Eine Suntour (die mit dem Parallelogram) kommt nicht in Frage, da ich hier
den Sattel etwas hinauf verstellen mußte und nicht mehr sicher auf u.
absteigen konnte.
Sonst gibt es ja die üblichen Verdächtigen wie AirWings, Post moderne.
Leider scheigen sich die Herstellerseiten bezüglich der Maße aus.
Vielleicht habt ihr Erfahrungen bzw Empfehlungen die ihr mir weiter geben
könnt.
Danke.
Gruß Peter
> Sonst gibt es ja die üblichen Verdächtigen wie AirWings,
> Post moderne. Leider scheigen sich die Herstellerseiten
> bezüglich der Maße aus.
Das von Dir gesuchte Maß zwischen der Oberkante Sattelrohr und der
Einspannung des Sattelgestells in der niedrigsten Position der
Federsattelstütze nennt sich "D-Height" und wird von verschiedenen
Anbietern durchaus angegeben.
Ich selbst habe z.B. eine Postmoderne-Sattelstütze, die so aussieht wie
dieses Modell:
http://www.postmoderne.com.tw/pst/glidet05.htm
D-height Angabe von Postmoderne: 98 mm
Selbst mit dem Zollstock hier grob gepeilt: 100 mm.
> Ich habe den Sattel zur Zeit so eingestellt das
> zwischen Oberkante Sattelrohr und Klemmschiehne
> des Sattels sich ca 110mm ergeben.
Sollte also passen.
Ein superniedriges D-Height von nur 85 mm fand ich beim Modell "JD-SP18"
von TranzX:
http://www.jdtranzx.com/products/sspost/2.htm
Einfach immer auf die Angabe "D-Height" achten, das ist das Aufbaumaß,
das Du suchst.
Jürgen
Wie bist du mit der postmodernen zufrieden, hält sich der Wartungsaufwand
in Grenzen?
Grüße Peter
> Wie bist du mit der postmodernen zufrieden,
Ich bin mit meiner Postmoderne-Federsattelstütze sehr zufrieden. Das
Modell "Glide" ist zwar nur das allereinfachste Modell von Postmoderne,
für mich reicht es jedenfalls. Allerdings habe ich auch nur sehr wenige
Vergleichsmöglichkeiten, insbesondere auch keinerlei praktische
Vergleiche zu teureren Federsattelstützen. Bisher hatten fast alle meine
Fahrräder starre Sattelstützen.
> hält sich der Wartungsaufwand in Grenzen?
Die vorgeschriebenen Wartungsintervalle bei Postmoderne sind die
branchenübliche Frechheit:
Alle 30 Betriebsstunden oder einmal im Monat den festen Sitz der
Schrauben prüfen und unter dem Gummibalg kurz nachfetten. Das macht kein
Problem und ist in wenigen Sekunden erledigt. ABER:
Alle 60 Betriebsstunden oder alle zwei Monate die Federsattelstütze
komplett zerlegen, reinigen, frisch fetten und zusammensetzen. Ich
brauche dafür fast 20 Minuten.
Diese "große Inspektion" mit Zerlegen und Zusammensetzen habe ich nach
inzwischen 7500 Kilometern (entspricht bei meinem Durchschnittstempo von
20km/h also ca. 375 Betriebsstunden) zweimal gemacht, und ich
beabsichtige auch nicht, das in Zukunft häufiger als bisher zu tun, eher
seltener. Die vorgeschriebenen 60-Stunden Intervalle einzuhalten ist mir
zuviel Aufwand. Da mache ich statt der großen Inspektion mit Zerlegen
dann lieber die kleine Inspektion in 10 Sekunden mit Nur-Nachfetten.
BTW: Zum vollständigen Zerlegen benötigt man für die Postmoderne Glide
einen mindestens 250 mm langen 4mm-Inbusschlüssel, ich muß mir das Teil
jedesmal erst aus verschiedenen Stecknuß- und Schrauberkästen mit
Verlängerungen und Einsetzen zusammensetzen.
Im Betrieb ist die Postmoderne unauffällig. Beim Pedalieren neutral,
kein Auf- und Abzappeln, bei Schlaglöchern und Absetzen in der Fahrbahn
wird kurz eingefedert. Nur Reibungsdämpfung, d.h. wenn die richtig
tiefen Schlaglöcher kommen, wird man beim Ausfedern am Hintern um so
stärker wieder nach oben gedrückt, je weiter die Federung eingefedert
war. Der Fahrer ist bei so einer Konstruktion also quasi der Dämpfer.
