Indisch Rad fahren bei ebay?

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Sven Bötcher

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Sep 2, 2003, 8:35:05 AM9/2/03
to
Ist das wirklich was Gutes/Besonderes oder verkauft da jemand ziemlich
geschickt und wortreich Billigplunder? Werkzeugsätze aus Inden zumindest
taugen nicht die Bohne. Der Satz ''Eine Milliarde Inder können nicht
irren!'' hört sich irgendwie an wie: ''Esst mehr Scheisse, Milliarden
Fliegen könne nicht irren!''. Und wenn die Räder so toll sind, warum
muss der Verkäufer dann die Gewährleistung auschliessen?

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=2750303301&category=30753

Bye
Sven

Guenther Schwarz

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Sep 2, 2003, 8:48:48 AM9/2/03
to
Sven Bötcher wrote:
> Ist das wirklich was Gutes/Besonderes oder verkauft da jemand ziemlich
> geschickt und wortreich Billigplunder?
>
> http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=2750303301&category=30753
>

Indische Lizenzversion eines alten englischen Rads. Sozusagen ein
Oldtimer frisch aus der Fabrik. Zur Verarbeitungsqualität und dem
Preis möchte ich mich nicht äußern.
Besitzt Du Werkzeug im Zollformat? Du solltest auch die Seiten
von Sheldon Brown zu alten englischen Rädern und der Verfügbarkeit
von Ersatz- und Verschleißteilen lesen:

http://www.sheldonbrown.com/oldbikes/index.html

Einfach so beim Laden um die Ecke einen Reifen kaufen wird vermutlich
nicht gehen.

viele Grüße

Günther

Thomas Schäfer

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Sep 2, 2003, 8:48:47 AM9/2/03
to
"Sven Bötcher" schrieb

>
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=2750303301&category=30753


> Ist das wirklich was Gutes/Besonderes oder verkauft da jemand ziemlich
> geschickt und wortreich Billigplunder?

Eher letzteres, gemessen am Preis.

Ein 40-Fuß-Standardcontainer per Schiff und Spedition
Mumbai-München kostet etwa 4000 Euro und Du kannst
bestimmt hunderte Räder einladen. Meine Schwiegereltern
machen das regelmäßig (aber nicht mit Fahrrädern).

Vor ein paar Jahren hatte ich einem (armen) indischen Onkel
umgerechnet rund 80 DM gegeben, damit hat er sich ein derartiges
Fahrrad gekauft um in die Arbeit fahren zu können.
Die Gewinnspanne (ohne Zoll) kannst Du jetzt selbst abschätzen.

Natürlich kann man mit den indischen Rädern fahren, sie sind
den Originalpreis schon wert und nicht schlechter als hiesiger
Baumarktkrempel. Aber auch nicht besser.

MfG

Thomas


Rainer H. Rauschenberg

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Sep 2, 2003, 9:45:32 AM9/2/03
to
On Tue, 2 Sep 2003, Sven Bötcher wrote:

> Und wenn die Räder so toll sind, warum
> muss der Verkäufer dann die Gewährleistung auschliessen?
>
> http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=2750303301&category=30753

Meiner unmassgeblichen Laienmeinung nach kann der Verkaeufer die
Gewaehrleistung nicht wirksam ausschliessen. Nicht bei diesem
Angebotstext.

Rainer "wenn ich Finanzbeamter waere wuerde ich auch deutlich davon
ausgehen, dass der gewerblich handelt und entsprechend Umsatzsteuer
abzufuehren hat" Rauschenberg

Armin Mann

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Sep 2, 2003, 10:12:56 AM9/2/03
to

Guenther Schwarz wrote:

> http://www.sheldonbrown.com/oldbikes/index.html
>
> Einfach so beim Laden um die Ecke einen Reifen kaufen wird vermutlich
> nicht gehen.

Ich habe meinen Raleigh Roadster
(<http://www.sheldonbrown.com/superbe54.html>) Ende der 70er mal aus
Dublin mitgebracht. War damals schon klassisch, allerdings noch
fabrikneu, also BJ Mitte der 70er. Der Preis in einem Radladen lag
umgerechnet bei ca. DM 500,-. Nettes Teil, auch mit einem B73, roller
lever brakes (Belaege druecken auf Felgenboden, Anlenkung ueber
Gestaenge - vorausschauendes Fahren ist angesagt), Sturmey-Archer
3-speed Freilaufnabe, Sturmey-Archer Nabendynamo, geschlossener
Blechkettenkasten usw.

