
gerade in de-Ost sind es zu wenige, um das Angebot tiefgreifend zu
verändern. Hier gibt es zu viele Leute, die nicht rechnen können und
meinen, als Hartzer bzw. Billiglöhner könnten sie sich nur Billigmist
leisten. Dass sie dabei draufzahlen, kriegen sie allzu oft nicht mit.

Chr. Maercker

unread,
Oct 15, 2014, 1:34:26 PM10/15/14
to
Ralf . K u s m i e r z wrote:
> Gegenfrage: Warum sollte es denn? Was veranlaßt den Hersteller zu der
> Annahme, daß der Konsument so dämlich wäre, den gleichen Schrott ein
> zweites Mal zu kaufen, anstatt den Hersteller zu wechseln und seine
> Meinung über ihn kundzutun?

Im Grunde ist das genau die Frage, die ich mir seit Ende des
Realsozialismus gestellt habe. Die Annahme, unter kapitalistischer
Konkurrenz hätte Murks keine Chance, war einer meiner beiden Irrtümer
beim Systemwechsel. Der zweite war, nur im Realsozialismus könnte
aufgeblähte Bürokratie existieren. Mehr Illusionen hatte ich zum Glück
nicht.

Gerald E:scher

unread,
Oct 15, 2014, 1:52:25 PM10/15/14
to
Am 15.10.14 um 19:34 schrieb Chr. Maercker:
>
> Im Grunde ist das genau die Frage, die ich mir seit Ende des
> Realsozialismus gestellt habe. Die Annahme, unter kapitalistischer
> Konkurrenz hätte Murks keine Chance, war einer meiner beiden Irrtümer
> beim Systemwechsel. Der zweite war, nur im Realsozialismus könnte
> aufgeblähte Bürokratie existieren.

Na du warst vielleicht naiv :-)

--
Gerald

| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ |
| Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de |

Joerg

unread,
Oct 15, 2014, 1:52:38 PM10/15/14
to
Chr. Maercker wrote:
> Ralf . K u s m i e r z wrote:
>> Gegenfrage: Warum sollte es denn? Was veranlaßt den Hersteller zu der
>> Annahme, daß der Konsument so dämlich wäre, den gleichen Schrott ein
>> zweites Mal zu kaufen, anstatt den Hersteller zu wechseln und seine
>> Meinung über ihn kundzutun?
>
> Im Grunde ist das genau die Frage, die ich mir seit Ende des
> Realsozialismus gestellt habe. Die Annahme, unter kapitalistischer
> Konkurrenz hätte Murks keine Chance, war einer meiner beiden Irrtümer
> beim Systemwechsel.


Das war auch kein vollstaendiger Irrtum. Beispiel: Letztens ging uns
beim Evaporative Cooler (eine Art Verdunstungskuehler) fuer das Haus zum
zweiten Mal der Geblaesemotor kaputt, nach weniger als einem Jahr. Die
Firma weigerte sich, die einjaehrige Garantie zu honorieren, man log uns
eiskalt an, es seien nur 90 Tage. Also den direkten Kontakt zum
Geschaeftsfuehrer der Baumarktkette, ueber die wir das Geraet bezogen
haben, rausgefunden und das ganze sachlich geschildert. Kurz darauf
grollte ein mittleres bis groesseres Donnerwetter, die Manager dieses
Zulieferers wurden zur Minna gemacht, das bezahlte Geld wurde sofort
zurueckueberwiesen, wir bekamen umsonst noch eine komplette
Geblaeseeinheit inklusive Motor als Ersatz fuer den Fall des Falles,
plus einen Geschenkgutschein in erfreulicher Hoehe.

Das war bei weitem nicht das erste Mal. Wenn jemand Murks liefert oder
uns betuppen will, werde ich sehr fies. Selbst bei der ersten
Fahrradbeleuchtung fuer das MTB, die schrottig war, gab es das komplette
Geld zurueck, obwohl Frist abgelaufen. Ich kann mir kaum vorstellen,
dass das im Realsozialismus so moeglich waere.