Wie bei vielen Federsattelstützen bewegt sich schon nach kurzem Gebrauch
auch bei korrekter Einstellung der Postmoderne-Federsattelstütze die
Sattelspitze einige Millimeter hin und her. Wenn man vorher nur starre
Sattelstützen gewohnt ist, ist es eine kurze Gewöhnungsphase, bis man
das nicht mehr wahrnimmt.
Als schwerer Fahrer über 85 kg sollte man sich aber unbedingt die
verstärkte Feder als Nachrüstteil beschaffen und einbauen, nur mit der
Einstellschraube für die Vorspannung bekommt man keine optimale
Einstellung für ein angenehmes Fahrgefühl hin, es muß die Feder (weich,
mittel, hart) passend zum Körpergewicht verwendet werden.
Ich habe mir die Postmoderne angeschafft, weil ich eine preiswerte
Federsattelstütze gesucht habe, die es ermöglicht, im Fachhandel eine
härtere Feder zu beschaffen, wie ich sie bei meinem Gewicht benötige.
Die ganz billigen Noname-Federsattelstützen haben immer nur eine
Standardfeder drin, nur mit extrem hochgedrehter Vorspannung zu fahren
bietet meiner Meinung nach kein optimales Federungsverhalten für schwere
Fahrer.
Jürgen
Danke für deinen sehr ausführlichen Erfahrungsbericht. Die
Wartungsintervalle würde ich auch so handhaben wie du. Das kurze einfetten
würde mich auch nicht
stören.
Hast du eine Ahnung bei welchen Versendern ich die bekommen kann,
bisher konnte ich nichts finden.
Gruß Peter
> Die vorgeschriebenen Wartungsintervalle bei Postmoderne sind die
> branchenübliche Frechheit:
>
> Alle 30 Betriebsstunden oder einmal im Monat den festen Sitz der
> Schrauben prüfen und unter dem Gummibalg kurz nachfetten. Das macht kein
> Problem und ist in wenigen Sekunden erledigt. ABER:
>
> Alle 60 Betriebsstunden oder alle zwei Monate die Federsattelstütze
> komplett zerlegen, reinigen, frisch fetten und zusammensetzen. Ich
> brauche dafür fast 20 Minuten.
[...]
Airwings Evolution: Alle 5000 km ggf. mit der Fettpresse ran, um die
Linearkugellager nachzufetten.
Sonst gibt es da nichts zu warten und nachstellen muss man ebenfalls
nichts. Das Teil fahre ich jetzt gut 1 Jahr und bin sehr zufrieden damit
- auch wenn "echte Fahrradfahrer" sowas als unnötigen Spielkram sehen,
der ohnehin nur Energie kostet ;-)
Wenn die Aufbauhöhe und der höhere Preis nicht wäre, würde ich das als
Alternative empfehlen.
--
http://arnowelzel.de
EMail: use...@arnowelzel.de
Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de
FAQ von de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Du suchst einen gefederten Sattel.
--
Gerald
| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ |
> Hast du eine Ahnung bei welchen Versendern
> ich die bekommen kann, bisher konnte ich nichts finden.
Ich habe mal kurz gegoogelt. Tatsächlich scheint die "Postmoderne Glide"
wohl recht beliebt als Erstausrüstung an vielen Markenfahrrädern zu
sein, im Einzelverkauf angeboten wird die allerdings kaum.
Gefunden habe ich sie dann im Shop auf http://www.fahrradversand.de,
dort scheint es alle Ausführungen zu geben, als Kerzensattelstütze für
Sattelkloben oder als Patentsattelstütze, in 25,8mm oder 27,2mm
Durchmesser, für 19.95EUR (zzgl. Versand zzgl. ggf.
Mindermengenzuschlag). Nur das verlängerte Modell mit 350 mm Länge
konnte ich nicht entdecken, das interessiert Dich aber vermutlich
sowieso nicht, weil Du ja nach einer eher niedrigen Aufbauhöhe suchst.
Ich selbst habe dann übrigens noch für knappe 8 Euro eine härtere Feder
gekauft und auch nochmal 4,50 für eine Adapterhülse bezahlt, um auf die
28.6 mm Sattelrohrdurchmesser für die Klemmung des Sattelrohrs an meinem
Fahrrad zu kommen.
Auch das höherwertigere, teurere und leichtere Modell "Postmoderne
Bracer" gibt es dort. Wieviel besser sowas ist (außer daß es 100 Gramm
weniger wiegt als das Modell "Glide"), kann ich Dir nicht sagen, denn
das Modell Bracer kenne ich nicht.