"Irgendwie" hat Sheldon Brown schon recht wenn er meint: "These Are Real
Bikes!"

Armin

Guenther Schwarz

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Sep 2, 2003, 10:42:43 AM9/2/03
to
Armin Mann wrote:
>
> Guenther Schwarz wrote:
>
>
>>http://www.sheldonbrown.com/oldbikes/index.html
>>
>>Einfach so beim Laden um die Ecke einen Reifen kaufen wird vermutlich
>>nicht gehen.
>
>
> Ich habe meinen Raleigh Roadster
> (<http://www.sheldonbrown.com/superbe54.html>) Ende der 70er mal aus
> Dublin mitgebracht. War damals schon klassisch, allerdings noch
> fabrikneu, also BJ Mitte der 70er.
>
> "Irgendwie" hat Sheldon Brown schon recht wenn er meint: "These Are Real
> Bikes!"
>

Das mag schon sein. Ich wollte auch nicht über die alten oder in diesem
Fall neu-alten Sachen herziehen. Sie entsprechen nur nicht den aktuellen
Standards oder Normen, was die Alltagstauglichkeit deutlich ein-
schränken kann. Das gilt dann allerdings teilweise schon für Räder aus
den achzigern (z.B. Stronglight Kurbeln oder Positron Schaltungen).

viele Grüße

Günther

Armin Mann

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Sep 2, 2003, 10:49:56 AM9/2/03
to

Guenther Schwarz wrote:

> Das mag schon sein. Ich wollte auch nicht über die alten oder in diesem
> Fall neu-alten Sachen herziehen. Sie entsprechen nur nicht den aktuellen
> Standards oder Normen, was die Alltagstauglichkeit deutlich ein-
> schränken kann. Das gilt dann allerdings teilweise schon für Räder aus
> den achzigern (z.B. Stronglight Kurbeln oder Positron Schaltungen).

Vollkommen richtig. Bei mir ist das reine Liebhaberei.

Armin

Klaus Steinkamp

unread,
Sep 2, 2003, 10:51:50 AM9/2/03
to
Hi Sven

> Ist das wirklich was Gutes/Besonderes oder verkauft da jemand ziemlich
> geschickt und wortreich Billigplunder? Werkzeugsätze aus Inden zumindest
> taugen nicht die Bohne.

Das gilt auch für das Rad.
Habe mal eins per Schiff von Calcutta für nen Kumpel mitgebracht.
Als ich nach ca. 3 Wochen in Good old Germany war, sah man schon den ersten
Rost.
Richtig interessant war aber das Fahren:
der Sattel hat genau 30 min gehalten.
Mein Kumpel wog zu dem Zeitpunkt ca. 80 kg, der Durchschnittsinder aber nur
knapp die Hälfte.
Das Rad hat ca 15 U$ gekostet und wurde max. 2 Stunden gefahren, seit ca.
8 Jahren verrottet es im Keller.
Solltest Du Interesse an solchen Fahrrädern haben, dann schau nach den
original rotchinesischen. Die kosten auch nicht viel mehr, sind mechanisch
aber stabiler. Außerdem haben sie keine Bowdenzüge, sondern Gestänge, auch
für die Hinterradbremse. Wir haben diverse an Bord gehabt, die sind auch in
der salzigen Seeluft nicht so schnell verwittert.
Außerdem sehen sie viel "kultiger" aus.
In Japan bin ich damit rumgefahren, da war ich ein richtiger "eyecatcher"

Gruß
Klaus

Hardy

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Sep 2, 2003, 11:08:37 AM9/2/03
to

"Sven Bötcher" <svenn...@yahoo.de> wrote in message
news:bj22p1$dlpn9$1...@ID-159755.news.uni-berlin.de...