> ... Der zweite war, nur im Realsozialismus könnte
> aufgeblähte Bürokratie existieren. Mehr Illusionen hatte ich zum Glück
> nicht.


Das allerdings war eine Illusion :-)
Message has been deleted

Ewald Pfau

unread,
Oct 15, 2014, 4:38:19 PM10/15/14
to
Chr. Maercker <Zwei...@gmx-topmail.de>:

> Die Annahme, unter kapitalistischer Konkurrenz hätte Murks keine Chance,
> war einer meiner beiden Irrtümer beim Systemwechsel. Der zweite war, nur
> im Realsozialismus könnte aufgeblähte Bürokratie existieren. Mehr
> Illusionen hatte ich zum Glück nicht.

Dabei wärest Du vielleicht näher an der Quelle gesessen, dass man das Gesetz
vom tendenziellen Fall der Profitrate noch etwas unmittelbarer mitgeteilt
bekommen hätte können, als systemkonformer Grundbestand, sozusagen, statt
hernach im Gegenteil in den bösen Tabuzonen, damit wäre das keine
Überraschung gewesen, wenn es nach und nach mit irgendwelchem Zeux nix mehr
zu verdienen gibt, dann muss man es eben schrottiger machen. Bis zur
nächsten Runde, dass es, oh Wunder, schon wieder nix zu verdienen gibt mit
dem Zeux.

Chr. Maercker

unread,
Oct 16, 2014, 6:58:09 AM10/16/14
to
Gerald E:scher wrote:
> Na du warst vielleicht naiv :-)

In den beiden genannten Fragen ja. Andere haben allem Anschein nach
geglaubt, "im Westen" wᅵrden ihnen Bananen und Milka in den Mund
wachsen, ohne zu bezahlen.

Chr. Maercker

unread,
Oct 16, 2014, 7:09:32 AM10/16/14
to
Ralf . K u s m i e r z wrote:
> Und auch das, was man gemeinhin "Murks" nennt, kann so auch nur dann
> bezeichnet werden, wenn es sich dabei um eine signifikante
> Qualit�tsabweichung vom Durchschnitt nach unten hin handelt - eine
> absolute Betrachtung der durchschnittlichen Qualit�t kann irref�hrend
> sein, weil es sich beim gew�hlten bzw. realisierten Qualit�tsniveau i.
> a. um einen Trade-off zwischen Publikumserwartung und Preis handelt.

Mit *der* Definition ist nat�rlich alles in Ordnung: Wo gesch�tzte
60%(+?) aller Produkte kaum noch drei Jahre halten, kann es keinen Murks
geben. :-b

> Wann endlich nimmst Du mal zur Kenntnis, da� geringwertige
> Massenprodukte nichts mit Betrug zu tun haben, sondern es sich um eine
> zwangsl�ufige Konsequenz des als Zitronenproblem bekannten Ph�nomens
> handelt, also eine Folge der Informationsasymmetrie zwischen Produzent
> und Massenkundschaft sind?

Auch 'ne nette Erkl�rung. Die Produzenten wissen nat�rlich, welche
Schwachstellen ihre Schundware hat. Die Suppenkellen habe ich als
seltenes Beispiel beschrieben, wo *ausnahmsweise* sofort erkennbar war,
was Mist ist und was nicht. Schon bei K�chenmessern ist die
Schwachstelle hinter massiv wirkendem Br�selplastik verborgen, von
komplexeren Ger�ten, ganz zu schweigen. Deren Schwachstellen sitzen gern
tief im Ger�t.
Da die Menschheit andererseits seit mehreren tausend Jahren
funktionsf�hige Suppenkellen und Messer bauen kann, scheidet f�r mich
die M�glichkeit Fehlkonstruktion weitgehend aus.

> Das, was gerne als "aufgebl�hte B�rokratie" diffamiert wird, ist in
> Wirklichkeit das einzig m�gliche effektive Steuerungsinstrument einer
> hochkomplexen arbeitsteiligen Gesellschaft.

Dann stehen uns ja noch goldene Zeiten bevor ...
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