BTW: "Postmoderne" dürfte als Marke von vielen Fahrradgroßhändlern
geführt werden, wenn Du am Ort kaufen möchtest, brauchst Du also
vermutlich nur zu einem beliebigen Fahrradhändler in Deiner Stadt
hingehen, der schaut in seine Großhändlerkataloge, und innerhalb einer
Woche besorgt er Dir die gewünschte Federsattelstütze von Postmoderne,
das sollte nirgends ein größeres Beschaffungsproblem sein, allenfalls
der Preis kann abweichen.
Jürgen
> Airwings Evolution
> ...
> Wenn die Aufbauhöhe und der höhere Preis nicht wäre,
> würde ich das als Alternative empfehlen.
Ja klar, für mehr Geld kann man bessere Teile mit aufwändigerer
Konstruktion kaufen. Die Airwings Evolution dürfte aber mit ihren
Linearkugellagern die Tendenz zum Schaukelpferd haben. So einfache
Linearsattelstützen mit einer Reibhülse als Führung verhalten sich da
etwas anders: Die brauchen ein gewisses Losbrechmoment, um sich zu
bewegen, verhalten sich bei Geradeausfahrt auf ebener Straße fast wie
eine starre Sattelstütze ohne durch das Pedalieren in Auf- und
Abbewegung zu kommen. Erst bei kräftigen Schlägen von der Fahrbahn her
federn sie ein und aus.
Wenn man ein feinfühligeres Ansprechverhalten mit einer so einfachen
Federsattelstütze haben möchte, dann kann man natürlich einen gefederten
Sattel mit der Federsattelstütze kombinieren: Der Federsattel federt
dann feinfühlig ansprechend die kleinen Unebenheiten aus, die
Federsattelstütze spricht bei den harten Schlägen durch Schlaglöcher und
Fahrbahnabsätze an. Und wer nur die harten Schläge ausfiltern möchte,
der montiert einen Sattel ohne großartige zusätzliche eigene Federung.
Und wer das bestmögliche Ansprechverhalten haben möchte, der nimmt die
Airwings Evolution. Alles eine Frage des Komforts und was man haben möchte.
Jürgen
Eigentlich nicht, eher eine gefederte Sattelstütze mit niedrieger
Aufbauhöhe, siehe
Beiträge oben, es wird zu 100% eine postmoderne werden.
Gefederte Sättel kenne ich eigentlich nur von Brocks (hoffentlich schreibt
man das
so). Da ich aber mit meinem jetzigen Sattel voll zufrieden bin (auch keine
Schmerzen nach langen Touren) möchte ich den unbedingt behalten.
Interessant wäre es aber schon welche gefederten Sättel eigentlilch der
Markt noch bietet.
Gruß Peter
Herzlichen Dank für deine Antworten. Es wird also eine postmoderne werden.
Schönen Sommer noch
Gruß Peter
> Interessant wäre es aber schon welche gefederten
> Sättel eigentlilch der Markt noch bietet.
Lepper beispielsweise:
http://www.fahrrad-richter.de/product_info.php?products_id=1221
Und Wittkop in einer Schwingsattel-Ausführung, wie man sie ähnlich an
Oldtimer-Motorrädern findet:
http://www.fahrrad-richter.de/product_info.php?products_id=1215
Ansonsten sind natürlich auch eine Vielzahl normaler Tourensättel
gefedert, mit Zug-/Druckfedern oder Elastomeren, von allen möglichen
Herstellern, auch Noname. Nur eben mit weniger Federweg als bei Brooks
und Lepper oder dem Wittkop-Schwingsattel.
Jürgen
> Hallo Arno!
>
>> Airwings Evolution
>> ...
>> Wenn die Aufbauhöhe und der höhere Preis nicht wäre,
>> würde ich das als Alternative empfehlen.
>
> Ja klar, für mehr Geld kann man bessere Teile mit aufwändigerer
> Konstruktion kaufen. Die Airwings Evolution dürfte aber mit ihren
> Linearkugellagern die Tendenz zum Schaukelpferd haben. So einfache
Es sie auch mit Öl/Gasdämpfung, nennt sich dann AFAIR "Extra Bike II".
Persönlich merke ich aber vom "Schaukelpferd" nicht viel, zumal ich auch
härtere Federn eingebaut habe.
Und wie ich gerade sehe, stellt Airwings seit neuestem auch ein Modell
mit kurzer Aufbauhöhe und geringerem Gewicht her - "Exxtreme". Siehe
dazu auch <http://www.raddiscount.de/P03377.html>