Ein guter Bekannter von mir hat sich vor 2 Monaten ein indisches Fahrrad
ähnlichen Aussehens gekauft. Das Ding war unter aller Sau verarbeitet,
sämtliche Schrauben waren ein wilder Mix aus Metrischen und zölligen
Schrauben, gefertigt scheinbar aus Weischeisen oder so, die sind fast schon
beim Anblick eines Schraubenschlüssels vor Angst von selbst rundgeworden.
Die Gestängebremsen waren volständig wirkungslos, weil die Gestänge zu kurz
waren, dafür war die Hinterrradzentrierung sehr schön gelost: Durch die Nabe
geht eine einfache Gewindestange, man muss das rad mittels 4 Muttern
zentrieren. War aber nicht lange so, die Hinterradnabe ist nach 30
kilometern zerbröselt...
Ich kann nur davon abraten, sich solchen minderwertigen Scheiss zuzulegen
und würde mich als Verkäufer uach nicht auf Gewährleistung einlassen, da
geht man nämlich pleite. Eine Milliarde Inder kann sich halt nix besseres
leisten, weil's zu teuer ist.

Leicht off Topic, aber vielleicht auch interessant:
Ein Bekannter wollte sich letztes Jahr einen Geländewagen kaufen, weil's
billig war, hatte er einen indischen Offroader der Marke 'Bajaj Tempo'
ausgeguckt. Das Ding war laut papieren ein Jahr alt, sollte 30000 kilometer
auf der Uhr haben und nur 6500 Euro kosten.
Die Besichtigung ergab: Sämtliche Gummiteile porös, Auspuff und andere nicht
geschützte Metallteile in völliger Auflösung, Getriebe nur im 1. und 3.,
Gang schaltbar geräusche aus dem Antrieb, als wären sämtliche Lager defekt.
Der Motor (Ein Mercedes-Lizenzbau) lief sehr schlecht, nur auf 3 Zylindern
und hatte keinerlei Leistung. Das fahrzeug ist sttehengeblieben, wir haben
dem Verkäufer (der das Teil als annähernd Neuwertig angeboten hatte, worauf
wir aus Hannover fast nach München fuhren) 3000 Euro geboten und wurden vom
Hof gejagt. Scheinbar ist die miese Qualität indischer Produkte nicht nur
auf Fahrräder beschränkt.

Gruss
Hardy


Mark

unread,
Sep 2, 2003, 12:04:09 PM9/2/03
to
'Eine Milliarde Inder können nicht
> irren!''

Hy,

da Ding hört sich an wie das Motorad von Enfield "Bullet" ist ne 650er mit
Dieselmotor und auch nicht besser verarbeitet als das Fahrrad.

Ich meine auch, nicht 1MIO können sich nicht irren, sondern Sie können sich
nichts besseres leisten bzw. bekommen.

Für das Geld bekommt man hier ähnliche Qualität oder gebraucht bessere...

mfg

Mark

Sven Bötcher

unread,
Sep 2, 2003, 5:43:51 PM9/2/03
to
Klaus Steinkamp wrote:

>> Ist das wirklich was Gutes/Besonderes oder verkauft da jemand
>> ziemlich geschickt und wortreich Billigplunder? Werkzeugsätze aus
>> Inden zumindest taugen nicht die Bohne.
>
> Das gilt auch für das Rad.

Dacht ich's doch.


> Habe mal eins per Schiff von Calcutta für nen Kumpel mitgebracht.

Ihr kommt alle in der Welt rum. Da frisst mich der Neid. :-)


> der Sattel hat genau 30 min gehalten.
> Mein Kumpel wog zu dem Zeitpunkt ca. 80 kg, der Durchschnittsinder
> aber nur knapp die Hälfte.

Bei meinen 100 kg habe ich die Sattelstütze also bereits bei der ersten
Ausfahr im Rektum stecken. :-(


Schade, ich fand's irgendwie witzig vom Aussehen her und hätte es als
Einkaufsrad gebrauchen können wegen dem Gepäckträger. Mit meinem MTB
komme ich irgendwie nicht so recht zu Potte befestigungsmässig. Oder ich
muss doch die teuren Klickfix Distanz-Sets von Rixen & Kaul samt
passenden Taschen kaufen.

Bye
Sven

Rainer H. Rauschenberg

unread,
Sep 3, 2003, 4:11:14 AM9/3/03
to
On Tue, 2 Sep 2003, Armin Mann wrote:

> umgerechnet bei ca. DM 500,-. Nettes Teil, auch mit einem B73, roller
> lever brakes (Belaege druecken auf Felgenboden, Anlenkung ueber
> Gestaenge - vorausschauendes Fahren ist angesagt), Sturmey-Archer

Besser sind die Sturmey-Archer-Trommelbremsen, vor allem die mit 90 mm
Trommeln. Die gabs auch mit Gestaengebetaetigung.

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